DE1069630B - - Google Patents

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DE1069630B DENDAT1069630D DE1069630DA DE1069630B DE 1069630 B DE1069630 B DE 1069630B DE NDAT1069630 D DENDAT1069630 D DE NDAT1069630D DE 1069630D A DE1069630D A DE 1069630DA DE 1069630 B DE1069630 B DE 1069630B
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F240/00Copolymers of hydrocarbons and mineral oils, e.g. petroleum resins
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C7/00Purification; Separation; Use of additives
    • C07C7/005Processes comprising at least two steps in series
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G2400/00Products obtained by processes covered by groups C10G9/00 - C10G69/14
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung wertvoller Harzbildner und Harze aus dem Verdampferrückstand der raffinierenden Druckhydrierung von Benzolkohlenwasserstoffen Bekanntlich wird bei den üblichen Verfahren der raffinierenden Druckhydrierung von Benzolvorprodukt, womit ein vorwiegend aus Benzol und seinen Homologen bestehelldes Gemisch bis zu 2200 C siedender Kohlenwasserstoffe gemeint ist, vor der Verdampfung der überwiegenden Menge des Vorproduktes eine thermische Vorpolymerisation der im Benzolvorprodukt enthaltenen Harzbildner bei Verweilzeiten bis zu einigen Stunden und Temperaturen von 150 bis 2500 C durchgeführt. Diese Vorpolymerisation hat den Zweck, den Gehalt des Benzolvorproduktes an Harzbildnern möglichst weitgehend zu vermindern. Bei der nachfolgenden Verdampfung der flüchtigeren Benzolvorproduktanteile fallen die aus den Harzbildnern gebildeten Polymerisate neben schwererflüchtigen Vorproduktanteilen in Form des sogenannten Verdampferrückstandes oder Verdampferabschlammes (so bezeichnet, weil auch unlösliche Ausscheidungen darin enthalten sind) an. Dieser Verdampferrückstand wird in üblicher Weise nach seiner Ausschleusung entweder dem angereicherten Benzolwaschöl einer naheliegenden Kokerei zugesetzt oder gesammelt und diskontinuierlich, bei größeren Anlagen auch kontinuierlich in Destillationskolonnen, die mit Kopftemperaturen um 1800 C arbeiten, zumeist auch unter Anwendung direkten Dampfes zu einer Art Pech »eingedickt«, das keinen besonderen Handeiswert besitzt, während die abgetriebenen Teile des Verdampferrückstandes nach Vereinigung mit dem Benzolvorprodukt der raffinierenden Druckhydrierung wieder zugeführt werden (siehe z. B. Erdöl und Kohle, Bd. 4, 1951, S. 279 bis 282).
  • Es ist nun überraschend, daß trotz der Vorpolymerisation noch reichliche Mengen der aktivsten Harzbildner in monomerer Form im Verdampferrückstand bzw. in den daraus abzutreibenden verdampfbaren Anteilen enthalten sind, so daß deren Gewinnung und gesonderte Polymerisation aus mehreren Gründen lohnend erscheint. Mit Sicherheit und in größerer Menge (insgesamt 5 bis 100/o) konnten Cyclopentadien, Styrol und Inden im Verdampferrückstand nachgewiesen werden. Die Vorteile, die mit der Entfernung der Harzbildner aus dem Verdampferrückstand verhunden sind, liegen vor allem in der Verminderung der Konzentration der durch ihre Polymerisations-und Verkokungsneigung störenden Harzbildner des Benzolvorproduktes, letztlich also in einer Entlastung der Vorpolymerisationsstufe. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil liegt in dem hohen Verkaufswert gewonnener Harzbildner bzw. der aus ihnen herstellbaren Harze.
  • Da die Menge der im Verdampferrückstand enthaltenen monomeren Harzbildner vor allem von der Dauer der Vorpolymerisation abhängt, scheint es wegen des obengenannten Vorteils zweckmäßig, die Vorpolymerisation mehr oder weniger zu verkürzen oder ganz fortfallen zu lassen, damit in einem in entsprechender Menge und Zusammensetzung abzuziehengen Verdampferrückstand möglichst viele monomere Harzbildner enthalten sind und daraus gewonnen werden können. Inwieweit man die Vorpolymerisation einschränken kann, hängt dabei von der Herkunft des Benzolvorproduktes, von der Fraktionierwirkung des Verdampfers und von der abgezogenen Rückstandsmenge ab.
