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Seilaufhängung für Hubwerke mit acht- oder C, zwölfsträngigem Lastorgan
Die Erfindung betrifft eine Seilaufhängung für Hubwerke mit acht- oder zwölfsträngigem
Lastorgan, das insbesondere von einer Katze eines Laufkranes od. dgl. getragen wird,
wobei das Lastorgan aus zwei Hubseilen besteht, die an einem Ausgleichshebel befestigt
sind, und wobei die Unterflaschenrollen beiderseits eines Lasthakens oder an den
Enden einer Hubtraverse angeordnet sind.
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Bei Hubwerken wird im Regelfall ein einzelnes Drahtseil als Tragorgan
verwendet. Dieses Seil ist je
nach Tragfähigkeit ein- bis sechzehnfach eingeschert.
Reißt aus irgendeinem Grund das Seil, so stürzt die Last ab.
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Bekannt sind als Schutz gegen das Herabfallen der Last Seilanordnungen
mit mindestens zwei Einzelseilen, die je nach Traglast je ein-, zwei-,
vier-, sechs-oder achtfach eingeschert sind. Bei je einfach eingescherten
Seilen sind die ablaufenden Seilenden am Hakengeschirr, bei zwei-, vier-, sechs-
oder achtfach eingescherten Seilen an einem am Katzrahmen oder auch an der Hubtraverse
angeordneten Ausgleichshebel befestigt.
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Bei diesen bekannten Seilanordnungen laufen die Seilstränge des rechten
Seiles über rechts vom Lasthaken, die Seilstränge des linken Seiles über links vom
Lasthaken angeordnete Unterflaschenrollen. Bei Bruch eines Seiles hängt folglich
die am Lasthaken angeschlagene Last nur in den rechts oder links des Hakens angeordneten
Seilrollen. Diese einseitige Aufhängung hat eine derartige Schrägstellung der Unterflasche
zur Folge, daß bei einem Seilbruch mit dem Absturz der Last zu rechnen ist, zumindest
aber die Unterflasche des tragenden Seiles stark beschädigt wird. Dies trifft auch
für eine durch die schweizerische Patentschrift 41649 bekannte Kranwinde mit fester
Trommelwellenachse zu. Hier sind zwei Seiltrommeln koaxial auf einer gemeinsamen
Achse angeordnet, auf der gleichzeitig zwischen beiden einander zugekehrten Trommelwänden
auch die Seilrolle der Oberflasche gelagert ist. Die Rollen der Unterflasche befinden
sich oberhalb - also nicht seitlich - des Lasthakens, und der mittlere
Doppelstrano, des aus nur einem Seil bestehenden Lastorgans ist über eine Ausgleichsrolle
gelegt, die am Windenrahmen gelagert ist. Beim Seilriß ist folglich der
Ab-
sturz der Last unvermeidbar, und selbst wenn statt der Ausgleichsrolle
ein Ausgleichshebel vorgesehen und folglich das Lastorgan aus zwei Seilen bestehen
würde, würden durch die einseitige Belastung zumindest die Seilrollen der Unterflasche
beschädigt, über die das noch haltende Seil führt.
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Zur Vermeidung der Absturzgefahr ist es auch bekannt, die Seile zu
verdoppeln, indem die Seilaufhängungen parallel zueinander angeordnet werden. Diese
Maßnahme erfordert jedoch bei Hubwerken die, doppelte Zahl an Seilrollen und ist
darum bei hohen Tragfähigkeiten kaum anwendbar. Außerdem wird infolge der notwendigen
zweirilligen Ausführung der Hubtrommel bzw. Hubtrommeln die Spurweite der Katzfahrbahn
und damit das Anfahrmaß des Kranes erheblich vergrößert. Eine andere Möglichkeit
besteht darin, daß man auf einen größeren Durchmesser ausweicht, der zu größeren
Getrieben und höheren Baumaßen führt. In jedem der angeführten Fälle erfordert also
die Lösung einen sehr großen Aufwand.
