DE19915134C2 - Verfahren zur Herstellung eines Deponiekörpers zur Ablagerung von mechanisch oder mechanisch-biologisch aufbereitetem Abfall - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Deponiekörpers zur Ablagerung von mechanisch oder mechanisch-biologisch aufbereitetem AbfallInfo
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- C04B40/06—Inhibiting the setting, e.g. mortars of the deferred action type containing water in breakable containers ; Inhibiting the action of active ingredients
- C04B40/0675—Mortars activated by rain, percolating or sucked-up water; Self-healing mortars or concrete
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- B09—DISPOSAL OF SOLID WASTE; RECLAMATION OF CONTAMINATED SOIL
- B09B—DISPOSAL OF SOLID WASTE NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Deponiekörpers zur Ablagerung von mechanisch oder me
chanisch-biologisch aufbereitetem Abfall, Schlämmen aus
kommunaler oder industrieller Abwasserreinigung oder mi
neralischen Reststoffen mit schädlichen oder organischen
Verunreinigungen.
Die grundsätzliche Zielstellung für zukünftige Deponien
ist die absolute Nachsorgefreiheit. Dies bedeutet eine per
manente Sicherheit gegen Austritt umweltschädlicher Stoffe
aus der Deponie. Zwei Schadstoffpfade kommen hauptsäch
lich für einen Austrag in Frage:
- 1. Luftpfad (Gasaustritt)
- 2. Wasserpfad (Austritt gelöster Stoffe mit Nieder schlags-, Oberflächen-, Sicker- oder Grundwasser)
Um die Nachsorgefreiheit zu gewährleisten, müssen
beide Pfade faktisch für immer unterbrochen werden.
Das Modell des Multibarrieresystems verfolgt dieses
Ziel, indem mehrere schwer- oder undurchlässige Barrieren,
wie
- - geologische Barriere
- - Basisabdichtung
- - Oberflächenabdichtung und
- - der Müllkörper
selbst die Schadstoffe abschirmen.
Jedoch existierte bisher für die Barriere Müllkörper ein
nur unzureichendes Konzept, welches nur den Gehalt an
mobilen und potentiellen Schadstoffen begrenzt (Zuord
nungswerte nach TA Siedlungsabfall). Hier ist u. a. der Ge
halt an organischer Substanz berücksichtigt, weil man nach
dem heutigen Kenntnisstand davon ausgeht, daß dieser
langzeitlich durch aerobe oder anaerobe biologische Pro
zesse abgebaut wird und dabei verschiedene Deponiegase
(Treibhausgabe und Ozonkiller) sowie leichtlösliche organi
sche Stoffe gebildet werden.
Bekannt ist ein Verfahren zur Komplexdeponie von
Schadstoffen mit wasserlöslichen Anteilen, wobei die
Schadstoffe durch eine Einbindung in mit Wasser gesättigter
Flugasche inertisiert, unter möglicher Zugabe von Zement
als alkalischer Anreger zu Blöcken geformt und in einem
Deponieraum unter Ausschlämmung mit einer eine Textil
bewehrung aufweisenden Flugasche- bzw. Flugasche-Ze
ment-Suspension verfüllt und verschlossen wird
(DD 340 553, EP 0 456 918).
Das beschriebene Verfahren ist technologisch aufwendig
und auf den Neuaufschluß eines Deponieraumes gerichtet.
Aus der Erfindung DE 44 17 012 C2 ist bekannt, daß
Schlämme mit Gehalten an organischer Substanz mit hy
draulisch aktiver Braunkohlenfilterasche aus Kraftwerken,
die mit mitteldeutscher Braunkohle beschickt werden, ver
mischt werden und auf dieser Weise ein inertes, krümeliges
und verdichtbares Substrat entsteht, welches für Abdich
tungszwecke auf Deponien verwendet werden kann. Nach
teilig an diesem Verfahren ist die Restversickerung des Nie
derschlages von immerhin noch < 8%, was bei Starknieder
schlägen zu einer Sickerwasserbildung führen kann.
Die DE 198 27 540.4 beschreibt ein Verfahren, in dem
mechanisch aufbereiteter Haus- oder Gewerbeabfall mit hy
draulisch aktiver Braunkohlenfilterasche vermischt wird,
um einen monolithischen Deponiekörper zu erzeugen und
die Abfallpartikel fest einzubinden. Auch hier ist das Pro
blem Restversickerung und Sickerwasserbildung nicht aus
reichend geklärt.
