DE19854494C2 - Vorrichtung zur Farbversorgung eines Farbwerkes einer Druckmaschine - Google Patents
Vorrichtung zur Farbversorgung eines Farbwerkes einer DruckmaschineInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Farbversorgung eines
Farbwerkes einer Druckmaschine, mit einer Auspreßeinrichtung, welche aus
einer eine Kartusche aufnehmenden Kartuschenaufnahme und einem die
Kartuschenaufnahme verschließenden Deckei besteht, wobei ein Innenraum
der Auspreßeinrichtung über einen mit einem Ventil versehenen Strömungsweg
mit Druckluft beaufschlagbar ist, nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Derartige Vorrichtungen mit einer Kartusche als Farbreservoir sind besonders
vorteilhaft, wenn für bestimmte Druckaufträge nur sehr geringe Mengen einer
jeweiligen Druckfarbe verwendet werden. Sehr bedienungsfreunlich sind
Auspreßaggregate, bei denen die Kartusche mittels Druckluft ausgepreßt wird.
Die in der EP 0 716 923 A1 beschriebene Vorrichtung umfaßt ein
Auspreßaggregat, welches ein Zylindergehäuse und eine Deckelkappe
aufweist. In das Zylindergehäuse ist eine Kartusche einsetzbar. Durch
Aufschrauben der Deckelkappe auf das Zylindergehäuse ist dieses
verschließbar. Außer dieser speziellen Schraubverbindung sind keine anderen
speziellen Drehverbindungen, z. B. keine Renkverbindung, beschrieben. Ein
Verschließen des Zylindergehäuses mittels des allgemeinen Verbindungstyps
Drehverbindung ist ebenfalls nicht erwähnt. Ein Innenraum der Deckelkappe ist
über ein manuell betätigbares und dazu mit einem Schaltknopf versehenes
Ventil mit Druckluft beaufschlagbar. Das Ventil ist kein Mehrwegeventil und
weist nur einen einzigen Strömungsweg auf. Eine das Ventil beim Verschließen
des Zylindergehäuses mit dem Deckel betätigende Stelleinrichtung ist nicht
vorhanden. Die Vorrichtung ist zwar im Vergleich mit als Handhebelpressen ausgebildeten
Auspreßaggregaten bedienungsfeundlicher, da sie keinen Kraftaufwand des Bedieners zum
Auspressen der Kartusche erfordert, jedoch ist die Bediensicherheit nicht ausreichend.
Einerseits ist ein unbeabsichtigtes Betätigen des Schaltknopfes und ein versehentliches
Offenlassen der Druckluftzufuhr auch dann möglich, wenn das Zylindergehäuse nicht
verschlossen ist und wenn keine Kartusche in das Zylindergehäuse eingesetzt ist. Somit ist
nicht ausgeschlossen, daß aus einem Auspreßaggregat, welches eigentlich inaktiv sein
sollte, trotzdem Druckluft ausströmen kann, wobei dies zu Druckverlusten im gesamten
Druckluftsystem führen kann. Andererseits kann das Öffnen des Ventils eines eigentlich
aktiven Auspreßaggregates bei in das Zylindergehäuse eingesetzter Kartusche vergessen
werden. Derartige Bedienfehler werden oftmals nicht sofort bemerkt, so daß nach dem
Start des Druckbetriebes Makulatur gedruckt wird, die ein Druckbild aufweist, in welchem
die Druckfarbe aus der eigentlich aktiven, jedoch nicht mit Druckluft beaufschlagten und
demzufolge nicht ausgepreßten Kartusche fehlt.
Eine in dem DE 296 02 801 U1 beschriebene und der eingangs genannten Gattung
entsprechende Vorrichtung ist hinsichtlich ihrer Bedienung ebenfalls zu unsicher.
Ferner ist in der DE 196 32 717 A1 eine Vorrichtung beschrieben, bei welcher eine
Kartusche in ein rohrförmiges Gehäuse einsetzbar ist. Auf das rohrförmige Gehäuse ist
eine Aufsatzkappe mit Druckluftanschluß aufsetzbar, die mit einem
bajonettverschlußartigen Mechanismus auf dem Gehäuse arretiert wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine sicher bedienbare Vorrichtung zur
Farbversorgung zu schaffen.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 1 und auch
durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 2 gelöst. Die Unteransprüche
enthalten weitere Merkmale.
Die Vorrichtung zur Farbversorgung eines Farbwerkes einer Druckmaschine, mit einer
Auspreßeinrichtung, welche aus einer eine Kartusche aufnehmenden Kartuschenaufnahme
und einem die Kartuschenaufnahme verschließenden Deckel besteht, wobei ein Innenraum
der Auspreßeinrichtung über einen mit einem Ventil versehenen und den Innenraum mit
einer Druckluftquelle luftleitend verbindenden Strömungsweg mit Druckluft
beaufschlagbar ist, zeichnet sich dadurch aus, daß über eine den Deckel mit dem Ventil
antriebsmäßig verbindende Stelleinrichtung das Ventil beim Verschließen der
Kartuschenaufnahme mit dem Deckel betätigbar ist.
Eine Alternative zu vorstehend beschriebener Vorrichtung besteht in einer Vorrichtung zur
Farbversorgung eines Farbwerkes einer Druckmaschine, mit einer Auspreßeinrichtung,
welche einen eine Kartusche in einer Kartuschenaufnahme direkt verschließenden Deckel
aufweist, wobei ein von der Kartusche und dem Deckel gebildeter Innenraum über einen
mit einem Ventil versehenen und den Innenraum mit einer Druckluftquelle luftleitend
verbindenden Strömungsweg mit Druckluft beaufschlagbar ist und wobei über eine den
Deckel mit dem Ventil antriebsmäßig verbindende Stelleinrichtung das Ventil beim
Verschließen der Kartusche mit dem Deckel betätigbar ist.
Bei dieser Vorrichtung wird der Deckel beim Verschließen anstelle auf die
Kartuschenaufnahme direkt auf die Kartusche aufgesetzt und beispielsweise mit der
Kartusche verschraubt oder vorzugsweise über eine Renkverbindung verbunden. Für
diese Ausgestaltung können Kartuschen eingesetzt werden, die mit Gewinden versehen
oder Renkelementen besetzt sind. Die Verbindungselemente sind vorzugsweise randnah
am der Auspreßöffnung abgewandten Ende der Kartusche außenseitig oder innenseitig der
rohrförmigen Kartusche ausgebildet.
