DE23907C - Dynamo - elektrische Maschine - Google Patents

Dynamo - elektrische Maschine

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DE23907C
DE23907C DENDAT23907D DE23907DA DE23907C DE 23907 C DE23907 C DE 23907C DE NDAT23907 D DENDAT23907 D DE NDAT23907D DE 23907D A DE23907D A DE 23907DA DE 23907 C DE23907 C DE 23907C
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Germany
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machine
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way
springs
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DENDAT23907D
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M. DEPREZ in Sceaux, Seine, Frankreich
Publication of DE23907C publication Critical patent/DE23907C/de
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    • HELECTRICITY
    • H02GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
    • H02KDYNAMO-ELECTRIC MACHINES
    • H02K1/00Details of the magnetic circuit
    • H02K1/06Details of the magnetic circuit characterised by the shape, form or construction
    • H02K1/22Rotating parts of the magnetic circuit
    • H02K1/28Means for mounting or fastening rotating magnetic parts on to, or to, the rotor structures

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Power Engineering (AREA)
  • Linear Motors (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Die vorliegenden Neuerungen an dynamoelektrischen Maschinen sind das Resultat von Untersuchungen, welche bezweckten, die genannten Maschinen für die Fernleitung und Vertheilung elektrischer Energie geeignet zu machen, verschiedene Uebelstände zu beseitigen und einen völlig neuen Typus dieser Maschine zu schaffen.
Um die Unterschiede, welche dieser Maschinentypus im Vergleich mit vorhandenen Systemen aufweist, besser zu veranschaulichen, sollen in folgendem nach einander die Uebelstände nebst den Methoden zur Beseitigung derselben aufgeführt werden.
i. Um den ringförmigen Anker der Inductionsmaschine auf seiner Achse zu befestigen, treibt man in diesen Anker einen aus einem einzi-' gen Stück bestehenden hölzernen Dorn fest ein. Die hierbei entstehende seitliche Reibung an den inneren Drähten des Ankers führt oft deren Freilegung herbei, erschwert die Montirung vor allem, wenn die Drähte ■ einen geringen Durchmesser haben.
Um diesem schweren Uebelstande abzuhelfen, hat der Erfinder einen Dorn construirt, der aus mehreren Theilen zusammengesetzt ist. Dieser Dorn ist in den Fig. 1, 2 und 3 der beiliegenden Zeichnung dargestellt. Fig. 1 ist eine Vorderansicht, die Schlufsscheibe entfernt gedacht, Fig. 2 ist ein Längsschnitt, Fig. 3 zeigt die Schlufsscheibe. Der Dorn besteht aus zwei wesentlichen Theilen und wird einestheils aus einer beliebigen Anzahl Holzsegmenten AAA gebildet, welche äufserlich der Höhlung des Ankers entsprechen, auf der inneren Seite aber ,ebenflächig sind und an Dicke nach dem einen Ende hin abnehmen, so dafs die inneren Flächen gegen die Achse der Maschine geneigt sind. Andererseits wird der Dorn aus dem Bronzekörper B gebildet, dessen äufsere Begrenzung ebene Flächen sind, welche genau den ebenen Innenflächen der Holzsegmente entsprechen, derart, dafs, wenn der Bronzering B auf der Achse verschoben wird, eine Radialverschiebung bezw. Expansion der Holzsegmente erfolgt und letztere fest gegen die innere Fläche des Ankers angeprefst werden. Damit nun die Segmente nicht selbst eine axiale Verschiebung erleiden, ist die Schlufsscheibe R, Fig. 3, angeordnet, welche sich gegen die Endflächen a.a.O. der Segmente AAA legt. Diese Scheibe R nimmt drei Kopfschrauben auf, welche in die mit Gewinde versehenen Löcher b b b des Ringes B fassen und die Axialverschiebung des letzteren und dadurch die Expansion der Segmente ermöglichen.
2. a) Bei den Maschinen, welche für die Fernleitung von Arbeit bestimmt sind, ist es vortheilhaft, hohe Spannungen anzuwenden. Infolge dessen ist es wichtig, die Isolirung zwischen den einzelnen Drahtwindungen zu sichern. Zu diesem Zweck verwendet der Erfinder für das Aufwickeln der Inductoren ein analoges Verfahren an, wie es bei der Construction der Ruhmkorff'sehen Induetionsrollen gebräuchlich ist. Er benutzt Metallscheiben von dem Durchmesser der Umwindung und ordnet dieselben paarweise in kleinem Abstande von einander an, wickelt den Draht in den zwischen diesen Scheiben befindlichen Zwischenraum, während das Ganze in geschmolzenes Harz oder ein analoges Isolirmittel getaucht wird.
