DD299697A7 - Augenschutzvorrichtung gegen die schädigende Wirkung des Lichtimpulses von Kernwaffendetonation - Google Patents
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Abstract
Augenschutzvorrichtung gegen die schaedigende Wirkung des Lichtimpulses von Kernwaffendetonationen. Die Erfindung findet Anwendung fuer den unmittelbaren aber auch indirekten Schutz der Augen im Gefecht handelnder Personen und ist sowohl fuer den allgemeinen Truppengebrauch als auch fuer spezielle Anwendungsgebiete geeignet. Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer technisch einfach und mit oekonomisch vertretbarem Aufwand realisierbaren Augenschutzvorrichtung, die auch vor taktischen Kernwaffen kleinen Kalibers und Lichtimpulsen hoher Energie 20 Jcm 2 ausreichenden Schutz bietet. Das Wesen der Erfindung liegt darin, dasz zwei an sich bekannte Verschluszvorrichtungen, ein mechanischer Verschlusz und ein fotochromatisches Filter in der Art kombiniert werden, dasz in Richtung des einfallenden Lichtes das fotochromatische Filter vor dem mechanischen Verschlusz angeordnet wird. Auf Grund der unterschiedlichen Wirkprinzipien der ausgewaehlten Verschluesse wird auf relativ einfache Art und Weise ein ausreichend schnell reagierender und stabiler Verschlusz realisiert, der die Hoehe des bei Einwirkung eines Lichtimpulses durch den Verschlusz hindurchgehenden Lichtes auf ein zulaessiges Masz begrenzt.
Description
Anwendungsgebiet
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schutz der Augen vor der schädigenden Wfrkung des Lichtimpulses von Kernwaffendetonationen aller Kaliber und findet Verwendung als persönliches Schutzmittel des Kämpfers für den allgemeinen Truppengebrauch, für Fahrer motoiisierter Kampftechnik der Land- und Seestreitkräfte, Piloten, Kräfte der Zivilverteidigung sowie eingebaut in optische Instrumente zum Schutz des Bedieners von Rieht- und Beobachtungsgeräten.
Zum Schutz der Augen vor der schädigenden Wirkung des Lichtimpulses von Kernwaffendetonationen ist eine Vielzahl, auf unterschiedlichen Wirkungsprinzipien beruhenden Verschlußvorrichtungen bekannt. Diese Vorrichtungen besitzen in bezug auf das Anwendungsgebiet der vorliegenden Erfindung folgende Nachteile:
Mechanische Verschlußvorrichtungen und Vorrichtungen mit Flüssigkristallen besitzen für den Schutz vor taktischen Kernwaffen < 100kt und Höhendetonationen von Kernwaffen im Mt-Bereich keine ausreichende Schließgeschwindigkeit. Vorrichtungen unter Verwendung von Lichtfiltern mit unveränderlicher Transmission schränken das Nachtsehen des Trägers unzulässig ein.
