DE1024643B - Gasentladungsroehre zur Anzeige der Druckaenderung im Innern der Roehre - Google Patents
Gasentladungsroehre zur Anzeige der Druckaenderung im Innern der RoehreInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Gasentladungsröhre zur Anzeige der Druckänderung im Innern der
Röhre mit zwei einander gegenüberliegenden Elektroden in einem verdünnten Gase.
Es sind elektronische Vorrichtungen zur Umwandlung einer mechanischen Größe (z. B. Kraft, Beschleunigung,
Verschiebung) in eine elektrische Größe (Strom, Spannung) bekannt, bei denen eine Elektronenröhre
mit Mitteln versehen ist, durch welche die mechanische Größe als Verschiebung auf eine in
der Elektronenröhre beweglich angeordnete Elektrode einwirkt, die zur Steuerung des von der Kathode ausgehenden
Elektronenstromes dient. Die bewegliche Elektrode ist mit einer elastischen Membran verbunden,
die einen Teil der Wandung der Röhre bildet. Werden derartige Anordnungen zur Anzeige von
Druckänderungen im Innern der Röhre verwendet, so können Druckänderungen durch mechanische Beeinflussung
der Membran von außen vorgetäuscht werden. Um diesen Nachteil zu beseitigen, werden bei einer
Gasentladungsröhre zur Anzeige der Druckänderung im Innern der Röhre erfindungsgemäß innerhalb des
Gefäßes vakuumdicht abgeschlossene druckelastische Hohlkörper, gefüllt mit verdichtetem Gas, vorzugsweise
atmosphärischen Druckes, vorgesehen, die beim Eindringen von atmosphärischer Luft in das Gefäß
zusammengedrückt werden, so daß elektrische Kontakte betätigt werden. Hohlkörper dieser Art dehnen
sich, wenn sie mit Gas oder Luft von Atmosphärendruck oder auch höherem Druck gefüllt sind, in Gasräumen
niederen Druckes aus. Die in der Technik üblichen Gefäße sind in der Regel mit Edelgasen von
JO bis 30 mm Hg Säule gefüllt, so daß in diesen eine kräftige Dehnung der Hohlkörper erfolgen muß. Die
Ausdehnung der Hohlkörper bleibt bei konstantem Gasdruck im Räume der Niederdruck-Entladungsgefäße
konstant. Ändert sich jedoch dort der Gasdruck, beispielsweise durch Eindringen von atmosphärischer
Luft, dann muß sich der Hohlkörper zusammenziehen. Hierdurch werden erfindungsgemäß Bewegungsvorgänge
von Schaltteilen im Gefäß ausgelöst, wobei Hebelwirkungen mit herangezogen werden können.
Die im Entladungsgefäß eingebauten Hohlkörper sollen bezüglich ihrer Dehnung bzw. Zusammenziehung
eine Vorzugsrichtung aufweisen. Erfindungsgemäß eignen sich hierzu kurze Stücke von metallischen
balgförmigen Tombakröhrchen, welche auf beiden Seiten durch metallische Membranen vakuumdicht
verschlossen sind. In besonderen Fällen, wo die Dehnung bzw. Zusammenziehung nur klein zu sein
braucht, genügt als druckelastischer Körper eine Vereinigung von zwei dünnen metallischen Membranen,
welche am Rande miteinander vakuumdicht verschweißt sind, so daß eine Art metallisches Luftkissen
Gasentladungsröhre zur Anzeige
der Druckänderung im Innern der Röhre
der Druckänderung im Innern der Röhre
Anmelder:
Dr.-Ing. Werner Kluge,
Stuttgart-W, Am Kräherwald 245 B
Stuttgart-W, Am Kräherwald 245 B
Dr.-Ing. Werner Kluge, Stuttgart,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
entsteht. Das Dehnungs- bzw. Zusammenziehungsvermögen solcher Luftkissen kann erhöht werden, wenn
man den Membranen vor dem Zusammenschweißen eine wellige Struktur gibt. Bei Entladungsgefäßen,
bei denen die auftretenden Betriebstemperaturen nicht zu hoch sind, können die beschriebenen Hohlkörper
auch aus vakuumdichten Isolierstoffen, beispielsweise aus Gummi oder elastischen Kunststoffen, bestehen.
Für diese Werkstoffe der Hohlkörper schädliche Temperaturen bei der Herstellung der Entladungsgefäße
nach der Erfindung lassen sich vermeiden, wenn die Elektroden bzw. ihre Stiele an metallischen Kappen
sitzen, die mit der Wandung des Gefäßes verkittet werden, weil für Verkittungen nur solche Temperaturen
nötig sind, welche die Hohlkörper nicht beeinträchtigen oder zerstören.