Auf diese Weise bildet man eine kleine Rolle, deren Drähte in dem Isolirmittel ganz eingebettet sind. Der Inductor wird nun aus derartigen, neben einander gereihten Rollen gebildet, deren freie Drahtenden auf Spannung oder Quantität, oder in gemischter Anordnung mit einander verbunden werden.
b) Durch eine analoge Specialanordnung ermöglicht der Erfinder eine variable Schaltung für den inducirten Theil der Maschine. Derselbe besteht bekanntlich aus besonderen Drahtenden, welche durch Scheidewände von einander getrennt sind und deren Enden mit den Sammelstreifen verbunden werden.
Bei den Maschinen mit hoher Spannung kommen diese Drahtenden und Sammelstreifen im allgemeinen in grofser Anzahl vor.
Zwei oder mehrere auf einander folgende Sammelstreifen werden nun mittelst Verbindungsschrauben oder Deckstreifen mit einander vereinigt, so dafs die Inductorabtheilungen somit auf eine gewisse Anzahl Gruppen vertheilt werden, welche auf Quantität mit einander verbunden sind, was ein;r Vergröfserung des Drahtquerschnitts gleich kommt und gestattet, die Maschine verschiedenen Zwecken anzupassen.
In den Fig. 4, 5, 6 und 7 der Zeichnung ist diese Gruppirung in zwei verschiedenen Anordnungen veranschaulicht. In den Fig. 4 und 5 ist ein Sammler in Kopf- und Seitenansicht dargestellt. Bei A erfolgt die Verbindung zweier Sammelstreifen α α mittelst einer Schraube, während an einer zweiten Stelle ein Blechstreifen B, Fig. 6 und 7, dazu benutzt ist, die Verbindung einer beliebigen Anzahl Sammelstreifen α α zw bewirken. Bei C, Fig. 4 und 5, ist veranschaulicht, wie in zwei benachbarten Streifen α Gewinde zur Aufnahme einer Verbindungsschraube eingeschnitten ist. Eine weitere Anordnung zeigt Fig. 7b!s in hinreichender Deutlichkeit.
c) Bei Benutzung hoher Spannungen werden, im Falle die Leitung plötzlich unterbrochen wird, Nebenströme entstehen, welche bedeutende Uebelstände darbieten können. Um dieselben zu vermeiden, hat der Erfinder einen Commutator mit steigendem Widerstände construirt. Derselbe beruht auf dem Princip, in die zu unterbrechende Leitung nach und nach, aber sehr schnell wachsende Widerstände einzuführen, derart, dafs man progressiv auf den Widerstand kommt, welchem die Unterbrechung der Leitung gleichkommt.
Dies kann durch folgende zwei Anordnungen erreicht werden.
Bei der in Fig. 8 dargestellten Anordnung ist eine Anzahl hinter einander geschalteter Widerstandsrollen ABCD... K vorgesehen, welche für sich mit den Contactstücken abc d. . . k eines kreisförmigen Commutators verbunden sind. Die Leitung "Z ist mit dem Contactstück /, die Leitung L' mit dem Mittelpunkt ο des Commutators verbunden. Der drehbare Contacthebel F kann nun nach einander mit den Contactstücken α b c d . . . k in Verbindung gebracht werden, so dafs die Rollen A B CD... K nach einander in die Leitung eingeschaltet werden, derart, dafs die Unterbrechung der Leitung erst erfolgt, nachdem das Contactstück k berührt ist. Der Widerstand ist dann so grofs geworden, dafs eine Unterbrechung der Leitung ganz gefahrlos ist.
Eine zweite Anordnung einer dem gleichen Zweck dienenden Einrichtung veranschaulicht Fig. 9 und 10 im Grundrifs und Ansicht. Dieselbe besteht aus einem keilförmig zugespitzten Körper MN aus Kohle oder anderem der Elektricität genügend Widerstand bietenden Körper. Die Leitung L ist mit einem Metallstück /, die Leitung L 1 mit einer Schiene m η verbunden, welche parallel dem Körper MN gelagert ist, mit demselben jedoch nicht in leitender Verbindung steht. Vielmehr wird die Verbindung zwischen Schiene m η und Körper MN durch ein verschiebbares Metallstück F bewirkt.