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Dieser große Aufwand ist auch einer durch die USA.-Patentschrift 2
271426 bekanntgewordenen, für ein Hubwerk vorgesehenen Seilaufliängung eigen,
die zu beiden Seiten einer Hubtraverse je
zwei zueinander parallel angeordnete
Seiltronimeln, eine Unterflasche, eine Oberflasche, einen Ausgleichshebel und zwei
Seile aufweist. Durch die Verdoppelung der Seile auf jeder Seite der Hubtraverse
ist gewährleistet, C daß beim Reißen eines Seiles sich die Traverse auf der einen
Seite nur so weit senken kann, wie ' es der einseitig plötzlich entlastete
Ausgleichshebel zuläßt. Der Mehraufwand durch die doppelte Anzahl synchron laufender
und deshalb paarweise miteinander verzahnter, gesondert angetriebener Seiltrommeln
ist jedoch sehr beträchtlich.
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Die Erfindung bezweckt, die Absturzgefahr und die Beschädigung der
Unterflaschenrollen mit bedeutend geringerem Aufwand zu venneiden.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird für eine Seilaufhängung für Hubwerke
mit achtsträngigem Lastorgan, wobei zwei Trommeln, eine Unterflasche, eine Oberflasche,
zwei Seile und ein Ausgleichshebel vorgesehen und die Rollen der Unterflasche beiderseits
des Lasthakens bzw. beiderseits der Lastangriffe an den Traversenenden angeordnet
sind und wobei die Seile an den Trommeln und an den beiden Enden
des
Ausgleichshebels befestigt sind, erfindungsgemäß vorgeschlagen, die beiden Trommeln
koaxial anzuordnen und die beiden Seile über zwei quer zur Hubtrommelachse und an
deren gleicher Seite nebeneinandergelagerte Oberflaschenrollen einander entgegengerichtet
von der einen Seite des Lastangriffs zu der anderen Seite des gleichen Lastangriffs
zu führen, wobei entweder beide Seile über je eine äußere Unterflaschenrolle und
über eine auf der jeweils anderen Seite des gleichen Lastangriffs gelagerte innere
Unterflaschenrolle eingeschert sind oder wobei das eine Seil in die äußeren Rollen
der Unterflasche und das andere Seil in die inneren Rollen der Unterflasche eingeschert
sind und der Ausgleichshebel um ein die seitliche Drehung der Unterflasche verringerndes
Maß seitlich versetzt gelagert ist.
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Die Seilstränge werden also auf einfache Weise auf beide Hakenseiten
verteilt, so daß beim Bruch eines Hubseiles die Unterflasche gar nicht oder nur
sehr begrenzt schiefgestellt wird, nämlich so weit, daß der Lastangriffspunkt am
Lasthaken mit der Resultierenden der noch tragenden Seilstränge zusammenfällt. Ist
das eine Seil des achtsträngigen Lastorgans in die äußeren Rollen der Unterflasche
und das andere Seil in die inneren Rollen der Unterflasche eingeschert, muß der
Ausgleichshebel um ein die seitliche Drehung der Unterflasche verringerndes Maß
seitlich versetzt gelagert sein. Diese seitliche Drehung um die senkrechte Achse
entsteht durch die unterschiedlichen Seilwinkel, deren Differenz durch die versetzte
Lagerung des Ausgleichshebels auf ein vernachlässigbares Maß zurückgeführt wird.
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Diese seitliche Versetzung des Ausgleichshebels ist vermeidbar, wenn
- wie bereits beschrieben - die beiden von den Seiltrommeln kommenden
Seilstränge über je eine äußere Unterflaschenrolle und über eine auf der
jeweils anderen Hakenseite gelagerte innere Unterflaschenrolle geführt werden. Bei
dieser Aufhängung entspricht die bei Bruch eines Hubseiles eintretende Lasthakenauslenkung
dem halben Seilrillenabstand der einem Unterflaschen-Seilrollenpaar angehörenden,
also nebeneinandergelagerten Rollen. Diese Auslenkung des Lasthakens ergibt eine
dermaßen geringe Schiefstellung der Unterflaschenachse, daß weder eine Absturzgefahr
der Last noch eine Beschädigung der Unterflasche zu befürchten ist.
