-
Vorrichtung zur Aktivierung von Flüssigkeiten mit Emanation, insbesondere
von fetten Ölen, Trink- und Badewässern für Heilzwecke Die Aktivierung von Flüssigkeiten
mit den Emanationen radioaktiver Elemente ist prinzipiell auf verschiedene Weise
möglich ; man kann die Emanation zunächst in einem Behälter außerhalb der zu aktivierenden
Flüssigkeit ansammeln, sie dann in das luftleer gepumpte Aktivierungsgefäß einstrcmen
lassen und anschließend - ebenfalls durch Vakuum -die zu aktivierende Flüssigkeit
in denselben Raum. bringen, so daß dort eine Lösung der Emanation in der Flüssigkeit
bewirkt wird. Eine solche Vorrichtung ist in der deutschen Patentschrift 602 598
beschrieben. Das Verfahren erfordert eine absolut vakuumdichte, hochwertige Apparatur
mit einwandfreien Dichtungen. Als Aktivierungsgefäß dient ein Zylinder mit eingeschliffenem,
beweglichen Kolben, mit dem nach der Aktivierung die radioaktive Flüssigkeit aus
dem Aktivierungsgefäß gedrückt werden kann Erfahrungsgemäß ist die vakuumdichte
Abdichtung zwischen Kolben und Zylinder schwierig. Beim Einströmenlassen des Luft-
Emanationsgeruisches verteilt sich die Emanation im Verhältnis des freien
| 'Ra : L run |
| Rauminhaltes von Ansammlungsgefäß und. Aktivierungsgefäß. |
Die Emanation kann daher nicht völlig gewonnen werden.
-
Die mit einströmende Luft löst bei der Aktivierung von Wasser bei
Zimmertemperatur viermal soviel Emanation wie
ein gleiches Volumen
Wasser, wodurch die Ausbeute ebenfalls verschlechtert wird.
-
Auf demselben Prinzip beruhen Apparaturen, bei denen das radioaktive
Präparat innerhalb des Zylinders (aber außerhalb der zu aktivierenden Flüssigkeit)
angebracht wird. Sie sind so kompliziert, daß man sie in der Praxis nicht antrifft.
-
Die in der Praxis mehr verbreiteten, weil leichter zu handhabenden
Apparate benutzen die Methode der Aktivierung von Flüssigkeiten durch hochemanierende
radioaktive Präparate. Die Emanation entweicht allmählich aus dem hochemanierenden
Präparat und soll durch Diffusion die ganze Flüssigkeit gleichmässig aktivieren.
Ist genügend Emanation an die Flüssigkeit, die sich in einem geschlossenen Gefäß
befindet, abgegeben, so öffnet man einen Ablaufhahn und entnimmt ein bestimmtes
Quantum der radioaktiven Flüssigkeit ; damit die Flüssigkeit aus dem Behälter ausfließt,
muß aber gleichzeitig auch ein Zuführungshahn für Luft geöffnet werden. Dabei entstehen
zwangsläufig Verluste an Emanation, da, wie gesagt, die Löslichkeit von Emanation
in Luft bei Zimmertemperatur viermal so groß ist wie in Wasser. Da die Füllung eines
solchen Apparates aber nicht auf einmal, sondern meistens erst im Laufe eines längeren
Zeitraumes in den Heilbädern verbraucht wird, so ist in dem gleichen Volumen später.
entnommenen aktiven Wassers normalerweise weniger Emanation enthalten als in den
ersten ausgegebenen Anteilen, da der über der Flüssigkeit entstandene Luftraum viermal
soviel Emanation aufnimmt wie das gleiche Volumen Wasser.
