CH698384B1 - Verfahren zum automatischen Aufziehen einer Uhr. - Google Patents
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Abstract
Bei einem Verfahren zum automatischen Aufziehen einer Uhr (6), insbesondere einer mechanischen Automatikuhr, deren Geräusche mittels eines Signalaufnehmers (5) ermittelt werden, der mit einer Auswerteelektronik (3) verbunden wird, soll die Auswerteelektronik durch die Analyse der Geräusche die Notwendigkeit des Aufziehens der Uhr ermitteln und ein Gerät zum Aufziehen der Uhr steuern.
Description
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum automatischen Aufziehen einer Uhr, insbesondere einer mechanischen Automatikuhr, deren Geräusche mittels eines Signalaufnehmers ermittelt werden, der mit einer Auswerteelektronik verbunden wird. Stand der Technik [0002] Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Uhrenüberwachung. Beispielsweise wird in der US 5 325 313 ein Verfahren beschrieben, bei dem die Schlagintervallgenauigkeit überprüft wird. Dies geschieht über ein Mikrofon und einen Verstärker, wobei der mechanische Schlag in ein elektrisches Signal umgewandelt und dieses Signal verstärkt wird. Dieses Signal wird einem Schlagzeitanalysegerät übermittelt. [0003] Bei der FR 2 767 205 befindet sich die Uhr in einer elektroakustischen Einrichtung und wird von einem Mikrofon überwacht. Dies geschieht aber ausschliesslich zum Ermitteln von Fehlern, wobei das Geräusch der Unruhe überwacht wird. [0004] Zum Aufziehen von insbesondere mechanischen Automatikuhren werden heute sogenannte Uhrenbeweger verwendet, welche diese Automatikuhren in eine bestimmte Richtung drehen, so dass ein Aufziehen dieser Uhren erfolgt. Dies gilt selbstverständlich vor allem für sehr hochwertige Automatikuhren. [0005] Ein Nachteil dieser Uhrenbeweger ist, dass diese, sofern sie nicht rechtzeitig abgestellt werden, die Uhr zu stark aufziehen. Uhren, die in einem zu stark aufgezogenen Zustand laufen, schwingen im Schwingelement (in der Regel in der Unruhe) nicht harmonisch, sondern es kommt zu einem sogenannten "Prellen". Dies ist ein Geräusch, was darauf hinweist, dass die häufig eingesetzten Ankerhemmungen neben der normalen starken Belastung einer erhöhten mechanischen Belastung unterliegen, da ein Federhaus ständig maximale Kraft auf das gesamte Werk ausübt. Das Federhaus selbst wird durch ständiges "Überziehen" dahingehend belastet, dass die Rutschkupplung in diesem Zustand erhöhter Reibung ausgesetzt ist. Damit ist ein Verschleiss derartiger Uhren erhöht. Aufgabe [0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der o.g. Art zu entwickeln, mit dem ein Aufziehen gesteuert und vor allem ein "Überziehen" der Uhr vermieden wird. Lösung der Aufgabe [0007] Zur Lösung der Aufgabe führt, dass die Auswerteelektronik durch die Analyse der Geräusche die Notwendigkeit des Aufziehens der Uhr ermittelt und ein Gerät zum Aufziehen der Uhr steuert. [0008] Während des Ablaufs der Gangreserve ist deren Wert über lange Zeit hinweg relativ konstant und das Schwingelement führt harmonische Schwingungen aus. Gegen Ende der Gangreserve nimmt jedoch die Antriebskraft aus dem Federhaus ab, wodurch die Geräuschentwicklung beeinflusst wird. Beispielsweise kann über ein Mikrophon als Signalaufnehmer die Stärke von bestimmten Geräuschen der Uhr oder aber auch der zeitliche Abstand zwischen zwei bestimmten Geräuschen ermittelt werden. Beide Amplituden nehmen gegen Ende der Gangreserve ab, so dass dies für die Auswerteelektronik ein Zeichen ist, einen Aufzugsvorgang zu starten. [0009] In einem weiteren Verfahren, welches bevorzugt zusammen mit dem oben beschriebenen Verfahren angewendet werden soll, wird ein Prellgeräusch der Uhr ermittelt. Wie oben beschrieben deutet dieses Prellgeräusch auf ein Überziehen der Uhr hin. Sobald somit die Auswerteelektronik ein Prellgeräusch ermittelt, sollte sie den Aufzugsvorgang stoppen. Das Prellgeräusch ist im Übrigen darauf zurückzuführen, dass das Federhaus anfänglich, wenn die Uhr maximal aufgezogen ist, mehr Energie abgibt, als im anschliessenden Ablauf während der Gangreserve. In diesem Zustand erzeugt die Unruhe ein Prellgeräusch. