DE2339932A1 - Verfahren zum ermitteln von fehlern in einem zu ueberwachenden teil eines elektrischen energieversorgungsnetzes - Google Patents
Verfahren zum ermitteln von fehlern in einem zu ueberwachenden teil eines elektrischen energieversorgungsnetzesInfo
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Description
Verfahren zum Ermitteln von Fehlern in einem zu überwachenden Teil eines elektrischen Energieversorgungsnetzes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ermitteln von
Fehlern in einem zu überwachenden Teil eines elektrischen Energieversorgungsnetzes unter Verwendung von mindestens
einer mittels eines Stromwandlers aus dem Strom in dem zu überwachenden Teil abgeleiteten Meßgröße.
Derartige Verfahren werden beispielsweise mit sogenannten Distanzschutzeinrichtungen durchgeführt, die richtungsabhängig
einen bestimmten Leitungsabschnitt überwachen und in diesem auftretende Fehler erfassen.
Distanzschutzeinrichtungen, die das Entfernungs- und Richtungskriterium
aus dem Effektiv-, Mittel- oder Amplitudenwert von Strom und Spannung mit Meßzeiten vo η etwa einer
Periode und mehr herleiten, reagieren auf Stromwandlersättigung je nach dem Grad der Sättigung in der Regel mit verlängerter
Meßzeit. Die Richtungsbestimmung kann unter Umständen so weit beeinflußt werden, daß die Abschaltung nicht
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mehr selektiv erfolgt. Auch die elektronischen Distanzschutzeinrichtungen,
die aus Phasendifferenzen oder aus der Reihenfolge von Nulldurchgängen von aus Strom und/oder
Spannung abgeleiteten Größen ein Distanz- und ein Richtung skr it er ium ableiten, werden durch Stromwandlersättigung
stark beeinflußt. Entsprechendes gilt bespielsweise auch für Differentialschutz-Anordnungen.
Figur 1 veransch-aulicht im Diagramm a den Verlauf von Primärstrom
J^ und Sekundärstrom J£ eines transient gesättigten
Stromwandlers j wobei die beiden Ströme auf dieselbe Amplitude normiert sind. Bei Auftreten eines Fehlers im
Zeitpunkt t wird der Wandler in den Sättigungsbereich seiner Kerninduktion vom Zeitpunkt t^ an gesteuert. Dies
gilt insbesondere für den Fall, daß zu Beginn eines Kurzschlusses dem Wechselstromanteil des Stromes durch die Primärwicklung
des Wandlers eine in ihrer Auswirkung von der Einschaltphase und vom Verhältnis der Induktivität zum
ohmschen Widerstand der Kurzschlußbahn abhängige Gleichstromkomponente
überlagert ist. Vom Zeitpunkt t.. bis zum Zeitpunkt tp wird der Primärstrom J-j nichtlinear verzerrt
übertragen. Vom Zeitpunkt %2 atl *"is zum Zeitpunkt t~ stellt
der Sekundärstrom S^ ein unverzerrtes Abbild des Primärstromes
J.J dar. Im Falle einer transienten Sättigung ändern
sich diese Verhältnisse nach einigen Perioden des Stromes dahingehend, daß die Abschnitt .je Schwingung mit
unverzerrter Abbildung immer langer werden. Eine Fehlerermittlung,
die unmittelbar nach Auftreten eines Kurzschlusses aufgrund der Momentanwerte des Sekundärstromes
durchgeführt wird, führt daher im allgemeinen zu einem fehlerhaften Ergebnis.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Ermitteln von Fehlern in einem zu überwachenden
Teil eines elektrischen Energieversorgungsnetzes vorzuschlagen, mit dem Fehler richtig und rasch auch dann er-
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kannt werden können, wenn der Stromwandler infolge eines
Kurzschlusses gesättigt ist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch, gelöst, daß beim
Auftreten eines Fehlers die Meßgröße in jeder Schwingung
darauf untersucht wird, ob sie ohne nichtlineare Verzerrung vom Stromwandler übertragene Abschnitte enthält, und daß
eine Ermittlung des Fehlers nur in diesen Abschnitten jeder Schwingung durchgeführt wird. Die Erfindung geht dabei von
der Erkenntnis aus, daß die Übertragungsfehler eines Stromwandlers im Falle eines Kurzschlusses während jeder Periode
des Wechselstromes zumindest abschnittweise gering bleiben.
Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann mit Vorteil
bei allen den Schutzeinrichtungen angewendet werden, bei denen über Stromwandler gewonnene Meßgrößen zur Erfassung
von Fehlern verwendet werden, also beispielsweise bei Vergleichsschutzeinrichtungen, Fehlerort-Meßeinrichtungen
und Distanzschutzeinrichtungen.
Bei einem Verfahren zum Ermitteln von Fehlern auf einem zu überwachenden Leitungsabschnitt eines elektrischen Energieversorgungsnetzes
mittels von aus Leitungsspannung und Leitungsstrom
abgeleiteten, mittels Wandler von der Leitung abgenommenen Größen wird gemäß einer Weiterbildung der Erfindung
das Verfahren vorteilhafterweise so durchgeführt,
daß in jeder Halbschwingung des Leitungsstromes mindestens
eine aus dem Leitungsstrom abgeleitete Hilfsgröße gebildet wird, die je Halbschwingung ein Meßintervall bestimmt, und
daß jeweils in dem Meßintervall die Fehlerermittlung durchgeführt wird, dessen Beginn in einem zeitlichen Abstand von
mindestens nahezu einer Halbperiode des Leitungsstromes auf den Beginn des vorangehenden Meßintervalls folgt.
Der Beginn jedes Meßintervalls ist vorteilhafterweise durch
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den Nulldurchgang einer durch Differentiation des Leitungsstromes gebildeten Hilfsgröße bestimmt. Dabei ist zur Erzielung
eines vorteilhaften Auslöseverhaltens eine derartige Phasenverschiebung zwischen der Hilfsgröße und dem
leitungsstrom vorzusehen, daß der Nulldurchgang der Hilfsgröße
dem Ieitungsstrom um einen Phasenwinkel voreilt, der
etwa gleich dem maximalen Winkel ist, den die Leitungsspannung im Kurzschlußfall mit dem Leitungsstrom bildet. Der
Phasenwinkel zwischen der Hilfsgröße und dem Leitungsstrom beträgt 40° - 85°, vorzugsweise 65°.
Das Ende jedes Meßintervalls kann1 auf unterschiedliche Weise
bestimmt werden. Vorteilhaft erscheint es, wenn das Ende jedes MeßIntervalls durch eine weitere Hilfsgröße bestimmt
wird, die in Phase mit dem Leitungsstrom ist oder diesem etwas nacheilt.
Gegebenenfalls kann es auch vorteilhaft sein, die Dauer jedes Meßintervalls durch die Laufzeit einer monostabilen
Kippstufe zu bestimmen, die bei jedem Nulldurchgang der Hilfsgröße anläuft.
Im Diagramm "b in Figur 1 ist der Verlauf der Hilfsgröße U~
in Abhängigkeit von der Zeit t dargestellt. Die Hilfsgröße U5
ist durch Differentiation aus dem Leitungsstrom bzw. genauer
dem Sekundärstrom J2 gebildet und in eine solche Phasenlage
zum Sekundärstrom J2 gebracht, daß die Nulldurchgänge der
Hilfsgröße U~ den Nulldurchgängen des Sekundärstromes J2 im
stationären Zustand, d.h. bei unverzerrtem Sekundärstrom, um einen Phasenwinkel voreilen, der etwa 65° beträgt. Bei
jedem Nulldurchgang der Hilfsgröße U^ beginnen im Diagramm b
durch Rechtecke gekennzeichnete Meßintervalle, deren Länge
beispielsweise durch eine monostabile Kippstufe bestimmt sein kann.
