DE19617033C2 - Schneidwerk für / an landwirtschaftlichen Erntefahrzeugen - Google Patents
Schneidwerk für / an landwirtschaftlichen ErntefahrzeugenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Schneidwerk für/an landwirtschaftlichen Erntefahrzeugen, insbesondere für
landwirtschaftliche Pressen, nachdem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Die vorstehend beschriebene Vorrichtung läßt sich der DE 86 31 062 U1 entnehmen. Hierbei wird die
Verschwenkung eines Messers durch wenigstens eine gemeinsame Messerschwenkwelle bewerkstelligt,
die durch einen Kniehebel mit dem Messer gekoppelt ist. Am Messerrücken ist eine Rastausnehmung
vorgesehen, in die eine an einem Kniehebelarm drehbare Rolle eingreift und dort durch Federzug
gehalten wird. Das untere Ende der Rastausnehmung weist einen Haken auf, um die Messer
formschlüssig aus dem Förderkanal zu ziehen. Nachteilig ist neben dem relativ großen Platzbedarf für die
Verschwenkbarkeit vor allem das nicht formschlüssiges Einschwenken der Messer. Kleben oder klemmen
einzelne, ausgeschwenkte Messer im Messerspalt des Förderkanalbodens, so wird beim Versuch des
Einschwenkens die eingestellte Überlastschwelle/Federkraft überschritten, wodurch die Rolle ausrastet
und die betreffenden Messer nicht in die Schneidstellung verschwenken. Es ist ferner nicht ersichtlich, wie
die Messer werkzeuglos ausgebaut werden können. Außerdem sind relativ viele Einzelteile erforderlich.
Eine ähnliche Vorrichtung mit einer Kniehebelverbindung zwischen Messer und Betätigungsgestänge ist
in der CH 418 044 dargestellt und beschrieben. Jedes Messer ist einzeln durch Handhebel betätigbar. In
Schneidstellung befindet sich der Kniehebel in Übertotpunktlage, so daß die Messer weder einzeln noch
gemeinsam selbsttätig bei Hindernissen ausweichen können. Ein werkzeugloser Messerwechsel ist nicht
möglich.
Bei einer durch die DE 42 11 518 C2 bekannt gewordenen Vorrichtung sind mehrere Messer nebeneinander
in Reihe schwenkbar an einem Rahmen angeordnet, der wiederum um eine ortsfeste Achse
verschwenkbar ist mittels einer hydraulischen Kolben-Zylindereinheit, um die Messer in den Förderkanal
ein- bzw. auszuschwenken. Die Messer sind über federbelastete Haltearme, die in halbkreisförmige
Messerausnehmungen eingreifen, in Schneidstellung reibschlüssig mit dem Rahmen verbunden. Bei
feststehendem Rahmen kann jedes einzelne Messer in einem Überlastungszustand von dem Förderrotor
weggedrückt werden, wozu eine Rolle am Haltearm aus der Messerausnehmung austritt und bei
zurückweichendem Messer auf dem Messerrücken abrollt. Ist die Überlastung beseitigt, sollen die Messer
selbsttätig wieder in ihre wirksame Schneidstellung zurückweichen.
Diese Vorrichtung weist vor allem folgende Nachteile auf:
- - Die Messer weichen bei Überlastung aus und bleiben in teilausgeschwenkter Stellung aufgrund von Verschmutzungen und klebrigen Futtersäften in den Förderkanalschlitzen im Förderkanal hängen. Das Halmgut wird in diesem Bereich nicht geschnitten.
- - Durch Wegschwenken des Rahmens läßt sich zwar das Messer hydraulisch in eine Entnahmestellung verschwenken. Durch Verschmutzungen und Verklebungen kann bereits beim Einschwenken der Messer in den Förderkanal die Überlastsicherung ansprechen, wodurch das oder die Messer trotz hochgeschwenktem Rahmen gar nicht in den Förderkanal hineinragen, d. h. das Halmgut ebenfalls nicht geschnitten wird.
- - In Außerbetriebstellung der Messer benötigt der nach unten geschwenkte Rahmen viel Bodenfreiheit. Diese ist bauartbedingt, insbesondere bei Rundballenpressen, nicht vorhanden. Insbesondere wenn ein Messer im Förderkanal hängengeblieben ist, ist ein manueller Eingriff wegen der Enge schwierig.
Bei einer anderen vorbekannten Vorrichtung gemäß DE 29 27 334 A1 sind alle Messer starr an einem
Messerträger befestigt und weichen bei Überlast gemeinsam mit dem Messerträger aus. Da das Messer
nicht um ein zweites Messergelenk geschwenkt wird, ist der benötigte Bauraum zum Schwenken relativ
groß. Die Messer sind im Messerträger fest eingespannt, ein Herausnehmen ist schwierig.
