DE10036397B4 - Lenksäulenanordnung eines Kraftfahrzeugs - Google Patents

Lenksäulenanordnung eines Kraftfahrzeugs Download PDF

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Abstract

Lenksäulenanordnung eines Kraftfahrzeuges, umfassend:
– eine Lenksäule (2) mit einem Lenkrad (3),
– einen Lagerbock (4), über den die Lenksäule (2) gegen einen Abschnitt eines Fahrzeugaufbau außerhalb einer Spritzwand (6) des Fahrzeugaufbaus abgestützt ist, der bei einem Frontalaufprall keinen oder wenigstens geringeren Verformungen als die Spritzwand (6) ausgesetzt ist, und
– eine knicksteife Strebe (7), die mit dem Lagerbock (4) gekoppelt ist und den Lagerbock (4) gegen die Spritzwand (6) des Fahrzeugaufbaus abstützt, wobei diese sich in Vorwärtsfahrtrichtung des Fahrzeugaufbaus von dem Lagerbock (4) schräg nach oben zu der Spritzwand (6) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kopplung des Lagerbocks (4) mit der Strebe (7) derart ausgebildet ist, um unter Einwirkung einer horizontalen Kraft infolge eines Frontalaufpralls zu entkoppeln.

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Lenksäulenanordnung eines Kraftfahrzeugs nach dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
  • Eine derartige Lenksäulenanordnung ist aus der DE 195 40 318 C1 und weiterhin aus der DE 32 41 839 A1 bekannt. Diese umfasst insbesondere eine Lenksäule mit einem Lenkrad, einen Lagerbock zur Abstützung der Lenksäule gegen einen Fahrzeugaufbau außerhalb der Spritzwand des Fahrzeugaufbaus, und eine knicksteife Strebe, die mit dem Lagerbock gekoppelt ist, zur Abstützung des Lagerbocks gegen die Spritzwand des Fahrzeugaufbaus.
  • Bei Lenksäulenanordnungen für Personenkraftwagen besteht aus Gründen der Unfallsicherheit ein großes Interesse daran, im Falle eines Frontalaufpralls eine Bewegung des Lenkrades auf den Fahrer hin zu vermeiden. Diese Bewegung wird in der Regel durch die Verformung des Vorderwagens des Fahrzeugaufbaus verursacht, indem die Lenksäule in Richtung auf die Fahrerposition mit einer im Wesentlichen horizontalen Kraft beaufschlagt wird. Dabei ist die zumeist zusammenschiebbare Lenksäule an einem oberen, sich bei einem Frontalaufprall weniger stark verformenden Abschnitt des Fahrzeugaufbaus sowie an einem unteren, sich in der Regel stark verformenden Abschnitt gelagert. Je nach Aufbau der Lenksäulenanordnung kommt es dadurch zu einem stärkeren oder schwächeren Verschwenken der Lenksäule sowie zu einer Translation in Richtung der Fahrerposition. Insbesondere bei einem Verschwenken der Lenksäule, die vor allem aus einer starken Verlagerung des unteren Lenksäulenlagers in Richtung der Fahrerposition resultiert, gelangt das Lenkrad in eine für den Kopfaufprall oder auch für die Entfaltung eines Airbags ungünstige Position.
  • Es sind daher bereits eine Vielzahl von Lösungen vorgeschlagen worden, mit denen die Verlagerung des Lenkrades bei einem Frontalaufprall kontrolliert und Idealerweise verhindert wird. Aus der US 5,181,435 A ist beispielsweise eine Anordnung bekannt, bei der die Lenksäule über einen Lagerbock unmittelbar an der Spritzwand des Fahrzeugaufbaus befestigt wird. Bei einem Frontalaufprall wird die Spritzwand und damit auch der Lagerbock in Richtung der Fahrerposition verschoben. Ein zusätzlicher Bügel stellt hierbei sicher, daß diese Verschiebung lediglich in der Horizontalen, nicht jedoch in der Vertikalen erfolgt. Ein Verschwenken der Lenksäule soll damit vermieden werden. Jedoch läßt sich in diesem Fall eine gewisse Bewegung des Lenkrades auf die Fahrerposition hin kaum verhindern.
