DE19821244A1 - Verfahren und Vorrichtung zur unmittelbaren optischen Diagnose von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphörendruckin Mikroplasmazellen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur unmittelbaren optischen Diagnose von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphörendruckin Mikroplasmazellen

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Abstract

Die Erfindung befaßt sich mit einem Verfahren zur unmittelbaren optischen Diagnose von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphärendruck in Mikroplasmazellen. In einer solchen Mikroplasmazelle (1) ist wenigstens eine zur direkten Erfassung einer Plasmaemission geeignete integrierte optische Komponente integriert, z. B. ein Lichtwellenleiter, der in den optisch transparenten Schichten (15, 16, 17) integriert ist und bis in die oder bis zur Mikroplasmazelle reicht. Außer einer Erfassung charakteristischer Emissionslinien eines Plasmas bei einzelnen Mikroplasmazellen lassen sich Plasmaemissionen bei sequentiellem Betrieb vieler arrayförmig angeordneter Mikroplasmazellen (1) mit Hilfe eines einzigen Lichtdetektors oder Spektrometers analysieren. Ferner besteht die Möglichkeit ein Plasma zu regeln und außerdem durch die Zelle (1) strömende Gase zu analysieren.

Description

Stand der Technik
Die Erfindung befaßt sich mit einem Verfahren zur unmittelbaren optischen Diagnose von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphärendruck in Mikroplasmazellen, einem Verfahren jeweils zur Regelung eines Plasmas und zur Gasanalyse, die das Verfahren zur optischen Diagnose verwenden, sowie einer zur Durchführung des optischen Diagnoseverfahrens von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphärendruck geeigneten Mikroplasmazelle bzw. eines Mikroplasmaarrays.
Plasmabeschichtungsverfahren sind von großer Bedeutung für Oberflächen- und Stoffmodifizierungen. Schwer zugängliche Bereiche sind mit konventio­ nellen makroskopischen Verfahren nur selten in genügender Qualität beschichtbar. Mikroplasmazellen in Form von Einzelzellen, Arrays von Mikroplasmazellen und spezielle Zellengeometrien erlauben hier gezielt schwer zugängliche Bereiche zu beschichten der Körper zu erreichen. Der Betrieb von definierten Plasmen an Atmosphärendruck und Raumtemperatur ist ohne direktes Feedback kaum möglich.
Befindet sich ein zu behandelnder Gegenstand in einem typischen Abstand von 1-1000 µm, so daß keine konventionelle Methode zur Online-Diagnose eingesetzt werden kann, sind Betriebszustände nur schwer zu optimieren oder einzuhalten, da der Abstand zur Probe, Gase und die Umweltbedingungen, wie Druck und Temperatur auf das Plasma einwirken.
Somit benötigt man eine direkte Diagnose der Plasmaemission bei Beschichtungs- oder Oberflächenmodifikationsvorgängen mit Hilfe von Mikroplasmazellen, um damit die günstigsten Betriebsparameter zu erkennen und reproduzierbare Qualitäten bei der Anwendung zu erhalten.
Erste Ansätze von Mikroplasmazellen wurden vorgestellt von K.H. Schoenbach, M. Ciocca, A. El-Habachi, W. Shi, F.E. Peterkin, T. Tessnow in Microhollow Electrode Discharges, Gas Discharges and their Applications, 7.9.-12.9.1997, Greifswald, 1997, 280.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
Es ist somit Aufgabe dieser Erfindung, ein Verfahren zur unmittelbaren (Online) optischen Diagnose von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphärendruck in Mikroplasmazellen ,sowie eine speziell zur Durchführung des Verfahrens geeignete Mikroplasmazelle oder ein Mikroplasmaarray zu ermöglichen, die bzw. das einen einfachen, kostengünstigen und unmittelbaren Zugang zum emittierten Spektrum eines atmosphärennahen Plasmas in einer Mikroplasmazelle ermöglichen bzw. ermöglicht.
Das Verfahren soll außerdem die Möglichkeit zur Analyse der durch die Mikroplasmazelle strömenden Gase sowie zur Regelung eines in der Mikroplasmazelle vorhandenen Plasmas ermöglichen.
Ein die obige Aufgabe lösendes Verfahren zur unmittelbaren optischen Diagnose von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphärendruck in Mikroplasmazellen ist gemäß einem wesentlichen Aspekt der Erfindung gekennzeichnet durch folgende Schritte:
  • - Integration wenigstens einer zur direkten Erfassung der Emission des Plasmas geeigneten integrierten optischen Komponente in oder auf einem Substrat einer Mikroplasmazelle;
  • - Vorsehen eines mit der optischen Komponente gekoppelten Lichtdetektors; und
  • - Diagnose von durch die optische Komponente aus dem Plasma abgeleiteten und dem Lichtdetektor zugeleiteten Spektrallinien der erfaßten Plasmaemission.
