DD242590A1 - Verfahren zur verfestigung der oberflaeche von plattenfoermigen holzpartikelwerkstoffen - Google Patents

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DD242590A1 DD28284485A DD28284485A DD242590A1 DD 242590 A1 DD242590 A1 DD 242590A1 DD 28284485 A DD28284485 A DD 28284485A DD 28284485 A DD28284485 A DD 28284485A DD 242590 A1 DD242590 A1 DD 242590A1
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DD28284485A
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Peter Boehme
Sigurd Wobst
Eberhard Kehr
Uwe Jensen
Gottfried Riehl
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Wtz Holzverarbeitende Ind
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verfestigung der Oberflaeche von Spanplatten mit Feinstspan-Deckschicht und von Faserplatten mittlerer Dichte. Ziel ist die Erhoehung der Kratzfestigkeit derartiger Platten bei weitgehendem Verzicht auf das Abschleifen. Es stand die Aufgabe, die feinstrukturierte Aussenzone der Deckschicht der Platte nachtraeglich zu verfestigen. Erfindungsgemaess wird auf die Plattenoberflaeche ein Gemisch aus einem duroplastisch haertbaren Harz und einem Thermoplast aufgebracht, getrocknet und anschliessend in einer Heisspresse gepresst. Hierbei wird ein Sinterungseffekt erzielt, der zu einer Verfestigung und zum Schutz der Feinstspan-Deckschicht fuehrt. Die Erfindung ist in der Plattenindustrie anwendbar.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verfestigung der Oberfläche von preßblanken oder nur minimal vorgeschliffenen bzw. egalisierten Holzpartikelwerkstoffen, insbesondere Spanplatten mit Feinstspan-Deckschicht und Faserplatten mittlerer Dichte.

Charakteristik der bekannten technischen Lösungen

Bekannt sind Spanplatten mit Feinstspan-Deckschicht und Faserplatten mittlerer Dichte (MdF), die aufgrund ihrer feinstrukturierten, gleichmäßigen Oberfläche hohen Anforderungen hinsichtlich der Oberflächenbeschichtung genügen. Eine Einschränkung ist jedoch insofern gegeben, als die Außenzone der in den üblichen Etagenpressen heißgepreßten Platten nur eine sehr geringe Kratzfestigkeit im pressefallenden, preßblanken Zustand~aufweist. Eine wesentliche Ursache für die ' ungenügende Kratzfestigkeit ist das vorzeitige Aushärten des Klebstoffes und das Austrocknen der äußeren Partikelschicht infolge der Temperatureinwirkung noch vor Erreichen der Verdichtung.

Bei der Endfertigung der Spanplatten und MdF ist es daher erforderlich, die nicht kratzfeste Außenzone abzuschleifen, so daß hohe Material- und Energieverluste entstehen. Der Abschliff bis in tiefer liegende feste Schichten beträgt nicht selten 0,4...0,8mm je Plattenseite.

Ziel der Erfindung

Das Ziel der Erfindung besteht darin, die Kratzfestigkeit der Oberfläche von Spanplatten mit Feinstspan-Deckschicht und Von MdF zu erhöhen, unter weitestgehendem Verzicht auf aufwendige Schleifprozesse.

Darlegung des Wesens der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die feinstrukturierte Außenzone der Platte nachträglich zu verfestigen und damit zu schützen.

Erfindungsgemäß wird auf die Oberfläche einer Spanplatte oder einer MdF ein pastöses Gemisch aus 60... 95 Teilen einer flüssigen, duroplastisch aushärtbaren Harzkomponente und 5... 40 Teilen eines festen, vernetzbaren Thermoplasts aufgetragen, getrocknet und anschließend in einer Heißpresse bei einem DruckvonO,5...1,5MPa und einer Temperatur von mindestens 140°C während einer Zeitdauer von mindestens 120s verpreßt.

Als flüssige Komponente wird vorteilhafterweise eine wäßrige Lösung eines HarYistoff-Formaldehyd-Harzes verwendet, die gleichzeitig einen für diesen Harztyp bekannten und üblichen Härter enthält. Als rein organisches System kann ebenfalls Monostyren verwendet werden, mit einem organischen Peroxid, wie z. B. tert. Butylperbenzoat, als Katalysator.

Als Feststoffkomponente im Gemisch dient vorzugsweise Polyethylen-Pulver. Für dessen Vernetzung kann ebenfalls ein hierfür bekanntes und geeignetes organisches Peroxid in der Mischung enthalten sein. Beispielsweise können hierfürtert. Butylperbenzoat oder Cumolhydroperoxid verwendet werden. Bei geeigneter Gemischzusammensetzung kann also das verwendete Peroxid sowohl der Härtung des Duroplasts (Styren) als auch der Vernetzung des Thermoplasts dienen. Eine Vernetzung der Polyethylen-Komponente kann aber auch nach beendetem Preßvorgang mittels energiereicher Strahlung vorgenommen werden. Falls gewünscht, kann das Gemisch auch angefärbt werden.

Die Zwischentrocknung des aufgetragenen Gemisches erfolgt im Temperaturbereich von gewöhnlicher Raumtemperatur bis zu maximal 600C, um eine vorzeitige Härtung des duroplastischen Harzes zu vermeiden.

