CH357903A - Verfahren und Zeitmesseinrichtung zur Durchführung von Volltagsstudien - Google Patents

Verfahren und Zeitmesseinrichtung zur Durchführung von Volltagsstudien

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CH357903A
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    • GPHYSICS
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    • G04FTIME-INTERVAL MEASURING
    • G04F7/00Apparatus for measuring unknown time intervals by non-electric means
    • G04F7/04Apparatus for measuring unknown time intervals by non-electric means using a mechanical oscillator
    • G04F7/08Watches or clocks with stop devices, e.g. chronograph
    • G04F7/0866Special arrangements
    • G04F7/0871Special arrangements with multiple chronograph functions, i.e. to count multiple running times

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Measurement Of Unknown Time Intervals (AREA)
  • Time Recorders, Dirve Recorders, Access Control (AREA)

Description


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 Verfahren    und      Zeitmesseinrichtung      zur      Durchführung   von    Volltagsstudien   Die Durchführung von    Volltagsstudien   oder    Ver-      lustzeitstudien,   wie sie in der    Arbeitsstudientermino-      logie   genannt werden, gehört zu den kostbarsten, sehr zeitraubenden und meist enervierenden Untersuchungen, die ein-    Arbeitsstudieningenieur   durchzuführen hat.

   Indessen geben solche gründliche, auf dem Arbeitsplatz durchgeführte    Volltagsstudien   die wichtigsten Aufschlüsse für die weitere    Analysierungs-   und Verbesserungsarbeit, die der    Arbeitsstudieningenieur   durchführen soll. Die Tatsache, dass diese Studien langwierig und ausserdem enervierend sind, u. a. weil sie sehr zeitraubend sind und der Arbeitsstudieningenieur sich zur Durchführung einer solchen Arbeit oft überqualifiziert fühlt, bewirkt oft, dass Volltagsstudien zuwenig benutzt werden und dass diejenigen, die durchgeführt werden, leicht unvollständig werden. Die Arbeitsanalysen und damit die Rationalisierung tritt daher oft in Kraft, bevor hinlänglich viele und sichere Aufschlüsse hinsichtlich der in Gang befindlichen, zu rationalisierenden Produktion gesammelt worden sind.

   Das Sammeln von Daten, welche die Produktion betreffen, ist für den Verlauf der Produktion und    somit   für die ganze Rationalisierungstätigkeit von grundlegender Bedeutung. 



  Um herauszufinden, was die Durchführung von    Volltagsstudien   kostet, kann folgendes Beispiel genannt werden: Man hat eine Abteilung von 30 Arbeitern, und es handelt sich um die Durchführung von    Volltags-      studien   für sämtliche 30 Arbeiter über einen Zeitraum von 5 Arbeitstagen zu    8V2   Stunden. 



  Falls die Untersuchungen sich im Laufe der genannten 5 Tage für die 30 Arbeiter der Abteilung sollten durchführen lassen, müssten 30 Arbeitsstudienleute während 5 Tagen in Tätigkeit sein, d. h. man würde insgesamt 150    Arbeitsstudientagwerke   bekommen. Falls ein    Arbeitsstudienmann   die Aufgabe allein durchführen sollte und er täglich einen Mann überwachen sollte, würde er 30 x 5 = 150 Arbeitstage benötigen, und das Ganze würde vom Anfang mit Nr. 1 bis zum Abschluss bei Nr. 30 5 Monate beanspruchen. In der Praxis kann ein erfahrener    Arbeits-      studienmann   oft    Volltagsstudien   über zwei Personen gleichzeitig durchführen. Die oben genannten Zahlen wären in diesem Falle zu halbieren. 



  Man rechnet in der Praxis, dass die Bearbeitung einer    Volltagsstudie   für den    Arbeitsstudienmann   oft    genausoviel   Zeit beansprucht wie die Durchführung der eigentlichen Untersuchung. Die Durchführung von    Volltagsstudien   für das genannte Beispiel und ferner die Zusammenstellung und Bearbeitung dieser Untersuchungen würde also 150 x 2 = 300    Arbeits-      studientagewerke   bzw. 150, falls zwei Arbeiter gleichzeitig überwacht werden, beanspruchen. 



