-
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen sowie ein Fahrzeug, das solch eine Vorrichtung umfasst.
-
Das Auftreten von Gefahrenstellen, beispielsweise in Form von physischen Hindernissen, auf Straßen und Wegen einer Verkehrsinfrastruktur kann einen wesentlichen Einfluss auf die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer haben. Um aktiv solchen Gefahrensituationen vorzubeugen, ist eine frühzeitige Informationsbereitstellung vor möglichen Hindernissen beziehungsweise allgemein vor Gefahrenstellen sinnvoll und kann somit die Verkehrssicherheit positiv beeinflussen. Bisher ist die Bereitstellung von Informationen in Echtzeit nicht oder nur teilweise gegeben, da diese zum Beispiel über den Verkehrsfunk im Radio übermittelt werden. Für Verkehrsteilnehmer, welche sich bereits vor Ort befinden und zum Beispiel eine Kurve durchfahren und folglich ein Hindernis erst sehr spät erblicken können, kann eine frühzeitige, beispielsweise visuelle Bereitstellung der Informationen einen entscheidenden Vorteil ermöglichen. In bisher bekannten Lösungen aus dem Stand der Technik wird eine Informationsbereitstellung im Sinne der zuvor erläuterten Thematik zum Beispiel mittels Bildschirmeinrichtungen realisiert, welche für diese Zwecke beispielsweise an einer Rückseite eines Fahrzeugs, insbesondere eines Lastkraftfahrzeugs, angebracht sind. Auch sind weitere technische Ansätze bekannt, welche es hinterherfahrenden Verkehrsteilnehmern ermöglichen, eine Informationsbereitstellung durch Kamerabilder zu erhalten. Die Kamerabilder zeigen etwa die vorausliegende Straße, wobei die Bilder von einem vor diesen Verkehrsteilnehmern fahrenden Fahrzeug bereitgestellt werden. Aus dem weiteren Stand der Technik werden nachfolgend einige Beispiele angeführt, welches sich im weitesten Sinne mit der zuvor genannten Thematik beschäftigen.
-
So ist aus der Druckschrift
DE 10 2011 078 288 A1 ein Kraftfahrzeug mit einer Warneinrichtung für den Fahrer als bekannt zu entnehmen. Insbesondere wird dabei ein Fahrzeug mit einer Warneinrichtung für den Fahrer vorgestellt, wobei das Fahrzeug ein Kraftfahrzeug ist. Die Warneinrichtung beinhaltet dabei eine Detektionseinrichtung zum Detektieren einer oder mehrerer vorbestimmter Verkehrssituationen, in denen sich das Fahrzeug befindet. Weiterhin ist eine Projektionseinrichtung vorgesehen, welche derart ausgestaltet ist, dass sie zur Warnung des Fahrers eine Lichtverteilung, welche eine oder mehrere Lichtstreifen umfasst und/oder welche sich zeitlich verändert, auf die Fahrbahn im Sichtbereich des Fahrers projiziert, solange die Detektionseinrichtung eine vorbestimmte Verkehrssituation detektiert, wobei die projizierte Lichtverteilung von der detektierten Verkehrssituation abhängt.
-
Aus der Druckschrift
CN 105261235 A ist zudem ein elektronisches Warnschildsystem für Fahrzeuge, ein Frühwarnsystem für den Straßenzustand und eine Arbeitsweise davon und ein elektronisches Warnschildsystem für Kraftfahrzeuge, ein Straßenzustandswarnsystem und ein Arbeitsverfahren dafür als bekannt zu entnehmen. Das elektronische Warnschildsystem für Kraftfahrzeuge umfasst dabei: eine Laseremissionsvorrichtung zur Projektion der Straßenoberfläche auf das Fahrzeug hinter dem Warnmuster und eine Orientierungsanpassungsvorrichtung zum Anpassen der Position des Laserprojektionsmusters. Die Laseremissionsvorrichtung und die Positionseinstellvorrichtung sind dabei mit der Steuereinheit verbunden, wobei die Steuereinheit angepasst ist, das Öffnen oder Schließen des elektronischen Warnschildsystems für Kraftfahrzeuge zu steuern, und angepasst ist, die Ausrichtungseinstellvorrichtung und die Laseremissionsvorrichtung zu steuern, die das Warnmuster auf die Position eines Parkplatzes hinter dem richtigen Abstand projizieren.