Indem man den Schieber F von L entfernt, wächst der Widerstand und die Unterbrechung findet statt, wenn der Schieber F die Spitze N des Keils passirt hat und in die Lage F' gelangt ist. Während der Bewegung des Schiebers F wird der Strom in dem Keil MN allmälig einen Körper von geringerem Querschnitte durchströmen. Die Detailanordnung dieser Einrichtung kann natürlich beliebig modificirt werden.
Nachdem diese Constructionsdetails besprochen sind, gehen wir zu den Haupttheilen der Maschine über.
3. Bei der bisher construirten dynamo-elektrischen Maschine sind die inducirenden Elektromagnete oder Schenkel α a\ Fig. 11, so mit einander gruppirt, dafs sie an der sie verbindenden Armatur einen indifferenten Pol A bilden. Desgleichen sind die Schenkel b b' so angeordnet, dafs sie einen indifferenten Pol B an der sie vereinigenden Armatur bilden. Der Magnetismus dieser indifferenten Pole ist viel schwächer, als der an gewöhnlichen Polen auftretende Magnetismus bei gleichem Aufwand an Energie. Aufserdem besitzt das weiche Eisen der Schenkel aller Maschinen dieser Art eine viel zu geringe Masse und sättigt sich dasselbe mit Strömen von geringer Intensität. So werden bei der in Fig. 12 dargestellten Maschine die Pole A B auf den Polschuhen durch zwei Elektromagnete α b erzeugt, welche an ihren anderen Enden durch eine starke Eisenschiene mit einander verbunden sind. Aufserdem beträgt die Masse des weichen Eisens das Doppelte der Maschinen, welche denselben Anker besitzen. Die Schiene c dient als Lager für die Ankerwelle c, das andere Lager d ist aus nicht mag-
netischem Metall, Bronze, Kupfer etc. hergestellt.
Fig. 13 veranschaulicht nur schematisch eine in den Fig. 14, 15 und 16 in Kopf-, Längen- und oberer Ansicht dargestellte Maschine, welche mit den Neuerungen ausgestattet ist, welche der Erfinder behufs Beseitigung der gerügten Uebelstände ersonnen hat. Hier ist die Schlüfschiene c,. Fig. 12, ganz fortgefallen, vielmehr sind zwei Anker ο ο' angeordnet, um den von den Schenkeln entwickelten Magnetismus ganz auszunutzen.
Beide Anker drehen sich in besonderen magnetischen Feldern, welche durch ungleichnamige Pole der Schenkel gebildet werden, und können auf Spannung oder Quantität gekuppelt sein.
Fig. 17 stellt eine andere Modification desselben Maschinensystems dar. Auch hier sind zwei Anker d d' auf einer Welle angeordnet, und beide Anker werden von den Polschuhen a b a1 bl der Elektromagnete α c b b1 cx αλ umfafst, deren Schlufsschienen cc1 Theile des Gestells der Maschine bilden, so dafs das Gewicht der für die elektrische Wirkung todten Massen auf ein Minimum reducirt wird.
Die Polschuhe α und b', zwischen denen der Anker d sich dreht, sind natürlich ungleichnamig, in gleicher Weise wie die Polschuhe b und a \ so dafs das aus den beiden Schenkeln und Ankern gebildete Ganze gewissermafsen einen geschlossenen magnetischen Stromkreis bildet. Aufserdem stehen die Achsen der von den inducirenden Strömen durchflossseneri Rollen ff1 g g1 senkrecht zu den Achsen der Anker, so dafs die letzteren auch dann noch Elektricität entwickeln können, wenn der in den Rollen f g f1gi enthaltene weiche Eisenkern entfernt würde, während bei den gewöhnlichen Maschinen, und selbst bei den in Fig. 13 dargestellten, die inducirende Wirkung der Drahtwindungen in den Schenkeln nicht ausgenutzt wird, weil die Achsen dieser Rollen den inducirten Ankern parallel sind und die inducirende Wirkung nur von dem magnetischen Felde der inducirenden Polschuhe herrührt.
