DE19600503C2 - Formverfahren mit Formstoffwiederverwertung - Google Patents
Formverfahren mit FormstoffwiederverwertungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Formverfahren mit
Formstoffwiederverwertung für das Gießen von
Kunststoffen, Beton, Gips, Keramiken, sowie zur
Herstellung von Kernen für den Metallguß, ferner für das
Vakuumtiefziehen und für ein voluminöses Modell oder
einen Messestand.
In der Druckschrift "GIESSEREI LEXIKON" Fachverlag
Schiele & Schön, Berlin, 14. Auflage 1988, S. 1057-1062,
sind das Vakuumformverfahren und das Magnetformverfahren
beschrieben.
Bei dem Vakuumformverfahren handelt es sich um ein
Verfahren zum Herstellen von Sandformen mittels Modell
und Formkasten unter Verwendung eines trockenen,
binderfreien und daher gut fließenden Formsandes, der im
Formkasten durch Vakuumabsaugung verdichtet wird. Während
des Abgießens wird der Unterdruck in den Formkästen
beibehalten. Erst nach der Abkühlung des Gußstücks wird
der Unterdruck abgeschaltet, und der nun frei fließende
Sand und das Gußstück fallen aus dem Formkasten.
Dieses Vakuumformverfahren hält den Formkörper nur
während der Dauer des Vakuums stabil. Dieser Formkörper
ist deshalb nur als Gießform verwendbar, nicht jedoch für
andere Zwecke, insbesondere nicht als Form für das
Vakuumtiefziehen und nicht für ein voluminöses Modell
oder einen Messestand. Außerdem ist dieses Verfahren sehr
aufwendig.
Bei dem Magnetformverfahren wird ein magnetisierbarer
Formstoff verwendet, der unter dem Einfluß eines
Magnetfeldes zusammenhält, bis nach dem Abgießen der Form
und Abkühlen der Schmelze in der Form das Gußstück so
weit erstarrt ist, daß keine Formänderung mehr auftreten
kann. Dann erst wird das Magnetfeld abgeschaltet, wonach
der Formstoff wieder rieselfähig ist und nach seiner
Abkühlung ausgeleert werden kann.
Dieses Magnetformverfahren hält den Formkörper nur
während der Dauer des Magnetfeldes stabil. Dieser
Formkörper ist deshalb ebenfalls nur als Gießform
verwendbar, nicht jedoch für andere Zwecke, insbesondere
nicht als Form für das Vakuumtiefziehen und nicht für ein
voluminöses Modell oder einen Messestand. Auch dieses
Verfahren ist sehr aufwendig.
In der Druckschrift "Gießerei-Modellbau" von A. Menden,
Giesserei-Verlag Düsseldorf, 1991, S. 283-285, wird als
Füllstoff für den Modellbau ein "in Harz eingebetteter
Aluminiumgries" genannt. Dieser Füllstoff ist nur für
Modelle verwendbar, nicht jedoch für Gießformen, bei
denen der Füllstoff aufgrund der Wärmebelastung andere
Eigenschaften haben muß. Außerdem läßt sich das
verwendete Harz nicht ohne weiteres auflösen, es muß
vielmehr mit Hilfe mechanischer Kräfte zerkleinert
werden. Die hierfür erforderlichen Anlagen sind sehr
teuer, und es vergeht viel Zeit, bis der Formsand wieder
verwendbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Formverfahren mit Formstoffwiederverwertung sowohl für
das Gießen von Kunststoffen, Beton, Gips, Keramiken und
zur Herstellung von Kernen für den Metallguß als auch für
das Vakuumtiefziehen und für ein voluminöses Modell oder
einen Messestand anzugeben, bei dem der Formgrundstoff
für alle diese Fälle auf gleiche Art und mit wenig
Aufwand wiedergewonnen werden kann und wobei die fertige
Form beliebig lange stabil bleibt.
Diese Aufgabe wird für die drei Anwendungsfälle mit den
Merkmalen der Ansprüche 1, 5 und 9 gelöst.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen 2 bis 4, 6 bis 8 und 10 angegeben.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen
insbesondere darin, daß mit dem Formverfahren erreicht
wird, daß für die drei angegebenen Anwendungsfälle der
Formgrundstoff auf gleiche Art und mit wenig Aufwand
wiedergewonnen werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der
Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher
beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine Kunststoffgießform,
Fig. 2 eine Vakuumtiefziehform und
Fig. 3 einen Fräser für die Bearbeitung einer
verfestigten Form mit einer Werkzeugmaschine.
Die in Fig. 1 gezeigte Kunststoffgießform besteht aus
zwei Formkästen 1, die mit Formstoff 2 gefüllt werden,
der vorzugsweise aus Aluminiumgries mit einem mittleren
Korndurchmesser von 1 mm bis 3 mm, der mit in Wasser
aufgequollener Methylcellulose (als Tepetenkleister
bekannt) vermischt wird, besteht. Dieser Formstoff 2 wird
vorgeformt und getrocknet und nach Erreichen mäßiger
Festigkeit durch Aus- oder Nachfräsen in die endgültige
Form gebracht und weiter getrocknet, bis die geforderte
Endfestigkeit erreicht ist.