-
Aus der Druckschrift
US 10 134 280 B1 sind zudem Fahrzeugbenachrichtigungen als bekannt zu entnehmen. Systeme und Verfahren verwenden hier verschiedene Lichtprojektionstechnologien, um andere Fahrer von Fahrzeugen in der Nähe über Informationen zu informieren, die ein sichereres Fahren ermöglichen können. In einigen Ausführungsformen können die Projektionstechnologien verwendet werden, um Laserlicht auf eine Fahrfläche zu projizieren, wenn ein Fahrzeug einen Spurwechsel anzeigt, um ihren beabsichtigten physischen Ort auf der Fahrfläche anzuzeigen. In einigen Ausführungsformen kann ein geparktes Fahrzeug anzeigen, dass eine Tür in Kürze geöffnet wird, indem eine Warnung und physischer Raum, in dem sich die Tür öffnen kann, auf die Fahroberfläche projiziert wird, damit andere Fahrer diese sehen können. In einigen Ausführungsformen können Sensoren, wie Kameras, Infrarot und/oder Radar, in der Nähe befindliche Fahrzeuge lokalisieren, ihre Position vorhersagen und anzeigen, wo sich das Fahrzeug in einer Kurve, einem Spurwechsel oder einer vorbeifahrenden Situation physisch befindet.
-
DE 10 2016 007 014 A1 offenbart ein Verfahren zum Betrieb einer Kommunikationseinrichtung eines Kraftfahrzeuges. Das Kraftfahrzeug wird in einem autopilotierten Betriebsmodus vollständig automatisch geführt und macht weitere Verkehrsteilnehmer durch Projektion wenigstens eines Lichtmusters auf einen Untergrund auf sich aufmerksam. Die Aufmerksamkeit der weiteren Verkehrsteilnehmer auf ein sich im Verkehrsraum bewegendes im vollständig automatischen Betrieb befindlichen Kraftfahrzeugs wird somit erhöht.
-
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein alternatives Verfahren und eine alternative Vorrichtung zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen bereitzustellen, welche es ermöglichen, Verkehrsteilnehmer frühzeitig, gezielt und hochpräzise vor Gefahrenstellen in der Verkehrsinfrastruktur zu warnen.
-
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein Verfahren zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen bereitgestellt wird. Solch ein Verfahren umfasst dabei die folgenden Schritte:
- • Detektion wenigstens einer Gefahrenstelle in einer Verkehrsinfrastruktur durch eine Detektionseinrichtung in einem ersten Fahrzeug,
- • Bereitstellen von mittels der Detektionseinrichtung erfassten Gefahreninformationen über die wenigstens eine Gefahrenstelle an eine im ersten Fahrzeug angeordnete Steuer- und Recheneinheit mit Auswerteprogramm.
-
Das Verfahren umfasst dabei in dieser Ausgestaltung zudem die weiteren folgenden Schritte:
- • Erfassen wenigstens eines anderen Verkehrsteilnehmers mittels einer Erfassungseinrichtung in dem ersten Fahrzeug, nachdem das erste Fahrzeug die wenigstens eine Gefahrenstelle detektiert hat,
- • Bereitstellen von mittels der Erfassungseinrichtung erfassten Verkehrsteilnehmerinformationen über den wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer an die im ersten Fahrzeug angeordnete Steuer- und Recheneinheit mit Auswerteprogramm,
- • Projizieren der Gefahreninformationen mittels einer mit der Steuer- und Recheneinheit gekoppelten Projektionsvorrichtung in dem ersten Fahrzeug auf wenigstens einen Wahrnehmungspunkt des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers, wobei eine aktuelle erste Position und wenigstens eine sich daran anschließende zweite Position des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers derart beim Projizieren mittels Steuervorgängen der Steuer- und Recheneinheit berücksichtigt werden, so dass sowohl in der ersten als auch in der wenigstens einen zweiten Position eine gezielte und hochpräzise Bereitstellung der Gefahreninformationen an den wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer gewährleistet wird.