In der DE 38 16 204 A1 ist ein Schneidwerk an einer Großballenpresse dargestellt und beschrieben, das
zwar weniger Bodenfreiheit benötigt, hinsichtlich des "Hängenbleibens" der Messer im Förderkanal aber
noch nachteiliger ist, weil die Messer nach Wegschwenken der federbelasteten Hebel lediglich aufgrund
ihres Eigengewichtes in die Nichtschneidstellung fallen sollen, die gleichzeitig Entnahmestellung der
Messer ist.
DE 87 06 866 U1 zeigt und beschreibt eine Entriegelungsvorrichtung für Ladewagenmesser, die jeweils in
einem oberen Messergelenk 3, 4, 5 und einem unteren Messergelenk 22 schwenkbar gelagert sind.
Jedes einzelne Messer ist durch einen Messerhalter und z. B. eine Knickfeder gegen übermäßige
Belastung gesichert. Zur Messerentnahme muß z. B. ein Bolzen von Hand seitlich verschoben oder ein
Stift von Hand verdreht werden, was im verklemmten Zustand der Messer schwierig und insbesondere
durch Einsatz in Feuchtgut durch Verklebungen mit Halmgutsäften von Hand nicht mehr möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs beschriebene Schneidwerk so zu verbessern,
daß bei formschlüssiger Verschwenkbarkeit der Messer eine konstruktiv einfache, raumsparende Bauart
und eine einfache, werkzeuglose Entnehmbarkeit der Messer geschaffen wird, wobei das Halmgut stets
einwandfrei in der eingestellten Schnittlänge zerkleinert werden soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Rastausnehmung ein Langloch im Messer
ist, in welches ein Zapfen des Kurbelarmes der Messer eingreift.
Auf diese Art und Weise wird bei kleinstem Raumbedarf sichergestellt, daß die Messer in jeder Position
zwangsläufig gehalten und in gewünschte Positionen verschwenkt werden können unabhängig von
Reibschlußeinflüssen in Haltevorrichtungen und Verschmutzungen der Messerschlitze im
Förderkanalboden. Da der Zapfen im Langloch beim Verschwenken bewegt wird, ist ein Festklemmen
unmöglich, so daß dieser jederzeit leicht entnehmbar ist. Die Messer sind sowohl formschlüssig ein- als
auch ausschwenkbar unabhängig von Federkräften. Dadurch wird die Schnittqualität des Halmgutes
verbessert.
Ein werkzeugloses Entnehmen der Messer und Wiedereinsetzen wird gemäß Anspruch 2 in besonders
vorteilhafter Weise dadurch erreicht, daß das Langloch eine einseitige Öffnung aufweist.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind mehrere Messer über die gemeinsame
Messerschwenkwelle mittels wenigstens einer doppeltwirkenden hydraulischen Kolben-Zylindereinheit
betätigbar. Dadurch kann sowohl das Ein- und Ausschwenken sowie ein selbsttätiges Ausweichen bei
Überlast mittels bekannter Steuerungen dargestellt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand einer einzigen, dieses schematisch
darstellenden Figur näher erläutert.
Das Schneidwerk ist in diesem Fall an einer Rundballenpresse für landwirtschaftliches Halmgut
ausgeführt. Die nachstehende Figur zeigt von dieser Rundballenpresse, deren Aufbau und
Wirkungsweise beispielsweise in der DE 38 16 204 A1 beschrieben ist, lediglich den vorderen Bereich
eines zylindrischen Preßraumes 1 mit oberer Preßwalze 2, unterer Preßwalze 3 und einer
dazwischenliegenden Einfüllöffnung 4. Das in Schwaden auf dem Boden liegende Halmgut wird mittels
einer Pick-up Trommel 5 aufgenommen und durch einen Förderkanal 6 sowie durch die Einfüllöffnung 4 in
den Preßraum 1 gefördert. Der Förderkanal 6 wird nach oben durch einen Förderrotor 7 begrenzt, der auf
dem Umfang mit Abstand zueinander verteilte Förderzinken 8 aufweist, die mit einem Abstreifelement 9
zusammenwirken. Nach unten wird der Förderkanal 6 durch einen Förderkanalboden 10 abgeschlossen.
Der Förderkanalboden 10 ist in Form einer leicht nach unten gekrümmten Blechwand ausgebildet, die
sich von der Preßwalze 3 bis zur Pick-up Trommel 5 erstreckt.
Der Förderkanalboden 10 ist ortsfest mit dem Preßraumgehäuse verbunden und weist in der Blechwand
im Abstand nebeneinander angeordnete Langlochschlitze auf, durch die Messer 11 hindurchgreifen, die in
ihrer in den Förderkanal 6 geschwenkten Schneidstellung 12 mit dem Förderrotor 8 ein Schneidwerk 13
bilden.
