DE2161663C - Verfahren zum Anlassen von Boden platten - Google Patents
Verfahren zum Anlassen von Boden plattenInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anlassen von Bodenplatten mit einem oder mehreren Greifstegen,
wobei die vorher in üblicher Weise gehärtete Bodenplatte zunächst selektiv derart angelassen wird,
daß sich im Grundkörper der Bodenplatte die mindestgeforderte Festigkeit einstellt, während durch
gleichzeitiges Kühlen des Steges der Bodenplatte der Anlaßvorgang im Steg verhindert wird.
Derartige Bodenplatten werden für Raupenfahrzeuge, insbesondere geländegängige Traktorfahrzeuge,
verwendet. Bei solchen Fahrzeugen werden die Bodenplatten sehr unterschiedlich beansprucht, so
daß die Bodenplatte über ihren Querschnitt entsprechend unterschiedliche Festigkeitswerte aufweisen
muß. Hierbei soll der Grundkörper möglichst zäh sein, während der Steg möglichst verschleißfest, ti. h.
hart sein soll. Das bedeutet, daß der Grundkörper geringere Festigkeitswerte aufweisen muß als der Steg.
Es sind Verfahren bekannt, nach denen die Bodenplatten einer Art Schalenhärtung unterzogen werden.
Da hierbei in den Kernzonen keine oder nur eine teilweise Umwandlung eintritt und demzufolge die technologischen
Werte des Walzzustandes nicht grundlegend geändert werden, hat man diese Verfahren neder
verlassen.
Es sind auch schon Verfahren zum selektiven Anlassen von Bodenplatten bekannt. Hierbei wird die
Bodenplatte durch einen Induktionsofen mit ihrem Steg nach unten liegend geführt, wodurch sich ein
komplizierter Führungsmechanismus für die Bodenplatte ergibt, die mit ihrem Stegkopf auf Rollen läuft,
die auf der Unterseite des Induktionsofens angeordnet sind und starken Temperaturbeanspruchungen ausgesetzt
sind. Während des Durchlaufens der Bodenplatte durch den Induktionsofen wird eine Flüssigkeit
auf den unten liegenden Steg aufgesprüht, um zu verhindern, daß der Anlaßvorgang auch im Steg stattfindet,
der wesentlich härter bleiben soll als der Grundkörper der Bodenplatte, bei dem man eine hohe 7.\-
hiekeit wünscht. Auch für die Sprühvorrichtung, .ie
das Kühlmittel gegen die Stege richtet, ergibt sich ein idativ großer Aufwand.
Des weiteren ist es bekannt, die Bodenplatte insgesamt
auf die im Steg geforderte Festigkeit durch ein;.·.! Härtevorgang zu bringen und anschließend unic
Beibehaltung der Steghärte den Grundkörper der B" denplatte anzulassen. Das erfolgt dadurch, daß nv ;
die Bodenplatte durch einen Anlaßofen wandern läl':
wobei gleichzeitig der Steg derart gekühlt wird, d.i.:
der Anlaßvorgang im Steg nicht stattfindet.
Mit den bekannten Verfahren läßt es sich nicl··
verhindern, daß im Steg Restspannungen verbleibet, wodurch der Steg eine zu geringe Zähigkeit aufweiv
was in der Praxis Bruchgefahren bedeutet.
Bei an einem Werkstück nacheinander durchzu führenden Anlaßvorgängen ging man bisher also so
vor, daß man zunächst die höchstgeforderte Festigkeit einstellte und anschließend die niedriger geforderten
Festigkeiten, und zwar dadurch, daß die nacheinander durchzuführenden Anlaßvorgänge mit steigender An-Iaßtemperatui
erfolgten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Anlassen von Bodenplatten der einleitend
genannten Art zu schaffen, dem die vorerwähnten Nachteile nicht anhaften, das vielmehr so ausgebildet
ist, daß man dadurch zu Bodenplatten gelangt, die bruchsicher sind und trotzdem sine ausreichende
Verschleißfestigkeit des Steges aufweisen.
Fiese Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst, daß anschließend die Bodenplatte
derart insgesamt angelassen wird, daß sich im Steg die höchstgeforderte Festigkeit einstellt, während
der Grundkörper keiner Festigkeitsänderung unterliegt.
Auf diese Weise gelangt man zu einem Verfahren zum Anlassen von Bodenplatten der einleitend genannten
Art, das die vorgenannte Erfindungsaufgabe volt erfüllt. Hinzu kommt, daß zum abschließenden
Anlassen der Bodenplatte keine Vorkehrungen zu treffen sind, um den Grundkörper von irgendwelchen
unerwünschten Begleiterscheinungen zu schützen, und zwar deswegen nicht, weil die Anlaßtemperatur
für den Steg unterhalb der Anlaßtemperatur liegt, mit der der Grundkörper vorher selektiv behandelt worden
ist.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung erfolgt der selektive Anlaßvergang in einem Aniaßofen
bei einer Temperatur von etwa 550 bis 570° C, währen
der Steg in eine von einem Kühlmittel durchströmte Kühlrinne hineinragt.