-
Auf diese Weise ist es vorteilhaft möglich, ein alternatives Verfahren zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen bereitzustellen, welches es ermöglicht, Verkehrsteilnehmer frühzeitig, gezielt und hochpräzise vor Gefahrenstellen in der Verkehrsinfrastruktur zu warnen. Dabei kann insbesondere eine visuelle Übertragung von diesen Gefahreninformationen, welche allgemein auch als Verkehrsinformationen beziehungsweise als ein Teil von diesen Verkehrsinformationen bezeichnet werden können, gezielt und hochpräzise vollzogen werden. Der Begriff „gezielt“ ist insbesondere auf eine sich einstellende Position des anderen Verkehrsteilnehmers bezogen. Anstatt einer allgemeinen Bereitstellung von Warnhinweisen, welche unter Umständen nicht von allen anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden können, erfolgt mittels des vorgestellten Verfahrens aufgrund des zuvor durchgeführten Erfassungsschrittes des anderen Verkehrsteilnehmers und somit auch seiner jeweiligen Positionen eine besonders gezielte Bereitstellung der relevanten Gefahreninformationen über die zuvor detektierte Gefahrenstelle. In diesem Zusammenhang und auch aufgrund der Tatsache, dass der andere Verkehrsteilnehmer besonders akkurat und dynamisch in nahezu Echtzeit erfasst wird, ist es zudem möglich, die gewünschten Gefahreninformationen jeweils hochpräzise zu übertragen. Mit anderen Worten wird jedem anderen Verkehrsteilnehmer in nahezu idealer Weise eine hochpräzise Auflösung der visuell dargestellten Gefahreninformationen bereitgestellt.
-
Beispielsweise fährt das erste Fahrzeug an einer Gefahrenstelle vorbei und detektiert dabei zahlreiche Gefahreninformationen über diese Gefahrenstelle. Diese Gefahreninformationen werden anschließend in der Steuer- und Recheneinheit gespeichert und entsprechend mit dem Auswerteprogramm ausgewertet und/oder bearbeitet. Ein anderer Verkehrsteilnehmer, beispielsweise eine Person, welche sich in einem entgegenkommenden Fahrzeug befindet, kann, nachdem die Gefahrenstelle bereits von dem ersten Fahrzeug passiert wurde, entsprechend frühzeitig und umfassend informiert beziehungsweise gewarnt werden, indem die aufbereiteten Gefahreninformationen gezielt und hochpräzise auf wenigstens einen Wahrnehmungspunkt des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers projiziert wird. Auf diese Weise kann sich letztendlich eine Verkehrssicherheit vorteilhaft verbessern, da die so gewarnten anderen Verkehrsteilnehmer aufgrund der frühzeitigen Warnung ihr Verhalten anpassen können. Somit können beispielsweise direkte Unfälle aufgrund der Gefahrenstelle vermieden werden. Der wenigstens eine andere Verkehrsteilnehmer kann sich beispielsweise ebenfalls in einem Fahrzeug befinden, beispielsweise sogar der aktiv steuernde Fahrer dieses zweiten Fahrzeugs sein. Auch ist vorstellbar, dass es sich um einen beliebig anderen Verkehrsteilnehmer handelt, welcher sich nicht zwangsläufig in einem Fahrzeug befindet. Sowohl die Detektion von Gefahrenstellen als auch die Erfassung von wenigstens einem anderen Verkehrsteilnehmer als auch die anschließende Projektion kann 360° um das erste Fahrzeug stattfinden. Beispielsweise kann sowohl in einem vorderen als auch einem hinteren Bereich des ersten Fahrzeugs agiert werden.