Bei der fraglichen neuen Anordnung jedoch setzt sich die den Anker beeinflussende inducirende Wirkung aus derjenigen des sehr energischen magnetischen Feldes und derjenigen des von den Solenoiden fgflgl gebildeten elektrischen Feldes zusammen. Es erübrigt wohl kaum zu bemerken, dafs die Rollen fg/l g1 so nahe wie möglich dem Anker angeordnet werden.
Aufserdem kann die Maschine, Dank der Anordnung der beiden inducirenden Elektromagnete und der beiden Anker, eine Menge Combinationen erleiden, wie dies mit keiner anderen Construction erzielt werden kann. So kann man die Bürsten beider Anker auf Spannung oder Quantität gruppiren, je nach Bedarf. Man kann den von einem Anker gelieferten Strom benutzen, um die vier Rollen f-gf* gl zu erregen, während der Nutzstrom durch den zweiten Anker erzeugt wird, so dafs die Maschine sich selbst erregt.
Diese verschiedenen Formen gestatten vermöge des Prinzips der Maschine specielle Combinationen.
Es war bereits erwähnt, dafs ■ man die Ankerströme je nach Bedarf verbinden kann, jedoch läfst sich noch eine nützlichere und völlig neue Combination erzielen.
Bei der Uebertragung und Vertheilung von Kraft wird man bei Benutzung der Doppelankermaschine wie folgt verfahren.
Man wird den Inductionsrollen der Schenkel zwei Drahtwindungen geben, die eine, a, Fig. 18, wird aus dünnem, die andere, b, aus dickem Draht gebildet. Desgleichen wird der eine Anker ο Windungen aus dünnem Draht, der andere Anker ολ Windungen aus dickem Draht erhalten. Der Anker 0 mit Windungen aus dünnem Draht steht mit der Linienleitung in I Verbindung, und die inducirende Leitung aus dünnem Draht ist mit der Linienleitung parallel oder hinter einander geschaltet. Der Anker ο x mit Windungen aus dickem Draht steht mit der inducirenden Leitung aus dickem Draht in Verbindung. Beim Beginn der Uebertragung durchläuft der Linienstrom von hoher Spannung die inducirende Leitung aus dünnem Draht, welche aus einem später zu erläuternden Grunde »temporärer Stromerreger« genannt werden soll, sowie den entsprechenden Anker. Die Maschine setzt sich nun in Bewegung. Der Anker mit Windungen aus dickem Draht erzeugt nun einen Strom, der die inducirenden Windungen aus dickem Draht durchfliefst, und wird er die Erregung der Elektromagnete vervollständigen. Hat die Maschine die richtige Geschwindigkeit erreicht, so wird durch einen Centrifugal -Interrupter I irgend welcher bekannten Construction, der in die inducirende Leitung aus dünnem Draht eingeschaltet ist, die Leitung entweder unterbrochen, wenn dieselbe auf Quantität eingeschaltet war, oder durch die Ankerleitung ersetzt, wenn dieselbe auf Spannung geschaltet war, so dafs die Maschine nun so auch durch den Anker mit Windungen aus starkem Draht erregt wird.
Diese Anordnung hat zwei Vortheile. Einestheils macht sie die Construction der Maschine billiger, indem sie ermöglicht, einen grofsen Theil der zahlreichen Windungen aus dünnem Draht fortzulassen, welche nothwendig wären, wenn die Erregung nur durch den Linienstrom stattfände; anderenteils reducirt sie den Aufwand an nothwendiger Energie in dieser Leitung, indem sie den Widerstand dieser Leitung bedeutend vermindert.
4. Diesen verschiedenen Neuerungen schliefst sich eine weitere an. Verwendet man für die Magnetisinmg eines Inductors von bestimmter
Form eine bestimmte Quantität Energie, so ist das erzeugte magnetische Feld gleicher Weise bestimmt; die Metalltheile verschiedener Form, welche man an den Polen anbringen kann, verändern die Anordnung der Kraftlinie und die Vertheilung der erzeugten magnetischen Energie, sie können aber nicht deren Werth vergröfsern. Im allgemeinen erachtet der Erfinder, dafs die Gegenwart dieser Theile vielmehr eine Verminderung der inducirenden Wirkung des magnetischen Feldes herbeiführt, indem sie den Kraftlinien fehlerhafte Richtungen giebt und eine Verminderung der Spannung entsteht.
