Induktions-Elektrizitätszähler
Induktions-Elektrizitätszähler mit drei Trieb systemen, beispielsweise also Dreiphasen-Vierleiter-Elektrizitätszähler, bei denen drei Triebsysteme auf eine gemeinsame Läuferscheibe wirken, sind mit der Schwierigkeit behaftet, dass die von jeweils einem der Triebsysteme in der Läuferscheibe erzeugten Scheibenströme ungewollt auch mit den Flüssen jedes anderen Triebsystems zusammenwirken, und dass diese, auf der gegenseitigen Kopplung der Triebsysteme über die Läuferscheibe beruhenden Störmomente zu Fehlerdrehmomenten führen, die weit über die zulässigen Fehlergrenzen für Elektrizitätszähler hinausgehen können. Es kommt erschwerend hinzu, dass die Störmomente von der Phasenfolge der Triebsysteme abhängig und damit drehfeldabhängig sind.
Verursachen beispielsweise die Störmomente bei der Phasenfolge RST einen Fehler FRST und bei der Phasenfolge RTS einen Fehler FRTS, so beträgt der Drehfeldfehler = = FRTS - FRIST
Zur Behebung des Drehfeldfehlers sind schon verschiedene Massnahmen bekannt. Keine dieser Massnahmen ist aber restlos zufriedenstellend: Entweder sind sie mehr oder minder umständlich und aufwendig, oder sie sind nur bei gleichseitiger Last des Zählers wirksam, oder sie lassen Restfehler übrig, die dann noch durch zusätzliche Kompensationsmassnahmen behoben werden müssen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Massnahme zur Behebung des Drehfeldfehlers zu finden, die frei von den vorgenannten Mängeln ist, die also den Drehfeldfehler auf eine möglichst einfache Weise sowohl bei gleichseitiger als auch zweiseitiger und einseitiger Last des Zählers in zulässigen Grenzen hält.
Zum leichteren Verständnis der Erfindung sei zunächst anhand der Fig. 1 bis 4 der Zeichnung in Erinnerung gerufen, wie die den Drehfeldfehler verursachenden Störmomente entstehen. In Fig. 1 sind drei auf eine gemeinsame Läuferscheibe wirkende Triebsysteme I, II und III eines Induktions-Elektrizitätszählers in bekannter Weise um je 1200 gegeneinander versetzt angeordnet.
Jedes der Triebsysteme ist in der Zeichnung durch seinen Spannungspol und durch seine beiden Strompole angedeutet. Die durch die gegenseitige Kopplung der drei Triebsysteme über die Läuferscheibe entstehenden Störmomente sind in Fig. 1 durch dicke und dünne gerade Pfeile angedeutet. Es entstehen folgende drei Arten von Störmomenten:
Erstens Spannungsfluss-Störmomente, die mit den langen dicken Pfeilen angedeutet sind und auf der gegenseitigen Beeinflussung der Spannungspole untereinander beruhen; zweitens Stromfluss-Störmomente, die mit den kurzen dicken Pfeilen angedeutet sind und auf der gegenseitigen Beeinflussung der einander jeweils benachbarten Strompole untereinander beruhen; drittens Spannungsfluss-Stromfluss-Störmomente, die mit den dünnen Pfeilen angedeutet sind und auf der gegenseitigen Beeinflussung von Spannungs- und Strompolen untereinander beruhen.
Im folgenden werden die Spannungsfluss-Störmomeute und die Stromfluss-Störmomente vereinfachend kurz als Spannungsstörmomente und Stromstörmomente bezeichnet und demgemäss die Spannungsfluss-Stromfluss-Störmomente als Spannungs-Strom-Störmomente.
Ausserdem ist in Fig. 1 mit einem gebogenen Pfeil noch das Antriebsdrehmoment des Zählers angedeutet.
Die Störmomente sind um so grösser, je dichter die beiden Pole beieinander liegen, auf deren gegenseitiger Beeinflussung das Störmoment jeweils beruht, und je grösser der Hebelarm ist, mit dem die Störmomente auf die Läuferachse einwirken.