-
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass eine Vorrichtung zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen bereitgestellt wird. Solch eine Vorrichtung umfasst dabei eine in einem Fahrzeug anordenbare Detektionseinrichtung, welche ausgelegt ist, wenigstens eine Gefahrenstelle in einer Verkehrsinfrastruktur zu detektieren, und eine in dem Fahrzeug anordenbare Steuer- und Recheneinheit mit Auswerteprogramm, welche ausgelegt ist, Gefahreninformationen über die wenigstens eine Gefahrenstelle entgegenzunehmen.
-
Die Vorrichtung umfasst dabei in dieser Ausgestaltung zudem noch folgende weitere Komponenten:
- - eine Erfassungseinrichtung, welche ausgelegt ist, wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer in einem Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen und diese Verkehrsteilnehmerinformationen der Steuer- und Recheneinheit mit Auswerteprogramm bereitzustellen,
- - eine mit der Steuer- und Recheneinheit mit Auswerteprogramm koppelbare Projektionsvorrichtung, welche ausgelegt ist, die Gefahreninformationen auf wenigstens einen Wahrnehmungspunkt des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers zu projizieren, wobei eine aktuelle erste Position und wenigstens eine sich daran anschließende zweite Position des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers derart beim Projizieren mittels Steuervorgängen der Steuer- und Recheneinheit berücksichtigbar sind, so dass sowohl in der ersten als auch in der wenigstens einen zweiten Position eine gezielte Bereitstellung der Gefahreninformationen an den wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer gewährleistbar ist.
-
Die zuvor genannten Vorteile gelten soweit übertragbar auch für die vorgestellte Vorrichtung.
-
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein Fahrzeug umfassend eine Vorrichtung gemäß Anspruch 9 bereitgestellt wird. Diese Vorrichtung ist dabei ausgelegt, wenigstens das Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 8 auszuführen. Die zuvor genannten Vorteile gelten, soweit übertragbar, auch für das vorgestellte Fahrzeug.
-
Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
-
So ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Steuervorgänge der Steuer- und Recheneinheit sowohl eine Eigenbewegung des ersten Fahrzeugs als auch eine Bewegung des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers bezogen auf eine jeweilige Verkehrsinfrastruktur und zusätzlich auch eine Bewegung eines Körpers des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers berücksichtigen. Beispielsweise kann sowohl die eigene Trajektorie als auch eine fremde Trajektorie, von dem wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer, entsprechend berücksichtig werden. Diese eigene und fremde Trajektorie ist insofern dann bekannt und wird parallel in Echtzeit kontinuierlich geprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Gleichzeitig wird eine Anzeigemöglichkeit beziehungsweise Projektionsmöglichkeit bei dem wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer beziehungsweise dem fremden Verkehrsteilnehmer ermittelt. Mit anderen Worten wird die Bewegung des anderen Verkehrsteilnehmers an sich und seine Eigenbewegung derart berücksichtigt, so dass zu jedem Zeitpunkt aufgrund der zugehörigen Steuervorgänge eine gezielte und hochpräzise Projektion der Gefahreninformationen durchgeführt werden kann. Es wird also zusätzlich eine jeweilige Position und Bewegung des fremden Verkehrsteilnehmers beispielsweise in seinem Fahrzeug in Echtzeit ermittelt, damit anschließend die Gefahreninformationen gezielt und hochpräzise übertragen beziehungsweise projiziert werden können. Der wenigstens eine andere Verkehrsteilnehmer kann dabei sowohl entgegenkommend als auch hinterherfahrend sein.
-
Auch ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Projektionsvorrichtung eine Laserprojektionseinheit umfasst, welche ausgelegt ist, die Gefahreninformationen gezielt in wenigstens ein Auge des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers zu projizieren. Eine Laserprojektionseinheit ist besonders geeignet, hochpräzise Projektionen zu ermöglichen, da entsprechend emittierte Laserstrahlen auch über längere Distanzen kaum streuen, so dass sich ein damit einstellender Informationsverlust vermeiden lässt. Es ist somit möglich, gezielt wenigstens ein Auge des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers zu fokussieren und somit eine hochpräzise Projektion zu gewährleisten. Die anzuzeigenden Gefahreninformationen können somit mit hoher Genauigkeit platziert werden, da die visuelle Darstellung mittels wenigstens einem Laser dieser Laserprojektionseinheit übertragen beziehungsweise projiziert werden.