Aus dem Diagramm b in Figur 1 ist zu erkennen, daß die zeit-
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lichen Abstände zwischen den Anfängen der Meßintervalle bei verzerrtem Sekundärstrom ungleich sind; ferner ist aus der
Figur 1 zu ersehen, daß der Sekundärstrom J2 ohne nichtlineare
Verzerrungen jeweils insdem Meßintervall übertragen
wird, dessen Beginn in einem Abstand von mindestens nahezu einer Halbperiode auf den Beginn eines vorangehenden Meßintervalls folgt. In einem in dem beschriebenen Abstand beginnenden
Meßintervall kann daher eine Fehlerermittlung
durchgeführt werden.
Die Figur 1 zeigt, daß während jeweils eines in der beschriebenen Weise bestimmten Meßintervalls bei transienter Wandlersättigung
der Sekundärstrom nichtlinear verzerrt ist, während des jeweils anderen Meßintervalls jedoch unverzerrt
ist; nur in dem letztgenannten Meßintervall wird eine Fehlerermittlung durchgeführt. Es ist somit möglich, innerhalb
eines Bruchteils einer Wechselstromperiode beispielsweise eine selektive Distanzmessung durchzuführen. Entsprechende
Vorteile ergeben sich bei einer Anwendung der Erfindung in Vergleichsschützanordnungen und bei Einrichtungen zur Fehlerortung.
Bei einer Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
Durchführung einer Distanzmessung wird in bekannter Weise
an einem leitungaabbild vom leitungsstrom eine Spannung erzeugt
und aus dieser Abbildspannung und der leitungsspannung
eine Differenz-Meßgröße gebildet. In Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird unter Verwendung der Differenz-Meßgröße ein Steuersignal zur Abgabe eines Auslösekommandos
erzeugt, wenn der polaritätsmäßig richtige Nulldurchgang der Differenz-Meßgröße in das Meßintervall fällt, in dem
die Fehlerermittlung durchgeführt wird.
Bei einem solchermaßen durchgeführten Verfahren zur Distanzmessung
werden Fehler verfaßt, die vom Stationspunkt her ge-
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sehen in Vorwärts- und in Rückwärtsrichtung liegen. Damit
auch, die Richtung des Energieflusses bestimmt werden kann,
wird in Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine
Vergleichsgröße erzeugt, die der Ieitungsspannung mindestens
soweit wie die Hilfsgröße dem Leitungsstrom, jedoch nicht mehr als eine Viertelperiodendauer voreilt; mit dem NuIl-.
durchgang der Vergleichsgröße beginnt jeweils ein zusätzliches Meßintervall, und es wird ein einen Fehler in Richtung
des überwachten Iieitungsabschnittes kennzeichnendes
Signal erzeugt, wenn in dieses zusätzliche Meßintervall der Beginn des Meßintervalls fällt, in dem die Fehlerermittlung
durchgeführt wird.
Die Vergleichsgröße kann aus der Leitungsspannung abgeleitet
sein. Dies setzt aber voraus, daß die Leitungsspannung auch im Zurzschlußfalle ausreichend groß ist. Liegt ein
Kurzschluß sehr dicht an der Meßstelle bzw. am Stationspunkt, so ist die Ieitungsspannung praktisch Null und das
Meßergebnis ist nicht eindeutig. Zweckmäßig ist es daher, zur Gewinnung der Vergleichsgröße eine Spannung zu verwenden,
die nicht einer kurzschlüßbehafteten Phase zugeordnet ist.
Oben wurde erläutert, daß die Abschnitte des Leitungsstromes, die ohne nichtlineare Verzerrungen übertragen werden, durch
eine Überwachung des zeitlichen Abstandes zwischen dem Beginn
jeweils aufeinanderfolgender Meßintervalle bestimmt werden. Da die Frequenz des Wechselstromes in bestimmten
Grenzen schwanken kann, besteht trotz Einräumung einer Toleranz bei der Messung des zeitlichen Abstandes zweier Meßintervalle
die Möglichkeit, daß in einem oder mehreren zur Durchführung der Fehlerermittlung geeigneten Zeitintervallen
zunächst ein Steuersignal nicht abgegeben wird. In diesem Falle wird nur dann ein Steuerbefehl abgegeben, wenn in
auf dieses oder diese Meßintervalle folgenden mindestens zwei entsprechenden Meßintervallen Steuersignale erzeugt
werden.
