Verfahren und Vorrichtung zum Drehen eines endlosen Fadens Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Drehen eines endlosens Fadens, der durch einen Zwirn-Durchlass geführt wird, in welchen in nicht axialer Richtung ein Gasstrom eingeführt wird, der exzentrisch zur Längsachse des Fadens auf dessen Peripherie auftreffen gelassen wird, um so einen Drall des durchlaufenden Fadens zu bewirken.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekenn zeichnet, dass der Gasstrom mit mindestens halber Schallgeschwindigkeit auf die Peripherie des Fadens auftreffen gelassen wird, der dadurch vom Gasstrom im gleichen Drehsinn entlang der innern Peripherie des Zwirndurchlasses gedreht wird, wobei man einen Zwirndurchlass mit einem Querschnitt von 0,002 bis 7,9 mm2 an der Stelle der Gaseinmündung und ein Verhältnis dieser Querschnittsfläche zur Querschnitts fläche einer einzelnen Gaseinmündung von 4 : 1 bis 1 : 10 verwendet.
Ferner bezieht sich die Erfindung auf ein nach diesem Verfahren hergestelltes Garn sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung des genannten Ver fahrens, umfassend einen Zwirndurchlass mit glatter gekrümmter konkaver Innenfläche und mindestens eine ins Innere des Durchlasses so einmündende Gas zuleitung, dass ein eingeführter Gasstrom exzentrisch zur Inneren Peripherie des Durchlasses eintritt, so wie Mittel, um einen Faden in den Durchlass einzu führen und daraus wieder wegzuführen, dadurch ge kennzeichnet,
dass der Zwirndurchlass einen Durch messer von 0,05 bis 3,17 mm besitzt und das Verhältnis zwischen der Querschnittsfläche des Zwirndurchlasses und der Querschnittsfläche der Mündung einer einzelnen Gaszuleitung 4:1 bis 1 : 10 beträgt.
Anhand beiliegender Zeichnung werden Ausfüh rungsbeispiele der Erfindung beschrieben. Die Fig. 1, 3, 5, 7, 10, 11, 13, 15, 17, 19 und 20 sind Aufrisse oder Längsschnitte verschiedener Ausführungsformen von Zwirndurchlässen; die Fig. 2, 4, 6, 8, 9, 12, 14, 16, 18, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 27, 28, 29 und 31 sind Stirnansich- ten oder Querschnitte solcher Zwirndurchlässe ; Fig. 30 ist eine perspektive Ansicht einer weite ren Ausführungsform eines solchen Zwirndurchlas- ses" bzw.
Garndrehers ; die Fig. 32 bis 34 sind schematische Darstellun gen von Einrichtungen mit pneumatischem Garndre her und die Fig. 35 bis 39 sind Ansichten von Garnen, die nach dem erläuterten Verfahren hergestellt wer den können.
Die Fig. 1 bis 30 zeigen an verschiedenen Aus- führungsformen der Vorrichtung die Art und Weise des Zusammentreffens eines Garndurchlasskanals 51 mit einem oder mehreren Gaskanälen 52 und Aus- strömkanäle 56 und die Formen, welche diesen ver schiedenen Kanälen gegeben werden können. Die Stirnansichten bzw. Querschnitte können nicht ein deutig den Aufrissen bzw.
Längsschnitten zugeordnet werden ; gleiche Bezugszeichen bezeichnen ähnliche Bauteile, obwohl die Form dieser Bauteile von der einen Figur zur anderen variieren kann. Beispiels weise ist in den Fig. 1 bis 31 der Garndurchlasskanal durchwegs mit 51 bezeichnet, unbekümmert um seine Form. Desgleichen ist der Einblaskanal durchwegs mit 52 bezeichnet.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist der Garn- durchlasskanal 51 auf seiner ganzen Länge zylin drisch. Der Einblaskanal 52 mündet unter einem Winkel von 600 zum Kanal 51, also in nicht axialer Richtung, wobei aber, wie Fig. 2 zeigt, die Achsen der beiden Kanäle sich nicht schneiden, sondern der Kanal 52 exzentrisch in den Kanal 52 mündet.