  In der Regel werden Arbeitsstudien von beim Betrieb angestellten Konsulenten oder    Arbeitsstudien-      leuten   durchgeführt. 



  Die    Volltagsstudien,   die nur die erste, aber sehr wichtige Phase der    Arbeitsstudientätigkeit   sind, sind    mit   den gebräuchlichen Untersuchungsmethoden und    -ausrüstungen   (Stoppuhr und Brett) rein studienmässig gesehen sehr kostbar und zeitraubend. 



  Konsulenten, Rationalisierungsingenieure und Arbeitsstudienleute verwenden bezüglich der Sammlung von Aufschlüssen, Daten und Zahlen für die laufende Produktion verhältnismässig unwirksame Methoden und eine unrationelle Ausrüstung. Diese Aufschlüsse bilden die Grundlage der    produktionstechnischen   Analyse und damit der weiteren  Verbesserungsarbeit  und der produktionstechnischen Rationalisierung insgesamt. 



  Eine gelungene und damit später stets weiterschreitende Rationalisierung eines Betriebes lässt sich    nicht   durch einen Rationalisierungskonsulenten und/ 

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 oder durch den    Arbeitsstudienmann   oder die    Arbeits-      studienabteilung   des Betriebes vornehmen. Sie kann nur durch den Betrieb selbst vorgenommen werden, d. h. durch die Leitung und die Arbeiter des Betriebes in vereinigter, intimer Zusammenarbeit. 



  Es hat dem Produktionsarbeiter nie gefallen und wird ihm nie gefallen -, über ganze Tage hinaus von     White-collar -Leuten   mit Stoppuhr, Bleistift, Papier und Brett  zeitstudiert  zu werden. 



  Das Tempo der Arbeiter ist im allgemeinen sehr gut, wenn gearbeitet wird. Dass die    Arbeitszeit   oft schlecht ausgenutzt wird, liegt in der Regel in viel grösserem Ausmasse an der Leitung als an den Arbeitern. Das Problem, um das sich das Ganze dreht, ist eine Frage rein menschlicher Art, eine Frage der    Planlegung   und eine Frage der Methode und Ausrüstung. Es handelt sich nicht um ein Problem, das sich um die Frage der Steigerung des Tempos dreht. 



  Das vorliegende Patent betrifft ein Verfahren und eine    Zeitmesseinrichtung   zur Durchführung von Volltagsstudien, um die Untersuchungen in einer Weise vornehmen zu können, die, verglichen mit früheren Methoden, rationeller, wirkungsvoller, zeit- und    arbeitsparender   und auch bedeutend wirtschaftlicher ist, während gleichzeitig die Arbeit mit der Durchführung der Zeitstudien in einer für den Arbeiter angenehmen Weise vor sich geht, d. h. in einer Weise, die dem Arbeiter gefällt und die auf seinen Willen zur Zusammenarbeit befruchtend wirkt. 



  Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke besteht darin, dass die Arbeitsstudien durch den Produktionsarbeiter selbst vorgenommen werden. 



  Das    erfindungsgemässe   Verfahren zur Durchführung von    Volltagsstudien   besteht nun darin, dass das Erfassen der verschiedenen zu dem    Volltagsstudium   gehörenden Zeiten, wie z. B. produktive Zeit, betriebstechnische Verlustzeiten, Wartezeit, Zeit für den persönlichen Bedarf, Ruhezeit usw., von dem betreffenden Arbeiter selbst vorgenommen wird, und zwar    mittels   einer der Anzahl der zu beobachtenden Zeiten entsprechenden Anzahl von Stoppuhren, die derart angebracht werden, dass sie für den Arbeiter während der Arbeit mit der Hand leicht zugänglich sind. 



  Zur Ausübung des    erfindungsgemässen   Verfahrens wird zweckmässig eine    Zeitmesseinrichtung   benutzt, die von dem betreffenden Arbeiter getragen wird und zu einer baulichen    Einheit   miteinander vereinigte, zweistufige Stoppuhren aufweist, die    mittels   eines separaten Schlüssels in Nullstellung gebracht werden können. 



