DE2121986B2 - Elektrostatische Spritzpistole - Google Patents
Elektrostatische SpritzpistoleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektrostatische
Spritzpistole, mit der eine Flüssigkeit in einen Sprühstrahl zerstäubt wird, wobei im Bereich des
Sprühstrahles eine Korona-Entladungselektrode angeordnet ist.
Es ist bereits eine Einrichtung zum elektrostatischen Überziehen eines Gegenstandes mittels eines durch
Zuführung von z. B. mit einem Lösungsmittel versehener Zerstäubungs-Druckluft gebildeten Spritzstrahles
vorgeschlagen worden (DE-OS 19 65 509). Bei dieser vorgeschlagenen Einrichtung ist ein mindestens von
einem Teil der Zerstäubungs-Druckluft mit hoher Geschwindigkeit durchströmter elektrogasdynamischer
Energie- bzw. Spannungserzeuger vorgesehen. Außerdem weist die betreffende vorgeschlagene Einrichtung
ίο in Abstand von der eigentlichen Ladeelektrode eine
gesonderte elektrisch isolierte Abschirmelektrode auf, deren Aufgabe darin besteht, die Arbeitsspannung der
Ladeelektrode zu erhöhen. Über eine zusätzliche Koronaentladung unter Ausnutzung der betreffenden
ι ϊ Elektrode ist jedoch nichts bekannt.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen Weg zu zeigen, wie eine elektrostatische Spritzpistole
der eingangs genannten Art auszubilden ist, damit dem Sprühstrahl eine besonders wirksame Aufladung gegeben
werden kann.
Gelöst wird die vorstehend aufgezeigte Aufgabe bei einer Spritzpistole der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß dadurch, daß die Korona-Entladungselektrode seitlich vom Sprühstrahl angeordnet ist und
2r> daß ebenfalls seitlich vom Sprühstrahl der Korona-Entladungselektrode
gegenüberliegend ein erstes Ende einer erdfreien Elektrode angeordnet ist.
Die Erfindung bringt den Vorteil mit sich, daß mit besonders geringem konstruktiven Aufwand eine
ω wirksamere Aufladung des Sprühstrahls erreicht ist als
bei den bisher bekanntgewordenen bzw. vorgeschlagenen elektrostatischen Spritzpistolen.
Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
ü Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht (teilweise geschnitten) einer
ohne Preßluft arbeitenden Spritzpistole;
F i g. 2 einen vertikalen Teilschnitt des die Flüssigkeit
·»<> aussprühenden Endes der in Fig. 1 dargestellten
Spritzpistole, wobei jedoch eine andere Elektroden-Konfiguration vorgesehen ist;
F i g 3 eine Ansicht entlang den Linien 3-3 auf die in F i g. 2 gezeigte Darstellung;
■i'> Fig.4 eine schematische Darstellung einer anderen
Elektroden-Konfiguration, welche in Spritzpistolen der dargestellten Type verwendbar ist.
Es soll nunmehr Bezug genommen werden auf die Fig. 1. Dort ist eine elektrostatisch arbeitende Sprilzpi-
")ü stole dargestellt, die ohne Preßluft arbeitet. Diese
Spritzpistole enthält einen elektrogasdynamischen Hochspannungsgenerator, der ein integraler Bestandteil
der Spritzpistole ist. Die dargestellte Konstruktion ist teilweise durch die US-Patentschrift 30 00 576 bekannt.
>'i Bei der in der erwähnten US-Patentschrift beschriebenen
Spritzpistole ist eine Düse verwendet, welche aus einer mit hoher Geschwindigkeit und niedrigem Druck
fließenden Farbe oder anderen Flüssigkeit einen expandierenden kohärenten fächerförmigen Film bildet,
W| welcher durch die Einwirkung von Luft am vorderen
Ende der Düse zerstäubt wird. Das vorliegende Erfindungsprinzip läßt sich nun in gleicher Weise auch
aui Spritzpistolen anwenden, die mit Luftzerstäubung arbeiten (siehe beispielsweise die DE-OS 19 65 667).