Daher modificirt der Erfinder die Maschine dahin, dafs er die erwähnten Theile fortläfst und die Magnetpole auf die Dimensionen des direct magnetisirten Kerns reducirt oder wenigstens auf Dimensionen, welche nur wenig gröfser sind wie diejenigen des Kerns.
Durch diese Umstände wird jede Windung des beweglichen Ankers der inducirenden Wirkung nur während eines Theiles der Umdrehung ausgesetzt; während des übrigen Theiles der Umdrehung bildet sie einen unnützen Widerstand, und es liegt demnach ein Interesse vor, sie aus der Leitung auszuschalten, so dafs nur wirksame Drähte in derselben verbleiben. Dies wird nun auf folgende Weise erzielt. Der in Anwendung kommende Anker besitzt die gewöhnliche Construction, wie sie bei dynamo-elektrischen Maschinen gebräuchlich ist, desgleichen die Sammelbürsten.
Die inducirenden Magnetpole sind in beliebiger Anzahl vorhanden. Die für die Ableitung des Stromes bestimmten Schleiffedern sind, anstatt einander diametral gegenüber angeordnet zu sein, paarweise am Eintritt und Austritt des Ankers in jedem magnetischen Felde angebracht. Unter der Voraussetzung, dafs zwei Pole vorhanden sind, würden die Schleiffedern bei A B A'B\ Fig. 19 und 21, anzuordnen sein.
Unter diesen Umständen wird man bemerken, dafs, wenn der Anker ganz wie bei den gewöhnlichen dynamo-elektrischen Maschinen angeordnet ist, der auf der Strecke A B erzeugte Strom zwei Wege nehmen kann, einestheils kann er durch den äufseren Leitungskreis über die Schleiffedern A B, anderenteils durch den übrigen Theil des Ankers fliefsen. Diese zweite Ableitung ist schädlich und mufs unterdrückt werden. Zu diesem Zweck wird der Anker in eine gewisse Anzahl besonderer Abtheilungen zerlegt, und zwar bei zwei Magnetpolen in vier, wie die Figur veranschaulicht. Diese Theilung erfolgt auf dem Collector. Der Anker wird in bekannter Weise umwickelt und die freien Enden der einander diametral gegenüberstehenden Abtheilungen werden nicht mit denselben Collectorstreifen verbunden, wie dies bei den bekannten dynamo-elektrischen Maschinen der Fall ist.
Der Anker wird auf diese Weise in vier Theile 1, 2, 3 und 4, Fig. 19, zerlegt, welche durch die Continuitätsunterbrechungen MNOPQ völlig von einander getrennt sind. Der Anker bildet folglich keinen continuirlichen Kreis mehr, die durch den Anker führende continuirliche Leitung existirt nicht mehr und der erzeugte Strom wird nur durch die nutzbare Leitung fliefsen.
Diese Anordnung ist aber von einer weiteren Eigenthümlichkeit begleitet. Die Maschine wird in der beschriebenen Weise functioniren, so lange wie die zusammenhängenden Theile des inducirten Stromkreises zwischen den Schleiffedern eingeschlossen sind; befindet sich aber eine Scheidelinie M in dem magnetischen Felde, so ist kein erzeugter Strom mehr vorhanden,, da die beiden Schleiffedern A und B alsdann durch die inducirte Leitung nicht mehr mit einander verbunden sind. In diesem Augenblick mufs daher die Unterbrechung aufhören. Um dieses herbeizuführen, ist die Maschine aufser mit dem gewöhnlichen Sammler noch mit einem Hiilfsapparat versehen, der Communicator genannt werden soll. Derselbe besteht aus zwei Scheiben aus isolirendem Material, welche auf ihrem Umfange mit vier von einander getrennten metallischen Vorsprüngen oder Streifen i, 2, 3, 4 und i1, 21, 3 \ 41 versehen sind. Die Enden der Drähte der Abtheilungen 1, 2, 3 und 4 sind nun wie folgt angeordnet:
Die Enden der Rollen 1 und 2 sind mit den Streifen 1 und 1] verbunden, die der Rollen 2 und 3 mit den Streifen 2 und 21, die der Rollen 3 und 4 mit den Streifen 3 und 3' und die der Rollen 4 und 1 mit den Streifen 4 und 41. Zwei jedem magnetischen Felde entsprechende Schleiffedern c und cl ruhen gleichzeitig auf den beiden Scheiben des Communicators. Aus dieser Anordnung resultirt somit, dafs, wenn die Streifen 1 und 1 1 beispielsweise gleichzeitig eine Schleiffeder passiren, die Abtheilungen ι und 2 durch diese Schleiffeder mit einander verbunden sind. Passiren die Streifen 2 und 21 eine Schleiffeder, so werden die Abtheilungen 2 und 3 mit einander in Verbindung gebracht.