Die in dem Substrat der Mikroplasmazelle integrierte optischen Komponente oder die optischen Komponenten, wie Lichtleiter, Filter und Koppler, bieten eine vorteilhafte und kostengünstige Lösung an, die im Plasma emittierten Spektrallinien mit Hilfe eines Lichtdetektors, z. B. einer Photodiode zu erfassen.
Das von der Photodiode erzeugte Signal kann auch für eine Regelung des Plasmas herangezogen werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren bietet eine Diagnosemöglichkeit mit Hilfe eines einzigen Lichtdetektors, wenn viele array-förmig angeordnete Mikroplasmazellen sequentiell betrieben werden und die durch die in ihnen integrierte optische Komponente erfaßten Emissionslinien des Plasmas über die Zellen hinweg kombiniert werden.
Ferner läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren vorteilhaft zur Regelung des Plasmas verwenden.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, mit Hilfe einer Mikroplasmazelle mit der erfindungsgemäßen optischen Diagnose die durch die Zelle strömenden Gase (Abgase) zu analysieren.
In der erfindungsgemäßen Mikroplasmazelle kann die auf dem Substrat derselben integrierte optische Komponente oder die integrierten optischen Komponenten wenigstens einen Lichtwellenleiter enthalten. Optionell sind zusätzlich Verzweiger und wellenlängenselektive Elemente, wie z. B. einbelichtete Gitter, auf dem Substrat der Mikroplasmazelle integriert, um damit einzelne charakteristische Linien oder Spektralbereiche des Plasmas in der Mikroplasmazelle auszufiltern.
Bevorzugt weist eine insbesondere zur Durchführung des Verfahrens geeignete Mikroplasmazelle auch eine Gaszuführung auf.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachstehend in einer anhand der einzigen Zeichnungsfigur erläuterten Ausführungsform einer erfindungsgemäß gestalteten Mikroplasmazelle näher beschrieben.
Die Figur zeigt einen schematischen Querschnitt des Aufbaus einer allgemein mit der Bezugszahl 1 bezeichneten, zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders geeigneten Mikroplasmazelle, in der ein Lichtwellenleiter integriert ist.
Auf einem Substrat 10 befindet sich optional eine Isolationsschicht 11 und darüber eine als Grundelektrode fungierende Metallschicht 12. Über der metallischen Elektrodenschicht 12 befindet sich ein Dielektrikum 13 bzw. eine Kombination von optisch transparenten Dielektrika 17, 15, 16, in denen ein Lichtwellenleiter ausgebildet ist. Optional können weitere (nicht gezeigte) optische Strukturen in die Dielektrikumsschichten 15, 16, 17 integriert sein. Über diesen Schichten 13, bzw. 17, 15, 16 ist eine Gegenelektrode 14 entweder ganzflächig oder, was nicht gezeigt ist, zur Einzelansteuerung strukturiert aufgebracht. Eine Gaszuführung 18 führt von unten durch das Grundsubstrat 10, die Isolationsschicht 11 und die Grundelektrode 12 in das Innere der Mikroplasmazelle 1.
Über die Gaszuführung 18 können neben Gasen für Beschichtungs­ anwendungen auch zu analysierende Gase bei einem die erfindungsgemäße Mikroplasmazelle verwendenden Gasanalyseverfahren eingeleitet werden.
Die Auswertung der Plasmaemission erfolgt mit einem Spektrometer, dessen optischer Eingang an den Lichtwellenleiter 15, 16, 17 angekoppelt ist.
Bei einer alternativen Ausführungsform werden vorzugsweise durch integrierte optische Komponenten, wie Verzweiger und wellenlängenselektive Elemente, einbelichtete Gitter sowie Koppler, einzelne charakteristische Linien oder Spektralbereiche des diagnostizierenden Plasmas herausgefiltert, so daß die Detektion charakteristischer Emissionen preiswert auch mit Hilfe einer Photodiode durchgeführt werden kann.
Bei einer alternativen Ausführung werden mehrere Mikroplasmazellen array­ förmig angeordnet und z. B. sequentiell betrieben. Die Information aus den mehreren Mikroplasmazellen kann mit gleichfalls integrierten optischen Verknüpfungsgliedern analysiert werden.
Bei einem sequentiellen Betrieb der einzelnen Mikroplasmazellen ist eine Analyse des Plasmas der einzelnen Plasmazellen möglich.
Mit den oben beschriebenen Merkmalen bietet die Erfindung insbesondere folgende Vorteile:
  • - Sie ermöglicht eine unmittelbare optische Diagnose (Online-Diagnose) von atmosphärennahen Plasmen in Mikroplasmazellen bei typischen Betriebszuständen.
  • - Die kostengünstige und einfache Integration optischer Komponenten ermöglicht eine preiswerte Diagnose charakteristischer Emissionslinien des Plasmas mittels einzelner Photodioden.
  • - Es bietet sich die Möglichkeit, eine unmittelbare optische Diagnose bei sequentiellem Betrieb vieler Zellen in einem Array mit einem einzigen Detektor auszuführen.
  • - Das erfindungsgemäße Verfahren eröffnet die Möglichkeit, ein Plasma zu regeln.
  • - Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht ferner, durch die Mikroplasmazelle strömende Gase (Abgase) zu analysieren.