Ι|Γ) Die in der F i g. 1 dargestellte Spritzpistole enthält
einen aus Isolierstoff bestehenden rohrförmigen Teil 10, an dem ein Handgriff 12 und ein Abzug 16 befestigt sind.
An dem dem Abzug gegenüberliegenden Ende des
rohrförmigen Teiles 10 sind eine Zerstäuberdüse und eine Aufladeeinheit 14 angeordnet. Innerhalb des
rohrförmigen Teiles 10 befindet sich ferner ein elektrogasdynamischer Hochspannungsgenerator 18.
Die für seinen Betrieb notwendige Luft vird dem Generator 18 durch den Boden des Handgriffes 12
zugeführt. Desgleichen wird die von dem Generator 18 abgegebene Luft durch den Boden des Handgriffes 12
wieder abgeführt. Details des elektrogasdynamischen Hochspannungsgenerators 18 und der von Luft
unterstützten Abzugsvorrichtung sind hier nicht beschrieben, da beide nicht Gegenstand der Erfindung
sind.
Die Farbe wird der Zerstäuberdüse über eine Zuführungsleitung 20 zugeführt, welche mit einem
Anschluß 22 an der Unterseite des rohrförmigen Teiles 10 verbunden ist und eine Einlaßleitung 24 aus elektrisch
leitendem Material enthält. Die Flüssigkeitseinlaßleitung
24 steht in direkter Verbindung mit der Bohrung 26 eines im wesentlichen zylindrisch geformter· I 'ülsenteiles
28, das am vorderen Ende des rohrförmigen Teiles 10 sitzt und aus leitendem Material besteht. Das Hülsenteil
28 dient zeitweise als Flüssigkeitsreservoir. In das vordere Ende des Hülsenteiles 28 ist ein leitendes
Ventilteil 30 eingeschraubt, das mit einer länglichen Bohrung 32 versehen ist. Der Durchmesser der Bohrung
32 ist genügend groß, um einer hindurchströmenden Flüssigkeit nur einen geringen Widerstand entgegenzusetzen.
Vor dem Ventilteil 30 sitzt ein Düsenteil 36, welches über ein Dichtungsteil 34 in Verbindung mit
dem Ventilteil 30 steht. Das Dichtungsteil 34 ist mit einer Durchtrittsöffnung 38 versehen, deren Durchmesser
geringer als der Durchmesser der Bohrung 32 ist. Die Durchtrittsöffnung in dem Dichtungsteil 34 und die
Bohrung 32 fluchten miteinander. Die Durchtrittsöffnung in dem Dichtungsteil 34 mündet in eine Kammer
40, welche vorn durch eine speziell geformte Düse 42 abgeschlossen ist. Die Düse 42 steuert die Form der
ausgesprühten Flüssigkeit. Die Form der ausgesprühten Flüssigkeil ist in", wesentlichen die eines flachen
fächerförmigen Filmes oder eines kohärenten Hohlkonus o. ä. Diese Form kommt durch die Einwiikung von
Luft hinter der Düse 42 zustande. Die Flüssigkeit wird dadurch in kleine Tröpfchen /.ersprüht. Der allgemeine
Bereich, innerhalb dessen der ausgespritzte kohärente Flüssigkeitsfilm in diskrete Tröpfchen umgewandelt
wird, wird nachfolgend als »Zerstäubungsbereich« bezeichnet.
Das Düsenteil 3fi fluchtet in Längsrichtung mit dem
Dichtungsteil 34 und dem Ventilteil 301 Außerdem bildet das Düsenteil 36 mit dem Dichtungsteil 34 eine
druckdichte Verbindung. Das Ventilteil 30, das Dichtungsteil 34 und das Düsenteil 36 werden durch ein
becherförmiges Teil 44 zusammengehalten, welches bei 46 auf das vordere Ende des Hülsenteiles 28 geschraubt
ist.
Der Fluii durch die oben erwähnte Düsenanordnung
wird durch eine in dem Hülsenteil 28 verschiebbare Ventilnadel 48 gesteuert, deren vorderes Ende 50 durch
eine Feder 52 gegen den Eingang 32 des Ventilteiles 30 gedrückt wird, so daß die Bohrung 32 abgedichtet ist.
