DE1108820B - Unterdruck-Haftelektrode fuer elektromedizinische Zwecke - Google Patents
Unterdruck-Haftelektrode fuer elektromedizinische ZweckeInfo
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Description
- Unterdruck-Haftelektrode für elektromedizinische Zwecke Die in der Elektromedizin zur Applikation von Strömen jeder Art verwendeten Elektroden, welche auf irgendeine Weise mit dem Körper des Patienten für längere Dauer haltbar verbunden werden, sind bekannt. Es ist üblich, sie mittels Bandagen, Gummibändern und ähnlichen elastischen Mitteln am Körper des Patienten zu befestigen oder sie durch Haltebügel verschiedener Konstruktion am Körper zu fixieren. Dabei ist die Befestigungsmethode von der Art des Elektrodenmaterials weitgehend unabhängig.
- Es sind auch bereits Elektroden bekannt, welche durch Absaugung von der Rückseite der Elektrode her an der Aufliegeseite, also an der Seite, welche den elektrischen Strom dem Körper zuführt, einen Unterdruck erzeugen, der z. B. bei mehreren Elektroden durch eine gemeinsame Unterdruckpumpe erzeugt und den Elektroden durch biegsame Schläuche zugeführt wird.
- Diese Methode hat einige Nachteile, welche im wesentlichen in folgendem bestehen: 1. Der Unterdruck an der Elektrodenauflageseite, also an der Seite der Stromzuführung, erzeugt eine statische Überfüllung und damit einen statischen Blutstau in den Kapillaren der Haut und des der Oberfläche nahen Gewebes (Stase), wodurch je nach Art des Gewebes und der Körperstelle, an welcher der elektrische Strom wirksam wird, unerwünschte bis schädliche Folgen auftreten können.
- 2. Ein weiterer Nachteil der Anordnung, welche an der stromübertragenden Unterseite der Elektrode gleichzeitig auch den Unterdruck wirksam werden läßt, besteht darin, daß zwar einerseits Stromstärke und Stromart dauernd mit Feinstmeßgeräten gemessen und überwacht und notwendigenfalls variiert werden, daß aber andererseits weder die Größe des Unterdrucks noch seine spezifische Stauwirkung während der Behandlung kontrollierbar sind. Das bedeutet, daß also eine an sich als therapeutische Maßnahme bekannte physikalische Erscheinung, die eine spezifische Indikation hat (z. B. Schröpfkopf), gleichzeitig und unkontrollierbar mit einer elektrotherapeutischen Maßnahme gekoppelt wird, deren spezifische Indikation nur in seltenen Fällen mit der Indikation der Saugbehandlung zusammenfällt. In vielen Fällen besteht sogar eine ausgesprochene Gegenindikation.
- 3. Je nach der Elastizität und Plastizität des Gewebes an den zu behandelnden Körperstellen verändert sich der Haftsitz infolge der relativ großen Auflagefläche. Der Andruck der Elek- trode selbst zur Hautfläche bleibt also nicht über die gesamte Kontaktfläche gleich groß. Diese Erscheinung führt zu Differenzen im Stromübergang pro Flächeneinheit und damit zu einer Differenzierung der Durchblutungsgrößen.
- Um diese und andere mögliche Nachteile einer solchen Unterdruckelektrode zu vermeiden, wird vorgeschlagen, eine Elektrode zu verwenden, welche den zu ihrer Haftung an der Hautoberfläche notwendigen Unterdruck nicht an der Kontaktfläche der Elektrode selber, sondern mittels außenliegender Saugorgane, beispielsweise auch mittels eines die eigentliche Kontaktschale umschließenden Hohlringes, wirksam werden läßt, ohne elektrische Ströme auf die Haut zu übertragen.
- Des weiteren empfiehlt es sich, die Elektrodenoberfläche, welche der Haut zugekehrt ist und unter Strom steht, durch eine oder mehrere Bohrungen, welche bis zur Elektrodenrückseite durchgehen, oder durch sonstige geeignete Maßnahmen so zu entlüften, daß weder Stau noch Unterdruck an der Applikationsstelle entstehen können.
- Die Zeichnung zeigt die beispielsweise Ausführung mit einem die Elektrode umschließenden Ringsaugorgan: An einem Isolierflansch 1 ist ein ringförmiges Saugorgan 2 mit einem Versteifungsring 3 befestigt.
