DE2022309C3 - Verfahren zur Behandlung eines flüssigen Szintillatorgemisches - Google Patents
Verfahren zur Behandlung eines flüssigen SzintillatorgemischesInfo
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Description
absinkt Auf Grund dieser Eigenschaft können Radioaktivitätsbestimmungen
alkalischer Proben durch Szintillations-Zahlung selbst unter Verwendung der besten zur
Verfügung stehenden Szintillatorgemische nur dann zu
einigermaßen einwandfreien quantitativen Ergebnissen führen, wenn man jeweils an einer Blindprobe die Höhe
und den zeitigen Verlauf des Chemolumineszenz-Untergrundes bestimmt und zudem bezüglich des Anfangs
und des Endes der Zählperiode vom Zeitpunkt des Vermischens des Szintillationsgemisches mit der zu ι ο
vermessenden Probe einerseits und der Blir.dprobe andererseits jeweils genau übereinstimmende Bedingungen
einhält oder mit der Szintillations-Zählung nach dem Vermischen der zu vermessenden Probe mit dem
SzintUlatorgemisch so lange wartet, bis nach dem Ergebnis des Blindversuchs davon ausgegangen werden
kann, daß der Chemolumineszenz-Untergrund wieder auf einen konstanten, bekannten und ausreichend
niedrigen Wert abgefallen ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, die in der älteren Patentanmeldung P 19 18 2833 vorgeschlagenen
Szintillatorgemische so zu behandeln, daß ihre im Vergleich zum Stand der Technik vorteilhaften
Eigenschaften erhalten bleiben und die ihnen ebenso wie den bekannten Szintillatorgemischen anhaftende
Eigenschaft, daß ihr Chemolumineszenz-Untergrund beim Zusatz von Alkalien langdauernd und drastisch
ansteigt, beseitigt wird, so daß auch Proben von basischen Materialien gezählt werden können, die
radioaktive Isotope niedriger Energie, wie zum Beispiel ^ Tritium, enthalten.
Diese Aufgabe wird nun bei dem eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
Szintillatorgemisch zur Beseitigung der Chemolumineszenz so lange mit einem Behandlungsmittel aus der i«,
Gruppe der basischen Ionenaustauscherharze, Alkalimetallcarbonate, Alkalimetallbicarbonate und/oder des
Ammoniumhydroxids behandelt wird, bis die beim Versetzen des Szintillatorgemisches mit einem basischen
Stoff auftretende Chemolumineszenz auf ein annehmbares Untergrund-Niveau abgesunken ist.
Bevorzugten Ausführungsformen des Verfahrens gemäß erfolgt die Behandlung des Szintillatorgemisches
durch Aufschlämmen des Behandlungsmittels im Szintillatorgemisch, durch Durchleiten des Szintillatorgemisches
durch ein von dem Behandlungsmittel gebildetes Bett oder durch gemeinsame Lagerung des Behandlungsmittels
und des Szintillatorgemisches.
Die in den nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung zu behandelnden Gemischen verwendeten
äthoxylierten Alkylphenole können durch die nachstehende, allgemeine Strukturformel dargestellt werden:
CnH2n+1
-(Q-CH2-CH2),— OH
worin π im Bereich von 7 bis 16 liegt und χ die durchschnittliche Anzahl von Äthylenoxid-Gruppen pro ^0
Molekül darstellt. Der Wert von χ wird selbstverständlich in Abhängigkeit von der Anzahl der Kohlenstoffatome
in dem Alkylsubstituenten variieren. Im allgemeinen jedoch wird der Wert von χ so groß sein, daß das
Verhältnis von n/x im Bereich von 0,83 bis 1,67 liegt. Beispiele von geeigneten, äthoxylierten Alkylphenolen
und bevorzugte Bereiche von n/x umfassen äthoxyliertes Hentvlohenol mit einem Bereich von 0,83 bis 1,08,
äthoxyliertes Octylphenol mit einem Bereich von 0,83 bis 1,11, äthoxyliertes Nonylphenol mit einem Bereich
von 0,89 bis 1,11, äthoxyliertes Decylphenol mit einem
Bereich von 0,90 bis 1,17, äthoxyliertes Undecylphenol mit einem Bereich von 033 bis 1,22, äthoxyliertes
Dodecylphenol mit einem Bereich von 033 b>s 1.27,
äthoxyliertes Tridecylphenol mit einem Bereich von 037
bis 134, äthoxyliertes Tetradecylphenol mit einem Bereich von 1,08 bis 1,55, äthoxyliertes Pentadecylphenol
mit einem Bereich von 1,15 bis 1,67 und äthoxyliertes Hexadecylphenol mit einem Bereich von 133 bis 1,51.
