DE1792014C3 - Drehtrommel zum Agglomerieren von feinteiligem Material - Google Patents
Drehtrommel zum Agglomerieren von feinteiligem MaterialInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist eine Drehtrommel zum Agglomerieren von feinteiligem Material, an deren
Innenoberfläche eine Spiralrippe angeordnet ist, die gekennzeichnet ist durch eine Vielzahl von Stangen
(60), die parallel zueinander und im Abstand voneinander in Längsrichtung der Trommel verlaufen,
starr mit der Trommel verbunden sind und sich von der Spiralrippe (46) radial nach innen erstrecken.
Aus der DT-PS 914847 ist eine Vorrichtung zur Granulation von feinverteilten Feststoffen bekannt,
bei der zwecks Vermeidung eines Absetzens von zu granulierenden Teilchen an der die Mitnahmewirkung
einer glatten Trommelwandung verbessernden Auskleidung, z. B. aus Drahtgewebe, an der Innenwand
der Drehtrommel und gleichzeitig eines Zusammenbackens von Granalien an der Trommelinnenseite
eine jalousieartige Auskleidung angeordnet ist. Diese besteht aus einer Vielzahl von Stangen, die in Richtung
der Längsachse der Trommel parallel zur Trommelwandung
in Haltern beweglich gelegert sind. Auf Grund der Art der bei der Drehung der Trommel erfolgenden
pendelartigen Bewegung dieser Stangen die Stangen liegen in der unteren Hälfte der Trommel
dicht an der Wandung an — sind diese nicht gleichwirkend wie die in sich unbeweglichen, starr angeordneten
Stangen der erfindungsgemäßen Drehtrommel.
Aus den GB-PS 768270, 882275 und 907581 sowie
der US-PS 3145979 und der CA-PS 535514 schließlich wurden Drehtrommeln mit auf der Innenoberfläche
fest angeordneten spiralrippenförmigen Fördereinrichtungen für das zu agglomerierende Gut
bekannt, welch letztere der Spiralrippe (46) entsprechen. Auch diese Druckschriften vermochten demgemäß
die Drehtrommel gemäß der Erfindung nicht nahezulegen.
Die erfindungsgemäße Drehtrommel besitzt, wie üblich, einen Einlaß und ist so ausgebildet, daß sie
feine Teilchen aufnehmen kann, welche durch Anwendung eines oberflächenaktiven Mittels agglomeriert
werden sollen, sowie in bekannter Weise eine am Innenumfang angebrachte Spiralrippe zum Transport
des Materials durch die Trommel und einen Applikator, z. B. eine Rohrleitung mit Sprühdüsen, mit
dem das oberflächenaktive Mittel auf die Teilchen aufgebracht wird, sei es durch Aufsprühen desselben
auf einen oder mehrere frei herabrieselndc Schleier aus Teilchen oder durch Einspritzen desselben in die
Hauptmasse der Teilchen am Boden der Trommel. Sie unterscheidet sich von bekannten Drehtrommeln
durch eine Vielzahl von Stangen, die parallel zu- und im Abstand voneinander und in Längsrichtung der
Tmmmel verlaufen und mit dieser starr verbunden sind, wobei sie sich von der Spiralrippe radial nach
innen erstrecken. Beim Betrieb der Drehtrommel bewegen sich diese Stangen quer durch die normalerweise
ruhende Teilchenschicht am Boden der Trommel hindurch, versetzen diese in Bewegung und
vermischen diese mit den stark bewegten Teilchen, welche außerhalb dieser sonst ruhenden Schicht liegen.
Die aus dieser ruhenden Masse herausgehobenen Teilchen rieseln hierbei abwärts auf die Teilchen-Hauptmasse
in Form eines oder mehrerer Schleier aus fallendem Material, in welche das oberflächenaktive
Mittel gesprüht werden kann, ohne daß es sich auf den Stangen niederschlägt.
Die erfindungsgemäße Drehtrommel kann zweckmäßigerweise ferner eine Vorrichtung zum Aussieben
von Feinteilchen in der Nähe des Auslasses der Trommel und eine Vorrichtung zum Rückführen dieser
Feinteilchen längs der Trommel in den Einlaß derselben aufweisen.
Zur näheren Erläuterung der Funktion und allgemeinen Verwendbarkeit der Drehtrommel, der Eigenschaften
des feinteiligen Materials und des oberflächenaktiven Mittels wird auf den Aufsatz »New
Spray Mixer from Germany« in Detergent Age, April 1967, verwiesen.
Die Zeichnungen erläutern die erfindungsgemäße Drehtrommel und deren Funktionsweise näher.