-
Zudem ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Gefahrenstelle wenigstens ein Hindernis auf der Fahrbahn, insbesondere ein Hindernis auf einer benachbarten Fahrbahn einer von dem ersten Fahrzeug befahrenen Fahrbahn, umfasst und wobei die Gefahreninformationen ausgewählt sind aus: Größe des Hindernisses, Position des Hindernisses, Form des Hindernisses, Material des Hindernisses. Die Art der Gefahreninformationen können somit sehr unterschiedlich sein und je nach detektierter Gefahrenstelle und damit zusammenhängendem Hindernis verschieden sein. Je nach Hindernisbeschaffenheit können die Gefahreninformationen in entsprechender Reihenfolge projiziert werden oder sogar zusammen in einer zusammengefassten Gefahreninformation projiziert werden.
-
Ferner ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass der wenigstens eine andere Verkehrsteilnehmer sich in einem zweiten Fahrzeug befindet, welches sich im Umfeld des ersten Fahrzeugs befindet. Beispielsweise kann es sich dabei um ein entgegenkommendes Fahrzeug handeln, welches dem ersten Fahrzeug begegnet, nachdem das erste Fahrzeug die Gefahrenstelle bereits passiert hat. So kann dem entgegenkommenden Fahrzeug beziehungsweise seinem Fahrzeuginsassen, welcher beispielsweise der aktiv steuernde Fahrer des zweiten Fahrzeugs sein kann, entsprechend frühzeitig angezeigt werden, welche Gefahrenstelle in der näheren Verkehrsinfrastruktur vorhanden ist. Beispielsweise kann es sich dabei um ein Hindernis auf einer Fahrbahn des zweiten Fahrzeugs handeln, welches sich aktuell noch nicht im Sichtfeld des anderen Verkehrsteilnehmers befindet.
-
Zudem ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung in dem ersten Fahrzeug ausgelegt ist, Material und Position einer Windschutzscheibe des zweiten Fahrzeugs zu erfassen, so dass diese Informationen nach einem Auswerten mittels der Steuer- und Recheneinheit der Projektionsvorrichtung für ein gezieltes Projizieren der Gefahreninformationen bereitgestellt werden. Auf diese Weise kann eine durch die Windschutzscheibe erzeugte Brechung von Lichtstrahlen bei der Projektion der Gefahreninformationen berücksichtigt werden, damit diese somit gezielt in wenigstens ein Auge des jeweiligen Verkehrsteilnehmers eintreffen können. Zudem kann die Windschutzscheibe des anderen Verkehrsteilnehmers aus einem speziellen Material gefertigt sein beziehungsweise beschichtet sein, so dass auch diese Materialeigenschaften berücksichtigt werden können. Beispielsweise können anschließend Laserstrahlen für die Projektion ausgelegt werden, besonders stark leuchtend zu sein, wobei dadurch ein visueller gewünschter Effekt verstärkt wird.
-
Auch ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung in dem ersten Fahrzeug ausgelegt ist, ein optisches Hilfsmittel, insbesondere eine Brille, und wenigstens eine Eigenschaft dieses optischen Hilfsmittels bei dem wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer zu erfassen, so dass diese Informationen nach einem Auswerten mittels der Steuer- und Recheneinheit der Projektionsvorrichtung für ein gezieltes Projizieren der Gefahreninformationen bereitgestellt werden. Auf diese Weise kann eine durch das optische Hilfsmittel erzeugte Brechung von Lichtstrahlen bei der Projektion der Gefahreninformationen berücksichtigt werden, damit diese somit gezielt in wenigstens ein Auge des jeweiligen Verkehrsteilnehmers eintreffen können. Auch könnte das optische Hilfsmittel einen zumindest teilweise getönten Bereich aufweisen, wobei auch diese Eigenschaft dann entsprechend berücksichtigt wird. Beispielsweise könnte es sich bei dem optischen Hilfsmittel um eine Sonnenbrille handeln.
