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Ausgabeapparat für variable Mischungen von zwei oder mehr Flüssigkeiten,
insbesondere Kraftstoffgemischen Die Erfindung bezieht sich auf einen Flüssigkeitsausgabeapparat
und insbesondere auf solche Apparaturen, die zur Ausgabe von bestimmten Mischungen
zweier verschiedener Flüssigkeiten dienen, wie z. B. für Kraftstoffe von verschiedenen
Oktanzahlen (OZ).
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Ein Erfindungsgegenstand betrifft die Bereitstellung eines Ausgabeapparates,
welcher sowohl die Kosten als auch die Menge des verabreichten Flüssigkeitsgemisches
anzeigt.
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Ein weiterer Erfindungsgegenstand betrifft eine Ausbildung der Apparatur.
derart, daß die Anzeige der Kosten der verausgabten Flüssigkeitsmischungen unbedingt
genau den tatsächlichen -#"erhältnisseti entspricht und unmittelbar durch die wirklich
abgegebenen :Mengen jeder einzelnen Flüssigkeitskomponente bewirkt wird, so daß
für den Abnehmer volle Sicherheit besteht, nur das zu bezahlen, was er tatsächlich
erhält.
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Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf eine Apparatur, welche den
Preis für die Einheit jeder der Flüssigkeiten, die miteinander gemischt abgegeben
werden sollen, angibt und außerdem zugleich auch die Kosten der Einheit des verausgabten
Flüssigkeitsgemisches.
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Sodann betrifft die Erfindung eine Apparatur dieser Art, die vornehmlich
zur Abgabe von Kraftstoffen bestimmt ist, welche unterschiedliche Oktanzahlen besitzen,
wobei die OZ der jeweils gewünschten Mischung zugleich mit dem Preis der Meßeinheit
des Gemisches angezeigt wird.
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Wieder ein anderer Erfindungsgegenstand bezieht sich auf die .Ausgestaltung
und Herstellung einer solchen Apparatur, die preiswert, sehr genau arbeitend und
robust ist und leicht bei allgemeinen Preisänderungen diesen angepaßtwerden kann.
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Außerdem betrifft die Erfindung auch eine automatische und dauernde
Registrierung der gesamt abgegebenen Mengen der einzelnen zu mischenden Flüssigkeiten
sowie deren einzelne Kosten.
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Schließlich erstreckt sich die Erfindung auch darauf, eine Sicherung
dagegen zu geben, daß bei der Ausgabe großer Mengen der einen Flüssigkeit ein Rückfluß
in die Leitung der anderen Flüssigkeit erfolgen kann, so daß also jede Verunreinigung
der Leitung der zweiten Flüssigkeit mit Anteilen aus der ersten Leitung sicher vermieden
wird.
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Diese Aufgaben -,verden vornehmlich dadurch gelöst, daß der Ausgabeapparat
für die Kraftstoffgemische, welcher getrennte Leitungswege für die einzelnen Flüssigkeiten
mit je einer Pumpe und einem Regelventil sowie eine Regelvorrichtung zur Einstellung
des gewünschten Gemisches besitzt, erfindungsgemäß in jedem der Leitungswege außer
der Pump.: und den Regelventilen ein Meßgerät aufweist, dessen Zählwelle mit einem
Variator gekuppelt ist und beide Variatoren über ein Differential ein Registriergerät
betätigen.
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Es sind bereits, wenn auch in ganz anders gearteter mechanischer Ausbildung,
Ausgabeapparate für zwei oder mehr Flüssigkeiten bekanntgeworden, bei welchen durch
einen Wähler das Mischungsverhältnis gleichfalls in bestimmtem 'Umfange eingestellt
wird. Diese besitzen als Regelorgan aber keine Ventile wie nach der erfindungsgemäßen
Ausbildung. Mit den bekannten Ausführungen ist aber nur die Zumischung einer Komponente
zu einer Grundkomponente zu erreichen, wie etwa ein geringer Ölzusatz zu einer normal
zu verabfolgenden Menge. Dabei müssen die einzelnen Mengen stets von Hand getrennt
eingestellt werden. Es ist aber nicht möglich, die Mischanteile von Null bis zu
weiten Überschneidungen zu variieren, da hierzu kein Antrieb bei extremen Einstellungen
umseitig vorhanden ist. Diese Geräte sind nicht in der Lage, eine Veränderung der
Mischanteile, wie nach der Erfindung, durchzuführen.
