CH433290A - Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogenphosphinen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogenphosphinen

Info

Publication number
CH433290A
CH433290A CH598663A CH598663A CH433290A CH 433290 A CH433290 A CH 433290A CH 598663 A CH598663 A CH 598663A CH 598663 A CH598663 A CH 598663A CH 433290 A CH433290 A CH 433290A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
aluminum
formula
reaction
stage
halide
Prior art date
Application number
CH598663A
Other languages
English (en)
Inventor
Ludwig Dr Maier
Original Assignee
Monsanto Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Monsanto Co filed Critical Monsanto Co
Priority to CH598663A priority Critical patent/CH433290A/de
Priority to US365510A priority patent/US3584043A/en
Priority to GB19956/64A priority patent/GB1068364A/en
Priority to DEM60983A priority patent/DE1240080B/de
Publication of CH433290A publication Critical patent/CH433290A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F9/00Compounds containing elements of Groups 5 or 15 of the Periodic Table
    • C07F9/02Phosphorus compounds
    • C07F9/28Phosphorus compounds with one or more P—C bonds
    • C07F9/50Organo-phosphines
    • C07F9/52Halophosphines
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F9/00Compounds containing elements of Groups 5 or 15 of the Periodic Table
    • C07F9/02Phosphorus compounds
    • C07F9/28Phosphorus compounds with one or more P—C bonds
    • C07F9/46Phosphinous acids [R2POH], [R2P(= O)H]: Thiophosphinous acids including[R2PSH]; [R2P(=S)H]; Aminophosphines [R2PNH2]; Derivatives thereof

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description


  



  Verfahren zur Herstellung von   Diorganohalogenphosphinen   
Es war bekannt, dass durch Umsetzung von Phos  phortrichlorid      [PCls]    mit Monoalkylaluminiumdichlorid   [RAlCl2]    oder Trialkylaluminium   [R3A1]    die entsprechenden Alkylphosphinverbindungen entstehen. Trotz   verschiedenen Proportionen    der Reaktionskomponenten und   Alkylierungsgraden    der verwendeten Organoaluminiumverbindungen, wurden in allen Fällen Mischungen aller drei möglichen Organophosphinverbindungen, nÏmlich Alkyldichlorphosphine [RPCL2], Dialkylchlorphosphine [R2PCl] und Trialkylphosphine [R3P] nebeneinander erhalten.

   Dialkylaluminiumchloride   [R, AICII    wurden offenbar aus diesem Grunde bisher nicht für diesen Zweck verwendet.



   Nach einer Literaturangabe (K. Weyer, Dissertation 1956, T. H. Aachen) können angeblich die besten Ausbeuten (etwa   84"/o)    an   Diäthylchlorphosphin      [      (caha)    2PCl] dann erhalten werden, wenn Phosphortrichlorid und Äthylaluminiumdichlorid [C2H5AlCl2] in einer molaren Proportion von 1 : 1 umgesetzt werden.



  Wie jedoch aus dem angegebenen Siedepunkt von 110  120 ,    anstatt   128-131 ,    zu vermuten ist, dürfte das Endprodukt eine beträchtliche Menge Athyldichlorphosphin [C2H5PCl2](Sdp.113¯) enthalten haben, was bei der Anwendung von  bersch ssigem Phosphortrichlorid auch zu erwarten wÏre Eigene Versuche ergaben beispielsweise mit   Methylaluminiumdichlorid      [CH3AICI2]    unter den gleichen Bedingungen bloss etwa 40   oxo      (CH3) 2PCI    neben 10   O/o      CH3PCl,.   



   Infolge Bildung von relativ grossen Mengen Aluminiumhalogenid ist die Verwendung eines Monoalkyl  aluminiumdihalogenids    zur Alkylierung des Phosphors jedoch unwirtschaftlich.