Wie oben erwähnt, stellt χ eine durchschnittliche Anzahl
von Äthoxy-Gruppen pro Molekül dar. Daher werden beispielsweise, wenn man von einem äthoxylierten
Alkylphenol mit 10,0 Äthoxy-Gruppen spricht, sowohl Moleküle anwesend sein, welche mehr, als auch solche,
welche weniger als 10 Äthoxy-Gruppen besitzen.
Sowohl die äthoxylierten Alkylphenole als auch Verfahren zu ihrer Herstellung sind wohlbekannt
Die in den nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung behandelten Gemischen verwendeten Lösungsmittel
sind die flüssigen aromatischen Kohlenwasserstoffe. Nichteinschränkende Beispiele dafür sind
Benzol, Toluol, ο-, m-, p-Xylole und Mischungen , derselben, Cumol, die Äthylbenzole und Mesitylen. Es
wurde gefunden, daß insbesondere Xylol, Toluol und Äthylbenzol die höchste Zählleistung ergeben. Das in
den Gemischen zur Behandlung nach der vorliegenden Erfindung brauchbare Volumverhältnis von Lösungsj
mittel zu äthoxyliertem Alkylphenol beträgt im allgemeinen von 3:1 bis 1:1. Das angewandte
Verhältnis wird durch die Anforderungen an die Probenstabilität, die Temperatur, bei der die Proben
gemessen werden, die Anforderungen an die Zähllei-5 stung und den Prozentgehalt der zu messenden Probe
bestimmt. Die brauchbarsten Verhältnisse von Lösungsmittel zu äthoxyliertem Alkylphenol liegen im Bereich
von2,4 : Ibis 1,6 :1.
Die gelösten Szintillationsstoffe der erfindungsgemäß behandelten flüssigen Szintillatorgemische sind solche,
die dem Fachmann wohlbekannt sind. Diese gelösten Szintillationsstoffe können lediglich einen Szintillationsstoff
enthalten oder sie können ebenso einen zweiten gelösten Stoff enthalten, wie z. B. einen Spektrumverschieber.
Einige der besser bekannten Szintillationsstoffe, die in den nach dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung behandelten Gemischen brauchbar sind, sind solche, wie p-Terphenyl, die Oxazole und/oder die
Oxadiazole. Vermutlich der am besten bekannte Oxadiazol-Szintillationsstoff ist 2-(4-Biphenylyl)-5-phenyl-1,3,4-oxadiazol
und der bestbekannteste Oxazol-Szintillationsstoff ist 2,5-Diphenyloxazol. Einige der
besser bekannten sekundären gelösten Stoffe, die .nit den vorstehenden primären gelösten Stoffen kombiniert
sein können, sind l,4-Bis-2-(5-phenyloxazolyl)-benzol, p-Bis-2-(5-l-naphthyl-oxazolyl)-benzol, 1,6-Diphenyl-1,3,5-hexatrien
und 2-(l-Naphthyl)-5-phenyloxazol und p-Bis-(o-methylstyryi)-benzol. Ein anderer gelöster
Szintillationsstoff, der als Stand der Technik erwähnt ist, ist m-Terphenyl plus 0,5% Anthracen. Die gelösten
Szintillationsstoffe brauchen lediglich in Mengen vorhanden sein, die dazu ausreichen, die Gemische als
Flüssig-Szintillatoren brauchbar zu machen. Die optimale Menge wird gemäß der besonderen Komponente
oder der Komponenten, welche den gelösten Szintillationsstoff ausmachen, variieren, und die Menge wird im