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Weitere Einzelheiten des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der
nachstehenden Beschreibung und der beispielsweisen Darstellung in den Fig. 1 bis
6; es zeigt Fig. 1 eine Ansicht des Apparates, wobei ein Teil des Gehäuses zur Darstellung
der normalerweise nicht sichtbaren Apparatteile entfernt ist,
Fig.
2 eine Draufsicht auf die Apparatur in Richtung der Linie 2-2 von Fig. 3, Fig. 3
eine Schnittansicht in Richtung der Linie 3-3 von Fig. 2, Fig. 4 einen Schnitt durch
die Mitte der OZ-Wählscheibe mit den dieser zugeordneten Elementen und Darstellung
weiterer Apparaturteile in strichpunktierter Andeutung, Fig. 5 die Ansicht des Abgabeventils,
zum Teil im Schnitt, und Fig.6 einen Schnitt durch das Anschlußstück für die beiden
in:einandergefügten Ausgabeschläuche. Im nachstehenden sind der Einfachheit halber
bei der Kennzeichnung solcher Teile, welche gleiche Funktionen ausüben, die Bezugszeichen
mit einem »'« versehen.
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Da die erfindungsgemäße Apparatur sich insbesondere für das Mischen
oder Abstimmen von zwei Kraftstoffen von verschiedenen Oktanzahlen zu einem Gemisch
von einer gewünschten Oktanzahl eignet, ist die Beschreibung auf eine Apparatur
und die einzelnen mechanischen Teile für solche Zwecke abgestellt; natürlich kann
sie unter entsprechender Angleichung auch für die Abgabe eines Gemisches aus anderen
Flüssigkeiten beliebiger Art Verwendung finden.
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Wie aus Fig. 1 ersichtlich, bilden zwei unabhängige Leitungswege oder
-systeme einen wesentlichen Teil der Apparatur, von welchen das eine mit A und das
andere mit A' bezeichnet ist. Jeder dieser Leitungstvege .4 und A' geht von einem
Vorratstank 10 bzw. 10' aus, aus %velchem zwei Kraftstoffe von verschiedenen Oktanzahlen,
deren nähere Kennzeichnung weiter unten angegeben wird, durch die Saugrohre 11 und
11' abgezogen werden. Diese Saugrohre stehen in Verbindung mit den Pumpen 12 und
12', die ihrerseits durch einen einzigen Motor 13 über die Riemen 14 und 14' angetrieben
sind. Oberhalb dieser Pumpen sind die Meßgeräte 15 und 15' angeordnet, welche den
jeweiligen Pumpenausstoß durch die Rohre 16 und 16' erhalten. Weiter oberhalb der
Meßgeräte 15 und 15' befinden sich die beiden Ventile 17 und 17', die durch die
Rohre 18 und 18' mit den Meßgeräten verbunden sind. Von den beiden Ventilen führen
die Rohre 19 und 19' zu dem gemeinsamen Anschlußstück 20 mit den beiden Hohlräumen
21 und 21' (Fig. 6).
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An diesem Anschlußstück 20 sind zwei konzentrisch ineinander eingefügte
Schläuche 22 und 22', mit einem Mündungsstück 23 am anderen Ende, angeschlossen.