Die Ventilnadel 48 erstreckt sich nach hinten durch einen an der Rückseite der Bohrung 26 angeordneten
Dichtungsring 54 und ist an ihrem Ende mit einer Verbindungssiange 56 aus Isoliermaterial verbunden.
Die Vcrbindiingsstange 56 ist innerhalb der Bohrung 58
in dem rohrförmigen Teil 10 der Spritzpistole verschiebbar gelagert. Es is1, ferner ein weiterer
Dichtungsring 60 vorgesehen, welcher verhindert, daß ein Teil der zu versprühenden Flüssigkeit zwischen der
Stange 56 und der Wand der Bohrung 58 hindurehiriu.
Das hintere Ende der Stange 56 ist mit einem "■ stabförmigen Betätigungselement 64 verbunden, welches
eine Komponente des Abzugs bildet. Die Verbindung zwischen dem hinteren Ende der Stange 56
und dem stabförmigen Betätigungselement 64 erfolgt durch ein isolierendes kupplungselement 62, welches
in innerhalb einer vergrößerten Bohrung 66 in dem
rohrförmigen Teil 10 gelagert ist und koaxial mit der Bohrung 58 verläuft.
Bei Betätigung des Abzuges 16 werden das stabförmige Betätigungselement 64, das Kupplungsteil
ment 66, die Verbindungsstange 56 und die Ventilnadel 48 entgegen der Vorspannkraft der Federn 52 und 70
zurückgezogen. Dadurch wird die Öffnung der Bohrung 32 in dem Ventilteil 30 freigegeben. Die unter hohem
Druck stehende Flüssigkeit fließt aus dem Reservoir 26
2(i durch die Bohrung 32 und wird in der Durchtrittsöffnung
38 in dem Dichtungsteil 34 beschleunigt, wobei sich der ürjcl· absenkt. Die Beschleunigung und
Druckabsenkung erfolgt infolge des geringen Durchmessers der Durchtrittsöffnung 34. Der mit hoher
r> Geschwindigkeit strömende und unter niedrigem Druck stehende Flüssigkeitsstrahl tritt dann durch die mit der
zu versprühenden Flüssigkeit gefüllte Kammer 40 in das Düsenteil 36 tin und rifft dabei auf den die Düse 42
definierenden Bereich. Durch die Düsenöffnung tritt der
in Strahl dann weiterhin hindurch. Wie zuvor ausgeführt wurde, ist die Düse 42 vorzugsweise so geformt, daß die
ausgespritzte Flüssigkeit die Form eines kohärenten flachen fächerförmigen Filmes oder eines Hohlkonus
hat. Die ein kurzes Stück hinter der Düse auf den in der
ι·Ί erwähnten Weise geformten Flüssigkeilsfilm einwirkende
Luft bewirkt, daß die Flüssigkeit in diskrete Tröpfchen umgewandelt wird.
Die Einlaßleitung 24, das Hiilsenteil 28. das Veritilteil
30, die Ventilnadel 48, das Düsenteil 36 und das becherförmige Teil 44 bestehen aus elektrisch leitendem
Material und werden auf ein hohes, vorzugsweise negatives elektrisches Potential aufgeladen. Die Aufladung
erfolgt über den Leiter 72, der in das aus Isolierstoff bestehende rohrförmige Teil 10 der Spritzpi-
4Ί stole eingebettet ist. Der Leiter 72 ist mit dem
Hochspannungsausgang oder der Kollektor-Elektrode 74 des elektrogasdynamischen Generators 18 verbunden.