Die Spannungsstörmomente (lange dicke Pfeile) sind ständig wirksam, da die Spannungswicklungen der Triebsysteme ständig an Spannung liegen.
Die Stromstörmomente (kurze dicke Pfeile) sind sowohl bei gleichseitiger als auch bei zweiseitiger Last wirksam. Ausser den in Fig. 1 eingezeichneten Stromstörmomenten zwischen den Strompolen einander jeweils benachbarter Stromeisen sind auch noch andere Strom störmomente wirksam, die auf der gegenseitigen Beeinflussung jedes einzelnen der Strompole mit jedem anderen Strompol der drei Triebsysteme beruhen. Diese anderen Stromstörmomente sind aber im Vergleich zu den ersteren infolge des grösseren gegenseitigen Abstandes der betreffenden Strompole viel kleiner, so dass es in der Regel genügt, nur die ersteren zu betrachten und durch geeignete Massnahmen auszuschalten.
Die Spannungs-Strom-Störmomente (dünne Pfeile) sind in ihrer Grösse vom Phasenwinkel zwischen Spannung und Strom abhängig, und sie sind sowohl bei gleichseitiger und zweiseitiger als auch bei einseitiger Last wirksam.
Der in Fig. 1 gezeichnete Richtungssinn aller genannten Pfeile bestätigt sich für die in Fig. 1 angenommene normale Phasenfolge RST in bekannter Weise aus dem zugehörigen Zeigerbild in Fig. 2, indem er jeweils vom voreilenden zum nacheilenden Flusszeiger verläuft. Wie zu sehen ist, wirken die Spannungsstörmomente alle drei entgegen dem Antriebsdrehmoment, während die Stromstörmomente alle drei gleichsinnig mit dem Antriebsdrehmoment wirken. Auch die Spannungs-Strom-Störmomente wirken alle gleichsinnig mit dem Antriebsdrehmoment. Die Spannungsstörmomente sind im wesentlichen konstant und bei kleinen Lasten vergleichsweise gross. Die Stromstörmomente dagegen treten hauptsächlich bei grossen Lasten stark in Erscheinung. Insgesamt gesehen ist stets das eine oder andere Störmoment wirksam, und ergibt einen Drehfeldfehler.
Wie schon erwähnt, ist der Drehfeldfehler von der Phasenfolge abhängig. Zum Vergleich mit den in Fig. 1 gezeigten Störmomenten für die normale Phasenfolge RST sind in Fig. 3 die Störmomente für die vertauschte Phasenfolge RTS dargestellt. Der in Fig. 3 eingezeichnete Richtungssinn aller Störmomente ergibt sich aus dem Zeigerbild in Fig. 4, wo gegenüber Fig. 2 sowohl die Zeiger < IU'1 und (Pr-lll als auch die Zeiger (DJII und (l) miteinander vertauscht sind. Wie beim Vergleich von Fig. 3 mit Fig. 1 ersichtlich, ist in Fig. 3 der Richtungssinn aller Spannungs- und Stromstörmomente umgekehrt zu dem in Fig. 1.
Würde man also beispielsweise eine Kompznsationsmassnahme vorsehen, die für die Phasenfolge RST in Fig. 1 eine vollständige Kompensation des Drehfeldfehlers bewirkt, so würde diese Kompensationsmassnahme bei der Phasenfolge RTS in Fig. 3 den Drehfeldfehler nicht aufheben, sondern sogar noch vergrössern.
Eine bekannte Massnahme zur Behebung des Drehfeld fehlers ist es beispielsweise, die gegenseitige Beeinflussung der Triebsysteme über die Läuferscheibe durch eine besondere Formgebung der Läuferscheibe zu schwächen, derart, dass sich die Scheibenströme bevor zugt unter den jeweils zugehörigen Triebsystemen ausbilden. Hauptsächlich sind hierzu zwei Läuferscheibenformen bekannt: Ringschlitzscheiben, bei denen die Läuferscheibenfläche durch einen zur Läuferachse koaxialen Ringschlitz in zwei zueinander konzentrische Teilflächen unterteilt ist, und Radialschlitzscheiben, bei denen der Läufer einen oder mehrere radiale Schlitze aufweist. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, die Läuferscheibe aus mehreren aufeinanderliegenden Radialschlitzscheiben herzustellen, derart, dass die Schlitze der einzelnen Scheiben gegeneinander im Kreis versetzt angeordnet sind.
