DE19955169A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Ausübung einer Kraft auf magnetische Partikel - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Ausübung einer Kraft auf magnetische Partikel

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    • B03C1/02Magnetic separation acting directly on the substance being separated
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Abstract

Es ist ein Verfahren zur Ausübung einer Kraft auf innerhalb eines Behälters befindliche, in einer Flüssigkeit verteilte magnetische Partikel durch Anlegen eines magnetischen Feldes offenbart, bei dem als magnetisches Feld das durch eine elektromagnetische Erregerspule mit einem um diese geschlossenen weichmagnetischen Eisenkreis mit Luftspalt erzeugte Streufeld verwendet wird. DOLLAR A Weiter offenbart ist eine Vorrichtung, in der das Verfahren zur Abscheidung von magnetischen Partikeln aus einer innerhalb eines Behälters befindlichen Flüssigkeit angewendet wird.

Description

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Ausübung einer Kraft auf innerhalb eines Be­ hälters befindliche, in einer Flüssigkeit verteilte magnetische Partikel durch Anlegen eines magnetischen Feldes, insbesondere ein Verfahren zur Abtrennung einer Komponente einer Flüssigkeit von anderen Komponenten der Flüssigkeit sowie eine dafür geeignete Vorrichtung.
In der Folge werden unter Flüssigkeiten insbesondere solche verstanden, wie sie in der klini­ schen Analytik, im Bereich der chemischen Synthese oder des Hochdurchsatzscreenings an­ fallen. Dazu gehören insbesondere Körperflüssigkeiten wie Blut, Serum, Plasma, Lymphflüs­ sigkeit, Stuhl, Sputum oder Urin sowie durch Zugabe von Reagenzien oder durch Entnahme einzelner Komponenten davon abgeleitete Flüssigkeiten. Komponenten dieser Flüssigkeiten sind insbesondere chemische Substanzen mit einer analytischen Bedeutung wie z. B. immu­ nologisch aktive Substanzen, z. B. Antikörper, Antigene, Haptene aber auch Nukleinsäuren z. B. aus Zellen des betreffenden Körpers, jedoch auch Organismen, die diesen Körper befal­ len haben wie z. B. Vieren oder Bakterien sowie Zellen z. B. des Abwehrsystems des Körpers wie Lymphozyten.
Bei der Analyse von Komponenten einer Flüssigkeit stellt sich oft das Problem, daß die Flüs­ sigkeit nur kleine Mengen der zu bestimmenden Komponente enthält und außerdem noch eine Reihe ganz ähnlicher Komponente vorhanden sind.
Aus diesem Grund wird schon seit längerer Zeit der eigentlichen Detektion der Komponente ein Schritt zur Anreicherung bzw. Reinigung der nachzuweisenden Komponente vorgeschaltet. Bevorzugt wird z. B. die möglichst selektive Immobilisierung der Komponente an einer festen Phase und deren anschließende Abtrennung von der Flüssigkeit. Die immobilisierte Kompo­ nente wird dann entweder an der festen Phase direkt oder nach Überführung in eine weitere Flüssigkeit nachgewiesen. Als feste Phase können saugfähige Vliese, Behälterwandungen oder auch teilchenförmige Phasen verwendet werden.
Magnetische oder magnetisierbare Teilchen als feste Phasen eignen sich besonders gut für entsprechende Bindungen, da diese wegen ihrer Suspendierbarkeit eine ausreichend schnelle Immobilisierung der Komponenten an ihre Oberfläche erlauben, andererseits aber auch durch Anlegen eines Magnetfeldes schnell von den sie umgebenen Flüssigkeiten zu separieren sind.
Unter magnetischen Mikropartikeln oder magnetischen Teilchen sollen solche Mikropartikel verstanden werden, die durch ein magnetisches Feld angezogen werden. Diese Partikel kön­ nen demnach selbst eine Magnetisierung besitzen, bevorzugt sind jedoch solche Materialien, die eine möglichst kleine Remanenz aufweisen. Das Material der Mikropartikel kann ein zu­ sammengesetztes Material sein, beispielsweise eine Matrix, die magnetisch anziehbare Teil­ chen enthält. Bei dem magnetisch anziehbaren Material kann es sich beispielsweise um Eisen, Eisenoxyde, Nickel, Kobalt, Samarium oder Chromoxyde handeln. Ein oder mehrere Teilchen dieses Materials können in einer Matrix eingebettet sein. Die Matrix selbst kann aus einer Vielzahl von Materialien z. B. organischen oder anorganischen Polymeren bestehen.