Wenn Gas unter Druck in den Kanal 52 eingeführt wird, so dass es ihn mit mindestens halber Schallgeschwin digkeit verlässt, so wird auf ein mit einer Spannung von weniger als etwa 15 Gramm durch den Kanal 51 laufendes Garn ein genügend starkes Drehmoment ausgeübt, um es in hohem Ausmass abkröpfend zu drehen, ihm also einen Drall erteilt. Je höher die Gasgewichte, desto geringer muss die Gasstromge- schwindigkeit sein, und umgekehrt.
Das Drehglied 50 hat einen an seiner Mantelfläche befestigten Gas-zu- fuhrstutzen 54, der zum Anschluss an eine Gaszu- fuhrleitung mit einem Aussengewinde versehen ist.
Zweckmässig ist die Wandung des Garndurch- lasskanals an ihren beiden Enden abgerundet, um der Gefahr des Zerreissens des Garns zu begegnen. In einigen Ausführungsbeispielen hat der Garndurch- lasskanal zu diesem Zweck an seinen beiden Enden konische Erweiterungen 55 ; diese brauchen nicht gleich steil oder gar symmetrisch zu sein.
In gewissen Fällen, besonders wenn der Garn- durchlasskanal ziemlich lang ist, ist es von Vorteil, eine oder mehrere Gasentweichöffnungen wie 56 (Fig. 4 und 8) vorzusehen.
Zur Erleichterung des Einziehens eines zu dre henden Garnes kann das Drehglied mit einem sich auf seiner ganzen Länge erstreckenden Längsschlitz wie 57 (Fig. 3) versehen sein, der auch als Luftein- lass- oder -auslasskanal verwendet werden kann.
Die Fig. 9 und 10 zeigen eine Bauart, in welcher der Gasstrom an seinem Eintritt in den Garndurch- lasskanal gestaut ist, indem der Kanal 52 eine über die Eintrittsstelle hinaus sich erstreckende, am Ende verschlossene Verlängerung 58 hat.
Bei Ausführungen mit einer Mehrzahl von Gas- einlasskanälen kann es von Vorteil sein, eine Ver- teilkammer wie Fig. 61 (Fig. 15) vorzusehen, damit der für die Strömungsgeschwindigkeit massgebliche Druck für alle diese Kanäle der gleiche ist.
Das Drehglied nach den Fig. 15 und 16 besitzt einen Einziehschlitz 57 und ist in einer Längsebene geteilt, wobei die beiden Teile durch eine Schraube 63.zusammengehalten sind. Die beiden Teile könnten bei 62 scharnierartig miteinander verbunden sein.
In den Ausführungsformen nach den Fig. 23 und 25 ist ein das Drehglied umgebendes Gasverteilge- häuse 64 vorhanden, wobei im Beispiel nach Fig. 25 das Drehglied aus porösem Material hergestellt ist ; das durchtretende Gas dient zur Verminderung der Reibung zwischen dem Garn und der Wandung des Gasdurchlasskanals.
In der Ausführungsform Fig. 27 stösst das Gas unmittelbar vor seinem Eintritt in den Gasdurchlass kanal 51 auf eine Schulter 65 des Gaseinlasskanals 52.
In der Ausführungsform nach Fig. 29 hat der Garndurchlasskanal im Bereich des tangentialen Lufteinlasskanals 52 eine Erweiterung 66.
Gemäss Fig. 22 können hintereinanderhegende Gaseinlasskanäle 52 auf entgegengesetzten Seiten des Garndurchlasskanals tangential einmünden, damit stossweise aus einem der Kanäle 52 eintretendes Gas im Garn eine S-Drehung, und stossweise aus dem anderen Kanal 52 eintretendes Gas im Garn eine Z-Drehung hervorruft.
Die in den Fig. 32 bis 34 dargestellten Einrich tungen werden weiter unten im einzelnen beschrie ben.
Die Fig. 35 bis 38 zeigen Ausführungsbeispiele von herstellbarem neuartigem Garn.
Alle dargestellten Zwirndurchlässe haben an der Stelle der Gaseinmündung einen Querschnitt von 0,002 bis 7,9 mmz und ein Verhältnis dieser Quer- schnittsfläche zur Querschnittsfläche einer einzelnen Gaseinmündung von 4: 1 bis 1 : 10.