  Eine    Zeitmesseinrichtung   wie die oben angegebene kann ferner zweckmässig mindestens ein Zählwerk zur Registrierung von z. B. produzierten Einheiten, Frequenzen usw. umfassen. 



  Die Stoppuhren können in einer Reihe nebeneinander an einem Träger angebracht sein, der z. B. mit Riemen am Arm des Arbeiters festgespannt werden kann. Sie    können   natürlich auch in einem Kreis oder in anderer Weise an einem Träger angeordnet sein. Ein Ausführungsbeispiel einer    Zeitmesseinrichtung   zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist auf der Zeichnung dargestellt. 



  Die auf der Zeichnung dargestellte    Zeitmessein-      richtung   besteht aus fünf zusammengebauten, voneinander unabhängigen Stoppuhren 1-5 und vier voneinander ebenfalls unabhängigen Zählwerken 6 und 7. Sowohl die Stoppuhren als auch die Zählwerke sind in ein gemeinsames, als Träger dienendes Gehäuse 8 eingebaut, welches zweckmässig aus nicht rostendem Stahl hergestellt ist. Die Uhren sind zweistufige Stoppuhren    mit   separatem Schlüssel für die Nullstellung. 



  Die Zahlen 1-5 bezeichnen beziehungsweise: Stoppuhr zum Messen der produktiven Zeit, Stoppuhr zum Messen von betriebstechnischen Verlustzeiten, Stoppuhr zum Messen von Wartezeiten, Stoppuhr zum Messen von Zeiten für den persönlichen Bedarf und Stoppuhr zum Messen der Ruhezeit. Sämtliche Zeitstoppuhren werden zum Starten und Stoppen jeweils durch Drücken eines Knopfes bedient. 



  Die Zählwerke 6 und 7 dienen zur Registrierung der Anzahl produzierter Einheiten, Frequenzen usw. Jedes Zählwerk ist    vierziffrig   und hat einen separaten Schlüssel zum Nullstellen. 



  Am Gehäuse 8 sind Riemen 9 aus Leder befestigt, die zum lösbaren Befestigen der Einrichtung am Arm eines Arbeiters    bestimmt   sind. 



  Beim Gebrauch der oben beschriebenen    Zeitmess-      einrichtung   geht der Arbeiter in folgender Weise vor: Wenn er morgens mit der Arbeit anfängt, setzt er die Uhr 1 in Gang, z. B. wenn er direkt mit produktiver Arbeit anfängt. Wenn er darauf z. B., nachdem er einige Zeit gearbeitet hat, warten muss, so hält er die Uhr 1 an und startet die Uhr 3, die so lange läuft, wie das Warten diesmal dauert. Wenn der Arbeiter dann wieder produktive Zeit bekommt, hält er die Uhr 3 an und setzt die Uhr 1 sofort wieder in Gang.

   Dadurch, dass in dieser Weise nur jeweils eine Uhr läuft und die einzelnen an den verschiedenen Uhren beobachteten Zeiten sich im Laufe des ganzen Arbeitstages summieren lassen, erhält man beim Ablesen der fünf Uhren zum Schluss der Arbeitszeit direkt den Auszug der ganzen Tagesuntersuchung oder die Summe in Stunden und Minuten. 



  Bei der Auslieferung der    Zeitmesseinrichtung   kann der Arbeiter eine kleine Karte oder ein Schema zugeteilt bekommen, worauf er bei    Tagesschluss   nach seinem Gedächtnis notieren kann, worauf die längsten Verlustzeiten beruhen, z. B. Wartezeiten, betriebstechnische Verlustzeiten usw. 



  Zur Registrierung der Produktion sind, wie erwähnt, vier voneinander unabhängige Zählwerke vorhanden. Der Nullstellschlüssel sowohl für die Stoppuhren als für die Zählwerke befindet sich bei dem Betreffenden, der die Untersuchungsarbeit leitet und zu Arbeitsschluss die Uhren abliest. Die erwähnten Zählwerke können auch zum Registrieren von Frequenzen, deren Notierung von Interesse ist, benutzt werden. 