Weitere wesentliche Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung, in der drei Ausführungsformen
eines Entladungsgefäßes mit druckelastischen Hohlkörpern nach der Erfindung beispielsweise
veranschaulicht sind, und zwar jeweils im Längsschnitt durch das Entladungsgefäß. Das in
Fig. 1 dargestellte Gefäß weist ein Rohr 1 auf, das durch zwei angekittete Metallkappen 2 und 3 hochvakuumdicht
geschlossen ist. Solche Gefäße sind in der Regel mit Edelgasen gefüllt, und zwar mit einem
Druck von 10 bis 30 mm Hg-Säule. Die Metallkappen tragen die Elektrodenstiele 4 und 5 mit den Elektrodenköpfen
6 und 7. Parallel zu der zwischen den Elektrodenköpfen verlaufenden Entladungsstrecke 8
ist ein elektrisch gut leitendes metallisches Band 9 als Kurzschlußstück angeordnet. Das eine Ende 10 dieses
Bandes 9 kann am Elektrodenstiel 4 befestigt sein. Zwischen Band 9 und Stiel 4 ist ein Hohlkörper 12,
der mit Luft von atmosphärischem Druck gefüllt ist, angeordnet. Seine Enden sind mit Band 9 und Stiel 4
mechanisch fest verbunden. Im gebrauchsfähigen
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Zustand des Gefäßes hängt das Ende 11 des Kurzschlußstückes 9 frei im Gasraum. Dringt jedoch atmosphärische
Luft in das Gefäß ein, dann zieht sich der Körper 12 zusammen und veranlaßt infolge Mitführung
des Kurzschlußstückes 9 an dessen Ende 11 den Schluß des dort befindlichen Kontaktes 13. Das Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 zeigt ein Entladungsgefäß mit vorzugsweise planen Elektroden 14 und 15, wobei
der Elektrodenabstand relativ gering ist. Erfindungsgemäß wird in diesem Falle eine elektrisch gut
leitende Bandfeder 16 auf der Rückseite der Elektrode
15 angebracht, wobei das eine Ende dieser Bandfeder an der Stelle 17 mechanisch fest mit der Elektrode 15
verbunden ist. Zwischen Elektrode 15 und Bandfeder
16 wird ein Hohlkörper 16 α in Form eines Gas- oder
Luftkissens angeordnet. Der Druck in diesem Kissen entspricht etwa dem Atmosphärendruck. Liegt nun
im Gefäß ein Niederdruck als Solldruck vor, dann befindet sich das Luftkissen in gedehntem Zustand
und hebt die Bandfeder 16 mit dem daran befestigten Schaltbolzen 18 von der Elektrode 14 weg. Dringt
jedoch atmosphärische Luft in das Gefäß ein, dann zieht sich das Luftkissen zusammen, und der Schaltbolzen
führt den Schluß mit der gegenüberliegenden Elektrode 14 herbei. Zu diesem Zwecke erhält die
Elektrode 15 eine ausreichend große Bohrung, damit sich der Schaltbolzen ohne Reibung durch die Elektrode
15 hindurch bewegen kann. Das Ausführungsbeispiel der Fig. 3 zeigt ein Entladungsgefäß, welches
mit dem der Fig. 1 verwandt ist. Die Elektrodenköpfe 19 und 20 sitzen jedoch mittels kurzer Stiele an
metallischen Bügeln 21 und 22, damit im Zentrum des Gefäßes genügend Raum für die Anordnung von
wenigstens einem größeren Hohlkörper 23 verbleibt. Dieser als Balg ausgebildete Hohlkörper 23 ist mit
atmosphärischer Luft gefüllt. Er ist an der Stelle 24 mit dem Bügel 25 starr verbunden. Beim Zusammenziehen
des Balges 23 infolge Eindringens von atmosphärischer Luft in das Gefäß wird demzufolge der
Bügel 22, welcher an der Stelle 26 mit dem Balg starr verbunden ist und den Elektrodenkopf 19 trägt, in
Richtung auf den anderen Elektrodenkopf 20 bewegt, so daß der Kurzschluß zustande kommt. Der Bügel 22
ist zweckmäßigerweise senkrecht zum Bügel 25 angeordnet. (Er liegt also nicht in der Zeichenebene!)
Die relativen Abmessungen des gesamten Elektrodensystems können nun bei der Herstellung des Gefäßes
so gewählt werden, daß sich der Sollabstand der Elektrodenköpfe beim Füllen des Gefäßes mit bestimmt
verdünntem Edelgas von selbst in dem gewünschten Maße einstellt.
Werden aber die druckelastischen Hohlkörper während der Lebensdauer der Gefäße aus irgendeinem
Grunde undicht, so erfolgt Druckausgleich zwischen der Gasfüllung der Hohlkörper und der Edelgasfüllung
des Gefäßes. Der Kurzschluß des Gefäßes kommt damit ebenfalls zustande.
