CH429040A - Mit einem Überzug versehenes verlorenes Giessmodell, insbesondere aus aufgeschäumtem Kunststoff - Google Patents
Mit einem Überzug versehenes verlorenes Giessmodell, insbesondere aus aufgeschäumtem KunststoffInfo
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Description
Mit einem Vberzug versehenes verlorenes Giessmodell, insbesondere aus aufgeschäumtem Kunststoff Aus dem deutschen Patent 1 108 861 ist ein Giess verfahren bekannt geworden, bei dem ein ohne merk liche Rückstände verbrennbares Modell in die Giess form eingebettet und darin unmittelbar durch das Ein giessen des Giessmaterials ausgebrannt und durch dieses ersetzt wird. Ein verlorenes Modell zur Durchführung dieses Verfahrens soll aus geschäumtem Kunststoff be stehen.
In der Giessereipraxis hat zur Anfertigung solcher vergasbarer Modelle bisher hauptsächlich aufgeschäum tes Styrolpolymerisat Eingang gefunden, und zwar über wiegend in Form von Blöcken oder Platten. Da dieses Material häufig spanabhebend zu Modellen verarbeitet wird, sind die Anforderungen hinsichtlich guter Ver- schweissung der Schaumstoffkörner sehr hoch, andern falls können einzelne Körner des Schaumstoffs heraus gebrochen werden, was die Oberfläche des Modells be einträchtigt und Nacharbeit erfordert. Ausserdem kann sich die körnige Struktur solchen Schaumstoffes auf die Oberfläche des Gussstücks übertragen.
Man hat zur Behebung dieser Schwierigkeiten bereits vorgeschlagen, vergasbare Modelle aus diesem Schaum stoff mit einem dünnen Überzug zu versehen, der von der Schmelze ebenfalls rasch und rückstandsfrei zu ver gasen ist. So ist vorgeschlagen worden, auf die Modell flächen einen dünnen Film von Wachs und dergleichen aufzubringen. Nachdem es hinsichtlich der Vergasbarkeit von Wachs zu Schwierigkeiten kommen kann, wurde der Vorschlag auch schon dahin abgewandelt, dass nur die zwischen den sich berührenden Schaumstoffkörnern verbleibenden Vertiefungen mit Wachs oder ähnlichen thermoplastischen Stoffen ausgefüllt werden sollen. Das Aufbringen ist jedoch in beiden Fällen sehr mühsam.
Ein anderer Vorschlag dieser Art sieht vor, einen filmartigen Überzug aus einem Stoff, der rascher als der Schaumstoff verbrennt und vergast, zu verwenden, wie z. B. Collodium. Hier besteht jedoch die Gefahr von Verpuffungen und Zerstörungen der Giessform, wenn grössere Mengen Collodium auf das Modell gespachtelt werden.
Weiterhin ist es bekannt, Seidenpapier über die Modellflächen zu spannen. Dieses Material ist jedoch gegen die in der Giessform zumeist anwesende Feuchtig keit oder gegebenenfalls notwendige Schlichten zu emp findlich und wird dadurch faltig. Bei Berührung mit den feinteiligen feuerfesten Schlichtemitteln kann Papier seine leichte Vergasbarkeit einbüssen. Es hat sich jeden falls gezeigt, dass das Gussstück häufig an den Stellen, wo das Modell mit Papier abgedeckt war, Sinter- und Ver- erzeugungserscheinungen aufweist, die aus Wechselwir kungen mit dem Formsand herrühren und kostspielige Nacharbeit erfordern.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die geschilder ten Nachteile vollständig und in einfachster Weise zu beheben. Nach der Erfindung wird ein Giessmodell der eingangs erwähnten Art vorgeschlagen, das dadurch ge kennzeichnet ist, dass der Überzug aus einer Schaum stoffolie gebildet ist.
Die benötigten Schaumstoffolien sind bereits im Handel erhältlich und können z. B. nach dem deutschen Patent<B>1038</B> 275 hergestellt sein. Infolge ihrer geringen Dicke sind sie so geschmeidig, dass man sie ohne Schwie rigkeiten und Faltenbildung handhaben und auch ge krümmten Stellen des Modells anpassen kann. Es ist bekanntlich auch möglich, Folien aus z. B. im wesent lichen geschlossenzellig aufgeschäumten Styrolpolymeri- saten noch elastischer zu machen, indem man sie einer Nachbehandlung etwa mit Wasserdampf unterzieht, wo bei ein weiteres Aufschäumen erfolgt.