Bei Ringschlitzscheiben werden die Scheibenströme durch die Einschränkung der Läuferscheibenfläche in radialer Richtung indirekt auch in der tangential Richtung begrenzt. Weder Ringschlitzscheiben noch Radialschlitzscheiben können aber den Drehfeldfehler restlos beheben. Verbleibende Spannungsstörmomente treten besonders bei kleiner Last störend in Erscheinung.
Eine andere bekannte Massnahme zur Behebung des Drehfeldfehlers ist die Umpolung, bei der ein beliebiges der drei um 1200 gegeneinander versetzten Triebsysteme in umgepolter Anordnung angeschlossen wird. Als Beispiel dieser Massnahme zeigen Fig. 5 und 6 eine Umpolung des Triebsystems III, und zwar Fig. 5 im Vergleich zu Fig. 1 für die Phasenfolge RST und Fig. 6 im Vergleich zu Fig. 3 für die vertauschte Phasenfolge RTS.
Die Umpolung des Systems III ist in Fig. 5 und 6 dadurch erkennbar, dass die drei Pole dieses Systems gegenüber Fig. 1 bzw. 3 ein umgekehrtes Polaritätszeichen aufweisen. Der Richtungssinn der in Fig. 5 und 6 eingezeichneten Störmomente ergibt sich wiederum aus den Zeigerbildern in Fig. 2 und 4. Wie ersichtlich, sind in Fig. 5 und 6 im Gegensatz zu Fig. 1 und 3 weder die Spannungsstörmomente noch die Stromstörmomente unter sich gleichgerichtet:
Sowohl in Fig. 5 als auch in Fig. 6 hebt sich zwar das Spannungsstörmoment zwischen den Systemen I und II mit dem Spannungsstörmoment zwischen den Systemen II und III auf, desgleichen das Stromstörmoment; es verbleiben aber das Spannungsund das Stromstörmoment zwischen den Systemen I und ITI. Das gegenseitige Aufheben der Stromstörmomente zwischen den Systemen I und II bzw. und III gilt aber nur für gleichseitige Last: bei zweiseitiger Last bleiben auch trotz der Umpolung Reststörmomente übrig.
Noch eine andere bekannte Massnahme, die im Sinne einer Behebung des Drehfeldfehlers wirkt, ist die 90 - Versetzung zweier Triebsysteme gegenüber dem dritten, wie sie in Fig. 7 und 8 gezeigt ist. In Fig. 7 sind die Störmomentpfeile für die normale Phasenfolge RST, in Fig. 8 für die vertauschte Phasenfolge RTS, und zwar in beiden Fällen unter Annahme der Umpolung eines der drei Triebsysteme, im dargestellten Falle des Triebsystems III. Der Richtungssinn aller dieser Pfeile ist, wie aus Fig. 7 und 8 ersichtlich, bei der 900-Versetzung der gleiche wie bei der 120 -Versetzung in Fig. 5 und 6. Also heben sich auch hier, gleichseitige Last angenommen, sowahl die Spannungs- als auch die Stromstörmomente zwischen den Systemen I und II einerseits und den Systemen II und III andererseits gegenseitig auf.
Ein Spannungsstörmoment zwischen den Systemen I und III kann sich bei der 900-Versetzung nicht ausbilden, da sich die Spannungspole dieser Systeme diametral gegenüberstehen.
Die Stromstörmomente zwischen den Systemen I und II sowie den Systemen II und III aber werden durch das dichtere Beieinanderrücken dieser Systeme bedeutend grösser, was bei zweiseitiger Last zu einem unerwünscht hohen Drehfeldfehler bei grossen Lasten führen kann.
