DE22263C - Elektrischer Accumulator - Google Patents
Elektrischer AccumulatorInfo
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Classifications
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- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
LEON SOMZEE in BRÜSSEL. Elektrischer Accumulator.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 25. April 1882 ab.
Gegenwärtige Erfindung bezieht sich auf die Herstellung elektrischer Secundärbatterien unter
Benutzung verhältnifsmäfsig gut leitender Körper als Elektroden und geeigneter Stoffe von geringem
elektrischen Widerstand als reagirende Elektricitätserzeuger, derartig, dafs letztere die
ersteren vollständig von einander trennen und folglich die Elektricität zwingen, sich auf den
Leitungsflächen der Elektroden bis zur Sättigung anzusammeln und die zu zersetzenden Schichten
durch ruckweises Entladen zu durchströmen.
Der Werth der Erfindung liegt darin, dafs auch schwache Primärströme zur Bildung von
Secundärbatterien bei gleichzeitiger Verminderung des Gewichtes derselben benutzt und im höchsten
Grad ohne Verlust durch directen Uebergang ausgenutzt werden können.
Fig. ι der beiliegenden Zeichnung stellt die neue Batterie in ihren Grundzügen dar.
Die Elektroden bestehen aus gut leitenden Metallplatten A, welche von der benutzten
Säure nicht angegriffen werden, wie dies z. B. bei Eisen-, Kupfer- und Bronzeplatten der EaIl
ist, und welche überall von der zu zersetzenden Masse B getrennt sind. Zur Bildung letzterer
können das salinische Manganoxyd (Mn3 O4)
oder das Manganhyperoxyd (MnO2) oder überhaupt
die mit dem Namen »Oxydsalze« bezeichneten Metalloxydverbindungen mit Vortheil
verwendet werden, weil sie unter dem Einflufs des elektrischen Stromes einen grofsen Theil
ihres Sauerstoffes leicht frei geben, im gesäuerten Wasser wenig löslich sind und einen geringeren
elektrischen Widerstand bieten, als dies bei Bleisalzen etc. der Fall ist. Einige Schwefelmetalle
können hierzu ebenfalls benutzt werden, und würde die Wirksamkeit des einen oder
anderen dieser Metalle von ihrer mehr oder weniger vollkommenen Harmonie mit der
Leitungsfähigkeit der sie trennenden Platten und auch mit der Schärfe der Säure abhängen.
Die auf diese Weise gebildete Säule ist von einem porösen Säckchen C C1 umgeben und
ruht das Ganze in einem mit gesäuertem Wasser angefüllten Glasgefäfs. Dieses Wasser kann
demnach von allen Seiten durch die Poren des Säckchens bis in die Mitte der zu zersetzenden
Masse gelangen und begünstigt durch seine Leitungsfähigkeit in einem gewissen Grad die
Entladung der Elektricität.
Das Wollsäckchen hat den Zweck, die Oxydsäule zusammenzuhalten, wie dies im allgemeinen
bei Secundärbatterien der Fall ist, und ist jedes Element von einem besonderen Säckchen umgeben,
um die Füllung und Anordnung zu erleichtern.
Der elektrische Strom dringt bei P in die obere Leitungsplatte und zersetzt während seines
Ueberganges auf die nächstfolgenden Platten die zwischenliegende Masse und kommt schliefslich
bei #an, nachdem derselbe zwei entgegengesetzte Richtungen verfolgende Decompositionsströme
erzeugt hat, welche die Gleichförmigkeit der beiden Elemente xy zerstören, d. h. es
findet einerseits eine Bewegung des Sauerstoffes von den negativen nach den positiven Elektroden
. und andererseits eine Bewegung des Wasserstoffes von den positiven Elektroden
nach den negativen statt. Der Sauerstoff wird demnach geneigt sein, vom positiven Element
nach dem negativen wieder zurückzutreten, und bewirkt diese Neigung die Stärke der in der
Batterie verborgenen elektricitätserzeugenden Kraft.
Fig. 2 vergegenwärtigt die praktische Construction dieser Secundärbatterie, bei welcher
die einzelnen Platten A von schlecht leitenden Pfeilern D getragen werden und jedes Element
von einem Wollsäckchen umgeben ist.