Nachfolgend beschriebene Ausführungsformen ermöglichen jeweils eine besonders
vorteilhafte Weiterbildung der vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Bei einer Ausführung kann die Kartuschenaufnahme bzw. die Kartusche mit
dem Deckel über eine lösbare Drehverbindung verschließbar ausgebildet sein,
wobei das Ventil bei einem Verdrehen der Drehverbindung über eine
Stelleinrichtung betätigt wird.
Ein Ausströmen von Druckluft aus der inaktiven Auspreßeinrichtung wird
absolut sicher vermieden. Die Stelleinrichtung kann das Ventil derart betätigen,
daß die Druckluftzufuhr zum Innenraum durch das Ventil beim Öffnen der
Kartuschenaufnahme abgesperrt und beim Schließen der Kartuschenaufnahme
freigegeben wird. Vorzugsweise ist das Ventil durch die Stelleinrichtung
mechanisch schaltbar, indem die Stelleinrichtung ein Stellelement des Ventiles,
z. B. einem Stelltaster, verschiebt oder verdreht, wodurch das Ventil geschaltet
wird.
Auf diese Weise ist sichergestellt, daß in Abhängigkeit von der Drehstellung der
Drehverbindung das Ventil automatisch korrekt angesteuert ist. Das Ventil kann
bei einem Aufdrehen und einem Zudrehen der Drehverbindung jeweils
gegensinnig geschaltet werden. Bei einer gelösten Drehverbindung kann die
Druckluftzufuhr durch das Ventil unterbrochen sein, so daß ein
unbeabsichtigtes Ausströmen von Druckluft absolut sicher verhindert ist. Bei
einer geschlossenen Drehverbindung gibt das Ventil in diesem Fall die
Druckluftzufuhr frei, so daß die Betriebsbereitschaft der Auspreßeinrichtung
gewährleistet ist. Ein unverschlossener Deckel ist für den Bediener im
Vergleich mit einem nicht gedrückten Schaltknopf zudem besser erkennbar, so
daß der Bediener rechtzeitig z. B. durch das Schließen der
Kartuschenaufnahme bzw. das Verbinden der Drehverbindung die
Betriebsbereitschaft herstellen kann, bevor er mit dem Druckbetrieb beginnt.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist die Drehverbindung eine
Renkverbindung. Die Renkverbindung verhakt formschlüssig durch eine
Ineinanderverdrehen des gesamten Deckels bzw. eines drehbaren Teiles des
Deckels und der Kartuschenaufnahme bzw. eines drehbaren Teiles der
Kartuschenaufnahme. Vorzugsweise wird ein drehbares Teil des Deckels bei
festgehaltener Kartuschenaufnahme gedreht. Die Renkverbindung kann reib-
und formschlüssig sein, wobei die für den Reibschluß zwischen den beteiligen
Renkelementen erforderliche Kraft durch eine elastische Verformung von
Bauteilen, z. B. eines zwischen den Deckel und der Kartuschenaufnahme
eingelegten und den Innenraum abdichtenden elastischen Dichtringes oder
durch eine Verformung des Deckels bzw. der Kartuschenaufnahme selbst
wirksam wird. Die Renkverbindung hält die Kartuschenaufnahme sehr sicher
geschlossen.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das Ventil ein Mehrwegeventil, welches
durch die Stelleinrichtung in eine erste Schaltstellung und in eine zweite
Schaltstellung schaltbar ist.
Das Mehrwegeventil ermöglicht neben der Druckluftbeaufschlagung ebenfalls
ein Entlüften des Innenraumes, wobei die Druckluftbeaufschlagung und die
Entlüftung über verschiedene Durchflußwege des Ventils erfolgen können. Es
ist je nach Schaltstellung sichergestellt, daß der Innenraum entweder mit
Druckluft beaufschlagt oder entlüftet und nie gleichzeitig mit Druckluft
beaufschlagt und entlüftet wird. Neben der erhöhten Bediensicherheit verringert
sich der fertigungstechnische Aufwand, da eine vom Ventil separate,
zusätzliche Entlüftungseinrichtung nicht erforderlich ist.
Bei einer weiteren Ausführungsform weist der Deckel eine verdrehbare
Deckelscheibe auf, welche eine die Renkverbindung bildende und mit
Renkelementen versehene Bajonettscheibe ist.
Die Renkverbindung ist hierbei als eine flanschförmige Renkpaarung
ausgebildet, welche den zum Verbinden von Fotokameras mit
Wechselobjektiven üblichen Bajonettfassungen ähnlich ist. Die
Bajonettverbindung ist durch ein Drehen der Bajonettscheibe im Gegensatz zu
einer Schraubverbindung schnell lösbar und wieder verbindbar.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist der Innenraum in einer zwischen einer
ersten Drehstellung "vollständig verbunden" und einer zweiten Drehstellung
"gelöst" liegenden dritten Drehstellung der Drehverbindung durch eine
Entlüftungseinrichtung entlüftet, während die Drehverbindung noch ungelöst ist.
Die Entlüftungseinrichtung ermöglicht ein Entlüften des Innenraumes, wobei
der Überdruck noch vor dem vollständigen Öffnen der Kartuschenaufnahme
bzw. der Kartusche in der zweiten Darstellung abgebaut wird. Auf diese Weise
wird ein schlagartiges Entweichen der Druckluft und infolgedessen ein etwaiges
Fortschleudern des schon vollständig gelösten Deckels durch Druckluft
vermieden. Vorzugsweise erfolgt die Entlüftung über das Ventil, welches in
diesem Fall ein Teil der Entlüftungseinrichtung ist. Eine die Drehverbindung
z. B. luftdruckabhängig arretierende Sicherungseinrichtung kann dabei
absichern, daß sich die Drehverbindung erst nach vollständiger Entlüftung des
Innenraumes aus der dritten Drehstellung (Mittelstellung) in die gelöste zweite
Drehstellung drehen läßt.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist ein luftdruckempfindlicher Sensor
vorhanden, welcher einer elektronischen Steuereinrichtung einen Überdruck im
Innenraum signalisiert.
Durch den Sensor kann eine Meldung an die elektronische Steuereinrichtung
erfolgen, so daß diese signalisiert bekommt, daß das Ventil geöffnet und eine
Kartusche in die Kartuschenaufnahme eingesetzt ist, so daß die
Betriebsbereitschaft hergestellt ist. Der Innenraum wird teilweise durch die
Kartusche gebildet bzw. begrenzt, wobei sich ein vom Sensor direkt erfaßbarer
Überdruck nur dann im Innenraum aufbauen kann, wenn die Kartusche
ordnungsgemäß von der Kartuschenaufnahme aufgenommen und letztere mit
dem Deckel geschlossen ist.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist eine elektrischer Schalter vorhanden,
welcher einer elektronischen Steuereinrichtung die aktuelle Schaltstellung des
Ventils signalisiert.