Bekannt geworden sind auch beschichtete Mikropartikel, deren Beschichtung z. B. aus einem Polymer bestehen kann, das auf seiner Oberfläche reaktive Gruppen trägt (vgl. US 4,454,234) oder mit einer biologisch aktiven Komponente beschichtet ist (vgl. US 4,177,253, US 3,933,977). Sowohl die Herstellung von magnetischen Mikropartikeln als auch deren Be­ schichtung ist im Stand der Technik hinlänglich bekannt (vgl. US 4,297,377, DE 30 14 036, DE 39 00 945). Mit biologisch aktiven Gruppen (Funktionalitäten) beschichtete Mikropartikel sind ebenfalls im Handel erhältlich z. B. von den Firmen Chemagen, Dynal-Tech und Rhône Pou­ lenc. Da die eigentliche Durchführung immunologischer Tests mit magnetischen Mikroparti­ keln im Stand der Technik bekannt ist (z. B. US 4,219,335 oder DE 44 21 058) wird an dieser Stelle nicht mehr auf den chemischen bzw. immunologischen Aspekt eingegangen.
Zur Trennung der Lösung von der festen Komponente wurden verschiedene Techniken entwic­ kelt. In der EP 0 589 636 wird z. B. ein Verfahren beschrieben, bei dem ein Behälter in eine Vorrichtung eingebracht wird, unter der sich ein oder mehrere Stabmagneten oder eine ma­ gnetisierte Platte befinden, so daß die magnetischen Partikel kreisringförmig an die Seiten­ wandung gezogen werden können.
Neben der Verwendung von Permanentmagneten in Form von unter Behältern angebrachten Magnetstäben oder Magneteinheiten wurden auch magnetisierbare Pipettenspitzen entwickelt (vgl. DE 44 23 878). In der DE 296 14 623 schließlich wird ein Magnetseparator zum Trennen und Waschen von paramagnetischen Partikeln sowie zur Elution von Stoffen mit bewegten Dauermagneten beschrieben.
Die bisher bekannten Verfahren sind für einen Einsatz im Bereich der Automatisierung, hier insbesondere im Bereich der Hochdurchsatz-Screeninganlagen nicht geeignet, da entweder Röhrchen transportiert oder die Magnete an die Reaktionsbehälter herangebracht werden müssen. Weiterer Nachteil der bisher beschriebenen Verfahren und Vorrichtungen ist es, daß sie eine komplizierte und oft wenig effektive Resuspendierung erfordern.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, bei dem unter Vermeidung der aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile die Abtrennung von Magnetpartikeln einfach und effektiv, insbesondere auch in Verbindung mit automatisierten Einrichtungen durchgeführt werden kann und bei dem keine Permanentma­ gneten, magnetische Stäbe oder sonstige magnetische Einrichtungen bewegt, insbesondere nicht in die entsprechenden Behälter eingetaucht werden müssen, so daß diese vor Kontami­ nationen geschützt sind.
Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren nach Anspruch 1 bzw. einer Vorrichtung nach An­ spruch 6 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausführungsformen und unter Bezug­ nahme auf die beigefügten Zeichnungsfiguren näher erläutert, die Folgendes zeigen:
Fig. 1 zeigt eine erste Anordnung von Spulen für einen Magnet-Separator;
Fig. 2 zeigt eine Edelstahl-Haube für die Anordnung aus Fig. 1;
Fig. 3 zeigt den kompletten Magnetseparator mit eingesetzten Behältern in Aufsicht;
Fig. 4 zeigt den kompletten Magnetseparator mit eingesetzten Behältern in Längsseiten­ ansicht;
Fig. 5 zeigt den kompletten Magnetseparator mit eingesetzten Behältern in Querseitenan­ sicht;
Fig. 6 zeigt den kompletten Magnetseparator im Schnitt A-A aus Fig. 3;
Fig. 7 zeigt den kompletten Magnetseparator in Unteransicht;
Fig. 8 zeigt eine zweite Anordnung für einen Magnetseparator in geschnittener Seitenan­ sicht;
Fig. 9 zeigt die Rückschlußplatte für die Anordnung aus Fig. 8; und
Fig. 10 zeigt die Vergußschale für die Anordnung aus Fig. 8.