  • Aus der DE 32 41 839 A1 ist es bekannt, die Lenksäule über einen Lagerbock an einem Querträger abzustützen, der bei einer crashbedingten Verformung seine Position im Wesentlichen beibehält. Der Lagerbock ist über eine Verbindungsstück bezeichnete Strebe an einem Halter befestigt, der seinerseits an der Spritzwand befestigt ist. Bei einer Verschiebung der Spritzwand in Richtung Fahrerposition bzw. Querträger löst sich die Strebe bzw. das Verbindungsstück vom Halter. Die Verbindungsstelle ist dabei wie in der DE 195 40 318 C1 unmittelbar an der Spritzwand angeordnet.
  • Weiterhin ist aus der DE 41 18 227 A1 bekannt eine bei einem Frontalaufprall auftretende Verschwenkung der Lenksäule durch eine entgegengerichtete Schwenkbewegung zu kompensieren. Hierzu wird bei einem Frontalaufprall das untere Lenksäulenlager mittels eines Steuerelementes nach oben verschoben. Die Steuerbewegung wird dabei ebenfalls durch die Unfallkraft bewirkt. Dazu ist im Bodenbereich, insbesondere im Bereich einer Fußschräge für den Fahrerfuß eine Strebe vorgesehen, die an dem unteren Lenksäulenlager angreift. Wird die Fußschräge bei einem Unfall in Richtung der Fahrerposition gedrückt, so bewirkt die Strebe eine Aufwärtsbewegung des unteren Lenksäulenlagers.
  • In der DE 195 21 793 A1 wird das Aufstellen einer Lenksäule dadurch vermieden, daß deren Lagerbock nicht gegen die Spritzwand abgestützt wird. Verformungen derselben werden damit nicht mehr unmittelbar an dem Lagerbock wirksam. Zur Abstützung des unteren Lenksäulenlagers ist eine Querstrebe vorgesehen, die zu der A-Säule des Fahrzeugaufbaus verläuft. Diese Querstrebe besitzt eine Sollbruchstelle, die bei einem stärkeren Frontalaufprall nachgibt, so daß die Strebe in etwa in ihrer Mitte bricht. Allerdings ist durch diese Anordnung die Abstützung der Lenksäule an dem Fahrzeugaufbau nicht ausreichend stabil, so daß im Normalbetrieb störende Schwingungen und Vibrationen an der Lenksäule auftreten können.
  • Dagegen erfolgt bei der Lenksäulenanordnung nach der eingangs genannten DE 195 40 318 C1 die Abstützung der Lenksäule wieder an der Spritzwand. Dazu ist eine knicksteife Strebe vorgesehen, die sich bei einem Frontalaufprall nicht verformt. Die knicksteife Strebe ist über einen an einem Querträger der Spritzwand befestigten Haltedorn geführt, der im Wesentlichen in Horizontalrichtung auf die Fahrerposition zeigt. Bei einem Frontalaufprall gleitet das aufbauseitige Ende der Querstrebe an dem Haltedorn entlang und ermöglicht es dadurch, die Lenksäule im Crashfall in einer unveränderten Position zu halten.
  • Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Lenksäulenanordnung zu schaffen, die es erlaubt, bei einem Frontalaufprall die Verletzungsgefahr für den Fahrer gering zu halten.
  • Diese Aufgabe wird durch eine Lenksäulenanordnung gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in weiteren Patentansprüchen angegeben.
  • Die Verbindung des Lagerbocks mit der Strebe ist derart ausgebildet, um unter Einwirkung einer im Wesentlichen horizontalen Kraft infolge eines Frontalaufpralls zu entkoppeln. Hierdurch wird einerseits im Normalbetrieb eine solide, steife Abstützung der Lenksäule an dem Fahrzeugaufbau erzielt, wodurch sich das Auftreten von Schwingungen im Fahrbetrieb minimieren läßt. Andererseits erfolgt im Crashfall eine zuverlässige Entkopplung der Lenksäule von der Stirnwandintrusion, indem die Kopplung zwischen dem Lagerbock und der Strebe unmittelbar an dem Lagerbock aufgehoben wird. Die Strebe ist hierzu ausreichend steif ausgebildet, um sich nicht selbst infolge der auftretenden Kräfte zu verformen oder gar zu brechen. Im Crashfall werden von der Strebe keine nennenswerten Kräfte auf den Lagerbock übertragen. Damit wird die Gefahr eines Verschwenkens der Lenksäule infolge einer Verformung der Stirnwand und ein damit verbundenes Verlagern des Lenkrades vermieden. Die Schußrichtung eines in dem Lenkrad vorgesehenen Airbags bleibt unverändert, so daß dieser seine Wirkung optimal entfalten kann.
