Verfahren zur Herstellung eines reaktiven Monoazofarbstoffs
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines reaktiven Monoazofarbstoffs der Formel
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Das Erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man 1 Mol der Aminoazoverbindung der formel
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mit 1 Mol 5-Chlor-2,4,6-trifluorpyrimidin umsetzt.
IGegenüber den nächstvergleichbaren, aus der französischen Patentschrift Nr. 1 221 621 (Beispiele 32-34) und aus der französischen Zusatzpatentschrift Nr. 75 771 (Beispiele 32-34) bekannten reaktiven Monoazofarbstoffen zeichnet sich der erfindungsgemäss hergestellte Farbstoff durch eine grössere Reaktivität aus.
Die Aminoazoverbindung der Formel (II) kann durch Kupplung der Diazoverbindung aus 2-Amino3,6,8-trisulfonsäure mit einer Kupplungskomponente der Formel
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worin Z ein Wasserstoffatom oder eine abspaltbare Acylgruppe bedeutet, und, wenn Z für eine abspaltbare Acrylgruppe steht, Abspaltung der Acylgruppe, hergestellt werden.
Geeignete abspaltbare Acylgruppen sind z. B. die Formyl-, Propionyl- und Butyrylgruppen und insbesondere die Acetyl-. Methoxycarbonyl- und Aethoxycarbonylgruppen.
Die Abspaltung der Acylgruppe kann in einem mineralsauren Medium, z.B. in 2 bis 10 Obiger Salzoder Schwefelsäure, lbei Temperaturen von 70-100 "C oder in einem alkalischen Medium, z. B. in 2 tis 10 n^'Oiger, vorzugsweise 3-Su/niger, Natriumhydroxidoder Kaliumhydroxidlösung, bei Temperaturen von 800 bis zur Siedetemperatur der Lösung, vorzugsweise bei 90-95 C ausgeführt werden.
Die Umsetzung der Aminomonoazoverbindung der Formel (II) mit 5-Chlor-2,4,6-trifluorpyrimidin, wird vorzugsweise in wässrigem Medium durchgeführt. Hierbei kann das 5-Chlor-2,4,6-trifluorpyrimidin als solches in konzentrierter Form, oder aber in einem organischen Lösungsmittel gelöst. zur Anwendung gebracht werden.
Als Lösungsmittel eignen sich insbesondere Aceton, Benzol, Chlorbenzol und Toluol.
Die Reaktionstemperatur kann z. B. zwischen 5 und 30 C. vorzugsweise zwischen 10 und 20 , variieren.
Die Umsetzung wird vorteilhaft in sehr schwach alkalischem, neutralem bis schwach saurem Medium durchgeführt. Der bevorzugte pH-BereiEh, ist 3 bis 7 und insbesondere 5 bis 6,5 Zu Neutralisation des entstehenden einen Aequivalents Fluorwasserstoff kann der Reaktionslösung etweder zu Beginn ein säurebindenldes Mittel, wei beispielsweise Natriumacetat zugesetzt, oder während der Umsetzung in kleinen Portionen Natriumoder Kaliumcarbonat, bzw. 'bicarbonat in fester, pulverisierter Form oder als konzentrierte wässerige Lösung hinzugefügt werden.
Als Neutralisationsmittel eignen sich aber auch wässerige Lösungen von Natrium- oder Kaliumhydr oxid. Der Zusatz von geringen Mengen eines Netz- oder
Emulgiermittels zur Reaktionsmischung kann die Um setzung beschleunigen. Nach Beeindigung der Umset zung kann man die neuen Farbstoffe z. B. durch
Aussalzen ausfällen, absaugen und trocknen.
Der erfindnngsgemäss hergestellte Farbstoff ist gut wasserlöslich und wenig substantiv so dass nach der
Fixierung auf der Faser der nicht gebundene Anteil leicht ausgewaschen werden kann. Er eignet sich daher zum Färben, Klotzen oder Bedrucken von Wolle, Seide, synthetischen Polyamidfasern und Fasern aus natürli cher oder regenerierter Cellulose, z.B. Baumwolle, Leinen, Viskosereyon, Kupferreyon, Zellwolle, sowie von Gemischen und/oder Gebilden aus diesen Fasern.
