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Gebrauchsmusterbeschreibung
Geschäftsreisemappe mit Schreibvorrichtung (Neufassung der unter dem Anmeldetag
vom 27. 5. 58 eingereichten Anmeldung) Gegenstand der Erfindung ist eine Mappe,
die insbesondere dem Geschäftsreisenden, aber auch allen anderen Personen, wie Journalisten,
Architekten etc., die unterwegs viele Notizen zu machen haben, ein rasches, zeitsparendes
und genaues Arbeiten erlaubt.
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Auf seinen Besuchen ist es für den Geschäftsreisenden von großer Notwendigkeit,
daß er sich über die einzelnen Bedarfsfälle, Wünsche oder die Verhaltensweise der
verschiedenen Firmen Notizen macht, die oft für das Zustande-oder Nichtzustandekommen
von Geschäften ausschlaggebend sein können.
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Gewöhnlich ist der Geschäftsreisende heutzutage mit einer Akten-,
Colleg-oder Bügelmappe ausgerüstet, in der sich die Verkaufsunterlagen etc. befinden.
Das benötigte Schreibmaterial-Notizheft, Kugelschreiber, Drehbleistift etc.-befindet
sich entweder in der Mappe oder auch an der Kleidung des Betreffenden. Will sich
dieser nun Notizen machen, so hat er zunächst einmal seine Mappe zu öffnen und das
Schreibmaterial herauszunehmen oder es aus seiner Kleidung hervorzuholen, sodann
zumeist auch noch das Notizheft auf der richtigen Seite aufzuschlagen und den Kugelschreiber
zu drücken.
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Nach Benutzung muß das Schreibmaterial dann wieder richtig aufbewahrt
werden, wozu das Wiederschließen der Mappe oder das Zuknöpfen von Kleidungsstücken
kommt.
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Außerdem kommt hinzu, daß viele Verhandlungen im Stehen oder sogar
auf Besichtigungsgängen stattfinden und hierbei das Fehlen einer geeigneten Schreibauflage
sehr hinderlich ist, abgesehen von dem umständlichen Aus-und Einpacken des Schreibmaterials.
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Deshalb wird es der Betreffende vielfach scheuen, sein Notizheft hervorzuholen,
einmal schon, um den Fluß der Rede nicht zu unterbrechen, zum anderen Male deshalb,
weil es ihm zu lästig oder in der gerade vorhandenen Lage einfach nicht möglich
ist. Er glaubt
dann, daß er sich die wichtigen Einzelheiten schon
wird merkt können, was aber im Trubel der Ereignisse schließlich doch niht der Fall
ist. Oft kommt ihm auch nachträglich noch ein widriger Einfall, dessen Aufnotierung
er jedoch wegen der hierdurch entstehenden Unbequemlichkeiten dann wieder unterläßt.
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Die gestellte Aufgabe besteht nun darin, eine Mappe zu schaffen, die
ein blitzschnelles, aber auch müheloses und bequemes Anfertigen von Notizen ermöglicht.
Die Notizen sollen sozusagen völlig nebenher, auch im Stehen oder Gehen gemacht
werden können, ohne daß es einer besonderen Aufmerksamkeit zum Schreibfertigmachen
und Wiederverwahren des Schreibmaterials bedarf.
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Es sind bereits verschiedene Mappen vorgeschlagen worden, die an der
Außenseite eine von außen zugängliche Schreibfläche besitzen, wobei die Mappe als
Schreibauflage dient Diese Mappen weisen jedoch alle Mängel hinsichtlich Verrutschfestigkeit
des Schreibpapiers als auch darin auf, daß das Auswechseln eines beschriebenen Blattes
mit einem unbeschriebenen Blatt zu umständlich ist bezw. nur Lose-Blatt-Notizen
infrage kommen. Hierdurch wird ein kontinuierliches Anfertigen von Notizen sehr
erschwert ; außerdem ist auch die Gefahr des Auseinandergeratens der beschriebenen
Notizblätter an verschiedene Stellen oder überhaupt ihr Verlust stark vorhanden.
