DE2139228C3 - Bremseinrichtung für ein an einem Ende federnd eingespanntes, stoßartig belastbares, biegsames Verbindungsmittel - Google Patents
Bremseinrichtung für ein an einem Ende federnd eingespanntes, stoßartig belastbares, biegsames VerbindungsmittelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Bremseinrichtung für ein an einem Ende federnd eingespanntes, stoßartig
belastbares, biegsames Verbindungsmittel in der Form eines Seiles eines Hebezeuges.
Bei vielen Hebezeugen sowie bei verschiedenen Fördep und Transportanlagen ist die an einem Seil oder
einer Kette hängende Last durch ein weiteres Seil bzw. eine weitere Kette gegen Absturz gesichert. Es ist
bereits bekannt, ein Ende eines solchen Reserveseiles bzw. einer solchen Reservekette begrenzt nachgiebig
federnd einzuspannen. Eine solche federnde Einspannung ist beispielsweise in der österreichischem Patentschrift
2 64 561 beschrieben, welche eine Vorrichtung zum Heben und Senken von Sauerstofflanzen für Aufblaskonverter
betrifft. Hierbei sind an der Sauerstofflanze ein Betriebsseil und ein Reserveseil
befestigt; beide Seile laufen auf einer einzigen Trommel und das Gewicht der Lanze
wird im Normalbetrieb infolge der begrenzt nachgiebigen Einspannung des Reserveseiles bzw. von
dessen Umlenkung ausschließlich vom Betriebsseil getragen. Das Reserveseil ist nur durch die Federkraft
belastet. Wenn das Betriebsseil reißt, wird die gesamte Last stoßartig auf das Reserveseil übertragen und die
Feder wird zusammengedrückt. Bei Überschreiten eines
gewissen Federweges wird ein Endschalter zur Abschaltung des Lanzenhubwerkes und zur Betätigung der auf
die Seiltrommel wirkenden Bremsen betätigt, wodurch die nun am Reserveseil hängende Lanze zum Stillstand
kommt Es kann noch ein zweiter Endschalter vorgesehen sein, der im Falle einer Entspannung der
Feder betätigbar ist; wozu es beispielsweise kommt,
ίο wenn die Lanze beim Absenken in den Konverter auf
ein festes Hindernis stößt und sowohl das Betriebsseil als auch das Reserveseil erschlaffen. Die beim Riß des
Betriebsseiles auftretende Stoßbelastung des Reserveseiles kann durch Wahl geeigneter Federn für dessen
'5 federnde Einspannung auf ein erträgliches und beherrschbares
Maß vermindert werden; um die Stoßbelastung des Reserveseiles gering zu halten, sind jedoch
große und schwere Federn erforderlich, die sehr viel Platz beanspruchen und in manchen Anlagen nicht
untergebracht werden können. Außerdem kommt es infolge großer Federwege zu starken Schwingungen,
welche ebenfalls unerwünscht sind. Schwere federnde Einspannungen haben sich demnach in vielen Fällen,
insbesondere beim Einsatz in großen Blaslanzenhubvorrichtungen nicht bewährt In Stahlwerken sind sie einer
starken Einwirkung von Hitze und Staub ausgesetzt, so daß im Laufe der Zeit eine Alterung des Materials und
eine Veränderung der Federkonstante eintritt.
Ziel der Erfindung ist es, eine Bremseinrichtung für
JO ein an einem Ende federnd eingespanntes, stoßartig
belastbares, biegsames Verbindungsmittel in der Form eines Seiles eines Hebezeuges zu schaffen, so daß die
Federn nur einen Teil der stoßartigen Belastung aufzunehmen brauchen und verhältnismäßig klein
ausgebildet werden können.