Unter Behälter werden im Folgenden solche verstanden, welche die Flüssigkeit sowie die darin enthaltenen Komponenten enthält. Es kann sich hierbei um einen nach unten hin geschlosse­ nen Behälter wie ein Test-Tube, eine Küvette oder ein Eppendorfgefäß handeln. Erfindungsge­ mäß kann es sich jedoch auch um einen nach unten hin zu öffnenden Behälter handeln oder auch um einen Behälter, welcher nach unten mit einer Filtrationsschicht mit einer Filtrations­ matte oder einem Filter geschlossen ist. Diese Behälter bestehen üblicherweise aus einem nicht magnetischen und nicht magnetisierbaren Material, z. B. Glas oder Kunststoff, bevorzugt aus Polystyrol, PE, PP, Polycarbonat oder Polyurethan. Bevorzugt fassen diese Behälter einen Inhalt zwischen 20 µl und 5000 ml und besonders bevorzugt einen Inhalt zwischen 50 µl und 25 ml. Eine zylindrische Form des entsprechenden Behälters wird hierbei bevorzugt, wobei es sich jedoch auch um eine Anordnung von vielen einzelnen Kavitäten innerhalb einer Mikroti­ terplatte mit 8 bis 1536 Kavitäten handeln kann.
Um in einem Behältnis räumlich in etwa gleichmäßig verteilte weichmagnetische Partikel an einer definierten Stelle der Behälterwandung abzuscheiden, muß auf alle Magnetpartikel eine Kraft in Richtung auf die Abscheidestelle wirksam werden. Weichmagnetische Teilchen kön­ nen über die Divergenz eines äußeren Magnetfeldes an die Stelle höchster magnetischer Feldstärke gezogen werden. Ein homogenes Magnetfeld wie z. B. im Innern einer geeigneten Spule bewirkt dagegen keine Kraft auf diese Partikel mit intern geringem magnetischen Wi­ derstand.
Ziel bei der Auslegung des elektromagnetischen Partikelabschneiders war, Konfigurationen zu finden, die gleichzeitig in vielen Behältnissen bei möglichst geringer elektrischer Verlustlei­ stung (Erwärmung) zu einer schnellen Abscheidung führen (hohe Felddivergenz zu den Ab­ scheidestellen).
Der relativ zur elektrischen Spulenleistung höchste magnetische Fluß kann durch einen um die Erregerspule geschlossenen, weichmagnetischen Eisenkreis (Permeabilität µr»1) erreicht werden. Wird in diesen Magnetkreis ein Luftspalt eingebracht, so vermindert sich zwar der magnetische Gesamtfluß, allerdings entsteht gleichzeitig ein für die vorliegende Aufgabe nutz­ bares Streufeld in Spaltumgebung, das die gewünschte hohe Divergenz zum Anziehen von magnetischen Partikeln aufweist. Die Spaltbreite kann so optimiert werden, daß bei gegebe­ nem Strom und Windungszahl der Erregerspule (Spulenverlustleistung) eine maximale Diver­ genz der magnetischen Feldstärke neben dem Luftspalt selbst entsteht. Ist die Feldstärke durch nicht zu große Spaltbreite ausreichend groß, ergibt sich eine starke Abnahme neben dem Spalt. Ist der Spalt zu klein, ergibt sich zwar eine große Feldstärke im Spalt, aber nur ein kleiner Streufluß außerhalb des Spalts. Im Grenzfall ergibt sich ein großer Fluß ausschließlich im Eisenkreismaterial und keine Feldstärke außerhalb.
Bei der vorliegenden Erfindung wird dieser Effekt dadurch genutzt, daß der auf Streuflußdiver­ genz optimierte Magnetspalt seitlich an die Behälterwandungen angelegt ist. Der Effekt ist damit im Gegensatz zu z. B. aus der EP 0 589 636 bekannten Polschuhkonfigurationen unab­ hängig von Behälterdurchmesser und -form. Die Spaltlänge und damit die Länge des Gebietes der Abscheidung sowie der Höhe dieser Region relativ zum Behälterboden kann damit der Aufgabenstellung angepaßt werden.