Ausserdem treten bei der 900-Versetzung erhebliche Spannungs-Strom-Störmomente auf.
Gegenüber allen diesen bekannten Massnahmen ermöglicht die Erfindung eine überraschend einfache Lösung zu einer Herabminderung des Drehfeldfehlers auf ein zulässiges Mass, und zwar sowohl bei gleichseitiger als auch zweiseitiger und einseitiger Last. Auch sie sieht eine geschlitzte Läuferscheibe vor, und sie macht auch von der Umpolung eines der Triebsysteme Gebrauch, findet aber die Lösung in einer vollkommen neuartigen Winkelanordnung der Triebsysteme zueinander: Ein Induktions-Elektrizitätszähler mit drei Triebsystemen an einer gemeinsamen geschlitzten Läufer scheibe, wobei eines der Triebsysteme gegenüber den anderen Systemen umgepolt ist, ist erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass zwei der Triebsysteme gegen über dem dritten System um 1000 versetzt angeordnet sind und eines dieser beiden versetzten Systeme das umgepolte ist.
Der dritte Winkel der Systeme beträgt hiermit 1600. Die geschlitzte Läuferscheibe kann sowohl ringförmig als auch radial geschlitzt sein, bei einer radial geschlitzten Läuferscheibe kommt aber der Vorteil der Erfindung um so mehr zur Geltung. Die Erfindung beruht auf folgendem:
Wie oben geschildert, bietet die 900-Versetzung zweier Triebsysteme zu dem dritten System gegenüber der 1200-Versetzung in Fig. 5 und 6, in beiden Fällen unter der Annahme einer Umpolung eines der beiden versetzten Systeme, sowohl Vorteile als auch Nachteile: Ein Teil der Störmomente verschwindet bei der 900 Versetzung, die übrigen aber werden unerwünscht gross, und zwar beides als eine Folge des Heranrückens der beiden versetzten Systeme zum dritten System hin. Das Übergehen von 1200 auf 900 hat also zwei einander gegenläufige Erscheinungen zur Folge.
Von dieser Erkenntnis ausgehend ist die Erfindung zu der Überlegung gekommen, dass sich bei einem Zwischenwert des Versetzungswinkels zwischen den Werten von 1200 und 900 mehr oder minder ein Ausgleich dieser beiden einander gegenläufigen Erscheinungen erreichen lassen müsste; und dass es möglicherweise einen optimalen Zwischenwert geben könnte, bei dem einerseits der mit Versetzen anwachsende Teil der Störmomente noch in erträglichen Grenzen bleibt und andererseits der mit dem Versetzen abnehmende Teil der Störmomente bereits auf ein erträgliches Mass abgesunken ist. Praktische Versuche und Messungen haben die Richtigkeit dieser Überlegungen bestätigt: Es wurde gefunden, dass ein solches Optimum bei einem Versetzungswinkel von 1000 liegt.
Bei der 1000-Versetzung halten sich die Störmomente und der Drehmomentfehler in solchen Grenzen, dass auf zusätzliche Kompensationsmassnahmen gewünschtenfalls sogar ganz verzichtet werden kann. Dies gilt hauptsächlich für die am meisten störenden lastabhängigen Stromstörmomente, aber auch in hohem Masse für die Spannungsstörmomente. Die Spannungs-Strom-Störmomente werden bei der 1000-Versetzung zwar teils kleiner, teils grösser, insgesamt aber werden sie ebenfalls kleiner; ausserdem lassen sie sich gewünschtenfalls noch am leichtesten kompensieren.
Schliesslich bietet der durch die 1000-Versetzung zweier Systeme gegenüber dem dritten sich bildende Winkel von 1600 beim Zähler nach der Erfindung praktisch genau so wie der 1800-Winkel bei der 900-Versetzung die Möglichkeit, den Läufer des Zählers im Bedarfsfalle ohne Abschrauben eines Triebsystems aus und einbauen zu können.
An Fig. 9 bis 12 der Zeichnung wird die Erfindung beispielsweise erläutert.
