Umhülltes Kabel, insbesondere elektrisches Zugkabel, mit Verbindungsmitteln
Die vorliegende Erfindung betrifft ein umhülltes Kabel, insbesondere ein elektrisches Zugkabel, mit Verbindungsmitteln, die einen Bestandteil der Umhüllung bilden und dazu dienen, mit gleichen Kabeln verbunden zu werden.
Bei manchen Zugkabeln, insbesondere den im Auf zugbau für die Zufuhr elektrischen Stromes verwendeten, ist es, um der Gefahr von Verwicklungen oder sonstigen gegenseitigen Beeinflussungen zu begegnen, notwendig, mehrere nebeneinander angeordnete Kabel zu einer Kabelschleppe miteinander zu verbinden. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass die Verbindungselemente die Biegsamkeit der einzelnen Kabel nicht oder zumindest nur örtlich geringfügig beeinträchtigen. Die bisher bekanntgewordenen Verbindungselemente für diesen Zweck befriedigen im grossen und ganzen unter der Voraussetzung, dass sie die einzelnen Kabel quer zu ihrer Längsachse gegeneinander fixieren, jedoch ihre relativ axiale Beweglichkeit nicht behindern.
Besonders wichtig sind praktisch solche Verbindungselemente für die Verbindung zweier oder mehrerer Zugkabel in einer Aufzugsanlage. Diese Kabel besitzen bei grösseren Kabellängen, wie sie in Hochhäusern vorkommen, Entlastungsseile zur Aufnahme des Kabelgewichts. Bei einer in letzter Zeit bekannt gewordenen Ausführungsform umschliesst der Isoliermantel neben den elektrischen Leitungsadern auch die Entlastungsseile in Form zylindrischer Wülste, die sich gut für die Anbringung der erwähnten Verbindungselemente eignen. Solche sind vorzugsweise Briden mit je einem Klemmenpaar für die einander benachbarten Wülste der Entlastungsseile zweier nebeneinander liegender Kabel.
Diese Briden sind mit jeweils einem Ende am Wulst für das Entlastungsseil festgeklemmt, wogegen ihr zweites Ende den anderen Wulst mit Spiel umfasst und somit eine gewisse Beweglichkeit der Seile gegeneinander sowohl aus ihrer gemeinsamen Ebene heraus als auch in ihrer Axialrichtung erlaubt. Hierdurch besteht aber auch die Gefahr eines Verkantens und Scheuerns der Briden am Wulst, an dem die Bride nicht festgeklemmt ist. Das Verkanten der Briden kann Verwerfungen der von der Gesamtheit der Kabel gebildeten Ka belschleppe und Überlastung einzelner oder auch mehrerer Kabel zur Folge haben. Durch das Scheuern kann der vom losen Bridenende umfasste Wulst so stark abgenützt werden, dass die Bride vom Wulst abgeleitet und damit der Verbund zwischen den betreffenden Kabeln unterbrochen wird.
Ein weiterer Nach'teil einer solchen Verbindung besteht in der verhältnismässig zeitraubenden Montage der Briden.
Was vorstehend für Zugkabel mit Entlastungsseilen gesagt wurde, gilt im wesentlichen auch für sonstige vertikal frei hängende umhüllte Kabel, die untereinander verbunden werden müssen, dadurch aber keine nennenswerte Beeinträchtigung ihrer Flexibilität senkrecht zur Ebene der Kabelschleppe erfahren dürfen. Mit der vorliegenden Erfindung sollen die erwähnten Nachteile, die durch die Verwendung separater, von den Kabeln unabhängiger Verbindungselemente bedingt sind, beseitigt werden.
Das erfindungsgemässe umhüllte Kabel ist gekennzeichnet durch mit dem Isolationsmantel des Kabels zusammenhängende Befestigungsmittel.
Die Zeichnung zeigt Ausführungsformen des erfindungsgemässen Kabels und deren Verbindungsmöglichkeiten, und zwar:
Fig. 1 eine erste Form eines solchen Kabels im Querschnitt und seine Verbindung mit einem benachbarten gleichen Kabel;
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform und eine Ver bindungsmöglichkeit;
Fig. 3 ein vorteilhaftes Verbindungselement für die in den Fig. 1 und 2 gezeigten Kabel;
Fig. 4 zwei miteinander verbundene Kabel einer weiteren Ausführungsvariante im Aufriss;
Fig. 5 und 6 im Aufriss und Grundriss eine besonders vorteilhafte Ausführungsform eines erfindungsgemässen Kabels und seine Verbindung mit einemNachbarkabel, und
Fig. 7 eine besonders einfach herzustellende Variante des vorliegenden Kabels.