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung werden als Geräusche zur Bestimmung der Amplitude das Geräusch benutzt, bei dem eine Ellipse auf der Unruhe eine Gabel eines Ankers der Uhr berührt, und das Geräusch, bei dem ein Ankerrad auf eine Palette des Ankers fällt. Im Rahmen der Erfindung können jedoch auch andere Geräusche verwendet werden. [0010] Die erfindungsgemässen Verfahren können auch mit der Eingabe einer Drehzahl gekoppelt werden. Die Drehzahl bis zu einem Aufzugsmaximum der Uhr ist abhängig vom Werk und der spezifischen Konstruktion der Uhr. In der Regel kann dieser Wert von einem Uhrwerkehersteller erfahren und dann vorab in die Auswerteelektronik eingegeben werden. Auf jeden Fall sollte die Uhr zumindest mit der angegebenen Drehzahl aufgezogen werden. Sollte ein darüber hinausgehendes Aufziehen bis zu einem Maximum gewünscht werden, so wird das Prellgeräusch der Uhr ermittelt, bis zu dem die Uhr weitergedreht wird. [0011] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung bezieht sich darauf, dass ein von der Uhr abgegebenes Geräusch auch zur Ermittlung des Zustandes des Werkes herangezogen werden kann. Uhrenöle wirken beispielsweise als Schmierstoffe und nehmen den Abrieb der Zapfen und Lager auf. Das bedeutet, dass das Öl allmählich verschmutzt. Auch durch Alterung neigen viele Öle zusätzlich zum Verharzen. Insgesamt wird dadurch das Räderwerk schwergängiger und die Amplitude der Unruhe zwischen zwei Geräuschen wird kleiner. [0012] Soll nun auch eine Überwachung von beispielsweise der Notwendigkeit der Reinigung des Werkes erfolgen, so wird die Uhr auf den Uhrenbeweger über dem Signalaufnehmer aufgespannt. Der Zustand der Uhr, ob sie beispielsweise frisch überholt ist, wird noch bevorzugt in die Auswerteelektronik eingegeben. [0013] Im Laufe von Monaten bzw. Jahren nimmt dann der Durchschnittswert der Amplitude zwischen zwei Geräuschen ab. Ab einem zu definierenden, unteren Wert der durchschnittlichen Amplitude wird dann von der Auswerteelektronik ein Service zur Reinigung empfohlen. Diese Empfehlung erfolgt durch eine Signalmeldung in oder an der Auswerteelektronik. Nach dem entsprechenden Service kann die Uhr kontrolliert und die jetzt geltende Amplitude wieder in der Auswerteelektronik als Basiswert gespeichert werden. [0014] Der Vorteil der erfindungsgemässen Verfahren besteht somit darin, dass die Uhren, die entsprechend den erfindungsgemässen Verfahren gesteuert aufgezogen werden, einem deutlich geringeren Verschleiss unterliegen. Ferner durchläuft die Uhr den Gangreservebereich, ist also nicht ständig im oberen Federspannungsbereich. Die gesamte Haltbarkeit wird deutlich verlängert. [0015] Ferner wird die Uhr aktiv bezüglich ihres Reinigungszustandes überwacht und unterliegt somit ebenfalls einem deutlich verringerten Verschleiss durch Abrieb und Verharzung. Figurenbeschreibung [0016] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in <tb>Fig. 1<sep>eine schematische, teilweise perspektivische Darstellung einer erfindungsgemässen Vorrichtung zur Überwachung einer Uhr; <tb>Fig. 2 bis 4<sep>eine Draufsicht auf das Zusammenwirken von Elementen einer Uhr zur Erzeugung von Geräuschen. [0017] Gemäss Fig. 1 ist ein Uhrenbeweger 1 über eine Datenleitung 2 mit einer Auswerteelektronik 3 verbunden. Der Uhrenbeweger 1 weist einen Träger 4 auf, in welchem ein Mikrophon 5 als Signalaufnahme für Geräusche einer nur gestrichelt dargestellten Uhr 6 angeordnet ist. [0018] Die Uhr 6 macht vor allem drei Geräusche entsprechend drei unterschiedlichen Stellungen von Elementen der Uhr, was in den Fig. 2 bis 4 angedeutet ist. Einer Unruhe 7 ist ein Anker 8 mit einer Gabel 9 zugeordnet. Durch den Anker 8 wird eine Palette 10 bewegt, die in ein Ankerrad 11 eingreift. [0019] Ein erstes Geräusch entsteht gemäss Fig. 2, wenn eine Ellipse auf der Unruhe 7 die Gabel des Ankers 9 berührt. Dieses Geräusch ist zeitlich sehr präzise und kann daher als Geräusch für das vorliegende Verfahren verwendet werden. [0020] Ein zweites Geräusch entsteht gemäss Fig. 3beim Abheben der Palette 10 vom Ankerrad 11. Dieses Geräusch ist sehr unregelmässig und wird deshalb für das vorliegende Verfahren bevorzugt nicht benutzt. [0021] Das dritte und stärkste Geräusch entsteht, wenn das Ankerrad 11 auf die Platte 10 des Ankers 8 fällt. Auch dieses Geräusch kann für das vorliegende Verfahren verwertet werden. [0022] Die Funktionsweise der vorliegenden Erfindung ist folgende: [0023] Zum