CH96066A - Verfahren zum Betriebe von Elektroden-Dampferzeugern mittelst Gleichstrom. - Google Patents
Verfahren zum Betriebe von Elektroden-Dampferzeugern mittelst Gleichstrom.Info
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F22—STEAM GENERATION
- F22B—METHODS OF STEAM GENERATION; STEAM BOILERS
- F22B1/00—Methods of steam generation characterised by form of heating method
- F22B1/28—Methods of steam generation characterised by form of heating method in boilers heated electrically
- F22B1/30—Electrode boilers
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Description
Verfahren zum Betriebe von Elektroden-Dampferzeugern mittelst Gleichstrom. Bei der Einführung des elektrischen Be triebes an Stelle des Dampfbetriebes bei Bahnen macht sich das Bedürfnis nach einer Beheizungsart der Züge geltend, die die vor handenen Einrichtungen mit möglichst ge ringen Abänderungen zu verwenden gestattet. Bei mit Wechselstrom betriebenen Bahnen besteht eine einfache Lösung darin, dass auf der Lokomotive in einem Elektroden-Dampf- kessel bekannter Art (z. B. Revelkessel) Dampf erzeugt wird, den man zum Beheizen des Zuges genau in derselben Weise, wie früher beim Dampfbetrieb verwendet.
Liegt aber als Betriebskraft Gleichstrom vor, so gelingt das Verfahren nicht ohne weiteres, weil Gleichstrom das Wasser bekanntlich in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauer stoff zerlegt. Diese Gasmischung, unter dem Namen "Knallgas" bekannt, gesellt sich dem Dampf bei und kann durch ihre ausserordent liche Feuergefährlichkeit und Explosivität zu Unfällen und Betriebsstörungen führen. Be sonders in der hintern Wagenreihe kann sich das Gas infolge der zunehmenden Konden sation des Heizdampfes in den Leitungen und Heizkörpern so stark anreichern, dass explo sive Mischungen auftreten.
Durch irgend welche Funkenbildung in der Leitung, wie sie bei elektrischem Zugbetrieb durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt, würde eine gefährliche Explosion entstehen.
Es hat sich ferner gezeigt, dass bei Elek- troden-Dampferzeugern ausser durch Elektro lyse noch mit einer andern Möglichkeit der Knallgasbildung zu rechnen ist. Übersteigt nämlich die Stromdichte an den -Elektroden einen gewissen Betrag, so kommt es zwischen Elektrode und Flüssigkeit zur Bildung von Lichtbögen. In der hohen Lichtbogentempe- ratur wird der Wasserdampf von selbst in seine Bestandteile zerlegt.
Zufolge der grossen Diffusionsgeschwindigkeit des Wasserstoffes tritt Entmischung ein, so dass beim Austritt aus der Lichtbogenzone höchstens eine teil weise Wiedervereinigung zu Wasser statt findet. Versuche haben gezeigt, dass dieser Vorgang bei Gleichstrom bei bedeutend ge ringerer Stromdichte auftritt als bei Wechsel strom. Durch Verwendung von Elektroden, wie sie in der- schweizerischen Patentschrift Nr.88628 beschrieben sind, lässt sich in dessen die Stromdichte leicht unter das ge fährliche Mass drücken.
Das den Gegenstand vorliegender Erfin dung bildende Verfahren bezweckt nun, die Verwendung von Gleichstrom zur Dampf erzeugung zu ermöglichen. Das Verfahren beruht darauf, dass Massnahmen getroffen werden, die verhindern, dass sich ein explo sives Krrallgasgernisch in den Dämpfleitungen und -Verbrauchern ansammelt. Es kann bei spielsweise wie folgt verfahren werden I. Das sich bildende Knallgas wird un schädlich gemacht, indem man es mit sö viel Luft verdünnt, dass die Gasmischung auch bei vollständiger Verdichtung des Wasser dampfes nicht explosiv ist. Um die Luftzu fuhr dem Dampf- und somit dem Stromver brauch entsprechend zu regeln, wird die Luftpumpe zweckmässig mit der Speisewasser pumpe gekuppelt.
II. Die Bildung einer explosiven Mischung wird verhindert, indem mindestens eine Kom ponente des Knallgases bei ihrer Entstehung an der Elektrode chemisch gebunden wird. Das wird zum Beispiel dadurch erreicht, dass die Kathode aus einem leicht reduzierbaren, leitenden Oxyd hergestellt oder mindestens mit einem solchen überzogen wird. Der sich ausscheidende Wasserstoff wird sofort oxy diert, während das genannte Oxyd zu einer niedrigen Oxydationsstufe oder zu Metall reduziert wird. Zweckmässig kann man. die Anode aus dem Metall, das dem Kathoden oxyd zugrunde liegt, herstellen. Während des Betriebes bildet sich an ihr das näm liche Oxyd.
Wenn nach einer gewissen Zeit die Kathode erschöpft, d. h. reduziert ist, kann die Stromrichtung gewechselt werden, wodurch der Vorgang sich im umgekehrten Sinne wiederholt.
Die Vorschläge I und II können mitein ander verbunden werden, indem man die Luft längs der Kathodenoberfläche in den Kesselraum austreten lässt. Die Kathode wird dadurch vorweg zum Teil regeneriert.
Eine weitere Möglichkeit, 'die Wasserstoff entstehung zu unterdrücken, besteht darin, dem Kesselspeisewasser geeignete Metallsalze beizumischen, die bei der Elektrolyse zerlegt werden, wobei an der Kathode anstatt Wasser stoff das betreffende Metall zur Ausscheidung gelangt.
Schliesslich könnten auch im Kessel an geeigneter Stelle katalytisch wirkende Sub stanzen angebracht werden, welche die ent stehenden Knallgaskomponenten ohne Ex plosion zu Wasser vereinigen.
Das vorliegende Verfahren findet mit Vor teil Verwendung bei der Beheizung von mit Gleichstrom betriebenen Eisenbahnzügen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Betriebe von Elektroden- Dampferzeugern mittelst Gleichstrom, da durch gekennzeichnet, dass Massnahmen ge troffen werden, welche verhindern, dass sich ein explosives Knallgasgemisch in den Dampf leitungen und -Verbrauchern ansammelt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Knallgas mit Luft verdünnt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der eingeführten Luft durch Kupplung der Luftpumpe mit der Speise wasserpumpe des Dampfkessels in Ab hängigkeit von der Speisewasserförderung gebracht wird.ä. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die eingeführte Luft längs der Ka thodenoberfläche in den Kessel austreten lässt. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kom ponente des sich bildenden Knallgases bei ihrer Entstehung chemisch gebunden wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wasserstoff oxydiert wird, indem die Kathode wenigstens an ihrer Oberfläche aus einem leicht reduzierbaren Metalloxyd hergestellt wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anode aus dem Metall, das dem Ka thodenoxyd zugrunde liegt, hergestellt wird, so dass sich beim Betrieb dasselbe Oxyd bildet. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kesselspeise wasser Metallsalze beigemischt werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH96066T | 1921-04-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH96066A true CH96066A (de) | 1922-09-01 |
Family
ID=4353735
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH96066D CH96066A (de) | 1921-04-28 | 1921-04-28 | Verfahren zum Betriebe von Elektroden-Dampferzeugern mittelst Gleichstrom. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH96066A (de) |
-
1921
- 1921-04-28 CH CH96066D patent/CH96066A/de unknown
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