DE102754C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 40: Hüttenwesen.
Das Verfahren bezweckt die Entschwefelung roher Bleierze, gemischter Erze oder schwefelhaltiger
Hüttenproducte im Gebläseofen ohne vorhergegangene Röstung mit Vermeidung der
Erzeugung von Stein und Speise und Ausnutzung des Schwefels als Wärmequelle.
Der Ofen, welcher sich zu dem Verfahren am besten eignet, ist derjenige, dessen Schmelzraum
rechtwinkligen Querschnitt hat (sogen. Rachette-Ofen); doch kann das Verfahren
an jedem Gebläseofen mit Bleibad und continuirlichem Bleiaustrag mit Nutzen angewendet
werden.
In dem gezeichneten Ofenquerschnitt ist der innere Herd A, wo sich das Blei sammelt,
ziemlich tief gehalten, dicht mit Kesselblech gepanzert, mit automatischem Bleibrunnen versehen
und mit Chamottefaconsteinen ausgemauert.
Die Formen sind in zwei geradlinigen, gegenüberstehenden Reihen an zwei gufseisernen
Rinnen B angebracht, welche auf der Einmauerung des Herdes ruhen und vorn und
hinten mittelst Blechmäntel oder Gufsplatten verbunden sind. Auf den Kühlrinnen B ruht
die Einmauerung der Rast, welche mit Eisenblech eingefafst ist. Die Zahl der Formen und
die Länge der Kühlrinnen richtet sich nach dem gewünschten Durchsetzquantum des Ofens.
Die Entfernung der Rinnen B von einander soll in der Regel 1 m nicht übersteigen, damit
die Luft leicht bis zur Mitte dringen kann und eine mittlere, stark reducirende Zone vermieden
wird.
Die Formen liegen höher als gewohnt über dem Schlackenstich a, um so viel Schlacke als
möglich aufspeichern zu können, um die Trennung des Steines von der Schlacke zu erleichtern.
Die Abkühlung der Schmelzzone ist durch Berieselung bewirkt und beschränkt sich auf
das Minimum, welches für die Erhaltung der inneren Wände nöthig ist; wenn reines Wasser
zur Verfügung steht, so ist es besser, sich wasserdurchströmter Formen, wie bei den
Hochöfen, zu bedienen. Durch die Einschränkung der Abkühlung wird an Kohle erspart
und die innere Atmosphäre im Ofen thunlichst oxydirend gehalten, um so viel
Schwefel wie möglich im Schacht selbst zu verbrennen.
Die Metallsulfide der Beschickung, welche unzersetzt die Schmelzzone durchstreichen, sammeln
sich oberhalb des Bleibades im Herde und würden den Herd bald füllen, den Bleibrunnen
verstopfen. Die Verhinderung dieses Uebelstandes unter gleichzeitiger Gewinnung des in den Sulfiden enthaltenen Metalls bildet
den Gegenstand vorliegender Erfindung, bestehend in der Einführung von Prefsluft in
das Bleibad.
In der Einmauerung des Herdes sind ein oder mehrere schräge, rohrförmige Löcher C
ausgespart, welche bis zum Grund des Herdes reichen; in diesen~Löchern werden gufseiserne
Röhren eingesetzt, welche am oberen Ende e mit einem seitlichen Stutzen d versehen sind,
um sie mit der Prefsluftleitung mittelst eines Schlauches D verbinden zu können; gewöhnlich
werden zwei Röhren mit einem Querrohr verbunden, welches mit dem Ansatz für den Schlauch versehen ist. Nachdem man sich ver-
gewissert hat, dafs das geschmolzene Blei im Rohr C frei spielt, wird das Luftventil geöffnet und bald darauf in das freie Ende e
des Einführungsrohres ein Holzpfropfen fest eingeschlagen.
Die Prefsluft mit etwas mehr als einer Atmosphäre Ueberdruck dringt durch das Bleibad
in die Höhe; vorausgesetzt, dafs das Blei im Herd die Entzündungstemperatur besitzt, so entsteht
aus dem Sauerstoff der Luft und Blei Bleioxyd, welches auf die oben angesammelten Sulfide
reagirt, unter Bildung von schwefliger Säure und metallischem Blei, während der Stickstoff
der Luft durch die Schlackenschicht entweicht.
Die Prefsluft wird in mäfsiger Menge so lange eingeführt, bis das herausfliefsende Blei
die Regenbogenfarbe des raffinirten Bleies zeigt; dann wird die Zuführung der Prefsluft eingestellt
und gewartet, bis sich die Sulfidschicht am Herd erneuert hat. Ein Ueberflufs an
Prefsluft macht die Schlacke schwerflüssig durch Oxydation des Eisenoxyduls oder Eisensubsulfids
zu Eisenoxyd; aufserdem würde er das Bleibad übermäfsig erhitzen und Bleiverluste durch
Verdampfung von Bleioxyd verursachen.
' Die Vortheile, welche aus dem beschriebenen Verfahren entspringen, sind folgende:
' Die Vortheile, welche aus dem beschriebenen Verfahren entspringen, sind folgende:
a) Die Zerkleinerung der Stückerze und deren Entschwefelung im Röstofen wird in
den meisten Fällen umgangen; Stauberze lassen sich mit Kalkbrei gemischt zu Briketts pressen
und ebenfalls ohne Röstung im Schachtofen verhütten.
b) Der Kohlenverbrauch im Schachtofen wird herabgesetzt, indem die von der Verbrennung
des Schwefels entwickelte Wärme ausgenutzt wird.
c) Der Gang des Ofens ist bei Anwendung von Prefsluft viel regelmäfsiger, indem das
Bleibad dadurch erwärmt wird und das kräftige Polen durch die eingeführte Luft die Bildung
von Ansätzen im Herd nicht gestattet.
d) Die Bildung von Stein und Speise wird vermieden; enthält die Beschickung Kupfer,
so scheidet sich beim Bleibrunnen ein reicher Kupferstein aus; sonst erhält man als Producte
nur arme Schlacke und Werkblei.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Verarbeitung schwefelhaltiger Bleierze im Gebläseschachtofen, dadurch gekennzeichnet, dafs in das in üblicher Weise durch Niederschmelzen der Beschickung mit Kohle erzielte Bleibad Prefsluft eingeführt wird, zum Zweck der Zerlegung der oberhalb des Bleibades befindlichen Sulfide mit Hülfe des durch die Prefsluft gebildeten Bleioxyds.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102754C true DE102754C (de) |
Family
ID=373315
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT102754D Active DE102754C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE102754C (de) |
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- DE DENDAT102754D patent/DE102754C/de active Active
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