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Anhand der Zeichnung werden im folgenden die Erfindung sowie weitere Vorteile und Ergänzungen näher beschrieben
und erläutert.
Es zeigen
die Figur 2 ein Vektordiagramm, die Figur 3 Impulsdiagramme von beim erfindungsgemäßen Verfahren auftretenden Spannungen
und Strömen und Figur 4 ein weiteres Vektordiagramm.
In Figur 2 ist in einem R-X-Diagranun in Abszissenrichtung
die durch den Sekundärstrom J2 eines in eine Energieversorgungsleitung
geschalteten Stromwandlers an einem ohmschen Widerstand R-j abfallende Spannung U2 (U2 = J2«R-j)
aufgetragen. Der Koordinatenursprung A stellt den Ort einer Überwachungsstation bzw. der Meßstelle dar. Aus dem
Strom J2 wird eine Hilfsgröße U, = U2. e3^ abgeleitet.
Außerdem wird mittels des leitungs- bzw. Sekundärstromes J2
an einem leitungsabbild Z^ eine Abbildspannung J..Zt' =
c..U2.e^4 gebildet. Die Hilfsgröße U5 und die'Abbildspannung
eilen im stationären Zustand bei unverzerrtem Sekundärstrom diesem um die Winkel φ, bzw φ- vor. Vorzugsweise
wird der Winkel φ, zwischen 40° und 85° gewählt. Im
Ausführungsbeispiel beträgt er 65°. Ein Gesichtspunkt für die Bemessung des Winkels φ, ist, daß er etwa gleich einem
maximalen Winkel q>k ist, den die Leitungs spannung Ug- im
Kurzschlußfalle mit dem Ieitungsstrom J2 bildet. In Falle
eines Kurzschlusses auf der Leitung erstreckt sich der die Kurzschlußspannung darstellende Vektor Ug- in Richtung der
Leitungsgeraden. Seine Größe ist unter anderem ein Maß für
die Entfernung des Kurzschlusses von der Überwachungsstation
A. Im Falle eines Lichtbogenkurzschlusses addiert sich zu dieser Spannung die Lichtbogenspannung, die, da der
Lichtbogenwiderstand einen ohmschen Widerstand darstellt, parallel zur Abszisse im Vektordiagramm liegt.
Durch den Vektor der Abbildspannung J,.^ ist der Eckpunkt B
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des Auslösegebietes bestimmt. Zwei Auslösegrenzen sind in
an sich, bekannter Weise durch Vektoren U1- und Ug vorgegeben,
wobei der Vektor U1- vorzugsweise parallel zur Hilfsgröße
U, verläuft und der Vektor Ug mit dem Vektor U,-einen
Winkel von beispielsweise 67 einschließt. Der Vektor
Ug ist dann gegenüber der Abszisse geringfügig geneigt,
um ein Übergreifen bei Speisung des Lichtbogens von der Gegenseite zu vermeiden.
Zwischen der Abbildspannung J,.Z und der leitungsspannung
U^ wird eine Differenz-Meßgröße 4 U gebildet. Bei dem
in Figur 2 gewählten Beispiel wird beim Auftreten eines Fehlers innerhalb des Auslösegebietes eine Differenz-Meßgröße
4U1 erzeugt, die ihrer Phasenlage nach zwischen der
Hilfsgröße U, und dem Vektor Ug liegt. Da das Meßintervall
jeweils von der Hilfsgröße U, und im dargestellten Ausführungsbeispiel
vom Sekundärstrom Jp durch deren einander entsprechende Nulidurchgänge bestimmt ist, wird ein Steuersignal
zur Abgabe eines Auslösekommandos erzeugt, wenn ein Meßintervall in einem Abstand von mindestens nahezu einer
Halbperiode auf den Beginn eines vorangehenden Meßintervalls folgt und der Nulldurchgang der Differenz-Meßgröße ^,U.
in diesem Meßintervall erfolgt.
