-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schutz von mit abrasiven Feststoffen,
aggressiven Dämpfen
und Kondensaten dynamisch beaufschlagten Oberflächen aus Stahl-, Aluminium-
oder Kupferblech oder Blech aus deren Legierungen, Kunststoff o.
dgl., beispielsweise Abluftkanäle,
bei dem auf die Oberfläche
ein lösemittelfreies
Gemisch aus Epoxidharz auf Bisphenol A und/oder Bisphenol F-Basis, Glycidether
als Reaktivverdünner,
einem Härtungsmittel
auf Basis eines Aminadduktes aus einem Polyamin und/oder aus Basisaminen
mit primären,
sekundären
und tertiären
Aminogruppen, Füllstoffen und
Additiven durch Spachteln, Streichen, Rollen oder Spritzen aufgebracht
und bei mindestens 15°C zur
Reaktion gebracht wird.
-
Die
Erfindung betrifft weiterhin Beschichtungen für von mit abrasiven Feststoffen,
aggressiven Dämpfen
und Kondensaten dynamisch beaufschlagten Oberflächen aus Stahl-, Aluminium-
oder Kupferblech oder Blech aus deren Legierungen, Kunststoff o.
dgl., beispielsweise Abluftkanäle,
mit einem durch Spachteln, Streichen, Rollen oder Spritzen auf eine mit
einem Ölfilm
versehene, unvorbereitete Metalloberfläche aufgebrachten Gemisch aus
Epoxidharz auf Bisphenol A und/oder Bisphenol F-Basis, Glycidether
als Reaktivverdünner,
einem Härtungsmittel auf
Basis eines Aminadduktes aus einem Polyamin und/oder aus Basisaminen
mit primären,
sekundären und
tertiären
Aminogruppen, Füllstoffen
und Additiven,
-
Stand der Technik
-
Beim
Lackieren von Karosserieteilen werden bekanntlich überschüssig im
Sprühnebel
befindliche Partikel des Lackier- und Beschichtungsstoffes mittels
Wasser ausgewaschen und die Spitzkabinenabluft durch Ventilatoren
in aus Kanalabschnitten zusammengesetzte Abluftkanäle aus verzinktem
Stahl- oder Edelstahlblech mit einer Dicke von 2 bis 3 mm abgeführt. Die
Abluftkanäle
setzen sich aus 2 bis 3 m langen Kanalsegmenten zusammen, die an
ihren Stoßstellen
mittels Flanschverbindungen verbunden und entsprechend abgedichtet
sind.
-
Die
feuchte Abluft strömt
vor ihrem Eintritt in die Abluftkanäle zunächst an Kaskadenblechen entlang
und durchströmt
dann einen Keramikfilter, um den Feuchtigkeitsgehalt in der Abluft
zu senken und nicht vom Wasser aufgenommene Partikel herauszufiltern.
Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen
enthält die
Abluft immer noch einen erheblichen Feuchtegehalt und ist nicht
frei von chemisch aggressiven Lösungsmitteln,
Beizrückständen und
abrasiven Feststoffen. Der pH-Wert des in der Abluft enthaltenen Kondensats
pendelt zudem zwischen dem basischen und sauren Bereich, so dass
die Abluftkanäle
ständig unterschiedlichen chemischen
und mechanischen Beanspruchungen unterworfen werden. Dies führt nach
kurzer Zeit zur Zerstörung
der Abluftkanäle,
insbesondere werden die Flanschverbindungen und deren Dichtungen
zersetzt, wodurch Undichtigkeiten an den Abluftkanälen entstehen,
die einen unkontrollierten Austritt von Kondensat zur Folge haben.
Die Abluftkanäle
müssen
daher ständig
gewartet und instand gesetzt oder sogar erneuert werden.