Der elektrische Schalter kann zusätzlich zu dem luftdruckempfindlichen Sensor
oder vorzugsweise anstelle des luftdruckempfindlichen Sensors vorgesehen
sein. Der Schalter meldet der Steuereinrichtung, ob das Ventil geöffnet oder
geschlossen ist.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der elektrische Schalter
durch die das Ventil betätigende Stelleinrichtung betätigt.
Durch die Betätigung des Ventils und des Schalters durch eine gemeinsame
Stelleinrichtung kann bei Nichtvorhandensein des luftdruckempfindlichen
Sensors sichergestellt werden, daß eine Rückmeldung über die korrekt erfolgte
Luftdruckbeaufschlagung des Innenraumes an die Steuerungseinrichtung
erfolgt. Die Luftdruckbeaufschlagung des Innenraumes wird hierbei indirekt
über die Schaltstellung des Ventils erfaßt.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist ein Verdrehen der Drehverbindung
durch eine Arretiereinrichtung bei in der Kartuschenaufnahme fehlender
Kartusche blockiert und bei in der Kartuschenaufnahme aufgenommener
Kartusche freigegeben.
Dadurch lassen sich der Deckel und die Kartuschenaufnahme nur dann
verbinden, wenn eine Kartusche in die Kartuschenaufnahme ordnungsgemäß
eingesetzt ist. Der Fall, daß keine Kartusche in die Kartuschenaufnahme
eingesetzt ist oder eine Kartusche ordnungswidrig in die Kartuschenaufnahme
eingesetzt ist und die Auspreßeinrichtung somit unverschlossen ist, ist für den
Bediener einfach ersichtlich. Der Bediener kann in diesem Fall noch vor dem
Entstehen von Makulatur die notwendigen Gegenmaßnahmen ergreifen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in Bogen- und
Rollenrotationsdruckmaschinen einsetzbar, welche beispielsweise im
Buchdruck- oder Offsetdruckverfahren arbeiten können.
Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnungen anhand
bevorzugter Ausführungsformen beschrieben.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Druckmaschine mit mehreren Farbversorgungsvorrichtungen,
Fig. 2 eine maßstabstäblich vergrößerte Farbversorgungsvorrichtung der
Druckmaschine im Schnitt,
Fig. 3 die Farbversorgungsvorrichtung in einer Seitenansicht,
Fig. 4 eine maßgeblich vergrößerte Darstellung einer
Auspreßeinrichtung der Farbversorgungsvorrichtung im
Längsschnitt, wobei in die Auspreßeinrichtung eine Kartusche
eingesetzt ist,
Fig. 5 einen Deckel der Auspreßeinrichtung nach Entfernung der
Kartusche,
Fig. 6 die in Fig. 4 dargestellte Auspreßeinrichtung in an der
Verbindungsstelle einer Kartuschenaufnahme und des Deckels
der Auspreßeinrichtung geschnittener Draufsicht nach Entfernung
der Kartusche,
Fig. 7 ein anderer Längsschnitt durch die in Fig. 4 dargestellte
Auspreßeinrichtung, welcher eine einen Schalter betätigende und
ein Ventil öffnende Stelleinrichtung zeigt,
Fig. 8 die Stelleinrichtung aus Fig. 7 in einer anderen Stellung, in
welcher der Schalter nicht betätigt und das Ventil geschlossen ist,
Fig. 9 eine schematische Darstellung des als Mehrwegeventil
ausgebildeten Ventils,
Fig. 10 die in Fig. 4 dargestellte Auspreßeinrichtung mit einem
zusätzlichen luftdruckempfindlichen Sensor
Fig. 11 eine weitere Stelleinrichtung zum Betätigen des Ventils welche
vorzugsweise zusammen mit dem luftdruckempfindlichen Sensor
verwendet wird
und
Fig. 12 eine schematische Darstellung einer Renkverbindung zwischen
dem Deckel und der Kartuschenaufnahme.
In den Fig. 1 bis 12 sind identische Bauteile jeweils mit dem gleichen
Bezugszeichen versehen.
In Fig. 1 ist eine Druckmaschine 1 mit mehreren Druckwerken 2 dargestellt. Die
Druckmaschine 1 ist als eine Bedruckstoffbogen bedruckende
Offsetrotationsdruckmaschine ausgebildet. Jedes Druckwerk 2 umfaßt ein
Farbwerk 3, welches die Druckfarbe zum Druckformzylinder 9 transportiert und
auf eine auf dem Druckformzylinder 9 befindliche Druckform aufträgt. Das
Farbwerk umfaßt mehrere Farbwerkswalzen 5, 6, 7, wobei die Farbwerkswalze
5 eine dem Farbkasten 4 zugehörige Farbkastenwalze ist. Der Farbwerkswalze
5 wird die Druckfarbe mittels der Farbversorgungsvorrichtung 8 zugeführt. Die
Farbwerkswalze 7 ist als eine in axialer Richtung changierende Reiberwalze
ausgebildet. Die Farbwerkswalze 6 ist als eine Heberwalze ausgebildet, welche
zwischen den Farbwerkswalzen 5 und 7 mit zeitweisem Kontakt zu diesem hin-
und herpendelt und dabei die Druckfarbe von der Farbwerkswalze 5 auf die
Farbwerkswalze 7 überträgt. Die elektronische Steuervorrichtung 10 umfaßt
einen Mikroprozessor und steuert die Druckmaschine 1 und die
Farbversorgungsvorrichtung 8.
In Fig. 2 sind der Farbkasten 4 und die Farbversorgungsvorrichtung 8 im Detail
dargestellt. Die Farbversorgungsvorrichtung 8 besteht aus einer Auspreßeinrichtung 15,
welche in zur Farbwerkswalze 5 achsparaller Richtung durch die Führung 12 geführt
verfahrbar ist, so daß eine dosierte Farbabgabe aus einer in der Auspreßeinrichtung 15
enthaltenen Kartusche 18 entsprechend dem Farbbedarf in den einzelnen Farbzonen
über die gesamte Druckbreite, welche im wesentlichen der axialen Länge der
Farbwerkswalze 5 entspricht, möglich ist. Vorzugsweise wird die Druckfarbe aus der
Kartusche in den Farbkasten 4 abgegeben. In diesem Fall ist die Öffnung 20 der
Kartusche 18 über dem Farbkasten 4 angeordnet. Alternativ kann die Öffnung 20 auch
über der Farbwerkswalze 5 angeordnet sein, so daß ein aus der Kartusche 18
ausgepreßter Farbstrang direkt auf die Umfangsmantelfläche der Farbwerkswalze 5
gelangt. Die Führung 12 besteht aus einer Traverse 13, auf welcher die
Auspreßeinrichtung 15 in achsparallelen Richtungen zur Farbwerkswalze 5 verschiebbar
gelagert ist. Dazu kann die Auspreßeinrichtung 15 von einem auf der schienenförmigen
Traverse 13 rollendem Wagen getragen sein. Anstelle des Wagens kann auch ein auf der
Traverse 13 gleitender Schlitten 14 vorgesehen sein, wie dies in der Fig. 2 gezeigt ist.