allgemeinen hinsichtlich der Kosten, der Löslichkeit und der Leistungsanforderungen abgewogen sein. Der
gelöste SzintiUationsstoff wird im allgemeinen in
Mengen von 0,5 bis 50 g pro Liter, jedoch öfters in Mengen von 1 bis 12 g pro Liter vorhanden sein. Wenn
von lediglich ersten gelösten Sdntillationsstoffen
gesprochen wird, sind diese gewöhnlich in Mengen von
etwa 0,5 bis 12 g pro Liter anwesend. Sekundäre gelöste
Stoffe sind gewöhnlich in relativ geringen Mengen im Vergleich zu den Szintillationsstcff en vorhanden, d. h. in
Mengen von etwa 0,05 bis 3 g pro Liter. So kann z. B. der
gelöste SzintiUationsstoff aus 2^-Diphenyloxazol und
p-Bis(o-methylstyryl)-benzol zusammengesetzt seia
Das Behandlungsverfahren nach der vorliegenden Erfindung wird durch inniges Vermischen des Szintillatorgemisches mit den angegebenen basischen Behandlungsmitteln, die entweder flüssig oder fest sind,
während einer solchen Zeitdauer durchgeführt, daß die bei Zugabe eines basischen Materials zu den Szintillatorgemischen beobachtete Chemolumineszenz auf ein
annehmbares Niveau herabgesetzt ist Der Ausdruck »annehmbares Niveau«, wie er hier verwendet wird,
bezeichnet eine Untergrund-^ählgeschwindigkeit, allgemein ausgedrückt als Zählimpulse pro Sekunde, die
einen solchen Zahlenwert besitzt, daß sie eine zu vernachlässigende Einwirkung auf die Genauigkeit der
durchzuführenden Messung hat Zum Beispiel besitzen die hier behandelten Szintillatorgemische gewöhnlich
ein Untergrund-Niveau von 1,20 Zählimpulsen/Sekunde, das dann erhalten wird, wenn eine Probe von
nicht-radioaktivem, destilliertem Wasser gezählt wird. Im allgemeinen kann ein annehmbares Niveau als ein
Untergrund-Zählniveau von nicht höher als 2 Zählimpulsen/Sekunde definiert werden, wenn radioaktive
Isotope niederer Energie, z. B. Tritium, zugegen sind und von 0,8 Zählimpulsen/Sekunde, wenn Isotope
höherer Energie, z. B. Kohlenstoff'4, zugegen sind. Die
Kontaktzeit, die erforderlich ist, ein gewisses annehmbares Untergrund-Niveau zu erhalten, hängt von vielen
Faktoren ab, wie z. B. der spezifischen Oberfläche des Behandlungsmittel, wenn ein Festkörper verwendet
wird, der Menge an vorhandenem Behandlungsmittel 40,
und dem Anfangsniveau der Chemolumineszenz.
Eine Klasse von wirksamen Behandlungsmitteln sind die basischen Ionenaustauscherharze, einschließlich
stark basische Harze, wie z. B. diejenigen, die quartäre Ammon.umgruppen, Sulfoniumgruppen, Phosphoniumgruppen
und dergleichen enthalten, mittel-basische Harze, wie z. B. solche, die gemischte tertiäre Amin- und
quartäre Ammoniumgruppen enthalten und schwach basische Harze, wie z. B. diejenigen, die primäre,
sekundäre und tertiäre Aminogruppen und gemischte primäre, sekundäre und tertiäre Aminogruppen enthalten.