-
Man hat diesem Übelstand dadurch abzuhelfen versucht,
t
daß man die Luft ausschloss und die aktivierte Flüssigkeit ;
| durch ein oben am Aktivierungsgefäß angebrachtes Uberlaufrohr |
| entnahm, wobei durch unten zugefues Frischwasser das akti- |
| vierte Wasser aus dem Gefäß gedrückt wird.. Auf diese Weise |
| wird der Zutritt von Luft zur aktivierten Flüssigkeit inner- |
halb des Gefäßes vermieden. Aber auch diese Maßnahme führt nicht zu einer exakten
Dosierung : eine einfache Unterschichtung mit inaktivem Wasser ist wegen der auftretenden
Strömungen schwer zu erreichen. Außerdem kann leicht der Fall ein, treten, daß das
zulaufende Frischwasser wärmer ist als das aktivierte Wasser und infolgedessen in
dem Aktivierungsgefäß nach oben steigt und sich mit dem aktivierten Wasser mischt.
Auch ist es übliche derartige Geräte, die für Badezwecke einen Rauminhalt von etwa
10 1 haben, in den Heilbädern von Badewanne zu Badewanne zu fahren und jede Badewanne
durch Zugabe von aktivem Wasser zu aktivieren. Wie weit durch den Transport eine
Vermischung eintritt, ist von außen nicht ohne weiteres feststellbar. Jedenfalls
müssen erhebliche Schwankungen im Emanationsgehalt der einzelnen Bäder in Kauf genommen
werden, besonders bei den letzten Bädern, wobei die Hauptmenge des Inhaltes des
Emanators aus Frischwasser besteht bzw. Wasser, das mit dem hochemanierenden Präparat
nur kurze Zeit in Berührung gewesen ist.
-
Im Gegensatz zu den zuletzt beschriebenen Apparaten erlaubt die zum
Patent angemeldete einfache Vorrichtung eine exakte Dosierung, da Emanationsverluste
nicht auftreten können. Sie gewährleftet im Gegensatz zu diesen außerdem eine aktivierte
Flüssigkeit, in der die Emanation gleichmäßig verteilt ist. Die Vorrichtung arbeitet
ohne Vakuum,
so daß Undichtigkeiten nicht befürchtet zu werden brauchen.
-
Wegen ihrer Einfachheit erfordert die Bedienung keine besonderen Ansprüche
und ist aus diesem Grunde für Kurbäder besonders vorteilhaft.
-
Die Erfindung macht zu diesem Zweck von dem ebenfalls bekannten Prinzip
Gebrauch, die zu aktivierende Substanz in einen zylindrischen Behälter mit Hilfe
eines flüssigkeitsdichten Kolbens einzusaugen. Die Aktivierung findet bei solchen
Vorrichtungen, die man zum Beladen von Salben, Fetten und anderen hochviskosen Stoffen
mit Radiumemanation in Vorschlag gebracht hat, mit Hilfe eines zweiten Kolbens im
Zylinderraum statt, der mittels eines flüssigkeitsdicht durch den Hauptverdrängungskolben
nach außen geführten Gestänges hin-und herbewegt werden kann, um den Zylindernhalt
intensiv und gleichmäßig zu aktivieren und durchzumischen. Der zweite Kolben füllt
den Zylinderquerschnitt nur teilweise aus, ist hohl, besitzt emanationsdurchlässige
Wände und enthält in an sich bekannter Weise die emanierende Substanz.
-
Der Erfindung liegt nun die Erkenntnis zu Grunde, daß solche Einrichtungen
für die Aktivierung von Flüssigkeiten dadurch wesentliche vereinfacht werden können,
daß der das Radiumpräparat enthaltende Kolbenkörper keine aus dem Zylinderraum nach
außen geführte Antriebs-oder Führungsmittel auf weist, sondern unter dem Einfluß
der Schwerkraft im Zylinderraum frei verschieblich angeordnet ist. Dadurch wird
die Zahl der erforderlichen Dichtstelle und damit die Gefahr von Verlusten wesentlich
herabgesetzt und die Betriebssicherheit erhöht.
-
Die Erfindung ist mit weiteren Merkmalen im nachstehenden an Hand
des auf der Zeichnung dargestellten Ausfuhrungsbeispieles der Erfindung beschrieben.