Das Färben, Klotzen und Bedrucken bzw. Fixieren des Farbstoffs auf Cellulosefasern erfolgt vorteilhafter weise in alkalischen Medium, z.B. in Gegenwart von
Natriumbicarbonat, Natriumcarbonat, Natronlauge, I(alilauge, Natriummetasilikat, Natriumborat, Trinatrium phosphat, Ammoniak, usw. Zur Vermeidung von Reduktionserscheinungen werden beim Färben, Klotzen oder Bedrucken der Faser oft mit Vorteil milde Oxydationsmittel, wie 1-nitrobenzol-3-sulfonsaures Natrium, zugesetzt. Die Fixierung des Farbstoffs erfolgt auch bei den Cellulosefasern in der Regel in der Wärme.
Die Färbungen und Drucke auf Cellulosefasern zeichnen sich insbesondere durch hervorragende Nass echtheiten aus. Diese sind in der Bildung einer stabilen chemischen Bindung zwischen dem Farbstoffmolekül und dem Cellulosemolekül begründet. Oft nimmt nicht die gesamte Farbstoffmenge an der chemischen Umset zung mit der Faser teil. Der Anteil des nicht umgesetz ten Farbstottes wird in diesen Fällen durch geeignete
Operationen, wie Spülen und/oder Seifen, gegebenen falls unter Anwendung von höheren Temperaturen, von der Faser entfernt, wobei auch synthetische Waschmittel, z. B. Alkylarylsulfonate, Natriumlaurylsulfat, Natrium laurylpolyglykoläthersulfat sowie Mono- und Dialkylphenylpolyglykoläther. Verwendung finden.
In den nachfolgenden Beispielen bedeuten die Teile
Gewichtsteile, die Prozente Gewichtsprozente und die
Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
Beispiel
70 Teile des aus saurem Medium isolierten Aminomonoazofarbstoffs der Formel
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werden in 400 Teilen Wasser bei einem pH-Wert von 6,0 und einer Temperatur von 15-20 gelöst. Dazu gibt man während 6 Stunden bei einer Temperatur von 15200 in kleinen Protionen etwa 18,5 Teile 5-Chlor2,4,6-trifluorpyrimidin zu, wobei der pH-Wert während der Kondensation durch Zutropfen einer verdünnten Natriumcarbonatlösunlg zwischen 5,5 und 6,5 gehalten wird. Nach beendigter Reaktion wird der Farbstoff ausgesalzen, abfiltriert und im Vakuum bei 35 10 getrocknet. Der getrocknete Farbstoff löst sich in Wasser mit seharlachroter Farbe.
Der Aminomonoazofarbstoff der Formel (II) kann in folgender Weise hergestellt werden:
85,4 Teile des Dinatriumsalzes der 2-Aminonaphthalin-3,6,8-trisulfonsäure werden in 1000 Teilen Wasser gelöst und bei einer Temperatur von 50 mit 50 Teilen 30 0loiger Salzsäure und einer Lösung von 14 Teilen Natriumnitrit in 50 Teilen Wasser versetzt. Nach einstündigem Nachrühren bei 50 ist die Diazotierung beendet und der kleine Überschuss an salpetriger Säure wird durch Aminosulfonsäure zerstört.
56,2 Teile 2-Acetylamino-5-hydroxynaphthtallin- 7-sulfonsäure werden in 300 Teilen Wasser und 27 Teilen 30 loiger Natriumhydroxidlösung gelöst und auf 5 abgekühlt. Zu dieser Lösung gibt man im Verlaufe einer halben Stunde die Diazosuspension zu, wobei der pH-Wert der Kupplungsmasse durch 7,zutropfen einer verdünnten Natriumcarbonatiösung bei 7,5-8,5 gehalten wird. Nach zweistündigem Nachrühren ist die Kupplung beendet. Der Farbstoff wird durch Zugabe von Natriumchlorid ausgefällt, abfiltriert und in 600 Teilen 5 O/oiger Natriumhydroxildlösung wieder gelöst.
Die Farbstofflösung wird während eineinhalb Stunden auf einer Temperatur von 80-900 gehalten. Nach dieser Zeit ist die Entacetylierung beendet. Durch Zugabe von Salzsäure und Natriumchlorid wird der Aminomonoazofarbstoff abgeschieden, abfiltriert, mit einer verdünnten Natriumchloridlösung gewaschen und getrocknet.
