DE1960505C - Vorrichtung zur Reinigung von Blut - Google Patents

Vorrichtung zur Reinigung von Blut

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DE1960505C
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English (en)
Inventor
Janine Renee Louise Paris; Marmonier Monique Adele Lyon Meunier geb. Devallerie (Frankreich)
Original Assignee
Sertna, Societe dEtudes et de Recherches de Techniques Nouvelles Appliquees S.A., Genf (Schweiz)
Publication date

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Description

5*. -. - VJ-S
i: \ Die Erfindung betrifft eine besonders kompakte Mikroreinigungsperlen stellen kleine dünnwandige, jf
Ι,- ^,Vorrichtung zur Reinigung von Blut, insbesondere jnnen hohle Kugeln mit einem Durchmesser von jjf
ader Niare, die mindestens einen auswechselbaren etwa 5 bis etwa 100 Mikron dar, die jn ihrem ||
|i: v ^Einsatz aus einem mit Blut kompatiblen Material Innern physikalische, chemische oder biologische |p
I'V.. Ji1JpU einem Statorhohlraum und einem darin ange- 5 Reagenzien enthalten und die auf Grund physi- j|
Λ ordneten Rotor aufweist, der das Blut innerhalb des kalisch-chemischer Austauschvorgänge durch die j|
pl·: ■;."" Auswechselbaren Einsatzes zwischen einer Öffnung dünnen Wände die eigentliche Blutreiirigung be- §|
- ■'."" für den Eintritt des zu reinigenden Blutes imd einer wirken. Wegen ihrer Kugelform haben sie eine hohe g
Öffnung für den Austritt des gereinigten Blutes im mechanische Festigkeit und weisen bei einem vor- j|
- ;, Kreislauf führt, 10 gegebenen Volumen eine beträchtliche Austauscher- Jl
p ;i ;1 Die klassischen Vorrichtungen zur Reinigung des oberfläche auf. So besitzen beispielsweise Perlet; mit j|
|| Blutes, insbesondere der Niere, die sogenannten »einem mittleren Durchmesser von 20 Mikron eine ft
{§ künstlichen Nieren, wie sie beispielsweise aus der Austauscheroberfläche von 25 dmVml, d. h„ 10 ml §J
|: .österreichischen Patentschrift208501, insbesondere solcher Perlen mit einer Austauscheroberfläche von jp
§ »Fig. 1, und aus »Umschau«, 1958, Heft4, S, 106 15 2,5m2 entsprechen der Oberfläche eines Dialysators j|
(insbesondere Bild 2), bekannt sind, weisen einen einer klassischen künstlichen Niere. Die Wände S
auswechselbaren Einsatz aus einem mit Blut korn- dieser Mikroperlen bestehen vorzugsweise aus Nylon,
patiblen Material auf, der aus einem Statorhohlraum Kollodium oder Silikonen.
und einem darin angeordneten Rotor sowie öffnun- Aus »Canadian Journal of Physiology and Phargen für den Eintritt des zu reinigenden Blutes und 20 macology«, 44, 115 (1965), waren zwar bereits öffnungen für den Austritt des gereinigten Blutes be- Perlen mit einem Durchmesser zwischen 0,005 und steht. In solchen klassischen Blutreinigungsvorrich- 5 mm bekannt, die in ihrem inneren Hohlraum vertungen wird der Strom des zu reinigenden Blutes schiedene biologische, physikalisch-chemische oder einer Dialyse durch Cellophaniolien unterworfen, chemische Reagenzien enthalten können, die zu die auf sich drehenden Trommeln oder auf ebenen 25 diesem Zwecke bisher verwendeten Reagenzien Unterlagen befestigt sind. Um aber in diesen be- konnten jedoch die an sie gestellten Anforderungen kannten Vorrichtungen eine ausreichend hohe Aus- nicht erfüllen. So hat sich beispielsweise gezeigt, daß tauschgeschwindhkeit zu erzielen, muß man über bei der Verwendung solcher Perlen zur Reinigung große Oberflächen von einigen Quadratmetern ver- der Niere von Harnstoff und Stickstoff enthaltenden fügen, wodurch die Kosten und die Dimensionen 30 Rückständen, z. B. Harnsäure oder Kreatinin, die solcher Vorrichtungen beträchtlic1· erhöht werden. Reagenzien enthielten, die entweder den Harnstoff Außerdem sind sie dann nicht mehr transportabel absorbierten oder auf enzymatischem Wege zer- und können nur stationär in Krankenhäusern ver- störten, die bekannten Adsorptionsmittel nur eine wendet