DE1544036C3 - Verfahren zur selektiven Adsorption von Bestandteilen eines Gas- oder Flüssigkeitsgemisches und Vorrichtung mit Adsorptionskammern zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents

Verfahren zur selektiven Adsorption von Bestandteilen eines Gas- oder Flüssigkeitsgemisches und Vorrichtung mit Adsorptionskammern zur Durchführung des Verfahrens

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren und Vorrichtungen zur selektiven Adsorption von Bestandteilen eines Gas- oder Flüssigkeitsgemisches, insbesondere von Wasserdampf aus Luft, in mit Adsorptionsmitteln gefüllten Kammern, von denen abwechselnd jeweils mindestens eine von dem Ausgangsgemisch durchströmt und mindestens eine andere von einem erhitzten Regenerationsmittel durchströmt und regeneriert wird (DTPS 3 78 608).
Üblicherweise wird Luft dadurch getrocknet, daß man sie durch ein Gefäß leitet, welches mit einem Adsorptionsmittel, z. B. Silikagel oder Molekularsiebe, angefüllt ist. Die Luft umstreicht das Adsorptionsmittel und gibt hierbei ihre Feuchtigkeit ab. Sobald das Adsorptionsmittel mit einem gewissen Prozentsatz von Wasser angereichert ist, muß es regeneriert werden. Dies geschieht am einfachsten dadurch, daß Luft mit hoher Temperatur, z.B. mit 250°C, durch das Gefäß geleitet wird.
Eine bekannte Vorrichtung zur kontinuierlichen Trocknung von Luft besitzt zwei mit Adsorptionsmittel gefüllte Kammern und ein Luftumwälzsystem, das mit einem Gebläse ausgestattet ist. Während die eine Kammer zum Trocknen der Luft dient, die anschließend
ίο in einer Heizvorrichtung auf die verlangte Temperatur erwärmt wird, regeneriert sich das Adsorptionsmittel in der zweiten Kammer. Die Umschaltung von einer Adsorptionskammer auf die andere geschieht automatisch im Takt.
Während hierbei die Regenerationsluft aus dem Kreislauf abgezweigt, erhitzt und nach Verlassen der zu regenerierenden Kammer ins Freie abgeblasen wird, ist bei einem anderen bekannten Verfahren ein zweiter, offener Kreislauf für die Regenerationskammer vorgesehen, bei dem die Regenerationsluft der Außenluft entnommen, aufgeheizt, durch die Kammer geschickt und wieder ins Freie abgeblasen wird.
Diese bisher angewandten Verfahren haben verschie- ( dene Nachteile.
Ein Nachteil liegt darin, daß das Adsorptionsmittel nicht in seiner ganzen Adsorptionskapazität ausgenutzt werden kann. Dies liegt daran, daß die Luft in Abhängigkeit von ihrer Geschwindigkeit eine gewisse Wegstrecke durch das Adsorptionsmittel hindurch zurücklegen muß, um ihre Feuchtigkeit abzugeben. Als Beispiel zeigt F i g. 1 einen mit Adsorptionsmittel gefüllten Behälter, der schon einige Zeit mit feuchter Luft beaufschlagt worden ist. Das Adsorptionsmittel in der unteren Zone A hat bereits das Maximum an Wasserdampf adsorbiert. In der darüberliegenden Zone B verringert sich der Wassergehalt des Adsorptionsmittels von dem Maximalwert auf den Minimalwert, der bei der Regeneration übriggeblieben ist In der obersten Zone Cschließlich enthält das Adsorptionsmittel nur so viel Wasser, wie bei der Regeneration übriggeblieben ist. — Die Länge der Übergangszone B ist direkt abhängig von der Geschwindigkeit der hindurchtretenden Luft. Die in F i g. 1 dargestellte Trockenkammer kann noch eine Zeit lang mit feuchter Luft beaufschlagt werden, nämlich so lange, bis das obere Ende der ' Übergangszone B\ an die oberste Lage des Adsorptionsmittels, nämlich an die Fläche Q gelangt ist; dies ist in Fig. la dargestellt. Würde man diese Kammer noch weiter mit feuchter Luft beaufschlagen, so würde der getrocknete Luftstrom nicht mehr den optimal niedrigen Taupunkt haben, sondern langsam ansteigende Wasserdampfgehalte aufweisen. Da dies unzulässig ist, wird also das Adsorptionsmittel nur in der Zone A voll ausgenutzt, in der Zone B jedoch nur teilweise.