Bei manuellem Pipettieren in Vielfachsystemen ist es vorteilhaft, wenn die Abscheideregion in den Behältern asymmetrisch immer auf ein und derselben Seite liegt, da die handhabende Person an der immer gleichen, gegenüberliegenden Innenseite der Behälter mit der Pipettier­ nadel bis zum Boden entlangstreifen kann, ohne die Magnetpartikel dabei abzustreifen bzw. wieder zu vermischen.
Dies führte zu der elektromagnetischen Streifenkonfiguration A gemäß Fig. 1 bis 7 mit Rückschlußstreifen, im Wickelsinn wechselseitig bestromten Spulen mit Weicheisenkernen und Polschuhblechen, die einen entsprechenden Luftspalt für den Magnetfluß bilden. Diese Anordnung eignet sich daher besonders z. B. für Eppendorfgefäße und eine manuelle Bedie­ nung. Ein zusätzlicher Vorteil der Anordnung besteht darin, daß unter den Behältern kein Raum für Spulenwicklungen oder Eisenkreis benötigt wird, so daß die Möglichkeit einer hier nicht dargestellten Beleuchtung bzw. Durchleuchtung von unten her zur optischen Kontrolle der Reaktionen gegeben ist.
Für kleinere Behältergrößen mit entsprechend mehr Behälterpositionen (z. B. Titerplatten) wurde die Konfiguration B gemäß Fig. 8 bis 10 entwickelt. Da hier vorwiegend Automaten (XYZ-Pipettierautomaten) die Pipettieraufgaben übernehmen, die exakt mittig entlang der Ro­ tationsachse der Behälter zum Boden vordringen können, muß die Abscheideregion nicht in jedem Behälter auf der gleichen Seite liegen. Daher kann in diesen Fällen ein und derselbe Luftspalt jeweils zwei Behälter bedienen. Dies reduziert den Fertigungsaufwand um den Faktor zwei. Außerdem sind die Abstände zwischen den Behältern so gering, daß keine Polschuhble­ che mehr benötigt werden. Hier übernehmen spezielle Schrauben aus geeignetem magneti­ sierbarem Material sowohl die Funktion der Spulenkerne als auch mit ihren Schraubenköpfen die Funktion der Polschuhbleche und bilden über Kopfdurchmesser und -abstand zueinander einen geeigneten Luftspalt, der wiederum seitlich an den Behälterwandungen einen Streifen hoher Magnetfelddivergenz bildet. Der magnetische Kreis wird hier über eine unter den Behäl­ tern liegende Weicheisenplatte gebildet, die an den Behälterpositionen Bohrungen haben kann, um z. B. eine optische Messung der Reaktionen in den Behältern von unten her zu er­ möglichen.
Wie oben dargelegt erfolgt die magnetische Abscheidung in beiden Konfigurationen A und B einseitig an den Behälterinnenwandungen. Beide Konfigurationen können durch die Verdop­ pelung der Einzelteile und beiderseitigen Aufbau derart verwendet werden, daß bei wechsel­ seitigem Einschalten der entsprechenden Spulenreihen die Magnetpartikel von der einen Be­ hälterseite zur gegenüberliegenden Seite wandern. Beim Durchstreifen der Restflüssigkeit sammeln sie dabei die gewünschten Moleküle, Molekülgruppen oder Antikörper etc. mit ihrer spezifischen Oberfläche auf. Die Restflüssigkeit wird durch diese magnetisch hervorgerufene Strömung vermischt, so daß es keine strömungstoten Bereiche gibt und nach gegebener Zeit alle vorhandenen aufzusammelnden Suspensionsteilchen mit der spezifischen, noch freien Oberfläche eines magnetischen Sammelteilchens in Kontakt gekommen sind und dort ange­ dockt haben.
Dieser doppelte Aufbau erübrigt daher Schüttel- oder Vortexeinrichtungen zum Vermischen der Suspensionen in den Einzelbehältern und kann auch bei entsprechender Einzelverdrahtung und der Ansteuerung von Einzelspulen oder Spulengruppen nur partiell auf bestimmte Behäl­ ter der Vielfachanordnung angewendet werden.
