DE19744309C1 - Vorrichtung zum Gleitziehbiegen von Bändern - Google Patents
Vorrichtung zum Gleitziehbiegen von BändernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum
Gleitziehbiegen von Bändern, insbesondere für die
Herstellung von Leichtbauprofilen, wie Rohre, mit einem
aus mehreren Teilen zusammengesetzten Umformwerkzeug mit
einem Profil, das ausgehend von einem Schlitz im
Eintrittsbereich in Ziehrichtung fortschreitend in die
Endform des umgeformten Bandes übergeht.
Gleitziehbiegen oder auch Gleitziehprofilieren ist ein
spezielles Biegeumformen mit geradliniger relativer
Bewegung zwischen Werkzeug und Werkstück (Deutsche Normen
DIN 8586, April 1971, Seite 3, Bild 9; Technologie zur
Fertigung von Leichtbauprofilen, 1. Auflage, VEB Deutscher Verlag für
Grundstoffindustrie, 1979, S. 40). Es wird vor allem für die
Fertigung von Leichtbauprofilen angewendet. Der
Umformvorgang kann dabei in einer oder mehreren Stufen
erfolgen, je nachdem, wieviel Umformarbeit zu leisten
ist. Das Umformwerkzeug kann aus einzelnen
plattenförmigen Matrizen bestehen, die jeweils aus
mehreren Teilen zusammengesetzt sind. In jedem Fall ist
es erforderlich, das Band außerhalb des Umformwerkzeuges
vorzuformen oder anzuspitzen, um es in das Umformwerkzeug
einführen zu können. Es versteht sich, daß solche
Arbeiten recht aufwendig sind. Darüber hinaus fällt wegen
der von Hand vorzunehmenden vorbereitenden Arbeiten ein
Anfangsabschnitt an, der in der Regel für eine
Weiterverarbeitung nicht zu gebrauchen ist.
Eine bekannte Vorrichtung zum Gleitziehbiegen von Bändern
für die Herstellung von Rohren besteht aus zwei in
Ziehrichtung des Bandes hintereinander angeordneten
Teilen (DE-OS 14 52 397). Im ersten Teil erhält das Band
ein kreisbogenförmiges Profil, während es im zweiten Teil
zu einem Vollrohr umgeformt wird. Um dem Band ein
kreisbogenförmiges Profil zu geben, weist der erste Teil
der Vorrichtung eine Vielzahl von vertikal und
nebeneinander angeordneten, sich in Ziehrichtung
erstreckenden Lamellen auf. Die Lamellen bilden ein
Profil, das im Eingangsbereich als ebener Schlitz
ausgebildet ist und in Ziehrichtung fortschreitend in
einen bogenförmigen Schlitz übergeht. Der diesem ersten
Umformteil der Vorrichtung nachgeordnete zweite
Umformteil weist ebenfalls Lamellen auf, die in diesem
Fall aber horizontal übereinander angeordnet sind und nur
eine äußere Schale bilden, die von einer
halbkreisförmigen Schale in Ziehrichtung fortschreitend
in ein geschlossenes Rundprofil übergehen. Bei der
bekannten Vorrichtung sind keine besonderen Vorkehrungen
für die Inbetriebnahme, das heißt, die Einführung des
Bandes in das vorgegebene Profil getroffen.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung zum Gleitziehbiegen von Bändern zu schaffen,
die einfach in Betrieb zu nehmen ist und bei deren
Einsatz praktisch kein unbrauchbarer Bandanfangsabschnitt
anfällt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Vorrichtung
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß das
Umformwerkzeug aus zwei quer zur Ziehrichtung des Bandes
auseinanderfahrbaren Hälften besteht, deren Profilteile
beim Zusammenfahren ein eingelegtes Band führen und es
dabei in Ziehrichtung fortschreitend in die Endform
bringen.
Beim Einsatz des erfindungsgemäßen Umformwerkzeuges
erübrigt sich ein Vorverformen des umzuformenden Bandes,
bevor es in das Umformwerkzeug eingeführt werden kann,
weil ein in das aufgefahrene Umformwerkzeug eingelegtes
Band beim Zusammenfahren des Umformwerkzeuges durch
dieses selbst in die gewünschte Form im Umformwerkzeug
gebracht wird. Das bedeutet auch, daß das zu erzeugende
Leichtbauprofil praktisch von Anfang des Bandes an
brauchbar ist. Der Wegfall der sonst üblichen
Vorverformung von Hand minimiert auch die Rüstzeiten für
das Gleitziehbiegen. Deshalb und wegen der Brauchbarkeit
des Leichtbauprofils vom Anfang des Bandes an ist die
erfindungsgemäße Vorrichtung besonders für kleine
Serienproduktionen geeignet.
Das Umformwerkzeug kann massiv ausgestaltet sein.
Vorzugsweise ist das Umformwerkzeug als mehrstufige
Matrize ausgebildet, deren einzelne Stufen aus in
Ziehrichtung hintereinander angeordneten, geteilten
Platten bestehen.
Um das Umformwerkzeug gleichmäßig zu belasten und vor
allem das umzuformende Band ist nach einer weiteren
Ausgestaltung vorgesehen, daß das Umformwerkzeug ein
solches Profil hat, daß es auf jedem Abschnitt der
Umformstrecke gleiche Umformarbeit beim Gleitziehbiegen
leistet.
Zwar können die einzelnen Stufen der Matrize
individuell verfahren werden, doch ist es aus
Gründen einer einfach gestalteten Vorrichtung besser,
wenn die Stufen der Matrize der einen Seite und die der
anderen Seite jeweils als Sätze auf einem, eine Kassette
bildenden Schlitten oder Wagen mittels einer
Stellvorrichtung auseinander- und zusammenfahrbar sind.