In einzelnen Ausführungsbeispielen hat der Garn durchlasskanal des Drehgliedes zweckmässig einen Hauptdurchmesser von etwa 0,05 bis 3,17 mm. Diese Angabe gilt bei Ausführungen mit nichtzylindrischem Garndurchlasskanal auch für den Kanalquerschnitt an der Stelle der Einmündung des Gaseinlasskanals.
Bei allen Ausführungsformen wird der Faden vom Gasstrom entlang der innern Peripherie des Durchlasses 51 im gleichen Drehsinn wie der Gas strom gedreht.
In Ausführungsformen, bei denen dieser wenig stens angenähert kreisförmige Querschnitt des Garn- durchlasskanals 51 einen Durchmesser von weniger als etwa 3,0 mm hat, ist der Drehsinn des dem ein strömenden Gas ausgesetzten Garnabschnittes um seine eigene Achse derselbe wie derjenige des Gas stromes längs der Innenoberfläche dieses Querschnit tes, wofür im folgenden der Ausdruck Vorwärts drehung verwendet wird.
Hat hingegen der eben erwähnte Querschnitt einen Durchmesser von mehr als etwa 3 mm, so wälzt sich unter der Einwirkung der Zentrifugalkräfte der Garnabschnitt ähnlich wie ein Planetenrad auf der Innenoberfläche des Garn- durchlasskanals ab; was daher im folgenden als Rückwärtsdrehung bezeichnet wird, weil die dem Garn erteilte Drehung um seine eigene Achse (Drall) entgegengesetzt ist bei unverändertem Drehsinn des Gasstromes im besagten Querschnitt.
Bemerkenswerterweise unterliegt in beiden Fäl len wie vorstehend angeführt das Garn einer Kur- belungswirkung , das heisst die Garnlängsachse be wegt sich immer im gleichen Drehsinn wie der Gasstrom längs einer zur Innenoberfläche des Garn- durchlasskanals ähnlichen Fläche, die von der Innen oberfläche in einem radialen Abstand liegt, der unge fähr gleich gross ist, wie der Radius des Garnbündels.
Diese Erscheinung ist in den Fig. 14 und 28 ver anschaulicht. Fig. 14 veranschaulicht die Vorwärts drehung eines Garnbündels 59 im Garndurchlass- kanal 51 und zeigt durch Pfeile, für den Fall der Vorwärtsdrehung, dass das Garn sich im gleichen Drehsinn um seine Achse dreht wie das Gas entlang der Innenoberfläche des Garndurchlasskanals, wäh rend die Fläche, längs der sich die Garnachse be wegt, durch den Kreis 60 angegeben wird. Fig. 28 zeigt die entsprechenden Verhältnisse für den Fall der Rückwärtsdrehung.
Frühere Vorschläge zur Drehung von Garn mit tels eines Fluidumstromes gingen dahin, das Garn um seine stationäre Eigenachse zu drehen durch die Turbowirkung eines Fluidumwirbels. Dabei wurden die Garnspannungen so hoch gehalten, dass das Garn steif blieb, zwecks Vermeidung einer Bewegung des Garnes aus dem Zentrum (der Achse) des Garn- durchlasskanals trotz exzentrischen Krafteinwirkun gen des Fluidums auf die Garnoberfläche.
Demgegenüber wird hier die eben erklärte Kur- belungswirkung auf das Garn ausgeübt, dessen Span nung zweckmässig weniger als etwa 15 Gramm be tragen soll. Dank der Kurbelungswirkung profitiert man von einer Hebelwirkung, indem der Dreharm um den Radius des Kurbelkreises vergrössert wird.
Dank dem können äusserst hohe Drehgrade in der Grössenordnung von einer Million Drehungen pro Minute erzielt werden, falls die Bahn der Garndre hung in einem Garndurchlasskanal von kleinem Durchmesser von weniger als etwa 1,5 mm gehalten wird oder auch mit Rückwärtsdrehung in Garndurch- lasskanälen mit grösserem Durchmesser.