Überwachen einer Uhr 6 wird diese auf den Träger 4 des Uhrenbewegers 1 aufgespannt, so dass das Mikrophon 5 Geräusche dieser Uhr erkennen kann. Diese Geräusche werden dann über die Datenleitung 2 an die Auswerteelektronik 3 weitergegeben. [0024] Die Auswerteelektronik nutzt nur das erste Geräusch und das dritte Geräusch gemäss den Fig. 2und 4. Dabei berechnet die Auswerteelektronik die Zeit zwischen den beiden Geräuschen (Periodendauer oder Amplitude) und ermittelt daraus beispielsweise eine noch vorhandene Gangreserve der Uhr. Während des Ablaufs der Gangreserve ist dieser Wert relativ konstant. Gegen Ende der Gangreserve nimmt jedoch eine Antriebskraft aus einem Federhaus ab und die Amplitude der Geräusche nimmt deutlich ab. Hieraus kann die Auswerteelektronik auf ein Ende der Gangreserve schliessen und beispielsweise einen Aufzugsvorgang starten. [0025] Eine andere Möglichkeit, die bevorzugt zusammen mit der erstgenannten Möglichkeit durchgeführt wird, besteht darin, dass ein Prellgeräusch der Uhr ermittelt wird. Uhren, die im zu stark aufgezogenen Zustand laufen, schwingen im Schwingelement (in der Regel in der Unruhe) nicht harmonisch, sondern es kommt zum "Prellen". Taucht dieses Geräusch auf, so bedeutet dies für die Auswerteelektronik, dass die Uhr genügend stark aufgezogen ist, so dass die Auswerteelektronik den weiteren Aufzugsvorgang stoppt. [0026] Zusätzlich zu der Ermittlung der Geräusche kann auch in die Auswerteelektronik noch eine vorgegebene Drehzahl für einen Uhrenbeweger eingegeben werden. Eine Drehzahl bis zum Aufzugsmaximum ist abhängig vom Werk und der spezifischen Konstruktion. Ein entsprechender Wert kann vom Uhrwerkehersteller erfahren und entsprechend im Uhrenbeweger vorgewählt werden. Für die Auswerteelektronik bedeutet dies, dass sie vor allem auf den Wert oberhalb der Drehzahl achtet, ob hier Prellgeräusche auftreten, so dass dadurch ein Uhrenaufziehen auch über den vom Uhrwerkhersteller vorgegebenen Wert erfolgen kann. Positionszahlenliste [0027] <tb>1<sep>Uhrenbeweger <tb>2<sep>Datenleitung <tb>3<sep>Auswerteelektronik <tb>4<sep>Träger <tb>5<sep>Mikrophon <tb>6<sep>Uhr <tb>7<sep>Unruhe <tb>8<sep>Anker <tb>9<sep>Gabel <tb>10<sep>Palette <tb>11<sep>Ankerrad
Claims (9)
1. Verfahren zum automatischen Aufziehen einer Uhr (6), insbesondere einer mechanischen Automatikuhr, deren Geräusche mittels eines Signalaufnehmers (5) ermittelt werden, der mit einer Auswerteelektronik (3) verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteelektronik durch die Analyse der Geräusche die Notwendigkeit des Aufziehens der Uhr ermittelt und ein Gerät zum Aufziehen der Uhr steuert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Prellgeräusch der Uhr (6) während dem Aufziehen ermittelt und, sobald dieses auftaucht, das Aufziehen der Uhr gestoppt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeit zwischen dem Geräusch, bei dem eine Ellipse auf der Unruhe (7) eine Gabel (9) eines Ankers (8) der Uhr (6) berührt, und dem Geräusch, bei dem ein Ankerrad (11) auf eine Palette (10) des Ankers (8) fällt, ermittelt und als Amplitude verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Unterschreitung einer vorgegebenen Amplitude über eine Auswerteelektronik (3) ein Aufzugsvorgang gestartet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreitung einer vorgegebenen Amplitude über eine Auswerteelektronik (3) der Aufzugsvorgang gestoppt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass aus einem Vergleich von zumindest einem der Geräusche mit einem gespeicherten Geräusch auf eine Wartungsnotwendigkeit der Uhr (6) geschlossen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine vorgegebene Drehzahl für einen Uhrenbeweger (1), welcher die Uhr bewegt, in die Auswerteelektronik (3) eingegeben wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Signalaufnehmer (5) dem Uhrenbeweger (1) zugeordnet ist.
9. Uhrenbeweger, zum automatischen Aufziehen einer Uhr (6) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 8, die auf einem Träger (4) aufgespannt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Uhr (6) am Träger (4) ein Signalaufnehmer (5) zum Ermitteln der Geräusche der Uhr (6) zugeordnet und dieser mit einer Auswerteelektronik (3) verbunden ist.
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