Die in Fig. 1 im Querschnitt dargestellten Kabel 1, 2 sind zwei Zugkabel mit Entlastungsseilen für eine Liftanlage. Sie weisen an ihren die Tragseile 3, 4, 5 umhüllenden Wülsten 6, 7 und 8 lappenartige Verbin dungsstreifen 9, 10 und 11 auf, die mit den zugehörigen Wülsten und schlauchartigen Umhüllungen 12, 13 der elektrischen Leiter jeweils ein aus thermoplastischem Kunststoff bestehendes, zusammenhängendes homogenes Strangpressprofil bilden. Die Verbindungsstreifen 9, 10 und 11 erhöhen lediglich in ihrer mit der Symmetrieebene des Profils zusammenfallenden Mittelebene den Biegewiderstand beträchtlich, wogegen sie in den anderen Richtungen sehr biegeweich sind, so dass das Krümmen der einzelnen Kabel und damit der Kabelschleppe im Betrieb nur unwesentlich behindert wird.
Zur Bildung einer Kabelschleppe können die Verbindungsstreifen 10, 11 usw. benachbarter Kabel nach vorherigem Einstanzen von Löchern 14, 15, 16 an den betreffenden Stellen beispielsweise, wie in Fig. 1 dargestellt, durch Schraubenbolzen 17 mit Scheiben 18 und Nylonstopmuttern 9 verbunden werden. Diese Schraubenbolzen 17 haben einen glatten zylindrischen Schaft, dessen Länge etwas grösser ist als die Dicke der beiden aufeinandergelegten Verbindungsstreifen 10, 11 und ein im Durchmesser kleineres Gewinde, so dass die Mutter 19 die Scheibe 18 gegen die Stirnfläche des glatten Schaftes verspannt und die beiden Verbindungsstreifen 10, 11 zwischen der Scheibe 18 und dem Sechskantkopf des Schraubenbolzens 17 mit etwa 1 bis 2 mm Spiel gehalten sind.
Infolgedessen können sie sich ohne wesentliche Reibung frei bewegen, und ihre Biegsamkeit quer zur Ebene der Kabelschleppe bleibt praktisch uneingeschränkt. Allerdings sind solche Schraubenbolzen und auch ihre Montage verhältnismässig teuer und ihre Verwendung wird sich daher in der Regel nur bei sehr schweren Kabeln rechtfertigen, bei denen die Festigkeit derVerbindungselemente eine Rolle spielt.Wo dies nicht der Fall ist, verwendet man vorteilhaft einfachere Verbindungsmittel, etwa Hohlnieten, Sattlernieten usw., die leicht und billig sind und sich sehr schnell und wirtschaftlich setzen lassen.
Um die an sich genügende Flexibilität der vorstehend beschriebenen Kabel noch zu vergrössern, beispielsweise für eine Verwendung in schmalen Liftschächten, wird man im allgemeinen die Verbindungsstreifen mit Ausnahme kurzer Lappen an den gewünschten Verbindungsstellen wegschneiden. Die Verbindungsstreifen können sich damit nicht gegenseitig behindern, und die Kabelschleppe wird leichter. Zweckmässig wird man hiezu von vornherein nach dem Extrudieren die Streifen maschinell entfernen und die für das Verbinden bestimmten Streifenlappen in gleichen Abständen vorsehen. Hierbei wird man die Lappen ebenfalls gleich lochen.
Für die Montage genügt es, wenn beim Ablängen der einzelnen Kabeln die Lagen der einzelnen Lappen nur ungefähr übereinstimmen, da sich nachträglich durch Justieren des Aufhängepunktes der einzelnen Kabel die Löcher für die Verbindungselemente genau zur Deckung bringen lassen.
Ein einfaches Verbindungsmittel zeigt die in Fig. 2 dargestellte Kabelschleppe, deren Verbindungsstreifen wie vorstehend beschrieben zu kurzen Lappen reduziert sind. Es besteht aus einer einfachen Thermoplastniete 20 und einer Scheibe 21 aus dem gleichen Werkstoff.
Die Bildung des Setzkopfes 22 erfolgt durch kurzes Erwärmen und anschliessendes Stauchen durch ein entsprechendes Setzwerkzeug. Ein solches Verbindungselement ist billig und vor allem nicht rost- und korrosionsgefährdet.
Die Verbindungsstreifen der in Fig. 2 wiedergegebenen Ausführungsform, von denen in Fig. 2 gemäss obigem nur die Befestigungslappen 23, 24 und 25 vorhanden sind, weisen im Querschnitt am Übergang in ihre Wülste 26 bzw. 27 und 28 eine halsförmige Einschnürung auf und sind daher quer zu ihrer Ebene entsprechend flexibler als die Verbindungsstreifen der in Fig. 1 dargestellten Kabel. Diese Ausführung ist daher insbesondere bei stärker gekrümmten Kabelsträngen in engeren Fahrstuhlschächten von Vorteil. Natürlich ist diese Einschnürung noch vorteilhafter, wenn die Befestigungsstreifen in ihrer ganzen Länge am Kabel erhalten bleiben.