Auf das vordere Ende der Spritzpistole ist wegen des hohen Potentials der Komponenten der Düsenan-
ϊο Ordnung ein becherförmiges Isolierteil 76 an der Stelle
78 auf einen Rohrforlsatz 80 aufgeschraubt, der ebenfalls aus Isoliermaterial besteht. Das becherförmige
Isolierteil 76 soll die Komponenten der Düsenanordnung am vorderen Ende der Spritzpistole einhüllen. Das
'Λ Teil 76 enthält eine relativ enge Durchtrittsöffnung 82.
welche koaxial mit der Düse 42 fluchtet. Die Durchtrittsöffnung 82 ist so lang, daß sie sich etwas über
den Zerstäubungsbereich hinaus erstreckt. Außerdem hat die Durchtrittsöffnung 82 einen so großen
bi) Durchmesser, daß die Wände der Durchtrittsöffnung
nicht im Bereich des von der Düse 12 ausgespritzten Flüssigkeitsstrahles liegen. Dadurch wird ein unerwünschtes
Bedecken der Innenseite der Durchtrittsöffnung 82 mit dem flüssigen Material vermieden.
t>'> Innerhalb der in dem becherförmigen Isolierteil 76
befindlichen Durchtrittsöffnung 82 ist eine primäre Korona-Entladungselektrode 84 angeordnet, deren
eines Ende 86 in elektrischem Kontakt mit dem
Düsenteil 36 steht. Das erwähnte linde 86 hat eine
nadclförmige Gestall und ragt in die Durchtrittsöffnung 82 an einer Stelle hinein, die zwischen dem Flüssigkeitsaiistritt
(Düse 42) und dem Zerstäubungsbereich liegt. Der hervorstehende Teil 88 der primären Korona-Entladungsclcktrode
erstreckt sich jedoch nur ein kurzes Stück in die Durchtrittsöffnung 82. so daß er nicht im
Bereich der ausgespritzten Flüssigkeit liegt. Da die primäre Korona-Entladungselektrode 84 über die
leitenden Elemente der Düsenanordnung in elektrischem Kontakt mit dem Hochspannungsausgang,
vorzugsweise dem negativen Hochspannungsausgang, des elektrogasdynamischen Generators steht, erfolgt
von dem hervorstehenden Ende 88 dieser Elektrode eine negative Korona-Entladung zu der austretenden
Flüssigkeit.
Innerhalb des becherförmigen Isolierteiles 76 ist feiner eine zweite elektrisch ungebundene, d. h. erdfreie
Elektrode angeordnet, die mit der Bezugsziffer 90 bezeichnet ist. Die erdfreie Elektrode weist ein erstes
freiliegendes Ende 92 auf, welches in die Durchtrittsöffnung 82 an einer Stelle hineinragt, die, in Strömungsrichtung
gesehen, dicht hinter dem Ende 88 der ersten Korona-Entladungselektrode 84 liegt. Außerdem liegt
diese Stelle dem freiliegenden Ende 88 der primären Korona-Entladungselektrode 84 etwa diametral gegenüber.
Das freiliegende Ende 92 der erdfreien Elektrode kann plattenförmig geformt sein und flach an der
Innenseite des Durchtrittskanals 82 anliegen: dieses Ende 92 kann aber auch eine nadelförmigc Konfiguralion
haben und sich in den Durchtrittskanal 82 hincinerstrecken. Im letzteren Fall sollte das freiliegende
Ende 92 der erdfreien Elektrode sich nur ein kurzes Stück in den Durchtrittskanal 82 hineinersireeken. so
daß es nicht direkt von der ausgespritzten Flüssigkeit berührt wird. Die oben angegebene Anordnung des
ersten freiliegenden Endes 92 bewirkt, daß mindestens ein wesentlicher Teil des Korona-Entladcstromes von
dem freiliegenden Ende 88 der primären Korona-Entladungselektrode 84 quer durch die ausgespritzte
Flüssigkeit zu dem freiliegenden Ende 92 der erdfreien Elektrode 90 geleitet wird. Wenn das freiliegende Ende
92 der erdfreien Elektrode 90 eine nadeiförmige Konfiguration hat. so kann ein relativ helles Glühen um
das freiliegende nadclförmige Ende 92 nächst dem vorbeigespritzten flüssigen Material beobachtet werden.