-
Aus
der
DE 27 26 269 A1 und
der
DE 27 59 744 B1 ist
eine wässrige
Epoxidharzemulsion und deren Verwendung für den Korrosionsschutz, insbesondere
von großflächigen Stahlbauteilen,
beispielsweise Stahlbrücken,
Lagerbehälter,
Schiffe u. a. bekannt, die aus einem flüssigen Epoxidharz auf der Basis
Bisphenol A und/oder Bisphenol F, einem Reaktivverdünner auf
der Basis eines Di- oder Triglycidylethers, wobei das Gewichtsverhältnis von
Epoxidharz zu Reaktivverdünner
75 bis 95 zu 25 bis 5 beträgt,
einem Härtungsmittel
auf der Basis eines Aminadduktes aus einem Polyamin, das mindestens zwei
primäre
oder eine primäre
und eine sekundäre Aminogruppe
enthält,
und einer Epoxidverbindung, üblichen
Korrosionsschutzpigmenten, Füllstoffen
und ggf. Hilfsmitteln besteht. Als Korrosionsschutzpigmente kommen
Bleichromat, vorzugsweise Bleisilichromat und Zink-Phosphor-Oxid-Komplexe,
als Füllstoffe
Schwerspat, Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Calciummagnesiumcarbonat
und Quarzmehl zum Einsatz. Die Stahloberfläche wird durch Wasserstrahlen
von Korrosionsrückständen oder
sonstigen Verunreinigungen befreit und die nasse Stahloberfläche mit
der zuvor beschriebenen wässrige
Epoxidharzemulsion beschichtet.
-
Diese
bekannte Vorbehandlung ist für
dünnwandige
Abluftkanäle,
die beispielsweise Bestandteil einer Lackieranlage sind, nicht einsetzbar,
weil einerseits das Wasserstrahlen infolge enorm hohen Wasserdruckes
zur Zerstörung
der Kanäle
führt und
andererseits Wasser in die Lackieranlage gelangen kann, was Störungen in
der Lackieranlage nach sich zieht.
-
Des
weiteren unterliegen die dünnwandigen Metallwände des
Abluftkanals einer ständigen
dynamischen Beanspruchung durch den anstehenden Unter- und Überdruck
der mit Feststoffen und aggressiven Medien beladenen Abluft, was
zum Flattern der Wände
führt.
Die Beschichtung wird dadurch permanent einer Wechselbeanspruchung
durch Biegung ausgesetzt. Zugleich treffen die in der Abluft enthaltenen
Partikel auf die Beschichtung der Innenwände des Kanals auf, wodurch
ein abrasiver Abtrag des Beschichtungsmaterials entsteht, der insbesondere
im Bereich der Flanschverbindungen zur Zerstörung der Flanschdichtung führt. Durch
den abrasiven Angriff und die ständige
dynamische Beanspruchung ist diese bekannte Beschichtung innerhalb kürzester
Zeit abgetragen oder sie löst
sich infolge unzureichender Haftfähigkeit vom Untergrund. Deshalb
ist diese bekannte wässrige
Epoxidharzbeschichtung nicht für
den Schutz von Abluftkanälen geeignet.
-
Aus
der
DE 197 26 263
A1 ist ein Zweikomponenten-Beschichtungsmittel auf Epoxidharz-Basis für zementgebundene
Untergründe
bekannt, dessen Harzkomponente A aus 16 bis 80 Gew.-% eines Epoxidharzes,
bis zu 30 Gew.-% eines Reaktivverdünners, bis zu 70% eines Füllstoffes
sowie bis 20 Gew.-% an sonstigen Zusätzen wie Pigmente, Additive
und Extender und dessen Härterkomponente aus
20 bis 50 Gew.-% m- Xylylendiamin,
bis zu 40 Gew.-% eines Adduktierharzes, bis 50 Gew.-% eines Extenders
sowie bis 10 Gew.-% eines Beschleunigers enthält, wobei die Komponenten A
und B im Molverhältnis
1:0,8 bis 1:2 vorliegen.
-
Dieses
bekannte Beschichtungssystem kommt für Industrieböden, Lager-
und Verkehrsflächen
zum Einsatz und erreicht Schichtdicken von bis zu 50 mm. Bereits
die als vorteilhaft herausgestellten Dicken von 2000 bis 4000 μm dieses
bekannten Beschichtungsmittels erreichen Flächengewichte, die für einen
Einsatz an dünnwandigen
Metallblechen zu einer unverhältnismäßig hohen
Flächenlast
des Abluftkanals führen
und daher ebenso nicht für
Abluftkanäle
in Betracht kommen. Außerdem
erfordert auch diese bekannte Beschichtung eine auf die Natur und die
Art des Untergrundes entsprechend angepasste Vorbehandlung.