werden. sehr geringe Kapazität gegenüber Harnstoff aufAufgabe der Erfindung ist es, eine kompakte, 35 wiesen, während die Verwendung von Urease, die transportable Vorrichtung zur Reinigung von Blut, den Harnstoff nach einem enzymatischen Verfahren insbesondere der Niere, anzugeben, mit deren Hilfe zerstören kann, zur Bildung von beträchtlichen es möglich ist, die störenden Stoffe aus dem Blut, Mengen an unerwünschtem Ammoniak führte. Zwar insbesondere der Niere, mit der gleichen Wirksam- haben T. M. S. Chang in »Trans. Amer. Soc. Artikjit wie bei den bisher verwendeten großen ^ppara- 40 ficial Internal. Organ.«, 12 bis 13 (1966), und luren zu entfernen. S. N. Le vine in »J. Biomed. Material Research I«, Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe da- 375 (1967), vorgeschlagen, das aut diese Weise geilurch gelöst werden kann, daß man in dem aus- bildete Ammoniak an einem im Innern der wechselbaren Einsatz eine oder mehrere mit Perlen vorhandenen Kationenaustauscherharz zu ad-Mikroreinigungsperlen teilweise gefüllte Reinigungs- 45 sorbieren, die Adsorption von Ammoniak an dem kammern vorsieht, die physikalische, chemische oder Harz hatte jedoch unglücklicherweise zur Folge, daß biologische Reagenzien enthalten und zur Ver- beträchtliche Mengen von besonders unerwünschtem besserung der Reinigungswirkung und zur Ver- Natrium oder Kalium freigesetzt wurden,
größerung der Oberfläche der Mikroperlen zusätzlich Diese Nachteile können aber erfindungsgemäß da-Roch eine Rührvorrichtung aufweisen. 50 durch vermieden werden, daß man in der VorGegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung richtung de: Erfindung Perlen verwendet, die andere tür Reinigung von Blut, insbesondere der Niere, die Kationen- und Anionenaustauscherharze enthalten, Mindestens einen auswechselbaren Einsatz aus einem die ims'.ande sind, die unerwünschten Zwischenftiit Blut kompatiblen Material mit einem Stator- produkte zu adsorbieren, und in der Endstufe kühlraum und einem darin angeordneten Rotor auf- 55 praktisch nur Wasser liefern.
weist, der das Blut innerhalb des auswechselbaren Damit ist es der Erfinderin gelungen, der Fach- ; Einsatzes zwischen einer öffnung für den Eintritt weit eine Vorrichtung mit beträchtlich geringeren des zu reinigenden Blutes und einer öffnung für Dimensionen als die bisher bekannten entsprechenden Austritt des gefeinigten Blutes im Kreislauf den Vorrichtungen zur Verfugung zu stellen, mit führt, die dadurch gekennzeichnet ist« daß der fio deren Hilfe es möglich ist, die Reinigrng von Blut, auswechselbare Einsatz außerdem mindestens eine insbesondere der Niere, in einer verhältnismäßig Reinigungskammer aufweist, die physikalische, einfachen Apparatur trotz der kleinen Dimensionen chemische öder biologische Reagenzien enthaltende sehr wirksam durchzuführen, so daß mit ihrer Hilfe Mikrorcinigungsperlen sowie eine Rühreinrichtung trotz ihrer im Vergleich zu den klassischen künstenthält, welche die Reinigungsperlen innerhalb der 65 liehen Nieren geringen GröCe mit unverminderter Reinigungskammer während des Durchflusses des Leistung die störenden Stoffe aus dem Blut entfernt Dlutcs durch den Einsatz in Bewegung hält. werden können. Die Vorrichtung dsr Erfindung hat Die in der Vorrichtung der Erfindung Verwendeten außerdem den Vorteil, daß eine oder mehrere der
.Reinigungsvorrichtungen mit einem auswechselbaren Einsatz allein oder in Verbindung mit Dialysereinigungsapparaturen verwendet werden können, um deren Größe zx\ verringern, ohne dabei deren Leistung herabzusetzen,
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung enthält der auswechselbare Einsatz mehrere voneinander getrennte spezielle Reinigungskammern, die Reinigungsperlen mit mehreren verschiedenen Austauscherharzen enthalten und die so angeordnet sind, daß die Adsorptionsreaktionen in einer ganz bestimmten Reihenfolge ablaufen können.