Fig. 3 zeigt in Grundzügen die Anordnung cylindrisch geformter Platten, deren Wände
überall durch die reagirende Masse von einander getrennt sind, und
Fig. 4 die praktische Ausführung einer darnach modificirten Batterie.
Die Vortheile der gegenwärtigen Accumulationsbatterie bestehen darin, dafs geringe Kräfte
zur Bildung derselben benutzt werden können, indem bei geringer Zeitdauer die elektrische
Ladung in quantitativer Hinsicht begünstigt wird, und dafs der elektrische Primärstrom
besser ausgenutzt wird, weil infolge der besonderen Anordnung der Elemente die durch
.directen Uebergang der Elektricität von einer Platte zur anderen ohne zersetzende Wirkung
entstehenden Verluste vermieden und der indirecte Uebergang durch die zu zersetzenden
Massen wegen ihres geringen Widerstandes erleichtert wird; während im Gegentheil in den
Plante'schen und Faure'schen Batterien polarisirende Ströme von grofser Energie erforderlich
sind, da die Elektroden eine schwache Leitungsfähigkeit haben und die umzubildenden Massen
sehr grofsen Widerstand leisten. Die Depolarisation erzeugt hier zwar einen sehr starken
Strom, welcher jedoch nur durch Zeitverlust erworben werden kann.
Ferner ist das Gewicht der neuen Elemente mit Bezug auf ihre Accumulationsfähigkeit viel
geringer, da der zersetzende Strom nicht mehr durch zahlreiche Abzweigungen bis in die Mitte
der Masse geführt zu werden, braucht, denn infolge der Leitungsfähigkeit der Elektroden und
ihrer vollständigen Trennung von einander durch die zwischengeschobenen Oxydschichten
wird die Elektricität gezwungen, sich ruckweise von Platte zu Platte zu entladen und dadurch
eine Kette gegenseitiger Reactionen vom ersten Element der Masse bis zum letzten Stofftheilchen
der zweiten Elektrode zu bilden. Die Anordnung der Säule in zwei sich gegenüberliegende
Elemente bewirkt eben, dafs die Zersetzungsproducte sich von dem einen Element nach
dem anderen bewegen, wie dies bei Versuchen constatirt worden ist; es findet daher eine
Totaldesoxydation bezw. Superoxydation der Theile χ und je unter Aufhebung der Secundäractionen
zwischen den einzelnen Platten statt. Nur in dem Falle, wo die Leitungsplatten überall gleich weit von einander entfernt wären,
würden die Zersetzungsproducte an den sich gegenüberliegenden Metallflächen auftreten, jedoch
immerhin derartig, dafs eine graduelle Zu- und Abnahme der Desoxydation bezw.
Superoxydation von einer Platte zur anderen bis zum nächsten Pol stattfindet.
Endlich wird infolge der Reduction der Stärke der polarisirenden Ströme die Lockerung der
transformirten Schichten verringert, was überall da von grofser Wichtigkeit ist, wo die Platten
an der Batteriebildung theilnehmen. Es ist wohl wahr, dafs die mittelst der neuen Batterie
erzeugten Ströme von kürzerer Dauer und geringerer Stärke sind, da man indessen mehrere
dieser Ströme durch Condensatoren und Regulatoren (wie dies an anderen Orten erklärt
worden) vereinigen kann, so wird hier dasselbe Endresultat bei geringerem Verbrauch von
Initialkraft und einem im Verhältnifs zum Gewicht höheren Ertrag erreicht, als dies bei den
Plantd-Faure'schen Batterien der Fall ist.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Herstellung elektrischer Secundärbatterien oder Accumulatoren, in welchen gut leitende Metalle als Elektroden und wenig widerstehende Stoffe als reagirende Elektricitätserzeuger verwendet und in Schichten oder Elementen abwechselnd über einander angeordnet werden, so dafs der elektrische Polarisationsstrom von einer Metallfläche der Elektroden zur anderen nicht gelangen kann, ohne die zu zersetzenden und später reagirenden Schichten zu durchdringen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE22263C true DE22263C (de) |
Family
ID=298911
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT22263D Active DE22263C (de) | Elektrischer Accumulator |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE22263C (de) |
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- DE DENDAT22263D patent/DE22263C/de active Active
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