Unter Styrol- Polymerisaten sind Polystyrol und Copolymerisate des Styrols z. B. mit Isobutylen zu verstehen. Als besonders zweckmässig haben sich Folien erwiesen mit einer Dicke von 30-2000 fs und einem Flächengewicht von 2 bis 30 g/m2.
Die Oberfläche der handelsüblichen Folien aus ge schäumten Styrolpolymerisaten ist bereits völlig glatt und bedarf im allgemeinen keiner Nachbehandlung, je doch ist eine solche im Bedarfsfalle möglich, etwa mit tels Wasserdampf. Die Schaumstoffolien sind auch hin reichend planparallel und masshaltig, so dass sich mass getreue Gussstücke mit völlig glatter Oberfläche herstel len lassen.
Man wird selbstverständlich trotzdem ein Modell nicht unbedingt an sämtlichen Aussenflächen mit einer Schaumstoffolie überziehen, sondern nur dort, wo die Oberflächengüte des Gussstückes besonders hoch sein soll.
Die Verbindung von Modell und Schaumstoffolie er folgt zweckmässigerweise durch Kleben, wobei ein punkt- oder flächenweiser Auftrag des Klebers infolge der Schmiegsamkeit der Folie ausreicht.
Selbstverständlich muss ein Kleber gewählt werden, der den Schaumstoff von Modell und Überzug nicht angreift oder auflöst und der ferner hinreichend rasch und rückstandsfrei vergasbar ist. Erste Versuche haben ergeben, dass sich dazu Dispersionskleber auf der Basis von Polyvinylacetat, -propionat und dergleichen be sonders eignen. Diese Dispersionen können auf Modell und/oder Überzug aufgesprüht werden und sind nach Verdampfen des Dispersionsmittels unmittelbar wirk sam.
Man kann jedoch die Schaumstoffolie auch in an sich bekannter Weise selbstklebend ausstatten. Schliess lich besteht auch die Möglichkeit, an sich bekannte schaumförmige Kleber zu verwenden.
Mit Hilfe der vorgeschlagenen Schaumstoffolie lässt sich ferner das Problem lösen, das Hohlkehlen an ver- gasbaren Schaumstoffmodellen häufig darstellen.
Bei Dauermodellen wird zwischen zwei annähernd recht winklig zusammentreffenden Modellteilen, etwa Rippen und dergleichen, ein allmählicher Übergang geschaffen, indem man den Scheitelbereich dieses Winkels mittels einer bildsamen und erhärtenden Masse (Kitt) ausrundet. Diese Massnahme führt bei vergasbaren Schaumstoff modellen zu Schwierigkeiten, da die dafür bekannten plastischen Massen nicht rückstandsfrei vergasen. Man hat solche Hohlkehlen deshalb aus Schaumstoff span abhebend herausarbeiten müssen.
Ein Streifen der Schaumstoffolie kann in geeignete Aussparungen der Modelloberfläche so eingefügt werden, dass er zur Mo- dellfläche stellenweise Abstand hat, wie in Fig. 2 näher erläutert ist.
Schliesslich ist die Anwendung der Schaumstoffolien nicht nur bei Modellen, die gemäss dem deutschen Pa tent Nr.<B>1108</B> 861 von der einfliessenden Schmelze ver gast werden sollen, sondern bei verlorenen Modellen allgemein möglich. Ausschmelzbare Modelle aus Wachs oder Kunststoff und dergleichen werden häufig mit einer keramischen Formschale versehen und dann ausge schmolzen. Dabei dehnt sich der Modellwerkstoff, etwa Wachs, stärker als die Formschale aus und es kann zur Rissebildung oder zum Zerspringen der Schale kom men.
Dieses Übel lässt sich abstellen, indem man das Ausschmelzmodell stellenweise mit einer Schaumstoff- folie bedeckt, bevor die keramische Formschale aufge bracht wird. Infolge seiner Kompressibilität gleicht der Schaumstoff die Druckspannungen aus, die sonst beim Ausschmelzen des Modells auftreten würden.