Liegt der Fehler außerhalb der überwachten Leitungsstrecke, d.h. liegt die Spitze des entsprechenden Leitungsvektors Uiaußerhalb
des Auslösegebietes, dann eilt die Differenz-Meßgröße AU sowohl der Hilfsgröße U-, als auch dem Vektor U,-
el 2 D
nach. Es wird kein Steuerbefehl erzeugt.
Damit nicht auch solche Fehler ermittelt werden, die von
der Überwachungsstation A aus gesehen nicht in Richtung der überwachten Leitungsabschnitte, also auf einem sich in
entgegengesetzter Richtung erstreckenden Leitungsstück, auftreten, wird eine Vergleichsgröße erzeugt, die der Leitungs-
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Spannung Ug. mindestens soweit wie die Hilfsgröße U, dem
Sekundärstrom Jp> jedoch nicht mehr als eine Viertelperiodendauer
voreilt. Diese Vergleichsgröße ist in Figur 2 mit U7 bezeichnet. Sie läßt sich durch die Gleichung
U7 =c7iJ^. jcp7 "beschreiben.
Mit jedem Nulldurchgang der Vergleichsgröße U7 beginnt
jeweils ein zusätzliches Meßintervall (vgl. auch Pig. 3), dessen Dauer beispielsweise durch eine weitere bistabile
Kippstufe begrenzt wird. Die zusätzlichen Meßintervalle sind - wie ebenfalls Figur 3 erkennen läßt - mindestens
eine Viertelperiodendauer lang, jedoch kürzer als eine halbe Periodendauer.
Anstelle einer monostabilen Kippstufe kann zur Bestimmung der Dauer der zusätzlichen Meßintervalle auch eine aus dem
Sekundärstrom Jp abgeleitete, diesem beispielsweise um 30°
nacheil-ende Spannung UQ benutzt werden.
Zwischen der Vergleichsgröße U7 und der Spannung Ug ergibt
sich somit ein Winkel von ca. 90° bis 150°, was einer Zeitdauer zwischen eine Viertel- und Halbperiode entspricht.
Ein einen Fehler in Richtung des zu überwachenden leitungsabschnittes
kennzeichnendes Signal wird nur dann abgegeben, wenn der Nulldurchgang der entsprechenden Halbschwingung
der Leitungsspannung während des zusätzlichen Meßintervalls
auftritt. liegt dieses Signal über die Richtung und auch das Steuersignal über die Fehlerentfernung vor, dann liegt
der Fehler innerhalb des Auslösegebietes, und ein Auslösekommanda
wird gegeben.
Die Bestimmung des Nulldurchganges der Ieitungsspannung Ugist
Undefiniert, wenn die Ieitungsspannung gegen Null geht,
d.h., der Kurzschluß in der Nähe der Überwachungsstation A auftritt. Es ist daher vorteilhaft, Spannungen von nicht
kurzschlußbehafteten Phasen zu verwenden. Figur 4 veran-
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schaulieht die Verhältnisse in einem dreiphasigen Drehstromsystem.
Es ist angenommen, daß ein Kurzschluß zwischen den Phasen R und S aufgetreten ist. Die Spannung zwischen diesen
Phasen bricht damit zusammen auf die Größe UR,S,, Der
Phasenwinkel zwischen der Spannung U^,g, und den Spannungen
Ufjjg, und UrjiR, zwischen den Phasen T und S sowie R und T
"beträgt nicht mehr 120°, sondern 90°, so daß die Spannung um die Summe dieses Winkels und des Winkels zwischen den
Größen Ur toi und dem .Kurzschlußstrom Jntgi diesem Kurzschlußstrom
JR»g* voreilt, z.B. 165°. Verschiebt man eine
der beiden Spannungen U^g, oder U^, um ca. 70°, so erhält
man die in Figur 2 mit U^ bezeichnete Vergleichsgröße.