-
Ferner
sind Beschichtungssysteme auf der Basis von Epoxidharzen bekannt,
die härtbare
Zusammensetzungen von Epoxidharzen und 3(4)-(Aminomethyl)-cyclohexan-propanamin
und 1,4(5)-Cyclooctandimethanamin (
DE 10 2004 024 439 A1 ),
Bodenbeschichtungen aus einer elektrisch leitfähigen Grundierungsschicht und
einer elektrisch leitfähigen flüssigkeitsdichten
Deckschicht (
DE 103
00 459 A1 ), elastische Epoxidharz-Härter-Systeme (
DE 44 10 786 A1 ) und zweikomponentige
Epoxidharzzusammensetzungen für
Automobilkonstruktionen (
US 2005/0143496 A1 ) umfassen.
-
Aufgabenstellung
-
Bei
diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren und eine Beschichtung zum Schutz von dünnwandigen
Oberflächen
zur Verfügung
zustellen, die weitgehend ohne Vorbehandlung der metallischen Oberflächen auskommen
und ein geringes Flächengewicht
für die Beschichtung
bei hoher dynamischer, chemischer und abrasiver Beanspruchung trotz
weitgehender Lösemittel-
und Wasserfreiheit kostengünstig
erreichen.
-
Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Gattung
mit den kennzeichnenden Merkmalen der Ansprüche 1 und 8 und durch eine
Beschichtung mit den Merkmalen der Ansprüche 17 und 18 gelöst.
-
Vorteilhafte
Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Verfahren und der Beschichtung
sind den Unteransprüchen
entnehmbar.
-
Die
erfindungsgemäße Lösung zeichnet
sich durch ein Verfahren aus, dessen Beschichtungsmittel mit dem
verarbeitungsbedingten Ölfilm
auf der Metalloberfläche
ein gemeinsames Schutzsystem mit einem geringen Flächengewicht
bildet, das eine außerordentlich
hohe Haftfestigkeit am Untergrund trotz permanenter dynamischer
Beanspruchung mit hohem Verschleißwiderstand und chemischer
Beständigkeit
kombiniert, wodurch dünnwandige
Metallteile eine exzellente Resistenz gegen mit abrasiven Feststoffen,
aggressiven Dämpfe
und Kondensaten beladene Abluft erreichen.
-
Das
Schutzsystem besitzt eine exzellente Haftfähigkeit auch bei verarbeitungsbedingt
veröltem Untergrund
von bis zu 11,0 N/mm2. Selbst durch Hochdruckstrahlen
mit Kaltwasser bei Drücken
von bis zu 1600 bar gelingt es nicht, das Schutzsystem abzutragen
oder zu unterwandern.
-
Von
besonderem Vorteil ist, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
ein abriebfestes, chemisch beständiges,
hoch haftfähiges
und zugleich bis zu 25 kV elektrisch durchschlagsicheres System
erzeugbar ist, welches den besonderen komplexen Einsatzbedingungen
in dynamisch beanspruchten Metallflächen, beispielsweise Abluftkanäle von Lackieranlagen,
vollumfänglich
gerecht wird.
-
Die überragenden
mechanischen, chemischen und elektrischen Eigenschaften des 350
bis 600 μm
dicken Einstoffsystems resultieren aus der überraschenden Kombination eines
auf der Metalloberfläche
nicht entfernten Ölfilms
mit einem lösemittelfreien
Gemisches aus Epoxidharzgemischen, Additiv- und Füllstoffgemischen,
wobei in der Rezeptur gegenüber
den Stand der Technik auf eine Lösemittelzugabe
und Zugaben auf wasserbasierenden und damit diffusionsoffenen, nicht
volumenkonstanten Inhaltsstoffen verzichtet wird.