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Bei dem Gegenstand vorliegender Erfindung sind diese Ubelstände durch
eine besondere Anordnung von Klemmvorrichtungen und Ausgestaltung der Schreibfläche
beseitigt, wie nachfolgend näher erläutert. Außerdem umfaßt diese Anordnung auch
noch eine besonders bequeme Befestigungsmöglichkeit für den Schreibstift.
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Zunächst sei erwähnt, daß es für eine rationelle und verlustsichere
Anfertigung und Auswertung von Notizen sehr vorteilhaft ist, wenn hierzu Notizhefte,
insbesondere sogenannte Spiralnotizhefte oder-bücher verwendet werden, da hierbei
die Notizen bereits durch die Buchform fortlaufend an einer Stelle aufbewahrt bleiben.
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Nicht mehr zum Aufbewahren erwünschte Blätter können jedoch trotzdem
aus dem perforierten Spiralnotizheft herausgetrennt werden.
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Um nun Notizhefte verrutschfest auf der Schreibfläche anbringen zu
können und gleichzeitig bequem und rasch ein Umblättern der einzel-
| üi t |
| nen Heftseiten zu ermöglichen, sowie außerdem den Schreibstif |
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| bequem befestigen zu können, bestehen folgende Vorrichtunge |
| yo 11 |
| Zunächst ist es nötig, daß sich über der Schreibfläche ein
ohl- |
raum befindet. Dieser Hohlraum kann von der Mappenoberfläche aus gesehen entweder
nach innen als Vertiefung oder nach außen als Erhöhung ausgebildet sein.
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Gemäß Erfindung wird der Hohlraum dadurch geschaffen, daß eine kastenförmige
Wanne entweder von innen an einem Ausschnitt in der Kappenwand anliegt oder von
außen auf der Mappenwand angebracht ist, was entweder eine Vertiefung oder eine
Erhöhung der Mappenoberfläche darstellt. Der Boden der kastenförmigen Wanne bildet
die Schreibfläche.
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Das Notizheft wird aufgeschlagen auf der Schreibfläche angebracht.
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Die Blattseiten links und rechts werden durch zwei federnde Körper,
zweckmäßigerweise federnde Scharniere, an die Schreibfläche, die aus steifem Material
besteht, gedrückt ; bei Verwendung der Scharniere besteht der Vorteil, daß die Scharnierachse
gleichzeitig auch einen Anschlag für die Ränder der Notizheftseiten bildet.
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Nach unten stößt das Notizheft gegen die untere Randerhöhung der Schreibfläche.
Nach oben stößt es gegen eine auf der Schreibfläche angebrachte Halterand. An die
gegenüberliegende Seite der Haltewand wird durch einen leicht federnden Körper der
Schreibstift angepreßt. Oberhalb des Scllreibstiftes ist nocli etwas Raum, damit
der Schreibstift bequem aufgenommen und wieder abgelegt werden kann.
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Somit hat das Notizheft nach allen vier Seiten einen festen Halt und
kann weder durch mechanische Einwirkungen beim Tragen der Mappo noch durch den Druck
des Schreibstiftes beim Schreiben verschoben werden. Auch die wechselnde Blattzahl
und hiermit Stärke der linken und rechten Heftseite kann bei dieser Art von Festklemmung
die Verrutschfestigkeit des Notizheftes nicht beeinflussen. Beim Umblattern der
Heftseiten auf der Schreibfläche brauchen
| vorher nur die federnden Körper leicht nach oben angehoben
zu wer- |
| t |
| den ; auch das Herausziehen des Heftes aus den Kimmvorrichtungen |
geht rasch und einfach.
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Die Befestigung des Schreibstiftes in der geschilderten Art hat den
Vorteil, daß er wie von einem Tisch oder Tablett weg aufgenommen und nach Benutzung
wieder abgelegt werden kann, was jedoch
bei Verwendung der üblichen
Schlaufen nicht der : all wares dit dazu immer die Tendenz zum nachträglichen Ausweiten
haben und : dadurch im Gebrauch sehr unhandlich werden. Die geschilderte B-b4. festigungsart
erlaubt dagegen durch Verstellen bezw. Verbiegen des federnden Körpers auch eine
einwandfreie Festklemmung von Schreibstiften verschiedener Dicke.