Bei Direkt drehung ist der Drehgrad (die Garndrehzahl) .etwa gleich gross wie Kurbelungsdrehzahl. Bei Rückwärts- drehung kann die Garndrehzahl die Kurbelungsdreh- zahl übersteigen, weil sich dann das Garn etliche Male um seine Eigenachse drehen kann während eines Umganges der Garneigenachse um die Achse des Garndurchlasskanals. Garndreher der oben be schriebenen Bauart, deren Garndurchlasskanäle einen Durchmesser von etwa 3 mm haben,
können wahl weise zur Vorwärts- oder Rückwärtsdrehung verwen det werden durch entsprechende Einstellung der Garnspannung, Ausrichtung des Garndurchlasska- nals, Garnzufuhrgeschwindigkeit und eventuell ande rer Faktoren.
Die dargestellten Garndreheinrichtungen können benutzt werden, um Garne bei ausserordentlich ho hen Drehzahlen (Umdrehungen pro Minute) bei äus- serst hohen Durchsatzgeschwindigkeiten (Metern pro Minute) zu drehen bzw. zu zwirnen. Als Gas kann ein beliebiges inertes gasförmiges Medium wie Stick stoff, Kohlenstoffdioxyd und vorzugsweise Luft ver wendet werden.
Garne mit mehr als 50 Drehungen pro Zoll können leicht erhalten werden, wenn die Drehgeschwindigkeiten, wesentlich über einer Mil lion Drehungen pro Minute liegen und die Garn spannungen weniger als etwa 5 Gramm betragen. Unter Garn wird hier jedes in der Längsrichtung zusammenhängende Fadengebilde sowohl in der Form einer Einzelfaser (Monofilament) als auch in Form von Multifilamenten und auch gesponnenem Stapelfasergarn verstanden.
Vorzugsweise ist der Garndurchlassquerschnitt ungefähr gleich gross wie der Querschnitt des Ein- lasskanals an seiner Einmündung. Ferner sind vor zugsweise, aber nicht notwendigerweise, beide Quer schnitte rund. Form und Grösse dieser Querschnitte können sich eventuell in Längsrichtung der Kanäle ändern.
In Ausführungen, bei denen mehrere Gaseinlass- kanäle 52 in die Garndurchtrittskanäle 51 einmün den, können alle Einlasskanäle 52 entweder in einer und derselben Tangentialebene liegen oder in ver schiedenen Tangentialebenen. Ausserdem können die Einlasskanäle 52 in dem Sinne zu Radialebenen des Garndurchtrittskanals geneigt sein,
dass die vom Gas auf das Garn ausgeübte Kraft eine Vortreib- komponente hat (solange die Garnspannung 15 Gramm nicht überschreitet). Bei entgegengesetzter Neigung wird das Garn gebremst.
Die Länge des Garndurchtrittskanals kann in weiten Grenzen variieren, wenn nur jeweils ein Gas einlasskanal einmündet. Die Länge sollte jedoch nicht kleiner sein als der Durchmesser (oder das Äquiva lent des Durchmessers bei unrundem Querschnitt). Das Verhältnis Länge/Durchmesser wird zweckmäs- sig zwischen 4 : 1 und <B>10:</B> 1 gehalten. Jedoch wird mit Vorteil ein grösserer Wert dieses Verhältnisses gewählt für Rückwärtsdrehung .
Bei Anwendung von verhältnismässig langen Garndurchtrittskanälen ist es oft zweckmässig, in dieselben mehrere Einlass- kanäle einmünden zu lassen und eine oder mehrere Gasentweichöffnungen vorzusehen. Bei kurzen Garn durchtrittskanälen stellt das Entweichenlassen des Gases kein Problem. Daraus ergibt sich dass es vor teilhafter sein kann, das Garn durch mehrere hin tereinander gereihte kurze Drehglieder anstatt durch ein einziges langes Drehglied laufen zu lassen.
Gerade in diesen Fällen, aber auch bei einem langen Dreh glied mit mehreren Einlasskanälen, können mit vor wärts und/oder mit rückwärts geneigten Einlasskanä len wünschbare Vortreib- bzw. Bremseffekte erzielt werden. Die Luft oder das sonstige verwendete Gas muss mit mindestens halber Schallgeschwindigkeit auf das Garn auftreffen, damit hohe Garndrehzahlen von etwa 100 000 bis<B>1</B>200 000 Drehungen/Minute erreicht werden. Bei weiterer Steigerung der Gasge schwindigkeiten werden noch höhere Garndrehzahlen erhalten.
