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Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft eine Kurvensteueranordnung für eine bogenführende Trommel oder einen bogenführenden Zylinder einer Bogen-Verarbeitungsmaschine, insbesondere einer Bogendruckmaschine, mit einem zu einem Rotationsachse der Trommel oder des Zylinders gleichachsig drehbar gelagerten Kurvenblock und einer nach Maßgabe der Radialprofilierung des Kurvenblocks gesteuerten Abgriffsmechanik zur Betätigung eines tommel- oder zylinderseitigen Bogenhaltesystems, wobei der Kurvenblock selektiv gestellseitig oder trommelseitig festlegbar ist.
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Derartige Systeme können beispielsweise bei einer Bogendruckmaschine Anwendung finden um dort eine Umschaltung zwischen einer ersten Betriebsart, z. B. einem Schöndruckmodus und einer zweiten Betriebsart, z. B. einem Widerdruckmodus zu ermöglichen.
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Aus
DE 103 47 154 A1 ist eine Kurvensteueranordnung für ein Bogenhaltesystem der oben genannten Art bekannt. Der Kurvenblock ist hier als zweispurig radial profiliertes Ringelement ausgebildet, das selektiv gestellseitig stationär oder am Zylinder zum Umlauf mit diesem festlegbar ist. Auf einer durch den Kurvenblock gebildeten Kurvenstruktur laufen ein erster und ein zweiter Nockenfolger einer zylinderseitigen Mechanik und betätigen diese nach Maßgabe der radialen Profilierung der Kurvenstruktur.
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Aufgabe der Erfindung
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Lösungen zu schaffen durch welche es möglich wird, die Umschaltung Kurvenblockes aus einem ersten Betriebsmodus mit gestellseitiger Festlegung und einem zweiten Betriebsmodus mit zylinderseitiger Koppelung vorteilhaft abzuwickeln.
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Erfindungsgemäße Lösung
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Die vorangehend genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Stelleinrichtung für eine Kurvensteueranordnung eines bogenführenden Zylinders mit:
- – einem Kurvenblock der sich um eine Zylinderachse herum erstreckt,
- – einer Lageranordnung, zur Lagerung des Kurvenblocks derart dass dieser um jene Zylinderachse drehbar ist,
- – einem Nockenfolger der zylinderseitig bewegbar angebunden ist und an einer durch den Kurvenblock gebildeten Lauffläche läuft, und
- – einer Halteeinrichtung zur Herbeiführung eines ersten Betriebsmodus in welchem der Kurvenblock gestellseitig festgelegt ist, wobei die Halteeinrichtung derart ausgebildet ist, dass die gestellseitige Festlegung des Kurvenblockes auf kraft- oder reibschlüssigem Wege erfolgt.
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Dadurch wird es auf vorteilhafte Weise möglich, bei einem bogenführenden Zylinder, oder einer entsprechenden Trommel den Kurvenblock präzise und spielfrei in einer geforderten Drehposition gestellseitig festzulegen, wobei im Falle eines Störereignisses der Kurvenblock ab Überschreiten eines definierten Haltemomentes ggf. weiterdrehen kann, ohne dass es hierbei zu Schäden an der Halteeinrichtung kommt.
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Die Halteeinrichtung ist hierbei vorzugsweise derart ausgebildet, dass diese eine Magneteinrichtung umfasst, zur Aufbringung einer die reibschlüssige Koppelung herbeiführenden normal zur Reibflächenpaarung gerichteten Aktivierungskraft auf magnetischem Wege. Gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst dabei die die Magneteinrichtung vorzugsweise eine Spuleneinrichtung sowie eine Permanentmagnetstruktur. Die Spuleneinrichtung kann dann derart ausgebildet sein, dass über diese das durch die Permanentmagnetstruktur generierte Feld temporär aufhebbar ist. Mit diesem Konzept wird es möglich, die Halteeinrichtung stromlos im Haltezustand zu betreiben und nur zur Umschaltung des Systems die Spuleneinrichtung kurzzeitig unter Spannung zu setzen.