- Durch die Winkelbohrung 4 wird über den Schlauchstutzen 5 Unterdruck hergestellt. Der Strom wird über den Stecker 6 und das Leitungsverbindungsstück 7 auf die Elektrode 8 geleitet. Durch die Bohrung 9 wird der vom ringförmigen Saugorgan 2 umschlossene Innenraum, in dem sich die Elektrode 8 befindet, mit dem atmosphärischen Druck in Verbindung gehalten.
Claims (5)
- PATENTANSPR0CHE: 1. Unterdruck-Haftelektrode für die Applikation elektromedizinischer Ströme am Körper, dadurch gekennzeichnet, daß der die Elektrode am Körper des Patienten festsaugende Unterdruck durch einen hohlen Ringwulst, der die Elektrode umschließt, an der Hautoberfläche zur Wirkung gebracht ist.
- 2. Elektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dieser Ringwulst gegen die Elektrode isoliert ist oder selbst aus nichtleitendem Material besteht.
- 3. Elektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr gleichgeartete, nicht stromführende Saugorgane eine größere Elektrodenfläche, mit welcher sie durch ent- sprechend ausgebildete Halteorgane verbunden sind, an der zu behandelnden Hautoberfläche festhalten.
- 4. Elektrode nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringwulst an seinem die Hautoberfläche des Patienten berührenden unteren Schlitz zwei aus elastischem Material, beispielsweise Gummi, gefertigte, anliegende und abdichtende Randstreifen (10) trägt, welche ebenfalls keinen Strom führen.
- 5. Elektrode nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die den Strom übertragende Elektrode von ihrer dem Körper anliegenden Unterseite zur Oberseite durch ein oder mehrere Bohrungen oder auf sonstwie geeignete Weise (z. B. luftdurchlässiges Elektrodenmaterial) mit der Atmosphäre verbunden ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM43083A DE1108820B (de) | 1959-10-16 | 1959-10-16 | Unterdruck-Haftelektrode fuer elektromedizinische Zwecke |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM43083A DE1108820B (de) | 1959-10-16 | 1959-10-16 | Unterdruck-Haftelektrode fuer elektromedizinische Zwecke |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1108820B true DE1108820B (de) | 1961-06-15 |
Family
ID=7304559
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM43083A Pending DE1108820B (de) | 1959-10-16 | 1959-10-16 | Unterdruck-Haftelektrode fuer elektromedizinische Zwecke |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1108820B (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2742058A1 (de) * | 1977-09-19 | 1979-03-29 | Guenter Prof Dipl Ing Dr R Rau | Vorrichtung zur anbringung von messwertaufnehmern und messelektroden an oberflaechen, insbesondere an der hautoberflaeche bei medizinisch-biologischen messungen |
| FR2459647A1 (fr) * | 1979-06-27 | 1981-01-16 | Niess Elektromed Ingeborg | Dispositif d'electrode pour le prelevement de tensions electro-physiologiques |
| US4736749A (en) * | 1985-04-26 | 1988-04-12 | Astra-Tech Aktiebolag | Holder for medical use fixed by vacuum |
| EP3299641A1 (de) * | 2016-09-23 | 2018-03-28 | Airbus Defence and Space GmbH | Befestigungsvorrichtung |
-
1959
- 1959-10-16 DE DEM43083A patent/DE1108820B/de active Pending
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2742058A1 (de) * | 1977-09-19 | 1979-03-29 | Guenter Prof Dipl Ing Dr R Rau | Vorrichtung zur anbringung von messwertaufnehmern und messelektroden an oberflaechen, insbesondere an der hautoberflaeche bei medizinisch-biologischen messungen |
| FR2459647A1 (fr) * | 1979-06-27 | 1981-01-16 | Niess Elektromed Ingeborg | Dispositif d'electrode pour le prelevement de tensions electro-physiologiques |
| US4736749A (en) * | 1985-04-26 | 1988-04-12 | Astra-Tech Aktiebolag | Holder for medical use fixed by vacuum |
| EP3299641A1 (de) * | 2016-09-23 | 2018-03-28 | Airbus Defence and Space GmbH | Befestigungsvorrichtung |
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