In dem Mündungsstück befindet sich ein Absperrventil 24, wie es allgemein für die
Abgabe von Kraftstoffen Verwendung findet, jedoch unterscheidet sich das Ventil
mit der Mündung 23 von den gebräuchlichen Formen dadurch, daß es eine Mischkammer
25 mit einer Trennwand 26 besitzt. Da die beiden Schläuche 22 und 22' unterschiedliche
Flüssigkeiten führen, muß eine Anordnung getroffen sein, daß, wenn ein Schlauch
ein sehr großes Volumen an Flüssigkeit abgibt, kein Rückfluß aus diesem Schlauch
in den anderen Schlauch erfolgen kann. Zur Vermeidung eines solchen Rückflusses
sind deshalb zwei Rückschlagventile 27 und 27' vorgesehen, welche Federn 29 und
29' besitzen, durch die die Ventilköpfe gegen die Ventilsitze 30 und 30' in der
Trennwand 26 gepreßt werden. Da somit die Ventile normalerweise bestrebt sind, sich
zu schließen, ergibt sich, daß, wenn eine der Schlauchleitungen 22 oder 22' eine
große Menge der betreffenden Flüssigkeit liefert, das Ventil dieser Schlauchleitung
durch den Flüssigkeitsdruck, welcher durch die Pumpe hervorgerufen wird, in die
Offenstellung gedrückt wird, während andererseits ein Übertreten dieser Flüssigkeit
in den anderen Schlauch durch das Rückschlagventil dieses Schlauches sicher ausgeschlossen
wird.
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Wie üblich bei solchen Ausgabeapparaturen für Kraftstoffe sind alle
Apparaturteile, mit Ausnahme der Tanks 10 und 10', in einem gemeinsamen Gehäuse
31 untergebracht.
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In der Annahme, daß beispielsweise von dem Verbraucher Kraftstoffe
gefordert werden, deren Oktanzahlen zwischen »74« und »94« liegen, sei beispielsweise
der Tank 10 als Behälter für den Kraftstoff mit der OZ »94« benutzt, während der
Tank 10' Kraftstoff von der OZ »74« enthält. Um nun eine OZ zwischen diesen
beiden angenommenen extremen Zahlen verabreichen zu können, ist eine OZ-Wählscheibe
33, wie in Fig.3 dargestellt, vorgesehen. Diese Wählscheibe zeigt verschiedene Eintragungen
von Oktan-Werten in praktisch brauchbaren und bevorzugt verlangten Wertsteigerungen.
Bei den gewählten höchsten und niedrigsten Werten von »94« und »74« hat sich eine
Abstufung in Oktanzahlen steigend um je vier Ziffern als ausreichend und den Wünschen
der Abnehmer entsprechend herausgestellt, so daß dementsprechend die Wählscheibe
für die Oktanzahl ansteigende Ziffern von »74«, »78«, »82«, »86«, »90« und »94«
aufweist.
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Um den Umfang einer Tragscheibe 35 herum ist eine Anzahl einzeln verstellbarer
Preisscheiben 34 angeordnet, welche von Hand um je einen Zapfen 36 gedreht werden
können. Da diese Scheiben zur Anzeige des jeweiligen Preises des entsprechenden
Kraftstoffgemisches so lange fest in ihren Stellungen verbleiben sollen, bis eine
allgemeine Preisänderung eintritt, sind Vorkehrungen getroffen, um die Preisscheiben
jeweils in ihren bestimmten, vorgesehenen Stellungen festzuhalten. Hierzu dient
eine Anzahl von Kerben 37 längs des Umfanges jeder Preisscheibe 34, in welche Federrasten
39 eingreifen, die fest an der Tragscheibe 35 in entsprechenden Abständen angeordnet
sind. Vorteilhaft erfolgt die Anbringung dieser Federrasten durch Niete 40.
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Als Lager für die OZ-Wählerscheibe 33 und die Tragscheibe 35, auf
welcher sich die Preisräder 34 befinden, dient ein Bügel oder Schild 41, welches
mit dem Gehäuse 31 durch eine Anzahl Niete 42 fest verbunden ist. Um für die genannten
Teile die erforderliche drehbare Lagerung zu erhalten, ist in dem Schild 41 eine
Öffnung 43 vorgesehen, in welcher der mit einer umlaufenden Nut versehene Kopf 44
des Schaftes 45 eingreift. Auf diesem Schaft befindet sich eine Buchse 46, auf welcher
die OZ-Wählerscheibe 33 und die Tragscheibe 35 fest angeordnet sind. Zur Drehung
der OZ-Wählerscheibe 33 und der Tragscheibe 35 mit den einzelnen Preisrädern 34
dient ein Stellrad oder Handrad 47, das mit der Buchse 46 durch die Schraube 49
verbunden ist. Die Tragscheibe 35 wird jeweils in der gewünschten Drehstellung durch
eine Feder 50, welche fest auf dem Schild 41 angebracht ist, festgehalten. Die Feder
50 greift mit ihrem bogenförmig ausgebildeten Ende 51 hierzu in jeweils eine der
Vertiefungen 52, welche im entsprechenden Abstand in der Tragscheibe 35 vorgesehen
sind.
