Rohrverbindung und Verfahren zu ihrer Herstellung Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Rohr verbindung, insbesondere zur Verwendung auf Schif fen, z. B. zur Verbindung von Luft-, Sammel- oder Abwasserleitungen oder Rohren von sanitären Instal lationen jeder Art. Im weiteren bezieht sich die Er findung auf ein Verfahren zur Herstellung einer der artigen Rohrverbindung.
Gegenwärtig werden Rohre auf Schiffen im all gemeinen mittels Flanschverbindungen miteinander verbunden. Die Rohre werden aus sogenanntem schwarzem , das heisst nichtgalvanisiertem Material hergestellt, da die Verbindungsflansche noch auf dieselben aufgeschweisst werden müssen. Die Ver wendung von bereits galvanisierten Rohren wäre zwecklos, da der Zinküberzug während des Schwei ssens weggebrannt würde. Bei einem bekannten Vor gehen wird eine Rohrleitung, die auf einem Schiff vorgesehen ist und die im allgemeinen zwischen zwei Deckdurchleitungsstücken angeordnet werden muss, zuerst an Ort und Stelle skizziert.
Hierauf wird das Rohr in der Kupferschmiede zugeschnitten und auf das Schiff verbracht, um dort angepasst und mit den darauf angeschweissten Flanschen versehen zu werden. Hierauf wird das Rohr erneut abmontiert und in die Galvanisieranstalt verbracht. Wenn es galvanisiert ist, kann endlich die endgültige Montage stattfinden. Dieses bekannte Verfahren hat den Nachteil, dass ein wiederholter Transport des Rohres zum und vom Schiff nötig ist, was viel Zeit in Anspruch nimmt und deshalb teuer ist.
Die Montage der Rohre im Schiff verursacht in vielen Fällen Schwierigkeiten, weil sogenannte Deck stücke in den Decks angebracht werden müssen, an deren beiden Enden sich die Rohre anschliessen. Diese Deckstücke können zum vornherein mit einem Flansch auf nur einer Seite versehen werden, um das Durchstecken dieser Deckstücke zu ermöglichen, während der andere Flansch an Ort und Stelle auf gebracht werden muss. Dies kann durch Umbördeln erfolgen, wenn die Rohre aus verhältnismässig dün nem Material bestehen. Werden aber dickere Rohre verwendet, so muss der Flansch aufgeschweisst wer den. Das ist nur auf der oberen Seite möglich, da auf der Unterseite des Flansches kein Raum zur Verfügung steht. Dieses Schweissen beschädigt das galvanisierte Rohr.
Das Aufschweissen der Schweiss hülse auf die Unterseite des Decks ist in vielen Fäl len schwierig, weil die grossen Flansche nur wenig Platz frei lassen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die erwähn ten Nachteile in wirksamer Weise zu beseitigen. Die erfindungsgemässe Rohrverbindung ist ge kennzeichnet durch eine topfförmige Stopfbüchse, deren Boden eine Durchlassöffnung für das eine Rohr aufweist, dessen Ende ausgebogen ist, und durch eine.
Stopfbüchsenbrille mit einer axialen Ausnehmung, durch welche sich das zweite Rohr erstreckt, dessen Ende ebenfalls ausgebogen ist, wobei die Stopfbüchse und die Brille in ihrer Arbeitslage in Längsrichtung derart zusammengedrückt sind, dass das Dichtungs material im Raum zwischen der Stopfbüchse und den beiden Rohrenden zusammengedrückt ist, um einen dichten Abschluss zwischen den Rohren zu erzeugen.
Die Herstellung dieser Rohrverbindung erfolgt erfindungsgemäss in der Weise, dass eine topfförmige Stopfbüchse, die in ihrem Boden eine Durchlassöff- nung aufweist, über das eine der miteinander zu ver bindenden Rohre geschoben und hierauf das Ende dieses Rohres ausgeweitet wird, während eine Stopf büchsenbrille über das andere der beiden miteinander zu verbindenden Rohre geschoben und das Ende des letzteren ebenfalls ausgeweitet wird, und dass hierauf Stopfbüchse und Brille derart miteinander verbunden werden, dass das Dichtungsmaterial im Raum zwischen der Seitenwand der Stopfbüchse und den beiden Rohrenden zusammengedrückt wird,
um einen dichten Abschluss zwischen den Rohren zu erzeugen.
In der beiliegenden Zeichnung sind einige bei spielsweise Ausführungsformen der Rohrverbindung gemäss vorliegender Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine erste Aus führungsform einer Rohrverbindung mit Aufhängung und Fig. 2 -ist ein Längsschnitt nach der Linie II-11 der Fig. 1.
Fig. 3 zeigt eine Rohrleitung, die sich durch das Deck eines Schiffes hindurch erstreckt und die mit solchen Rohrverbindungen versehen ist.