Ein weiterer Nachteil liegt darin, daß die erwärmte Regenerationsluft schlecht ausgenutzt wird: Bei den Trocknern bisheriger Bauart wird die gesamte feuchte Regenerationsluft in den Raum abgeblasen; insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten der Regenerationsluft zeigt es sich jedoch, daß die austretende noch warme Regenerationsluft wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen könnte.
Ein anderer wesentlicher Nachteil der bisherigen Vorrichtungen ergibt sich daraus, daß das Adsorptionsmittel nach der Regeneration gekühlt werden muß, da es nur bei niedrigen Temperaturen in der Lage ist, Wasserdampf zu adsorbieren. Zu diesem Zweck wird kühle Außenluft durch die zu regenerierende Kammer
hindurchgeblasen. Naturgemäß wird der Wasserdampf dieser Außenluft teilweise bereits in dem Adsorptionsmittel adsorbiert und verringert somit dessen Adsorptionskapazität
Bei der eingangs genannten Vorrichtung werden die Adsorptionskammern durch Ventile umgeschaltet, die wieder durch Zeitrelais gesteuert werden müssen. Dies bedingt einen hohen Installationsaufwand.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der Nachteile des Standes der Technik das eingangs genannte Verfahren bezüglich seines Wirkungsgrades, nämlich der Ausnutzung der Kapazität des Adsorptionsmittels und der für dessen Regenerierung benötigten Wärmemengen, zu verbessern und dafür eine geeignete, verbesserte Vorrichtung anzugeben.
Diese Aufgabe wird verfahrenstechnisch in der Weise gelöst, daß, während mindestens eine Kammer noch im Kreislauf des Ausgangsgemisches liegt, eine frisch regenerierte Kammer in den Kreislauf des Ausgangsgemisches in der Weise hinzugeschaltet wird, daß die Durchflußmenge des Ausgangsgemisches in der zugeschalteten Kammer langsam zunimmt und die zugeschaltete Kammer bis zum Ablauf des halben Adsorptionszyklus voll beaufschlagt wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also zunächst das zu behandelnde Medium, z. B. die zu trocknende Luft, der Adsorptionskammer gegen Ende des Taktes mit langsam abnehmender Geschwindigkeit zugeführt; dadurch wird, wie eingangs am Beispiel der Fig. 1 und la erläutert wurde, das Adsorptionsmittel besser ausgenutzt, weil die Übergangszone schmaler wird. Ferner wird die noch heiße regenerierte Kammer gegen Ende des Taktes bereits langsam zum Adsorptionskreislauf parallel geschaltet; so wird die für das Regenerieren aufgewendete Wärme im Hauptkreislauf zurückgewonnen, ohne dessen Temperatur zu stark zu erhöhen. Außerdem verliert man keine Zeit für einen zwischengeschalteten Abkühltakt. In dem Maße, wie sich das Adsorptionsmittel abkühlt und zunehmend zum Adsorptionsprozeß beiträgt, wird auch der Durchsatz erhöht
Bei Anwendungen zur Lufttrocknung wird zweckmäßig die Regenerationsluft in einem geschlossenen Kreislauf bewegt, dem nur zu einem vorgegebenen Prozentsatz Außenluft zugeführt wird; dies hat den Vorteil, daß die eben regenerierte Kammer nicht durch die Feuchtigkeit der Kühlluft belastet und zum anderen die Sättigungsfähigkeit der erwärmten Regenerationsluft in mehreren Takten bis zur Grenze ausgenutzt wird.
In folgerichtiger Weiterbildung der Erfindung kann die Durchflußmenge des Ausgangsgemisches in einer abzuschaltenden Kammer, beginnend nach dem halben Ablauf des Adsorptionszyklus, langsam abnehmen.
Die zur Durchführung des Verfahrens entwickelten Vorrichtungen sind Weiterbildungen bekannter Ausführungen unter besonderer Beachtung eines einfachen und zuverlässigen Aufbaus.
Eine erste, bevorzugte Ausführungsform verwendet über Rohrleitungen mit dem Regenerationskreislauf bzw. dem Adsorptionskreislauf verbundene Adsorptionskammern, die kreissymmetrisch zu einer sie drehenden Welle angeordnet und über öffnungen an ihren Stirnseiten an eine konzentrische Lochscheibe angeschlossen sind, welche mit einer mit Steuerschlitzen versehenen, feststehenden konzentrischen Steuerschei- b5 be eine Flachschieber-Steuerung bildet. Erfindungsgemäß sind die Steuerschlitze für den Regenerationskreislauf als Kreisringabschnitte und die Steuerschlitze für den Adsorptionskreislauf halbmondförmig ausgebildet.