Claims (10)

1. Verfahren zur unmittelbaren optischen Diagnose von atmosphärennahen Plasmen und Plasmen bei Atmosphärendruck in Mikroplasmazellen, gekennzeichnet durch folgende Schritte:
  • - Integration wenigstens einer zur direkten Erfassung der Emission des Plasmas geeigneten integrierten optischen Komponente in bzw. auf einem Substrat einer Mikroplasmazelle;
  • - Vorsehen eines mit der optischen Komponente gekoppelten Lichtdetektors oder Spektrometers; und
  • - Diagnose von durch die optische Komponente aus dem Plasma abgeleiteten und dem Lichtdetektor oder Spektrometer zugeleiteten Spektral­ linien der erfaßten Plasmaemission.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von den optischen Komponenten erfaßten Emissionen bei sequentiellem Betrieb mehrerer array-förmig angeordneter Mikroplasmazellen kombiniert werden, und daß die Diagnose mit einem gemeinsamen Lichtdetektor ausgeführt wird.
3. Verfahren zur Regelung eines Plasmas gekennzeichnet durch die Verwendung des Diagnoseverfahrens nach Anspruch 1 oder 2.
4. Verfahren zur Gasanalyse insbesondere von einer Mikroplasmazelle zugeführten Gasen gekennzeichnet durch die Verwendung des Diagnose­ verfahrens nach Anspruch 1 oder 2.
5. Mikroplasmazelle (1) insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine zur direkten Erfassung einer Plasmaemission geeignete integrierte optische Komponente (15, 16, 17), die bis in die Mikroplasmazelle (1) oder an die Mikroplasmazelle hin reicht, auf dem Substrat (13) der Mikroplasmazelle (1) integriert ist.
6. Mikroplasmazelle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die integrierte optische Komponente wenigstens einen Lichtwellenleiter (15, 16, 17) enthält.
7. Mikroplasmazelle nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich Verzweiger und wellenlängenselektive Elemente zum Ausfiltern einzelner charakteristischer Linien oder Spektralbereiche des Plasmas in dem Substrat integriert sind.
8. Mikroplasmazelle nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Gaszuführung (18) enthält.
9. Mikroplasmazelle nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die optische(n) Komponente(n) in einer eine metallische Grundelektrode (12) von einer Gegenelektrode (14) isolierenden Dielektrikums­ schicht (13) integriert ist bzw. sind.
10. Mikroplasmazelle nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Dielektrikumsschicht eine Kombination optisch transparenter Dielektrika (15, 16, 17) enthält, in die die optische(n) Komponente(n) integriert ist bzw. sind.
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