   Wird Phosphortrichlorid z. B. mit   Triäthylaluminium    in einer für die Bildung von   Diäthylchlorphosphin      theo-    retisch richtigen Proportion 2 : 3 während 17 Stunden auf   200  erhitzt,    so wird dieses letztere in einer Ausbeute von nur etwa   35 I/o    erhalten. Die unterschiedliche Reaktionsfähigkeit der in verschiedenem Grade organisch substituierten Aluminiumverbindungen ist auf verschieden starke Komplexbildungen der   Phosphorverbin-    dungen mit den Aluminiumhalogeniden zurückzuführen.



   Nach einer anderen Literaturangabe (Nachr. Akad.



  Wiss. UdSSR, Abt.   chem.    Wiss., 1958, S. 1006 bis 1008, referiert im Chemischen Zentralblatt 1959, S.



  15650, und in den Chemical Abstracts 53, 1959, S.



  1122 konnten durch Umsetzung von Phosphortrichlorid mit dem   Ather-oder    Pyridin-Addukt einer Trialkylaluminiumverbindung einige Monoalkyldichlorphosphine (Methylderivat ausgenommen) erhalten werden, während die entsprechenden   Dialkylchlorphos-    phine nur nach vorgängiger Hydrolyse und Oxydation in Form von Dialkylphosphinsäuren   R, P0, H    isoliert werden konnten.



   Ein technisch brauchbares Verfahren mit welchem aus einem Phosphortrihalogenid und einer Organoaluminiumverbindung, insbesondere Triorganoaluminiumverbindung ausschliesslich   Diorganohalogenphosphine    in relativ guten Ausbeuten erhalten werden können, war bis heute noch ausstehend.



   Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von   Diorganohalogenphosphinen    der allgemeinen Formel    R2PX    in welcher R einen Kohlenwasserstoffrest und X ein Halogenatom bedeuten, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Aminodihalogenphosphin der Formel    R'2NPX2    in welcher   R'2N    eine tertiäre Aminogruppe bedeutet, mit einer Organoaluminiumverbindung der Formel
RnAlX3-n in welcher n für eine ganze Zahl von 1-3 steht, umsetzt, das entstandene Aminodiorganophosphin der Formel    R'2NPR2    vom gebildeten Aluminiumhalogenid trennt, mit einer äquimolaren Menge Phosphortrihalogenid umsetzt und das entstandene   Diorganohalogenphosphin    vom gebildeten Aminodihalogenphosphin trennt.

   Die Gruppe   R'2N    kann sich von einem beliebigen sekundären Amin, wie Dimethylamin,   Diathylamin,      Methyl-äthylamin,    Di-npropylamin, Di-iso-propylamin, Di-n-butylamin, Di-isobutylamin, Di-tert.-butylamin,   Propyl-dodecylamin,    Di  dodecylamn, N-Methyl-cyclohexylamin, Dicyclohexyl-    amin, Äthylanilin, Pyrrolidin, Piperidin, Morpholin etc. ableiten. Es werden im vorliegenden Verfahren die Reste der einfachsten und   billigsten    sekundären Amine bevorzugt, denn es handelt sich hierbei nur um   Hilfssubstitu-    enten, welche die erfindungsgemässe Reaktion ermöglichen, jedoch im Endprodukt nicht mehr in Erscheinung treten.

   Vorzugsweise bedeutet die Gruppe   R'2N    den Dimethylamino-oder   Diäthylaminorest.    Andere Aminogruppen können dann herangezogen werden, wenn hierdurch die Auftrennung der Reaktionsprodukte durch Destillation oder Kristallisation erleichtert werden kann.



  Einige dieser Verbindungen sind bekannt. Sie werden am einfachsten durch einstufige Aminolyse eines Phosphortrihalogenids hergestellt. Man kann aber auch ein   Triaminophosphin    und ein Phosphortrihalogenid in einem molaren Verhältnis von 1 : 2 umsetzen bzw., da diese Reaktion äusserst leicht verläuft, direkt eine solche Mischung für die vorgesehene Umsetzung verwenden.