  • Für eine gute Schwingungsunterdrückung ist die Strebe derart angeordnet, daß sich diese in Vorwärtsfahrtrichtung des Fahrzeugaufbaus von dem Lagerbock schräg nach oben zu der Spritzwand erstreckt.
  • In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Strebe ein U-förmiges Querschnittsprofil mit einander gegenüberliegenden Profilwangen auf. Dabei ist an dem lagerbockseitigen Ende der Strebe jede der beiden in einem Abstand einander gegenüberliegenden Wangen des Profils mit dem Lagerbock gekoppelt. Hierdurch ergibt sich eine hohe Steifigkeit der Strebe und damit eine besonders hohe Knickssicherheit. Dadurch läßt sich wiederum sicherstellen, daß im Crashfall die Entkopplung der Strebe im Verbindungsbereich des Lagerbocks auftritt. Das U-förmige Profil ermöglicht weiterhin auch eine sehr torsionssteife Abstützung des Lagerbockes.
  • Vorzugsweise besitzt der Lagerbock im Bereich der Kopplung mit der Strebe ein U-förmiges Querschnittsprofil, in dessen Freiraum das lagerbockseitige Ende der Strebe nach der Entkopplung verlagerbar ist. Damit wird sichergestellt, daß nach einem Entkoppeln der Lagerbock die Bewegung der Strebe nicht behindert, so daß auch nach dem Entkoppeln keine im wesentlichen horizontal gerichteten Kräfte von der Spritzwand über die Strebe auf den Lagerbock übertragen werden.
  • Um den Lagerbock im Crashfall in seiner Position halten, ist dieser vorzugsweise gegen einen von der Spritzwand beabstandeten Querträger des Fahrzeugaufbaus abgestützt, der außerhalb des Bereiches starker Deformation des Fahrzeugaufbaus bei einem Frontalaufprall verläuft. Alternativ oder in Ergänzung hierzu kann der Lagerbock auch über geeignete Kopplungsglieder, beispielsweise weitere Streben, gegen die A-Säule des Fahrzeugaufbaus abgestützt werden.
  • In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung läßt sich eine weitgehende Entkopplung bereits dadurch erreichen, daß an dem Lagerbock im Bereich der Ankopplungspunkte der Strebe jeweils eine Sollbiegestelle ausgebildet ist. Diese weist eine solch hohe Nachgiebigkeit auf, daß die auf den Lagerbock einwirkenden Kräfte zu keiner merklichen Veränderungen der Lage der Lenksäule führen. Vorzugsweise ist jedoch an dem Lagerbock im Bereich der Ankopplungspunkte der Strebe jeweils eine Sollbruchstelle ausgebildet, die eine vollständige Entkopplung erlaubt.
  • Der Lagerbock kann für jede Sollbruch/biegestelle einen geknickten Haltebügel aufweisen, der einstückig mit einem Grundkörper des Lagerbocks ausgebildet ist. Dabei besitzt der Haltebügel dann einen Befestigungsabschnitt zur Anbindung an die Strebe und einen dazu angewinkelten Verbindungsabschnitt als Sollbruch/biegestelle, der den Befestigungsabschnitt mit dem Grundkörper des Lagerbocks verbindet. Bevorzugt ist hierbei der Verbindungsabschnitt flächenartig ausgebildet und quer zur Vorwärtsfahrtrichtung sowie im wesentlichen parallel zur Hochachse des Fahrzeugaufbaus angeordnet. Bei dieser Anordnung besitzt der Verbindungsabschnitt eine für die Abstützung im Normalbetrieb ausreichende Steifigkeit, da die Belastung in Richtung eines hohen Widerstandsmomentes erfolgt. Andererseits wirkt im Crashfall die im wesentlichen horizontale Belastung in Richtung des kleinsten Widerstandsmomentes des Verbindungsabschnittes, so daß dieser sich leicht verformen läßt bzw. brechen kann.
