DE230322C - - Google Patents

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DE230322C
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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D18/00Pressure casting; Vacuum casting
    • B22D18/02Pressure casting making use of mechanical pressure devices, e.g. cast-forging

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Press Drives And Press Lines (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
M 230322 KLASSE 31c. GRUPPE
EDUARD POHL in RHÖNDORF a. Rh.
Flußeisen u. dgl. Metallen.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 26. April 1910 ab.
Beim Erstarren der Stahl-, Flußeisen- u. dgl. Blöcke vollziehen sich im Innern Vorgänge, welche die gleichmäßige Beschaffenheit und die Güte dieser Blöcke in erheblichem Maße beeinträchtigen. Zuerst erstarrt das reinste Metall, und zwar am Boden schneller als am Kopf des Blockes. Der verbleibende flüssige Rest wird durch Saigerung immer unreiner. Da ferner beim Übergang des Metalles aus
ίο dem flüssigen in den festen Zustand ein erhebliches Schwinden eintritt, mangelt es schließlich an der zur Ausfüllung des Raumes nötigen Menge flüssigen Metalles. Es entstehen daher im oberen Teile des Blockinnern Hohlräume, die sogenannten Lunker.
Zur Beseitigung dieser Mängel hat man verschiedene Wege eingeschlagen. Man hält den Kopf des Blockes möglichst lange warm, so daß genügend lange flüssiges Metall vorhanden ist, demnach keine Lunker entstehen können. Dadurch vermehrt man aber auf der anderen Seite die Saigerungen. Auch mit dem Pressen des in der Erstarrung begriffenen Blockes hat man gute Erfolge erzielt. Diese Blockbehandlungsverfahren eignen sich wohl für besonders hoch bezahlte Erzeugnisse, keineswegs aber für die Massenfabrikation. Hierbei ist es einfacher und billiger, den oberen minderwertigen Teil des Blockes abzuschneiden oder für untergeordnete Fabrikate zu verwenden. Das neue Verfahren entsprang der Erwägung, daß es sich eigentlich nur »um eine verhältnismäßig geringe Menge Metalles handelt, durch die der ganze Block in seiner Güte und Gleichartigkeit so sehr beeinträchtigt wird. Es ist unzweckmäßig, den Block erst völlig erstarren zu 40
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lassen und dann den Kopf abzuschneiden, denn dieser Kopf besteht in seinem zuerst erstarrten äußeren Teil aus gutem, gleichartigem Metall.
Das neue Verfahren besteht darin, daß.man den Block bis zu einer bestimmten Grenze erstarren läßt und dann den noch flüssigen Rest — und mit ihm die Ursache aller Mängel — aus dem Blockinnern beseitigt. Die Beseitigung des flüssigen Metallrestes kann in mannigfacher Weise erfolgen. Für die Massenfabrikation ist das Walzwerk eine zur Ausführung des Verfahrens sehr geeignete und leistungsfähige Vorrichtung.
In Fig. ι ist eine Ausführungsform des Verfahrens dargestellt, bei welcher der Block a in senkrechter Richtung durch die Walken b b geht. Durch den Walzdruck wird der flüssige Metallrest ausgequetscht. Es ist auch angängig, den Block in geneigter Lage durch die Walzen gehen zu lassen; die Neigung darf jedoch nicht so groß sein, daß der flüssige Inhalt des Blockes vorher ausläuft.
Um vorhandene Blockwalzwerke, bei denen der Block flachliegend durch die Walzen geht, zur Ausführung des neuen Verfahrens verwenden zu können, bringt man auch die obere Fläche des Kopfes zur Erstarrung und stellt am oberen Bloqkende die Öffnung c her (Fig. 2, 3 und 4). Diese Öffnung c wird schnell und einfach hergestellt, indem man in bekannter Weise einen Sauerstoffstrahl gegen die gewünschte Stelle richtet. Die Öffnung c muß beim Walzen lotrecht oder unter einem Winkel von etwa 45° nach oben gerichtet sein, so daß ein Auslaufen des flüssigen Blockinhaltes nicht eintreten kann.
■ Geht der so vorbereitete Block α, wie in Fig. 2 dargestellt ist, zwischen den Walzen b b hindurch, dann wird der flüssige Metallrest ausgequetscht. Man hat es in der Hand, bei jedem Stich nur eine gewisse gewünschte Menge des flüssigen Metalles axis dem Blockinnern zu verdrängen.
Ein. Schutzblech d verhütet das Umherspritzen des aus der öffnung c austretenden
ίο Metalles. :
In Fig. 5 ist eine Ausführungsform des Verfahrens unter Benutzung des Preßverfahrens dargestellt. Der teilweise, erstarrte Block befindet sich in der Form i. Von oben dringt der hohle Stempel f ein und drückt den Block a so zusammen, daß das flüssige Metall aus dem Innern des Blockes verdrängt wird. Dieses Metall sammelt sich im Raum η und erstarrt dort ohne Lunkerbildung. ' '
Fig. 6 zeigt die Ausführung des Verfahrens unter Verwendung einer wagerecht arbeitenden Schmiede- o. dgl. Presse.
Fig. 7 zeigt eine Ausführungsform des Verfahrens zwecks Erzeugung von Hohlblöcken.
Hierbei dringt der Dorn h in den bereits erstarrten unteren Teil des Blockes α ein und verdrängt nicht nur das bereits erstarrte Metall, sondern auch den noch flüssigen Rest des Metalles. Letzteres tritt aus dem Blockinnern nach' oben. Auch hierbei sammelt sich dieser flüssige Metallrest im Raum n1 der Blockform m und erstarrt dort ohne Lunker.
Das in Fig. 5 und 7 dargestellte Verfahren kann auch so zur Ausführung kommen, daß sich, das noch flüssige Metall dergestalt in Bewegung befindet, daß bei seiner Verdrängung jede Saigerung — die nur bei völliger Ruhe eintreten kann — vermieden wird. Da nun in den Raum η oder n1 von unten her stets flüssiges Metall beim Pressen hochdringt, können auch keine Hohlräume und Lunker entstehen. Man erhält daher einen Block, der sowohl im Teil α als auch im Teile η η1 völlig gleichartig ist.
Um die" Preß wirkung auf das gesamte Blockmetall zu erhöhen, läßt man im Raum »auf die obere Fläche des aus dem Blockinnern ausgepreßten Metalles einen Druck zur Wirkung kommen.
Das neue Verfahren kann auch bei den meisten der bisher bekannt gewordenen Blockpreßverfahren zur Anwendung kommen. Das Pressen solcher Blöcke ist dann in viel kürzerer Zeit beendet, weil man nicht nötig hat, das Erstarren des flüssigen Metallrestes im Innern des Blockes vor sich gehen zu lassen und abzuwarten.