Von grosser Wichtigkeit ist, dass zur Erzielung von hohen Drehgraden bei der Herstellung von Streckgarnen die Garnspannung unter etwa 15 Gramm gehalten werden muss und vorzugsweise sogar zwi schen 0,1 und 10 Gramm gehalten wird<B>;</B> als noch enger begrenzter Bereich für wirkungsvollste Durch führung mit höchsten Drehzahlen und Durchsatzge- schwindigkeiten ist der Bereich zwischen 0,5 und 5 Gramm festgestellt worden.
Pneumatische Drehglieder mit sehr engem Garn- durchlasskanal sind hinsichtlich Luftverbrauch bezo gen auf erzielte Leistung sehr wirtschaflich. Am günstigsten stellt sich diese Luftverbrauchszahl,
wenn der Durchmesser des Garndurchlasskanales nur we nig grösser ist als derjenige des Lufteinlasskanals. Mit Vorteil läuft die Achse des Lufteinlasskanals um ungefähr den Betrag des Radius dieses Kanals neben der Achse des Garndurchlasskanals vorbei und beträgt die Länge des Garndurchlasskanals das 2- bis 5-fache der Länge dieses Kanals, damit die Luft frei entweichen kann.
Unter diesen Umständen stel len sich bei niedriger Garnspannung von beispiels weise weniger als 2 Gramm leicht unstabile Betriebs verhältnisse ein. Dem kann entgegengewirkt werden durch sorgfältige Ausrichtung des Garnes auf den Garndurchlasskanal (oder umgekehrt), wobei es in diesem Falle weniger auf die Erzielung eines äusserst guten Wirkungsgrades ankommt - dieser ist bei den dargestellten Drehgliedern ohnehin viel besser als bei den mechanischen -s als viehmehr auf die Errei chung stabiler Betriebsverhältnisse und eines gleich- mässigen Produkts.
Die an sich nicht leicht erreich bare Ausrichtung kann in folgender Weise verein facht werden : ein Garnstück wird so in das Dreh glied eingesetzt, dass es an beiden Enden um etwa 150 mm herausragt. Daraufhin wird die Luftzufuhr eingeschaltet und die Lage der äussersten Garnenden festgestellt. Es ist dann ein leichtes, Garnführer auf, diese Lagen einzustellen, damit nachher die Bahn des laufenden Garns richtig eingestellt ist. Dies ist insbesondere in der Stromabwärtsrichtung wichtig.
Die erläuterten Arbeitsweisen und Vorrichtungen können sowohl zur Behandlung endloser Monofile als auch von Stapel-Vorgarnen, gefachtem Vorgarn oder gesponnenem Stapelfaser-Garn sowie überhaupt von jeglicher Art Faserband, -strang oder -bündel an gewendet werden. Während die dem laufenden Bün del erteilte Drehung eine falsche ist, ist die den her ausragenden Stapelfaser-Enden erteilte Drehung eine echte, und das Herumgepeitscht- und Herumgedreht werden dieser Enden um das Bündel macht dieses sehr stark kohärent.
Daher kann auf solche Art aus Stapel-Vorgarn ein Garn mit wesentlich höheren Ge schwindigkeiten gesponnen werden als mit bekannten Einrichtungen. Durch Variieren der Betriebsverhält nisse kann das Produkt auf dem ganzen Entstehungs wege von einem konventionellen bis zu einem hoch gradig voluminös gemachten Streckgarn verändert werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass zwei oder mehrere verschiedene Garne aus Endlos- oder Stapelfasern gemeinsam behandelt werden mit ver schiedenen Zuführgeschwindigkeiten bei gleicher oder verschiedener Spannung, mit konstanter oder pulsierender Zuführgeschwindigkeit, und so zu ver schiedenartigsten Garnen verarbeitet werden.