   Es wurde gefunden, dass die beiden Halogenatome genannter Aminodihalogenphosphine bei der Einwirkung einer entsprechenden Organoaluminiumverbindung gegen die Kohlenwasserstoffreste ausgetaucht werden, ohne dass die Aminogruppe wesentlich angegriffen wird. Der Verlauf dieser bisher nicht ausgeübten Reaktion war insofern auch überraschend, weil bei einer entsprechenden Alkylierung mittels Grignard-Reagenz die N-P-Bindung fast so stark angegriffen wird wie die   P-Cl-Bindung. Dementsprechend hatte die Ausbewte    an gewünschten   Aminodiorganophosphinen    nach diesem vorbekannten Verfahren nie 48    /o    überschritten (A. B.



  Burg und P. J. Slota, Jr., J. Amer. Chem. Soc. 1958, S.



     1107).   



   Im Gegensatz zur ebenfalls bekannten Alkylierung von Phosphortrichlorid mittels   Organoaluminiumverbin-    dungen hat der Substitutionsgrad der verwendeten Organoaluminiumverbindung bei der Einführung der gewünschten Kohlenwasserstoffreste in die genannten Aminodihalogenphosphine auf den Substitutionsgrad des Zwischenproduktes und somit auch des Endproduktes keinen Einfluss mehr. Der Substitutionsgrad spielt nur insofern noch eine Rolle, als er für die anzuwendenden molaren Verhältnisse der Reaktionskomponenten bestimmend ist.

   Es ist jetzt also auch ein entsprechendes Triorganoaluminium verwendbar, wodurch die Menge des als unerwünschtes Nebenprodukt anfallenden Alu  miminiumhalogenids,    im Vergleich zur bisher ausgeübten Umsetzung eines   Monoalkylaluminiumdihalogenids    mit Phosphortrihalogenid, bis zu 1/g herabgesetzt werden kann.



   Die in diesem Verfahren verwendeten organischen Aluminiumverbindungen entsprechen der Formel    RAIX,.,    worin R einen Kohlenwasserstoffrest darstellt, wie z. B. einen gesättigten oder olefinisch ungesättigten aliphatischen, cycloaliphatischen, durch einen aromatischen Kohlenwasserstoff substituierten aliphatischen Rest, oder einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest, X ein Halo  genatom    und n eine ganze Zahl von 1-3   dairatetllen.    Beispielsweise können die Reste R Methyl, Athyl,   n-Propyl,    iso-Propyl, n-Butyl,   iso-Butyl,    tert.-Butyl, Pentyl, Hexyl, Octyl,   2-Athylhexyl,    1, 4,   4-Trimethylpentyl,    Decyl, Dodecyl, Hexadecyl, Octadecyl, Cyclobutyl,   Cyclo-    pentyl, Cyclohexyl, Cyclooctyl,

   Benzyl, PhenylÏthyl, Phenyl, Naphthyl etc., sowie mögliche Analoge, die eine   ätbylemiscbe Bindung enthalten, genannt wenden.   



   Es ist klar, dass für das vorliegende Verfahren solchen organischen Aluminiumverbindungen besonders praktisches Interesse zukommt, die nicht nur auf dem Umwege über   Grignard-Verbindungen,    sondern auch durch eine direkte Synthese, z. B. aus Olefinen, Wasserstoff und Aluminium (bei Gegenwart einer katalytischen Menge von vorgebildetem Trialkylaluminium) hergestellt werden können.