Die basischen Ionenaustauscherharze werden gewöhnlich hergestellt, indem man zuerst eine unlösliche,
unschmelzbare Polymer-G-undmasse bildet, in die durch eine geeignete chemische Einwirkung aktive
basische Gruppen eingeführt werden können. Jedoch werden nur wenige Harze durch eine 1-Stufen-Kondensation
hergestellt. Die Ionenaustauscherharze, die als
Anion-Austauscherharze bekannt sind, haben eine Grundmasse aus vernetztem Polystyrol, wie eines ^
Copolymeren mit einem größeren Anteil an Styrol und einem kleineren Anteil an Divinylbenzol und/oder
Äthylvinylbenzol. Verbindungen, wie z. B. Isopren oder Butadien können ebenfalls als vernetzende Mittel
verwendet werden. Eine derartige vernetzte Polystyrol- ^5
Grundmasse kann durch Chlormethylierung und Aminierung in ein stark basisches Austauscherharz umgewandelt
werden. Ebenfalls haben viele Anionen-Austauscherharze Grundmassen als Basis, welche Phenol-
Formaldehyd-Kondensate sind
Die in der vorliegenden Erfindung brauchbaren Anionen-Austauscherharze können verschiedene Größen
und Formen haben. Gewöhnlich liegen diejenigen, die eine Styrol-Polymer-Grundmasse besitzen, in Form
von Perlen vor, während diejenigen mit einer Grundmasse aus einem Phenol-Formaldehyd-Kondensat granuliert sind. Die Teilchewgröße wird gewöhnlich
zwischen etwa 0,2 bis 1,68 mm liegen, obwohl die Verwendung beim Verfahren nach vorliegender Erfindung nicht auf irgendeine besondere Teilchengröße
beschränkt ist
Andere geeignete Behandlungsmittel sind die Alkalimetallcarbonate, wie z.B. Natrium-, Lithium- und
Kaliumcarbonat, Alkalimetallbicarbonate, wie z. B. Natrium-, Lithium- und Kaliumbicarbonat und Ammoniumhydroxid.
Die erfindungsgemäße Behandlung kann, wie oben schon erwähnt, auf mehreren verschiedenen Wegen
durchgeführt werden. Zum Beispiel können die Szintillatorgemische mit den festen Behandlungsmitteln auigeschlämmt
durch Schichten der festen Behandlungsmittel perkoliert, oder die Gemische können zusammen mit
den flüssigen oder den festen Behandlungsmitteln gelagert werden. Wenn das verwendete Behandlungsmittel
eines der basischen Ionenaustauscherharze ist. kann das Perkolationsverfahren angewandt werden, bei
dem das Szintillatorgemisch oder der flüssige Träger durch ein Bett des betreffenden Harzes durchgeleitet
wird. Das Perkolationsverfahren wird am bequemsten ausgeführt, indem man eine geeignete Säule mit dem
Harz füllt und das flüssige Szintillatorgemisch durch die Säule führt. Die Länge der verwendeten Säule kann in
weitem Bereich variieren, vorausgesetzt, daß sie eine genügende Kapazität für eine Herabsetzung der
Chemolumineszenz auf ein annehmbares Untergrund-Niveau besitzt. Im allgemeinen ist die Größe der
verwendeten Säulen exakt durch das Volumen des Szintillatorgemisches oder des flüssigen Trägers geregelt,
dessen Behandlung erstrebt wird. Wenn es beispielsweise gewünscht wird, ein kommerzielles
Verfahren in großem Maßstab durchzuführen, können Säulen von extrem großer Kapazität angewandt
werden, wohingegen bei Oprationen im kleineren Maßstab um vieles kleinere Säulen angewandt werden
können. Die Fließgeschwindigkeit des Flüssig-Szintillatorgemisches oder des flüssigen Trägers durch die Säule
kann ebenfalls über ziemlich weite Bereiche in Abhängigkeit von der Größe der verwendeten Säule
variieren. Das Perkolatio.isverfahren kann ebenso angewandt werden, wenn das verwendete Behandlungsmittel
ein Alkalimetall-carbonat oder -bicarbonat ist. Im Falle der Verwendung von Säulen mit den vorerwähnten
Carbonaten oder -bicarbonaten kommen dieselben, oben bei der Verwendung von Säulen der basischen
Ionenaustauscherharze diskutierten Erwägungen zur Anwendung.