  • In einer alternativen Ausführungsvariante ist zwischen dem Lagerbock und der Strebe eine Art Hakenverbindung ausgebildet. Dazu ist an dem Lagerbock an den Ankopplungspunkten der Strebe jeweils eine Verbindung aus einem reibschlüssig in einem horizontalen Langloch gehaltenen Bolzen vorgesehen. Damit wird im normalen Fahrbetrieb eine feste Verbindung gewährleistet. Diese Verbindung ist jedoch derart ausgebildet, daß sich der Bolzen und das Langloch infolge einer Unfallkraft gegeneinander verschieben. Im Crashfall erfolgt dann die Entkopplung der Strebe und des Lagerbocks durch eine Relativverschiebung zwischen dem Bolzen und den Langloch. Prinzipiell ist es hier möglich, das Langloch an der Strebe auszubilden und den Bolzen an dem Lagerbock festzulegen oder aber umgekehrt das Langloch an dem Lagerbock auszubilden und den Bolzen an der Strebe festzulegen. In einer vorteilhaften Ausgestaltung dieser Ausführungsvariante ist das Langloch als an der jeweiligen Profilwange der Strebe ausgebildeter, in Vorwärtsfahrtrichtung öffnender Schlitz ausgebildet. Wird die Strebe infolge einer Unfallkraft in Richtung der Fahrerposition verschoben, so erfolgt dies in bezug auf den Lagerbock weitestgehend kraftfrei. Bei größeren Verschiebungen kann die Strebe auch vollkommen aus den Bolzen ausgehängt werden.
  • Nachfolgend wird nun die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Zeichnung zeigt in:
  • 1 eine räumliche Ansicht des Lagerbocks und der Strebe einer Lenksäulenanordnung für einen Personenkraftwagen,
  • 2 eine räumliche Ansicht der Lenksäulenanordnung in Richtung quer zu einem hier nicht näher dargestellten Fahrzeugaufbau,
  • 3 eine weitere räumliche Ansicht des Lagerbocks und der Strebe aus 1,
  • 4 eine räumliche Ansicht einer weiteren Strebe, die anstelle der Strebe in den 1 bis 3 verwendet werden kann, und in
  • 5 eine räumliche Ansicht des Lagerbocks und der Strebe zusammen mit einer Spritzwand eines Fahrzeuges.
  • Das Ausführungsbeispiel zeigt in 2 eine Lenksäulenanordnung 1 mit einer im Crashfall zusammenschiebbaren Lenksäule 2 und einem Lenkrad 3. Die Lenksäule 2 ist über einen Lagerbock 4 an einem hier nicht näher dargestellten Fahrzeugaufbau abgestützt. Dazu sind an dem Lagerbock 4 Befestigungsabschnitte 5 ausgebildet, über welche der Lagerbock 4 mit Abschnitten des Fahrzeugaufbaus koppelbar ist, die bei einem Frontalaufprall keinen oder wenigstens geringeren Verformungen ausgesetzt sind, als beispielsweise dessen Spritzwand 6. Diese Abstützung kann gegen einen von der Spritzwand 6 beabstandeten Querträger erfolgen. Außerdem können zur Abstützung Querstreben verwendet werden, die beispielsweise zu einer A-Säule des Fahrzeugaufbaus leiten. 5 zeigt den Lagerbock 4 zusammen mit der Spritzwand 6. Zur Abstützung an einem nicht gezeigten Querträger des Fahrzeugaufbaus besitzt der Lagerbock 4 zwei im wesentlichen rechtwinklig zueinander angeordnete Anlageflächen 5a und 5b, die der Spritzwand 6 zugewandt sind.
