Ofen zur trockenen Destillation von Iblaugen und ähnlichen Nassen. Vorliegende Erfindung betrifft einen Ofen zur trockenen Destillation von Ablautgen7 zum Beispiel von Zellulosefabriken, und älin- liehen Massen.
Es sind schon früher zu die sem Zwecke bestimmte Öfen konstruiert wor den, bei welchen die zur trockenen Destilla tion erforderliche Wärme der zu destillieren den Masse unmittelbar durch die Destillations- gase oder durch diese In Verbindung mit zu,ueführtem Wasserdampf dadurch zuge führt wird, dass diese Gase abwechselnd mit der Masse und mit Heizkörpern in Berührung gebracht werden, welche in einer mit dem Destillationsraume des Ofens verbundenen Wärmekammer angebracht sind (siehe das schweizerische Patent Nr. <B>83839)
.</B> Bei der praldischen Verwendung dieses Ofens hat es sieh abe-r gezeigt, dass derselbe zwei Nach teile hat, von welchen der eine darin besteht, dass der Widerstand gegen die Bewegung der Gase in ihm so gross wird, dass zum Treiben des Gebläses, welches die Zirkulation der Gase be,#virkt, viel Kraft verbraucht wird, und der andere darin,
dass zur Beschickung- .-er '9"agen mit der trocken zu destillierenden Masse und zum Entfernen des Trockendestil- lationsrückstandes von denselben eine zeit raubende und teure Handarbeit erforderlich ist. Diese Übelstände sind bei dem den Ge- ,genstand der Erfindung bildenden Ofen we- sentlieli vermindert.
Gemäss der Erfindung besitzt der Destil- lationsraum solche Form, und die Wärme kammer ist mit diesem Destillationsraum so verbunden, dass die Gase durch den Destil- lationsraum in wagrecliter Richtung getrie ben werden, wobei zur Aufnahme der Destil- lationsmasse mit Etagen versehene 'Wagen vorl.esellen sind, welche in einer Reihe in dem Destillationsraume angebracht und mit einander so verbunden sind,
dass jede solche Etage aller Wagen einen zusammenhängen den wagrechten, sich durch die ganze Wagen- reihe-hindurchzielienden Kanal bildet. Hier durch wird der Widerstand gegen die Bewe gung der Gase wesentlich vermindert, wäh rend deren Wärme gleichzeitig möglichst voll ständig ausgenutzt wird.
Die zirkulierenden Gase, welche durch einen solchen Kanal strii- men, bestreichen nämlich unmitfelbar die Obersäte einer Stoffschicht; und erwärmen (-pleiehzeitio# mittelbar die auf der nächsten obern Etage liegende Stoffschieht von unten.
Der Destillationsrauin ist zweckmässig am einen Ende mit einer Offnuno- zum Einführen und Herausnehmen der Wagen versehen und steht an dem ento,eo#enoesetzten Ende mit der <B>n</B> :# Il# Wärmekammer durch einen Kanal in Ver bindung, dessen eine Mündung so angeordnet ist, dass der letzte Wa#,en der Reihe mit dem Kanal dicht verbunden werden kann. Hier durch werden die aus der Wärmehammer kommenden Gase unmittelbar in die von den Etagen der '\Vagen gebildeten wagrecliten Kanäle hineingeleitet.
Um die Gase auf diese verschiedenen Kanäle in richtiger 'Weise züi verteilen, kann man hierbei vorteilhaft in dem genannten Kanal, welcher die W1ärine- kammer mit dem Destillationsraunie verbin det.
einen oder mehrere Schirme anbringen, und unmittelbar vor diesenVerteilerschirmen ,-.-Ird da3,)enige Gebläse angebracht, welches dazu-dient, die Gase durch den Destillations- raum zu treiben, so dass die erhitzten Gase unmittelbar vor ihrer Verteilung auf die ver- 21 #;chiedenen Kanäle miteinander gut; vermischt werden.
Auf der beigefügten Zeichnung ist als Beispiel eine Ausführungsforin der Erfin dung dargestellt.