Die Behandlung nach der vorliegenden Erfindung kann ebenso durch Aufschlämmen der flüssigen
Gemische oder der flüssigen Träger mit den festen Behandlungsmitteln durchgeführt werden. Dieses kann
selbstverständlich durch viele verschiedenartige Techniken, wie z. B. durch einfaches Schütteln, einer Mischung
des Behandlungsmittels und des flüssigen Gemisches oder des flüssigen Trägers oder durch bloßes Rühren
des heterogenen Systems erfolgen. Die Aufschlämmungsmethode ist besonders geeignet, wenn Alkalime-
tallcarbonate oder -bicarbonate als Behandlungsmittel verwendet werden. Die Menge an festem Behandlungsmittel,
das mit den Zubereitungen oder den Trägern aufgeschlämmt wird, ist nicht entscheidend und braucht
lediglich in einer wirksamen Menge für die Herabsetzung der Chemolumineszenz auf das gewünschte
annehmbare Untergrund-Niveau für die besondere, durchzuführende Messung zu bestehen. Im allgemeinen
jedoch werden Mengen an festen Behandlungsmitteln im Bereich von 1 bis 10 Gew.-% des vereinigten
Gewichtes an festem Behandlungsmittel und Szintillatorgemisch ider flüssigem Träger angewandt Es ist
offensichtlich, daß, je größer die verwendete Menge an Behandlungsmittel ist die erforderliche Behandlungszeit zur Erzielung von wünschenswerten Untergrund-Niveaus
umso niedriger sein wird. Beispielsweise sind, wenn große Mengen (< 15 Gew.-%) an festem
Behandlungsmittel verwendet werden, Behandlungszeiten von nur 30 Sekunden ausreichend, um die
Szintillatorgemische für das Zählen von basischen Materialien niederer Aktivität z. B. von tritiumenthaltenden
Materialien geeignet zu machen. Es solUe darauf hingewiesen werden, daß die Behandlung entweder
durch das Perkolationsverfahren, oder das Aufschlämmungsverfahren mit den festen Behandlungsmitteln die
Szintillatorgemische nicht bleibend von einer Chemolumineszenz-Reaktion
freistellt wenn eine basische Probe zugegeben wird. Es wurde gefunden, daß die Szintillatorgemische,
selbst wenn sie behandelt worden sind, oder die Szintillatorgemische, die aus den behandelten,
flüssigen Trägern hergestellt wurden, eine Chemolumineszenz-Reaktion erfahren, wenn sie zu lang nach der
Behandlung stehengelassen werden. Wenn es daher gewünscht ist, das Szintillatorgemisch mehr oder
weniger bleibend frei von irgendeiner Chemolumineszenz-Reaktion aufzubewahren, ist es zu empfehlen, das
flüssige Szintillatorgemisch zusammen mit einer gewissen Menge an einem oder mehreren der Behandlungsmittel
zu lagern. Selbstverständlich können die nüssigen Träger, d. h„ das aromatische Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel
und das äthoxylierte Alkylphenol abwechselnd mit den Behandlungsmitteln gelagert werden, bis
sie für eine Verwendung zur Herstellung der Szintillatorgemische
fertig sind. Wenn die Lagerung angewandt wird, kann die Menge an Behandlungsmittel im Bereich
von 0,1 bis 10 Gew.-% an vereinigtem Behandlungsmittel und Szintillatorgemisch oder flüssigem Träger liegen.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung kann ebenso durch Mischen von 0,1 bis 5 Gew.-% von konzentriertem
Ammoniumhydroxid mit dem flüssigen Szintillatorgemisch durchgeführt werden. Die Anwesenheit von
Ammoniumhydroxid stört die nachfolgenden Messungen, bei denen ein basisches Material zugegeben wird,
nicht Es ist klar, daß bei Verwendung von Ammoniumhydroxid als Behandlungsmittel zur Behandlung lediglich
die Lagerungsmethode angewandt werden kann, da ja Ammoniumhydroxid eine Flüssigkeit ist
Die Erfindung wi: d durdi die nachfolgenden Beispiele,
welche jedoch den Schutzumfang derselben nicht beschränken sollen, erläutert Das in allen Beispielen
verwendete äthoxylierte Alkylphenol ist ein äthoxyliertes Nonylphenol das im Durchschnitt von 9,2 Äthoxygruppen
pro Molekül und ein n/x-Verhältnis von 1.02 besitzt
Man mischt 10 ml eines flüssigen Szintillatorgemisches.