Es wird darauf hingewiesen, daß die für die Richtungsbestimmung verwendete Vergleichsgröße U7 in den beiden beschriebenen
Verfahren unterschiedlich erzeugt wird. Im ersten Falle wurde sie aus der Spannung U2 abgeleitet und
war daher starr mit dieser verkoppelt. Die Fehlerrichtung
konnte dadurch bestimmt werden, daß die Vergleichsgröße mit der Leitungsspannung U^. im Kürzschlußfalle verglichen wurde.
Im zweiten Falle ist die Vergleichsgröße aus einer mit der Spannung Ug verkoppelten Größe abgeleitet, die Richtung
kann daher durch Vergleich mit einer vom Sekundärstrom J2
abgeleiteten Größe ermittelt werden.
Aus schaltungstechnischen Gründen und zur Erzielung einer
möglichst kurzen Meßzeit ist es vorteilhaft, auf die Erzeugung eines Steuersignals als Entfernungskriterium und
zusätzlich eines Signals als Richtungskriterium bei Distanzmeßverfahren zu verzichten und stattdessen einen Steuerbefehl
zu erzeugen, wenn erstens der polaritätsmäßig richtige Nulldurchgang der oben schon erwähnten Differenz-Meßgröße
in das Meßintervall fällt, das zur Durchführung der Fehlerermittlung geeignet ist, und wenn zweitens der Beginn dieses
MeßintervalIs in das zusätzliche Meßintervall fällt. In
Figur 3 ist dies dargestellt. Man erkennt im Diagramm a
der Figur 3 die Meßintervalle, deren Bildung anhand der
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Figur 1 bereits erläutert worden ist. Im Diagramm b der Figur 3 sind Rechteckspannungen ΛU^ bzw.AU' dargestellt,
deren Nulldurchgänge mit den Differenz-Meßgrößen A U^ und
AU. (vgl. Figur 2) übereinstimmen. Im Diagramm c ist der
Zeitverlauf der Leitungsspannung U^. sowie der Vergleichsgröße
im Kurzschlußfalle dargestellt. Das Diagramm d zeigt die lage der zusätzlichen Meßintervalle, die aus der Vergleichsgröße
U7 abgeleitet sind. Das Diagramm e läßt nun
erkennen, daß ein Steuerbefehl zur Abgabe eines Auslöse- · kommandos erzeugt wird,j wenn
1. der polaritätsmäßig richtige Nulldurchgang der Differenz-Meßgröße
4ü, während des zur Fehlerermittlung geeigneten
Meßintervalls auftritt und
2. der Beginn dieses Meßintervalls in ein zusätzliches Meßintervall fällt.
Zum Zeitpunkt t. wird dann ein Steuerbefehl abgegeben.
Mit dem bisher beschriebenen Verfahren können, sofern der Sekundärstrom unverzerrt ist, die Distanz eines Fehlers
von einer Station sowie die Richtung des Energieflusses. vollständig bestimmt werden. Dazu wird etwa nur die Zeit
zwischen dem Nulldurchgang der Hilfsgröße U, und dem Sekundärstrom
Jp» das sind bei einem Winkel φ, von 65° und
einer Nennfrequenz von 50 Hz etwa 3,6 msec, benötigt. Wie anhand der Figur 1 schon erläutert wurde, kann der Sekundärstrom
des Stromwandlers im Falle eines Kurzschlusses stark verzerrt sein. Nur für einige Millisekunden zu Beginn des
Kurzschlusses und danach nur in den Abschnitten zwischen dem Maximum der um den Gleichstromanteil verringerten Halbschwingungen,
in Figur 1 die negative HaIbschwingung, bis
etwa über den darauffolgenden Nulldurchgang des Stromes J2
hinaus überträgt der Stromwandler praktisch fehlerfrei. Es hat sich gezeigt, daß die Abschnitte geringer Verzerrung
auch in den Fällen starker Sättigung ausreichend lang für
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das bisher beschriebene Verfahren zum Peststellen von Fehlern
auf einem zu überwachenden leitungsabschnitt sind.