Denkbar ist ferner; die Schaumstoffolie in an sich bekannter Weise so auszustatten, dass sie bei der von einfliessender Schmelze bewirkten Vergasung Rück stände hinterlässt, die auf das Gussstück metallurgisch einwirken und z. B. seine Oberflächenhärte erhöhen oder als Trennmittel ein < Anbrennen des Formstoffes unter binden.
Diese Ausführungsform der Erfindung ist auch vorteilhaft für den Fall, dass der Formstoff aus ungebun denem losem Sand und dergleichen besteht, um die bei der Vergasung des Kunststoffanteils der Folie hinterblei benden Schaumstoffe des Modells zu verhindern und anderseits die aus diesem Raum entweichenden Py- rolysegase passieren zu lassen.
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise schematisch erläutert, und zwar zeigen: Fig.l einen stark vergrösserten Ausschnitt der Aussenfläche eines Modells aus vergasbarem Schaum stoff und Fvg.2 einen Schnitt durch eine Hohlkehle eines ebensolchen Modells.
In Fig. 1 besteht das Modell 1 aus miteinander ver schweissten Körnern 3 eines aufgeschäumten Kunststoffs, wie z. B. schaumförmiges Polystrol-Granulat. Jedes der Körner 3 besteht im Inneren aus im wesentlichen ge schlossenen Zellen, die nicht abgebildet sind. Durch unvollkommene Verschweissung der Körner 3 oder Herausbrechen eines Kornes infolge ungeeigneter Bear beitung kann die Oberfläche des Modellkörpers 1 Fehl stellen, Vertiefungen und dergleichen aufweisen, die bei 6 angedeutet sind.
Die Aussenfläche des Modells 1 ist deshalb mit einer Schaumstoffolie 2 bedeckt, die glatte Aussenflächen und im Inneren ebenfalls im wesentlichen geschlossene feine Zellen 5 besitzt. Modell 1 und Folie 2 sind durch aufgebrachte, z. B. aufgesprühte Klebstoff teilchen 4 miteinander verbunden.
In Fig. 2 besteht das Modell aus zwei im rechten Winkel zusammentreffenden Teilen 1' und 1", beide jeweils mit einer Schaumstoffolie 2' mittels Kleberfilm 4' verbunden. Nahe dem Scheitel der rechten Winkel sind die Folien 2' entsprechend dem gewünschten Aus rundungsradius ausgespart. In den dadurch geschaffe nen Raum ist jeweils ein ursprünglich ebener Streifen 2" der Schaumstoffolie eingefügt bzw. eingeklemmt, der breiter ist, als es der Aussparung entspricht, und sich dadurch im gewünschten Sinn und Radius zur Hohl kehle wölbt.
Die Streifen 2" können natürlich auch mit dem Modell und/oder den Folien 2' verklebt oder sonst wie verbunden sein.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Mit einem Überzug versehenes verlorenes Giess- modell, insbesondere aus aufgeschäumtem Kunststoff, und zur Durchführung eines Verfahrens, bei dem das in die Giessform eingebettete Modell durch Eingiessen von Schmelze praktisch restlos vergast wird, dadurch ge kennzeichnet, dass der Überzug aus Schaumstoffolie (2) gebildet ist. UNTERANSPRÜCHE 1.Giessmodell nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schaumstoffolie eine Dicke von 30 bis 2000 ss und ein Flächengewicht von 2 bis 30 g/m2 aufweist und praktisch rückstandslos vergas- bar ist. 2. Giessmodell nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaum stoffolie im wesentlichen geschlossenzellig ist und aus Styrolpolymerisat besteht. 3.Giessmodell nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schaumstoffolie wenigstens teil weise durch Kleben mit dem Modell verbunden ist, wo bei insbesondere an Hohlkehlen die Folie Abstand zur Modelloberfläche aufweisen kann. 4. Giessmodell nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Folie (2) nicht vergasbare, metall urgisch oder trennend wirkende Mittel einverleibt sind.
Applications Claiming Priority (1)
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