-
Schlussendlich ist in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass zusätzlich zu den Gefahreninformationen wenigstens eine Handlungsempfehlung, insbesondere eine Empfehlung über eine Geschwindigkeitsreduzierung, mittels der mit der Steuer- und Recheneinheit gekoppelten Projektionsvorrichtung in dem ersten Fahrzeug auf dem wenigstens einen Wahrnehmungspunkt des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers projiziert wird. Diese zusätzlichen Handlungsempfehlungen können beispielsweise mittels des Auswerteprogramms der Steuer- und Recheneinheit einer jeweils detektierten Gefahrenstelle zugeordnet sein und optional oder benutzerdefiniert einstellbar zusätzlich projiziert werden. Auf diese Weise können somit andere Verkehrsteilnehmer nicht nur gezielt und hochpräzise vor Gefahrenstellen in der Verkehrsinfrastruktur gewarnt werden, sondern können parallel dazu auch noch erste Anregungen in Form der Handlungsempfehlungen entgegennehmen, so dass eine sichere Reaktion auf die erhaltene Gefahreninformationen noch wahrscheinlicher ist.
-
Das vorgestellte Verfahren und die Vorrichtung können beispielsweise vorteilhaft in jeglichen Fahrzeugen eingesetzt werden. Insbesondere ist dabei ein Einsatz in Fahrzeugen vorteilhaft möglich, welche für einen Einsatz in einer Verkehrsinfrastruktur vorgesehen sind. Beispielsweise ist ein Einsatz in jeglichen Kraftfahrzeugen, insbesondere in jeglichen Personenkraftfahrzeugen, vorstellbar.
-
Die verschiedenen in dieser Anmeldung genannten Ausführungsformen der Erfindung sind, sofern im Einzelfall nicht anders ausgeführt, mit Vorteil miteinander kombinierbar.
-
Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- 1 ein Verfahrensdiagramm von einem Verfahren zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen;
- 2 eine schematische Darstellung von einer Vorrichtung zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen;
- 3 eine schematische Darstellung von einem Fahrzeug, umfassend eine Vorrichtung zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen.
-
1 zeigt ein Verfahrensdiagramm 100 von einem Verfahren zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen. In einem ersten Verfahrensschritt 110 wird wenigstens eine Gefahrenstelle in einer Verkehrsinfrastruktur durch eine Detektionseinrichtung in einem ersten Fahrzeug detektiert. In einem zweiten Verfahrensschritt 120 werden mittels der Detektionseinrichtung erfasste Gefahreninformationen über die wenigstens eine Gefahrenstelle an eine im ersten Fahrzeug angeordnete Steuer- und Recheneinheit mit Auswerteprogramm bereitgestellt. In einem dritten Verfahrensschritt 130 wird wenigstens ein anderer Verkehrsteilnehmer mittels einer Erfassungseinrichtung in dem ersten Fahrzeug, nachdem das erste Fahrzeug die wenigstens eine Gefahrenstelle detektiert hat, erfasst. In einem vierten Verfahrensschritt 140 werden die mittels der Erfassungseinrichtung erfassten Verkehrsteilnehmerinformationen über den wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer an die im ersten Fahrzeug angeordnete Steuer- und Recheneinheit mit Auswerteprogramm bereitgestellt. In einem fünften Verfahrensschritt 150 werden die Gefahreninformationen mittels einer mit der Steuer- und Recheneinheit gekoppelten Projektionsvorrichtung in dem ersten Fahrzeug auf wenigstens einen Wahrnehmungspunkt des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers projiziert, wobei eine aktuelle erste Position und wenigstens eine sich daran anschließende zweite Position des wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmers derart beim Projizieren mittels Steuervorgängen der Steuer- und Recheneinheit berücksichtigt werden, so dass sowohl in der ersten als auch in der wenigstens einen zweiten Position eine gezielte und hochpräzise Bereitstellung der Gefahreninformationen an den wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer gewährleistet wird. Für die Darstellung der Gefahreninformationen beziehungsweise dieser speziellen Verkehrsinformationen für die anderen Verkehrsteilnehmer werden mittels des vorgestellten Verfahrens verschiedene und nachfolgend aufgelistete Mindestanforderungen vorteilhaft erfüllt. Die Mindestanforderungen sind: Ort der Gefahrenstelle ist bekannt, eine Trajektorie, sowohl die eigene als auch die von dem anderen Verkehrsteilnehmer, ist bekannt, eine hochgenaue Bestimmung der Anzeigemöglichkeit beziehungsweise der Projektionsmöglichkeit beim fremden Verkehrsteilnehmer ist bekannt und sowohl die Position und die Bewegung des anderen Verkehrsteilnehmers wird hochgenau in Echtzeit ermittelt. Die Projektion kann auch als Fremdbespielung des Verkehrsteilnehmers oder seines Fahrzeugs beziehungsweise als eine Darstellung auf einem Fremdfahrzeug aufgefasst werden.