Die Messer 11 haben etwa die Form eines rechtwinkligen Dreiecks. Jedes Messer 11 wird einerseits von
einer ortsfest aber schwenkbar im Förderkanalboden 10 gelagerten Tragwelle 14 getragen und ist
anderenends jeweils mit einem Kurbelarm 15 einer Messerschwenkwelle 16 verbunden, die ebenfalls
ortsfest oder drehbar im Förderkanalboden 10 gelagert ist und mittels einer doppeltwirkenden,
hydraulischen Kolben-Zylindereinheit 17 verschwenkbar ist, um die Messer 11 um die Achse der
Tragwelle 14 mehr oder weniger in den Förderkanal 6 zu verschwenken und in Position zu halten.
Jedes Messer 11 weist im Eckbereich eine Bohrung mit einer Öffnung auf, deren Weite etwa dem Radius
der Bohrung entspricht. Durch diese Öffnung kann das Messer 11 auf die Tragwelle 14 geschoben
werden, die dazu abschnittsweise einen rechteckigen Querschnitt aufweist. Nach Verdrehen der
Tragwelle 14 um ca. 90° und Arretieren der Tragwelle 14 ist das Messer 11 ortsfest aber verschwenkbar
auf der Tragwelle 14 gelagert.
Im rechtwinkligen Eckbereich jedes Messers 11 befindet sich eine langlochförmige Ausnehmung 18, die
etwa parallel zur unteren Messerkante verläuft. Die Ausnehmung 18 nimmt den Zapfen 19 des
Kurbelarmes 15 auf, der als Laschenpaar ausgebildet und fest mit der Messerschwenkwelle 16
verbunden ist. Auf der rückwärtigen Verlängerung dieses Kurbelarmes 15 ist ein zweiter, ebenfalls als
Laschenpaar ausgebildeter Kurbelarm 20 an der Messerschwenkwelle 16 befestigt, der über einen
Bolzen 21 mit der Kolbenstange 23 der hydraulischen Kolben-Zylindereinheit 17 verbunden ist, dessen
Zylinder am Pressengestell angelenkt ist.
Zum werkzeuglosen Entnehmen eines Messers 11 weist die langlochförmige Ausnehmung 18 einseitig
eine Öffnung 23 auf, durch die das Messer 11 nach entsprechender Verdrehung der Tragwelle 14 und
nach entsprechender Verschiebung in der langlochförmigen Ausnehmung 18 entnommen bzw. eingesetzt
werden kann. Die Länge der langlochförmigen Ausnehmung 18 ist so bemessen, daß der Zapfen 19 im
gesamten Verschwenkbereich des Messers 11, d. h. von in Vollinie dargestellter Schneidstellung 12 bis in
die in Strichpunktlinie gezeichnete Nichtschneidstellung 24 gegen eine Bewegung nach oben und nach
unten formschlüssig gehalten ist, so daß das Messer 11 nur durch Beaufschlagung der hydraulischen
Kolben-Zylindereinheit 17 verschwenkbar ist.
Während des Betriebes der Rundballenpresse wird der Förderrotor 7 in Richtung des Pfeiles 25
angetrieben und fördert das Erntegut in Schneidstellung 12 der Messer 11 über deren Schneiden, wo es
geschnitten und danach in den Preßraum 1 gefördert wird. Durch Betätigung der hydraulischen Kolben-
Zylindereinheit 17 können die Messer 11 zwangsläufig in die Nichtschneidstellung 24 bewegt werden, in
der der Förderrotor 7 das Halmgut ungeschnitten in den Preßraum 1 fördert. Die Erfindung gewährleistet,
daß keine Messer 11 unbeabsichtigte Stellungen einnehmen, sondern sich exakt positionieren lassen. Die
Schnittqualität des Halmgutes wird hierdurch verbessert und die Bedienung erleichtert, weil die Messer 11
nicht mehr in den Schlitzen im Förderkanal 6 verklemmen und dadurch ein manueller Eingriff mit
Werkzeug entfällt.
Claims (3)
1. Schneidwerk für/an landwirtschaftlichen Erntefahrzeugen, insbesondere für landwirtschaftliche
Pressen, mit mehreren in Reihe nebeneinander angeordneten Messern (11), von denen einige
oder alle durch wenigstens eine Messerschwenkwelle (16) um je ein Lager (14) aus einer in einen
Förderkanal (6) hineinragenden Schneidstellung (12) gemeinsam in eine Nichtschneidstellung
(24) verschwenkbar sind, wobei jedes Messer (11) durch eine Rastausnehmung und einen
Kurbelarm (15) formschlüssig mit der Messerschwenkwelle (16) verbunden ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die Rastausnehmung ein Langloch (18) im Messer (11) ist, in welches ein
Zapfen (19) des Kurbelarmes (15) der Messer (11) eingreift.
2. Schneidwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Langloch (18) eine einseitige
Öffnung (23) zum Entnehmen des Messers (11) aufweist.
3. Schneidwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Messer (11) über
die gemeinsame Messerschwenkwelle (16) mittels wenigstens einer doppeltwirkenden
hydraulischen Kolben-Zylindereinheit (17) betätigbar sind.
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