Bei dem beschriebenen Verfahren findet in jeder Halbschwingung in dem Meßintervall, das etwa zwischen dem Maximum und
dem Nulldurchgang des Sekundärstromes des Meßwandlers liegt,
beim Distanzmeßverfahren eine Distanzmessung und eine Richtungsbestimmung statt. Überträgt der Stromwandler verzerrungsfrei,
so kann unverzögert, d.h. im allgemeinen innerhalb einer viertel Periode eine richtige Entscheidung getroffen
werden. Bei nichtlinearer Verzerrung des Sekundärstromes des Stromwandlers wird nur in dem Meßintervall mit
nahezu verzerrungsfreier Übertragung ein Steuerbefehl herbeigeführt, wenn der Fehlerort innerhalb der Auslösefläche
liegt, so daß auch in diesem Falle praktisch unverzögert und selektiv entschieden wird.
Bei Vergleich-Schutzeinrichtungen kann auf das Distanzkriterium verzichtet werden; es findet dann nur eine Richtungsbestimmung
statt (Richtungsvergleichsschutz), wie es schon beschrieben wurde, oder es wird eine Phasendifferenz-Messung
durchgeführt (Stromvergleichschutz, z.B. für Leitungen oder Sammelschienen).
4 Figuren
Patentansprüche
Patentansprüche
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Claims (12)
1. J Verfahren zum Ermitteln von Fehlern in einem zu überwachenden
Teil eines elektrischen Energieversorgungsnetzes unter Verwendung von mindestens einer mittels eines Stromwandiers
aus dem Strom in dem zu überwachenden Teil abgeleiteten Meßgröße, dadurch gekennzeichnet, daß beim Auftreten
eines Fehlers die Meßgröße in jeder Schwingung darauf untersucht wird, ob sie ohne nichtlineare Verzerrung vom
Stromwandler übertragene Abschnitte enthält, und daß eine Ermittlung des Fehlers nur in diesen Abschnitten jeder
Schwingung durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 zum Ermitteln von Fehlern auf einem zu überwachenden Leitungsabschnitt eines elektrischen
Energieversorgungsnetzes mittels von aus Leitungsspannung
und Leitungsstrom abgeleiteten, mittels Wandlern von der Leitung abgenommenen Größen, dadurch gekennzeichnet, daß
in jeder Halbschwingung des Lei tungs stromes (J2) mindestens
eine aus dem Leitungsstrom (J2) abgeleitete Hilfsgröße (U,)
gebildet wird, die je Halbschwingung ein Meßintervall bestimmt, und daß jeweils in dem Meßintervall die Fehlerermittlung
durchgeführt wird, dessen Beginn in einem zeitlichen Abstand von mindestens nahezu einer Halbperiode des Leitungsstromes (J2) auf den Beginn des vorangehenden Meßintervalls
folgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Beginn jedes Meßintervalls durch den Nulldurchgang einer
durch Differentiation des Leitungsstromes (J2) gebildeten
Hilfsgröße (U,) bestimmt ist.
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4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Nulldurchgang der Hilfsgröße (U,) dem Leitungsstrom (J2)
um einen Phasenwinkel voreilt, der etwa gleich dem maximalen Winkel ist, den die Lei tungs spannung (U ') im Kur ζ Schluß fall
mit dem Leitungsstrom (J2) bildet.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeich- net, daß der Phasenwinkel zwischen der Hilfsgröße (U^5) und
dem Leitungsstrom (Jp) 40 - 85°, vorzugsweise ca. 65°, beträgt,
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5» dadurch gekennzeichnet,
daß das Ende jedes Meßzeitintervalls durch eine weitere Hilfsgröße bestimmt wird, die in Phase mit dem
Leitungsstrom ist oder diesem nacheilt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dauer jedes Meßintervalls durch die Laufzeit einer monostabilen Kippstufe bestimmt wird, die bei
jedem Nulldurchgang der Hilfsgröße (U~) anläuft.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7 zur Durchführung einer Distanzmessung, bei der eine aus einer vom Leitungsstrom
an einem Leitungsabbild erzeugte Spannung und aus der Leitungsspannung gebildete Differenz-Meßgröße zur Gewinnung