Fig. 3 zeigt zwei Kabel der Ausführung nach Fig. 2 oder 3, die mit einem aus Thermoplast gefertigten Spreizbolzen 29 verbunden sind. Ein solcher Spreizbolzen ist nicht nur billig zu fertigen, sondern lässt sich vor allem schnell und ohne spezielle Werkzeuge - ein leichter Hammer genügt - einsetzen. Die nach aussen ragenden Nasen 30, 31 seiner vorderen kegelstumpfförmigen Verdickung greifen nach dem Einschlagen hinter den unteren Lappen 32 und sichem ihn zuverlässig vor dem Herausfallen. Für höhere Ansprüche und insbesondere bei Langlöchern in den Verbindungsstreifen empfiehlt es sich, eine Scheibe zwischen den Nasen 30, 31 und dem Verbindungsstreifen vorzusehen.
So leicht wie das Einsetzen eines Spreizbolzens ist, so leicht lässt er sich auch entfemen. Dazu braucht man lediglich die Nasen mittels einer Zange zusammenzudrücken und den Bolzen aus der Bohrung hinauszuschieben.
Die Fig. 4 zeigt in Ansicht zwei einfache, selbsttragende Kabel ohne Entlastungsteile. Der Isoliermantel 33 des Kabels 32 besitzt hier nur, wie auch bei der Ausführung nach Fig. 2 beschrieben, kurze Lappen 34 im Bereich der Verbindungsstellen. Zum Ausgleich von Lageungenauigkeiten sind die Lappen 34 mit Langlöchern 35 versehen. Die Verbindungselemente 36 können beispielsweise von der oben beschriebenen Art sein.
Ein solches Kabel ist billig in der Herstellung und lässt sich auch leicht und schnell montieren.
Die Fig. 5 und 6 zeigen im Auf- und Grundriss eine weitere, sehr vorteilhafte Ausführungsform eines Kabels mit integralen Verbindungsmitteln und die Verbindung zweier solcher Kabel 37a, 37b. Es handelt sich dabei wiederum um einfache, selbsttragende, elektrische Kabel ohne Entlastungsseile. Die Verbindungsmittel dieses Kabels bilden Streifen 38a, 38b, 38c, von der in Fig. 1 oder 2 gezeigten Art und mit Langlöchern 39a, 39b gemäss der Ausführung nach Fig. 4. Als Verbindungsmittel lässt sich jedes beliebige verwenden, im vorliegenden Falle ist eine Verbindung durch eine Sattlerniete 40 vorgesehen. Beiderseits der Langlöcher 39a, 39b, sind die Streifen 38a, 38b, 38c an ihrer Wurzel, d. h.
am Übergang in den zylindrischen Isoliermantel 41a, 41b geschlitzt. Die linke Seite des Kabels 37a zeigt den Schlitz mit 42a bezeichnet, in seiner Gestalt bei freiem Streifen 38a, während die Gestalt der Schlitze bei miteinander verbundenen Streifen 38b, 38c mit 42b und 42c bezeichnet ist. Man erkennt die grosse Nachgiebigkeit dieser Ausführungsform, die sich durch eine entsprechende Schlitzbreite den jeweiligen Erfordernissen leicht anpassen lässt. Praktisch wird man natürlich die Schlitze gemeinsam mit den Langlöchern unmittelbar nach dem Extrudieren des Kabels fortlaufend maschinell ausstanzen, was selbstverständlich auch für die in Fig. 4 gezeigte Ausführungsform gilt. Sofern es aber die Umstände an Ort und Stelle erfordern, hat der Monteur die Möglichkeit, durch Nachschlitzen jede gewünschte Nachgiebigkeit zu erzielen.
Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 7 dargestellt. Es handelt sich dabei um ein umhülltes Kabel 43, über dessen Isoliermantel 44 nachträglich durch Aufsiegeln eines Thermoplastschlauches 45 in der aus der Fig. 7 ersichtlichen Weise die Verbindungsstreifen 46, 47 gebildet werden. Der am Isoliermantel 44 anliegende Teil des Thermoplastschlauches kann dabei mit ersterem punkt-, streifenweise oder auf der ganzen Be rührungsfläche verschweisst werden. Die Streifen 46, 47 sind zur Erhöhung der Nachgiebigkeit in gleicher Weise wie die in den Fig. 6 und 7 beschriebene Variante geschlitzt.
Die beschriebenen Ausführungsbeispiele besitzen sämtliche zentralsymmetrisch liegende Verbindungsstreifen, welche Anordnung sich aus der vorwiegend vertikalen Einbaulage der Zugkabel ergibt. Es ist aber natürlich auch möglich, die Verbindungsstreifen ausserhalb der Mittenebene der Kabel vorzusehen, beispielsweise bei Schleppkabeln, die über Rollen geführt werden und deren Mantel dabei über mehr als dem halben Umfang frei bleiben muss. Die Verbindungsstreifen können dabei den zylindrischen Kabelkörper sehnenartig schneiden oder auch tangential berühren.