  • Es ist bereits vorgeschlagen worden, den gesamten etwa lO0/o monomere Harzbildner enthaltenden Verdampferrückstand so, wie er anfällt, polymerisierend mit Schwefelsäure zu behandeln und das gebildete Harz von den übrigen Anteilen durch Destillation zu trennen. Es ergibt sich dabei aber ein schwerwiegender Nachteil insofern, als auch die schon von der thermischen Vorpolymerisation her im Verdampferrückstand enthaltenen Harze und außerdem- die hochsiedenden Anteile des B enzolvorproduktes (Naphthalin und Waschöl) neben den aus Cyclopentadien entstehenden Harzen (benzolunlösliche schwarzbraune Ausscheidungen) in dem Harzrückstand enthalten bleiben. Die Oualität des erhaltenen »Harzes« ist dadurch derart gering, daß man es nicht mehr als Cumaronharz und auch kaum noch als Harz bei zeichnen kann. Ein weiterer Nachteil der älteren Verfahrensweise ist darin zu sehen, daß eine relativ große Flüssigkeitsmenge, die nur eine kleine Menge Harzbildner enthält, mit einer entsprechend größeren Menge Schwefelsäure gewaschen und bewegt werden muß, wobei sich zudem noch die Säureharze sehr störend durch Verstopfungen von Leitungen und Ventilen bemerkbar machen.
  • Die Nachteile der älteren Arbeitsweise lassen sich in eleganter Weise vermeiden, wenn man die genannten störenden Anteile des Verdampferrückstandes (Vorpolvmerisat, Naphthalin, Waschöl. Cyclopentadien) bereits vor der Polymerisation mit Schwefelsäure aus dem Rückstand entfernt, was im Normalfall durch fraktionierte Destillation geschieht. Dabei kann außer der Cyclopentadien enthaltenden Vorlauffraktion auch noch die keine Harzbildner enthaltende Benzol-, Toluol- und Sylolfraktion abgetrennt werden. um unnötigen Lösungsmittelballast auszuschließen.
  • Ferner empfiehlt es sich, die Styrolfraktion trotz ihres Harzbildnergehaltes ebenfalls auszuschließen, da Styrol Neigung zur Bildung hochsiedender Addukte zeigt, die als Weichmacher in den herzustellenden Harzen verbleiben. Man trennt also bei der fraktionierten Destillation des Verdampfernickstandes außer der Cyclopentadien enthaltenden Fraktion zweckmäßig die unter Normaldruck von 139 bis 1470 C und von 147 bis 1950 C siedenden Fraktionen, in denen die meisten monomeren Harzbildner enthalten sind, ab, wozu eine entsprechende Destillationsvorrichtung erforderlich ist. Während das Cyclopentadien durch Dimerisierung und anschließende Vakuumdestillation als Dievelopentadien und das Styrol in bekannter Weise durch azeotrope Destillation erhalten werden behandelt man die Fraktion von l47 bis 1950 C zur Gewinnung von Cumaron- oder Indenharzen in üblicher Weise mit konzentrierter Schwefelsäure. Nach Entfernung der Säure destilliert man das neben dem gebildeten Harz vorhandene Lösungsbenzol bis zum Erreichen des gewünschten Erweichungspunktes des Harzes ab. Lediglich für dieses Abtreiben des Lösungsbenzols, das etwa 5 bis 7 0/o des gesamten Verdampferrückstandes ausmacht, benötigt man den älteren Verfahren der Aufarbeitung des Verdampferrückstandes gegenüber etwas mehr Energie. Dieser geringe Mehrverbrauch an Energie wird aber durch den hohen Wert der Erzeugnisse und durch die Entlastung der Vorpolymerisationsstufe weitaus aufgewogen.
  • Die fraktionierte Destillation des Verdampferrückstandes kann man so vornehmen, daß man ihn unter I(ühlung (Rückflußkühler) der bei der Entspannung abdestillierenden niedrigsiedenden Anteile sammelt und diskontinuierlich destilliert. Diese Arbeitsweise empfiehlt sich vorwiegend für kleinere Anlagen. In größeren Anlagen ist es jedoch vorteilhafter, kontinuierlich mit mehreren hintereinandergeschalteten Destillationskolonnen zu arbeiten, von denen z. B. die erste mit einer Kopftemperatur bis zu 790 C, die zweite mit einer Kopftemperatur bis 1450 C und die dritte mit einer Kopftemperatur bis 1900 C betrieben werden.
  • Die dritte Kolonne kann gegebenenfalls bei vermindertem Druck mit entsprechend niedrigerer Kopftemperatur betrieben werden.
  • Das Kopfprodukt der ersten Kolonne kann dann der Gewinnung von Dicyclopentadien dienen, das Kopfprodukt der zweiten Kolonne kann in die raffinierende Hydrierung zurückgeführt werden und das Kopfprodukt der dritten Kolonne der Herstellung von Cumaron- bzw. Indenharzen dienen. Bei weiterer Zerlegung der Kopffraktion der dritten Kolonne kann man auch Inden zur Herstellung von reinen Indenharzen abtrennen. Aus dem Sumpfprodukt der dritten Kolonne kann nach bekannten Verfahren Naphthalin gewonnen werden.
  • Der Vorteil der kontinuierlichen destillativen Aufarbeitung des Verdampferrückstandes liegt zunächst in der Möglichkeit einer weitgehenden Nutzung der Abwärme des aus der raffinierenden Hydrierung ausgeschleusten heißen Rückstandes, aber auch darin. daß ein Teil der Harzbildner (z. B. Cyclopentadien) in monomerer Form bleibt, während er bei den unter diskontinuierlicher Arbeitsweise längeren Verweilzeiten im Sammelgefäß zum Teil wieder dimerisiert.