enthaltend 633 Vol.-% Xylol, 36.7 Vol.-% äthoxyliertes Nonylphenol, 0,55% (Gew./VoL) 2,5-Diphenyloxazol
und 0,24% (Gew./Vol.) p-Bis(o-methylstyryl)-benzol mit 2 ml destilliertem Wasser. Die homogene
Mischung zeigt eine anfängliche Zählgeschwindigkeil von 1,20 Zählimpulsen/Sekunde, die sich nach
Stehenlassen über längere Zeiträume nicht ändert
ίο 10 ml des flüssigen Szintillatorgemisches aus Beispiel
1 werden mit 2 ml 0,1-normaler NaOH gemischt Die homogene Mischung besitzt eine anfängliche Zählgeschwindigkeit
von 60 000 Zählimpulsen/Sekunde, die sich nach 1 Stunde auf 1250 Zählimpulse/Sekunde und
nach 48 Stunden auf 1,66 Zählimpulse/Sekunde verringert
Ein Teil des flüssigen Szintillatorgemisches aus jo Beispiel 1 wird durch ein Bett eines stark basischen
Ionenaustauscherharzes, das quartäre Ammoniumgruppen als funktioneile Gruppen enthält durchgeleitet Das
Harzbett besteht aus einer 2,54 χ 2032cm-Säule mit Harz. Es wird eine Durchflußgeschwindigkeit von ca.
1 ml/Min, aufrechterhalten. 10 ml des flüssigen Szintillatorgemisches,
das das Harzbett passiert hat wird mit
2 ml 0,In-NaOH gemischt. Die homogene Mischung ergibt eine anfängliche Zählgeschwindigkeit von 2
Zählimpulsen/Sekunde, die innerhalb 5 Minuten auf weniger als 13 Zählimpulse/Sekunde abfällt
10 ml des flüssigen Szintillatorgemisches, wie es in Beispiel 1 verwendet worden war, enthaltend 1 Gew.-%
konzentriertes Ammoniumhydroxid, wird mit 2 ml 0,1 -normaler NaOH gemischt Die homogene Mischung
hat eine anfängliche Zählgeschwindigkeit von etwa 5 Zählimpulsen/Sekunde, die rasch auf ein normales
Untergrund-Niveau von unter 1,3 Zählimpulse/Sekunde abnimmt
Das in Beispiel 1 verwendete flüssige Szintillatorgemisch wird mit 5 Gew.-% Natriumcarbonat 16 Stunden
lang aufgeschlämmt 10 ml des so behandelten flüssigen Szintillatorgemisches werden mit 2 ml 0,2-normaler
NaOH gemischt Die homogene Mischung hat eine anfängliche Zählgeschwindigkeit von 4 Zählimpulsen/
Sekunde, die innerhalb von 5 Minuten auf eine normale Untergrund-Geschwindigkeit von unter 13 Zählimpulse/Sekunde
abnimmt
Das flüssige Szintillatorgemisch von Beispiel 1 wird 3 Monate zusammen mit 5 Gew.-9'b Natriumcarbonat
gelagert Nach der dreimonatigen lagerzeit ergibt eine
homogene Mischung aus einer lOml-Probe des
flüssigen Szintillatorgemisches und 2 ml 0,1 -normaler NaOH eine anfängliche Zählgeschwindigkeit von ca. 3
Zählimpulsen/Sekunde, die rasch auf einen Wert von unter 13 Zählimpulsen/Sekunde absinkt
Wie die vorstehenden Beispiele eindeutig beweisen, ist das Behandlungsverfahren der vorliegenden Erfindung
in extremer Weise wirksam, um die flüssigen Szintillatorgemische für eine Verwendung zum Zählen
von basischen Materialien geeignet zu machen.