Der auf diese Weise verfestigte Formstoff 2 wird dann mit
einer dehnungsfähigen Folie 3 überzogen, die durch Vakuum
auf der Oberfläche festgesaugt und danach gehärtet wird.
Diese Folie 3 ist notwendig, damit die Gießmasse 6 nicht
in die Zwischenräume zwischen den Körnern eindringen
kann. Dann werden beide Formkästen 1 zusammengesetzt und
verschlossen. In den verbleibenden Hohlraum wird die
Gießmasse 6, beispielsweise Gießharz, über einen
Gießkanal 7 eingefüllt. Die nach dem Einfüllen auf den
Formstoff 2 übergreifende Wärme von bis zu 180°C
zerstört zwar den Kleber in den Randschichten, aber der
isostatische Druck auf die Folie 3, die durch die Wärme
verursachte Spannungsminderung in der Folie 3 sowie die
schon relativ fest gewordene Gießmasse 6 verhindern jede
Deformation der Form.
Innerhalb des Formstoffes 2 kann ein Kühlkreislauf
gebildet werden. Dieser besteht aus Kühllufteinlässen in
Form von Rohren 4, die vor dem Verfestigen des
Formstoffes 2 in diesen eingeschoben worden sind, und aus
Kühlluftauslässen in Form von Bohrungen 5 in den
Formkästen 1.
Die Fig. 2 zeigt, wie eine Form zur Verwendung als
Vakuumtiefziehform hergestellt werden kann. Dazu wird ein
Formkasten 1 mit Formstoff 2 gefüllt, der vorzugsweise
aus Edelstahlkörnern besteht, dem als Kleber
Einkomponenten-Polyurethanharz mit langer Härtezeit
zugesetzt wird. Der Formstoff 2 wird vorgeformt und bis
zu einer mäßigen Festigkeit getrocknet, zum Anpassen an
die gewünschte Form des herzustellenden Tiefziehteils
aus- oder nachgefräst und weiter getrocknet, bis die
geforderte Endfestigkeit erreicht ist. Um die für das
Tiefziehen notwendige hohe Festigkeit der Formoberfläche
zu erreichen, werden eine mit Kunstharz getränkte,
dehnungsfähige Gewebematte und darüber eine Folie 3
aufgebracht, die in den Eckbereichen des ausgeformten
Formstoffes 2 mit Entlüftungslöchern 8 versehen werden,
wobei die unter dem Tiefziehmaterial vorhandene Luft
durch diese Entlüftungslöcher 8 sowie durch die Poren des
Formstoffes 2 und die in den Formkasten 1 eingebrachten
Bohrungen 5 abgesaugt wird.
Beim Vakuumformen wird angestrebt, die Entlüftung durch
möglichst kleine Löcher zu erreichen. Dabei hängt der
minimale Durchmesser der Entlüftungslöcher 8 entscheidend
von der notwendigen Löchtiefe ab.
Bei der Verwendung mikroporöser Werkstoffe für
Vakuumtiefziehformen hängt die zu maximierende
Strömungsgeschwindigkeit von der Porengröße auf dem
Strömungsweg ab.
Durch das erfindungsgemäße Formverfahren werden für die
Probleme der Entlüftung sehr günstige Werte erreicht. Die
nichtporöse Folie 3 ist nur wenige Millimeter (1,5 mm bis
3 mm) dick, so daß mit sehr kurzen und somit sehr dünnen
Bohrern die Entlüftungslöcher gebohrt werden können.
In Fig. 3 ist dargestellt, wie zum Aus- und Nachfräsen
des verfestigten Formstoffes 3 ein NC-gesteuerter
Fräskopf 9 verwendet wird, dessen Schaft 10 innen hohl
ist, so daß durch ihn ein Lösungsmittel 12 zugeführt
werden kann, um den Kleber des abgefrästen Materials zu
lösen und die klebrigen Körner 14 des Formgrundstoffes
durch ein Rohr 11, das den Schaft 10 umgibt, mit Hilfe
angesaugter Luft 13 abzusaugen und einem (nicht
dargestellten) Auffangbehälter zuzuführen.
1
Formkasten
2
Formstoff
3
Folie
4
Rohre
5
Bohrungen
6
Gießmasse
7
Gießkanal
8
Löcher
9
Fräskopf
10
Schaft
11
Rohr
12
Lösungsmittel
13
Luft
14
Körner
Claims (10)
1. Formverfahren mit Formstoffwiederverwertung für das
Gießen von Kunststoffen, Beton, Gips, Keramiken,
sowie zur Herstellung von Kernen für den Metallguß,
wobei
- 1. der Formgrundstoff aus Metallgries oder -schrot besteht, der mit einem wiederauflösbaren Kleber benetzt wird,
- 2. der Formstoff (2) in einen Formkasten (1) gefüllt und im halbfeuchten Zustand geformt wird,
- 3. die Form getrocknet wird,
- 4. über die feste, trockene Form eine dehnungsfähige Folie (3) gelegt und mit Vakuum auf die Form aufgezogen wird,
- 5. die Gießmasse (6) in die fertige Form eingegossen wird,
- 6. nach dem Guß der Kleber durch ein Lösungsmittel gelöst wird und
- 7. der wiedergewonnene Metallgries oder -schrot zu einer neuen Form verarbeitet wird.
2. Formverfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Metall des Formgrundstoffes
Aluminium ist.
3. Formverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß als Kleber in Wasser
aufgequollene Methylcellulose und als Lösungsmittel
Wasser verwendet wird.
4. Formverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Formstoffes
(2) ein Kühlkreislauf gebildet wird, der aus
Kühllufteinlässen in Form von in den Formstoff (2)
eingeschobenen Rohren (4) und aus Kühlluftauslässen
in Form von in den Formkasten (1) eingebrachten
Bohrungen (5) besteht.
5. Formverfahren mit Formstoffwiederverwertung für das
Vakuumtiefziehen, wobei
- 1. der Formgrundstoff aus Metallgries oder -schrot besteht, der mit einem wiederauflösbaren Kleber benetzt wird,
- 2. der Formstoff (2) in einen Formkasten (1) gefüllt und im halbfeuchten Zustand geformt wird,
- 3. die Form getrocknet wird,
- 4. über die feste, trockene Form eine mit Kunstharz getränkte, dehnungsfähige Gewebematte und darüber eine dehnungsfähige Folie (3) gelegt und mit Vakuum auf die Form aufgezogen wird,
- 5. die mit Kunstharz getränkte Gewebematte unter Hitze ausgehärtet wird,
- 6. die Oberfläche spanend bearbeitet wird,
- 7. das Tiefziehmaterial in der fertigen Form tiefgezogen wird,
- 8. nach dem Tiefziehen der Kleber durch ein Lösungsmittel gelöst wird und
- 9. der wiedergewonnene Metallgries oder -schrot zu einer neuen Form verarbeitet wird.
6. Formverfahren nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Metall des Formgrundstoffes
Edelstahl ist.
7. Formverfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß als Kleber Polyurethanharz mit
langer Topf- und Härtezeit und als Lösungsmittel
Glykolyse verwendet wird.
8. Formverfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (3) in den
Eckbereichen des ausgeformten Formstoffes (2) mit
Entlüftungslöchern (8) versehen wird, wobei die unter
dem Tiefziehmaterial vorhandene Luft durch die Poren
des Formstoffes (2) und durch in den Formkasten (1)
eingebrachte Bohrungen (5) abgesaugt wird.
9. Formverfahren mit Formstoffwiederverwertung für ein
voluminöses Modell oder einen Messestand, wobei
- 1. der Formgrundstoff aus Metallgries oder -schrot besteht, der mit einem wiederauflösbaren Kleber benetzt wird,
- 2. der Formstoff (2) in einen Formkasten (1) gefüllt und im halbfeuchten Zustand geformt wird,
- 3. die Form getrocknet wird,
- 4. über die feste, trockene Form eine dehnungsfähige Folie (3) gelegt und mit Vakuum auf die Form aufgezogen wird und darüber eine dünne Kunstharzschicht aufgebracht wird,
- 5. nach dem Ende der Verwendung der Kleber durch ein Lösungsmittel gelöst wird und
- 6. der wiedergewonnene Metallgries oder -schrot zu einer neuen Form verarbeitet wird.
10. Formverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dab zum Aus- und Nachfräsen
eines verfestigten Formstückes ein NC-gesteuerter
Fräskopf (9) verwendet wird, dessen Schaft (10) innen
hohl ist und durch den ein Lösungsmittel (12)
zugeführt wird, um den Kleber des abgefrästen
Materials zu lösen und die klebrigen Körner (14) des
Formgrundstoffes durch ein den Schaft (10) umgebendes
Rohr (11) mit Hilfe angesaugter Luft (13) abzusaugen
und einem Auffangbehälter zuzuführen.
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|---|---|---|---|
| DE1996100503 DE19600503C2 (de) | 1996-01-09 | 1996-01-09 | Formverfahren mit Formstoffwiederverwertung |
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|---|---|
| DE19600503A1 DE19600503A1 (de) | 1997-07-10 |
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|---|---|---|---|
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| DE (1) | DE19600503C2 (de) |
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| DE10234829A1 (de) * | 2002-07-31 | 2004-02-19 | J. S. Staedtler Gmbh & Co. Kg | Gießfähige Masse sowie deren Verwendung |
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| DE3817016A1 (de) * | 1988-05-19 | 1989-11-30 | Dynamit Nobel Ag | Verpackung aus rohrartigen elementen, in denen eine fuellmasse enthalten ist |
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1996
- 1996-01-09 DE DE1996100503 patent/DE19600503C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19600503A1 (de) | 1997-07-10 |
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