Bezeichnen wir mit α den Winkel, auf den sich das magnetische Feld am Umfang des inducirten Ankers erstreckt, mit β einen kleinen Winkel von einigen Graden, der dazu bestimmt ist, die gute Functionirung zu sichern, so wird die Länge der Streifen nur so bemessen, dafs dieselben auf dem Umfange des Communicators den Winkel α -\- β umfassen. Nun berechnet man den Communicator derart, dafs die Enden der Streifen 1 und i1 z. B. sich vor der Trennungslinie M der Abtheilungen 1 und 2 befinden, der Voreilwinkel also ß2 beträgt. Alsdann ist die Function dieser Einrichtung leicht erklärlich. Wenn die Trennungslinie M um den Winkel ß2
von dem magnetischen Felde entfernt ist, werden die Abtheilungen ι und 2 durch den Communicator mit einander verbunden. Dieser Zustand dauert so lange, bis das magnetische Feld passirt ist, und setzt sich darüber hinaus noch so lange fort, bis der Winkel ß2 durchlaufen ist. Alsdann erfolgt Unterbrechung der Verbindung und die Abtheilungen 2 und 3 passiren dieselbe Phase.
Die Schleiffeder c1 übt für das magnetische Feld A1 B1 diejenigen Functionen aus, welche die Schleiffeder c für A B ausübt.
Die so angeordnete Maschine entspricht somit den gestellten Bedingungen.
Die dem Einflufs des Inductors ausgesetzten Drähte des Ankers bleiben allein in dem Stromkreis und der Strom kann stets nur die Nutzleitung passiren. Das magnetische Feld wird somit unter den besten Bedingungen ausgenutzt und der Widerstand auf ein Minimum reducirt.
Aus weiteren Auseinandersetzungen würde zu folgern sein, dafs für jedes magnetische Feld im allgemeinen drei Schleiffedern erforderlich sind, von denen zwei zum Sammeln dienen, während eine am Communicator anzubringen ist.
Man kann jedoch aus dieser Anordnung einen weiteren Vortheil ziehen. Die elektro-motorische Kraft, welche während des Vorbeiganges der Drähte von einem Pol, entwickelt wird, hängt unter sonst gleichen Umständen von der Anzahl der inducirten Windungen ab, welche der Wirkung dieses Pols ausgesetzt werden und in den Stromkreis eingeschaltet sind. Diese Anzahl wird bestimmt durch den veränderlichen Abstand der Schleiffederpaare A B einerseits und A1B1 andererseits. Wenn diese Paare die ganze Ausdehnung des magnetischen Feldes umfassen, so wird die entwickelte elektromotorische Kraft ihr Maximum erreichen, sie wird Null, wenn . sie bis auf Berührung einander genähert werden. Dieser veränderliche Abstand der Schleiffederpaare kann z. B. mittelst einer Zahnstange erzielt werden, welche durch ein Getriebe bewegt wird. Man kann somit die elektromotorische. Kraft variiren, indem man entweder die Inductoren durch einen äufseren Strom erregt und das Intervall A B A1 B1 variirt, oder indem man die Elektromagnete durch den Strom der Maschine erregt, in welchem Falle das magnetische Feld auch unter dem Einflufs desselben Elementes variirt, oder indem man beide Hülfsmittel mit einander combinirt.
Die verschiedenen, beim Passiren des Ankers durch jedes magnetische Feld A B Αλ Β\ deren Zahl eine beliebige sein kann, gesammelten Ströme sind von einander verschieden und können je nach Bedarf mit einander auf Spannung oder Intensität verbunden oder besonders ausgenutzt- werden, oder man benutzt die einzelnen Ströme besonders, sei es, dafs einige als erregende und die anderen als Nutzströme verwendet werden etc.