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Die Magnetstruktur kann in vorteilhafter Weise derart gestaltet sein, dass diese eine radial zur Umlaufachse des Zylinders ausgerichtete Stirnfläche bildet, wobei dann diese Stirnfläche als Reibfläche fungiert. Die Stirnfläche kann hierbei als hochplane Fläche mit einer bestimmten Oberflächenrauhigkeit realisiert sein. Wobei diese Oberflächenrauhigkeit beispielsweise durch einen Partikelstrahlprozess herbeigeführt sein kann. Diese Oberfläche kann auch mit einer die reibschlüssige Koppelung der unter Wirkung des Magnetfeldes aneinander gezogenen Strukturen unterstützenden Beschichtung versehen sein, die nicht zwingend selbst aus einem magnetischen Werkstoff bestehen muss.
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Die erfindungsgemäße Halteinrichtung kann weiterhin in vorteilhafter Weise derart realisiert sein, dass diese mehrere Magneteinrichtungen aufweist, die in im wesentlichen gleicher Umfangsteilung um die Zylinderachse herum angeordnet und dabei dem Kurvenblock zugewandt sind.
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Es ist möglich, die Halteeinrichtung so auszubilden, dass die jeweilige Magneteinrichtung zunächst entlang einer zur Zylinderachse parallelen Achse axial verlagerbar ist. Die Magneteinrichtung kann damit zuerst in eine Position mit geringem Luftspalt zur magnetisch erfassbaren Gegenstruktur verbracht werden und dann in dieser Stellung mit großer Haltekraft an der Gegenstruktur angreifen. Diese Gegenstruktur kann unmittelbar durch die Kurvenscheibe oder auch durch an diese angebundene, ggf. ebenfalls axial verlagerbare magnetische Abschnitte oder Elemente realisiert werden.
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Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Aktivierung der Magneteinrichtungen zur gestellseitigen Festlegung des Kurvenblocks unter Erfassung der Drehposition des Kurvenblocks. Hierzu können entsprechende Signalgeber im Bereich der Halteinrichtung vorgesehen sein, so dass unmittelbar durch die Montage der Halteeinrichtung auch eine Integration jener Positionserfassungseinrichtung in die Maschine erfolgt.
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Es ist weiterhin möglich, die Halteeinrichtung so auszubilden, dass diese einen Stelltrieb umfasst, zur Veränderung der Drehposition des Kurvenblocks in gestellseitig festgelegtem Zustand oder im Rahmen der gestellseitigen Festlegung desselben.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die eingangs angegebenen Aufgabe erfindungsgemäß auch gelöst durch eine Kurvensteueranordnung eines bogenführenden Zylinders mit:
- – einem Kurvenblock der sich um eine Zylinderachse herum erstreckt,
- – einer Lageranordnung, zur Lagerung des Kurvenblocks derart dass dieser um jene Zylinderachse drehbar ist,
- – einem Nockenfolger der zylinderseitig bewegbar angebunden ist und auf einer durch den Kurvenblock gebildeten Lauffläche läuft, und
- – einer Halteeinrichtung zur Herbeiführung eines ersten Betriebsmodus in welchem der Kurvenblock gestellseitig festgelegt ist,
- – wobei die Halteeinrichtung derart ausgebildet ist, dass die gestellseitige Festlegung des Kurvenblockes auf magnetischem Wege unter Einsatz eines zwischen einer gestellseitigen Struktur und einer kurvenblockseitigen Struktur wirksamen Magnetfeldes erfolgt
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Kurzbeschreibung der Figuren
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Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung. Es zeigt:
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1 eine Schemadarstellung zur Veranschaulichung des Aufbaus einer erfindungsgemäßen Halteeinrichtung zur selektiven gestellseitigen Festlegung eines Kurvenblocks eines bogenführenden Zylinders, gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung mit einer gestellseitig bewegbar geführten Magnetstruktur;
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2 eine Schemadarstellung zur Veranschaulichung des Aufbaus einer erfindungsgemäßen Halteeinrichtung zur selektiven gestellseitigen Festlegung eines Kurvenblocks eines bogenführenden Zylinders, gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung mit einer gestellseitig fixierten Magnetstrukur und einem am Kurvenblock axial verschiebbar geführten Gegenstück.