Damit ist dann gleichzeitig der Effekt verbunden, daß
eine gezielte allmähliche Verformung des Bandes in
Ziehrichtung beim Zusammenfahren stattfindet.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher
erläutert. Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine Vorrichtung zum Gleitziehbiegen mit einem
Umformwerkzeug in schematischer Darstellung
und
Fig. 2 drei ausgewählte in Ziehrichtung hintereinander
an verschiedenen Orten angeordnete Matrizenstufen
des Umformwerkzeuges nach Fig. 1 in Ansicht.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung zum
Gleitziehbiegen von Bändern zu Rohren umfaßt in Kassetten
1a, 1b als Umformwerkzeug mehrere Matrizenstufen
2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b, von denen nur drei mit Bezugszeichen
versehen sind. Die Kassetten 1a, 1b sind auf Schlitten
5a, 5b mittels einer Stellvorrichtung 6 mit
Schraubenspindel 7 auf einem Maschinengestell 8
verfahrbar. In der Zeichnung der Fig. 1 sind die
Matrizenstufen 2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b aufgefahren. Jede
Matrizenstufe 2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b besteht aus zwei in
Richtung der Pfeile P der Fig. 2 auf- und zufahrbaren
Hälften 2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b. Die einzelnen Matrizenstufen
2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b haben ein unterschiedliches Profil, wie
es beispielsweise in Fig. 2 für die hintereinander
angeordneten Stufen dargestellt ist. Zumindest in der
ersten Matrizenstufe 2a, 2b sollte das Profil 9 als
Schlitz ausgebildet sein, damit dieser Schlitz 9 dem noch
ebenen, umzuformenden Band B eine Führung gibt. In der
ersten Matrizenstufe 2a, 2b kann dieser Schlitz 9
insgesamt gerade oder leicht gekrümmt sein. Zumindest
aber in der zweiten Stufe sollte der Schlitz 9 an seinen
Rändern bereits gekrümmt sein, wie es in der Fig. 2
sogar für die erste Matrizenstufe 2a, 2b dargestellt ist.
In den weiteren Stufen wird das Band B zunehmend weiter
verformt, wobei es vorzugsweise in der Mitte leicht
aufgewölbt wird, wie für die Matrizenstufe 3a, 3b
dargestellt ist. Bei weiter fortschreitender Umformung in
den folgenden Stufen kann auf eine Schlitzführung
verzichtet werden. Es reicht in diesem Fall eine
einseitige Führung an der Außenseite, wie sie für die
Matrizenstufe 4a, 4b dargestellt ist. Es versteht sich,
daß sich hinter der Matrizenstufe 4 mindestens eine
weitere Matrizenstufe anschließen muß, wenn als
Leichtbauprofil ein Rohr geschaffen werden soll.
Die Funktionsweise des Umformwerkzeuges der Vorrichtung
zum Gleitziehbiegen ist folgende: Das umzuformende Band B
wird bei aufgefahrenem Umformwerkzeug in der
erforderlichen Höhe positioniert, um es mit seinen
Rändern in die einzelnen Matrizenhälften
2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b einführen zu können. Beim
Zusammenfahren der Kassetten 1a, 1b findet sich das Band B
von selbst in dem Schlitz 9 bzw. Profil der einzelnen
Matrizenstufen unter stufenweise stärker werdender
Umformung ein, so daß es, wie in Fig. 2 dargestellt, die
in den einzelnen Matrizenstufen 2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b
dargestellten Positionen einnimmt. Nachdem das Band B bei
Bandstillstand in dieser Form in die Matrize eingeführt
ist, kann es anschließend von nicht dargestellten
Zugmitteln der Vorrichtung zum Gleitziehbiegen durch das
Umformwerkzeug gezogen werden, wobei es dann
kontinuierlich umgeformt wird. Durch den Ort der
einzelnen Matrizenstufen 2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b und der
Schlitzform kann auf die einzelnen Stufen gleiche
Umformarbeit verteilt werden.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Gleitziehbiegen von Bändern,
insbesondere für die Herstellung von Leichtbauprofilen,
wie Rohre, mit einem aus mehreren Teilen
zusammengesetzten Umformwerkzeug mit einem Profil, das
ausgehend von einem Schlitz im Eintrittsbereich in
Ziehrichtung fortschreitend in die Endform für das
umgeformte Band übergeht,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Umformwerkzeug aus zwei quer zur Ziehrichtung des Bandes
auseinanderfahrbaren Hälften besteht, deren Profilteile
beim Zusammenfahren ein eingelegtes Band führen und es
dabei in Ziehrichtung fortschreitend in die Endform
bringen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Umformwerkzeug als mehrstufige Matrize
(2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b) ausgebildet ist, deren einzelne
Stufen aus in Ziehrichtung
hintereinander angeordneten geteilten Platten bestehen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Umformwerkzeug ein solches Profil hat, daß auf jedem
Abschnitt der Umformstrecke gleiche Umformarbeit beim
Gleitziehbiegen geleistet wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die
einzelnen Stufen der Matrize (2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b) unabhängig
voneinander auseinander- und zusammenfahrbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch
2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stufen der
Matrize (2a, 2b, 3a, 3b, 4a, 4b) der einen Seite und die
der anderen Seite jeweils
Sätze einer Kassette (1a, 1b) bilden und auf einem
Schlitten (5a, 5b) oder Wagen mittels einer
Stellvorrichtung (6) auseinander- und zusammenfahrbar
sind.
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|---|
| DIN 8586, April 1971, S. 3, Bild 9 * |
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Also Published As
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