Dieses Glühen beruht auf einer induzierten positiven Korona-Entladung, welche ihre Ursache in dem
Vorhandensein des negativ geladenen Endes 88 der primären Korona-Entladungselcktrode 84 und dem von
dieser Elektrode ausgehenden, über, beschriebenen
Stromfluß hat. Obwohl die positiven Ionen, die das Ergebnis dieser induzierten sekundären Korona-Entla
dung sind, theoretisch einige der negativen Ladungen
neutralisieren sollten, welche über den Anschluß 88 der primären Korona-Entladungselektrode in das zu zerstäubende
Material gelangen, ist insgesamt eine Erhöhung der effektiven Aufladung infolge der Wirkung
des freiliegenden Anschlusses der erdfreien Elektrode 90 festzustellen- Von der Primär-Korona-Entladungselektrode
geht ein Entladungsstrom aus. dessen Richtung im wesentlichen rechtwinklig zu der Strömungsrichtung
der bereits zerstäubten Flüssigkeit und/oder des kohärenten Filmes der ausgespritzten,
noch unzersprühten Flüssigkeit verläuft.
Wie man der F i g. 1 entnehmen kann, ragt das andere
Ende 94 der erdfreien Elektrode 90 am hinteren Ende des becherförmigen Isoliertciles 76 heraus und liegt dort
frei. Dieses Ende hat ebenfalls eine nadeiförmige Konfiguration. Der oben beschriebene Korona-Entladesirorn
fließt von dem freiliegenden Ende 88 der primären Korona-Entladungselektrode 84 durch den
Slromweg der Flüssigkeit und wird von der erdfreien Elektrode 90 aufgenommen. Von dem zweiten freiliegenden
Ende 94 der erdfreien Elektrode 90 geht dann eine tertiäre Korona-Entladung aus, welche praktisch
einem Stromfluß nach Masse gleichkommt. Diese von dem zweiten freiliegenden Ende 94 der erdfreien
Elektrode 90 ausgehende tertiäre Korona-Entladung ermöglicht es, wenn das Ende 94 geeignet angeordnet
ist, ein hohes Kollektorpotential an der erdfreien Elektrode aufrechtzuerhalten, welches jedoch geringer
ist als das Potential an der Primär-Korona-Entladungselektrode84.
Um sicherzustellen, daß die Kontinuität des direkten Überganges des Hauptteiles des Korona-Entladestromes
von der Primär-Korona-Entladeelektrode 84 durch das ausgespritzte Material zu der erdfreien Elektrode 90
aufrecht erhalten bleibt und daß außerdem zwischen der Spritzpistole und dem Werkstück ein elektrisches Feld
hoher Feldstärke erzeugt wird, das dazu dient, die ausgesprühten Tröpfchen auf das Werkstück zu lenken,
sollte das freie Ende 94 der erdfreien Elektrode 90 in bezug auf Masse so angeordnet werden, daß die
dazwischen liegende Potentialdifferenz wesentlich größer als die Potcntialdifferenz zwischen der Primär-Korona-Entladungselektrode
84 und der erdfreien Elektrode 90 ist. Mit anderen Worten bedeutet das, daß das /weite freiliegende Ende 94 in bezug auf die elektrische
Masse so angeordnet sein sollte, daß die Impedanz dazwischen wesentlich größer als die Impedanz
zwischen der Primär-Korona-Entladungselektrode 84 und der erdfreien Elektrode 90 ist. In kommerziellen
Geräten, die nach diesem Erfindungsprinzip arbeiten,
sollte der Abstand zwischen dem /weiten freiliegenden linde 94 der erdfreien Elektrode 90 zu dem nächstliegenden
elektrischen Massepunkt.der beispielsweise von dem metallischen Handgriff 12 gebildet sein kann, wenn
dieser auf Masse liegt, nicht weniger als 10% des Abstandes zwischen dem freiliegenden Ende 94 und
dem zu besprühenden Werkstück sein.