Fig. 4 ist ein teilweiser Schnitt eines Durchfüh rungsstückes durch das Deck in grösserem Massstab. Fig. 5 und 6 zeigen Längsschnitte durch andere Ausführungsformen der Rohrverbindung.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Rohrver bindung dient zur Verbindung der mit 3 und 4 be zeichneten Rohre und sie umfasst eine topfförmige Stopfbüchse 2 mit einer zentralen Ausnehmung im Boden derselben für den Durchgang des Rohres 4 und eine Brille 1. Zwischen Brille und Stopfbüchse sind Dichtungsringe 5, 6 aus Gummi oder ähnlichem Material eingelegt. Dichtungsring 5 und Brille 1 werden auf das Ende 7 des Rohres 3 und Stopf büchse 2 und Dichtungsring 6 auf das Ende 8 des Rohres 4 aufgeschoben und hierauf werden die bei den einander zugekehrten Rohrenden durch einen Dorn etwas konisch ausgeweitet.
Hierauf werden die Brille 1 und die Stopfbüchse 2 mittels Schrauben bolzen 9 mit Muttern gegeneinandergedrückt. Die Dichtungsringe 5, 6 werden in den beiden konischen Zwischenräumen zwischen den Rohren 3, 4 und der Muffe 2 zusammengedrückt, so dass ein dichter Ab schluss erzielt werden kann.
Die beschriebene Rohrverbindung kann mit Vor teil dazu verwendet werden, um Rohre auf einem Schiff etwa gemäss Fig. 3 miteinander zu verbinden. Die Deck- oder Schotten-Durchleitungsstücke 10 werden in einer Kupferschmiede vorfabriziert. Sie bestehen aus einem Rohr 11 und einer Büchse 12, die bei 13 miteinander verschweisst und hierauf galvanisiert werden. Hierauf werden die Brille 1 und ein Gummi-Dichtungsring 5 über das untere Ende des Rohres 11 geschoben, worauf dieses Ende mittels eines Dornes oder dergleichen etwas ausge weitet wird.
Hierauf werden die verschiedenen Öff nungen in den Decks 14 angezeichnet und mittels Brenner ausgeschnitten, worauf die Durchleitungs- stücke 10 von unten in diese Öffnungen gesteckt und durch die Verschweissung 15 mit dem Deck 14 ver bunden werden. Das Verschweissen kann auf sehr einfache Weise erfolgen, da sich in der Nähe der Schweissstellen keinerlei Flansche oder dergleichen befinden. Hierauf werden eine Stopfbüchse 2 und ein Gummidichtungsring 6 auf das obere Ende des Roh res 11 geschoben, worauf dieses obere Ende etwas ausgeweitet wird.
Nunmehr wird die genaue Länge und Form des Rohres, das zwischen die Durch leitungsstücke 10 in aufeinanderfolgenden Decks oder Schotten zu liegen kommt, abgemessen, auf dem Schiff von einem galvanisierten Rohr abgeschnitten und zurechtgebogen. Dieses Rohr 16 ist am einen Ende mit einer Stopfbüchse 2 und einem Gummidich tungsring 6 und am anderen Ende mit einer Brille 1 und einem Gummidichtungsring 5 versehen worden, worauf die Rohrenden wiederum etwas ausgeweitet werden. Damit wird das Rohr 16 zwischen zwei aufeinanderfolgende Durchleitungsstücke 10 ver bracht und hierauf die zusammenwirkenden Stopf büchsen 2 und Brillen 1 mittels der Bolzen 9 gegen einandergedrückt, so dass die Dichtungsringe 5, 6 zusammengedrückt werden und damit die Rohre ab dichten.
Die Muttern der Bolzen 9 können in bekann ter Weise durch einen Splint 17 gesichert sein.
Bei einer Montage der Rohre in der beschrie benen Weise ist es möglich, dieselben auf sehr ein fache Weise mittels Träger 18 an einem Deck- oder Wandteil 19 aufzuhängen. Die Träger 18 besitzen je eine Öffnung, die etwas weiter ist als der Schrauben bolzen 9. Weitere Befestigungsmittel sind nicht nö tig. Zweckmässig ist eine Gummimanschette 18a zwi schen dem Bolzen 9 und dem Träger 18 angeordnet, um zu verhindern, dass Schwingungen auf das Rohr übertragen werden. Die Rohrenden sind so weit aus geweitet, dass die Stopfbüchse 2 und die Brille 1 sich nicht über die benachbarten Rohrenden 8, 7 hinweg verschieben können. Auf diese Weise wird der wesentliche Vorteil erreicht, dass die Verbindung zwischen den Rohren aufrechterhalten bleibt, wenn die Gummidichtungsringe 5, 6 im Falle einer Feuers brunst verbrennen.