  • Weiterhin ist eine knicksteife Strebe 7 vorgesehen, über welche der Lagerbock 4 mit der hier nur andeutungsweise gezeigten Spritzwand 6 des Fahrzeugaufbaus verbunden ist. Die Strebe 7 dient im normalen Fahrbetrieb dazu, Schwingungen des Lagerbocks 4 und der Lenksäule 2 gering zu halten. Sie erstreckt sich in Vorwätsfahrtrichtung des Fahrzeugaufbaus von dem Lagerbock 4 schräg nach oben zu der Spritzwand 6. Im Falle eines Frontalaufpralls werden jedoch die Strebe 7 und der Lagerbock 4 unter Einwirkung einer im wesentlichen horizontalen Kraft F2 voneinander abgekoppelt.
  • Wie insbesondere den 1 und 3 entnommen werden kann, besitzt die Strebe 7 ein U-förmiges, nach unten offenes Querschnittsprofil, dessen Seitenwangen 8 an dem lagerbockseitigen Ende der Strebe 7 in Befestigungslaschen 9 auslaufen. Jede dieser Befestigungslaschen 9 ist über einen Bolzen 10 an dem Lagerbock 4 befestigt. Dazu weist der Lagerbock 4 für jede Befestigungslasche 9 einen Haltebügel 11 auf. Die beiden Haltebügel 11 erstrecken sich von einem Grundkörper 12 des Lagerbocks 4 zwischen die einander gegenüberliegenden Seitenwangen 8 bzw. die Befestigungslaschen 9, so daß die Haltebügel 11 gemeinsam eine Gabel für die Strebe 7 bilden. Dazu sind die Enden der Haltebügel 11 bei einer Betrachtung von oben im wesentlichen L-förmig ausgebildet, wobei jeweils zwei parallele Schenkel als Befestigungsabschnitte 13 zwischen die Befestigungslaschen 9 hineinragen, so daß letztere mittels der Bolzen 10 gegen die Befestigungsabschnitte 13 verspannbar sind. Dabei kann zwischen den Befestigungslaschen 9 und den Befestigungsabschnitten 13 jeweils ein Distanzstück 14 eingegliedert werden.
  • Jeder der Haltebügel 11 umfaßt weiterhin einen Verbindungsabschnitt 15, über den ein Befestigungsabschnitt 13 einstückig mit dem Grundkörper 12 des Lagerbocks 4 verbunden ist. Dieser Verbindungsabschnitt 15 bildet den zweiten Schenkel der L-Form, so daß der Verbindungsabschnitt 15 im wesentlichen quer zu den Seitenwangen 8 bzw. den Befestigungslaschen 9 verläuft. Wie insbesondere 3 zu entnehmen ist, liegt der Verbindungsabschnitt 15 bei Betrachtung in Längsrichtung des Fahrzeugaufbaus unmittelbar hinter den Enden der Befestigungslaschen 9. Der Verbindungsabschnitt 15 ist flächenartig ausgebildet und quer zur Vorwärtsfahrtrichtung sowie im wesentlichen parallel zur Hochachse des Fahrzeugaufbaus angeordnet. Folglich weist der Verbindungsabschnitt 15 in Richtung der im normalen Fahrbetrieb auftretenden Betriebskräfte F1 ein hohes Widerstandsmoment auf, so daß die Verbindung zwischen dem Lagerbock 4 und der Strebe 7 in dieser Richtung besonders steif ist. In Richtung der bei einem Frontalaufprall auftretenden horizontalen Crashkraft F2 besitzt der Verbindungsabschnitt 15 hingegen nur ein sehr geringes Widerstandsmoment, so daß dieser bei einer entsprechenden Belastung nachgibt.
  • Der Verbindungsabschnitt 15 wird im Hinblick auf die zu erwartenden Kräfte ausgelegt. Vorzugsweise ist dabei eine Sollbruchkraft vorgegeben, bei der der Verbindungsabschnitt 15 bricht, um die Strebe 7 von dem Lagerbock 4 zu entkoppeln. Es ist jedoch auch möglich, den Verbindungsabschnitt 15 sehr biegeweich auszubilden, so daß im Crashfall zwar eine Verbindung zwischen der Strebe 7 und dem Lagerbock 4 erhalten bleibt, jedoch lediglich geringe Verformungskräfte wirksam werden, womit eine kraftmäßige Entkopplung des Lagerbocks 4 von der Strebe 7 erzielt wird. In jedem Fall ist zur Gewährleistung einer definierten Verformung bzw. eines Durchbrechens des Verbindungsabschnittes 15 die Knicksteifigkeit der Strebe 7 größer als die Sollbruchkraft bzw. die Sollverformungskraft.