Vorrichtungen mit fotochromatischen Materialien verlieren, beding: durch den thermischen Einfluß der hohen Bestrahlungsstärke infolge optischen Fadings bzw. der Zerstörung des aktiven Materials bereits vor Abklingen des Lichtimpulses ihre Schutzwirkung bzw. besitzen infolge zu geringer Transmissionsänderung ungenügende Schutzeigenschaften. Vorrichtungen, die den Effekt der Doppelbrechung, den Kerreffekt bzw. ferroelektrische Effekte von Materialien nutzen, sind auf Grund begrenzter Verfügbarkeit und hoher Preise der aktiven Materialien für das Anwendungsgebiet der Erfindung in seiner gesamten Breito ökonomisch nachteilig.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung einer technisch einfach und mit ökonomisch vertretbarem Aufwand realisierbaren Vorrichtung für den ausreichenden Schutz der Augen gegenüber dem Lichtimpuls von Kernwaffen aller Kaliber, insbesondere auch von taktischen Kornwaffen < 100kt und in großer Höhe detonierenden Kernwaffen im Mt-dereich, die sowohl für den allgemeinen Truppengebrauch als auch für Kämpfer mit speziellen Gefechtsaufgaben verwendbar ist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die technische Aufgabe, die durch die Erfindung gelöst wird:
Es ist die Aufgabe der Erfindung eine Augenschutzvorrichtung entsprechend der Zielstellung zu schaffen, die nicht mit den Mängeln bekannter Schnellverschlüsse, wie die für den genannten Anwendungsfall unzureichende Schließgeschwindigkeit, ungenügende Transmissionserniedrigung, ungenügender temporärer Schutz oder zu hoher ökonomischer Aufwand behaftet
Merkmale der Erfindung:
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Kombination derart gelöst, daß in Richtung des einfallenden Lichtes vor eine, innerhalb 0,3 bis 10ms nach Beginn der Lichteinwirkung annähernd lichtdicht schließende mechanische Verschlußvorrichtung ein wesentlich schneller, aber nur temporär mit einer Transmissionsabnahme auf die Lichteinwirkung reagierendes fotochromatisches Filter angeordnet wird.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung gegenüber bekennten Augenschutzvorrichtungen besteht darin, daß durch die Kombination von zwei auf unterschiedlichen Wirkprinzipien beruhenden, an sich bekannten Verschlußvorrichtungen (einer relativ langsamen, innerhalb 0,3 bis 10ms aber annähernd lichtundurchlässig schließenden und einer wesentlich schneller aber nur unvollständig und zeitlich begrenzt schließenden Verschlußvorrichtung) mit relativ einfachen Mitteln ein ausreichender Schutz der Augen vor der Lichtstrahlung detonierender Kernwaffen, insbesondere taktischer Kernwaffer, mit Detonationsstärken < 100 kt gewährleistet wird.
1. Augenschutzvorrichtung bestehond aus einem mechanischen Verschluß mit magnetisch verschließbaren Lamellen und mit der Schließkurve 1 in Zeichnung 1 als langsame Verschlußvorrichtung und einem fotochromatischen Glas vom Silberhalogenidtyp mit der Schließkurvo 2 in Zeichnung 1 als schnelle Verschlußvorrichtung,Bei Einwirkung Jos Lichtimpulses der Detonation einer 1-kt-Kernwaffe würden bei getrennter Nutzung der einzelnen Verschlußvorrichtungen durch den mechanischen Verschluß 0,15% = 0,12 J · cm"2 und durch das fotochromatische Glas 25% =· 20 J cm"1 der auftreffenden Energiemenge hindurchgelassen.
In der erfindungsgemäßen Kombination beider Verschlußvorrichtungen beträgt der die Augenschutzvorrichtung durchdringende Anteil der auftreffenden Energiemenge, gemäß der resultierenden Schließkurve 3 in Zeichnung 1, nur noch 0,04% = 0,03 J · cm"2.
2. Augenschutzvorrichtung bestehend aus dem in Ausführungsbeispiel 1 angeführten mechanischen Verschluß und einer bekannten organischen fotochromatischen Folie mit der in Zeichnung 2 dargestellten Schließkurve 4.
Bei Einwirkung des gleichen Lichtimpulses wie in Ausführungsbeispiel 1 beträgt der die Aurjenschutzvorrichtung durchdringende Anteil der auftreffenden Energiemenge, gemäß der resultierenden Schließkurve 5 in Zeichnung 2 nur noch 0,0012% = 0,0OU cm"2.
Claims (2)
- Augenschutzvorrichtung gegen die schädigende Wirkung des Lichtimpulses von Kernwaffendetonationon aller Kaliber aus einer Kombination von mindestens zwei auf unterschiedlichen Wirkprinzipien beruhenden an sich bekannten Verschlußvorrichtungen, gekennzeichnet dadurch, daß in Richtung des einfallenden Lichtes vor eine, innerhalb 0,3 bis 10 ms nach Beginn der Lichteinwirkung annähernd lichtdicht schließende mechanische Verschlußvorrichtung ein wesentlich schneller aber nur temporär mit einer Transmissionsabnahme auf die Lichteinwirkung reagierendes fotochromatisches Filter angeordnet wird.Hierzu
- 2 Seiten Zeichnungen
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1983
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