Die vorliegende Erfindung läßt sich bei allen Niederdruck-Entladungsgefäßen anwenden. Von besonderem
Nutzen ist sie bei Überspannungsableiter^ sei es in der Form der Gasentladungsabieiter oder sei
es in der Form der Ventilableiter. Das Eindringen von atmosphärischer Luft führt in beiden Fällen zu
einer unerträglichen Erhöhung der Ansprechspannung, so daß von einem »Schutzwert« der Ableiter nicht
mehr gesprochen werden kann. Man bezeichnet solche Ableiter als »taub«. Die Anwendung der vorliegenden
Erfindung auf Überspannungsableiter führt also zu einer automatischen Taubheitsanzeige, so daß schadhaft
gewordene Exemplare rasch ausgewechselt werden können.
Claims (8)
1. Gasentladungsröhre zur Anzeige der Druckänderung im Innern der Röhre mit zwei einander
gegenüberliegenden Elektroden in einem verdünnten Gase, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb
des Gefäßes vakuumdicht abgeschlossene druckelastische Hohlkörper, gefüllt mit verdichtetem
Gas, vorzugsweise atmosphärischen Druckes, vorgesehen sind, welche beim Eindringen von atmosphärischer
Luft in das Gasentladungsgefäß zusammengedrückt werden, so daß elektrische Kontakte
betätigt werden (Fig. 1).
2. Gasentladungsröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die druckelastischen
Hohlkörper als zylindrische metallische Bälge ausgebildet sind.
3. Gasentladungsröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die druckelastischen
Hohlkörper kissen- oder linsenförmig ausgebildet sind und aus dünnem vakuumdichtem metallischem
Bandmaterial bestehen.
4. Gasentladungsröhre nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die druckelastischen
Hohlkörper aus dünnem vakuumdichtem Gummi oder aus dünnem vakuumdichtem elastischem Kunststoff bestehen.
5. Gasentladungsröhre nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der druckelastische
Hohlkörper zwischen einem Elektrodenstiel und einer metallischen Bandfeder angeordnet
ist, so daß das bewegliche Ende der Bandfeder einen elektrischen Kontakt betätigt.
6. Gasentladungsröhre nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der druckelastische
Hohlkörper auf der der Entladung abwandten Seite einer Elektrode zwischen dieser und
einer Bandfeder angeordnet ist und letztere mittels eines an der Bandfeder befestigten Kontaktbolzens
einen Schluß mit der zweiten Elektrode herbeiführen kann, wobei der Kontaktbolzen durch ein
Loch in der ersten Elektrode hindurchgeführt werden kann (Fig. 2).
7. Gasentladungsröhre nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der als zylindrischer
Balg ausgebildete Hohlkörper koaxial im zylindrischen Gasentladungsgefäß angeordnet ist
und derart fixiert ist, daß im Falle der Zusammendrückung des Balges die Elektrodenköpfe direkt
zur Berührung kommen.
8. Gasentladungsröhre nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß diese in Gasentladungsüberspannungsableitern
und in Ventilüberspannungsableitern verwandt werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Schweizerische Patentschrift Nr. 257 232.
Schweizerische Patentschrift Nr. 257 232.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 709 880'350 2.58
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK29563A DE1024643B (de) | 1956-08-09 | 1956-08-09 | Gasentladungsroehre zur Anzeige der Druckaenderung im Innern der Roehre |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEK29563A DE1024643B (de) | 1956-08-09 | 1956-08-09 | Gasentladungsroehre zur Anzeige der Druckaenderung im Innern der Roehre |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1024643B true DE1024643B (de) | 1958-02-20 |
Family
ID=7218553
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK29563A Pending DE1024643B (de) | 1956-08-09 | 1956-08-09 | Gasentladungsroehre zur Anzeige der Druckaenderung im Innern der Roehre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1024643B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1045552B (de) * | 1956-09-15 | 1958-12-04 | Wickmann Werke Ag | Elektrisches Entladungsgefaess mit vom Atmosphaerendruck abweichendem innerem Gasdruck |
| DE1093913B (de) * | 1959-09-26 | 1960-12-01 | Werner Kluge Dr Ing | Gasentladungsroehre zur Anzeige der Druckaenderung im Innern der Roehre |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH257232A (de) * | 1945-08-02 | 1948-09-30 | Oerlikon Buehrle Ag | Elektronische Vorrichtung zur Umwandlung einer mechanischen Grösse in eine elektrische Grösse. |
-
1956
- 1956-08-09 DE DEK29563A patent/DE1024643B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH257232A (de) * | 1945-08-02 | 1948-09-30 | Oerlikon Buehrle Ag | Elektronische Vorrichtung zur Umwandlung einer mechanischen Grösse in eine elektrische Grösse. |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1045552B (de) * | 1956-09-15 | 1958-12-04 | Wickmann Werke Ag | Elektrisches Entladungsgefaess mit vom Atmosphaerendruck abweichendem innerem Gasdruck |
| DE1093913B (de) * | 1959-09-26 | 1960-12-01 | Werner Kluge Dr Ing | Gasentladungsroehre zur Anzeige der Druckaenderung im Innern der Roehre |
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