-
Die
hohe elektrische Durchschlagsicherheit des Schutzsystems ermöglicht es,
die Lebensdauer von Tauchbecken für die kathodische Tauchlackierung
erheblich zu verlängern.
Auch bei dynamischer Beanspruchung des Ein- oder Zweischichtsystems
bleiben die hervorragenden mechanischen, chemischen und elektrischen
Eigenschaften erhalten.
-
Weitere
Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.
-
Ausführungsbeispiel
-
Die
Erfindung soll nachstehend an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
-
Die 1 bis 3 zeigen
mechanische Eigenschaften des erfindungsgemäßen Schutzsystems.
-
Beispiel 1:
-
Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
soll auf die innere Oberfläche
eines aus 2 mm dicken verzinktem Stahlblech bestehenden Abluftkanals
mittels einer Zweikomponenten-Spritzanlage
ein Schutzsystem aus einem einlagigen Schutzsystem mit einer Schichtdicke
von 400 μm
ohne irgendeine Vorbereitung der Oberfläche aufgebracht werden. Die
Oberfläche
des Stahlblechs ist verarbeitungsbedingt beidseitig mit einem dünnen Film
aus anhaftenden Öl
von geringer Dicke beschichtet. Der aufgebrachte Ölfilm besteht
regelmäßig aus
leichtem Mineralöl
mit Kohlenwasserstoff-Ketten
unterschiedlicher Länge.
Die Beschichtungsmenge beträgt
ca. 0,7 g/m2 bei leichter Verölunng und
1,2 g/m2 bei üblicher Verölung. Dies entspricht etwa
einer Ölschichtdicke
von ungefähr 0,09
bis 0,15 μm.
Der mittlere Rauwert Ra der zu beschichtenden Oberfläche erreicht
Werte von 0,6 bis 1,9 μm.
-
Bei
der Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
kommt eine Formulierung zur Anwendung, die sich aus den nachfolgend
näher beschriebenen
Komponenten A und B zusammensetzt.
-
Die
Komponente A enthält
31,0 Gew.-% Bisphenol A-(epichlorhydrin)
mit einem mittleren Molekulargewicht von ≤ 700, 11,0 Gew.-% Bisphenol F-(epichlorhydrin)
mit einem mittleren Molekulargewicht ≤ 700, 3,0 Gew.-% Epoxidharz (A/F)addukt
mit Phenolharz, 14,0 Gew.-% 6-hexanedioldiglycidether, 3,0 Gew.-%
p-tert-Butylphenylglycidylether,
1,0 Gew.-% Polypropylenglykoldiglycidether, 18,0 Gew.-% Quarzmehl,
3,0 Gew.-% Chlorit- Quarz-Glimmer,
5,0 Gew.-% Magnesiumsilikat, 2,0 Gew.-% Magnesiumaluminiumsilikat,
4,0 Gew.-% amorphes Magnesiumsilikathydrat, 2,4 Gew.-% Titandioxid,
0,3 Gew.-% hochdisperse Kieselsäure,
0,7 Gew.-% unbehandelte pyrogene Kieselsäure, 0,1 Gew.-% quaternäre Ammoniumverbindung,
0,5 Gew.-% silikonfreie schaumzerstörende Polymere, 0,2 Gew.-%
polyethermodifiziertes Copolymer, 0,1 Gew.-% Dispergieradditiv und
0,7 Gew.-% Benetzungsadditiv.
-
Die
Komponente B beinhaltet als Härter
2,4 Gew.-% eines Adduktes aus Aminen mit Phenolharzen, 8,5 Gew.-%
Benzylalkohol, 9,6 Gew.-% Isophorondiamin, 0,8 Gew.-% 3,6-diazaoctanethylendiamin, 0,2
Gew.-% N,N- Dimethyl-1,3-diaminoropan,
0,3 Gew.-% 4,4'-Isopropylidenediphenol,
0,1 Gew.-% 2-piperazin-1-ylethylamin, 2,4 Gew.-% Polyaminoamid,
0,9 Gew.-% p-tert-Butylphenol, 0,4 Gew.-% Trimethylhexamethylendiamin,
als Füllstoffe
45,6 Gew.-% Quarzmehl, 15 Gew.-% Magnesiumsilikat, 8 Gew.-% Chlorit-Quarz-Glimmer und
1 Gew.-% Magnesiumaluminiumsilikat und als Additive 0,3 Gew.-% hochdisperse
Kieselsäure,
0,5 Gew.-% silikonfreie, schaumzerstörende Polymere, 1,1 Gew.-%
unbehandelte pyrogene Kieselsäure,
0,5 Gew.-% Dispergieradditiv und 2,4 Gew.-% Benetzungsadditiv.