Überraschenderweise wurde festgestellt, daß während des Preßvorganges eine Sinterung stattfindet: Das duroplastische Harz dringt in die Außenzone der Deckschicht ein und härtet hier aus, während der Thermoplast auf der Oberfläche der feinstrukturierten Außenzone abgefiltert wird, sich hieranreichert und einen Film bildet. Im Ergebnis dieser Sinterung wird also die feinstrukturierte Außenzone innerlich verfestigt und gleichzeitig mit einem zähelastischen Film überzogen. Der bisher notwendige Abschliff wird vermieden oder minimiert und der Charakter der feinen Oberfläche bleibt erhalten, bei Gewährleistung einer guten Kratzfestigkeit.

Ausführungsbeispiele Beispiel 1:

Ein Gemisch aus 70 Masseteilen eines formaldehydarmen Hamstoff-Formaldehyd-Harzes, 10 Masseteilen eines Härters (Zusammensetzung: 25% Ammoniumchlorid, 55% Harnstoff, 20% Hexamethylentetramin) und 15 Masseteilen Polyethylen-Pulver, das vor dem Zumischen zum Harnstoff-Formaldehyd-Harz mit 5 % tert. Butylperbenzoat benetzt worden ist, wird mittels einer Leimauftragsmaschine in einer Menge von 100 g/m2 auf eine preßblanke Spanplatte mit feinstrukturierter Außenzone aufgetragen, bei Raumtemperatur in Hordenwagen 2 h getrocknet und anschließend in einer Heißpresse zwischen zwei Preßblechen bei 140°C und 1 MPa 120s verpreßt.

Beispiel 2:

Ein Gemisch aus 60 Masseteilen eines Harnstoff-Formaldehyd-Harzes, 10 Masseteilen eines Härters (Zusammensetzung: 30% Ammoniumchlorid, 60% Harnstoff, 10% Hexamethylentetramin), 10 Masseteilen Eisenoxidbraun und 15 Masseteilen Polyethylen-Pulver, das vor dem Zumischen zum Harnstoff-Formaldehyd-Harz mit 5% Cumolhydroperoxid benetzt worden ist, wird mittels einer Laumauftragsmaschine in einer Menge von 120g/m2 auf eine minimal vorgeschliffene Spanplatte mit feinstrukturierter Außenzone aufgetragen, bei 60°C5min in einem Trockenkanal getrocknet und anschließend in einer Heißpresse zwischen einem strukturierten und einem glatten Preßblech bei 15O0C und 1 MPa 120s verpreßt.

Beispiel 3: · - .

Ein Gemisch auf 48 Masseteilen Monostyren, 3 Masseteilen tert. Butylbenzoat, 40 Masseteilen Polyethylerr-Pulv'er und 10 Masseteilen Eisenoxidbraun wird mittels einer Leimauftragsmaschine in einer Menge von 120 g/m2 auf eine minimal vorgeschliffene Spanplatte mit feinstrukturierter Außenzone aufgetragen und anschließend in einer Heißpresse zwischen einem strukturierten und eine glatten Preßblech bei 1500C und 1 MPa 120s verpreßt.

Beispiel 4:

Ein Gemisch auf 60 Masseteilen Harnstoff-Formaldehyd-Harz, Typ Leuna-Leim 4510,10 Masseteilen Eisenoxidbraun, 10 Masseteilen Leuna-Härter 212 (40%ige Lösung) und 20 Masseteilen Polyäthylenpulver wird mit Hilfe einer Leimauftragsmaschine in einer Menge von 80g/m2 auf eine furnierte Spanplatte aufgetragen, bei 600C 5 min in einem Trockenkanal getrocknet, anschließend zwischen zwei glatten Preßblechen bei 1400C und 1 MPa 120s verpreßt und zum Schluß 2s in einer Elektronenstrahlhärtungsanlage mit einer Beschleunigungsspannung von 150 kV und einem Strahlstrom von 100 mA bestrahlt.

Claims (8)

  1. Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Verfestigung der Oberfläche von plattenförmigen Holzpartikelwerkstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß auf. die Oberfläche des Holzpartikelwerkstoffs ein pastöses Gemisch auf 60 bis 95 Teilen einer flüssigen, duroplastischen aushärtbaren Harzkomponente und 5 bis 40 Teilen eines festen, vernetzbaren Thermoplasts aufgetragen, getrocknet und anschließend in einer Heißpresse bei einem Druck von 0,5 bis 1,5 MPa und einer Temperatur von mindestens 140°C während einer Zeitdauer von mindestens 120 s gepreßt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch aufgetragen wird, das als duroplastische Komponente eine wäßrige Lösung eines Harstoff-Formaldehyd-Harzes mit einem dafür bekannten Härter enthält.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch aufgetragen wird, das als duroplastische Komponente Monostyren mit einem organischen Peroxid als Härter enthält.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch aufgetragen wird, das als Thermoplast Polyethylen-Pulver enthält. ' .
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch aufgetragen wird, das ein für die Vernetzung von Polyethylen geeignetes organisches Peroxid enthält.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein gefärbtes Gemisch aufgetragen wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aufgetragene Gemisch bei Raumtemperatur bis zu einer Temperatur von höchstens 600C getrocknet wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aufgebrachte Polyethylen nach dem Preßvorgang durch energiereiche Strahlung vernetzt wird.
DD28284485A 1985-11-14 1985-11-14 Verfahren zur verfestigung der oberflaeche von plattenfoermigen holzpartikelwerkstoffen DD242590A1 (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19907939C1 (de) * 1999-02-24 2000-05-31 Homag Maschinenbau Ag Durchlaufverfahren und Vorrichtung zum Anbringen eines Beschichtungsmaterials an porösen Schmalseiten von Werkstücken
DE10261569A1 (de) * 2002-12-23 2004-07-22 IHD Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH Kombinationswerkstoff, Verfahren zu seiner Herstellung und Verwendungen

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