Nach einer anderen Ausführungsform sind die Kammern ebenfalls kreissymmetrisch, jedoch ruhend zu der sich drehenden Welle angeordnet und stirnseitig an konzentrische Lochscheiben angeschlossen, die über je eine Haube an den Adsorptionskreislauf angeschlossen sind und mit von der Welle gedrehten Schiebern Flachschieber-Steuerungen für den durch die Hauben hindurch zugeführten Regenerationskreislauf bilden. Diese Bauart hat besonders wenig bewegte Teile und Dichtungsflächen gegenüber der anderen, jedoch kann bei Undichtigkeiten der Leckstrom in den Hauptstrom gelangen.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung einer Anzahl Ausführungsbeispiele hervorgehen, die in der Zeichnung schematisch dargestellt sind. Es zeigen
Fig. 1 und la Darstellungen zur Beschickung einer Trockenkammer,
Fig.2 eine Zweikammern-Trockenvorrichtung im Längsschnitt durch die gemeinsame Drehachse der Kammern und
Fig.3 einen Schnitt durch eine Steuerscheibe mit Blick in Richtung I-I in F i g. 2,
F i g. 4 eine Darstellung entsprechend F i g. 3 für einen Dreikammern-Trockner,
Fig.5 eine Darstellung des zeitlichen Verlaufs der Beaufschlagung der Vorrichtung nach Fig.4 mit Regenerationsluft bzw. mit Trockenluft,
F i g. 6 eine weitere Ausführung mit vier Kammern in freistehender Anordnung und
F i g. 7 eine Darstellung entsprechend F i g. 3 bzw. 4 mit Schnitt durch die Steuerscheibe und Blick in Richtung U-II in F ig. 6,
F i g. 8 einen Längsschnitt entsprechend F i g. 1 durch einen Trockner mit feststehenden Kammern und drehenden Schiebern für die Regenerationsluft und
Fig.9 eine Darstellung entsprechend Fig.7 mit Schnitt durch den oberen Steuerschieber und Blick in Richtung IH-IH in F ig. 8.
F i g. 2 zeigt eine Ausführungsmöglichkeit des Trockners mit zwei Trockenkammern. Auf einer drehbar gelagerten Welle 1 sind zwei Lochscheiben 2 und 2a montiert, zwischen denen zwei Trockenmittelbehälter jl und 4 angebracht sind. Die obere, mitdrehende Lochscheibe 2a ist mit den Kammern 3, 4 über Dehnungsmanschetten 23 verbunden, um das Dehnungsspiel der sich erwärmenden und abkühlenden Kammern auszugleichen. Über Federn 15 werden zwei feststehende Steuerscheiben 7 und 7a gegen die Lochscheiben angedrückt. Mit den Steuerscheiben sind die Rohrleitungen 14,17 bzw. 11, 20 der beiden Kreise des Luftumlaufsystems fest verbunden. Die Welle 1 wird zusammen mit den Lochscheiben 2 und 2a und den dazwischen montierten Trockenkammern JJ und 4 durch den Elektromotor 18 über ein Getriebe 19 angetrieben.