In Fig. 9 wie auch in Fig. 10 sind zwei der Triebsysteme, die beiden Systeme I und III gegenüber dem dritten System II um 1000 versetzt angeordnet. In beiden Fällen ist eines der beiden versetzten Systeme, im dargestellten Falle das System III, umgepolt. In Fig. 9 sind die Störmomente für die normale Phasenfolge RST eingetragen, in Fig. 10 für die vertauschte Phasenfolge RTS. Der Richtungssinn der Störmomente ergibt sich wiederum aus Fig. 2 und 4.
Der Vergleich der Störmomente in Fig. 9 und 10 mit den Störmomenten bei der 1200-Versetzung mit Umpo lung in Fig. 5 und 6 sowie auch mit den Störmomenten bei der 900-Versetzung mit Umpolung in Fig. 7 und 8 zeigt folgendes: Die Störmomente zwischen den Systemen I und II und den Systemen II und III sind grösser als bei der 1200-Versetzung und kleiner als bei der 900 Versetzung. Bei gleichseitiger Last heben sie sich zwar schon in Folge der Umpolung auf; dass sie aber auch bei zweiseitiger Last noch in zulässigen Grenzen bleiben, wird im folgenden noch gezeigt werden.
Das Spannungsstörmoment zwischen den Systemen I und III bleibt zwar im Gegensatz zur 900-Versetzung bestehen, doch ist es an einem viel kleineren Hebelarm a wirksam als bei der 120"-Versetzung. Auch die Stromstörmomente zwischen den Systemen I und III sind kleiner als bei der 1200-Versetzung. Die Spannungs-Strom-Störmomente schliesslich werden durch die Verwendung einer geschlitzten Läuferscheibe - vorzugsweise einer radial geschlitzten Scheibe - in an sich bekannter Weise weitgehend kompensiert.
Bei zweiseitiger Last von I und II bzw. und II und III bleibt die Umpolung ohne Wirkung auf die Stromstörmomente, da in diesem Falle das entgegenwirkende Stromstörmoment zwischen II und III bzw. I und II wegfällt. Als Beispiel der zweiseitigen Last sind in Fig. 11 nur die beiden Systeme II und III dargestellt. Durch den geringen Abstand der beiden Stromflüsse JII und 4iJIII voneinander kommt es zu einem grossen Stromstörmoment M1 besonders bei Grenzlast (z.B. 400% JN) und cosrq < 1.
Angenommen, man würde in Fig. 11 den Winkelabstand der beiden Systeme II und III vergrössern. so werden die Störmomente M1 und M2 relativ zu M3 und M4, die gegenüber den ersteren die umgekehrte Richtung haben, kleiner. Bei einem bestimmten Winkel zwischen den Triebsystemen kommt es dann zu einer Aufhebung von M1 und M2 durch M3 und M4. Fig. 12 zeigt die Drehfeldfehlerabhängigkeit vom Verschiebungswinkel z der Triebsysteme zueinander. Der Drehfeldfehler wird bei Verwendung einer geschlitzten Läuferscheibe, sei es einer Ringschlitzscheibe oder einer Radialschlitzscheibe, etwa bei 1300 zu Null.
Bei dieser Versetzung würde jedoch das Spannungsstörmoment zwischen zur und 4) l III schon wieder zu gross sein, so dass man diese Fehlerbeseitigungsmöglichkeit nur zu einem Teil ausnützen kann. Als optimale Kompromisslösung bietet sich die 1000-Versetzung an.
Wie aus Fig. 12 zu ersehen ist, werden bei der 1000 Versetzung die Stromstörmomente von I und II bzw. von III und II gegenüber einer 900-Versetzung etwa auf die Hälfte abgesenkt, wobei die Spannungsstörmomente nur unwesentlich ansteigen.
Messungen an einem Zähler nach der Erfindung haben bestätigt, dass sich der Drehfeldfehler in einem Belastungsbereich bis weit über die Nennbelastung hinaus in zulässigen Grenzen hält.