Durch Vereinigung dieser verschiedenen Neuerungen hat der Erfinder eine Maschine hergestellt, welche er mit der Bezeichnung »Maschine mit veränderlicher elektromotorischer Kraft« belegt hat. Die äufsere Form dieser Mascine kann variirt werden, da sie eine beliebige Anzahl magnetischer Felder anzuwenden gestattet.
In den Fig. 21 bis 24 sind zwei derartige Maschinen mit nur zwei magnetischen Feldern dargestellt, welche mit einem und zwei Ankern versehen sind, entsprechend den oben angegebenen Bedingungen, sowie Communicatoren und Schleiffedern besitzen, deren Abstand von einander variabel ist.
Diese Schleiffedern sind auf einem gezahnten Segment befestigt, das durch Zahnstange und ein Getriebe bewegt wird. Die Kerne xyx^y1 der Elektromagnete umfassen den inducirten Anker gleichzeitig auf der seitlichen und oberen Fläche.
Die Inductoren können wie bei den gewöhnlichen Maschinen von dem Strome der Maschine selbst oder durch einen äufseren Strom, oder auch durch Combination dieser !Hilfsmittel erregt werden.
Schliefslich mag ausdrücklich hervorgehoben werden, dafs die Construction der Maschine nicht auf die in den Zeichnungen dargestellten Formen beschränkt ist, dafs vielmehr diese Formen noch mannigfach variirt und die beschriebenen Neuerungen noch in verschiedener Gestalt angewendet werden können.

Claims (4)

  1. Patent-AnSprüche:
    ι. Die Construction des Dorns F, Fig. 1, 2 und 3, für die Befestigung der Anker, bestehend aus den Segmenten A, den durch Schraube b anziehbaren Ring B und Scheibe Ji.
  2. 2. Die Herstellung von Sammlern aus einzelnen Streifen, welche verschiedene Verbindungen gestatten, und ermöglichen, dieselbe Maschine verschiedenen Bedarfszwecken anzupassen, wie dies mit Bezug auf die Fig. 4, 5, 6 und 7 beschrieben ist.
  3. 3. Die Construction einer dynamo-elektrischen Maschine, welche mit zwei Ankern versehen ist, die in verschiedenen magnetischen Feldern sich drehen, welche durch zwei entgegengesetzte magnetische Pole gebildet werden, wie dies mit Bezug auf die Fig. 13 bis 16 beschrieben wird.
  4. 4. Die Specialanwendung dieser Maschinen zur Umwandlung elektrischer Energie in mechanische Arbeit ■ behufs Fortleitung und Vertheilung der letzteren derart, dafs nur der eine Anker mit der Linienleitung in Ver-
    bindung steht^ [während der andere den erregenden Strom liefert. )
    Die' Anwendung von-magnetischen Feldern, welche in beliebiger Anzahl auf einer und derselben Maschine angeordnet sind, ohne dafs ihre Pole etwa in Form von Polschuhen erweitert wären, deren Pole vielmehr nur die Breite der Kerne besitzen oder ein wenig breiter sind, welche magnetischen Felder mit Schleiffederpaaren derart combinirt sind, dafs bei gröfstem Abstande der Schleiffedern die letzteren die Ausdehnung eines magnetischen Feldes umfassen, wie dies mit Bezug auf die Fig. ig bis 24 beschrieben wurde.
    Die Theilung des inducirten Ankers in elektrisch von einander gesonderte Abtheilungen, sowie die Anwendung eines speciellen Apparates, Communicator genannt, welcher die Verbindung zwischen zwei aufeinander folgenden Abtheilungen in dem Augenblicke herstellt, wo die Scheidelinie derselben in das magnetische Feld eintritt.
    Die Anwendung eines Schleiffederpaares für jeden Magnetpol derart, dafs der Abstand der Schleiffedern variirt werden kann, in Combination mit einem Communicator von der angegebenen Einrichtung, wodurch ermöglicht wird, dafs zwischen den Schleiffedern eine mehr oder minder grofse Anzahl Windungen des Ankers gefafst und die elektromotorische Kraft von Null bis zu einem Maximum gesteigert werden kann, ohne die Drehungsverhältnisse der Maschine zu ändern, so dafs auf diese Weise gemäfs den durch die Zeichnung angegebenen Umständen eine Maschine mit variabler elektromotorischer Kraft geschaffen ist.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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