Des weiteren kann eine starke, mechanische Mischung erfolgen, indem weichmagnetische Plättchen, Stifte oder Kügelchen z. B. unter dem Boden der Behälter befestigt sind (oder seit­ lich in Höhe der Magnetspalte) und die Behälter oder Teile davon aus einem elastischen Mate­ rial bestehen. Das makroskopische, weichmagnetische Teil wird dabei über die wechselseitig wirkende Kraft hin und her bewegt und gibt diese Bewegung über seine mechanische Verbin­ dung an den Behälter weiter. Dieses Masse-Feder-System erreicht die größte Auslenkung in der Nähe seiner Resonanzfrequenz und entfaltet dabei durch Stömungsturbulenzen eine we­ sentlich stärkere Mischwirkung als die überlagert wirkende Separationskraft der Streuflußdi­ vergenzen. Selbstverständlich kann dieses System bei Gleichstrombeaufschlagung weiterhin zur Separation von Magnetpartikeln verwendet werden.
Die Konfiguration B kann darüber hinaus auch eine Vortexbewegung des Einzelbehälter (ela­ stisch) oder einer kompletten Titerplatte (wenn die Platte als ganzes elastisch gelagert wird) bewirken, wenn die Spulenreihen in vier Phasen horizontal und vertikal reihenweise getrennt schaltbar sind.
Im übrigen handelt es sich hier um ein elektromagnetisches Vielfach-Mischsystem, daß auch ohne Anwesenheit von Magnetpartikeln ganz allgemein zum Vermischen von Flüssigkeiten in vielen separaten Einzelbehältern Verwendung finden kann.
Um während der Abscheidephase bzw. während der Wander- oder Mischphase die elektrische Verlustleistung weiter zu reduzieren, kann für Rückschlußbleche, Kerne und Polschuhe an­ stelle eines weichmagnetischen ein magnetisch halbhartes Material verwendet werden. Diese Materialien können durch einen Strompuls mäßiger Energie aufmagnetisiert werden und be­ halten anschließend ihre magnetische Polarisation. Ein in Gegenstromrichtung energetisch geeigneter Puls kann die Konfiguration wieder entmagnetisieren.
Die Erfindung kann auch im Zusammenhang mit einem innerhalb eines Analysenablaufes not­ wendigen Waschens von magnetischen Mikropartikeln eingesetzt werden, wenn z. B. unge­ bundene Reaktionspartner entfernt werden sollen. Außerdem hat es sich herausgestellt, daß beschichtete magnetische Mikropartikel bei ihrer Lagerung Teile der Beschichtung freisetzen. Zur Steigerung der Analysengenauigkeit hat es sich demnach als vorteilhaft erwiesen, die Mi­ kropartikel direkt vor ihrer Verwendung zu waschen, um freigesetzte Teile der Beschichtung zu entfernen und somit eine genaue Analysenmethode in der Hand zu haben. Das Einbringen von Lösungen in die entsprechenden Behälter erfolgt heute mit dem Stand der Technik unter Verwendung von Dilotoren oder Pepitoren oder auch Pipettiersysteme, die sich mit Nadeln in XYZ-Richtung bewegen können. Diese Flüssigkeitshandlingssysteme sind in der Lage, nicht nur Flüssigkeiten in die Behälter zu transferieren, sondern sie sind ebenfalls in der Lage, Flüs­ sigkeiten aus diesen Behältern herauszunehmen. Werden die magnetischen Partikel nun an der Seitenwand gebunden, so ist das Pipettiersystem in der Lage, zentriert in die Kavität ein­ zutauchen und die Flüssigkeit, die nicht als Überstand im Behälter vorhanden ist, mit einer Spritze oder einem anderen System, welches sich am Ende der eigentlichen Nadel oder auch Wegwerfpipettenspitze befindet, einzusaugen. Das Pipettiersystem ist dann in der Lage, die Lösung abzugeben in ein geeigneten Behälter und dann nach Waschen der Nadel oder auch nach Entfernen der Wegwerfspitzen erneut kontaminationsfrei in die entsprechenden Kavitä­ ten einzutauchen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt eine sehr schnelle Separation der magnetischen Partikel von der Lösung und nach Abschalten des entsprechenden Induktionsstroms kann z. B. durch Zugabe einer Lösung direkt die Resuspension hervorgerufen werden, d. h. eine Agitation wie sie in vielen Fällen nur von außen durch z. B. einem Schüttler erzeugt werden muß, kann bei Verwendung bestimmter Reagenzien vermieden werden. Weiterhin kann das Pipettiersy­ stem in die Kavität eintauchen und kann durch Aufnehmen und Abgeben der Flüssigkeit (Re­ suspendieren) eine Durchmischung erzeugen.