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 Die Bewegungen oder Operationen, die der Arbeiter pro Registrierung durchführen muss, d. h. das Stoppen der einen Uhr und Starten einer anderen Uhr, sind folgende: 1. Heben des die    Messeinrichtung   tragenden Armes in Stellung, 2. Aussuchen der zu stoppenden Uhr, 3. Bewegen der Hand zum Druckknopf der Uhr, 4. Herunterdrücken des Knopfes zwecks    Stoppens   der Uhr, 5.

   Aussuchen der zu startenden Uhr, 6. Bewegen der Hand zum Druckknopf der letzteren, 7. Herunterdrücken des Knopfes zwecks Startens der Uhr, B. Zurückführen der Hand in Ausgangsstellung. Die    Summe   der für die Ausführung dieser Bewegungen benötigten Zeiten ist durchschnittlich auf etwa 0,06 Minuten festgelegt worden. 



  Die Durchführung von z. B. 200 Registrierungen dürfte also etwa 12 Minuten beanspruchen. 



  Ein Arbeiter, der mit Hilfe der neuen    Zeitmess-      einrichtung   eine    Volltagsuntersuchung   seiner eigenen Arbeit durchführt, bekommt    gewöhnlicherweise   eine    Untersuchungsverlustzeit   von nicht mehr als etwa 3-5'. 



  Die Durchführung von    Volltagsstudien   entsprechend dem    einleitungsweise   genannten Beispiel während 5 Tagen für sämtliche 30 Arbeiter würde, wenn sie von einem Konsulenten oder dem Arbeitsstudienmann des Betriebes vorgenommen würde, 150 Tage beanspruchen, d. h. 5 Monate, während sie, von dem Arbeiter selbst mittels der neuen Untersuchungsuhr    vorgenommen,   5 Tage beanspruchen würde. 



  Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens mit Hilfe der erläuterten    Zeitmesseinrich-      tung   lässt sich folgendes erreichen: 1. schnelles, billiges und sehr umfassendes Sammeln von Daten als Grundlage für eine Übersicht, 2. eine von Zeit zu Zeit vorzunehmende Überprüfung der Kapazitätsausnutzung, 3. eine Kartierung der  Flaschenhälse , 4. Kartierung der Wartezeiten, 5. Mes-    sung   der Wirkungsgrade und Verlustzeiten von Maschinen, 6. Effektivitätskontrolle, 7. Messung von Schwankungen und Frequenzen im Produktionsgang, B. Bestimmung von betriebstechnischen Zulagen und anderen Zulagen bei gröberen    Bonus-Akkordvor-      schlägen,   9. ein Mittel zur Verwirklichung des Rationalisierungsgeistes zwischen den Arbeitern und im ganzen Betrieb, 10.

   Beobachtungen bezüglich Büroarbeit, 11. Beobachtungen bezüglich Transportarbeit.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Durchführung von Volltagsstudien bzw. Verlustzeitstudien, dadurch gekennzeichnet, dass das Erfassen der verschiedenen zu der Volltagsuntersuchung gehörenden Zeiten von dem betreffenden Arbeiter selbst mittels einer der Anzahl der zu beobachtenden Zeiten entsprechenden Anzahl von Stoppuhren, die derart angebracht werden, dass sie für den Arbeiter während der Arbeit mit der Hand zugänglich sind, vorgenommen werden.
    II. Zeitmesseinrichtung zum Ausüben des Verfahrens nach Patentanspruch I und dazu bestimmt, von dem betreffenden Arbeiter getragen zu werden, dadurch gekennzeichnet, dass sie zu einer baulichen Einheit vereinigte, zweistufige Stoppuhren aufweist, die mittels eines separaten Schlüssels in Nullstellung gebracht werden können. UNTERANSPRÜCHE 1. Zeitmesseinrichtung nach Patentanspruch Il, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens ein Zählwerk zum Registrieren von produzierten Einheiten umfasst. 2. Zeitmesseinrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Stoppuhren in einer Reihe nebeneinander an einem Träger angebracht sind, welcher Mittel zum lösbaren Befestigen am Arm des Arbeiters aufweist.
CH357903D 1957-01-03 1957-11-28 Verfahren und Zeitmesseinrichtung zur Durchführung von Volltagsstudien CH357903A (de)

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