  • Um eine Relativbewegung zwischen dem lagerbockseitigen Ende der Strebe 7 und dem Lagerbock 4 nicht zu behindern, weist letzterer einen Freiraum 16 auf, in den die Strebe 7 eindringen kann. Dazu besitzt auch der Lagerbock 4 ein im wesentlichen U-förmiges, nach unten zu der Lenksäule 2 offenes Querschnittsprofil, das jedoch breiter ist, als das der Strebe 7. Es wird lediglich an dem fußseitigen Ende des Lagerbocks 4 durch die einwärts gerichteten Verbindungsabschnitte 15 verjüngt, die im Crashfall gleichfalls mit den Befestigungslaschen 9 in den Freiraum 16 eindringen können.
  • In Abwandlung zu dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist es prinzipiell möglich, die Befestigungslaschen 9 zwischen die Befestigungsabschnitte 13 der Haltebügel 11 zu verlegen. Allerdings führt dies zu einer geringeren Profilweite der Strebe 7 und damit zu einer Verminderung der Torsionssteifigkeit derselben. Jedoch lassen sich in diesem Fall auch die Bolzen 10 als Sollbruchstellen mit definierter Bruchkraft verwenden, um eine Abkopplung im Crashfall zu bewirken.
  • In einer weiteren Variante des Ausführungsbeispiels wird die Entkopplung durch eine hakenartige Verbindung zwischen der Strebe 7 und dem Lagerbock 4 erzielt. Dazu ist in jeder Seitenwange 8 bzw. jeder Befestigungslasche 9 der Strebe 7, wie in 4 gezeigt, ein Langloch in Form eines in Vorwärtsfahrtrichtung öffnenden Schlitzes 17 ausgebildet. Dieser Schlitz 17 verläuft im wesentlichen horizontal und nimmt einen an dem Lagerbock 4 bzw. an dem Befestigungsabschnitt 13 des Haltebügels 11 vorgesehenen Bolzen 10 reibschlüssig auf. Im normalen Fahrzustand sind die eingestellten Reibungskräfte so hoch, daß eine Relativverschiebung zwischen der Strebe 7 und dem Lagerbock 4 ausgeschlossen ist. Bei Einwirkung einer Crashkraft F2 wird die Reibungskraft jedoch überwunden. Die mit der Spritzwand 6 in Richtung der Fahrerposition im wesentlichen horizontal bewegte Strebe 7, gleitet dann mit dem Schlitz 17 an dem jeweiligen Bolzen 10 entlang, wodurch eine kraftmäßige Entkopplung erzielt wird. Unter Umständen gelangen die Schlitze 17 sogar außer Eingriff mit den Bolzen 10. Die während des Gleitens auftretenden Reibkräfte sind so gering, daß diese von den weiteren Abstützeinrichtungen des Lagerbocks 4 aufgenommen werden, ohne daß der Lagerbock 4 dabei seine Position verändert.
  • In allen beschriebenen Fällen wird damit im Crashfall eine kräftemäßige Entkopplung zwischen der Strebe 7 und dem Lagerbock 4 erzielt, so daß dessen Position unverändert bleibt. Damit bleibt die Ausrichtung der an dem Lagerbock 4 gehaltenen Lenksäule 2 unabhängig von der Verformung der Spritzwand 6, wodurch wiederum die Lenkradposition und damit die Schußrichtung eines in dem Lenkrad 3 aufgenommenen Airbags erhalten bleibt. Im normalen Fahrbetrieb ergibt sich hingegen eine stabile, vibrationsfreie Abstützung der Lenksäule 2 an dem Fahrzeugaufbau.