-
Das
Mischungsverhältnis
von Komponente A zu B für
das aufzubringende Gemisch beträgt
1:1 Volumenteile. Das so formulierte Gemisch wird auf die leicht
verölte
innere Metallfläche
des Abluftkanals gleichmäßig bis
zu einer Dicke von 400 μm
aufgespritzt und dort zur Reaktion gebracht. Es bildet mit dem auf
der Metallfläche
abgeschiedenen Ölfilm
eine innige gemeinsame Schicht, bei der völlig überraschend die Bestandteile
des Öls
während
der Reaktionsphase in die Polymermatrix eingebaut und gebunden werden.
Dadurch kann das Öl
auf der Oberfläche
nicht mehr trennend wirken, sondern es entsteht ein unmittelbarer
Haftkontakt zur Metalloberfläche.
Die Harz-Härter-Kombination
bewirkt darüber hinaus
mit ihrem Polyamino-Bestandteilen eine Kontakthaftung auch zu nichtporigen
Oberflächen.
Die zugegebenen Additive erzielen eine Herabsetzung der Oberflächenspannung,
so dass eine effektive Wechselwirkung zwischen dem Schutzsystem
und der Metalloberfläche
stattfinden kann. Nicht in die Polymermatrix eingebundene Gruppen
wie Aminogruppen aus der Härterformulierung
oder Oxirangruppen aus dem Epoxidharz bzw. den Reaktivverdünnern bewirken
ebenso eine Wechselwirkung zur Metalloberfläche. Diese verschiedenen Effekte
wirken synergistisch zusammen und führen zu der völlig überraschenden
Eigenschaft einer nicht für
möglich
gehaltenen Haftfestigkeit auf verölten Metalloberflächen. Es
können
die aufwändigen
Entfettungsarbeiten und eine weitere Oberflächenvorbereitungen entfallen.
-
Durch
die Kombination von Öl
mit dem formulierten Gemisch entsteht ein einlagiges Schutzsystem,
das trotz seiner geringen Auftragsdicke von nur 400 μm bei ursprünglich beibehaltener
Rauheit der Metalloberfläche
eine äußerst hohe
Haftfestigkeit zwischen 7,0 und 11,0 N/mm2 unter
dynamischer Beanspruchung, hohe Chemiekalienbeständigkeit und Abriebfestigkeit
erreicht.
-
Die 1 bis 3 zeigen
Beispiele der erreichten mechanischen Eigenschaften des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
erzeugten einlagigen Schutzsystems aus Haftscher-, Stauch- und Biegeversuchen.
-
Hochdruckstrahlversuche
mit Kaltwasser bei Druck zwischen 150 und 1600 bar ergaben selbst
bei rotierendem Wasserstrahl kein Hinterwandern des aufgetragenen
einlagigen Schutzsystems.
-
Das
einlagige Schutzsystem ist gegenüber Säuren, beispielsweise
Salzsäure,
Schwefelsäure Phosphorsäure, Essigsäure, Laugen
wie Natronlauge, Lösungsmittel
beispielsweise Benzin, Butylacetat, Butyldiglykolacetat, i-Propanol, Toluol
sicher beständig.
-
Hochspannungsisolationsprüfungen am
erfindungsgemäßen Schutzsystem
haben über
den gesamten geprüften
Oberflächenbereich
eine Durchschlagsicherheit bis mindestens 25 kV auch bei Einwirkung
von elektrolytischen Flüssigkeiten
ergeben.
