DE190073C - - Google Patents

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DE190073C
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ball mill
nitrocellulose
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hand
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0033Shaping the mixture

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)
  • Disintegrating Or Milling (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Vr 190073 KLASSE 78c. GRUPPE
ADOLF VOIGT in SCHÖNEBECK a. E.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 16. November 1905 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Überführung von Schießbaumwolle in den amorphen Zustand auf mechanischem Wege.
Man hat bisher vergeblich versucht, die Schießbaumwolle auf diesem Wege zu einem amorphen Pulver zu zerkleinern. Der Grund lag darin, daß die Maschinen, die man zu diesem Zwecke benutzte, in ihren Wirkungen
ίο nach zwei Seiten hin beschränkt waren, und zwar sowohl in der Erzielung des Feinheitsgrades als auch in der Massenbewältigung. Als Zerkleinerungsmaschinen benutzte man vorzüglich Holländer, Schlagmühlen usw.
Mit Hilfe dieser Maschinen konnte man wohl die Länge der Fasern verringern, wie dies auch bei der unveränderten Zellulose der Fall ist, nicht aber ein amorphes Pulver erzielen. Aus diesem Grunde hat man vielfach; von einer mechanischen Zerkleinerung abgesehen und versucht, strukturlose Nitrozellulose entweder durch Verwendung strukturlos gemachten Rohmateriales oder durch Erzeugung des Nitroproduktes in Lösung mit nachfolgendem Ausfällen desselben herzustellen.
Es wurde nun gefunden, daß es trotzdem möglich ist, auf mechanischem Wege die Nitrozellulose in eine strukturlose Form überzuführen, indem man sich dazu eines Mittels bedient, welches zur Zerkleinerung anderer faseriger Materialien bis zur Strukturlosigkeit durchaus ungeeignet erscheint, nämlich der Kugelmühle. Die Wirkung der Kugelmühle besteht darin, daß sie auf die Faser eine drückende, reibende und gleichzeitig zerschlagende Wirkung ausübt, ähnlich der, wie sie eine Reibwalze hervorruft. Die Wirkungsweise der Holländer dagegen, die man bisher für den oben genannten Zweck immer benutzt hat, ist eine vollkommen andere. Hier ist das zerkleinernde Agens lediglich das Schneidewerk. Außerdem kann man das Schneidewerk auch nicht über ein gewisses Maß hinaus vergrößern, so daß die Massenbewältigung eine sehr beschränkte ist. Dazu kommt, daß die Arbeitsfläche des Holländers im Gegensatz zu der der Kugelmühle eine äußerst kleine ist. In seiner Wirkung steht also der Holländer weit hinter der Kugelmühle zurück.
Nun hat man die Kugelmühle bereits zum Zerkleinern von Rohfasern benutzt, und zwar zum Zermahlen von Stroh, Blättern und sonstigen Vegetabilien. Hiermit ist aber die Anwendung der Kugelmühle zum Zwecke der Überführung der Nitrozellulose in ein amorphes Pulver durchaus nicht gegeben, denn die Wirkung der Kugelmühle ist bei Rohfasern eine ganz andere, und zwar insofern, als man bei Rohfasern eine Kürzung der Faser erreicht. Eine Zerkleinerung bis zur Strukturlosigkeit ist hierbei gar nicht beabsichtigt und infolge der Zähigkeit der Rohfaser auch unmöglich. Bei der Schießbaum-. wolle ist dagegen die Möglichkeit hierfür gegeben, weil Schießbaumwolle ein brüchigeres Produkt ist und sich daher beim Mahlen ganz anders verhält als Rohfasern. Durch die Verwendung der Kugelmühle wird in der Schießbaumwollfabrikation eine nicht vorauszusehende neue technische Wirkung erzielt, und zwar einerseits durch Erreichung eines
viel feineren strukturlosen Mahlgutes, andererseits durch Bewältigung größerer Quantitäten bei gleichem Kraftaufwand.
Das Verfahren, Nitrozellulose in den amorphen Zustand überzuführen, wird zweckmäßig derart ausgeführt, daß man die nitrierte Baumwolle mit dem nötigen Wasserzusatz zunächst in einer Exzelsiormühle vormahlt und das Produkt sodann in eine Kugelmühle bringt, wo es im Verlaufe von wenigen Stunden zu einem völlig amorphen Pulver zerkleinert wird. Dieses Pulver läßt sich durch 3- bis 4-maliges Waschen mit Wasser in etwa 24 Stunden bis zur völligen Stabilität auswaschen. Die so erhaltene strukturlose Nitrozellulose eignet si.ch ganz besonders zur Herstellung von komprimierten Nitrozellulosekörpern von sehr hohem spezifischen Gewicht.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Zerkleinerung von Nitrozellulose zwecks. Erreichung eines amorphen Pulvers, dadurch gekennzeichnet, daß die Nitrozellulose bei Gegenwart indifferenter Flüssigkeiten, am besten Wasser, der Behandlung in einer Kugelmühle unterworfen wird.
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