Die Traverse 13 erstreckt sich über die gesamte Axiallänge der Farbwerkswalze 5. Die
Auspreßeinrichtung 15 besteht aus einer Kartuschenaufnahme 17, in welcher die
Kartusche 18 einsetzbar ist. Weiterhin besteht die Auspreßeinrichtung 15 aus einem
Deckel 16, mit welchem die Kartuschenaufnahme 17 nach Einsetzen der Kartusche 18
verschließbar ist. Mittels des Ventils 60, welches einer Auslaßöffnung der
Kartuschenaufnahme 17 oder, wie gezeigt, der Kartusche 18 zugeordnet ist, kann ein
Auslaufen in der Kartusche 18 befindlichen Druckfarbe aus dem
Auslaß 20 der Kartusche 18 oder der Kartuschenaufnahme 17 abgesperrt und
die dosierte Farbabgabe aus der Auspreßeinrichtung 15 gesteuert werden.
Die Fig. 3 zeigt die Vorrichtung aus Fig. 2 in einer Seitenansicht, wobei der
Farbkasten 4 und die darin befindliche Druckfarbe 11 aus Gründen einer
besseren Übersichtlichkeit in Fig. 3 nicht dargestellt sind. Die Traverse 13 ist im
Gestell 54 des Farbwerks 3 gelagert. Die hohlzylinderförmige Kartusche 18
weist einen in der Kartusche 18 verschiebbaren Boden 19 auf, welcher
zusammen mit dem Deckel 16 und den Innenwänden der Kartusche 18 einen
Innenraum 27 begrenzt und einschließt. Der Innenraum 27 ist eine
druckluftbeaufschlagbare Expansionskammer. Der Boden 19 wird bei
Druckluftbeaufschlagung des Innenraumes 27 kolbenartig in Richtung des
Auslasses 20 verschoben, wodurch die in der Kartusche 18 befindliche
Druckfarbe 11 aus der Kartusche 18 herausgepreßt wird, falls das Ventil 60
geöffnet ist. Wenn die Farbversorgungsvorrichtung 8 in Betrieb ist, herrscht im
Innenraum 27 ein permanenter Überdruck und kann die Menge der aus der
Kartusche 18 austretenden Druckfarbe 11 mittels der elektronischen
Steuereinrichtung 10, welche das Auslaßventil 60 ansteuert, zeitlich und örtlich
gesteuert werden. Wenn die Kartusche 18 achsparallel zur Farbwerkswalze 5
verschoben wird, kann das Ventil 60 innerhalb jeder Farbzone in Abhängigkeit
vom Farbbedarf und einem eingestellten zonalem Farbprofil entsprechend
geöffnet und geschlossen werden.
In Fig. 4 ist gezeigt, daß die Kartuschenaufnahme 17 mit dem Deckel 16 über
eine lösbare Drehverbindung 49, 50 verschließbar ausgebildet ist, wobei das
Ventil 41 bei einem Verdrehen der Drehverbindung 49, 50 über eine
Stelleinrichtung 22, 36 automatisch betätigt wird. Die lösbare
Drehverbindung 49, 50 ist als eine Renkverbindung und speziell als eine
Bajonettverbindung ausgebildet. Der Deckel 16 ist mehrteilig und besteht aus
einer inneren Deckelkappe 28 und einer mit der inneren Deckelkappe 28
verbundenen und dieser übergestülpten äußeren Deckelkappe 29, welche die
innere Deckelkappe 28 umschließt. Sowohl die ein Außenteil bildenden äußere
Deckelkappe 29 als auch die ein Innenteil bildende und den Innenraum 27
nach oben abschließende innere Deckelkappe 28 sind jeweils topfförmig
ausgebildet. Der Deckel 16 umfaßt mindestens eine und vorzugsweise mehrere
verdrehbare Deckelscheiben 22, 23. Die mittels des hebelförmigen Griffs 24
verdrehbare Deckelscheibe 22 ist eine ringförmige Steuer- bzw. Stellscheibe,
mittels welcher die Drehverbindung 49, 50 wahlweise in eine erste
Drehstellung, in welcher der Deckel 16 mit der Kartuschenaufnahme 17
verbunden ist, und in eine zweite Drehstellung, in welcher die Verbindung
zwischen dem Deckel 16 und der Kartuschenaufnahme 17 gelöst ist, stellbar
ist. Der Griff 24 ist dadurch eine schlitzförmige Öffnung 25 des Deckels 16 aus
diesem herausgeführt bzw. der äußeren Deckelkappe 29 hindurchgeführt. Die
andere verdrehbare Deckelscheibe 23 ist eine die Renkverbindung 49, 50
bildende und mit Renkelementen 49 versehene ringförmige Bajonettscheibe,
welche bei einem Verdrehen der Stellscheibe 22 mitgedreht wird. Die
Kartuschenaufnahme 17 ist mit die Renkverbindung 49, 50 bildenden und mit
den Renkelementen 49 der Bajonettscheibe 23 zusammenwirkenden
Renkelementen 50 versehen. Wenn die Kartusche 18 überhaupt nicht oder
nicht korrekt in der in Fig. 4 dargestellten Position in die
Kartuschenaufnahme 17 eingesetzt ist, wird ein Verdrehen der
Drehverbindung 49, 50 durch eine Arretiereinrichtung 30, 31 blockiert. Bei in
der Kartuschenaufnahme 17 korrekt aufgenommener Kartusche 18 ist die
Verriegelung bzw. Blockierung aufgehoben. Die Drehverbindung 49, 50 ist
wahlweise in eine erste Drehstellung, in welcher der Deckel 16 mit der
Kartuschenaufnahme 17 verbunden ist, und in eine zweite Drehstellung, in
welcher die Verbindung zwischen dem Deckel 16 und der
Kartuschenaufnahme 17 gelöst ist, stellbar. Die Arretiereinrichtung 30, 31
umfaßt zwei verschiebbare Stößel 30, 31 und ist am Deckel 16 angeordnet.