-
Beispiel 2
-
Auf
die leicht verölte,
innere Oberfläche
eines Abluftkanals aus verzinktem Stahlblech soll mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
ein zweilagiges Schutzsystem nacheinander durch Rollen aufgebracht
werden. Das zweilagige Schutzsystem umfasst als erste Lage eine
elastische Haftschicht, die auf die Oberfläche des unbehandelten, leicht
verölten
verzinkten Stahlblechs aufgetragen wird. Die Dicke der ersten Lage
soll mindestens 300 μm
betragen. Die Formulierung für
die erste Lage besteht aus zwei Komponenten, C1 und D1, die nachfolgend
näher erläutert werden.
-
Die
Ausgangsmaterialien für
die Komponente C1 sind: ein Epoxidharzgemisch aus 23,0 Gew.-% eines
aus Bisphenol-A-(epichlorhydrin)
und 9,0 Gew.-% Bisphenol-F-(epichlrohydrin) jeweils mit einem mittleren
Molekulargewicht ≤ 700,
0,8 Gew.-% Propylencarbonat, ein Verdünnergemisch aus 8,0 Gew.-%
1,6-hexane-dioldiglycidether,
3,0 Gew.-% Glycidylether, ein Füllstoffgemisch
aus 25,1 Gew.-% Quarzmehl, 3,0 Gew.-% Chlorit-Quarz-Glimmer, 10,0 Gew.-%
Magnesiumsilikate, 3,0 Gew.-% Magnesiumaluminiumsilikat und 10,0
Gew.-% Titandioxid und ein Additivgemisch aus 0,5 Gew.-% hochdisperse
Kieselsäure,
2,0 Gew.-% unbehandelte pyrogene Kieselsäure, 1,5 Gew.-% quaternäre Ammoniumverbindung,
0,2 Gew.-% silikonfreie Lösung
schaumzerstörender
Polymere, 0,4 Gew.-% polyethermodifiziertes Copolymer, 0,2 Gew.-%
Dispergieradditiv und 0,3 Gew.-% Benetzungsadditiv.
-
Die
Komponente D1 umfasst eine Formulierung aus 2,4,6-Tri-(dimethylaminomethylphenol),
9,5 Gew.-% Benzylalkohol, 9,5 Gew.-% Isophorondiamin, 3,6-diazaoctanethylenediamin,
2,4 Gew.-% N,N-Dimethyl-1,3-diaminoropan,
25,0 Gew.-% 2-piperazin-1-ylethylamine, 10,0 Gew.-% Polyetheramin, 2,3
Gew.-% m-Xylilendiamin, 25,0 Gew.-% Polyaminoamid, 2,1 Gew.-% p-tert-Butylphenol,
2,0 Gew.-% Trimethylhexamethylendiamin, 0,5 Gew.-% silikonfreie
schaumzerstörende
Polymere, 0,2 Gew.-% Benetzungsadditiv und 6,7 Gew.-% eines Adduktes
aus Aminen mit Phenolharzen.
-
Das
Mischungsverhältnis
der Komponenten C1 zu D1 beträgt
5:1 Gewichtsteile. Das so vorbereitete Gemisch wird bei Temperaturen
von 20°C
mittels Rollen auf die leicht verölte Metalloberfläche aufgetragen
und zur Reaktion gebracht. Die Kohlenstoffverbindungen der Ölschicht
werden vom Gemisch aufgenommen und gebunden, so dass eine gemeinsame
Haftbrücke
zur Metalloberfläche
erhalten wird, die insbesondere bei flatternden bzw. ein- oder ausbeulenden
Wänden
der Abluftkanäle
eine ausgezeichnete Haftfestigkeit erreicht. Die erzielte Haftfestigkeit
betrug durchschnittlich 7,63 N/mm2.
-
Nach
Aushärtung
der ersten Lage bzw. Haftbrücke
wird die zweite Lage als Versiegelungsschicht in einer Dicke von
150 μm auf
die erste Lage ebenfalls durch Rollen aufgetragen.