Ein von dem Elektromotor 9 angetriebenes Gebläse 10 saugt die zu trocknende Luft über ein Filter 8 an und drückt sie durch die Leitung 11 über die Steuerscheibe 7, die Lochscheibe 2 durch das Adsorptionsmittel in den Trockenbehälter 3. Aus diesem gelangt sie durch die Lochscheibe 2a, die Steuerscheibe 7a und Rohr 20 hindurch in die Heizeinrichtung 12. In der Heizeinrichtung erhält die getrocknete Luft die für die Anwendung erforderliche Temperatur. Wird die Luft z. B. zum Trocknen von Kunststoff-Granulaten benutzt, so würde anschließend an die Heizeinrichtung ein Granulattrichter folgen, der mit Kunststoff gefüllt ist und durch den
die warme trockene Luft strömt. Von diesem Granulattrichter würde sie dann wieder im Kreislauf zu dem Filter 8 geführt
Der Elektromotor 9 treibt ein zweites Gebläse 10a an, das über die öffnung 13 Außenluft ansaugt und über einen Heizkörper 14, die Steuerscheibe 7 und die Lochscheibe 2 in das Adsorptionsmittel der Trockenkammer 4 drückt Je nach dem zur Verwendung kommenden Adsorptionsmittel wird durch den Heizkörper 14, der über einen Thermostaten gesteuert ist, diese Luft auf eine ausreichend hohe Temperatur, z. B. 250—3000C, aufgeheizt, um den Wasserdampf aus dem Adsorptionsmittel in der Trockenkammer 4 auszutreiben. Nach dem Durchgang durch das Adsorptionsmittel tritt die Regenerationsluft über die Lochscheibe 2a und die Steuerscheibe Ta in das Rohr 17. Erfindungsgemäß wird der Hauptteil der Regenerationsluft von etwa 50—80% über diese Rückführleitung wieder zum Gebläse 10a zurückgeführt. Nur ein Anteil von etwa 20—50% tritt an der öffnung 16 in den umgebenden Raum aus. Dieser entweichende Anteil wird durch den unteren Öffnungsstutzen 13 automatisch wieder aus der Raumluft ergänzt Durch diese Rückführung eines Teiles der Regenerationsluft wird eine wesentliche Herabsetzung der Heizleistung des Heizkörpers 14 erreicht und die temperaturabhängige Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf vollständiger genutzt.
Die Steuerung der Trockenluft und der Regenerationsluft erfolgt über die Steuerscheibe Ta zusammen mit der Lochplatte 2a gemäß Fig.3. In diese Darstellung, deren Lage aus Fig. 1 ersichtlich ist (Linie I-I), sind — ebenso wie später in den F i g. 4, 7 und 9 — die darüberliegenden Anschlußstutzen der Rohre 17 und 20 strichpunktiert hineinprojiziert, um die Verbindung mit dem Luftumwälzsystem zu veranschaulichen. Während die Steuerscheibe 7a im (nicht dargestellten) Gestell des Trockners fest eingebaut ist, drehen sich die Kammern 3 und 4 zusammen mit den Lochplatten 2 und 2a langsam in Pfeilrichtung. In der gezeichneten Stellung ist Kammer 4 gerade voll an die Leitung 17 angeschlossen. In diesem Augenblick schaltet über ein Relais die Kupplung ein, die das Gebläse 10a und den Elektromotor 9 verbindet Gleichzeitig schaltet über einen Thermostaten gesteuert die Heizung 14 ein und heizt die Regenerationsluft auf die Regenerationstemperatur auf. Die Dauer der Regeneration wird bestimmt durch die Drehgeschwindigkeit der Kammern mit der Welle 1 und die Länge des Steuerschlitzes 21.
Sobald Kammer^ an dem Ende des Steuerschlitzes 21 angekommen ist wird das Gebläse 10a über seine Kupplung abgeschaltet Kurze Zeit später erreicht die Kammer den Beginn des sich allmählich erweiternden Steuerschlitzes 22. Hierdurch wird Kammer 4 langsam an den Kreislauf der Trockenluft mit angeschlossen. Währenddessen ist Kammer 3 an die Stelle des Schlitzes 22 angekommen, wo dieser sich zu verjüngen beginnt. Während Kammer 3^ durch den sich verjüngenden Schlitz 22 langsam abgeschaltet wird, wird Kammer 4 am anderen Ende des Schlitzes 22 langsam hinzugeschaltet. Im ersten Augenblick des Hinzuschaltens strömt also nur ganz wenig Luft durch die Kammer 4, die Hauptmenge der Luft aber weiterhin durch Kammer 3. Die geringe Luftmenge, die nunmehr durch Kammer 4 strömt, beginnt das Adsorptionsmittel in diesem Topf langsam abzukühlen. Sobald die ersten Lagen des Adsorptionsmittels abgekühlt sind, können diese auch beginnen, Wasserdampf zu adsorbieren. Die relativ kleine Luftmenge heizt sich in der Kammer 4 relativ hoch auf, wird aber austrittseitig mit der Gesamtluftmenge der Kammer 3 gemischt so daß sich eine nur gering erhöhte Mischtemperatur ergibt
In dem Augenblick, in dem Kammer 3_ am Ende des Schlitzes 22 angekommen ist und abgeschaltet wird, erreicht Kammer 4 den Bereich des Schlitzes 22, wo er erstmalig voll beaufschlagt wird und allein die Trocknung des Luftstromes übernimmt
Das langsame Abschalten der Kammer 3 durch diese
ίο Schlitzsteuerung bewirkt nun, daß die Luftgeschwindigkeit in dem Adsorptionsmittel kontinuierlich kleiner wird. Hierdurch verkürzt sich die Länge der Übergangszone Bgemäß Fig. 1, so daß die voll ausgenutzte Zone A entsprechend größer werden kann. Das Adsorptions-
! 5 mittel wird also besser ausgenutzt
Die untere Steuerscheibe 7 kann genauso ausgebildet
sein wie die obere Steuerscheibe Ta oder einfache Durchlaßschlitze ohne winkelabhängigen Schnitt haben.