In der dargestellten Ausführungsform arbeitel der
elektrogasdynamische Generator 18 als Stromquelle,
welche einen konstanten Strom abgibt, wobei der Strompegel von dem Druck der dem Generator 18
/ugeführten Betriebsluft abhängt. Die Betriebsspannung am vorderen Ende der Spritzpistole hängt im
wesentlichen von dem Produkt des von dem elektrogasd\namisehcn
Generator 18 abgegebenen Stromes und der Gesamlimpedanz der kombinierten Elektrodenanordnung
gegenüber Masse ab. Die Betriebsspannung kann daher in weitem Maße in Abhängigkeit von der
dem elektrogasdynamischen Generator 18 zugeführten Druckluft schwanken. Außerdem hängt die Betriebsspannung
von dem Abstand des vorderen Endes der dargestellten Spritzpistole gegenüber dem auf Masse
liegenden Werkstück und dem auf Masse liegenden Handgriff 12 ab. Es können auch andere Methoden zur
Aufrechterhaltung einer hohen Impedanz zwischen dem freien Ende 94 der erdfreien Elektrode und Masse mit
gleicher Effektivität angewendet werden. Beispielsweise ist es möglich, zwischen das Ende 94 und Masse einen
Muhi-Megohm-Widerstand einzuschalten. Die zuvor beschriebene Korona-Entladungstechnik ermöglicht
eine kompakte Vorrichtung und funktioniert auch dann.
wenn die Druckluftbedingungen für den elektrogasdynamischen
Generator schwanken.
Um die zuvor beschriebene hohe Impedanz aller auf hohen Potentialen liegenden Komponenten gegenüber
Masse aufrechtzuerhalten, ist eine Verlängerung der möglichen Leckstromwege zwischen der Ventilnadel
und den leitenden Elementen des Abzuges erwünscht. Aus diesem Grunde ist das in spezieller Weise geformte
Kopplungsteil 62 eingeführt worden. Das Kopplungsteil 62 ist mit einem länglichen Hülsenteil 100 versehen, in
deren Innenraum mit 102 bezeichnet ist. Der Innenraum ist so dimensioniert, daß darin eine längliche Isolierhülse
104 Platz findet, deren vorderes Ende an der Stelle 106 integraler Teil des rohrförmigen Teiles ist. Man erkennt,
daß der mögliche Leckstromweg vom hinteren Ende der leitenden Ventilnadel 48 zu den leitenden Teilen der
Äbzugseinheit über die gesamte Länge der aus Isolierstoff bestehenden Verbindungsstange 56, die
Innenseite der Hülse 100 und die gesamte Länge der Bohrung 66 von dem vorderen Ende der Hülse 100 bis
zu dem nächsten leitenden Element in der Trägereinheit führt. Die vergrößerte Luftspaltlänge, die sich durch den
verlängerten Leckstromweg ergibt, 'ragt zu der Aufrechterhaltung einer hohen Impedanz zwischen
allen, auf einem hohen Potential liegenden Teilen der Ladeemheit und Masse bei.
Die F i g. 2 und 3 zeigen eine Alternativkonstruktion zu dem becherförmigen Isolierteil und den damit
verbundenen Elektroden. Die einzelnen Elemente in den F i g. 2 und 3, welch; bestimmten Elementen der F i g. 1 Jo
entsprechen, sind jeweils mit einer um 100 höheren Bezugsziffer bezeichnet. Das becherförmige Isolierteil
176, das in den Fig.2 und 3 das vordere Ende der
Spritzpistole definiert, weist einen relativ schmalen Durchtrittskanal 182 auf, in den das eine Fnde 188 einer >5
nadeiförmigen Primär-Korona-Entladungselektrode 184 ragt. Das becherförmige Isolierteil 176 weist einen
nach vorn vorstehenden Ansatz 200 auf, welcher den Hauptteil der erdfreien Elektrode 190 enthält. Das eine
freie Ende 192 der erdfreien Elektrode 190 hat entweder Platten- oder Nadelform und ragt in den Durchtrittskanal
182 an einer Stelle hinein, welche in Spritzrichtung kurz hinter dem freiliegenden Ende 188 der primären
Korona-Entladungselektrode 184 liegt. Außerdem liegt das freie Ende 192 der erdfreien Elektrode bezüglich des «5
Durchtrittskanales 182 etwa diametral gegenüber dem freien Ende 188 der primären Korona-Entladungselektrode
184. Im Gegensatz zu der in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform ist das zweite nadeiförmige Ende 194 der erdfreien Elektrode 190 nach vorn gerichtet und
erstreckt sich neben dem vorstehenden Ansatz 200 gegen das zu besprühende Werkstück hin. Bei dieser
Anordnung verläuft also das die tertiäre Korona-Entladung bewirkende Ende 194 der erdfreien Elektrode 190
nächst dem expandierenden Strahl der zerstäubten Flüssigkeit und zwar vor dem Bereich, in dem die
Zerstäubung erfolgt. Die von diesem Ende ausgehende Korona-Entladung, bei der die gleichen Polaritätsverhältnisse vorliegen, wie bei der von der primären
Korona-Entladungselektrode 184 ausgehenden Korona-Entladung, dient dazu, die Ladung der Flüssigkeit
noch zu erhöhen, welche bereits beim Hindurchtreten
zwischen den Elektroden 188 und 192 in dem Durchtrittskanal 182 teilweise aufgeladen worden ist.