   Trimethyl-und   Triäthylaluminium    können auch durch   Enthalogenierung    entsprechender Dialkylhalogenide mittels Natrium, durch Destillation der aus Dimethyl-oder   Diäthylaluminiumchlorid    und Natriumchlorid bzw. aus Dimethyl-oder   Diäthylalumi-    niumfluorid und Natriumfluorid gebildeten Komplexverbindungen gewonnen werden.   Triäthylaluminium    ist ferner aus   Diäthylaluminiumchlorid    auch durch Einwirkung von Natriumhydrid und   Athylen    erhältlich. Als Vertreter von ungesättigten Reaktionskomponenten sind beispielsweise Trivinyl-und Tributenylaluminium in der Fachliteratur beschrieben worden.



   Es ist ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens, dass auch entsprechende organische   mono-un    disubstituierte   Aluminiumhalogenide    oder Mischungen davon verwendbar sind. Die einfachsten Vertreter dieser Klassen, nämlich Methyl-und Athylaluminiumhalogenide,   kön-    nen aus den entsprechenden Alkylhalogeniden und Aluminium oder dessen Legierungen mit Magnesium oder Kupfer erhalten werden. Methylaluminiumdichlorid wird zweckmässig auch aus   Dimethyläther,    Aluminiumchlorid und Aluminium erhalten.

   Aromatische Kohlenwasserstoffreste enthaltende   Aluminiumhalogenide    können durch Erhitzen von entsprechenden Arylhalogeniden wie Chlorbenzol, Brombenzol, Jodbenzol,   1-Chlornaph-      , thalin, 2Xhlonnaphthailiin, Chlordipheny ;'iie etc. mit feiin-      veNeiltem    Aluminiumpulver, das   m, it gemgen Mengen      eines Halogens, eines Halogenwasserstoffs, eines Metall-      haliiogenids    oder eines   Nichtmetallhalogenids. aktiviert    worden ist,   heligesltellt wierd'en. k vielen Fällen können      die Organoaluminiumverbinduagen ohne Isolierung di-    rekt weiter umgesetzt werden.



   Die mögliche Umwandlung der, je nach dem angewandten Verfahren anfallenden Mischungen aus Monound   Dialkylaluminiumhalogeniden    (Sesquihalogeniden) zu einheitlich alkylierten Produkten durch Behandlung mit Natrium, Trialkylaluminium oder Aluminiumchlorid, oder durch destillative Auftrennung nach Zusatz von Natriumchlorid erübrigt sich, weil, wie bereits   frü-    her erwähnt, der Alkylierungsrad der organischen Alu  miniumverbindung    jetzt ohne Einfluss auf die Herstellung von   Diorganohalogenphosphinen    ist.



   Die Reaktion des   Dimethylaminodichlorphosphins    mit einer Butylaluminiumverbindung kann als Beispiel wie folgt illustriert werden : 
EMI3.1     
 (Me = Methyl, Bu = Butyl)
Bei der praktischen Ausführung werden z. B. die Reaktionskomponenten in den verlangten Proportionen gemischt. Die Reaktion vollzieht sich rasch und verläuft meistens exotherm. Es können gegen die Reaktionskomponenten inerte Lösungsmittel, wie z. B. Hexan verwendet werden. Vorzugsweise werden Feuchtigkeit und Sauerstoff durch Schutzgase, wie z. B. Stickstoff, Koh  lendioxyd    (nur bei   Organoaluminiumhalogeniden)    etc. von der Reaktionsmischung ferngehalten. Nach Zusatz eines bekannten Komplexbildners für das Aluminiumhalogenid, können die gebildeten Aminodiorganophosphine in den meisten Fällen abdestilliert werden.



   Die nach dem neuen Verfahren erhältlichen Zwischenprodukte können anstatt   Aminodiorganophosphine    auch Phosphinigsäureamide genannt werden. Es sind bisher einige Phosphinigsäure-dimethylamide und-di  äthylamide    bekannt, deren beide an Phosphor gebundene organische Reste Methyl, Trifluormethyl, Äthyl, Butyl, Phenyl, Tolyl,   1-Naphthyl,    Methyl und Athyl sind.