In einer besonders einfachen Ausfiihrungsform der Erfindung enthält die Vorrichtung einen auswechselbaren Einsatz, in dem die darin vorhandenen Mikroreinigungsperlen in ihrem innern Adsorptionsmittel, insbesondere verschiedene Arten von Aktivkohle, enthalten, die gleichzeitig Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin adsorbieren können. Da jedoch die Kapazitat dieser Adsorptionsmittel begrenzt ist, ist es zweckmäßig, die an das Adsorptionsmittel adsorbierten Verbindungen von Zeit zu Zeit durch Elution mit Wasser oder einer physiologischen Kochsalzlösung zu entfernen.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß man innerhalb des auswechselbaren Einsatzes eine Vorrichtung anbringt, mit deren Hilfe es möglich ist, die Mikroreinigungsperlen in Bewegung zu halten, um so ihre Austauschkapazität in dem Milieu des zu reinigenden Blutes zu erhöhen. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, daß man die Mikroreinigungsperlen entweder mit Hilfe eines magnetisch angetriebenen mechanischen Rührers in Bewegung hält oder daß man in die Mikroreinigungsperlen einen magnetischen Stoff, beispielsweise Keramikpartikeln, einarbeitet und diese der Einwirkung eines in bezug auf die Feldstärke und die Richtung variablen Magnetfeldes aussetzt, das beispielsweise durch einen elektrischen Strom erzeugt wird.
Um jede Verunreinigung von außen zu vermeiden, enthält der auswechselbare Einsatz der Vorrichtung der Erfindung eine durch ein Magnetfeld angetriebene Kreislaufpumpe, wodurch vermieden wird, daß das Innenmilieu mit dem Außenmilieu in Berührung kommt. Unter den zur Herstellung der Vorrichtung der Erfindung geeigneten, mit Blut kompatiblen Materialien sind bestimmte Kunststoff»,, Z. B. Polycarbonate, besonders geeignet. Mit Hilfe der Vorrichtung der Erfindung ist es möglich, die ZUr Reinigung von Blut, insbesondere der Niere, bestimmten Apparaturen beträchtlich zu verbessern. 10 daß mit ihrer Hilfe trotz der geringeren Größe mit unverminderter Leistung die störenden Stoffe aus dem Blut entfernt werden können.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand der Zeichnung näher erläutert.
Diese Zeichnung stellt einen Längsschnitt durch eine Reinigungsvorrichtung der Erfindung dar, in der der auswechselbare Einsatz drei voneinander getrennte Rcihigungskammern aufweist, die nacheinander von dem zu reinigenden Blut durchlaufen werden.
Der auswechselbare Einsatz 1, der die Form eines Hohlzylinders hat, besteht aus einem mit dem Blut kompatiblen Kunststoff, z. B. einem Polycarbonat, dessen innere Oberfläche vorzugsweise mit einem Antikoagulat!on?mittQl behandelt worden ist. Im Innern des hohlen Einsatzes (in der Zeichnung in vertikaler Position dargestellt) sind drei aufeinanderfolgende Reinigungskammern 2, 3 und 4 und ein oberer Hohlraum 5 angeordnet, wobei die Reinigungskammer2 durch den Boden la des Einsatzes und eine innere perforierte Trennwand 6, die Reinigungskammer 3 durch die perforierte Trennwand 6 und eine analoge perforierte Trenn-
lp wand 7, die Reinigungskammer 4 durch die Trennwand 7 und eine Trennwand 8 und der obere Hohlraum 5 durch die Trennwand 8 und den Oberteil 1 b des Einsatzes 1 begrenzt sind. Die Perforationen der Trennwände 6, 7 und 8 stellen eine flüssige Verbindung zwischen den Reinigungskammern 2 und 3 und den Reinigungskammern 3 und 4 her. Der Boden des Einsatzes 1 α enthält eine Öffnung 9 zur Einführung des zu reinigenden Blutes, die mit einem Eintrittsronr 9 a in Verbindung steht.