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Mit der Buchse 46 ist außerdem fest ein Stirnrad 53 verbunden, -welches
mit einem Zahnrad 54 kämmt. Dieses Zwischenzahnrad 54 ist in dem unteren Teil des
Schildes 41 in einem Lager 55 geführt und greift in die beiden Zahnräder 56 und
56' ein, welche die Ventile 17 bzw. 17' betätigen.
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Wenn somit das Handrad 47 derart gedreht wird, daß eine bestimmte
Oktanzahl zur Einstellung gelangt,
wird hierdurch auch das Zalinräderpaar
56 und 56' mitgenommen und ein d°r Oktanzahl entsprechendes Kraftstoffgemisch eingestellt.
Damit der Abnehmer leicht die Oktanzahl: des Gemisches beobachten kann, ist in der
Anzeigetafel 58 vor der OZ-Wählerscheibe 33 ein Fenster 57 vorhanden, und in gleicher
Weise sind durch die Fenster 59 die Ziffern der Preisräder 34 abzulesen, entsprechend
deren vorhergehender Einstellung auf den Abgabepreis einer Einheit des Kraftstoffgemisches
dieser angezeigten Oktanzahl.
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Die bisher beschriebenen Teile der Apparatur betreffen lediglich die
Einstellung der gewünschten Oktanzahl des Gemisches und des dieser zugeordneten
Preisanzeigers, wodurch die anteilige Menge der beiden Kraftstoffe festgelegt wird,
welche durch die beiden Leitungen _-4 und A' fließen. Es sollen jedoch auch dem
Abnehmer die Gesamtkosten des Kraftstoffgemisches zugleich mit der gesamten verausgabten
Menge angezeigt werden. Hierzu dient nach einer besonderen Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes
ein Anzeigemechanismus oder Registriergerät sowohl für die Kosten als auch der Menge
des abgegebenen Gemisches. Für die Bezeichnung dieses Zählmechanismus sind wieder
gleiche Bezugszeichen B und B' verwendet, entsprechend der Kennzeichnung
der Leitungswege A und A'.
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Zu dieser Registrierung werden zwei Variatoren.60 und 60' verwendet.
Diese Variatoren sind von einschlägiger Bauart, entsprechend etwa der gut verwendbaren
Konstruktion nach dem USA.-Patent 2 111996, ausgegeben am 22. März 1938,
von Edward A. S 1 v e. Diese haben in üblicher Weise Antriebswellen 61 und 61',
die mit den Meßgerätwellen 62 und 62' über die Kupplungen 63 und 63' in Verbindung
stehen. Die Drehzahlen der Wellen 62 und 62' entsprechen den Flüssigkeitsmengen,
welche durch jedes einzelne Meßgerät hindurchlaufen.