Fi-. <B>1</B> zeigt einen gemäss der Erfindung aus"eführten Destillationsofen in genkrech- teni LanIgssohnitt durch den Destillations- ratim. und durch die Wagen in diesem, und Fig. 2 zeigt denselben Ofen in wagrech- tem Selinitt durch den Destillationsraum und darch die -,#ÄTärmel#ammer;
Fig. <B>3</B> ist ein Querschnitt nach der Linie A-B in Fig. <B>1,</B> -und Fi--. 4 ein Schnitt- nach der Linie C-D i r-- Fi <B><U>-.</U> 1.</B>
Der dargestellte Ofen besteht aus einem langgestreehten Destillationsraum <B>1</B> und aus einer an der Seite desselben angebrachten Wärmekammer<B>2,</B> -worin die Heizkörper<B>3</B> ,in,Yeordnet sind. Da es sich als sc'hwieri(V n<B>z\</B> herausgestellt hat, Ofen dieser Gattung rc"- ,Z n nüo,end dicht zu bekommen, so -wird der t3 ganze Ofen am besten. aus Eisenblech aus geführt. Da ein solcher Ofen aber viel Wärme ausstrahlt, so ist es zweckmässig, ihn mittelst ZD.
eines #q ussern Mauerwerkes (auf der Zeichnung nicht dargestellt) zu isolieren, welches in solcher Entfernung von den Ofenwänden an gebracht wird, dass zwischen diesen und dem <B>Z,</B> Hauerwerk eine wärmeisolierende Luftschicht vorhanden ist. Wenn mehrere Ofen neben- c.inandergebaut werden, so können sie durch dünneres Mauerwerk voneinander getrennt werden.
Der Destillationsraum <B>1</B> und die Wärme kammer 2 stehen an beiden Enden miteinander in Verbindung, und zwar an dem hintern Ende, (rechts in Fig. <B>1</B> und 2) durch das Rohr 4 und das Gebläse<B>5</B> und am vordern Ende dadurch, dass die Zwischenwand<B>6</B> um ein Stück vor dem vordern Ende des Ofens endet, so dass an dieser Stelle eine Offnung <B>7</B> gebildet wird.
Der Destillationsrauni ist am vordern Ende (links in Fi.-. <B>1</B> und 2 mit einer mittelst einer Tür<B>8</B> verschliessbaren Offnung zum Einführen und Herausnehmen der )Vagen<B>9</B> versehen, welche auf Schienen eingeschoben werden können, so dass sie eine zusammenhängende Reihe bilden, welche den ganzen Destillationsraum mit Ausnahme, des der Tür<B>8</B> am nächsten lieoenden Teils desselben beinahe vollständig ausfüllt.
Von diesem Teile des Destillationsraumes er streckt sich ein Rohr<B>10</B> zum Ableiten der jenigen Destillationsgase, welche -aus dem Ofen heraus-enommen werden sollen, um nach einem Kondensator oder nach einem an dern Ofen geleitet zu werden. In die Wärine- kammer mündet ein Rohr<B>11</B> zum Zuführen von Wasserdampf, während derjenigen Pe rioden des Destillationsprozesses, wo dies er forderlich ist.
Die Heizköner <B>3</B> in der Wärmekammer bestehen be-i der dargestellten Ausführungs form aus einem einzigen, selilangenlinien- förmig gebogenen Rohre, welches von dem einen Ende der Kammer nach dem andern in der durch die Pfeile 12 in Fig. <B>1</B> angegebenen Richtung von Feuergasen durchströmt wird. Die Destillalionsgase dagegen strömen durch L, zn die Wärmekammer i<B>'</B> n derjenigen Richtung, welche durch die Pfeile<B>13</B> in Fig. 2 angege ben wird.
An Stelle von solchen von Feuer gasen durchströmten Heizkörpern kann man jedoch auch, wenn erwünscht, elektrische Heizkörper verwenden.
Die Wagen<B>9</B> bestehen aus auf Rädern aufruhenden, im Querschnitt viereckigen Blechkasten, welche an beiden Enden offen, im übrigen aber ringsum geschlossen sind. Diese Kasten sind durch in gleichen gegen seitigen Abständen übereinander angebrachte Zwischenböden 14 in eine Mehrzahl von Etagen geteilt, welche<B>je</B> einen wagrechten Kanal von verhältnismässig grosser Breite, aber geringer Höhe bilden. Die Etagen brau chen j:t,2doell nicht notwendigerweise dieselbe Breite zu haben wie dioWagen, sondern diese h.örnen. gegebenenfalls durch eine senkrechte, in der Längsrichtung des Wagens verlaufende Zwischenwand in zwei Hälften geteilt wer den.