an Auf der anderen Seite steht die Reinigungskammer 4 mit dem oberen Hohlraum 5 durch ein die Trennwand 8 durchquerendes Verbindungsrohr 10 in Verbindung. Der obere Hohlraum 5 hat schließlich noch eine Verbindung nach außen durch eine Austrittsöffnung 11, die mit einem Austrittsrohr 11 α in Verbindung steht.
Jede der Reinigungskammern 2, 3 und 4 dient dazu, Reinigungsperlen mit der oben beschriebenen Funktion aufzunehmen, wobei die Füllhöhe dieser Perlen in ruhendem Zustand innerhalb der Reinigungskammern auf dem angegebenen Niveau 2 a, 3 α bzw. 4 α steht.
Das durch die Eintrittsöffnung 9 in den Einsatz 1 eintretende und durch die Austrittsöffnung 11 aus dem Einsatz abfließende zu reinigende Blut gelangt von einer Reinigungskammer in die andere und schließlich in den oberen Hohlraum 5. Damit keine der Reinigungsperlen die jeweilige Reinigungskammer verläßt, versieht mm das obere Ende der Öffnung 9 in der Reinigungskammer 2, die Perforationen der Trennwand 6, die Perforationen der Trennwand 7 und das vordere Ende des Verbindungsrohres 10 in der Reinigungskammer 4 mit einem feinen Gewebe 12,13,14 bzw. 15.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der obere Hohlraum 5 der Stator einer innerhalb des Einsatzes 1 angeordneten Pumpe, und er enthält zu diesem Zweck einen Rotor 20, der sich um die Achse AA des zylindrischen Einsatzes bewcgt und der innerhalb drs Einsatzes eine Saugwirkung hervorruft, auf Grund derer die Flüssigkeit des Einsatzes durch die Öffnung 10 angesaugt und durch die öffnung 11 hinausgedrückt wird. Der Rotor 20 ist beispielsweise ein an sich bekannter Schaufel- oder Flügelrotor.
Der Rotor funktioniert vorzugsweise folgendermaßen: Er enthält in seinem Innenteil einen permanenten Magneten 20 a (geführter Magnet), und außerhalb des Einsatzes 1 befindet sich auf der gcgcn-
6ö überliege/idcn Wand 1 b ein Magnet 21 (Führungsmagnet), der sich um die Achse AA dreht. Die Rotation des Führungsmagneten 21 kann beispielsweise mit Hilfe eines Mikromotors erzeugt werden, jedenfalls beruht die Rotation des Rotors 20, der
als Pumpe wirkt, auf der magnetischen Kupplung zwischen den Magneten 21 und 20 a.
Der Rotor 20 steht in Verbindung mit einer Mitrtehinerwelle 22, die sich quer durch die Reinigungs-
kammern entlang der Achse des Einsatzes erstreckt. Insgesamt ist die Anordnung 20 bis 22 auf zwei Zapfen 23 Und 24 befestigt die mit den Wänden i a Und 1 b in Verbindung stehen,
In jcdCr der Rcinigungskammern 2t 3 Und 4 ist an der Mitficlimefweiie 22 ein Rührflügel 25,26 Und 27 innerhalb jeder einzelnen Reinigungskammer so angebracht, daß er sich oberhalb des Niveaus der im Ruhezustand befindlichen Reinigungspcrlen befindet.
Schließlich kann der Einsatz noch Mehrfach-Eintrills- und Mchrfach-Austrittshähne enthalten, um so die Entnahme von Proben und/oder die Durchführung einer Elution zu ermöglichen.
An Hand des oben geschilderten Aufbaues ist die Funktionsweise des Reinigungseinsatzes der Erfindung leicht zu verstehen:
Der Rotor 20 treibt die bewegliche Mitnehmerwcllc 22 an, das zu reinigende Blut tritt durch die Öffnung 9 in den Einsatz ein und verläßt diesen durch die Öffnung 11, nachdem es vorher jede der dargestellten Kammern durchflossen hat, wobei die Reinigungspcrlen auf Grund der Wirkung der Rührflügel gleichmäßig innerhalb jeder einzelnen Kammer verteilt werden.