  • 1
    Lenksäulenanordnung
    2
    Lenksäule
    3
    Lenkrad
    4
    Lagerbock
    5
    Befestigungsabschnitt
    6
    Spritzwand des Fahrzeugaufbaus
    7
    knicksteife Strebe
    8
    Seitenwange der Strebe 7
    9
    Befestigungslasche der Strebe 7
    10
    Bolzen
    11
    Haltebügel
    12
    Grundkörper des Lagerbocks 4
    13
    Befestigungsabschnitt des Haltebügels 11
    14
    Distanzstück
    15
    Verbindungsabschnitt des Haltebügels 11
    16
    Freiraum
    17
    Schlitz

Claims (11)

  1. Lenksäulenanordnung eines Kraftfahrzeuges, umfassend: – eine Lenksäule (2) mit einem Lenkrad (3), – einen Lagerbock (4), über den die Lenksäule (2) gegen einen Abschnitt eines Fahrzeugaufbau außerhalb einer Spritzwand (6) des Fahrzeugaufbaus abgestützt ist, der bei einem Frontalaufprall keinen oder wenigstens geringeren Verformungen als die Spritzwand (6) ausgesetzt ist, und – eine knicksteife Strebe (7), die mit dem Lagerbock (4) gekoppelt ist und den Lagerbock (4) gegen die Spritzwand (6) des Fahrzeugaufbaus abstützt, wobei diese sich in Vorwärtsfahrtrichtung des Fahrzeugaufbaus von dem Lagerbock (4) schräg nach oben zu der Spritzwand (6) erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß die Kopplung des Lagerbocks (4) mit der Strebe (7) derart ausgebildet ist, um unter Einwirkung einer horizontalen Kraft infolge eines Frontalaufpralls zu entkoppeln.
  2. Lenksäulenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Strebe (7) ein U-förmiges Querschnittsprofil aufweist, wobei an dem lagerbockseitigen Ende der Strebe (7) jede der beiden in einem Abstand einander gegenüberliegenden Wangen (8) des Profils mit dem Lagerbock (4) gekoppelt ist.
  3. Lenksäulenanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerbock (4) im Bereich der Kopplung ein U-förmiges Querschnittsprofil aufweist, in dessen Freiraum (16) das lagerbockseitige Ende der Strebe (7) nach der Entkopplung verlagerbar ist.
  4. Lenksäulenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerbock (4) gegen einen von der Spritzwand (6) beabstandeten Querträger des Fahrzeugaufbaus abgestützt ist.
  5. Lenksäulenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerbock (4) über Kopplungsglieder gegen die A-Säule des Fahrzeugaufbaus abgestützt ist.
  6. Lenksäulenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Lagerbock (4) im Bereich der Ankopplungspunkte der Strebe (7) jeweils eine Sollbiegestelle ausgebildet ist.
  7. Lenksäulenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Lagerbock (4) im Bereich der Ankopplungspunkte der Strebe (7) jeweils eine Sollbruchstelle ausgebildet ist.
  8. Lenksäulenanordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerbock (4) für jede Sollbruch/biegestelle einen geknickten Haltebügel (11) aufweist, wobei der Haltebügel (11) einen Befestigungsabschnitt (13) zur Anbindung an die Strebe (7) aufweist und einen dazu angewinkelten Verbindungsabschnitt (15) als Sollbruch/biegestelle, der den Befestigungsabschnitt (13) mit einem Grundkörper (12) des Lagerbocks (4) einstückig verbindet.
  9. Lenksäulenanordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsabschnitt (15) flächenartig ausgebildet und quer zur Vorwärtsfahrtrichtung sowie im wesentlichen parallel zur Hochachse des Fahrzeugaufbaus angeordnet ist.
  10. Lenksäulenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Lagerbock (4) an den Ankopplungspunkten der Strebe (7) jeweils eine Verbindung aus einem reibschlüssig in einem horizontalen Langloch gehaltenen Bolzen (10) vorgesehen ist, die derart ausgebildet ist, daß sich infolge einer Unfallkraft der Bolzen (10) und das Langloch gegeneinander verschieben.
  11. Lenksäulenanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Langloch als an der jeweiligen Wange der Strebe (7) ausgebildeter, in Vorwärtsfahrtrichtung öffnender Schlitz (17) ausgebildet ist.
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