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Durch zwei Sätze von Ziffernrädern 64 und 64', welche durch die Fenster
65 und 65' abgelesen werden können, ist die Einstellung der Variatoren 60 und 61
zu entnehmen, entsprechend dem jeweiligen Preis für die Einheit der beiden in den
Tanks 10 und 10' enthaltenen Kraftstoffe. Von jedem Variator 60 und 60' wird eine
Preiszählwelle 66 bzw. 66' angetrieben, und außerdem treibt jeder Variator eine
Mengenwelle 67 bzw. 67' an. Diese Mengenwellen können durch eine direkte Verlängerung
der Wellen 61 und 61' gebildet sein, entsprechend beispielsweise der Ausbildung
nach dem bereits genannten USA.-Patent 2 111996. Die Preiszählwellen 66 und
66' sind in den Variatoren über ein Differential angetrieben, durch welches eine
Übertragung proportional der Einstellung der Ziffernräder 64 bzw. 64' erfolgt, unter
Zwischenschaltung eines Gleitritzels 69, 69', welches lose auf den Mengenwellen
67 bzw. 67' aufgesetzt ist und gemäß dem genannten Patent zum Antrieb dient. In
Fig. 2 ist ein Teilstück der Kegelräder 76 und 76' wiedergegeben sowie eines Teiles
der Gleitritze] 69, 69'; eine vollständige Darstellung ist in dem genannten Patent
enthalten. Es erfolgt dann eine weitere Übertragung auf die Stirnräder 70 bzw. 70',
welche fest auf den Preiszählwellen 66 und 66' angeordnet sind, so daß diese Stirnräder
proportional zu der Einstellung der Ziffernräder 64 und 64' gedreht werden.
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Zur Registrierung jedes abgegebenen, einzelnen Kraftstoffes sind nach
der Erfindung zwei Geldtotalisatoren 71 und 71' vorgesehen. Der Antrieb diese: Totalisatoren
erfolgt über die Kegelräder 72, 72', welche auf den Preiszählwellen 66 und 66' fest
aufsitzen, und die Kegelräder 74, 74' mit den Wellen 73 bzw. 73'. In ähnlicher Weise
sind zwei Volumentotalisatoren durch die Kegelräder 76 und 76' auf den Mengenwellen
67 und 67' angetrieben, und zwar über die Kegelräder 79, 79' und die Welle
77 bzw. 77' Auf diese Weise bestehen somit direkte Übertragungen von den
Preiszählwellen 66, 66', die unmittelbar von den Variatoren 60 bzw. 60' angetrieben
werden, zu den Preistotalisatoren 71 und 71', während dlie Volumentotalisatoren
75 und 75' unmittelbar mechanisch mit den Mengenwellen 67 und 67' verbunden sind.
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Um nun die Gesamtkosten jeder Verabreichung zu registrieren, wird
ein Differential 80 benutzt, welches aus einem Satz Kegelräder 81, dem Käfig 82
und dem an dem Käfig festsitzenden Kegelrad 83 besteht. Das Differential 80 wird
durch die horizontalen Wellen 84 und 84' über die Kegelräder 85 und 85' betätigt,
welch letztere mit den Kegelrädern 72 und 72' kämmen, die ihrerseits sich mit den
Wellen 66 und 66' drehen. Das Kegelrad 83, welches fest auf dem Käfig 82 angeordnet
ist, steht im Eingriff mit einem Kegelrad 86 mit einem aufwärts gerichteten Schaft
87. Auf diesem ist das Zahnrad 89 angeordnet, welches mit dem Ritze] 90 kämmt. Dieses
Ritze] 90 sitzt an dem unteren Ende der Gesamtkostenwelle 91. Im oberen Teil des
Gehäuses befindet sich gemäß der gestrichelten Darstellung in Fig. 1 das Registrierwerk
88, entsprechend beispielsweise der Bauart nach USA.-Patent 2 264 557 von Edward
A. S 1 y e, erteilt am 2. Dezember 1941 In diesem Registriergerät sind die Kosten-
oder Gelde zählräder 92 untergebracht, welche durch die Fenster 93 in der Tafel
58 abgelesen werden können. Somit wird unabhängig von der Einzelmenge des Kraftstoffes,
welcher von jedem Tank 10 oder 10' durch die Pumpe abgegeben wird, stets unmittelbar
der Gesamtkostenbetrag des durch das Ventil 23 ausgegebenen Gemisches bei jeder
Verabreichung von den Zählrädern 92 registriert.