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Ausführliche Beschreibung der Figuren
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Die Darstellung nach 1 zeigt in Form eines vereinfachten Axialschnitts den Aufbau einer erfindungsgemäßen Kurvensteueranordnung eines bogenführenden Zylinders mit einem Kurvenblock 1 der sich um eine Zylinderachse X1 herum erstreckt, mit einer Halteeinrichtung 2 zur Herbeiführung eines ersten Betriebsmodus in welchem der Kurvenblock 1 gestellseitig stationär festgelegt ist, wobei die Halteeinrichtung 2 derart ausgebildet ist, dass die gestellseitige Festlegung des Kurvenblockes 1 auf kraft- oder reibschlüssigem Wege erfolgt.
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Die Kurvensteuereinrichtung ist hierbei derart aufgebaut, dass die Halteeinrichtung 2 eine Magneteinrichtung 3 umfasst, zur Aufbringung einer die reibschlüssige Koppelung herbeiführenden Koppelungskraft auf magnetischem Wege. Die Magneteinrichtung umfasst eine Spuleneinrichtung und eine Permanentmagnetstruktur. Die Spuleneinrichtung ist derart ausgebildet, dass über diese das durch die Permanentmagnetstruktur generierte Feld temporär aufhebbar ist.
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Die Magnetstruktur bildet eine radial zur Umlaufachse X1 des Zylinders 4 ausgerichtete Stirnfläche 5, die als Reibfläche fungiert. Obgleich hier lediglich eine einzige Magneteinrichtung 3 dargestellt ist, sind vorzugsweise mehrere derartige synchron angesteuerte Magneteinrichtungen 3 vorgesehen, die in im wesentlichen gleicher Umfangsteilung um die Zylinderachse X1 angeordnet und dabei dem Kurvenblock 1 zugewandt sind.
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Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist die jeweilige Magneteinrichtung 3 entlang einer zur Zylinderachse parallelen Achse Y1 axial verlagerbar und damit auf eine seitens der Kurvenstruktur 1 vorgesehene magnetische Struktur hin verlagerbar.
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Die Aktivierung der Magneteinrichtungen 3 zur gestellseitigen Festlegung des Kurvenblocks 1 erfolgt unter Erfassung der Drehposition des Kurvenblocks 1 vermittels hier nicht weiter dargestellter Erfassungsorgane.
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Zu gestellseitigen Festlegung des Kurvenblocks 1 wird die Magneteinrichtung 3 zunächst entgegen der Kraft einer Rückstellfedereinrichtung 6 an den Kurvenblock 1 herangefahren. Die Magneteinrichtung 3 ist hierzu in einer gestellseitigen Führung 7 geführt. Sobald die Magneteinrichtung 3 die ihr zugewandte Seitenfläche des Kurvenblocks erreicht sitz die Stirnseite 5 der Magneteinrichtung 3 mit hoher Haltekraft auf dem Kurvenblock 1 auf und kontaktiert diesen damit reibschlüssig. Aufgrund der reibschlüssigen Kontaktierung und der radialspielfreien Führung der Magneteinrichtung 3 im Gestell 8 ist der Kurvenblock in diesem Zustand gestellseitig reibschlüssig drehfest festgelegt.
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Zu Aufhebung des Koppelungszustandes wird eine Spuleneinrichtung der Magneteinrichtung 3 aktiviert. Diese generiert kurzzeitig ein Magnetfeld das jenes durch die Permanentmagneteinrichtung aufgebaute Feld kompensiert. In diesem Zustand kann die Rückstellfedereinrichtung 6 einen Rücklauf der Magneteinrichtung 3 veranlassen und der Kurvenblock 1 kommt aus seinem gestellseitig festgelegten Zustand frei.
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Für das Ausführungsbeispiel nach 2 gelten die obigen Ausführungen sinngemäß. Diese Darstellung nach 2 zeigt ebenfalls in Form eines vereinfachten Axialschnitts den Aufbau einer erfindungsgemäßen Kurvensteueranordnung eines bogenführenden Zylinders 4 mit einem Kurvenblock 1 der sich um eine Zylinderachse X1 herum erstreckt, mit einer Halteeinrichtung 2 zur Herbeiführung eines ersten Betriebsmodus in welchem der Kurvenblock 1 gestellseitig stationär festgelegt ist, wobei die Halteeinrichtung 2 derart ausgebildet ist, dass die gestellseitige Festlegung des Kurvenblockes 1 auf kraft- oder reibschlüssigem Wege erfolgt.