   Es ist ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens, dass das nebenbei gebildete Aluminiumhalogenid schon in der vorletzten Reaktionsstufe, also vom Aminodiorganophosphin anstatt vom   Diorganohalogenphosphin    entfernt wird.



   Einerseits ist der mit dem Aluminiumhalogenid gebildete Komplex nicht so stabil wie beim Endprodukt, und anderseits sind die   Aminodiorganophosphine    gegen Hydrolyse viel weniger empfindlich als die   Diorgano-    halogenphosphine. Deshalb kann das Aluminiumhalogenid anstatt durch Zusatz eines Komplexbildners wie Alkalichlorid, tertiäres Amin,   Ather    u. dgl. gebunden zu werden (wodurch erst die Destillation des Endproduktes ermöglicht wird), auch mittels einer berechneten Wassermenge als Hydrat in den angewandten Lösungsmitteln, wie z. B. Hexan, abgeschieden und durch Filtrieren oder Zentrifugieren abgetrennt werden. Das Aluminiumhalogenid kann aber auch kurzerhand mit Wasser bzw. Sodalösung ausgewaschen werden.

   Bei den gegen Feuchtigkeit sehr empfindlichen Endprodukten, d. h. bei den   Diorganohalogenphosphinen    sind diese Methoden zur Aufarbeitung der Reaktionsmischung nicht zulässig.



   Es ist aus der   Literatur    bekannt (Burg und   Slota,    Jr., loc. cit.), Aminodiorganophosphinen durch Behandlung mit Halogenwasserstoff gemäss Gleichung    R'2NPR2 + 2HX) R2PX    +   R'2NH.    HX in die entsprechenden   Diorganohalogenphosphine    überzuführen. Wie zu ersehen ist, bildet sich als Nebenprodukt wiederum eine äquimolare Menge Aminsalz, was schon bei der Aminolyse des Phosphortrihalogenids, d. h. bei der Herstellung des vorausgehenden Aminodi  halogenphosphins    der Fall war.



   Es wurde nun gefunden, dass man aus Aminodiorganophosphinen die entsprechenden Diorganohalogenphosphine mit quantitativer Ausbeute erhält, indem man eine Mischung aus äquimolaren Mengen Phosphortrihalogenid und   Aminodiorganophosphin    z. B. bei Raumtemperatur oder wenig erhöhten Temperaturen umsetzt. Die Reaktion vollzieht sich nach der Gleichung
EMI3.2     

Eine solche Reaktion war überraschend, da sich   Phosphmsäureamide [RP (0) NR'a]    nur unter   bestimm-    ten Bedingungen mittels eines Phosphorpentahalogenids in die entsprechenden Phosphinylhalogenide   [R2P (O) X]    überführen lassen. Durch   Phosphorpentahalogenide    wird jedoch der Phosphor der hier in Betracht fallenden Phosphinigsäureamide in den fünfwertigen Zustand übergeführt.



   Untersuchungen haben ferner ergeben, dass die Reaktion bei einem   Diaminoorganophosphin      (R2N) 2PR    nicht so glatt verläuft, sondern es werden alle möglichen Produkte nebeneinander gebildet.



   Wie aus der oben stehenden Gleichung zu ersehen ist, wird als Nebenprodukt kein Aminsalz, sondern ein Aminodihalogenphosphin   zurückgebildet,    mit dem die Reaktion begonnen hat, und das in gleicher Weise wieder in den Reaktionskreislauf eingeschaltet werden kann. Die beiden Produkte können durch Destillation leicht getrennt werden, wozu der Aminorest entsprechend ausgewählt werden kann.



   Bei der praktischen Ausführung der Reaktion werden z. B. äquimolare Mengen der beiden Reaktionskomponenten gemischt, worauf die zweckmässig unter Ausschluss von Feuchtigkeit und Sauerstoff abzulaufende Reaktion in der Regel von selbst eintritt.   Nötigen-    falls kann die Mischung auch   eimge Zeit erhitzt werden.   