Natürlich ist die in der Zeichnung dargestellte und oben beschriebene Art des Antriebs des Rotors 20 nur ein bevorzugtes Beispiel für eine Antriebsart ohne Kontakt durch eine Wand, daneben können aber auch andere klassische Verfahren angewendet werden. Das gleiche gilt für die Anordnung der Pumpe innerhalb des Aufbaues des Einsatzes. Die Rcinigungsperlcn können beispielsweise auch dadurch gerührt werden, daß man ihnen eine bestimmte Anzahl von Perlen der gleichen Größe aus einem magnetischen Material beimischt, so daß diese zugesetzten Perlen durch einen außen bewegten Magneten oder, allgemeiner, durch irgendeine äußere Vorrichtung bewegt werden, die ein variables Magnetfeld erzeugen kann. Schließlich können je nach Art der gewählten Reinigung eine oder mehrere Reinigungskammern verwendet werden.
Die Vorrichtung der Erfindung kann außerdem noch eine oder mehrere Heizvorrichtungen aufweisen, mit deren Hilfe das den auswechselbaren Einsatz durchfließende Blut auf der physiologischen Temperatur gehalten wird. Beispielsweise kann der Einsatz von einem Mantel umgeben sein, wobei in dem Zwischenraum zwischen dem Mantel und dem Einsatz eine erwärmende Flüssigkeit zirkuliert.
Zum besseren Verständnis der Funktionsweise der Vorrichtung der Erfindung werden nachfolgend zwei Ausführungsformen der Blutreinigungsvorrichtung der Erfindung an Hand eines praktischen Einsatzbeispiels beschrieben.
Ausführungsform a
55
Diese Ausführungsform besteht aus einem aus drei Kammern aufgebauten Einsatz, wobei jede Kammer ein Volumen von etwa 100 ml aufweist.
Beim Betrieb enthält die erste Kammer, in die das zu reinigende Blut eintritt, 5OmI Polyamid-Perlen mit einem Durchmesser von 20 Mikron, die nach dem von T. M. S. Chang in »Canadian Journal of Physiology and Pharmacology«, 44, 115 (1965), beschriebenen Verfahren hergestellt werden können, die zur Zersetzung des Harnstoffs Urease und zur Adsorption des dabei gebildeten Ammoniaks ein Kationenaustauscherharz in der Na-Form enthalten.
Die zweite Kärrirricf, durch welche das teilweise gereinigte Blut fließt, enthält 50 ml Reinigungsperlen, die zur Adsorption der Harnsäure Und des Kreatiriins Aktivkohle Und zur Adsorption des bei der Adsorption des Ammoniaks in der Vorhergehenden Stufe gebildeten Natriümübefschusses ein AUs^ tauseherhärz in der Η-Form enthalten.
Die im Verlaufe der zweiten Stufe gebildete Chlorwasserstoffsäure wird schließlich an 50 ml Reinigungsperlen adsorbiert, die ein Anionenaustauscherharz in der OH-Form enthalten, das in der dritten Kammer das Chloridion adsorbiert Und Wasser bildet.
Ausführungsform b
Bei dieser Ausführungsform besteht der Einsatz aus einer einzigen Kammer mit einem Volumen von etwa 200 ml.
Beim praktischen Betrieb wird diese Kammer mit einer aus 150 ml Silikonperlen mit einem mittleren Durchmesser von 20 Mikron, die zur Adsorption des Harnstoffs, der Harnsäure und des Kreatinins Aktivkohle enthalten, und 15 ml Polystyrolperlen mit ektem mittleren Durchmesser von 50 Mikron, die magnetische Keramikpartikeln enthalten, bestehenden Mischung gefüllt.