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Die Kurvensteuereinrichtung ist hierbei derart aufgebaut, dass die Halteeinrichtung 2 eine Magneteinrichtung 3 umfasst, zur Aufbringung einer die reibschlüssige Koppelung herbeiführenden Koppelungskraft auf magnetischem Wege. Die Magneteinrichtung 3 umfasst eine Spuleneinrichtung und eine Permanentmagnetstruktur. Die Spuleneinrichtung ist derart ausgebildet, dass über diese das durch die Permanentmagnetstruktur generierte Feld temporär aufhebbar ist.
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Die Magnetstruktur bildet eine radial zur Umlaufachse X1 des Zylinders 4 ausgerichtete Stirnfläche 5, die als Reibfläche fungiert. Obgleich hier lediglich eine einzige Magneteinrichtung 3 dargestellt ist, sind vorzugsweise mehrere derartige synchron angesteuerte Magneteinrichtungen 3 vorgesehen, die in im wesentlichen gleicher Umfangsteilung um die Zylinderachse X1 angeordnet und dabei dem Kurvenblock 1 zugewandt sind.
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Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist die jeweilige Magneteinrichtung 3 gestellseitig fixiert. In der Kurvenstruktur 1 ist ein magnetisch erfassbares Halteorgan 3a entlang einer zur Zylinderachse parallelen Achse Y1 axial verlagerbar geführt und damit auf die gestellseitig fixierte Magneteinrichtung 3 hin verlagerbar.
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Die Aktivierung der Magneteinrichtungen 3 zur gestellseitigen Festlegung des Kurvenblocks 1 erfolgt unter Erfassung der Drehposition des Kurvenblocks 1 vermittels hier nicht weiter dargestellter Erfassungsorgane.
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Zu gestellseitigen Festlegung des Kurvenblocks 1 wird die Magneteinrichtung 3 aktiviert. Unter der Wirkung der Magnetkraft fährt zunächst entgegen der Kraft einer Rückstellfedereinrichtung 6 das im Kurvenblock 1 geführte magnetisch erfassbare Halteorgan 3a an die Stirnfläche 5 der Magneteinrichtung 3 heran und wird dabei reibschlüssig an dieser fixiert. Sobald die Magneteinrichtung 3 die ihr zugewandte Stirnfläche 5 sitz die Stirnseite des Halteorgans 3a mit hoher Haltekraft auf der Magneteinrichtung 3 auf und kontaktiert diesen damit reibschlüssig. Aufgrund der reibschlüssigen Kontaktierung und der radialspielfreien Führung des Halteorgans 3a im Kurvenblock 1 ist dieser in diesem Zustand gestellseitig reibschlüssig drehfest festgelegt.
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Zu Aufhebung des Koppelungszustandes wird eine Spuleneinrichtung der Magneteinrichtung 3 derart aktiviert, dass das die Koppelung herbeiführende Feld kurzzeitig aufgehoben wird. In diesem Zustand kann die Rückstellfedereinrichtung 6 einen Rücklauf des Halteorgans 3a veranlassen und der Kurvenblock 1 kommt aus seinem gestellseitig festgelegten Zustand frei.
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Das Halteorgan 3a ist derart ausgebildet, dass über dieses auch eine formschlüssige Koppelung der Trommel 4 mit dem Kurvenblock 1 herbeiführbar ist. Hierzu ist an der Trommel 4 eine Mitnehmergeometrie 4a ausgebildet die mit einem Abshnitt des Halteorgans 3a in Eingriff bringbar ist. Dieser Eingriffszustand wird hier durch die Rückstellfeder 6 herbeigeführt und unterstützt.
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Über die axiale Verlagerung des Bauteils 3a wird zugleich auch die Ab- und Ankoppelung von bzw. an die Trommel bewerkstelligt. Diese Doppelfunktion des Halterorgans 3a stellt sicher, dass der Kurvenblock 1 nicht gleichzeitig am Gestell 8 und an der Trommel 4 festgelegt werden kann.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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