   Wenn in dieser Beschreibung Halogen erwähnt ist, so werden unter diesem Begriff in erster Linie die technisch wichtigeren Chloride verstanden. Jedoch können Bromide, Jodide und Fluoride in gleicher Weise   umge-    setzt werden.



   Beispiel   1   
Zu 44 g   (CHg) 2NPCl2    wird unter Stickstoff langsam eine Lösung von 25 g   AI      (C2H5) 3    in 150 ml Hexan   gege=    ben. Es setzt eine stark exotherme Reaktion ein, und es bildet sich ein Niederschlag.   Nach 11/2 Std.    Erhitzen zum   Rückfluss    wird das Hexan abdestilliert. Nach Zugabe von 23 g   KC1    wird der Rückstand unter reduziertem Druck destilliert. Ausbeute 28 g (69,   4  /o)      (CH3)    2NP   (C2HS)    2. Das durch nochmalige Destillation gereinigte Produkt hat einen Siedepunkt von 141  143 /716    mm :   nD20 1.    4550 ;   d42     0. 8277.



   Zu 6 g des oben erhaltenen   Dimethylaminodiäthyl-    phosphins werden unter Stickstoff 6, 2   g    PCl3 gegeben.



  Es setzt sofort eine stark exotherme Reaktion ein unter Bildung einer homogenen Flüssigkeit und einer kleinen Menge eines orangen Niederschlages. Die fraktionierte Destillation ergibt : 1. 5, 5 g   (98"/o) (CjHPCl    Sdp.   128-131 /714    mm 2. 6, 3 g (95, 5  /o)   (CH3) 2NPC12    Sdp.   148-150 /720       mm   
Beispiel 2
Zu 43, 8 g (0, 03 Mol)   (CH,) 2NPC12wird    unter Stickstoff eine Lösung von 43, 6 g (0, 22 Mol) Al   (C4H9-i) $ in    
150 ml Hexan gegeben und   li/2    Std. zum R ckfluss er hitzt. Nach Zugabe von 25 g KCl wird die Reaktions mischung fraktioniert destilliert.



   Ausbeute 45, 9   g (81,    3  /o)   (CH3)    2NP(C4H9-i)2. Das durch nochmalige Destillation gereinigte Produkt hat einen Siedepunkt von 79-83  C/10 mm ;   nD20      1, 4559.   



   Die Umsetzung mit PC13 wird wie in Beispiel 1 vor genommen. Man erhält neben   (CH3) 2NPC12    mit prak tisch quantitativer Ausbeute (i-C4H9)2PCl ; Sdp.



   72¯C/1 mm.



   Beispiel 3
Zu 53, 2 g (0, 3 Mol)   (C2Hó) 2NPCl2    wird unter Stickstoff eine Lösung von 25 g (0, 22 Mol) Al(C2H5)3 in
150 ml Hexan gegeben und   1t/2    Std. zum Rückfluss erhitzt. Nach Zugabe von 25 g KC1 wird die Reaktionsmischung fraktioniert destilliert.



   Ausbeute 16, 3 g (33, 9%)(C2H5)2NP(C2H5)2. Das durch nochmalige   Destillation gereinigte Prodfukt    hat einen Siedepunkt von 178-183¯C/723mm,nD20 1,4678.



   Die Umsetzung mit PC13 wird wie in Beispiel 1 vorgenommen. Man erhält neben   (C2Hó) 2NPCl2    mit praktisch quantitativer Ausbeute die gleiche Verbindung wie in Beispiel   1.   



   Beispiel 4
Zu 40 g (0, 19 Mol)(C6H5)(CH3)NPCl2 wird unter Stickstoff eine Lösung von 10 g (0, 114 Mol) Al (CH3)3 in 50 ml Hexan gegeben und   li/2    Std. zum   Rückfluss    erhitzt. Nach Zugabe von 15 g KCl wird die Reaktionsmischung fraktioniert destilliert.