Druckvorschrif t
Mercerisierter BXaumwollsatin wird mit einer Druckpaste der folgenden Zusammensetzung bedruckt:
30 Teile des nach obenstehenden Angaben erhalte nen Farbstoffes
100 Teile Harnstoff
345 Teile Wasser
500 Teile einer 3 :0igen Natriumalginatverdickung
10 Teile 1 -nitrobenzol-3-sulfonsaures Natrium
15 Teile Natriumbicarbonat 1000 Teile
Das bedruckte Textilgut wird während 2-4 Minuten bei 102-1040 gedämpft und anschliessend kalt und warm gespült. Nach dem heissen Seifen mit anschlies sendem erneutem Spülen und Trocknen erhält man einen scharlachroten Druck mit guter Nass- ond Lichtechtheit.
Klotz vorschrift
Man löst 2 Teile des nach der obenstehenden Beschreibung erhaltenen Farbstoffes in 100 Teilen warmem Wasser, dem man 10 Teile Harnstoff zusetzt. Nach Abkühlen auf 20 gibt man noch 30 Teile einer 10 0/obigen Natriumcarbonatlösung und 0,5 Teile 1nitrobenzol-3-sulfonsaures Natrium zu. Mit dieser Lösung wird ein Zellwollgewebe so imprägniert, dass es 75 Oio seines Gewichtes an Farbstofflösung aufnimmt.
Nach dem Trocknen wird das Gewebe während 5 Minuten bei 1020 feucht gedämpft, hierauf gespült und während 15 Minuten kochend geseift. Nach dem Trocknen erhält man eine scharlachrote Färbung von guter Lichtechtbeit und sehr guten Nassechtheiten.
Process for the preparation of a reactive monoazo dye
The present invention relates to a process for the preparation of a reactive monoazo dye of the formula
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The process according to the invention is characterized in that 1 mol of the aminoazo compound of the formula
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with 1 mole of 5-chloro-2,4,6-trifluoropyrimidine.
Compared to the next comparable reactive monoazo dyes known from French patent specification No. 1,221,621 (examples 32-34) and from additional French patent specification No. 75,771 (examples 32-34), the dye prepared according to the invention is characterized by greater reactivity.
The aminoazo compound of the formula (II) can be prepared by coupling the diazo compound from 2-amino3,6,8-trisulfonic acid with a coupling component of the formula
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where Z is a hydrogen atom or a removable acyl group, and if Z represents a removable acrylic group, the acyl group can be split off.
Suitable removable acyl groups are, for. B. the formyl, propionyl and butyryl groups and especially the acetyl. Methoxycarbonyl and ethoxycarbonyl groups.
The cleavage of the acyl group can be carried out in a mineral acid medium, e.g. in 2 to 10 of the above hydrochloric or sulfuric acid, at temperatures of 70-100 ° C or in an alkaline medium, e.g. in 2 to 10%, preferably 3-su / niger, sodium hydroxide or potassium hydroxide solution, at temperatures of 800 to at the boiling point of the solution, preferably at 90-95 C.
The reaction of the aminomonoazo compound of the formula (II) with 5-chloro-2,4,6-trifluoropyrimidine is preferably carried out in an aqueous medium. The 5-chloro-2,4,6-trifluoropyrimidine can be used as such in concentrated form, or else dissolved in an organic solvent. can be applied.
Particularly suitable solvents are acetone, benzene, chlorobenzene and toluene.
The reaction temperature can be e.g. B. between 5 and 30 C. preferably between 10 and 20, vary.
The reaction is advantageously carried out in a very weakly alkaline, neutral to weakly acidic medium. The preferred pH range is 3 to 7 and in particular 5 to 6.5. To neutralize the one equivalent of hydrogen fluoride formed, an acid-binding agent, such as sodium acetate, for example, can be added to the reaction solution at the beginning, or sodium or potassium carbonate in small portions or during the reaction . 'bicarbonate can be added in solid, powdered form or as a concentrated aqueous solution.
Aqueous solutions of sodium or potassium hydroxide are also suitable as neutralizing agents. The addition of small amounts of a network or
Emulsifying agent for the reaction mixture can accelerate the implementation. After finishing the implementation you can use the new dyes z. B. by
Precipitate salting out, suction off and dry.
The dye produced according to the invention is readily soluble in water and has little substantive meaning so that after the
Fixing on the fiber the unbound portion can be easily washed out. It is therefore suitable for dyeing, padding or printing wool, silk, synthetic polyamide fibers and fibers made from natural or regenerated cellulose, e.g. Cotton, linen, viscose rayon, copper reyon, rayon, and mixtures and / or structures made from these fibers.