-
2 zeigt eine schematische Darstellung von einer Vorrichtung 10 zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen. Diese Vorrichtung 10 ist dabei in einem ersten Fahrzeug 12 angeordnet dargestellt. Diese Vorrichtung 10 ist dabei mit einer Detektionseinrichtung 14 dargestellt, welche ausgelegt ist, wenigstens eine Gefahrenstelle in einer Verkehrsinfrastruktur zu detektieren. In dieser 1 ist diese Gefahrenstelle ein auf der benachbarten Fahrbahn 16 dargestelltes Hindernis 18 in Form eines Felsbrockens. Ein Detektionspfeil 20 in einem Detektionserfassungsfeld 22 stellt diesen Detektionsvorgang dar und deutet zudem an, dass Gefahreninformationen über diese Gefahrenstelle mittels der Detektionseinrichtung 14 erhoben werden. Diese Gefahreninformationen werden an eine dargestellte Steuer- und Recheneinheit 24 mit Auswerteprogramm 26 bereitgestellt. Dazu ist die Detektionseinrichtung 14 mit dieser Steuer- und Recheneinheit 24 mit Auswerteprogramm 26 gekoppelt dargestellt. Insofern ist die Steuer- und Recheneinheit 24 mit Auswerteprogramm 26 ausgelegt, Gefahreninformationen über die wenigstens eine Gefahrenstelle entgegenzunehmen. Zudem ist die Vorrichtung 10 mit einer Erfassungseinrichtung 28 dargestellt. Diese Erfassungseinrichtung 28 ist dabei ausgelegt, wenigstens einen anderen Verkehrsteilnehmer in einem Umfeld des ersten Fahrzeugs 12 zu erfassen und diese Verkehrsteilnehmerinformationen der Steuer- und Recheneinheit 24 mit Auswerteprogramm 26 bereitzustellen. Dazu ist die Erfassungseinrichtung 28 mit dieser Steuer- und Recheneinheit 24 mit Auswerteprogramm 26 gekoppelt dargestellt. In der 2 erfasst die Erfassungseinrichtung 28 einen anderen ersten Verkehrsteilnehmer 30 in einem zweiten Fahrzeug 32. Die Position des zweiten Fahrzeugs 32 ist hier willkürlich dargestellt und dient lediglich dazu, die übergeordneten Zusammenhänge der Vorrichtung 10 visuell darzustellen. Beispielsweise kann das zweite Fahrzeug 32 dem ersten Fahrzeug 12 begegnen, nachdem das erste Fahrzeug 12 bereits das Hindernis 18 passiert und detektiert hat. Ein Erfassungspfeil 34 in einem Erfassungsfeld 36 stellt diesen Erfassungsvorgang dar. Auf diese Weise kann eine aktuelle erste Position und wenigstens eine sich daran anschließende zweite Position dieses anderen ersten Verkehrsteilnehmers 30 erfasst werden. Die Vorrichtung 10 ist zudem mit einer Projektionsvorrichtung 38 dargestellt, welche ebenfalls mit der Steuer- und Recheneinheit 24 mit Auswerteprogramm 26 gekoppelt dargestellt ist. Diese Projektionsvorrichtung 38 ist dabei ausgelegt, die Gefahreninformationen auf wenigstens einen Wahrnehmungspunkt des wenigstens einen anderen ersten Verkehrsteilnehmers 30 zu projizieren, wobei eine aktuelle erste Position und wenigstens