Der wesentliche Vorteil des beschriebenen Zählers ist, wie schon erwähnt, dass der Drehmomentfehler des Zählers durch weitgehende gegenseitige Kompensierung der Störmomente zwischen den einzelnen Triebsystemen auf ein praktisch vernachlässigbar geringes Ausmass herabgesetzt wird, wobei auf besondere Kompensationsmassnahmen gewünschtenfalls sogar gänzlich verzichtet werden kann. Letzteres gilt hauptsächlich für die am meisten störenden lastabhängigen Stromfluss-Störmomeute, aber auch im hohen Masse für die Spannungsfluss-Störmomente. Die Spannungsfluss-Stromfluss-Störmomente werden, insgesamt gesehen, ebenfalls kleiner, so dass man in vielen Fällen auch bei dieser auf besondere Kompensationsmassnahmen verzichten kann; gewünschtenfalls lassen sie sich aber noch am leichtesten kompensieren.
Aber sogar solche besonderen Kompensationsmassnahmen für die Spannungsfluss-Stromfluss-Störmomente lassen sich vermeiden, wenn man von einer Massnahme Gebrauch macht, die schon für einen anderen Zähler zur Verringerung des Drehfeldfehlers vorgeschlagen worden ist: es ist ein Induktionsmesswerk, insbesondere in der Ausbildung als Drehstrom-Vierleiter-Induktionszähler, vorgeschlagen worden, mit drei auf eine gemeinsame Läuferscheibe wirkenden Triebsystemen, wobei zwei der Triebsysteme gleichgepolt und gegeneinander um etwa 100 , zu dem dritten umgepolten Triebsystem dagegen um einen Winkel von etwa 1300 versetzt sind, und wobei zur Drehfeldkompensation der Sternpunkt der in Stern geschalteten Spannungswicklungen der drei Triebsysteme in Richtung des Spannungsvektors des umgepolten Triebsystems verschoben ist.
Wenn unter Zuhilfenahme dieser bekannten Massnahme der beschriebene Zähler, bei dem also zwei der Triebsysteme gegen über dem dritten System um 1000 versetzt angeordnet sind und eines dieser beiden versetzten Systeme das umgepolte ist, noch so weitergebildet wird, dass bei Sternschaltung der Spannungswicklungen der drei Triebsysteme die Spannungswicklung des umgepolten Triebsystems mit einer Kompensationswicklung versehen wird, die den Sternpunkt der Spannungsflüsse in der Richtung des Spannungsflusszeigers des umgepolten Triebsystems verschiebt, so können damit sogar noch die nicht in jedem Fall hinreichend unterdrückten Spannungsfluss-Stromfluss-Störmomente so erheblich herabgesetzt werden. dass auch sie praktisch vernachlässigbar werden.
Die geschlitzte Läuferscheibe kann auch hierbei wiederum entweder eine Radialschlitzscheibe oder auch eine Ringschlitzscheibe sein; bei Verwendung einer Ringschlitzscheibe kommt aber die vorbeschriebene Wirkung erhöht zur Geltung.
Anhand von Fig. 13 bis 18 der Zeichnung wird die vorgenannte Weiterbildung noch näher erläutert:
In Fig. 13 bis 15 sind die Spannungsfluss-Stromfluss Störmomente des Zählers einzeln herausgezeichnet, in Fig. 16 dient ein Zeigerbild zur Schilderung weiterer Überlegungen, die zur genannten Weiterbildung geführt haben, und in Fig. 17 und 18 sind die Schaltanordnungen und das Zeigerbild des Zählers mit der Weiterbildung dargestellt.
In Fig. 13 bis 15 sind die in Fig. 9 und 10 dargestellten Spannungs-Strom-Störmomente noch einmal besonders herausgezeichnet, und zwar unter Annahme von' cos * = 1, in Fig. 13 für einseitige Belastung des Triebsystems I, in Fig. 14 für einseitige Belastung des Triebsystems II, in Fig. 15 für einseitige Belastung des Triebsystems III.