Wichtig ist dagegen, dass die verschie denen Etagen in aller Wagen in gleicher Höhe liegen, so dass sie, wenn die Wagen in der in Fig. <B>1</B> dargestellten Weise in einer Reihe nebeneinander aufgestellt werden,'<B>zu-</B> sammenhängende wacyrechte, sieh durch die ganze Wagenreihe hindurchziehende Kanäle bilden.
Die hintere Öffnung ödes Destilla- tionsraumes <B>1,</B> welche durch einen' sieh trichterförmig verjüngenden Teil<B>15</B> mit dem Gebläse<B>5</B> in Verbindung steht, ist so -an geordnet, dass der letzte Wagen der Reihe mit ihr dicht verbunden werden kann, so dass die aus der Wärmekammer 2 kommenden Gase unmittelbar in die von den Etagen der Wagen gebildeten Kanäle hineingetrieben -werden. In dem Teile<B>15</B> sind mehrere Schirme<B>16</B> angebracht, welche dazu dienen, die Gase auf diese verschiedenen Kanäle zu -verteilen, nachdem die Gase unmittelbar vor her durch das Gebläse vermischt worden sind.
Da die Masse, welche trocken destilliert werden soll, im flüssigen Zustande auf den Böden 14 ausgebreitet wird und im übrigen auch während des ersten Teils der Destillation immer noch flüssig ist, so werden die Böden an dem einen oder an beiden offenen Enden jedes Wagens mit schräggestellten oder ge gebenenfalls herunterklappbaren Randpartien <B>17</B> ausgerüstet, welche<B>je</B> nach der Dicke der Stoffsehielit eine Höhe von<B>3</B> bis<B>6</B> cm haben können.
Verwendet man dünne Schichten, so genügt es, feste, schräg nach oben und nach aussen gerichtete Randpartien (Fig. <B>1)</B> zu verwenden, so dass der Desfillationsrück- stand, der infolge der Zusammenziehung während des Prozesses auf den Böden lose liegt, dadurch leicht entfernt werden kann, dass man das eine Wagenende hebt, bis der Destillationsrückstand herausfällt.
Will man dagegen dickere Stoffsehichten haben, so wer den die Randpartien<B>17</B> am besten herunter klappbar angeordnet, so dass sie das Entfer nen des Destillafionsrückstandes von den Böden niclit hindern. In diesem letzteren Falle müssen die Randpartien jedoch vor der nächsten Beschickung mit flüssiger Masse gedichtet werden, was zweckmässig mit Hilfe <I>2D</I> von Kalkmörtel erfolgen kann.
Um Undichtigkeiten zwischen den -ver schiedenen Wagen der Reihe zu vermeiden, werden diese zweckmässig mit Schrauben- verbindungen oder ähnlichen Kupplungsvor richtungen ausgerüstet, womit sie an den Enden miteinander dicht verbunden werden können. Die Dichtung zwischen dem letzten Wagen der Reihe und der hintern Öffnung des Destillationsraumes kann dadurch her- beige-fÜhrt werden, dass die Wagenreihe Gagen diese Öffnung geschoben und durch Ein schieben von Klötzen unter die Räder ge sperrt wird.
Natürlich kann man jedoch auch an dieser Stelle Schraubenverbindungen verwenden.
Die Wirkungsweiso des beschriebenen Ofens dürfte aus dem oben Gesagten ohne weiteres hervorgehen. Die Gase werden durch das Gebläse<B>5</B> veranlasst, durch die Wärme kammer und durch die Wagen in dem De- stillationsraume in der durch die Pfeile<B>13</B> in Fig. 2 angegebenen Richtung zu zirkulie ren, wobei sie Wärme von den Heizkörpern<B>3</B> aufnehmen und dieselbe an die trocken zu destillierende Masse wieder abgeben.
Auf diese Weise kann man die Masse auf die ver- hältnismässi,o., niedrigen Temperaturen (höch stens<B>500' C)</B> gleichförmig erhitzen, welche ZD zur Durchführung des Prozesses erforderlich sind.