Wenn der Deckel 16 auf die Kartuschenaufnahme 17 bei in der
Kartuschenaufnahme 17 eingesetzter Kartusche 18 aufgesetzt wird, schiebt
sich das aus der Kartuschenaufnahme 17 herausragende Ende der Kartusche
18 in den Deckel 16 und stößt dabei auf den ersten Stößel 30. Der erste Stößel
30 wird durch die Kartusche 18 aus einer ersten Stößelposition in eine zweite
Stößelposition geschoben. Dabei kommt ein kerbenförmiger Rastteilsitz 34 des
ersten Stößels 30 mit dem achswinklig, vorzugsweise rechtwinklig zu diesem
angeordneten zweiten Stößel 31 in Überdeckung, so daß der zweite Stößel 31
als Rastteil in den Rastteilsitz 34 einrasten kann. Die Stößel 30, 31 sind mit die
Stößel 30, 31 zurückstellenden Federn 32, 33 gefedert. Die Feder 32 drückt
den Stößel 31 in dessen Rastposition, wobei ein angeschrägtes Ende des
Stößels 31 in den Rastteilsitz 34 mit korrespondierender Formgebung einrastet.
Das angeschrägte Ende des Stößels 31 und der Rastteilsitz 34 bilden ein
Formrichtgesperre, dessen Formpaarung ein Verschieben des Stößels 30 in
eine Bewegungsrichtung sperrend wirkt. Wenn das eine Ende des Stößels 31
in den Rastteilsitz 34 eingerastet ist gibt das andere Ende des Stößels 31 eine
Bewegung der Stellscheibe 22 frei, indem der Stößel 31 durch die Feder 32
aus der Sperrstellung angehoben und aus der Ausnehmung 53 (Fig. 5)
herausgehoben wird. Die Feder 33 drückt den Stößel 30 in die in Fig. 5
gezeigte erste Stößelposition, in welcher das ebenfalls angeschrägte Ende des
Stößels 30 in das Deckelinnere hereinragt, so daß die Kartusche 18 den Stößel
30 gegen die Wirkung der Feder 33 schubkeilartig betätigen kann. Die Feder
33 ist derart ausgebildet und dimensioniert, so daß die Feder 33 bei
entsprechendem schubkeilartigen Zusammenwirken des Rastteilsitzes 34 und
des angeschrägten Endes des Stößels 31 in der Lage ist, den Stößel 31 gegen
die schwächere Kraftwirkung der Feder 32 aus der Rastpostion im Stößel 32
herauszuschieben und in die Sperrstellung zu stellen. Dies geschieht nur, wenn
der Stößel 30 keine in der Kartuschenaufnahme 17 befindliche Kartusche 18
ertastet, das heißt wenn sich keine Kartusche 18 in der Kartuschenaufnahme
17 befindet oder wenn der Deckel 16 nicht auf die Kartuschenaufnahme 17 und
die aus dieser herausragenden Kartusche 18 aufgesetzt ist. Die Feder 32
drückt den Stößel 31 in dessen Rastposition im Stößel 30, so daß die
Drehverbindung 49, 50 entsperrt wird. Die der Stelleinrichtung 22, 36
zugehörige Stellscheibe 22 und die Bajonettscheibe 23 sind mechanisch
miteinander gekoppelt. Dies kann sein, indem die Deckelscheiben 22, 23
aneinander befestigt sind oder indem die Scheiben eine einzige Scheibe
komplexer Querschnittsgeometrie bildend aus einem Stück gefertigt sind. Die
Drehverbindung 49, 50 wird gesperrt, indem die Stellscheibe 22 durch den
zweiten Stößel 31 unmittelbar und somit die Bajonettscheibe 23 mittelbar
gesperrt wird. Der Innenraum 27 wird durch die sich zwischen dem Deckel 16
und der Kartuschenaufnahme 17 befindliche ringförmige Dichtung 26
abgedichtet. Über den Einlaß 35 ist der Innenraum 27 mit Druckluft versorgbar.
In Fig. 5 ist der Deckel 16 von der Kartuschenaufnahme 17 getrennt dargestellt.
Im Deckel 16 befindet sich im gezeigten Zustand keine den Stößel 30
wegdrückende Kartusche 18, so daß der Stößel 30 durch die Feder 33 in den
Kartuscheneinführweg gestellt wird, wobei die bezüglich der Federkraft auf die
Feder 32 abgestimmte Feder 33 den Stößel 31 über den Stößel 30 und gegen
die Wirkung der Feder 32 in die Sperrstellung verschiebt, in welcher der Stößel
31 in die Ausnehmung 53 der Stellscheibe 22 eingreift und die Stellscheibe 22
gegen ein Verdrehen blockiert. Alternativ zu der Ausnehmung 53 kann an der
Stellscheibe 22 ein Vorsprung vorgesehen sein, welcher bei einem Verdrehen
der Stellscheibe 22 an den dem Vorsprung im Weg stehenden und in der
Sperrstellung befindlichen Stößel 31 stößt.
In Fig. 6 ist die in Fig. 4 gezeigte Drehverbindung 49, 50 aus einer in
Auspreßrichtung gerichteten Sicht im Schnitt dargestellt.
Die Renkelemente 49 des Deckels 16 bzw. der Bajonettscheibe 23 sind
aufgrund des Schnittverlaufes nicht sichtbar. Zum besseren Verständnis der
Funktion der Renkverbindung 49, 50 wird auf die schematische Darstellung in
Fig. 12 verwiesen.
In Fig. 7 ist eine andere Schnittebene der in den Fig. 4 und 6 gezeigten
Auspreßeinrichtung 15 dargestellt. Das Ventil 41 wird bei einem Verdrehen der
Drehverbindung 49, 50 über die Stelleinrichtung 22, 36 automatisch betätigt.
Das Ventil 41 ist durch die Stelleinrichtung 22, 36 wahlweise in eine erste
Schaltstellung und in eine zweite Schaltstellung schaltbar und als ein
Mehrwegeventil ausgebildet. Der Innenraum 27 der Auspreßeinrichtung 15 ist
in der ersten Schaltstellung des Ventils 41 mit Druckluft aus einer
Druckluftquelle 45 (Fig. 9) beaufschlagbar und in der zweiten Schaltstellung ist
die Druckluftbeaufschlagung durch das Ventil 41 abgesperrt. In der zweiten
Schaltstellung ist der Innenraum 27 der Auspreßeinrichtung 15 über das
Ventil 41 entlüftet, wenn die Drehverbindung 49, 50 in einer dritten Drehstellung
steht. Die dritte Drehstellung liegt zwischen der ersten Drehstellung und
zweiten Drehstellung der Drehverbindung 49, 50, wobei in der dritten
Drehstellung durch eine Entlüftungseinrichtung 22, 36, 41 der Innenraum 27
entlüftet ist, während die Drehverbindung 49, 50 noch ungelöst, d. h. noch nicht
vollständig gelöst ist. Somit ist in der Entlüftungsphase der Deckel 16 mit der
Kartuschenaufnahme 17 formschlüssig fest verbunden, so daß der Deckel 16
gegen ein Fortschleudern durch die entweichende Luft absolut gesichert ist.