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In gleicher Weise wird zur Angabe des gesamten abgegebenen Volumens
des Kraftstoffgemisches ein Differential 94 verwendet, ähnlich dem Differential
80. Dieses Differential für die Volumenangabe besteht wieder aus einem Satz Kegelräder
95, dem Käfig 96 und dem mit diesem fest verbundenen Kegelrad 97. An Stelle der
Wellen 84 und 84' treten die Wellen 99 und 99', wobei wieder die Übertragung über
die Kegelräder 100, 100' erfolgt, welche mit den Kegelrädern 76 und 76' kämmen,
die fest auf den Wellen 67 und 67' sitzen. Durch das Kegelrad 97 wird das Kegelrad
101 mitgenommen, welches über die Welle 105 mit dem Gesamtmengentotalisator bzw.
dessen durch die Fenster 107 ablesbaren Zählrädern in Verbindung steht.
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Es ergibt sich somit, daß dem Abnehmer durch die Zählräder 92 und
Volumenziffernräder 106 in dem Registriergerät 88 sowohl die Kosten als auch
die gesamt abgegebene Menge des Kraftstoffes angezeigt werden. Während also die
Ziffernräder 92 die Kosten und die Ziffernräder 106 das Gesamtvolumen des Kraftstoffgemisches,
welches durch, die Mündung 23 abgegeben wird, angeben, wird in den Kostentotalisatoren
71 und 71' und den Volumentotalisatoren 75 und 75' hiervon getrennt registriert,
wie hoch sich die Mengen bzw. Summen jedes einzelnen aus den Tanks 10 und 10' entnommenen
Kraftstoffes belaufen. Durch diese letztgenannten Einzelmengentotalisatoren ist
somit für die Betriebsführung jederzeit eine leichte Kontrolle über die tatsächlich
entnommenen Kraftstoffmengen aus den beiden Tanks 10 oder 10' ermöglicht bzw. also
auch die Kontrolle der Gesamtsumme,
welche für die abgegebenen Kraftstoffmengen
in Empfang genommen sein muß. Werden andererseits z. B. durch die Gesamtsummenziffernräder
92 und Gesamtabgabevolumenräder 106 nur jeweils die Kosten und Mengen für jede einzelne
Kraftstoffabgabe abgelesen und darauf diese Zählräder für die nächste Abgabe auf
Null zurückgestellt, so zeigen die Totalisatoren 71 und 71' und 75 und 75' die Gesamtentnahmen
bzw. Kosten für eine beliebig große Zahl von einzelnen Kraftstoffabgaben auf. Diese
Totalisatoren besitzen die üblichen Sicherungen gegen eine unbefugte Verstellung
oder Änderung der Anzeige.
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Die Handhabung der Apparatur ergibt sich aus der vorhergehenden Beschreibung
in Verbindung mit nachstehender näherer Erläuterung.
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Wird beispielsweise angenommen, daß sich in dem Tank 10 ein Kraftstoff
mit der OZ »94« und in dem Tank 10' ein Kraftstoff mit der OZ »74« befindet, kann
durch den Oktanzahlwähler 33 auf einfachste Weise die Verabreichung eines Gemisches
aus diesen beiden Kraftstoffen mit einer beliebigen OZ zwischen »74« und »94«, je
nach Wunsch des Abnehmers, erfolgen. Im vorliegenden Fall kann somit beispielsweise
die Verabreichung eines Kraftstoffgemisches mit den Oktanzahlen »74«, »78«, »82«,
»86«, »90<< oder »94« durchgeführt werden. Diese ansteigenden Oktanzahlen
in Abständen von je vier Zählwerken haben sich, wie bereits erwähnt, als für den
praktischen Gebrauch ausreichend erwiesen. Außerdem ergibt sich auf diese Weise
durch eine entsprechende Begrenzung der einzelnen OZ-\ferte eine übersichtliche
Eingruppierung in einzelne Preisklassen für die abgegebene Einheit des Gemisches,
die auch technisch leicht durchgeführt werden kann, da jeweils drei Ziffernräder
34 für jeden Oktanpreis benötigt werden. hierzu also auch ein gewisser Raum auf
dem OZ-Wähler 33 bzw. der Tragscheibe 35 zur Verfügung stehen muß. Eine Steigerung
der Oktanzahlen in geringeren Abständen hat sich praktisch als unnötig erwiesen,
da ein Motor, welcher beispielsweise mit einer Oktanzahl von »84« am vorteilhaftesten
arbeitet, auch durchaus zufriedenstellend mit einem Kraftstoffgemisch von OZ »82«
oder OZ »86« betrieben werden kann.