The dyeing, padding and printing or fixing of the dye on cellulose fibers is advantageously carried out in an alkaline medium, e.g. in the presence of
Sodium bicarbonate, sodium carbonate, sodium hydroxide solution, I (aluminum hydroxide solution, sodium metasilicate, sodium borate, trisodium phosphate, ammonia, etc. To avoid reduction phenomena, mild oxidizing agents such as 1-nitrobenzene-3-sulfonic acid sodium are often advantageous when dyeing, padding or printing the fibers. In the case of cellulose fibers, too, the dye is usually fixed under heat.
The dyeings and prints on cellulose fibers are particularly notable for their excellent wet fastness properties. These are based on the formation of a stable chemical bond between the dye molecule and the cellulose molecule. Often not all of the dye takes part in the chemical reaction with the fiber. In these cases, the proportion of the unreacted color is determined by suitable
Operations, such as rinsing and / or soaps, if necessary using higher temperatures, removed from the fiber, synthetic detergents, e.g. B. Alkylarylsulfonate, sodium lauryl sulfate, sodium lauryl polyglycol ether sulfate and mono- and dialkylphenyl polyglycol ether. Find use.
In the following examples, the parts mean
Parts by weight, the percentages percentages by weight and the
Temperatures are given in degrees Celsius.
example
70 parts of the amino monoazo dye of the formula isolated from an acid medium
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are dissolved in 400 parts of water at a pH of 6.0 and a temperature of 15-20. To this end, about 18.5 parts of 5-chloro2,4,6-trifluoropyrimidine are added in small portions over a period of 6 hours at a temperature of 15,200, the pH value being between 5.5 and 6 during the condensation by adding a dilute sodium carbonate solution dropwise. 5 is held. After the reaction has ended, the dye is salted out, filtered off and dried at 35 10 in vacuo. The dried dye dissolves in water with a scarlet color.
The amino monoazo dye of the formula (II) can be prepared in the following manner:
85.4 parts of the disodium salt of 2-aminonaphthalene-3,6,8-trisulfonic acid are dissolved in 1000 parts of water and 50 parts of 30% hydrochloric acid and a solution of 14 parts of sodium nitrite in 50 parts of water are added at a temperature of 50. After stirring for one hour at 50, the diazotization is complete and the small excess of nitrous acid is destroyed by aminosulfonic acid.
56.2 parts of 2-acetylamino-5-hydroxynaphthtalline-7-sulfonic acid are dissolved in 300 parts of water and 27 parts of 30% sodium hydroxide solution and cooled to 5. The diazo suspension is added to this solution over the course of half an hour, the pH of the coupling compound being kept at 7.5-8.5 by adding a dilute sodium carbonate solution dropwise. After two hours of stirring, the coupling is complete. The dye is precipitated by adding sodium chloride, filtered off and redissolved in 600 parts of 5% sodium hydroxide solution.
The dye solution is kept at a temperature of 80-900 for one and a half hours. After this time, the deacetylation is complete. The amino monoazo dye is deposited by adding hydrochloric acid and sodium chloride, filtered off, washed with a dilute sodium chloride solution and dried.
Printing regulations
Mercerized BX cotton satin is printed with a printing paste of the following composition:
30 parts of the above information received NEN dye
100 parts of urea
345 parts of water
500 parts of a 3: 0 sodium alginate thickener
10 parts of sodium 1-nitrobenzene-3-sulfonic acid
15 parts sodium bicarbonate 1000 parts
The printed textile material is steamed for 2-4 minutes at 102-1040 and then rinsed cold and warm. After hot soaking, followed by renewed rinsing and drying, a scarlet print with good wet and lightfastness is obtained.
Klotz regulation
2 parts of the dye obtained as described above are dissolved in 100 parts of warm water to which 10 parts of urea are added. After cooling to 20, 30 parts of a 10% above sodium carbonate solution and 0.5 part of 1-nitrobenzene-3-sulfonic acid sodium are added. A cellular wool fabric is impregnated with this solution in such a way that it absorbs 75% of its weight in dye solution.
After drying, the fabric is dampened for 5 minutes at 1020, then rinsed and soaped at the boil for 15 minutes. After drying, a scarlet dye with good lightfastness and very good wet fastness properties is obtained.