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Die Schreibfläche kann auf verschiedene Arten auf-und abgedeckt werden
; bekannt ist bereits, hierzu eine Klappe zu verwenden.
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Man könnte aber auch zum Auf-oder Abdecken mechanische Mittel wie
Federzug oder-druck oder Gummizug zu Hilfe nehmen oder unter Benutzung einer Kraftquelle,
wie z. B. vorher aufgezogene Spiralfeder oder kleiner Elektromotor, sowohl Auf-und
Abdecken mechanisch erfolgen lassen.
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Zum Durcharbeiten der angesammelten Notizen braucht der Reisende nach
Abschluß seiner Besuche nur das Notizheft aus den Klemmvorrichtungen herauszuziehen
und kann dann hiernach seine Berichte abfassen, Anfragen und Aufträge weiterleiten,
Termine festlegen, Karteieintragungen machen etc. Durch fortlaufendes Aufbewahren
der ausgeschriebenen Hefte besteht die Möglichkeit, bei auftauchenden Fragen immer
wieder auf diese Notizen zurückgreifen zu können.
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Die Mappe kann in ihrer weiteren Ausführung beliebig geartet sein,
soweit sie hierdurch die Benutzung der Schreibvorrichtung nicht behindert.
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In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand an einem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigt Abb. 1) eine Draufsicht der Schreibvorrichtung in aufgedecktem
Zustand, Abb. 2) die kastenförmige Wanne, leer, im Detail, Abb. 3) eine Abdeckplatte
im Detail, Abb. 4) eine zum Spannen eines Gummizuges erforderliche Abrollvorrichtung,
im Detail, Abb. 5) eine wahlweise anbringbare Federdruck-Hochschnellvorrichtung,
im Detail, Abb. 8) eine Flachfeder zum Festklemmen des Schreibstiftes, im Detail.
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Die Mappe 1 besitzt auf der Außenseite einen viereckigen Aus-| schnitt,
hinter dem auf der Innenseite der Mappenwand die kannförmige Wanne 2 angebracht
ist. Die Wanne ist ungefähr 1 cm tief und besteht aus Aluminium oder einem ähnlichen
starren und druckfesten Material. Am Boden der Wanne ist links und rechts ein Scharnier
3, vorzugsweise aus Kunststoff (Nylon-Scharnier, Hensel-Patent), befestigt. Auf
der teilweise freigelegten Achse des Scharniers befindet sich eine Spiralschenkelfeder
4, deren einer Schenkel gegen den Boden der Wanne und deren anderer Schenkel auf
die eine Scharnierhälfte drückt. Hierdurch kann zwischen den beiden Scharnieren
ein Notizheft 5 festgeklemmt werden. Vorzugsweise verwendet man ein Spiralheft in
Oktavheft-Format (HIG-oder cebe-Fabrikat) und befestigt auch vorher die beiden Scharniere
mit dem hierfür entsprechenden Abstand, wenn man dieselben nicht verschiebbar anbringen
will. Durch anklemmbare Flachschienen könnte das Festhalten des Notizheftes ebenfalls
erfolgen.
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Durch einfaches Hochdrücken der angefederten Scharnierschenkel mit
dem Finger wird das Umblättern ermöglicht ; auch das Herausziehen des Notizheftes
geht sehr rasch.
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Nach oben stößt das Notizheft an die Winkelschiene 6 ; diese kann
fix oder verschiebbar angebracht sein. Gleichzeitig dient die Winkelschiene als
Auflage für den Schreibstift (Kugelschreiber,
| Drehbleistift etc.) 7, der durch die entsprechend gebogene
Flach- |
| feder 8 an die Winkelschiene festgedrückt wird. Der Schreibstift |
| ist sehr einfach und schnell aus dieser Befestigung herauszunehmen |
und nach Benutzung wieder anzudrücken. Durch Verbiegen der Flachfeder 8 wird das
Anpassen an verschiedene Schreibstift-Stärken ermöglicht.