Die Entlüftungseinrichtung 22, 36, 41 umfaßt das Ventil 41 und die
Stelleinrichtung 22, 36, wobei die Stelleinrichtung 22, 36 das Ventil 41 in der
dritten Drehstellung der Drehverbindung 49, 50 betätigt und in die zweite
Schaltstellung des Ventils 41 stellt, in welcher der Innenraum 27 über das
Ventil 41 entlüftet wird. Die Auspreßeinrichtung 15 weist mindestens einen
Signalgeber 40, 52 auf, welcher einer elektronischen Steuereinrichtung 10 der
Druckmaschine 1 signalisiert, ob die Betriebsbereitschaft der Auspreßeinrichtung 15
hergestellt ist oder nicht. Der Signalgeber 40, 52 kann ein elektrischer Schalter 40 sein,
welcher vorzugsweise als ein im Deckelinneren angeordneter Mikroschalter ausgebildet ist.
Der elektrische Schalter 40 ist mit dem Ventil 41 gekoppelt betätigbar und signalisiert der
elektronischen Steuereinrichtung 10 die aktuelle Schaltstellung des Ventils 41 und ob die
Drehverbindung 49, 50 verbunden bzw. die Auspreßeinrichtung 15 geschlossen ist und
somit die Anwesenheit der Kartusche 18 in der Auspreßeinrichtung 15. Das Ventil 41 ist
ebenfalls im Deckelinneren angeordnet und sitzt vorzugsweise auf der inneren
Deckelkappe 28. Das Ventil 41 weist einen Anschluß 42 auf, welcher bei der
Druckluftbeaufschlagung des Innenraumes 27 ein ausgangsseitiger Anschluß und bei der
Entlüftung des Innenraumes 27 ein eingangsseitiger Anschluß des Ventils 41 ist. Der
Anschluß 42 ist über die einen Strömungsweg für die Druckluft bildende Leitung 51 mit
einer in den Innenraum 27 mündenden und den Einlaß 34 bildenden Öffnung verbunden.
Der elektrische Schalter 40 wird durch die das Ventil 41 betätigende Stelleinrichtung 22,
36 betätigt. Der dritte Stößel 36 ist dazu durch die Stellscheibe 22 gegen die Wirkung der
Feder 37 verschiebbar im Deckel 16 gelagert. Die Stellscheibe 22 weist in einem den
Stößel 36 zugeordneten Kreisringabschnitt eine von der normalen Scheibendicke
abweichende Dicke auf. Die Dicke der Stellscheibe 22 kann in diesem Bereich langsam
ansteigen, z. B. wie eine schiefe Ebene, oder abrupt zunehmen z. B. wie ein vorspringender
Nocken. Das von der Stellscheibe 22 betätigte Ende des Stößels 36 ist in der Formgebung
der Stellscheibe 22 dementsprechend angepaßt und z. B. abgerundet oder angeschrägt. Der
Schalter 40 und das Ventil 41 sind einander gegenüberliegend angeordnet, wobei der
Stößel 36 in den Bereich zwischen dem Schalter 40 und dem Ventil 41 einschiebbar ist.
Der Stößel 36 weist zwei Vorsprünge bzw. Knaggen 38, 39 auf, welche mit jeweils
einem Stelltaster 46, 55 des Schalters und des Ventils 41 zusammenwirken,
wobei die Stelltaster 46, 55 vorzugsweise in etwa gleichzeitig durch den
Stößel 36 gedrückt bzw. verschoben werden, wenn der Stößel 36 in die in Fig.
7 dargestellte Position geschoben wird. In dieser Position hält der Stößel 36
das Ventil 41 gegen die Wirkung der Feder 56 (Fig. 9) in der ersten
Schaltstellung, in welcher der Innenraum 27 über das Ventil 41 mit Druckluft
beaufschlagbar ist. Der Stelltaster 55 des Schalters 40 wird gleichzeitig vom
Stößel 36 gedrückt gehalten.
Die in Fig. 7 dargestellte Funktion ist folgende:
Die Kartusche 18 ist in der Kartuschenaufnahme 17 vorhanden, so daß die
Arretiereinrichtung 30, 31 (Fig. 4) das Verbinden der Drehverbindung 49, 50
freigibt und nicht blockiert. Beim vollständigen Verbinden der
Drehverbindung 49, 50 bzw. dem Schließen der Kartuschenaufnahme 17 mit
dem Deckel 16 wird die Stelleinrichtung 22, 36 aktiviert, welche das Ventil 41
öffnet und den elektrischen Schalter 40 betätigt. Das vom Schalter 40 bewirkte
Signal zeigt der elektronischen Steuereinrichtung 10 an, daß die Vorrichtung
betriebsbereit ist.
In Fig. 8 ist der Stößel 36 in durch die Feder 37 zurückgestellter Position
dargestellt. Ein Vergleich der Fig. 8 mit der Fig. 7 zeigt den Dickenunterschied
zwischen den jeweils mit dem Stößel 36 zusammenwirkenden Abschnitten der
Stellscheibe 22. Weiterhin ist gezeigt, daß der Taster 55 des Schalters 40 und
der Taster 46 des Ventils 41 bei einem zurückgeschobenen Stößel 36 nicht
betätigt sind. Die Auspreßeinrichtung 15 ist in Fig. 8 in einem Zustand
dargestellt, in welchem die Kartuschenaufnahme 17 nicht mit dem Deckel 16
über die lösbare Drehverbindung 49, 50 verschlossen ist. Aus Fig. 8 ist
folgende Funktion der Auspreßeinrichtung 15 ersichtlich: Es ist keine Kartusche
18 in die Auspreßeinrichtung 15 eingesetzt. Somit läßt sich die Drehverbindung
49, 50 nicht vollständig verbinden und die durch die Arretiereinrichtung 30, 31
blockierte Stelleinrichtung 22, 36 nicht aktivieren. Die Stelleinrichtung 22, 36
öffnet somit weder das Ventil 41 noch betätigt die Stelleinrichtung 22, 36 den
elektrischen Schalter 40, so daß der Innenraum 27 nicht mit Druckluft
beaufschlagt wird und die elektronische Steuereinrichtung 10 auch kein Signal
erhält, welches eine Betriebsbereitschaft der Vorrichtung signalisiert.
