DE172829C - - Google Patents

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Description

XW '"bo:. Ί
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 17/. GRUPPE
MASCHINENBAU-ANSTALT HUMBOLDT in KALK β. CÖLN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. Dezember 1904 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Kühlen bzw. Trocknen größerer Luftmengen, z. B. zur Speisung von Hochofengebläsen, und bezweckt das für mittlere oder kleinere Anlagen, wie Schlachthöfe usw., bewährte Trockenrohrkühlsystem auch für den Hochofenbetrieb geeignet zu machen. Bei den hier zu bewältigenden großen Luftmengen verschiedenen, oft sehr starken Feuchtigkeitsgehaltes ist die Frage der Befreiung der Kühlschlangen von dem niedergeschlagenen Reif von großer Wichtigkeit. Da der Hochofenbetrieb keinesfalls unterbrochen werden darf, ist ein Abtauen dieser Rohre nur derart möglich, daß man die Rohrsysteme des Kühlraumes in verschiedene· Gruppen einteilt und dieselben so reichlich bemißt, daß bei Außerbetriebsetzung der abzutauenden Kühlkammer der volle Betrieb des Hochofens mit den übrigen Kammern aufrecht erhalten werden kann. Dies bedingt jedoch unverhältnismäßig hohe Anlagekosten, was die Wirtschaftlichkeit solcher Trocknungsanlagen für den Hochofenbetrieb in manchen Fällen in Frage stellt.
Die vorliegende Erfindung will nun die Wirtschaftlichkeit derartiger Anlagen dadurch erhöhen, daß die zum Abtauen der bereiften Kühlrohrsysteme erforderliche Zeit abgekürzt wird, indem die zum Abtauen verwendete warme Außenluft die abzutauenden Kammern mit höherer Geschwindigkeit durchströmt als die im Betriebe befindlichen Kühlkammern.
Eine zur Ausführung des vorliegenden Erfindungsgedankens geeignete Konstruktion ist in der beiliegenden Zeichnung in Fig. 1 im Grundriß, Fig. 2 im Längsschnitt dargestellt; Fig. 3 ist ebenfalls ein Grundriß bei geänderter Klappenstellung und Fig. 4 ein Schnitt durch den Zuleitungskanal.
Die Luft wird durch ein Sauggebläse angesaugt und durch die verschiedenen Kühlkammern getrieben, wobei bei geeigneten Klappenstellungen der Luft stets ein geeigneter Weg vorgeschrieben wird. Der Zuleitungskanal A enthält drei mit Klappen verschließbare öffnungen O1, O2, O3 zu den beispielsweise gewählten drei Kühlkammern K1, K2, K3, die ihrerseits vermittels der durch die Klappen B1, B2, B3 verschließbaren öffnungen mit der Abführungsleitung B in Verbindung gebracht' werden können. Von den Zuleitungsklappen O1, O2, O3 sind stets zwei geschlossen, so daß die Luft durch die eine Klappe in die eine abzutauende Kammer, z. B. in der Fig. 1 in Kammer K%, einströmt, dieselbe abtaut, um sich dann beim Austritt aus dieser Kammer zwischen den beiden anderen, im Betriebe befindlichen Kammern K1, K3 zu verteilen, wobei die durch das · Abtauen der ersten Kammer angefeuchtete Luft getrocknet wird. Hierbei sind die Ausströmungsklappen B1, B3 dieser beiden
im Betriebe befindlichen Kammern geöffnet, während die Klappe B2 der abzutauenden Kammer geschlossen ist. Bei gleichen Kammerquerschnitten wird nun offenbar die Geschwindigkeit des Luftstromes in den Kammern K1, K3 genau halb so groß sein, wie ' in der ersten abzutauenden Kammer K2. Diese Kammer wird somit ziemlich rasch abgetaut, während in den beiden anderen im
ίο Betriebe befindlichen Kammern der Luft genügend Zeit gelassen wird, sich durch einen intensiven Wärmeaustausch gründlich abzukühlen und dadurch zu trocknen. Ist die Kammer K2 bereits abgetaut, so kann sie eventuell wieder in Betrieb gestellt werden, um zum Vorkühlen der in den beiden anderen Kammern zu trocknenden Luft zu dienen. Es kommt nun der Reihenfolge nach die Kammer K1 oder K3 zum Abtauen, wobei dann stets die abzutauende Kammer mit der Zuleitung verbunden und vom Ableitungskanal abgeschlossen wird, während die beiden im Betriebe befindlichen Kühlkammern ihre Luft von der abzutauenden Kammer erhalten und mit dem Ableitungskanal in Verbindung stehen.
Selbstredend kann die Anzahl der Kammern beliebig gewählt werden; Voraussetzung ist nur, daß durch entsprechende Bemessung der Querschnitte die Geschwindigkeit der Luft in der oder in den abzutauenden Kammern eine größere ist als in den im Betriebe befindlichen Kühlkammern. In dem Zuleitungskanal sind zwei Klappen ,R1 und R2 angeordnet, welche die Luft stets der geöffneten Zuleitungsklappe O1 bzw. O2 oder O3 zuführen, um schädliche Luftwirbel zu verhindern.

Claims (2)

Patent-Ansprüche: ■
1. Verfahren zum Kühlen bzw. Trocknen größerer Luftmengen (z. B. für den Hochofenbetrieb) nach dem System der Trockenrohrkühlung mit mehreren Kammern, bei welchen die bereiften Kühlkammern vermittels der durch die wirksamen Kammern der Anlage zu trocknenden warmen Außenluft abgetaut werden, dadurch gekennzeichnet, -daß die Luft die abzutauenden Kühlkammern bzw. Kammern mit höherer Geschwindigkeit durchströmt als die im Betrieb befindlichen Kühlkammern, indem man den gesamten Luftdurchlaßquerschnitt der jeweils abzutauenden Kammern geringer wählt, als denjenigen der im Betrieb befindlichen Kammern, zum Zweck, einerseits die Abtauzeit abzukürzen und andererseits eine intensivere Kühlung und dadurch gute Trocknung der Luft zu erzielen.
2. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 eine Kühlanlage s gekennzeichnet durch die Anordnung von drei Kühlkammern derart, daß die Luft zuerst die abzutauende Kammer durchströmt, um sich dann auf die beiden im Betrieb befindlichen Kühlkammern zu verteilen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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