Es ist auch möglich, den selektiven Anlaßvorgang [n einem Anlaßofen bei einer Temperatur von etwa
550 bis 570° C erfolgen zu lassen, während der Steg in ein aus einem geschmolzenen Salz bestehendes Bad
hineinragt, das in einem bestimmten Temperaturbereich gehalten wird
Erfindungsgemäß erfolgt der anschließende Anlaßvorgang der Bc nplatte insgesamt in einem Temperaturbereich
von etwa 430 bis 440° C. Hierbei empfiehlt es sich, den anschließenden Anlaßvorgang in
einem Salzbad bei einer Ver#eilzeit von etwa 45 min erfolgen zu lassen. Statt in einem Salzbad kann der anschließende
Anlaßvorgang auch in einem Luftumwälzofen bei einer Verweilzeit von etwa 60 min erfol
Beispiel 1 (bekanntes Verfahren)
Die Bodenplatte wird bei einer Temperatur von etwa 850° C austu itisiert und anschließend in öl abgeschreckt,
wobei sich eine Festigkeit von mindestens 170 kp/mm2 einstellt. Anschließend wird die Bodenplatte
derart selektiv angelassen, daß der Grundkörper auf eine Temperatur von etwa 550 bis 570° C erwärmt
wird, während der Steg gekühlt wird, damit der Anlaßvergang nicht im gleichen Maße auch im Steg
stattfindet. Auf diese Weise erhält der Grundkörper eine Festigkeit von 95 bis 115 kp/mm2, während der
Steg in seinem oberen Bereich eine Festigkeit von 130 bis 170 kp/mm2 aufweist. Die hierbei verbleibenden
Restspannungen im Steg führen zu geringen Zähigkeiten und verursachen in der Praxis Brüche.
Beispiel 2 (erfindungsgemäße^ Verfahren)
Die Bodenplatte wird so gehärtet und selektiv angelassen, wie es im Beispiel 1 beschrieben ist. Anschließend
wird ein weiterer Anlaßvorgang durchgeführt, bei dem die gesamte Bodenplatte bei einer Tempera-,
tür von etwa 430° C angelassen wird. Da diese Anlaßtemperatur wesentlich unterhalb der beim selektiven
Anlassen für den Grundkörper verwendeten Temperatur liegt, erfährt der Grundkorper hierbei keine Festigkeitsänderung,
während jedoch der Steg eine Feo stigkeit von 125 bis 150 kp/mm2 erhält. Hierdurch
werden vorhandene Spannungen so weit abgebaut, daß die Zähigkeit im Steg derart zunimmt, daß die
Bruchgefahren so gut wie beseitigt sind.
Claims (6)
1. Verfahren zum Anlassen von Bodenpljtten
mit einem oder mehreren Gre-fstegen, wobei die vorher in üblicher Weise gehärtete Bodenplatte
zunächst selektiv derart angelassen wird, daß sich im Grundkörper der Bodenplatte die mindestgeforderte
Festigkeit einstellt, während durch gleichzeitiges Kühlen des Steges der Bodenplatte
der Anlaßvorgang im Steg verhindert wird, dadurch gekennzeichnet, daß anschließend
die Bodenplatte derart insgesamt angelassen wird, daß sich im Steg die höchstgeforderte Festigkeit
einstellt, während der Grundkörper keiner Festigkeitsänderung unterliegt.
2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der selektive Anlaßvorgang in
einem Anbßofen bei einer Temperatur von etwa 550 bis 570: C erfolgt, während der Steg in eine
von einem Kühlmittel durchströmte Kühlrinne hineinragt.
3. Verfahren nach Anspruch !, dadurch gekennzeichnet, daß der selektive Anlaßvorgang in
einem Anlaßofen bei einer Temperatur von etwa 550 bis 570° C erfolgt, während der Steg in ein aus
einem geschmolzenen Salz bestehendes Bad hineinragt, das in einem bestimmten Temperaturbereich
gehalten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der anschließende Anlaßvorgang
der Bodenplatte insgesamt bei einer Temperatur von etwa 430 bis 440? C erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der anschließende Anlaßvorgang
in einem Salzbad bei einer Verweilzeit von etwa 45 min erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der anschließende Anlaßvorgang
in einem Luftumwälzofen bei einer Verweilzeit von etwa 60 min erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712161663 DE2161663C (de) | 1971-12-11 | Verfahren zum Anlassen von Boden platten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712161663 DE2161663C (de) | 1971-12-11 | Verfahren zum Anlassen von Boden platten |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2161663A1 DE2161663A1 (de) | 1972-10-26 |
| DE2161663B2 DE2161663B2 (de) | 1972-10-26 |
| DE2161663C true DE2161663C (de) | 1973-05-17 |
Family
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