709 608/114
Claims (2)
- Patentansprüche:. 1. Verfahren zur Behandlung eines für die Messung der Radioaktivität von Proben geeigneten flüssigen SzintHlatorgemisches, das als wesentliche Bestandteile mindestens einen aromatischen Kohlenwasserstoff als Lösungsmittel, mindestens einen gelösten Szintillationsstoff und ein äthoxyliertes Alkylphenol mit 7 bis 16 Kohlenstoffatomen im Alkylrest und einem Verhältnis der Anzahl der Kohlenstoffatome im Alkylrest zur durchschnittlichen Anzahl der Äthoxygruppen von 0,83 bis 1,67 enthält, dadurch gekennzeichnet, daß das Szintillatorgemisch zur Beseitigung der Chemolumineszenz so lange mit einem Behandlungsmittel aus der Gruppe der basischen Ionenaustauscherharze, Alkalimetallcarbonate, Alkalimetallcarbonate und/oder des Ammoniumhydroxids behandelt wird, bis die beim Versetzen des Szimillatorgemisches mit einem basischen Stoff auftretende Chemolumineszenz auf ein annehmbares Untergrund-Niveau abgesunken ist
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung des Szintillatorgemisches durch Aufschlämmen des Behandiungsmittels im Szintillatorgemisch, durch Durchleiten des Szintillatorgemisches durch ein von dem Behandlungsmittel gebildetes Bett oder durch gemeinsame Lagerung des Behandlungsmittels und des Szintillatorgemisches erfolgtIS202SDie Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung eines für die Messung der Radioaktivität von Proben geeigneten flüssigen Szintillatorgemisches, das als wesentliche Bestandteile mindestens einen aromatischen Kohlenwasserstoff als Lösungsmittel, mindestens einen gelösten Szintillationsstoff und ein äthoxyliertes Alkylphenol mit 7 bis 16 Kohlenstoffatomen im Alkylrest und einem Verhältnis der Anzahl der Kohlenstoffatome im Alkylrest zur durchschnittlichen Anzahl der Äthoxygruppen von 0,83 bis 1,67 enthältDas Verfahren dient dazu, das Szintillatorgemisch für das Zählen basischer Probenstoffe geeignet zu machen. In den letzten Jahren entwickelte sich die Flüssig-Szintillationszählung zu einem sehr verbreiteten Verfahren zur Messung von j3-Strahlern mit niederer Energie, wie z. B. von C14, S35 und H3. Kurz gesagt, wird die Flüssig-Szintillationszählung durch Vereinigung der zu analysierenden radioaktiven Probe mit einem Flüssig-Szintillator zur Bildung einer Zählprobe durchgeführt. Die Strahlung aus der Probe regt den flüssigen 5s Szintillator an, wodurch die Emission von Szintillationslichtimpulsen bewirkt wird, welche proportional zu der Radioaktivität der Probe sind. Diese Lichtimpulse werden dann unter Verwendung einer geeigneten Apparatur »gezählt«. Die zur Flüssig-Szintillationszählung brauchbaren flüssigen Szintillatoren umfassen üblicherweise einen Lösungsmittelanteil, d. h. einen flüssigen Träger und einen Anteil an Gelöstem. Der Anteil an Gelöstem wird nachstehend als gelöster Szintillationsstoff bezeichnet und kann sowohl einen 6s ersten gelösten Stoff als auch andere Komponenten, wie z. B. einen zweiten gelösten Stoff enthalten. Der zweite eelöste Stoff ist gewöhnlich ein Wellenbereich-Verschieber, der zur Erzielung einer wünschenswerteren Wellenlänge der Szintillationsüchtimpulse angewandt wird. Der erste gelöste Stoff wird gewöhnlich als Szintillationsstoff bezeichnet und diese Bezeichnung wird nachstehend beibehalten. Die am häufigsten verwendeten Lösungsmittel oder flüssigen Träger für die Flüssig-Szintillationszählung sind die Alkylbenzole, wie z. B. Toluol, Xylol oder