Erfindungsgemäß wird dieses Ziel dadurch erreicht,
daß das Verbindungsmittel über einen kurvenförmigen, in seiner Umfangsrichtung feststehenden Umlenkungsteil
in der Form einer feststehenden Trommel unter Reibung gleitbar geführt is:, und -Jaß für die federnde
Einspannung des Verbindungsmittels zwei hintereinander geschaltete Federn mit veischiedenen Federkonstanten
vorgesehen sind, wobei die eine Feder mit der kleineren Federkonstante der Vorspannung des Verbindungsmittels
dient und die andere Feder mit der größeren Federkonstante vorgespannt und zur Aufnahme
eines Teiles der stoßartigen Belastung bestimmt ist. Der Umlenkungsteil kann auch als »Bremsbogen«
bezeichnet werden. Durch die zwischen dem Verbindüngemittel und dem »Bremsbogen« entstehende
Reibung wird der überwiegende Teil der Stoßenergie durch Umwandlung in Wärme vernichtet, wobei das
Verbindungsmittel einen verhältnismäßig kleinen Weg zurücklegt. Dementsprechend ist auch der Federweg
kurz. Der Umschlingungswinkel des Verbindungsmittels am »Bremsbogen« kann kleiner oder größer als 180°
sein; aus Gründen der Einfachheit wird meistens ein Winkel von 180° gewählt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
besteht das Verbindungsmittel aus zwei Teilen, wobei der um den kurvenförmigen Umlenkungsteil
geführte Teil durch eine Kupplung lösbar mit dem anderen Teil verbunden ist.
Der Durchmesser des um den kurvenförmigen Umlenkungsteil geführten Teiles des Verbindungsmittels
kann etwas größer sein als der Durchmesser von dessen anderem Teil.
Es kann auch die Bruchfestigkeit des um den
kurvenförmigen Umlenkungsteil geführten Teiles des Verbindungsmittel größer als die von dessen anderem
Teil sein.
Neben den Seilen können als Verbindungsmittel auch Ketten oder Bänder vorgesehen sein.
Die erfindungsgemäße Bremseinrichtung wird bevorzugt
für ein federnd eingespanntes Reserveseil einer Vorrichtung zum Heben und Senken von Lanzen für
Sauerstoffaufblaskonverter, insbesondere von Meßsonden zum kontinuierlichen Messen der Temperatur
schmelzflüssiger Metaübäder, verwendet, wobei das
Reserveseil und ein Betriebsseil vorzugsweise auf einer einzigen Trommel laufen und das Reserveseil im
Normalbetrieb lediglich durch die Kraft der Feder belastet ist und wobei im Stömngsfall gegebenenfalls
der Federausschlag in beiden Richtungen zur Signalbildung verwendet wird.
Die Erfindung wird an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben.
F i g. 1 zeigt schematisch das Prinzip der Bremseinrichtung für ein an einem Ende federnd eingespanntes,
stoßartig belastbares, biegsames VerbindungsmitteL
F i g. 2 ist eine Seitenansicht einer Vorrichtung zum Heben und Senken von Lanzen für Sauerstoffaufblaskonverter
mit einer erfindungsgemäßen Bremseinrichtung für das federnd eingespannte Reserveseil dieser
Vorrichtung.
Fig.3 zeigt verschiedene A'r.führungsformen einer
Bremseinrichtung im Querschnitt
Nach F i g. 1 ist das mit 1 bezeichnete biegsame Verbindungsmittel über einen kurvenförmigen Umlenkungsteil
2 geführt und mit einer Feder 3 verbunden, die sich gegen eine weitere Feder 4 abstützt Mit 5 sind
Abstützungen bzw. Auflager für den Umlenkungsteil 2 und die Feder 4 bezeichnet Die Wirkungsrichtung der
stoßartig auftretenden Zugkraft ist durch einen Pfeil angegeben. Als Verbindungsmittel sind Seile, Ketten
und Bänder in beliebiger Ausführungsform und aus verschiedenen Werkstoffen, wie Stahl oder Hanf, zu
verstehen. Der kurvenförmige Umlenkungsteil 2 ist eine feststehende, glatte oder mit Rillen versehene Trommel.