-
Die
Formulierung der chemisch beständigen und
abrasiv Widerstandsfähigen
Siegelschicht besteht ebenso wie die Haftschicht aus zwei Komponenten,
C2 und D2. Die Komponente C2 enthält ein Epoxidharzgemisch aus
55,0 Gew.-% eines aus Bisphenol-A-(epichlorhydrin) und 24,0 Gew.-%
Bisphenol-F-(epichlrohydrin) jeweils mit einem mittleren Molekulargewicht ≤ 700, ein
Verdünnergemisch
aus 4,9 Gew.-% Glycidether, 12,0 Gew.-% p-tert-Butylphenylglycidether, 3,0 Gew.-% Polypropylenglykoldiglycidether
und ein Additivgemisch aus 0,2 Gew.-% silikonfreie schaumzerstörende Polymere,
0,6 Gew.-% polyethermodifiziertes Copolymer, 0,3 Gew.-% Benetzungsadditiv.
-
Die
Komponente D2 beinhaltet 14,0 Gew.-% Benzylalkohol, 20,0 Gew.-%
Isophorondiamin, 8,0 Gew.-% 3,6-diazaoctanethylenediamin,
23,4 Gew.-% m-Xylilendiamin, 9,0 Gew.-% Polyetheramin, 8,0 Gew.-%
4,4'-Isopropylidenediphenol,
2,4 Gew.-% p-tert-Butylphenol, 2,0 Gew.-% Salicylsäure, 9,0 Gew.-%
Trimethylhexamethylendiamin, 4,0 Gew.-% adduktierter epoxidgruppenhaltiger
Ester und 0,2 Gew.-% Benetzungsadditiv.
-
Das
Mischungsverhältnis
der Komponenten C zu D beträgt
2:1 Volumenteile.
-
Die
Siegelschicht zeigt selbst nach zweimonatigem Rühren mit Quarzsand mit einer
Körnung von
0,1 bis 0,3 mm in Phosphatierlösung
bei 60 bis 70°C
keinen nennenswerten Abrieb, wobei sogar der Glanz der Schicht erhalten
bleibt.
-
Die
mechanischen, chemischen und elektrischen Eigenschaften entsprachen
denen des Beispiels 1.
-
Das
mit erfindungsgemäßen Verfahren
aufgebrachte Schutzsystem erfordert einen geringen Wartungsaufwand,
lässt sich
nutzerfreundlich reinigen und ist gegenüber bekannten Werkstoffen stärker belastbar.
Es besitzt eine lange Lebensdauer, ohne dass sich die Eigenschaften
wesentlich ändern.
-
Das
Schutzsystem ist einfach verarbeitbar und lässt sich problemlos je nach
den Erfordernissen durch Spachteln, Streichen, Rollen oder Spritzen
auf die zu schützenden
Oberflächen
aufbringen. Der Untergrund sollte frei von losen oder trennend wirkenden
Substanzen wie Rost oder sonstige Anlaufschichten sein. Die optimalen
Verarbeitungstemperaturen liegen bei 20°C.
-
Mit
dem erfindungsgemäßen Schutzsystem ist
es möglich,
hochwertige Edelstahlbleche wie V2A bzw. V4A, Aluminium- oder Kupferbleche
oder Bleche aus deren Legierungen durch verzinkten oder feueraluminierten
unlegierten Stahl zu ersetzen. Anwendungen findet das erfindungsgemäße Schutzsystem
vor allem im Anlagenbau, beispielsweise in Lüftungskanälen für Lackieranlagen, die nach
dem Sprühverfahren
arbeiten.
-
Weitere
Einsatzgebiete des erfindungsgemäßen Schichtsystems
sind der Schutz von dynamisch beanspruchten Metallteilen vor chemisch
aggressiven und/oder abrasiven Medien in bestehenden Anlagen, deren
Sanierung und Abdichtung.
-
Die
exzellenten elektrischen Eigenschaften des erfindungsgemäßen Schutzsystems
ermöglichen
des Weiteren den Einsatz als Beschichtungsmasse zum Schutz von metallischen
Behältern,
beispielsweise Tauchbecken für
die kathodische Tauchlackierung, oder den Einsatz als Metallklebstoff.