Eine Kapazitätsvergrößerung dieses Trockners ist leicht durch die Anordnung einer dritten Kammer 5 möglich, wie in F i g. 4 gezeigt ist Der Steuerschlitz 21', durch den die Regenerationsluft strömt, reicht hier über 120° der Steuerscheibe 7a'. Dadurch wird erreicht, daß das Gebläse, welches die Regenerationsluft fördert, kontinuierlich laufen kann. Sobald sich nämlich eine Kammer aus dem Bereich des Schlitzes 21' hinausbewegt, kommt auf der anderen Seite des Schlitzes 21' eine neue Kammer in den Beaufschlagungsbereich dieses Schlitzes. Die Anordnung von drei Kammern verringert somit den Aufwand für die Steuerung der Regenerationsluft, da das Gebläse 10a durchlaufen kann. Im übrigen unterscheidet sich der Aufbau nicht von dem nach F i g. 2.
Die zeitliche Beaufschlagung der einzelnen Kammern 3, 4 und 5 durch Regenerierluft bzw. Trockenluft während eines Zyklus wird schematisch in Fig.5 dargestellt Anstelle der (nach diesem Diagramm) stetigen Drehbewegung ist auch eine schrittweise Bewegung möglich, insbesondere, wenn ein schnelleres Zu- und Abschalten der Kammern erwünscht ist
Die erwähnte Kapazitätsvergrößerung liegt übrigens nicht nur im Verhältnis der größeren Adsorptionsmittelmenge, wie es bei linearer Vergrößerung eines Zweikammer-Trockners der Fall wäre. Durch die dritte Kammer wird nämlich erreicht daß jeweils zwei Kammern parallel im Trockenluftkreislauf eingeschaltet sind und nur jeweils eine Kammer, also nur ein Drittel der Adsorptionsmittelmenge regeneriert wird. Hierdurch wird besonders wirtschaftlich die Tatsache
so ausgenutzt, daß die Zeitspanne für das Regenerieren wesentlich kürzer sein kann als die Zeitspanne für das Adsorbieren: Die dritte Kammer ergibt also effektiv eine Kapazitätsvergrößerung um 100%. Entsprechendes gilt für eine weitere Vermehrung der Kammerzahl.
Einen Trockner mit vier Kammern 3, 4, 5 und 6_ in etwas anderem Aufbau mit nur einem Scheibensatz 2", 7" zeigen die Fig.6 und 7. Hier sind die Zu- und Abluftrohre 11,14,17,20 sämtlich an eine Steuerscheibe 7" angeschlossen, die an ihrem Rand über einer Grube eines Fundamentes 24 ruht in der Motor 18 und Getriebe 19 sowie die Gebläse und Heizer untergebracht sind. Auf dieser Scheibe ruht die Lochscheibe 2" und trägt die vier Kammern. Konzentrisch zu den schon behandelten Steuerschlitzen 21,22 liegen auf größerem
6'· Durchmesser die Auslaßschlitze 25, 26. Damit ergibt sich eine wesentliche konstruktive Ersparnis an Teilen und Dichtungsflächen, und insbesondere sind die unterschiedlichen temperaturabhängigen Längenände-
rungen der Kammern ohne Rückwirkung auf die Dichtung.