Fig.4 zeigt eine schematische Darstellung einer
weiteren Ausführungsfonn, welche von dem Erfindungsprinzip Gebrauch macht. Hier sind ähnliche
Elemente, wie in der in F i g. 1 beschriebenen Ausführungsform, verwendet. Aus diesem Grunde wurden die
entsprechenden Bezugsziffern um 200 erhöht. Die Primär-Korona-Entladungselektrode 284 ist hier mit
dem negativen Pol einer Hochspannungsquelle verbunden, und zwar über ein eine Flüssigkeit ausstrahlendes
Düsenteil 236. In unmittelbarer Nähe des freiliegenden Endes der primären Korona-Entladungselektrode 284,
jedoch in Spritzrichtung dahinter, befindet sich das freie Ende 292 einer erdfreien Elektrode 290. Das freie Ende
292 der erdfreien Elektrode 290 liegi dabei in bezug auf
den Flüssigkeitsstrahl dem freien Ende der primären Korona-Entladungselektrode 284 gegenüber. Bei dieser
Ausführungsform ist jedoch das zweite freiliegende Ende 294 der erdfreien Elektrode 290 in Spritzrichtung
stromabwärts in unmittelbarer Nähe des Flüssigkeitsstrahl angeordnet. Dem freiliegenden Ende 294 der
erdfreien Elektrode 290 bezüglich des Flüssigkeitsstrahles diametral gegenüberliegend ist das erste freiliegende
Ende 300 einer zweiten erdfreien Elektrode 302 angeordnet. Das zweite Ende 304 der zweiten erdfreien
Elektrode 302 emittiert eine Korona-Entladung. Dieses Ende 304 ist in Spritzrichtung stromabwärts angeordnet
und gegen das zu besprühende Werkstück gerichtet.
Man erkennt also, daß die erfindungsgemäße Konstruktion so gewählt ist, daß der Hauptteil des
Korona-Entladungsstromes in unmittelbarer Nähe des Zerstäubungsbereiches durch die ausgespritzte Flüssigkeit
geleitet wird. Dadurch erfolgt eine verstärkte Aufladung der zerstäubten Flüssigkeitspartikel. Außerdem
bildet sich ein elektrostatisches Feld heraus, welches die Flüssigkeitspartikel auf die zu besprühende
Fläche lenkt. Für einen optimalen Betrieb müssen die in die DurchlriUskanäle 82,182 ragenden freien Enden der
Elektrodenelemente genügend dicht an der die Flüssigkeit ausstoßenden Düse 42, 142 angeordnet sein, so daß
infolge der kinetischen Energie des ausgestoßenen Flüssigkeitsstrahles ein elektrostatisches Festsetzen von
Flüssigkeitsteilchen an den Elektroden vermieden wird. Obwohl die spezielle Anordnung der Elektrodenenden
zu einem großen Teil von den Eigenschaften der auszusprühenden Flüssigkeit und den Betriebsparametern
des Systems abhängt, haben Experimente gezeigt, daß das freiliegende Ende der primären Korona-Entladungselektrode
vorzugsweise zwischen der die Flüssigkeit ausstoßenden Düse und dem Zerstäubungsbereich
angeordnet werden sollte. Dabei sollte von der Düse eine Entfernung von etwa einem Zentimeter eingehalten
werden. In den meisten Fällen ergab sich ein optimales Ergebnis, wenn das freiliegende Ende der
primären Korona-Entladungselektrode etwa 0,3 cm von der die Flüssigkeit ausstoßenden Düse angeordnet
wurde.