Äthylbenzol. Jedoch lassen Alkylbenzol-Lösungsmittel das Zählen von wäßrigen Proben in einem homogenen Medium nicht zu. Als Folge wurden andere Phosphore entwickelt, wie z. B. Mischungen von Äthanol und Toluol, welche das Zählen von wäßrigen Proben in homogener Lösung erlauben.Wenn auch manche flüssige Szintillatoren nach dem Stande der Technik das Zählen von wäßrigen Proben zulassen, so gestatten sie doch nicht die Messung von Zählproben mit einem hohen Prozentsau an Wasser. Dies ist eine Folge der Abnahme in der Zählleistung, welche erfolgt, wenn die Wasserkonzentration der Zählprobe ansteigt herbeigeführt durch die Tatsache, daß lediglich kleine Prozentgehalte an Wasser gelöst oder homogen suspendiert werden können.Aus dem »International Journal of Applied Radiation and Isotopes«, Band 19,1968, Nr. 4, S. 377 und 378, und Nr. 7, S. 557 bis 560, sind Szintillator-Mischungen bekannt die einen aromatischen Kohlenwasserstoff als Lösungsmittel, einen darin gelösten Szintillationsstoff und das nichtionische oberflächenaktive Mittel Isooctylphenoxy-polyäthoxy-äthanol enthalten. Bei diesem nichtionischen oberflächenaktiven Mittel handelt es sich um ein Material, das durchschnittlich 10 Äthylenoxidein heiten im Molekül aufweist.Gegenstand der älteren Patentanmeldung P 19 18 28i3 sind für das Zählen von wäßrigen Proben ; geeignete flüssige Szintillator-Mischungen der eingangs genannten Art, die im wesentlichen alle diese Schwierigkeiten beseitigen, die bei den Mischungen nach dem Stande der Technik, die zum Zählen derartiger Proben verwendet werden, auftreten. Wenn auch die in der vorerwähnten Anmeldung vorgeschlagenen Mischungen sowohl für das Zählen von nichtwäßrigen als auch von wäßrigen Proben ausgezeichnet sind, wurde jedoch gefunden, daß die Mischungen einer Chemolumineszenz-Reaktion unterliegen, wann immer sie für die radioaktive Prüfung von basischen Materialien verwendet werden. Die Chemolumineszenz-Reaktion, die beim Vermischen der Szintillator-Mischungen mit basischen Proben auftritt weist eine relativ lange Halbwertszeit auf, was eine beträchtliche Verzögerung zwischen der Zugabezeit der basischen Probe und der Zeit, zu der die Messung ohne Störung durchgeführt werden kann, verursacht. Dieses Problem ist besonders schwierig bei der radioaktiven Prüfung von basischen Proben, die Tritium und andere radioaktive Isotope von niederer Energie enthalten. In diesen Fällen wurde gefunden, daß Zeiten bis hinauf zu 5 Tagen erforderlich waren, um die Chemolumineszenz auf ein annehmbares Untergrund-Niveau abzuschwächen, bei dem genaue Messungen gemacht werden können.Diese herkömmlichen Szintillatorgemische vermögen somit nicht voll zu befriedigen, da sie zwar beim Versetzen mit einer neutralen Probenflüssigkeit, wie beispielsweise Wasser, einen sehr niedrigen Chemolumineszenz-Untergrund aufweisen, der jedoch beim Versetzen mit einer alkalischen Probenflüssigkeit außerordentlich stark und unter Umständen bis auf einen zigtausendfach höheren Wert ansteigt und erst nach geraumer Zeit wieder auf einen tragbaren Wert
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US82274269A | 1969-05-07 | 1969-05-07 | |
| US82274269 | 1969-05-07 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2022309A1 DE2022309A1 (de) | 1970-11-19 |
| DE2022309B2 DE2022309B2 (de) | 1976-07-15 |
| DE2022309C3 true DE2022309C3 (de) | 1977-02-24 |
Family
ID=
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