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Es folgen nunmehr noch zwei Ausführungsarten der Verdeckurg der Schreibvorrichtung,
für die ein Schutz beansprucht wird : Auf der Mappe befinden sich zwei dünnere U-Schienen
9 aus ziemlich starrem Material, ev. Zelluloid ; die Nut der Schienen geht ungefähr
bis in die Mitte (punktierte Linie). Die Schienen sind mit der ungenuteten Hälfte
an der Mappe angeschraubt,-genietet oder anderweitig befestigt. Diese Befestigung
geht gleichzeitig durch die seitlichen Ränder 1o der Wanne 2, die auf der Innenseite
der I. rappe anliegen ; außerdem ist die Wanne auch noch oben und unten uit
| Leim, Stiften od. lihnl. an derMappe befestigt. |
| In den tuT-Schienen wird die Abdeckplatte 11, ev. aus versteif |
| Leder, auf-und abgeschoben ; sie soll etwas Luft in den Schienen |
haben. Der obere Querrand 12 der Abdeckplatte kann auf der Innenseite bis zum beidseitigen
Einsatz in den Schienen mit einem dünnen, nicht ganz an die Mappe anstoßenden Abdichtungsstreifen
versehen sein.
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Das Hochziehen der Abdeckplatte wird durch zwei beidseitig angebrachte
Gummistränge 13 bewirkt, die durch das Herunterziehen der Abdeckplatte vorher gespannt
werden. Um ein richtige Spannen des Gummis zu ermöglichen und somit das Reißen desselben
zu verhindern, läuft der Gummistrang über eine leicht konisch eingekerbte auf einer
Achse laufenden Rolle 14. Die Achse 15 lagert beidseitig in einem U-Bügel 16 und
hat etwas Luft. Sie kann aus einer Rundkopf-Niete bestehen, die mit dem Schaft voraus
durch den U-Btigel und die Rolle gesteckt wird und anschließend am herausragenden
Schaftende gestaucht wird. Der U-Bügel ist nach oben in die Wanne eingeschraubt.
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Das eine Ende des Gummistranges ist am Boden der Wanne, fq, befestigt,
das andere Ende am unteren Rand der Abdeckplatte, 18.
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Die Befestigung des Gummistranges kann durch Verknotung an Stiften
erfolgen.
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Beim Herunterziehen der Abdeckplatte schnappt das an Mappen übliche
Tucke-Tite-Schloß 19 und 2o ein. Diese Arretierung wird einfach durch Druck auf
den Einschnappen 19 gelöst, wodurch dieser aus seiner Einrastung herausschlüpft
und die Abdeckplatte nach oben schnellt. An den Rollen 14 hält die Abdeckplatte
dann an.
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Das Hochschnellen der Abdeckplatte durch Federdruck kann folgendermaßen
bewerkstelligt werden : Nicht ganz am unteren Rand der Abdeckplatte ist beidseitig
je ein Winkelstück 22 befestigt, das im herausragenden Winkel ein Loch besitzt,
durch das ein Rundstab 23 hindurchragt. Dieser Rundstab geht von der unteren 24
bis zur oberen 25 Wand der Wanne und ist an diesen beiden Punkten fest angebracht.
Auf dem Rundstab befin-
| det sich eine Spiraldruckfeder 26, die im ausgespannten Zustand |
| C> |
von der unteren Wand der Wanne, 24, bis an das Winkelstück 22, das wiederum an die
obere Wand der Wanne, 25, stößt, reicht.
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Durch Herunterziehen der Abdeckplatte wird die Sriraldruckfeder gespannt.
Daß sich die Spiraldruckfeder nicht ganz zusammendrücken
| H |
| läßt, d. h., auch im zusammengedrückten Zustand eine gewisse
H'e |
| hat, ist durch das etwas erhöhte Anbringen der Winkelstücke |
| an der Abdeckplatte berücksichtigt worden, so daß diese als
ganz |
| D~oe |
| nach unten gezogen werden kann. Durch Druck auf den Einschnappen |
19 schnellt die Abdeckplatte nach oben, wo die beiden Winkelstücke 22 an der Wanne
arretieren. Oben muß die Wanne etwas leeren Raum besitzen, da durch die erhöhte
Anbringung der Winkelstücke die Abdeckplatte in hochgeschnelltem Zustand einen Teil
der Wanne verdeckt.