Die Anwendung des Erfindungsprinzips hat gezeigt, daß die Aufladung der Flüssigkeitspartikel mit einem
hohen Wirkungsgrad erfolgt und daß ein entsprechendes elektrostatisches Feld aufgebaut wird, welches die
Flüssigkeitspartikel auf die zu besprühende Oberfläche lenkt; im übrigen führt die Anwendung des Eafindungsprinzipes zu einer Konstruktion, welche eine selektive
Anordnung der Elektroden in einem Gehäuse aus nichtleitendem Material zuläßt, wobei dieses Gehäuse
eine Beeinträchtigung der Funktion der nadeiförmigen Hektrodentefle durch Abtragung oder Brach auf ein
Minimum reduziert oder sogar völlig verhindert.
Claims (7)
1. Elektrostatische Spritzpistole, mit der eine Flüssigkeit in einen Sprühstrahl zerstäubt wird,
wobei im Bereich des Sprühstrahles eine Korona-Entladungselektrode angeordnet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Korona-Entladungselekirode (84, 184, 284) seitlich vom Sprühstrahl
angeordnet ist und daß ebenfalls seitlich vom Sprühstrahl der Korona-Entladungselektrode gegenüberliegend
ein erstes Ende (92, 192, 292) einer erdfreien Elektrode (90,190,290) angeordnet ist.
2. Elektrostatische Spritzpistole nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß die Korona-Entladungselektrode
(84,184,284) und das erste Ende (92, 192, 292) der erdfreien Elektrode (90, 190, 290)
nächst der Zerstäubungsstelle des Sprühstrahles angeordnet sind.
3. Elektrostatische Spritzpistole nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erdfreie
Elektrode (90, 190, 290) ein von dem Sprühstrahl abgewandtes zweites Ende (94, 194, 294) aufweist,
dessen Abstand gegenüber dem nächstliegenden erdgebundenen Potentialpunkt nicht weniger als
10% seines Abstandes zu dem zu besprühenden Werkstück ist.
4. Elektrostatische Spritzpistole nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Korona-Entladungselektrode (84, 184, 284) und das erste Ende (92, 192, 292) der erdfreien
Elektrode (90, 190, 290) sich nur bis in die Randzone des Sprühstrahles erstrecken.
5. Elektrostatische Spritzpistole nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
des zweiten Endes (94, 194, 294) der erdfreien Elektrode (90, 190, 290) gegenüber dem nächstliegenden
erdgebundenen Potentialpunkt an der Spritzpistole so groß ist, daß die Potentialdifferenz
zwischen dem erwähnten zweiten Ende (94,194,294) und dem nächstliegenden erdgebundenen Potentialpunkt
wesentlich größer als die Potentialdifferenz zwischen der Korona-Entladungselektrode (84, 184,
284) und der erdfreien Elektrode (90,190,290) ist.
6. Elektrostatische Spritzpistole nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
zweite Ende (194, 294) der erdfreien Elektrode (190, 290) in Spritzrichtung hinter dem der Korona-Entladungselektrode
(184, 284) gegenüberliegenden ersten Ende (192, 292) der erdfreien Elektrode (190,
290) angeordnet ist.
7. Elektrostatische Spritzpistole nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Ende (294)
der erdfreien Elektrode (290) in der Nähe des Sprühstrahles angeordnet ist, und daß das eine Ende
(300) einer weiteren erdfreien Elektrode (302) dem zweiten Ende (294) der erstgenannten erdfreien
Elektrode (290) in bezug auf den Sprühstrahl gegenüberliegend angeordnet ist.
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