Für bestimmte Anwendungen kann die erfindungsgemäße Vorrichtung auch auf ein Agitati­ onssystem montiert werden, daß eine bessere Homogenisierung der Lösung mit den magneti­ schen Partikeln hervorruft. Dies ist machbar, da moderne Agitationssysteme, wie z. B. Schütt­ ler oder andere Vortexer über eine definierte Nullpunktposition wieder in ihre Ausgangslage zurückgefahren werden können. Mit dieser Konstruktion ist es möglich, eine sehr hohe Durch­ satzzahl von Proben pro Tag zu erreichen. Verwendet man Mikrotiterplatten mit z. B. einem 96er Kavitätenmuster, dies entspricht einer Matrix von 8 × 12 Kavitäten, so kann man mehre­ re der erfindungsgemäßen Vorrichtungen auf einem Flüssigkeitshandlingssystem installieren und ist in der Lage, durch Parallelisierung einen sehr hohen Durchsatz von Mikrotiterplatten d. h. von Proben zu generieren.

Claims (15)

1. Verfahren zur Ausübung einer Kraft auf innerhalb eines Behälters befindliche, in einer Flüssigkeit verteilte magnetische Partikel durch Anlegen eines magnetischen Feldes, dadurch gekennzeichnet, daß als magnetisches Feld das durch eine elektromagnetische Erregerspule mit einem um diese geschlossenen weichmagnetischen Eisenkreis mit Luftspalt erzeugte Streufeld ver­ wendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die auf die Partikel ausgeübte Kraft zur Abscheidung der Partikel an mindestens einer Stelle der Behälterinnenwandung verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere magnetische Felder auf die Partikel einwirken, so daß diese an mehreren Stellen der Behälterinnenwandung abgeschieden werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die auf die Partikel ausgeübte Kraft zur Durchmischung der Flüssigkeit verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die auf die Partikel ausgeübte Kraft abwechselnd zur Abscheidung der Partikel an der Behäl­ terinnenwandung und zur Durchmischung der Flüssigkeit verwendet wird.
6. Vorrichtung zur Abscheidung von magnetischen Partikeln aus einer innerhalb eines Behäl­ ters befindlichen Flüssigkeit, gekennzeichnet durch mindestens eine, seitlich außerhalb des Behälters angeordnete elektromagnetische Ein­ richtung bestehend aus einer elektromagnetischen Erregerspule mit einem um diese ge­ schlossenen weichmagnetischen Eisenkreis mit Luftspalt, dessen Streufeld den Behälter durchdringt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch mehrere, seitlich außerhalb des Be­ hälters an dessen Umfang verteilt angeordnete elektromagnetische Einrichtungen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, gekennzeichnet durch mehrere, in einer Matrix ne­ ben-, hinter- und/oder übereinander angeordnete elektromagnetische Einrichtungen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die elektromagnetischen Ein­ richtungen innerhalb einer Mikrotiterplatte angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das magne­ tische Streufeld jeder magnetischen Einrichtung mindestens zwei Behälter durchdringt.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die magne­ tischen Einrichtungen einzeln oder in Gruppen ansteuerbar sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb des oder der Behälter eine Durch- bzw. Beleuchtungseinrichtung, eine Analyseneinrich­ tung od. dgl. angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Behäl­ ter magnetische Bereiche aufweisen und ganz oder zum Teil aus einem elastischen Mate­ rial bestehen, wobei die magnetischen Bereiche und mit ihnen die gesamten Behälter durch Anlegen eines Wechselmagnetfeldes in Schwingung versetzbar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikro­ titerplatte magnetische Bereiche aufweist und elastisch gelagert ist, wobei die magneti­ schen Bereiche und mit ihnen die gesamte Mikrotiterplatte durch Anlegen eines Wech­ selmagnetfeldes in Schwingung versetzbar sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß sie zur Aufnahme nach unten offener bzw. zu öffnender bzw. mit einer Filtrationsschicht, einer Filtrationsmatte oder einem Filter geschlossen Behälter ausgebildet ist.
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