Claims (9)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Erzeugung saigerungs- und lunkerfreier Blöcke aus Stahl, Flußeisen u. dgl. Metallen, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem Innern des entsprechend weit erstarrten Blockes das noch flüssige Metall ausgequetscht, ausgedrückt, ausgepreßt oder in sonstiger Weise verdrängt wird. .
2. Ausführungsform des unter i. angegebenen Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, daß der Block in senkrechter oder geneigter Richtung zwischen zwei Walzen. 7c hindurchgeht. .
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Block, nachdem die Oberfläche des Kopfes zum Erstarren gebracht ist, in wagerechter Richtung durch das Walzenpaar hindurchgeht.
4. ' Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und. 3, dadurch gekennzeichnet, daß der allseitig geschlossene Block am Kopfende mit einer seitlichen Öffnung versehen und mit nach oben gerichteter Öffnung durch die Walzen geschickt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausquetschen des flüssigen Metallrestes durch Pressen erfolgt.
6. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der in der Preßform befindliche Bleck durch Eindringen eines hohlen Stempels so zusammengepreßt wird, daß der flüssige Inhalt des Blockes aus ihm verdrängt wird und sich außerhalb des Blockes z. B. im Hohlraum des Stempels ansammelt.
7. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 zum Zwecke der Erzeugung
. von Hohiblöcken, dadurch gekennzeichnet, daß ein Dorn in den bereits erstarrten unteren Teil des in einer Preßform befindlichen Blockes eindringt und dabei nicht nur das bereits erstarrte Metall verdrängt, sondern auch den noch flüssigen Rest des Metalles aus dem Blockinnern nach oben drängt.
8. Ausführtingsform des Verfahrens nach Anspruch 1, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßvorgang unter erhöhtem Druck stattfindet, indem auf die Oberfläche des aus dem Blockinnern austretenden Metalles in dem es aufnehmenden Räume eine Pressung ausgeübt wird.
9. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zugleich mit dem bekannten Blockpreßverfahren ausgeübt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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