Darüber hinaus ist ein Verfahren zum nachträglichen Sa
nieren von Altdeponien bekannt, bei dem eine Suspension
aus Flugasche und Zement auf die Deponie aufgebracht
wird, die durch eine netzartige Bewehrung zur Verbesserung
der Biegezug- und Scherfestigkeit ergänzt wird
(DE 41 06 052).
Das Verfahren hat den entscheidenden Nachteil, daß
ebenfalls kein ausreichender Schutz gegen das Austreten
von Sickerwasser aus der Altdeponie existiert, das einerseits
aus in der Deponie bereits enthaltenem und kontaminiertem
Wasser/Flüssigstoff und andererseits aus eindringendem Re
genwasser besteht, welches die Deponie durchläuft, da kein
dichter Schutz durch das aufgebrachte Gemisch erreicht
wird.
Die vorliegende Erfindung wendet sich dem Schwach
punkt Deponiekörper zu, der vor allem während der Einbau
phase der Deponie eine nur unzureichende Barriere darstellt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, daß während
und nach dem Betrieb der Deponie
- - kein Sickerwasser gebildet wird,
- - somit eine aufwendige Sickerwasserfassung und - reinigung überflüssig wird,
- - der Schadstoffpfad Wasser dauerhaft unterbrochen ist,
- - somit keine biologischen Umsetzungsprozesse mehr stattfinden,
- - keine Deponieabgasbildung mehr stattfindet und
- - keine abbaubedingten Setzungserscheinungen mehr auftreten.
Die vorliegende Erfindung schafft diesem Problem Ab
hilfe, indem der Reststoff (z. B. heizwertarme Fraktion aus
der mechanischen bzw. mechanischbiologischen Müllauf
bereitung, Schlämme aus kommunaler oder industrieller
Abwasserreinigung, mineralische Abfälle mit organischen
Beimengungen) mit einer hydraulisch reagierenden Braun
kohlenfilterasche aus einem Kraftwerk so vermischt wird,
daß nach der chemischen Reaktion im Gemisch ein Über
schuß an hydraulischem Anreger und umsetzbarer Mineral
phase der Aschen besteht.
Dieses Gemisch wird auf der Deponie in Einbaulagen von
30 bis 50 cm unter Verdichtung eingebaut, und zwar so, daß
jährlich eine Einbauscheibe von 1,5-3 m mit einem Durch
lässigkeitsbeiwert von kf < 10-8 entsteht oder eine Restver
sickerungsrate des Niederschlagwassers von maximal 8%
erreicht wird. Die Oberfläche einer jeden Einbauscheibe
weist ein Gefälle von < 5% und < 10% auf und wird durch
eine Glattwalze so geglättet, daß der Großteil des Nieder
schlagswassers oberflächlich abfließt.
Nach einer Serie von aufwendigen Versuchen wurde
überraschenderweise gefunden, daß das nach diesen techno
logischen Schritten in den Deponiekörper eintretende Was
ser von der großen Oberfläche der Asche- und Reststoffteil
chen absorbiert und adsorbiert wird und sich mit dem Über
schuß an aktiven Bestandteilen der Braunkohlenfilterasche
zu einem neuen Mineral (Ettringit) umsetzt.
Auf diese Weise wird der Porenraum nochmals verklei
nert und das gesamte Wasser in das Ettringit-Kristall
(Ca6Al2[(OH)4SO4]3 × 24H2O)
als Kristallwasser eingebaut.
Im weiteren Verlauf wird diese Einbauscheibe von einer
neuen gleicher Art innerhalb von 5 bis 20 Monaten über
deckt. Der gesamte Müllkörper wird nach Beendigung der
Einbauphase mit einer dem Stand der Technik entsprechen
den Oberflächenabdichtung abgedichtet und gegen Niederschlags-
und Oberflächenwasser abgeschirmt.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausfüh
rungsbeispieles näher erläutert.