-
Fig. 1 ist eine Ansicht der neuen Vorrichtung mit Ansatz-Stück.
-
Fig. 2 ist ein Schnitt durch die Spritze ohne Ansatzstück senkrecht
zur Ebene der Fig. 1.
-
Fig. 3 ist ein Schnitt durch das Ansatzstück.
-
Die neue Vorrichtung besitzt die Form einer Spritze und besteht aus
einem Zylinder g mit durch Gestänge beweglichem Kolben a. An die Abdichtung zwischen
beweglichem Kolben und Zylinder brauchen nicht die hohen Anforderungen gestellt
zu werden wie bei den Verfahren, die nach der Vakuummethode arbeiten. Außer dem
Kolben a befindet sich in dem Zylinder noch ein zweiter beweglicher Kolben b, der
im Gegensatz zu dem Kolben a keine Führungsstange trägt, sondern frei verschiebbar
im Zylinder g liegt. Dieser Kolben b besitzt eine oder mehrere Bohrungen, in denen
das hochemanierende Radiumpräparat e untergebracht ist (z. B. Radium-Bariumpalmitat-Paraffin-Scheibehen).
Die Bohrungen sind beidseitig durch Siebe d verschlossen, die die aktive Substanz
in den Bohrung zurückhalten und durch Überwurfmuttern d'gehalten sind.
-
Der Zylinder g ist durch ein Schutzgehäuse f umschlossen und trägt
innerhalb eines Ausschnittes des Schutzgehäuses eine Skala gl. Die Herstellung des
Zylinders aus durchsichtgem Material erleichtert die Überwachung des Misch-Vorganges.
-
Natürlich kann die Skala auch an der Führungsstange des Kolbens a
angebracht sein, insbesondere wenn die eigentliche
| Zylinderwandung undurchsichtig oder vollständig von dem |
| v |
Schutzgehäuse f eingeschlossen ist.
-
Um eine bestimmte Flüssigkeitsmenge zu aktivieren, saugt man diese
nach Öffnung des Hahnes c in die Spritze (Aktivierungsgefäß) auf, hält diese mit
der Wndung nach oben und entfernt durch Hochschieben des Kolbens sämtliche Luft
aus der Spritze. Um diesen Vorgang zu erleichtern, befinden sich in zweckentsprechendem
Abstand in der Nähe des unteren Endes der Kolbenstange ein Stift 1 und ein Ring
m.
-
Beim Einsaugen der Flüssigkeit wird der Stift 1 durch Verdrehung mit
einem Schlitz k in einem Führungsring i ausgerichtet, der von einer Halterung h
am oberen Ende des Schutzgehäuses f getragen wird. In dieser Stellung kann der Stift
1 den Schlitz k passieren. Der Aufsaugvorgang wird durch Anschlag des Bundes m am
Ring i beendet. Wird in dieser Stelle die Kolbenstange leicht verdreht und nun zur
Entlüftung der Spritze nach Aufwärtskehrung derselben zurückgestoßen, so stößt der
Stift l gegen den Ring i und begren dadurch den Entlüftungshub der Spritze in einer
Stellung, in der diese in Übereinstimmung mit der Skala gerade gefüllt istund die
Skala das gewünschte Flüssigkeitsvolumen anzeigt.
-
(z. B. 5PO com). Man schließt dann den Hahn c. Die Spritze bleibt
nun eine bestimmte Zeit liegen, z. B. 12 oder 24 Stunden. Nachdem sich die gewünschte
Emanationsmenge gebildet hat, stellt man den Apparat vertikal, wobei abwechselnd
der Griff der Führungsstange oder der Hahn c nach oben zu stehen kommen. Der bewegliche
Kolben gleitet dabei jeweils langsam nach unten, das Wasser strömt an dem radioaktiven
Präparat
vorbei und wäscht die Emanation völlig aus. Durch die Bewegung des Kolbens erfolgt
eine gleichmäßige Verteslung der Emanation im Wasser.