In Fig. 9 ist das durch die Stelleinrichtung 22, 36 betätigbare Ventil 41
schematisch dargestellt. Das Ventil 41 ist ein in zwei Schaltstellungen
schaltbares und mit drei Anschlüssen versehenes sogenanntes 3/2-Wegeventil.
Das Ventil 41 weist zwei Durchflußwege auf. Ein erster Durchflußweg führt vom
Anschluß 43 zum Anschluß 42 und ist in der gezeigten ersten Schaltstellung
des Ventils 41 offen. In der ersten Schaltstellung erfolgt über diesen
Durchflußweg die Druckluftbeaufschlagung des Innenraumes 27, welcher durch
die Druckluftquelle 45, z. B. einem Kompressor oder einem Druckluftsystem der
Druckmaschine 1 über das Ventil 41 mit Druckluft versorgbar ist. Ein zweiter
Durchflußweg vom Anschluß 42 zum Anschluß 44 ist in der ersten
Schaltstellung gesperrt. Das Ventil 41 wird durch die Stelleinrichtung 22, 36
während der Druckluftbeaufschlagung des Innenraumes 27 gegen die Wirkung
der Feder 56 gehalten. Bei entsprechend zurückgestellter Stelleinrichtung 22,
36 stellt die Feder 56 das Ventil 41 von der ersten in eine zweite Schaltstellung.
In der zweiten Schaltstellung ist der zwischen den Anschlüssen 42, 43
bestehende Durchflußweg gesperrt und der zwischen den Anschlüssen 42, 44
bestehende Durchflußweg offen. Die Entlüftung des Innenraumes 27 erfolgt, in
dem der im Innenraum 27 vorhandene Überdruck über den vom Anschluß 42
zum Anschluß 44 führenden Durchflußweg entweichen kann. In der ersten
Schaltstellung ist somit der Anschluß 43 ein eingangsseitiger und der Anschluß
42 ein ausgangsseitiger Anschluß des Ventils 41. In der zweiten Schaltstellung,
d. h. beim Entlüften, ist somit der Anschluß 42 ein eingangsseitiger und der
Anschluß 44 ein ausgangsseitiger Anschluß des Ventils 41. Die Druckluftquelle
45 wird von der elektronischen Steuereinrichtung 10 angesteuert und
beispielsweise nur dann aktiviert, wenn die vom elektrischen Schalter 40
und/oder einem Sensor 52 gemeldete Betriebsbereitschaft der
Auspreßeinrichtung 15 hergestellt ist.
In Fig. 10 ist die Auspreßeinrichtung 15 in einer der Fig. 4 entsprechenden
Ansicht dargestellt. Zusätzlich oder vorzugsweise alternativ zu dem
elektrischen Schalter 40 (Fig. 7) kann ein luftdruckempfindlicher Sensor 52
vorgesehen sein, welcher der elektronischen Steuereinrichtung 10 das
Vorhandensein oder Nichtvorhandensein eines Überdrucks im Innenraum 27
signalisiert. Der Sensor 52 ist derart in den Deckel 16 integriert, so daß der
Sensor 52 bei einer Druckluftbeaufschlagung dem im Innenraum 27
herrschenden Luftdruck ausgesetzt ist und durch die Druckluft betätigbar ist.
Der gezeigte Sensor 52 ist im Deckelinneren angeordnet und in die innere
Deckelkappe 28 integriert. Der Deckel 16 bzw. die innere Deckelkappe 28 weist
eine Ausnehmung 57 auf, in welcher der Sensor 52 sitzt. Der Sensor 52
signalisiert der elektronischen Steuereinrichtung 10, wenn ein bestimmter
Überdruck im Innenraum 27 anliegt. Für den bestimmten Überdruck kann ein
Grenzwert festgelegt sein, bei dessen Erreichen der Sensor 52 anspricht. Der
bestimmte Überdruck kann sich nur dann im Innenraum 27 aufbauen, wenn
das Ventil 41 korrekt geöffnet hat und die Kartusche 18 korrekt in die
Auspreßeinrichtung 15 eingesetzt ist. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird
der elektronischen Steuereinrichtung 10 vom Sensor 52 signalisiert, daß die
Betriebsbereitschaft der Auspreßeinrichtung 15 hergestellt ist.
In Fig. 11 ist eine der Fig. 6 entsprechende Ansicht der
Farbversorgungsvorrichtung 8 dargestellt. Die in Fig. 11 dargestellte
Vorrichtung weist eine Modifizierung gegenüber den in den vorhergehenden
Fig. 2 bis 10 beschriebenen Vorrichtungen auf. Die Modifizierung besteht
darin, daß die Stelleinrichtung 22, 36 durch die in Fig. 11 gezeigte
Stelleinrichtung 47 ersetzt wurde. Die Stelleinrichtung 47 ist ein am Deckel 16
und vorzugsweise an der Stellscheibe 22 befestigtes Stellelement in Form einer
Knagge 47. Die Knagge 47 betätigt das Ventil 41, indem sie das Ventil 41, über
den Stelltaster 46 in die entsprechenden Schaltstellungen stellt. Anstelle des
bei den vorhergehenden Ausführungsformen gewählten verschiebbaren
Stellelementes in Form des Stößels 36 ist bei der in Fig. 11 gezeigten
Ausführungsform somit ein schwenkbares bzw. drehbares Stellelement
vorgesehen. Die Knagge 47, welche als ein Nocken oder wie gezeigt als ein
Finger ausgebildet sein kann, durch ein Drehen der Drehverbindung 49, 50 um
die Drehachse 48 der Drehverbindung 49, 50 schwenkbar. Das Ventil 41 kann
an dem Waagen oder Schlitten 14 oder vorzugsweise an der
Kartuschenaufnahme 17 angeordnet und fest mit dem entsprechenden Bauteil
verbunden sein. Das Ventil 41 kann aber auch in einer ähnlichen Art und
Weise, wie dies in den Fig. 7 und 9 gezeigt ist am Deckel 16 angeordnet sein.
In diesem Fall kann die Knagge 47 in Richtung des Deckelinneren gerichtet
sein.