Mittels Siebung und anschließender Zerkleinerung auf
eine Korngröße < 40 mm vorbehandelter Hausmüll wird in
einem Zwangsmischer mit hydraulisch aktiver Braunkoh
lenfilterasche des mitteldeutschen Reviers und Wasser in ei
nem Verhältnis von 1 t Hausmüllfraktion zu 0,5 t Filterasche
zu 0,2 t Wasser intensiv vermischt. Das so entstandene krü
melige und verdichtbare Gemisch wird auf einer Haus- und
Gewerbeabfalldeponie in Lagen von ca. 0,4 m unter Ver
dichtung und mit einem Gefälle von ca. 5% mit einer Walze
eingebaut. Im Laufe eines Jahres entsteht so eine Einbau
scheibe von etwa 2,4 m. Nach Erreichen dieser Höhe wird
die Oberfläche der Einbauscheibe mit einer Glattwalze ge
glättet, damit das Niederschlagswasser ungehindert ober
flächlich abfließen kann. Das Material einer solchen Einbau
scheibe hat einen Durchlässigkeitsbeiwert von kf < 10-8, so
daß bei einem Jahresniederschlag von 550 l/m2 eine maxi
male Restversickerung von 44 l/m2 auftreten kann. Das ver
sickerte Wasser wird durch eine große adsorptive Oberflä
che im Gemisch, verursacht durch sehr kleine Partikel der
Asche und des Restabfalls, festgehalten und verdunstet teil
weise. Nicht verdunstetes Wasser wird von der aktiven
Phase der noch enthaltenen Braunkohlenfilterasche durch
eine hydraulische Reaktion
[CaO + H2O ⇒ Ca(OH)2]
und eine puzzolanische Reaktion
[6Ca+ + 3SO4 2- + Al2O3 + 36H2O ⇒ Ca6Al2[(OH)4SO4]3
× 24H2O]
umgesetzt und größtenteils als Kristallwasser eingebaut. Im
Verlauf eines Jahres reagiert auf diese Weise der Überschuß
an Braunkohlenfilterasche zu Ettringit, wodurch eine noch
mals höhere Dichtigkeit durch zuwachsenden Porenraum er
reicht wird. Nach einem Jahr wird die Einbauscheibe durch
eine neue der gleichen Art überdeckt.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung eines Deponiekörpers zur
Ablagerung von mechanisch oder mechanisch-biolo
gisch aufbereitetem Abfall, Schlämmen aus kommuna
ler oder industrieller Abwasserreinigung oder minerali
schen Reststoffen mit schädlichen oder organischen
Verunreinigungen, gekennzeichnet dadurch, daß Ab
fallstoffe mit einer hydraulisch aktiven Braunkohlenfil
terasche und einer Flüssigkeit so vermischt werden,
daß nach Abklingen der chemischen Abbindereaktion
ein Überschuß an hydraulisch aktiver Asche im Ge
misch verbleibt, welcher sich im Verlauf von 5 bis 10
Monaten mit versickertem Niederschlagwasser zu ei
nem neuen Mineral umsetzt und das gesamte versic
kerte Wasser dadurch dauerhaft eingebunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet da
durch, daß das Gemisch als eine Einbauscheibe des zu
künftigen Deponiekörpers so eingebaut wird, daß
durch Verdichtung des Gemisches und Oberflächenge
staltung mit einem Gefälle von ≧ 5% und ≦ 10% so
wie Glättung durch eine Walze eine maximale Restver
sickerungsrate von 8% des Jahresniederschlages ent
steht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet
dadurch, daß eine Einbauscheibe in einer Mächtigkeit
zwischen 1,5 m und 3 m eingebaut wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet
dadurch, daß die Einbauscheibe innerhalb von 5 bis 20
Monaten von einer neuen Einbauscheibe gleicher Art
überdeckt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet da
durch, daß als Flüssigkeit Wasser und/oder Abwasser
und/oder Deponiesickerwasser und/oder Flüssigschad
stoffe verwendet werden.
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| DE1999115134 DE19915134C2 (de) | 1999-03-26 | 1999-03-26 | Verfahren zur Herstellung eines Deponiekörpers zur Ablagerung von mechanisch oder mechanisch-biologisch aufbereitetem Abfall |
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| DE1999115134 Expired - Fee Related DE19915134C2 (de) | 1999-03-26 | 1999-03-26 | Verfahren zur Herstellung eines Deponiekörpers zur Ablagerung von mechanisch oder mechanisch-biologisch aufbereitetem Abfall |
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|---|---|
| DE (1) | DE19915134C2 (de) |
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| DE102004059234A1 (de) * | 2004-12-08 | 2006-06-22 | SUC Sächsische Umweltschutz Consulting GmbH | Verfahren zur Herstellung eines Erstatzbaustoffes zur Profilierung und Abdeckung von Deponien sowie zur Herstellung von Monokörpern |
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- 1999-03-26 DE DE1999115134 patent/DE19915134C2/de not_active Expired - Fee Related
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|---|---|
| DE19915134A1 (de) | 2000-09-28 |
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