Da lediglich zwei Schraubenbolzen 9 nötig sind, um eine genügende Abdichtung zwischen den Roh ren zu erhalten, können die Brille 1 und die Stopf büchse 2 von ovaler Form sein, so dass die Rohre näher an der Wand verlegt werden können und die Rohrverbindung quer zur Rohrrichtung weniger Platz beansprucht als die üblichen Rohrverbindun gen mit kreisförmigen Kupplungsflanschen. Deshalb ist eine wesentliche Raumersparnis zwischen den Decks wie auch zwischen den Wänden der Schiffe möglich, was eine Ersparnis an Materialkosten und eine erhöhte Stabilität des Schiffes zur Folge hat.
Die Montage der Rohre wird auch dadurch ver einfacht, dass die Rohrverbindung etwas biegsam ist. Gleichzeitig verhindert die Verwendung von Gummidichtungsringen die übertragung von Schwin gungen von einem Rohr auf das folgende.
Die Demontage der Rohre bei Reparaturen ist viel einfacher möglich als bisher, indem lediglich die Bolzen 9 durchgesägt werden müssen. Bisher be kannte Rohrverbindungen erforderten das Aufbre chen oder Durchschneiden von zahlreichen Muttern, z. B. in Tanks, was ein mühsames Vorgehen ist. Die beschriebene Rohrverbindung kann auch für sanitäre Installationen und dergleichen, z. B. in Gebäuden, verwendet werden. Zwei diesbezügliche Ausführungsbeispiele sind in den Fig. 5 und 6 gezeigt.
Fig. 5 zeigt die Verbindung zweier Rohre 20, 21, die beispielsweise aus Kupfer bestehen können. Eine Stopfbüchse 22 und Dichtungsmaterial 23 z. B. aus Gummi, Kunststoff oder dergleichen werden auf das Rohr 20 geschoben und hierauf die Kanten rechtwinklig umgebogen, was bei Kupferrohren ver hältnismässig leicht möglich ist. Eine Brille 24, eine Unterlagscheibe 25 und Dichtungsmaterial 26, welch letzteres dem Dichtungsmaterial 23 entspricht, wer den auf das andere Rohr aufgeschoben und hierauf wird die Stirnkante des Rohres ebenfalls rechtwink lig umgebogen. Die Stopfbüchse 22 ist mit Innen gewinde versehen, während die Brille 24 ein ent sprechendes Aussengewinde aufweist, so dass die Brille 24 in die Stopfbüchse 22 geschraubt werden kann.
Während dieser Schraubbewegung schützt die Unterlagscheibe 25 das Dichtungsmaterial. Da die Kanten der Rohre 20, 21 rechtwinklig umgebogen sind, liegen sie in der gekuppelten Stellung aufein ander, was die Abdichtung zwischen den Rohren verbessert. Die Brille 24 und die Stopfbüchse 22 können im Querschnitt sechskantig sein, um das Auf schrauben dieser Teile zu erleichtern.
Fig. 6 zeigt eine ähnliche Rohrverbindung, wo bei das eine Rohr 20 einen anderen Durchmesser aufweist als das andere Rohr 21.
Die dargestellten Ausführungsbeispiele weisen eine Stopfbüchse auf der unteren Seite und eine Brille auf der oberen Seite auf, aber es ist klar, dass diese Anordnung nach Belieben geändert werden kann, vorausgesetzt, dass immer zwei zusammenwirkende Elemente einander gegenüberliegen.
Bei Verwendung der beschriebenen Rohrverbin dung wird ein Aufschweissen von Flanschen über flüssig, da die Verbindung der Rohrverbindungsteile mit den Rohren durch Ausweiten bzw. Ausbiegen der Rohrenden bewirkt wird. Dadurch wird das Schwei ssen überflüssig und es kann demzufolge von gal vanisierten Rohren ausgegangen werden, wobei die benötigten Rohrstücke von fabrikmässig hergestellten galvanisierten Rohren auf dem Schiff selbst auf die erforderliche Länge abgeschnitten und zurecht gebo gen werden können. Der wiederholte umständliche Transport der Rohre zum und vom Schiff entfällt daher und das sehr zeitraubende Aufzeichnen der Rohre im Schiff entfällt.
Die Verwendung der beschriebenen Durchlei- tungsstücke 10 hat zur Folge, dass sie leicht mit den Decks oder Schotten verschweisst werden können. Die darauf sitzenden Teile der Rohrverbindung sind ja drehbar, so dass sie in die günstigste Lage verbracht werden kann. Dies stellt einen wesentlichen Vorteil gegenüber den bekannten Durchleistungsstücken mit festem Flansch dar, welche das Schweissen sehr stark behindern.