   Ausbeute 26, 2   g    (82,   6) (CeH,) (CH, j)    NP   (CH3)    2.



  Das durch nochmalige Destillation gereinigte Produkt hat einen Siedepunkt von 75-78¯C/2mm.



   Die Umsetzung mit   PC13    wird wie in Beispiel   1    vorgenommen. Man erhält neben (C6H5)(CH3)NPCl2 mit praktisch quantitativer Ausbeute   (CH3) 2PC1    ; Sdp. 7374  C/749 mm ; Smp.   0  C.   



   Beispiel 5
Zu 62,   5 g    (0, 3 Mol)   (CeHó)    (CH3) NPCl2 wird unter Stickstoff eine Lösung von 25 g (0, 22 Mol) Al(C2H5)3 in 100 ml Hexan gegeben und   1t/2    Std. zum Rückfluss erhitzt. Nach Zugabe von 25 g KCl wird die Reaktionsmischung fraktioniert destilliert. Das durch nochmalige Destillation gereinigte Produkt (45 g, 76,   8 t/o)    hat einen Siedepunkt von 67-73  C/0, 01 mm ;   nD20      1, 5542.   



   Die Umsetzung mit   PC13    wird wie in Beispiel   1    vorgenommen. Man erhält neben   (C6Hó) (CH3) NPC12 mit    praktisch quantitativer Ausbeute die gleiche Verbindung wie in Beispiel 1.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von organischen Di organohalogenphosphinen der Formel R2PX in welcher R einen Kohlenwasserstoffrest und X ein Halogenatom bedeuten, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Aminodihalogenphosphin der Formel R'2NPX2 in welcher R'2N eine tertiäre Aminogruppe bedeutet, mit einer Organoaluminiumverbindung der Formel RnAlX3-n in welcher n für eine ganze Zahl von 1-3 steht, umsetzt, das entstandene Aminodiorganophosphin der Formel Rt2NPR2 vom gebildeten Aluminiumhalogenid trennt, mit einer äquimolaren Menge Phosphortrihalogenid umsetzt und das entstandene Diorganohalogenphosphin vom gebilde- ten Aminodiholagenphosphin trennt.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Umsetzungen in einem inerten Lösungsmittel durchführt.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein die Organoaluminiumverbindung enthaltendes Reaktionsgemisch verwendet, wie es durch Umsetzung eines entsprechenden Arylhalogenids mit aktiviertem Aluminium bei erhöhter Temperatur erhält- lich ist.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das in der ersten Stufe gebildete Aluminiumhalogenid durch Zusatz der berechneten Wassermenge in Form seines unlöslichen Hydrates abtrennt.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das in der ersten Stufe gebildete Aluminiumhalogenid durch Zusatz eines Alkalihalogenids, z. B. Kaliumchlorid, in eine Komplexverbindung überführt und hierauf das Aminodiorganophosphin abtrennt.
    5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das in der letzten Stufe abgetrennte Aminodihalogenphosphin in der ersten Stufe wieder verwendet.
CH598663A 1963-05-13 1963-05-13 Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogenphosphinen CH433290A (de)

Priority Applications (4)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH598663A CH433290A (de) 1963-05-13 1963-05-13 Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogenphosphinen
US365510A US3584043A (en) 1963-05-13 1964-05-06 Process for the preparation of diorganohalophosphines
GB19956/64A GB1068364A (en) 1963-05-13 1964-05-13 Preparation of diorganohalophosphines
DEM60983A DE1240080B (de) 1963-05-13 1964-05-13 Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogen-phosphinen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH598663A CH433290A (de) 1963-05-13 1963-05-13 Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogenphosphinen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH433290A true CH433290A (de) 1967-04-15

Family

ID=4302521

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH598663A CH433290A (de) 1963-05-13 1963-05-13 Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogenphosphinen

Country Status (4)

Country Link
US (1) US3584043A (de)
CH (1) CH433290A (de)
DE (1) DE1240080B (de)
GB (1) GB1068364A (de)

Families Citing this family (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3248483A1 (de) * 1982-12-29 1984-07-05 Hoechst Ag, 6230 Frankfurt Verfahren zur herstellung von aryldichlorphosphanen
US4810425A (en) * 1988-03-07 1989-03-07 Ethyl Corporation Preparation of phosphinic acids
JP2558497B2 (ja) * 1988-04-28 1996-11-27 日本化学工業株式会社 アルキルジハロゲノホスファンの製造法
US6753324B2 (en) * 1998-07-15 2004-06-22 Hassan Jomaa Phosphorous organic compounds and their use
HRP20010035A2 (en) * 1998-07-15 2001-12-31 Hassan Jomaa Phosphorous organic compounds and their use
CN105330693B (zh) * 2015-12-08 2017-11-07 山东潍坊润丰化工股份有限公司 一种烃基二卤化磷的制备方法

Family Cites Families (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3036132A (en) * 1954-06-22 1962-05-22 Standard Oil Co Production of organophosphorus compounds
US2941001A (en) * 1956-06-25 1960-06-14 American Potash & Chem Corp Manufacture of aminophosphines
US2934564A (en) * 1957-11-08 1960-04-26 American Potash & Chem Corp Organohalophosphines

Also Published As

Publication number Publication date
US3584043A (en) 1971-06-08
GB1068364A (en) 1967-05-10
DE1240080B (de) 1967-05-11

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2227939A1 (de) Alkyl- oder Arylphosphon- oder -phosphonothiodihalogenide und -phosphin- oder -phosphinothiomonohalogenide und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE2753124A1 (de) Verfahren zur herstellung von aminoalkylsilanen
CH433290A (de) Verfahren zur Herstellung von Diorganohalogenphosphinen
US2552538A (en) Diamidothiophosphates
DE2116439A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Tn alkylphosphinen
EP3630781B1 (de) Herstellung von trialkylindiumverbindungen in gegenwart von carboxylaten
DE1945645A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Diorganochlorphosphinen
EP0218933B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Chlorphosphanen und Thiophosphinsäurechloriden
DE69930733T2 (de) Herstellung von substituierten (amino)alkoxysilanen
DE2116355C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Trialkylphosphoniumhalogeniden
CH433292A (de) Verfahren zur Herstellung von Aminophosphinen
EP3613748B1 (de) Verfahren zur herstellung von trialkylgallium-verbindungen
EP3036242B1 (de) Verfahren zur herstellung von alkylindium-verbindungen und deren verwendung
DE1217951B (de) Verfahren zur Herstellung von Alkylzinnhalogenidgemischen mit hohem Anteil an Dialkylzinndihalogeniden
DE69808227T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Iminotris (dimethylamino) phosphorane
DE1206425B (de) Verfahren zur Herstellung von Phosphorsaeureestern
CH616689A5 (de)
EP0144743B1 (de) Verfahren zur Herstellung organischer Chlorphosphane
EP0537197B1 (de) Verfahren zur herstellung von phosphonigsäure-arylester- halogeniden
DE1235911B (de) Verfahren zum Austausch von Halogen gegen Kohlenwasserstoffreste in Phosphorthiohalogenidverbindungen
DE2335371A1 (de) Verfahren zur herstellung von dialkylphosphinsaeurechloriden
AT253526B (de) Verfahren zur Herstellung neuer Phosphorsäureester
US2592617A (en) S-(ethylxanthoyl) piperidyl thiophosphoric chloride
DE2802442B2 (de) Verfahren zur Gewinnung und Reinigung von Carboranverbindungen
DE1140920B (de) Verfahren zur Herstellung von Orthophosphorsaeureestern