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Da die Auswahl des entsprechenden Kraftstoffgemisches bestimmter Oktanzahl
auf einfachste Weise durch Drehung der Wählscheibe 33 erfolgt, wodurch auch sogleich
der Preis der Einheit dieses Kraftstoffgemisches aufscheint, und hierdurch automatisch
die Ventileinstellung für die beiden Kraftstoffe bewirkt wird, bedarf es bei der
Ausgabe des gewünschten Gemisches lediglich einer Einschaltung des Pumpenmotors
13 in üblicher Weise, worauf durch das Ab-
sperrventil 24 von Hand die gewünschte
Verabreichung aus beiden Tanks 10 und 10' erfolgt. Wird nun beispielsweise ein Kraftstoff
von OZ »74«, also der unteren Grenze der Wählscheibe, verlangt, erfolgt natürlich
die Abgabe allein aus dem Tank 10' bzw. bei einer verlangten Oktanzahl »94« ausschließlich
aus dem Tank 10. Durch die Pumpen 12 und 12' wird somit der Kraftstoff nach Öffnung
des Absperrventils 24 in gemischter Form durch die Mündung 23 verabreicht. Der Kraftstoff
fließt, für sich getrennt, nach den einzelnen Tankeinfüllungen, hierbei durch die
Rohre 11, 11', die Pumpen 12,12', die Meßgeräte 15, 15', Ventile 17, 17' zu dem
Anschlußstück 20, von wo aus die beiden Kraftstoffe weiterhin getrennt voneinander
durch den Doppelschlauch 22, 22' zu d.2r Mischkammer 25 des Ventils 24 weitergeführt
und an dieser Stelle erst gemischt bzw. zusammengeführt werden. Durch diese Mischung
erst in dem Mündungsstück 23, an Stelle beispielsweise schon in dem Anschlußstück
20, in welchem Fall nur ein einfacher Ausgabeschlauch benötigt würde, wird erreicht,
daß praktisch kein Kraftstoffgemisch aus einer vorhergehenden, anderen Mischung
mit ausgegeben wird.
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Durch die mechanische Kupplung der Ventile 17 und 17' mit der OZ-Wählscheibe
33 über die Zahnräder 53, 54 und 56, 56' sind somit bei jeder Ausgabe die Ventile
17 und 17' sofort entsprechend der gewünschten Oktanzahl, wie sie in dem Fenster
57 erscheint, eingestellt. Durch Drehen der Wählscheibe wird also, wenn beispielsweise
das Ventil 17 weiter geöffnet wird, das andere Ventil entsprechend geschlossen,
obgleich das Zahnrad 54 beide Zahnräder 56 und 56' in gleicher Richtung dreht. Wird
nun beispielsweise ein Kraftstoff mit der OZ »74« verlangt, erfolgt die Abnahme
nur aus dem Tank 10', wobei also dann das Ventil 17 vollständig geschlossen sein
muß. Das Rückschlagventil 27' wird hierbei durch den Druck des Kraftstoffes geöffnet,
während ein Kraftstofffluß durch das Leitungssystem A in diesem Fall unterbleibt
und das Rückschlag-ventil 27, da auf dieses kein Druck ausgeübt wird, geschlossen
ist. Auf diese Weise ist auch sicher vermieden, daß ein Rückfluß in dieses Leitungssystem
A eintreten kann. In umgekehrter Weise erfolgt eine entsprechende Einstellung bei
Abgabe eines Kraftstoffes mit der OZ »94<<. Auch wenn von beiden Tanks 10
und 10' Kraftstoff abgezogen wird und hierbei der Fluß in der einen Leitung ,wesentlich
stärker ist als in der anderen, dienen die Ventile 27 und 27' zur Ausschließung
eines Rückflusses aus der einen Leitung in die andere, entsprechend ihrer automatisch
dem Durchfluß angepaßten Einstellung, so daß keine Verunreinigung eintreten kann