In Fig. 32 ist eine Einrichtung dargestellt, in der das Drehglied zum Zwirnen eines direkt von der Spinndüse kommenden und noch nicht gestreckten Faserbündels benützt wird. Die aus der Spinndüse 111 kommenden Fasern 110 konvergieren zu einem Führungsglied 112, laufen dann in zwei Gruppen an den entgegengesetzten Seiten eines Stiftes 113 vorbei und werden von da an durch das weiter entfernt an geordnete pneumatische Drehglied 114 gedreht, wo bei sie nach Passieren des Stifts 113 noch im erweich ten Zustand sind und die dem Garn erteilte Drehung durch Abkühlung fixiert wird,
bevor das Garn in das Drehglied eintritt; nachher wird das Garn über die Rollen<B>115, 116</B> geführt und schliesslich auf die durch die Walze 118 angetriebene Spule 117 aufge wickelt.
In Fig. 33- ist die Anwendung eines Drehgliedes 131 in einer Einrichtung dargestellt, die zur Her stellung einer grossen Vielfalt von Spezial- und Effekt garnen verwendet werden kann. Bei dieser Einrichtung wird Vorgarn von einer Spule 125 abgewickelt und dann durch ein Führungsstück <B>126</B> und eine Ver zugsvorrichtung<B>127</B> geführt und nach Passieren eines Führungsrollen-Paares 136 durch das pneumatische Drehglied 131 gedreht und auf eine durch die Walze 132 angetriebene Spule 133 aufgewickelt. Man er hält so ein Bündelgarn wie dasjenige, das in Fig. 37 dargestellt ist.
Diese Bezeichnung rührt davon her, dass es aussieht wie eine Folge von Stapelfaser-Bün- deln, die in Zufallsintervallen durch fest darum her umgedrehte Stapelfasern fest zusammengebunden sind, während in den Zwischenabschnitten die Fa sern im wesentlichen zueinander parallel laufen.
Bei Behandlung von Polyhexamethylenadipamid- Fasern auf dieser Einrichtung kann die Aufwickel- geschwindigkeit beispielsweise 21 m/min., die Garn spannung über dem Drehglied 2 g, der Druck der dem Drehglied zugeführten Luft 2,1 kg/cm-' betragen. Auf diese Art des Vorgehens wird in der 3. Kolonne der Tabelle Bezug genommen, wo auch die übrigen Verhältnisse angegeben sind.
Ein Stapelfaser-Garn aus Viscose-Fasern kann beispielsweise mit einer Ge schwindigkeit von 145 m/min aus der Verzugsvor richtung 127 herausgeführt werden, wobei dann ein Teil der Drehungen das Drehglied passieren kann.
Auch kann auf der eben beschriebenen Einrich tung ein Garn aus endlosen Polyhexamethylenadipa- mid-Fasern mit Viscose-Stapelfasern beispielsweise mit 1,5 denier Fibrillentiter und 6,3 cm Stapellänge umsponnen werden und mit diesen durch die Ver zugsvorrichtung wandern.
Durch Abwandlung der Einrichtung nach Fig. 33 können leicht auch eines oder mehrere weitere Garne dem Vorgarn vor dem Gedrehtwerden zugeführt wer den, indem, wie dies auf der Fig 33 mit gestrichelten Linien angedeutet ist, von einer Spule endlose oder Stapelfasern über den Stift 135 abgezogen und bei 136 mit dem Vorgarn vereinigt werden. Die auf diese oder ähnliche Art erzielbaren Kombinationsmöglich keiten und die entsprechenden Produkte sind man nigfaltig.
In der in Fig. 34 dargestellten Einrichtung wird ein Garn aus endlosen Fasern oder aus Stapelfasern von der Spule 140 abgezogen, über einen Stift 141 und zwischen Walzen 142 hindurch geführt und dann der Wirkung eines pneumatischen Drehgliedes 143 ausgesetzt, wie dies bei 150 angedeutet ist.
Gleichzeitig fallen kurze Längen sekundären Faser materials 144 aus einem Behälter 145 auf das in Drehung begriffene Traggarn herunter und werden unter Bildung von Noppen um dieses herumgewik- kelt. An sich wäre es denkbar, das Fasermaterial auch auf das das Drehglied verlassende Garn fallen zu lassen; die Bindung der Noppen an das Haupt= garn ist dann jedoch weniger gut. Das Noppengarn läuft dann zwischen zwei Walzen 147 hindurch und wird auf die durch die Walze 149 angetriebene Spule 148 aufgerollt.