Fig. 1 ist ein seitlicher Aufriß, teilweise unter Weglassung und teilweise im Schnitt, einer betriebsbereit
montierten Drehtrommel gemäß der Erfindung;
Fig. 2 ist eine perspektivische Ansicht vom Auslaßende her gesehen, der Drehtrommel gemäß Fig. 1;
Fig. 3 ist eine vergrößerte Querschnittsansicht eines Te ils der Trommel von F i g. 1, welche die Arbeitsweise
einer bevorzugten Ausführungsform erläutert;
Fig. 4 ist ein Querschnitt durch die Trommel einer
modifizierten Ausführungsform der Erfindung, und
Fig. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht einer anderen modifizierten Ausführungsform der Drehtrommel
gemäß der Erfindung, bei der ein Ende der Trommel als Ausschnitt gezeigt ist.
Gemäß Fig. 1 kann die neue zylindrische Drehtrommel 16 Bestandteil einer Vorrichtung sein, die
aus einem Rahmen 10 besteht, der eine winkelverstellba.re Bank 12, einen Zweiwegeantrieb 14 zur
wahlweisen Einstellung der Bank 12 auf jeden beliebigen Winkel zur Horizontalen, Vorrichtungen 18
und 20 zur drehbaren Lagerung der Trommel auf der Bank 12 und regelbare Aritriebsvorrichtungen 22, 24
und 26 zum Rotieren der Trommel trägt.
Die Trommel 16 enthält: eine äußere zylindrische Wand 28, eine innere zylindrische Wand 30, eine ringförmige
Endplatte 32, die eine Einlaßöffnung 34 für das feinteilige Material umschließt, eine ringförmige
Endplatte 38, die eine Auslaßöffnung 40 umschließt, welche in ein Auffanggefäß 42 für das agglomerierte
Material 44 mündet, eine Spiral-Förderrippe 46 zum Transportieren des Materials 36 durch die Trommel,
ein zylindrisches Sieb 48 von solcher Maschenweite, daß Feinteilchen 49 (Fig. 2) in die ringförmige Kammer
50 zwischen den Wandungen 28 und 30 fallen, eine Spiral-Förderrippe 52 in der Kammer 50 zum
Rückführen der Feinteilchen zum Einlaßende der Trommel, öffnungen 54 am Einlaßende der Innenwand
30 zum Durchlassen der Feinteilchen für deren Rückführung, eine Speiseleitung 56 für das oberflächenaktive
Mittel, welche mit einer Vielzahl von im Abstand angeordneten Sprühdüsen 58 (Fig. 2) verse-
hen ist, und als wesentliches Element ein zylindrisches
Bündel der parallel zu- und im Abstand voneinander angeordneten zylindrischen Stangen 60, welche von
Endringen 62 getragen werden, die gegen die Trommelendplatten 32 und 38 montiert sind.
Außer der Speiseleitung 56 drehen sich alle vorstehend beschriebenen Elemente der Trommel 16 gemeinsam
als zusammenhängende Konstruktion.
Die Trommel in Fig. 2 dreht sich gegen den Uhrzeigersinn; daiier hat das Material 36 die Neigung,
eine allgemeine schräge Lage einzunehmen, wobei es sich zur Rechten in Fig. 2 anhäuft. Die untere Materialschicht
bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn unter der Wirkung der Spiralrippe 46 und der Schleppwirkung
des Mantels 30. Die obere Schicht des Materials 36 bewegt sich im Uhrzeigersinr unter dem Einfluß
der Schwerkraft, die auf den Haufen einwirkt. Zwischen diesen sich entgegengesetzt bewegenden oberen
und unteren Schichten nimmt die zentrale Schicht einen ruhenden Zustand zwischen den entgegengesetzt
fließenden oberen und unteren Schichten ein.
Eine der Funktionen der Stangen 60 besteht darin, durch die ruhende Schicht zu wandern und das darin
enthaltende Material in Bewegung zu versetzen, wodurch dieses normalerweise unbewegte Material aufwärts
bewegt und danach mit dem normalerweise fließenden Material der oberen und unteren Lagen
vermischt wird. Daher wirken die Stangen 60 als Misch- und Homogenisiervorrichtung. Unter der
Wirkung dieser Stangen 60 bleibt kein Material zugedeckt und unbeweglich, und kein Material passiert die
Trommel, ohne hinreichend dem oberflächenaktiven Mittel ausgesetzt worden zu sein, gleich, ob das letztere
aufgesprüht wird, wie in den Fig. 2 bis 4, oder eingespritzt wird, wie es in Fig. 5 erläutert wird.