Das Eintritts- und Austrittsrohr sind jeweils mit Zwei- oder Mehnvegehähnen versehen, um so die Möglichkeit zu haben, Lösungen einzuführen, mit deren Hilfe die Perlen gewaschen v/erden können, und von Zeit zu Zeit eine Elution des von der Aktivkohle adsorbierten Harnstoffs durchzuführen. Ein besonders aktives Lösungsmittel ist das physiologische Serum. Der Einsatz ist außen von einer Leiterwicklung umgeben, in der ein genügend starker elektrischer Strom fließt, um die das magnetische Material enthaltenden Perlen in Bewegung zu halten, die ihrerseits durch ihre Bewegung die Aktivkohle enthaltenden Perlen mit sich ziehen, wodurch ihre Austauschkapazität vergrößert wird.
Diese Ausführungsform der Vorrichtung der Erfindung wurde bei einem Hund mit einem Gewicht von 30 kg getestet, dessen Blut nach einer Harnstoff-Perfusion 4,26 g Harnstoff pro Liter enthielt. Die Reinigung des Blutes wurde 15 Minuu'n lang mit einer Geschwindigkeit von 50 ml pro Minute durchgeführt, anschließend wurde innerhalb der gleichen Zeit mit sterilem Wasser mit einer Geschwindigkeit von iOOml pro Minute eluiert. Nach 210minutiger Durchführung des Reinigungsverfahrens in der oben angegebenen Reihenfolge konnte der Harnstoffgehalt in dem Blut des Tieres auf 0,55 g pro Liter herabgesetzt werden.

Claims (8)

Patentansprüche:
1. Vorrichtung zur Reinigung von Blut, insbesondere der Niere, die mindestens einen auswechselbaren Einsatz aus einem mit Blut kompatiblen Material mit einem Statorhohlraum und einem darin angeordneten Rotor aufweist, der das Blut innerhalb des auswechselbaren Einsatzes zwischen einer öffnung für den Eintritt des zu reinigenden Blutes und einer öffnung für den Austritt des gereinigten Blmes im Kreislauf führt, dadurch gekennzeichnet, daß der auswechselbare Einsatz (I) außerdem mindestens eine Reinigungskammer (2, 3, 4) aufweist, die physikalische, chemische oder biologische Rea-
lü
genzieri enthaltende MikrÖreinigüngsperien sowie eine Rühreinrichtung (25., 26 bzw» 27) enthält, diö die ReinigUngspefiefi innerhalb der Reinigungskammer Während des Durchflusses des i)?ates durch den Einsatz (1) in Bewegung half. ■
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungskammern Mikroreinigungsperlen aufweisen, die ein Adsorptionsmittel enthalten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikroreinigungsperlen Aktivkohle als Adsorptionsmittel enthalten.
4. Vorrichtung nach eitlem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der auswechselbare Einsatz drei hintereinanderliegende Reinigungskammern (2, 3, 4) aufweist, wobei die Mikroreinigungsperlen der ersten Kammer Urease und ein Kationenaustauscherharz in der Na-Form, die Mikroreinigungsperlen der zweiten ao Kammer Aktivkohle sowie ein Austauscherharz in der Η-Form und die Mikroreinigungsperlen der dritten Kammer ein Anionenaustauscherharz in der OH-Form enthalten.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekenrizeichnetj daß der Rotor mit einem außerhalb des äüswechselbäreil Einsatzes rotierenden Magneten (21) magnetisch gekuppelt ist.
6, Vorrichtung nach einem der Ansprüche I bis 5; dadurch gekennzeichnet,· daß die in jeder
'! Reinigungskammer vorgesehenen Rühfeinrichttingen aus einem an einer rotierenden Mitnehmer-Welle (22) befestigten Flügel (25, 26, 27) bestehen, der sich oberhalb der Füllhöhe (2 a, 3 a, 4 a) der Mikroreinigungsperlen im Ruhezustand befindet.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die in jeder Reinigungskammer vorgesehenen Rühreinrichtungen aus magnetischen Perlen bestehen, die mit Hilfe eines von außen wirkenden variablen Magnetfeldes bewegt werden.
8._ Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der auswechselbare Einsatz Mehrwegehähne oder entsprechende Einrichtungen aufweist, mit deren Hilfe es möglich ist, einen Teil des Einsatzes auf einen Waschkfeislauf umzuschalten oder Proben zu entnehmen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
JO? 618/331
2257

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