Bei einer derartigen Behandlung von Polyhexa- methylenadipamid-Garn kann die Aufwickelge- schwindigkeit beispielsweise 144 m/min, die Span nung 10 g und der Druck der dem Drehglied zuge führten Luft 2,8 kg/cm2 betragen, und das sekundäre Fasermaterial kann etwa aus Viscose-Stapelfasern mit 1,5 denier Fibrillentiter und 75 mm Stapellänge bestehen. Das erhaltene Produkt hat dann das in Fig. 35 dargestellte Aussehen.
Neu an ihm ist, dass das Noppenmaterial auf der einen Hälfte jeder Noppe S-Drehung und auf der andern Hälfte Z-Drehung aufweist. Auf eine derartige Arbeitsweise wird in der Tabelle in Kolonne 5 Bezug genommen.
Den in Fig. 39 dargestellten Garntyp erhält man durch Behandlung eines Garns in der Einrichtung gemäss Fig. 33 bei einer Garnspannung von nur 3 g. Durch die bei einer so niedrigen Spannung dem Garn erteilte hohe Drehung wird das Garn veranlasst, abgezweigte Noppen zu bilden, die durch das Dreh glied hindurchgehen. Ein ähnliches Resultat erhält man, indem man das Garn in der Weise zupft, dass kurze, rasche Spannungsänderungen erzeugt werden.
Zur Herstellung von Noppengarn kann ferner ein Drehglied in einer Ausführungsform gemäss Fig. 13 und 14 verwendet und mit Druckluft von 2,1 kg/cm2 gespiesen werden. Die Durchsatzgeschwindigkeit kann dabei 45 m/min betragen und die Spannung des Trägergarns zwischen 10 und 25 g konstant gehalten werden, während die Spannung des noppenbildenden Garns in rascher und zufälliger Folge zwischen 0 und 25 g variiert wird. Das Umwickeln erfolgt jeweils, wenn die letztere Spannung unter diejenige des Trä gergarns abfällt.
Geschichtete Noppen ergeben sich, wenn die wechselnde Spannung gegen Null abfällt. Auf ein derartiges Vorgehen wird in der 4. Kolonne der Tabelle Bezug genommen.
Das in Fig. 36 dargestellte Noppengarn ist in dem Sinne einzigartig, dass die Noppe aus Garn be steht, das in dem laufaufwärts des Drehgliedes beste henden Drehsinn um das Trägergarn gewickelt ist, wogegen die noppenfreien Abschnitte im entgegen gesetzten Sinn (wie er laufaufwärts des Drehgliedes vorliegt) gedreht sind.
Ein solches pneumatisches Drehglied eignet sich besonders zur Herstellung von Noppengarn, da es dem Durchgang der Noppen geringen Widerstand entgegenstellt, wodurch Garnbrüche weitgehend ver mieden werden.
Mit einem Drehglied gemäss den Fig. 1 und 2, dessen Lufteinlasskanal einen Durchmesser von 6,4 mm und dessen Garndurchlasskanal einen Durch messer von 12,8 mm aufweist, lässt sich beispiels weise ein Polyhexamethylenadipamid-Stapelfasergarn mit 0,5 mm Fibrillentiter und 50 mm Stapellänge zweckmässig behandeln mit einem Lufteinlassdruck von 4,2 kg/cm2, wobei die Laufrichtung von rechts nach links verläuft.
Durch den rasch drehenden Luft wirbel wird auch das Garn entsprechend rasch ge dreht, wobei die Stapelfasern aufgewickelt werden und ein Stapelfasergarn mit echter Drehung erhalten wird.
Die in der nachfolgenden Tabelle angeführten Beispiele sind für die Ausführungsmöglichkeiten des Verfahrens und die dabei herstellbaren Produkte auf- schlussreich. Für jedes Beispiel sind untereinander angegeben: das verwendete Ausgangsmaterial, Ver fahrensmerkmale, Typ der Behandlungseinrichtung und Merkmale des erhaltenen Produkts. In allen Fäl len war die massgebliche Luftgeschwindigkeit höher als die halbe Schallgeschwindigkeit.
<I>Siehe Tabelle Seite 6</I>