Für cos Y = 1 sind die Störmomente bei den Phasenfolgen RST und RTS gleich gross, und sie haben auch die gleiche Richtung. Ein Drehfeldfehler tritt nicht auf, obwohl ein Störmoment vorhanden ist. Anders ist es bei Phasenverschiebung. Der Drehfeldfehler ist dann eine Funktion der Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung, und er ensteht dadurch, dass bei den Phasenfolgen RST und RTS die Störmomente sowohl ungleiche Richtung als auch ungleiche Grösse haben können.
Wie erwähnt, ist es nach einem früheren Vorschlag möglich, diese Störmomente dadurch weitgehend herabzusetzen, dass der Sternpunkt der in Stern geschalteten Spannungswicklungen der Triebsysteme in der Richtung. des Spannungsvektors des umgepolten Spannungsflusses verschoben wird. Dies bedeutet, dass zu dem Spannungsfluss, der mit dem Stromfluss zusammen das Antriebsdrehmoment des Zählerläufers erzeugt, ein Teil des Spannungsflusses, der mit dem Stromfluss das Störmoment verursacht, hinzuaddiert wird. Der Teilfluss muss dabei so liegen, dass er mit dem Stromfluss ein Drehmoment erzeugt, das dem Störmoment entgegengerichtet ist. Dies sei noch näher erläutert: In Fig. 13 erzeugt der Span nungsfluss < ) UI zusammen mit dem Stromfluss ji das Antriebsdrehmoment.
Zu diesem Spannungsfluss d) um wird ein Teil des Spannungsflusses ,,,, der mit dem Stromfluss (bJI das Spannungs-Strom-Störmoment M1 verursacht, addiert. Dasselbe gilt sinngemäss für die in Fig. 13 bis 15 dargestellten Störmomente M2 bis M6.
In Fig. 16 ist dargestellt, wie diese Kompensationsflüsse A, , liegen müssten, um die in Fig. 13 bis 15 eingezeichneten Störmomente M1 bis M6 zu kompensieren.
Die arabischen Zahlen im Index geben dabei an, welches der Störmomente M1 bis Ms jeweils kompensiert wird.
Durch die Kompensationsflüsse wird die Phasenlage des Spannungsflusses für das Antriebsdrehmoment gedreht.
Die erforderliche Grösse des Kompensationsflusses bzw. der Phasendrehung hängt von der Grösse des Störmo- mentes ab. Da nun aber die Störmomente einer bestimmten einseitigen Belastung wegen der unterschiedlichen Polabstände nicht gleich gross sind und die notwendigen Kompensationsflüsse verschiedene Phasenlagen haben, so müsste eigentlich die Phasendrehung der Spannung für die beiden Störmomente unterschiedlich sein, was aber praktisch kaum durchführbar ist. Aus dieser Schwierigkeit herauszukommen lehrt eine Weiterbildung der Erfindung einen überraschenden Ausweg.
Die Weiterbildung der Erfindung beruht auf der Überlegung und Erkenntnis, dass bei einem Zähler der beschriebenen Art, bei dem also die Winkelabstände zweimal 1000 betragen und die Läuferscheibe als Schlitzscheibe, insbe sondere als Ringschlitzscheibe, ausgebildet ist, eine ausreichende Kompensierung der Spannungs-Strom-Störmomente auch dann erreichbar ist, wenn man eine mittlere erforderliche Phasendrehung des Spannungsflusses erzeugt, wie es in Fig. 16 mit zwar gestrichelt eingezeichnet ist. Eine solche mittlere Phasendrehung lässt sich beispielsweise einfach durch eine Kompensationswicklung auf dem Spannungseisen der umgepolten Spannungswicklung erreichen, im dargestellten Falle also auf dem Spannungseisen der umgepolten Spannungswicklung des Triebsystems III. In Fig. 17 ist eine solche Kompensationswicklung mit Uk gezeigt.
Die durch die Kompensationswicklung erzielte Wirkung ist in dem Zeigerbild in Fig. 18 zu sehen. Die Phasenlage von lII (Fig. 16) ändert sich dabei nicht, was auch richtig ist, denn die Störmomente M und M6 sind entgegengerichtet und heben sich ohnehin nahezu auf.