In Fig. 12 ist die bevorzugte Renkverbindung in Form einer Bajonettverbindung
stark vereinfacht dargestellt, wobei zu erkennen ist, daß bei einer Verdrehung
des Deckels 16 zur Kartuschenaufnahme 17 die Renkelemente 49, 50 der
Bauteile 16, 17 in Überdeckung geschoben werden, so daß ein Formschluß in
axialer Richtung der Auspreßeinrichtung 15, d. h. senkrecht zur Bildebene der
Fig. 12 hergestellt ist. Die Fig. 12 zeigt die Auspreßeinrichtung 15 aus einer
gegen die Auspreßrichtung gerichteten Sicht. Beim Aufsetzten des Deckels 16
auf die Kartuschenaufnahme 17 werden die Renkelemente 49 durch die
Freiräume 58 zwischen den Renkelementen 50 hindurchgeführt und werden
die Renkelemente 50 durch die Freiräume zwischen den Renkelementen 49
des Deckels 16 hindurchgeführt. Danach erfolgt eine Verschiebung der
Renkelemente 49, 50 in Umfangsrichtung zueinander. Vorzugsweise werden
bei Drehen des Deckels 16 und bei feststehender Kartuschenaufnahme 17 die
Renkelemente 49 des Deckels 16 relativ zu den feststehenden
Renkelementen 50 der Kartuschenaufnahme 17 verschoben. Auf die
Darstellung des bevorzugten mehrteiligen Deckels 16, bei welchem die
Renkelemente 49 an einer dem Deckel 16 zugehörigen Bajonettscheibe 23
ausgebildet sind, wurde im Sinne eines erleichterten Verständnisses der
Funktion der Renkverbindung 49, 50 in der Fig. 12 verzichtet.
1
Druckmaschine
2
Druckwerk
3
Farbwerk
4
Farbkasten
5
bis
7
Farbwerkswalze
8
Farbversorgungsvorrichtung
9
Druckformzylinder
10
Steuereinrichtung
11
Druckfarbe
12
Führung
13
Traverse
14
Schlitten
15
Auspreßeinrichtung
16
Deckel
17
Kartuschenaufnahme
18
Kartusche
19
Boden
20
Auslaß
21
Walzenachse
22
Stellscheibe
23
Bajonettscheibe
24
Griff
25
Öffnung
26
Dichtung
27
Innenraum
28
Innenkappe
29
Außenkappe
30
,
31
Stößel
32
,
33
Feder
34
Rastteilsitz
35
Einlaß
36
Stößel
37
Feder
38
,
39
Knagge
40
Schalter
41
Ventil
42
bis
44
Anschluß
45
Druckluftquelle
46
Stelltaster
47
Knagge
48
Drehachse
49
,
50
Renkelement
51
Leitung
52
Sensor
53
Ausnehmung
54
Gestell
55
Stelltaster
56
Feder
57
Ausnehmung
58
,
59
Freiraum
60
Auslaßventil
Claims (12)
1. Vorrichtung (8) zur Farbversorgung eines Farbwerkes (3) einer Druckmaschine (1), mit
einer Auspreßeinrichtung (15), welche aus einer eine Kartusche (18) aufnehmenden
Kartuschenaufnahme (17) und einem die Kartuschenaufnahme (17) verschließenden
Deckel (16) besteht, wobei ein Innenraum (27) der Auspreßeinrichtung (15) über einen
mit einem Ventil (41) versehenen und den Innenraum (27) mit einer Druckluftquelle
(45) luftleitend verbindenden Strömungsweg (51) mit Druckluft beaufschlagbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß über eine den Deckel (16) mit dem Ventil (41) antriebsmäßig verbindende
Stelleinrichtung (22, 36) das Ventil (41) beim Verschließen der Kartuschenaufnahme
(17) mit dem Deckel (16) betätigbar ist.
2. Vorrichtung (8) zur Farbversorgung eines Farbwerkes (3) einer Druckmaschine (1), mit
einer Auspreßeinrichtung (15), welche einen eine Kartusche (18) in einer
Kartuschenaufnahme (17) direkt verschließenden Deckel aufweist, wobei ein von der
Kartusche (18) und dem Deckel gebildeter Innenraum über einen mit einem Ventil (41)
versehenen und den Innenraum mit einer Druckluftquelle (45) luftleitend verbindenden
Strömungsweg (51) mit Druckluft beaufschlagbar ist und wobei über eine den Deckel
mit dem Ventil (41) antriebsmäßig verbindende Stelleinrichtung (22, 36) das Ventil (41)
beim Verschließen der Kartusche (18) mit dem Deckel betätigbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kartuschenaufnahme (17) bzw. die Kartusche (18) mit dem Deckel (16) über
eine lösbare Drehverbindung (49, 50) verschließbar ausgebildet ist, wobei das
Ventil (41) bei einem Verdrehen der
Drehverbindung (49, 50) über die Stelleinrichtung (22, 36) betätigt wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehverbindung (49, 50) eine Renkverbindung ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventil (41) eine Mehrwegeventil ist, welches durch die
Stelleinrichtung (22, 26) in eine erste Schaltstellung und in eine zweite
Schaltstellung schaltbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (16) eine verdrehbare Deckelscheibe (23) aufweist,
welche eine die Renkverbindung (49, 50) bildende und mit
Renkelementen versehen Bajonettscheibe ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenraum (27) in einer zwischen einer ersten Drehstellung
"vollständig verbunden" und einer zweiten Drehstellung "gelöst"
liegenden dritten Drehstellung der Drehverbindung (49, 50) durch eine
Entlüftungseinrichtung (22, 36, 41) entlüftet ist, während die
Drehverbindung (49, 50) noch ungelöst ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Sicherungseinrichtung ein Verdrehen der Drehverbindung (49,
50) aus der dritten Drehstellung in die zweite Drehstellung verhindert,
solange der Innenraum (27) noch unter Überdruck steht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein luftdruckempfindlicher Sensor (52) vorhanden ist, welcher einer
elektronischen Steuereinrichtung (10) einen Überdruck im Innenraum (27)
signalisiert.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein elektrischer Schalter (40) vorhanden ist, welcher einer elektronischen
Steuereinrichtung (10) die aktuelle Schaltstellung des Ventils (41) signalisiert.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der elektrische Schalter (40) durch die das Ventil (41) betätigende
Stelleinrichtung (22, 36) betätigt wird.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Verdrehen der Drehverbindung (49, 50) durch eine
Arretiereinrichtung (30, 31) bei in der Kartuschenaufnahme (17) fehlender
Kartusche (18) blockiert und bei in der Kartuschenaufnahme (17)
aufgenommener Kartusche (18) freigegeben ist.
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