Weitere wichtige Funktionen der Stangen 60 bestehen in folgendem: sie heben oder fördern das Material
aufwärts entlang der Wandung der Trommel (Fig. 2
und 3) in stärkerem Maße, als dies in ihrer Abwesenheit der Fall sein würde, und sie bewirken, daß das
Material über sie und um sie herum fällt, d. h. durch die Zwischenräume zwischen benachbarten Stangen
(Fig. 2 und 3), so daß sich eine Vielzahl von vertikal angeordneten und horizontal getrennten fallenden
Material-Vorhängen bildet, in welche das oberflächenaktive Mittel gesprüht wird (Fig. 2 bis 4).
Wie in den Fig. 2 und 3 gezeigt ist, werden die Sprühköpfe oder Düsen 58 zweckmäßigerweise so
ausgebildet, daß sie das oberflächenaktive Mittel, welches üblicherweise eine klebrige Flüssigkeit ist, in
Form eines in vertikaler Richtung engen und in horizontaler Richtung breiten Sprühkegels abgeben. Zwisehen
den Düsen und der jeweiligen Stange oder den Stangen, die sich im Sprühkegel des oberflächenaktiven
Mittels befinden, gibt es eine Vielzahl von fallenden Vorhängen aus feinteiligem Material. Eine wichtige
Folgeerscheinung hiervon ist, daß weder die Stangen, noch irgendein anderes Teil der Trommel
von dem oberflächenaktiven Mittel benetzt oder berührt wird. Deshalb tritt kein Verkleistern der Anlage
ein und Vorkehrungen zum Unterbrechen und Säubern brauchen nicht getroffen werden. Zum Schütze
>5 der Stangen gegen Benetzung durch das oberflächenaktive
Mittel ist es wichtig, daß die Flüssigkeit durch die Sprühköpfe nicht zerstäubt wird. Deshalb werden
herkömmliche Sprühköpfe verwendet, die ein flaches, fächerförmiges Sprühtropfenmuster ergeben.
Eine weitere wichtige Folge der Maßnahme, das oberflächenaktive Mittel in einen oder mehrere fallende
Vorhänge aus feinteiligem Material zu sprühen, besteht darin, daß das agglomerierte Endproduki mit
einem Minimum an Klumpen erhalten wird.
Typische Abmessungen der erfindungsgemäßen Drehtrommel und Betriebsbedingungen für diese
sind: Trommeldurchmesser etwa 1,50 m; die Stangen 60 können aus Metall bestehen und relativ steif sein,
oder können federnd sein und z. B. aus Hartgummi bestehen; bei einem Trommeldurchmesser von
1,50 m und Sprühaufbringen des oberflächenaktiven Mittels können die Stangen 60 z. B. 1,9 cm Durchmesser
haben, und benachbarte Stangen können z. B. auf Zentren von 6,5 cm Durchmesser angeordnet sein;
die Oberflächengeschwindigkeit der Trommel kann z. B. zwischen 38 und 150 cm/Min, liegen; es können
konzentrische Reihen von Stangen 60 verwendet werden (vgl. Fig. 4); das oberflächenaktive Mittel kann
direkt in die normalerweise ruhende Schicht eingespritzt werden, z. B. durch die in Fig. 5 gezeigte
Speiseleitung 56 und die Einspritzrohrc 66, so daß das Vermischen von oberflächenaktivem Mittel und
feinteiligem Material durch Kollerwirkung eintritt; bei dem in Fig. 5 gezeigten Verfahren Können die Stangen
60 in Zentren von 20 cm Durchmesser angeordnet sein, und Staub kann auf klebriges, feinteiliges
Material gestäubt werden, um Agglomerate zu bilden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Drehtrommel zum Agglomerieren von feinteiligem Material, an deren Innenoberfläche eine Spiralrippe angeordnet ist, gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Stangen (60), die parallel zueinander und im Abstand voneinander in Längsrichtung der Trommel verlaufen, starr mit der Trommel verbunden sind und sich von der Spiralrippe (46) radial nach innen erstrecken.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US65292267A | 1967-07-12 | 1967-07-12 | |
| US65292267 | 1967-07-12 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1792014A1 DE1792014A1 (de) | 1971-10-21 |
| DE1792014B2 DE1792014B2 (de) | 1976-06-16 |
| DE1792014C3 true DE1792014C3 (de) | 1977-02-03 |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19980316B3 (de) * | 1998-02-02 | 2011-12-15 | Luossavaara-Kiirunavaara Ab | Verfahren zur Verminderung der Bildung von Klumpen und der Neigung zur Klusterbildung von reduzierbares Eisen enthaltendem agglomieriertem Material, insbesondere Pellets |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19980316B3 (de) * | 1998-02-02 | 2011-12-15 | Luossavaara-Kiirunavaara Ab | Verfahren zur Verminderung der Bildung von Klumpen und der Neigung zur Klusterbildung von reduzierbares Eisen enthaltendem agglomieriertem Material, insbesondere Pellets |
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