Dieser kann aus Stahl, Holz oder Kunststoff bestehen, wobei die Wahl des Werkstoffes abhängig ist vom
Werkstoff des Verbindungsmittels und von der Zugbeanspruchung, Die Feder 3, die der Vorspannung des
Verbindungsmittels dient, hat sine kleinere Federkonstante als die Feder 4, welche vorgespannt ist und der
Aufnahme eines Teiles der Stoßenergie dient Zuerst wird die Feder 3 vollständig bzw. bis zu einem Anschlag
zusammengedrückt, worauf die Feder 4 zur Wirkung kommt Der Hauptteil der Stoßenergie wird durch
Reibung zwischen dem biegsamen Verbindungsmittel 1 und dem kurvenförmigen Umlenkungsteil 2 in Wärme
umgewandelt. Eine stoßartige Beanspruchung kann z. B.
bei Förderkörben in Schachtanlagen sowie auch bei Schrägaufzügen und anderen Förderanlagen auftreten,
unabhängig davon, ob die Last nur an einem Seil — dem
Betriebsseil — oder an mehreren Seilen hängt Dementsprechend kann dieses Bauprinzip auch für
mehrere an einem Ende federnd eingespannte Seile einer Transport- oder Förderanlage verwendet werden.
Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet sind Vorrichtungen zum Heben und Senken von Temperaturmeßsonden
und von Blaslanzen nach F i g. 2. Die Federn 3, 4 sind auf einem heb- und senkb?/.-.n Lanzenwagen 5'
gelagert, auf welchem auch ein al«· Trommelhälfte
ausgebildeter, in Umfangsrichtung feststehender Umlenkungsteil 2' starr befestigt ist Der den Umlenkungsteil
2' umschlingende Teil 1' des Reserveseiles ist mit desset? anderem Teil 1 sowie mit einer an der Feder 3
befestigten Stange 7 durch Seilkupplungen 6 lösbar verbunden, so daß der Seilteil Γ nach starkem
Verschleiß für sich allein ausgewechselt werden kann. Mit 8 ist eine elektromotorisch angetriebene Seiltrommel
bezeichnet, auf welcher außer dem Reserveseil 1, Γ auch ein nicht dargestelltes Betriebsseil läuft, welches
mit dem Lanzenwagen 5' direkt verbunden ist Der Lanzenwagen 5' greift mit den Rollen 9 in eine
Lanzenführung 10 ein. Mit 11 sind Halterungen für die Blaslanze 12 bezeichne!.
In Fi g. 3 sind verschiedene Querschnitte einer in den Umlenkungsteil 2' eingearbeiteten Rinne zur Führung
des Verbindungsmittels dargestellt: Fig.3a zeigt eine
gewöhnliche Rille 13, Fig.3b eine Keilrille 13' und Fig.3c eine unterschnittene Rille 13". Wenn eine
besonders starke Bremswirkung des Seiles Γ erforderlich ist, wird man entweder eine Rillenform nach F i g. 3b
oder 3c wählen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Bremseinrichtung für ein an einem Ende
federnd eingespanntes, stoBartig belastbares, biegsames
Verbindungsmittel in der Form eines Seiles
Hebezeuges, vorzugsweise für das Reserveseil einer Hebe- und Senkeinrichtung für Sauerstoffblaslanzen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsmittel (1, 1') über einen kurvenförmigen,
in seiner Umfangsrichtung feststehenden Umlenkungsteil (2,2') in der Form einer feststehenden
Trommel unter Reibung gleitbar geführt ist, und daß für die federnde Einspannung des Verbindungsmitteis
(1, 1') zwei hintereinander geschaltete Federn (3, 4) mit verschiedenen Federkonstanten
vorgesehen sind, wobei die eine Feder (3) mit der kleineren Federkonstante der Vorspannung des
Verbindungsmittels (1, V) dient und die andere Feder (4) mit der größeren Federkonstante vorgespannt
und zur Aufnahme eines Teiles der stoßartigeo Belastung bestimmt ist
2. Bremseinrichtung nach Anspruch ί, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsmittel aus zwei
Teilen besteht, wobei der um den kurvenförmigen Umlenkungsteil (2, 2') geführte Teil (1') durch eine
Kupplung (6) lösbar mit dem anderen Teil (1) verbunden ist.
3. Bremseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des um den
kurvenförmigen Umlenkungsteil (2, 2') geführten Teiles (1') des Verbindungsmittels etwas größer ist
als der Durchmesser von dessen anderem Teil (1).
4. Bremseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bruchfestigkeit des um den
kurvenförmigen UmlenkungsrHl (2, 2') geführten
Teiles (1') des Verbindungsmittels größer ist als die von dessen anderem Teil (1).
5. Bremseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindungsmittel (1, V)
neben Seilen auch Ketten oder Bänder vorsehbar sind.
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