eines Steuersignals herangezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuersignal erzeugt wird, wenn der polaritätsmäßig
richtige Nulldurchgang der Differenz-Meßgröße (/JJ.) in das Meßintervall fällt, in dem die Fehlerermittlung
durchgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbleiben eines Steuersignals während eines ersten zur
Durchführung der Eehlerermittlung geeigneten Meßintervalls
nur dann ein Steuerbefehl abgegeben wird, wenn in auf das
B09808/0U6 ~15-
-15- VPA 73/3776
erste Meßintervall folgenden mindestens zwei entsprechenden
Meßintervallen Steuersignale erzeugt wurden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 9 zur Durchführung
einer Richtungsbestimmung eines aufgetretenen Fehlers,
dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Hulldurchgang einer Vergleichsgröße (Ur7), die der Leitungsspannung (Uv) mindestens
soweit wie die Hilfsgröße (U~) dem Leitungsstrom (J2)» jedoch
nicht mehr als eine Viertelperiodendauer voreilt, jeweils ein zusätzliches Meßintervall beginnt und daß ein einen
Fehler in Richtung des überwachten Leitungsabschnittes kennzeichnendes Signal erzeugt wird, wenn in dieses zusätzliche
Meßintervall der Beginn des Meßintervalls fällt, in dem die Fehlerermittlung durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,. dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzlichen Meßintervalle mindestens eine Viertelperiodendauer,
jedoch kurzer als eine halbe Periodendauer sind.
12. Verfahren nach Anspruch 11., dadurch gekennzeichnet,
daß die Dauer der zusätzlichen Meßintervalle durch die Laufzeit einer monostabilen Kippstufe bestimmt ist, die bei jedem
Hulldurchgang der Vergleichsgröße (U7) anläuft.
5 0"9 808/0146
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19732339932 DE2339932C3 (de) | 1973-08-03 | Verfahren zum Ermitteln von Fehlern auf einem zu überwachenden Leitungsabschnitt eines elektrischen Energieversorgungsnetzes |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2339932A1 true DE2339932A1 (de) | 1975-02-20 |
| DE2339932B2 DE2339932B2 (de) | 1976-01-22 |
| DE2339932C3 DE2339932C3 (de) | 1976-08-26 |
Family
ID=
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2914900A1 (de) * | 1979-03-20 | 1980-10-02 | Bbc Brown Boveri & Cie | Verfahren und einrichtung zur fehlerrichtungsdetektion |
| EP0090095A1 (de) | 1982-03-29 | 1983-10-05 | BBC Brown Boveri AG | Verfahren und Einrichtung zur Auswertung des Sekundärstromes eines primärseitig in eine Leitung eines elektrischen Energieversorgungsnetzes geschalteten Stromwandlers |
| US8395373B2 (en) | 2008-03-28 | 2013-03-12 | Abb Technology Ag | Phasor estimation during current transformer saturation |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2914900A1 (de) * | 1979-03-20 | 1980-10-02 | Bbc Brown Boveri & Cie | Verfahren und einrichtung zur fehlerrichtungsdetektion |
| EP0090095A1 (de) | 1982-03-29 | 1983-10-05 | BBC Brown Boveri AG | Verfahren und Einrichtung zur Auswertung des Sekundärstromes eines primärseitig in eine Leitung eines elektrischen Energieversorgungsnetzes geschalteten Stromwandlers |
| US8395373B2 (en) | 2008-03-28 | 2013-03-12 | Abb Technology Ag | Phasor estimation during current transformer saturation |
| CN102027381B (zh) * | 2008-03-28 | 2014-04-16 | Abb技术有限公司 | 确定电流的至少一个性质的方法、设备和计算机程序产品 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH579841A5 (de) | 1976-09-15 |
| NL7410001A (nl) | 1975-02-05 |
| JPS5044437A (de) | 1975-04-21 |
| SE392006B (sv) | 1977-03-07 |
| FR2239791A1 (en) | 1975-02-28 |
| IT1017429B (it) | 1977-07-20 |
| DE2339932B2 (de) | 1976-01-22 |
| SE7409994L (de) | 1975-02-04 |
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