  • Zur Nutzung der Abwärme des Verdampferrückstandes führt man diesen zweckmäßig vor dem Eintritt in die erste Kolonne über als Wärmetauscher ausgebildete Sumpferhitzer und Vorwärmvorrichtungen. Ein Ausführungsbeispiel für den Wärmeaustausch stellt die Abbildung dar. Der heiße Verdampferrückstand 1 durchströmt dabei im Wärmeaustausch den Sumpferhitzer 2 und den Vorwärmer 3 der zweiten Kolonne 4, den Sumpferhitzer5 der ersten Kolonne und tritt dann in die Aufgabe 6 der ersten Kolonne ein. Durch das nachstehende Beispiel soll das Verfahren noch näher erläutert werden.
  • Beispiel 1000 ccm Verdampferrückstand (aus der raffinierenden Druckhydrierung von Benzolkohlenwasserstoffen) wurden bei Normaldruck mittels einer Laboratoriumsfüllkörperdestillationskolonne (Höhe: 100 cm; Durchmesser: 30 mm; Füllkörper: Drahtwendel von 4 mm Durchmesser) in folgende Fraktionen zerlegt (Tabelle 1): Tabelle 1
    Fraktion Nr. Siedebereich Volumen der Fraktionen Gehalt der Fraktionen an
    (° C) (cms)
    1 .................. 78 bis 79,5 1,5 Cyclopentadien ............... 3,60/o
    2 .................. 79,5 bis 80 47,5 Cyclopentadien ............... 9,9%
    3 .................. 80 bis 81 197
    4 .................. 81 bis 100 148
    5 100 bis is 120 101
    6 .................. 109 bis 111 32
    7 .................. 120 bis 139 64
    8 .................. 139 bis 147 37 Styrol ............................ 35%
    9 .................. 147 bis 172 55
    10 .................. 172 bis 180 45
    11 .................. 180 bis 190 41 Inden .. 620/o
    12 .................. 190 bis 200 12
    13 .................. Rückstand 219 Naphthalin ................... 50°/o
    Aus den Fraktionen 1 und 2 konnte das Cyclopentadien als Dicyclopentadien in bekannter Weise durch Dimerisierung (Alterung) und anschließendeVakuumdestillation gewonnen werden. Die Harzherstellung gelang nicht aus allen Harzbildner enthaltenden Fraktionen mit gleichgünstigem Ergebnis, wie Tabelle 2 zeigt: Tabelle 2
    Harz
    Schwefelsäure Polymerisationsbedingungen Erweichungs-
    Fraktion
    l i temperatur punkt S Hödist- Ausbeute punkt nath
    Kraemerund Helligkeit*)
    temperatur 5 arnow
    (e/o) I (°/o) (Minuten) I (o C) ("/o) (o C)
    8 96 1 2 12 37,5 28 27 101
    9 96 2 15 40 47 66 201
    10 96 1 2 18 40,5 64 73.5 201
    11 ..... 96 1 2 14 1 45 74 84.5 1 401
    *) S. Ickert, Das Cumaronharz, Halle/Saale, 1948,S.51.
  • Brauchbare Harze erhält man danach erst aus den oberhalb 1450 C siedenden Fraktionen. Die besten Harze liefert die von 180 bis 1900 C siedende Inden Fraktion.
  • Styrol konnte aus der Fraktion mit dem Siedebereich von 139 bis 1450 C durch azeotrope Destillation auch als Monomeres in ausreichender Reinheit hergestellt werden. Inden war durch normale fraktionierte Destillation der Fraktion vom Siedebereich von 180 bis 1900 C in 90- bis 950/oiger Reinheit zu gewinnen und konnte ebenso wie das Styrol zur Herstellung als Lackbindemittel geeigneter Leinölmischpolymerisate eingesetzt werden.
  • PATENTANSPROCHE: 1. Verfahren zur Gewinnung wertvoller Harzbildner und Harze aus dem Verdampferrückstand der raffinierenden Druckhydrierung von Benzolkohlenwasserstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man den nach der Vorpolymerisation unter Druck bei Temperaturen von 160 bis 2200 C anfallenden Rückstand auf Normaldruck entspannt, ihn anschließend zur Abtrennung der vorwiegend monomere Harzbildner enthaltenden Fraktionen vom Siedebeginn an bis etwa 800 C und von 139 bis 1950 C fraktioniert destilliert und in bekannter Weise (aus den abgetrennten Fraktionen) die Harzbildner und die Harze gewinnt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Harzbildner enthaltenden Fraktionen in mehreren Teilfraktionen auffängt, die jeweils getrennt auf Dicyclopentadien, Styrol oder Inden verarbeitet werden.
    3. Verfahren nach Anspruch t oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Erhöhung der Konzentration an monomeren Harzbildnern im Verdampferrückstand bei entsprechender Verbesserung der Fraktionierwirkung des Verdampfers die Vorpolymerisation einschränkt.
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