eine sich daran anschließende zweite Position des wenigstens einen anderen ersten Verkehrsteilnehmers 30 derart beim Projizieren mittels Steuervorgängen der Steuer- und Recheneinheit 24 berücksichtigbar sind, so dass sowohl in der ersten als auch in der wenigstens einen zweiten Position eine gezielte Bereitstellung der Gefahreninformationen an den wenigstens einen anderen ersten Verkehrsteilnehmer 30 gewährleistbar ist. In der 2 projiziert die Projektionsvorrichtung 38 gezielt und hochpräzise Gefahreninformationen auf ein Auge 40 des ersten anderen Verkehrsteilnehmers 30, wobei dieser Vorgang mittels eines ersten Projektionspfeils 42 dargestellt ist. Lediglich beispielhaft ist zudem ein zweiter anderer Verkehrsteilnehmer 44 dargestellt, wobei es sich dabei um einen Fußgänger ohne Fahrzeug handelt. Ein zweiter Projektionspfeil 46 deutet diesen Vorgang an. Die dargestellte Erfassungseinrichtung 28 kann diesen zweiten anderen Verkehrsteilnehmer 44 bereits zuvor erfasst haben, wobei in der Steuer- und Recheneinheit 24 diese Information entsprechend abgespeichert vorgehalten wird. Alle dargestellten Komponenten der Vorrichtung 10 sind ausgelegt, jeweils 360° um das erste Fahrzeug 12 herum entsprechend ihrer Funktion zu agieren. Dazu können jeweilige zusätzliche Bauteile der jeweiligen Komponenten vorgesehen sein, welche an den für die Abdeckung des 360°- Bereiches um das Fahrzeug 12 nötigen Positionen vorgehalten beziehungsweise angeordnet werden können.
-
3 zeigt eine schematische Darstellung von einem Fahrzeug 12, umfassend eine Vorrichtung 10 zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer vor Gefahrenstellen. Dabei handelt es sich beispielsweise um eine in 2 detailliert vorgestellte Vorrichtung 10, wobei diese Vorrichtung 10 ausgelegt ist, das Verfahren gemäß Ansprüchen 1 bis 8 auszuführen.
-
Bezugszeichenliste
-
- 10
- Vorrichtung
- 12
- erstes Fahrzeug
- 14
- Detektionseinrichtung
- 16
- benachbarte Fahrbahn
- 18
- Hindernis
- 20
- Detektionspfeil
- 22
- Detektionserfassungsfeld
- 24
- Steuer- und Recheneinheit
- 26
- Auswerteprogramm
- 28
- Erfassungseinrichtung
- 30
- erster anderer Verkehrsteilnehmer
- 32
- zweites Fahrzeug
- 34
- Erfassungspfeil
- 36
- Erfassungsfeld
- 38
- Projektionsvorrichtung
- 40
- Auge
- 42
- erster Projektionspfeil
- 44
- zweiter anderer Verkehrsteilnehmer
- 46
- zweiter Projektionspfeil
- 100
- Verfahrensdiagramm
- 110
- erster Verfahrensschritt - Detektion Gefahrenstelle
- 120
- zweiter Verfahrensschritt - Bereitstellung Gefahreninformationen
- 130
- dritter Verfahrensschritt - Erfassung anderer Verkehrsteilnehmer
- 140
- vierter Verfahrensschritt - Bereitstellung Verkehrsteilnehmerinformationen
- 150
- fünfter Verfahrensschritt - Projektion Gefahreninformationen