Einen Trockner mit feststehenden Kammern und einen Drehschieber für die Regenerationsluft zeigen F i g. 8 und 9. Die Kammern 3 und 4 sind fest zwischen den Lochscheiben 2 und 2a eingespannt, von denen die untere an ihrem Rande wieder über einer Grube des Fundamentes 24 ruht. Der äußere Kreislauf 11, 20 (vgl. F i g. 2) ist in diesem Falle an eine untere Einlaßhaube 27 bzw. eine obere Auslaßhaube 28 angeschlossen, die beide von der Drehwelle 1 durchsetzt werden. Der Regenerationskreislauf 14, 17 (vgl. Fig.2) ist über drehdichte Verbindungsstücke an auf die Wellenzapfen aufgesteckte Rohrstücke 29, 30 angeschlossen, von denen Anschlußstutzen 31,32 zu Drehflachschiebern 33, 34 führen, die auf den Wellenzapfen verkeilt sind, also mit der Welle gegenüber den feststehenden Lochscheiben umlaufen. Dabei werden nacheinander die Kammern an den Regenerationskreislauf angeschlossen. Fig.9 zeigt in einer Darstellung entsprechend den Fig.3, 4 und 7 den oberen Schieber 34 mit seinem Steuerschlitz 36. Das langsame Zuschalten der frisch regenerierten Kammer und das langsame Abschalten der adsorbierenden Kammern geschieht durch die Steuerkanten 35.
Ferner kann die Erfindung in weiteren Einzelheiten abgewandelt und in anderen ergänzt werden. So kann z. B. zwischen die hinter den Gebläsen 10 und 10a (Fig.2) liegenden Rohrleitungsabschnitte des Trocknungskreislaufes und des Regenerationskreislaufes ein Wärmetauscher geschaltet werden, in dem der rückströmenden feuchten Trocknungsluft Wärme entzogen und der Regenerationsluft zugeführt wird. Damit läßt sich der Trocknungsprozeß bei optimaler Arbeitstemperatur durchführen und das Adsorptionsmittel besser ausnutzen und andererseits die Wärmebilanz verbes-
sern.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtungen zeigen sich auch dann, wenn sie nicht oder nicht nur nach dem erfindungsgemäßen Verfahren, d. h. also ohne das langsame Ab- und Zuschalten der einzelnen Adsorptionskammern und/oder ohne daß das regenerierende Medium in einem geschlossenen Kreislauf bewegt wird, benutzt werden.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen
709 552/7

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur selektiven Adsorption von Bestandteilen eines Gas- oder Flüssigkeitsgemisches, insbesondere von Wasserdampf aus Luft, in mit Adsorptionsmitteln gefüllten Kammern, von denen abwechselnd jeweils mindestens eine von dem Ausgangsgemisch durchströmt und mindestens eine andere von einem erhitzten Regenerationsmittel durchströmt und regeneriert wird, dadurch gekennzeichnet, daß, während mindestens eine Kammer noch im Kreislauf des Ausgangsgemisches liegt, eine frisch regenerierte Kammer in den Kreislauf des Ausgangsgemisches in der Weise zugeschaltet wird, daß die Durchflußmenge des Ausgangsgemisches in der zugeschalteten Kammer langsam zunimmt und die zugeschaltete Kammer bis zum Ablauf des halben Adsorptionszyklus voll beaufschlagt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchflußmenge des Ausgangsgemisches in einer abzuschaltenden Kammer, beginnend nach dem halben Ablauf des Adsorptionszyklus, langsam abnimmt.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2 mit über Rohrleitungen mit dem Regenerationskreislauf bzw. dem Adsorptionskreislauf verbundenen Adsorptionskammern, die kreissymmetrisch zu einer sie drehenden Welle angeordnet und über öffnungen an ihren Stirnseiten an eine konzentrische Lochscheibe angeschlossen sind, welche mit einer mit Steuerschlitzen versehenen, feststehenden konzentrischen Steuerscheibe eine Flachschieber-Steuerung bildet, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerschlitze (21) für den Regenerationskreislauf (14, 17) als Kreisringabschnitte und die Steuerschlitze (22) für den Adsorptionskreislauf (11, 20) halbmondförmig ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammern (3 bis 6) ruhend angeordnet und stirnseitig an konzentrische Lochscheiben (2,2a) angeschlossen sind, die über je eine Haube (27,28) an den Adsorptionskreislauf (11, 20) angeschlossen sind und mit von der Welle (1) gedrehten Schiebern (33, 34) Flachschieber-Steuerungen für den durch die Hauben hindurch zugeführten Regenerationskreislauf (14,17) bilden.
DE1544036A 1966-03-11 1966-03-11 Verfahren zur selektiven Adsorption von Bestandteilen eines Gas- oder Flüssigkeitsgemisches und Vorrichtung mit Adsorptionskammern zur Durchführung des Verfahrens Expired DE1544036C3 (de)

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