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In Weiterentwicklung ., der Erfindung wird für eine zwölfsträngige
Seilaufhängung vorgeschlagen, zu je-
der Seite des Lastangriffs
je drei Unterflaschenrollen zu lagern, den zwei quer zur Hubtrommelachse
nebeneinandergelagerten Oberflaschenrollen zwei weitere Oberflaschenrollen zuzuordnen,
die neben und koaxial mit den beiden Trommeln verlaufen, und die Seile in der Weise
einzuscheren, daß sie von den Trommeln über die äußeren Unterflaschenrollen, über
die quergelagerten Oberflaschenrollen, über die mittleren Unterflaschenrollen der
anderen Seite des Lastangriffs, über die weiteren Oberflaschenrollen und über die
inneren Unterflaschenrollen zu den Enden des Ausgleichshebels geführt sind.
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In der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele der Seilaufhängung
nach der Erfindung dargestellt.
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F i g. 1 bis 4 zeigen zwei verschiedene Seilauffiän-,e Glungen
für ein achtsträngiges Lastorgan und F i g. 5 und 6 eine Seilaufhängung
für ein zwölft2 strängiges Lastorgan.
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C
Bei allen drei Ausführungen sind auf einer nicht dargestellten
Katze zwei Hubtrommeln 10 und 20 koaxial zueinander gelagert, deren Seile
11 und 21 über zwei quer zur Hubtrommeldrehachse nebeneinandergelagerte Oberflaschenrollen
13 und 23 einander entgegengerichtet von einer Unterflaschenrolle
12 bzw. 22 zu einer auf der anderen Seite des Lastangriffs gelagerten Unterflaschenrolle
14 bzw. 24 geführt sind.
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Bei den achtsträngilolen Aufhängungen nach den F i g. 1 bis
4 sind die von diesen Unterflaschenrollen 14, 24 kommenden Seilstränge bei
17 bzw. 27 an einem Ausgleichshebel 30 kardanisch aufgehängt.
In den F i g. 1 und 2 ist die Seilaufhänggung dargestellt, bei der die von
den Trommeln 10, 20 kommenden Seilstränge der beiden Seile 11 und
21 über je eine äußere Unterflaschenrolle 12 bzw. 22 und über eine auf der
jeweils anderen Hakenseite gelagerte innere Unterflaschenrolle 14 bzw. 24 eingeschert
sind. Wie aus F i g. 2 ersichtlich ist, entspricht die durch einen Seilbruch
ausgelöste Schiefstellung der Unterflasche bei dieser Seilaufhängung einer Lasthakenauslenkung
von e wobei e der Seilrillenabstand zweier neben-2 einandergelagerter
Unterflaschenrollen 14, 22 oder 12, 24 ist.
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e
Die Lasthakenschiefstellung -i beim Seilbruch kann durch die
etwas teure Seilaufhängung nach den F i g. 3 und 4 vermieden werden. Hierbei
ist das eine Seil 11 in die äußeren Rollen 12, 14 der Unterflasche und das
andere Seil 21 in die inneren Rollen 22, 24 der Unterflasche eingeschert. Der Ausgleichshebel
30
ist um ein Maß x seitlich versetzt gelagert, so daß die durch die unterschiedlichen
Seitenwinkel bewirkte seitliche Drehung der Unterflasche auf ein praktisch sich
nicht auswirkendes Maß begrenzt ist.
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Die F i g. 5 und 6 zeigen eine zwölfsträngige Seilaufhängung.
Hierzu sind zu jeder Seite des Lastangriffs je drei Unterflaschenrollen gelagert
und jedes der beiden bei 17 bzw. bei 27 raumgelenkig an einem Ausgleichshebel
30 aufgehängten, über je eine der zwei quer zur Hubtrommelachse nebeneinandergelagerten
Oberflaschenrollen 13 und 23 einander entgegengesetzt geführten Seile
11 und 21 über je
eine äußere Unterflaschenrolle 12 bzw. 22, die mittlere
Unterflaschenrolle 14 bzw. 24 der jeweils anderen Seite des Lastangriffs und über
die dieser benachbarte innere Unterflaschenrolle 16 bzw. 26 eingeschert.
Diesen Einscherungen dienen ferner zwei Oberflaschenrollen 15 u n-d
25, die in F i g. 5 koaxial zu den Hubtrommeln 10 und 20 gelagert
sind.
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Wählt man gemäß F i g. 6 den Seilrollenabstand
so bleibt bei Seilbruch die Unterflasche in der Waage, so daß der Lasthaken nicht
ausgelenkt wird. Somit kann die Last bei Seilbruch nicht abstürzen, und auch die
Unterflasche kann nicht beschädigt werden.