-
Da der Emanationsgehalt der Flüssigkeit aus einer Tabelle abgelesen
werden kann, ist es möglich, durch Herausdrücken beliebiger Flüssigkeitsmengen eine
den Anordnungen des Arztes gerecht werdende Therapie mit großer Genauigkeit zu betreiben.
-
Für Eürbäder ist es ratsam, die Größe der Spritzen so zu wählen,
daß der Inhalt innerhalb von 1-2 Stunden verbraucht wird, um keine Dosierungsfehler
durch Nachbildung der Emanation zu bekommen. Am günstigsten ist es, die Chargierung
der Spritze so zu bemessen, daß. (ihr Inhalt für je eine Charge Bäder oder Trinkgläser
reicht, angenommen, es seien 10 Badewannen vorhanden. Man wird dann die Spritze
so chargieren, daß das darin stehende Wasser innerhalb 24 Stunden so stark aktiver
! wird, daß. man nach dieser Zeit Wasser für 10 Bäder entnehmen kann. Die Spritze
wird anschließend frisch mit Leitungswasser gefüllt und am nächsten Tag wieder für
10 Badewannen benutzt. Für die zweite Charge Badewannen benutzt man eine zweite
Spritze für die dritte eine dritte usw. Jedoch ist diese Methode nicht unbedingt
zwingend, da die Zunahme an Emanation während einer Stunde bei vierundzwanzigstündiger
Ansammlungszeit z. B. nur 3,8 % des Gesamtgehaltes der Spritze beträgt, d. h., der
im Verlauf von 1-2 Stunden auftretende Fehler ist für die medizinische Anwendung
belanglos.
-
Die Einfüllung der aktivierten Flüssigkeit in das Badewasser
wird
durch das Ansatzstück o unterstützt, welches die Einführung der aktivierten Flüssigkeit
möglichst tief unter-
| halb des Niveaus des Badewassers ermöglicht. Das Ansatzrohr
o |
besitzt zu diesem Zweck die erforderliche Länge und kann mit Hilfe eines Gewindes
p in ein Gewinde q an der Mündung des Spritzenhahnes eingeschraubt werden. Am unteren
Ende ist die Bohrung r des Ansatzrohres kegelförmig bei u erweitert und bildet einen
Sitz für den Verschlußkegel einer Verschlußschraube t mit gerändeltem Griff. Mit
Hilfe dieses Verschlußschräubchens läßt sich die Austrittsöffnung f verschließen,
sobald das gewünschte Volumen in den Inhalt einer Badewanne gespritzt ist, um den
Inhalt des Anschlußröhrchens o gegen Verluste an Emanation zu schützen.
-
Wenn man den Kolben a aus der Spritze ganz herausnehmen will, geschieht
dies, indem man die Kolbenstange mit dem Ring i, der zu diesem Zweck ebenfalls einen
bajonettverschlußartig wirkenden Haltestift n trägt, durch Verdrehung des Ringes
i aus der Halterung h entfernt. Man kann dann auch den freibeweglichen Kolben b
aus der Spritze herausgleiten lassen.
-
Dieser Kolben b kann beliebige Gestalt besitzen und ist hinsichtlich
seiner Form, Höhe usw. nur so auszubilden, daß er sich bei seiner'Verschiebung im
Aktivierungsraum nicht verklemmen kanne Dazu kann er unter Umständen besondere Führungsmittel
gegenüber der Innenwandung des Zylinders f erhalten. Auch bei einer Ausbildung des
Kolbenkörpers b als Kugel wäre jede Verklemmungsgefahr vermieden, obwohl eine solche
Lösung mehr Raum beansprucht und bei der Ein-und Herbewegung
tote
Winkel im Aktivierungsraum bleiben. An Stelle eines Kolbenkörpers b@können auch
mehrere in vertikaler oder horizontaler Unterteilung vorhanden seine