Da die Wellen 62 und 62' sich proportional dem abgegebenen Kraftstoffvolumen in
den Meßgeräten 15 und 15' drehen, wird die aus den beiden Tanks 10 und 10' abgezogene
Kraftstoffmenge für sich getrennt in den Volumentotalisatoren 75 und 75' gezählt
oder registriert, und in gleicher Weise erfolgt über die Variato,ren eine Zählung
bzw. Registrierung der Kosten in den Totalisatoren 71 und 71' für die einzelnen
Abgaben aus den Tanks. Die Gesamtmengen des abgegebenen Gemisches sowie deren Kosten
erscheinen über die Differentiale 80 und 94 in den Fenstern 92 bzw. 107. Diese letztgenannten
Anzeigen können nach jeder Verabreichung auf Null zurückgestellt werden. Sollte
nun aus irgendwelchen Gründen die Wählscheibe 33 für die Oktanzahlen nicht die tatsächlich
zutreffende Oktanzahl auf Grund irgendeiner Störung od. dgl. angeben, wie beispielsweise
bei einer Verstellung der Ventile 17, 17', so bezahlt doch der Abnehmer nur die
Summe, welche den einzeln abgegebenen Kraftstoffen entspricht, da die Kostenangabe
des Gemisches mechanisch über die beiden Einzelmesser 15 und 15' bewirkt wird. Der
Käufer wird also nicht betrogen, obgleich er unter diesen außergewöhnlichen Bedingungen
nicht genau die Oktanzahl erhält, die er verlangte. Andererseits sind die Totalisatoren
71 und 71' für die Kostenzählung und die Mengentotalisatoren 75 und 75', deren Zurückstellung
auf Null nur bei bestimmten Anlässen erfolgt, normalerweise gegen irgendwelche Eingriffe
und Änderungen durch Sicherungen geschützt, so daß sie einen genauen Überblick über
die Gesamtlieferungen ergeben.
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Der Abnehmer hat, da nach der vorliegenden Bauart die Mischung der
beiden Kraftstoffe erst unmittelbar
in dem Mündungsstück erfolgt,
immer die Gewißheit, die gewünschte Zusammensetzung und Qualität zu erhalten, im
vorliegenden Fall also einen Kraftstoff von einer bestimmten Oktanzahl. Nach der
Erfindung ist es auch möglich, den gesamten Mechanismus stets bei Preisänderungen
diesen neuen Kosten anzugleichen, und zwar sowohl hinsichtlich der einzeln abgegebenenKraftstoffe
wie auch hinsichtlich der Angabe der Kostenänderung des Kraftstoffgemisches. Die
einzelnen Anzeigen erfolgen sodann vollkommen automatisch, ohne daß irgendwelche
Tabellen angewandt oder die '%i'erte erst errechnet werden müssen. Dabei werden
die genauen Mengen der Kraftstoffgemische beiden Teilen, dem Abgebenden und dem
Besteller, offen angezeigt und wie beschrieben, dem Abnehmer stets nur die Mengen
berechnet, die auch wirklich abgegeben sind, auch dann, wenn die Ventileinstellungen
für die einzelnen Kraftstoffströme nicht den Angaben der OZ-Wählscheibe genau entsprechen
sollten.
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Die einzelnen Ausbildungen der Apparaturteile und deren Zusammensetzung
kann natürlich in weiten Grenzen geändert werden, ohne aus dem Rahmen der Erfindung
zu fallen. Die Darstellung des Erfindungsgegenstandes durch eine Kraftstoffapparatur
ist nicht auf diesen beispielsweisen Fall beschränkt, sondern es können in entsprechender
Angleichung der Ventile, Pumpenaggregate usw. Flüssigkeiten unterschiedlichster
Eigenschaften in gleicher U'eise durch solche Apparaturen verabreicht werden.