CH338652A - Einrichtung zur Kühlung des Kolbens in einem Motor - Google Patents

Einrichtung zur Kühlung des Kolbens in einem Motor

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CH338652A
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Description


  Einrichtung zur Kühlung des Kolbens in einem Motor    Die Erfindung bezieht sich auf     eine    Einrichtung  zur Kühlung des Kolbens in einem Motor mit sich       ineinanderschiebenden    Posaunenrohren zur Zufüh  rung von Flüssigkeit zu einem geradlinig hin und  her bewegten Kolben und zum Ableiten der Kühl  flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, aus dem Kolben.  



  Derartige Rohrleitungssysteme sind seit langem  bekannt und finden insbesondere zur Kolbenkühlung  von Dieselmaschinen und Gasmaschinen die mannig  faltigste Anwendung. Jedoch ist es bei derartigen  Kolbenkühlsystemen oft zu Brüchen gekommen,  deren Ursache man sich nicht recht erklären konnte.    Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass  diese     Zerstörungen    des Kolbenkühlsystems durch  periodische örtliche Unterschreitungen des Dampf  druckes in der Kühlflüssigkeit erklärt werden können.  Wird der Dampfdruck in der     Kühlflüssigkeit    aber  an irgendeiner Stelle unterschritten, so bildet sich  ein mit Dampf gefüllter Hohlraum, der beim Wieder  anwachsen des Flüssigkeitsdruckes schlagartig ver  schwindet (daher hierfür die Bezeichnung  Wasser  schlag ).

   Hierdurch können an dieser Stelle so starke  Schläge auf den Werkstoff entstehen, dass sie zur  Zerstörung des Kühlsystems führen. Auch dann,  wenn der Dampfdruck noch nicht unterschritten wird,  können an den Rohren und ihren Halterungen durch  die starken Druckschwankungen     (Erzitterungen)     Brüche auftreten.  



  Die Erfindung bezweckt, durch besondere Ge  staltung des Rohrleitungssystems derartige Brüche  zu verhindern und eine Benutzung solcher Systeme  insbesondere bei Dieselmaschinen und Gasmaschinen  auch bei grösseren Drehzahlen, höheren Tempera  turen der     Kühlflüssigkeit    und grösseren Abmessungen  trotz niedriger     Zulaufdrücke    der Flüssigkeit zu ge  statten.

      Erfindungsgemäss     wird    zur Kühlung des Kolbens  in einem Verbrennungsmotor eine Einrichtung ver  wendet, die     ein    Rohrleitungssystem mit sich inein  ander schiebenden Posaunenrohren zur Zuführung  der Kühlflüssigkeit zum geradlinig hin und her be  wegten Kolben und zur Ableitung der     Kühlflüssig-          keit    aus dem Kolben aufweist, bei dem die Rohr  querschnitte derart bemessen sind, dass wenigstens  auf einer Seite von Zu- und Ablaufseite, auf welcher  Strömungen der Kühlflüssigkeit relativ zum bewegten  Rohr in beiden Richtungen möglich sind, die mittlere  reziproke     Querschnittsfläche     
EMI0001.0013     
    der bewegten,

   mit ihrem offenen Ende vom Kolben       fortzeigenden    Posaune grösser ist als die mittlere rezi  proke     Querschnittsfläche    des winkelig zur Kolben  achse verlaufenden Verbindungsrohres, das unmittel  bar an diese bewegte, gerade verlaufende Posaune  anschliessend beginnt und     mit    seinem Eintritt in die  Kolbenstange endigt.

   Hierbei bedeuten F die innere       Querschnittsfläche    senkrecht     zur    Strömungsrichtung  an einem Punkt des Leitungsstückes, l die Länge  von einem Ende des Leitungsstückes bis zum ge  nannten Punkt, wobei entlang der die Schwerpunkte  der einzelnen innern     Querschnittsflächen    F der Lei  tung verbindenden Linie gemessen wird, L die Länge  des jeweils betrachteten Leitungsstückes, die ebenso  stets entlang der Verbindungslinie der Schwerpunkte  der senkrecht zur Strömung stehenden innern Quer  schnittsflächen gemessen wird.  



  Bei einem Abschnitt der Rohrleitung, der in  mehrere nebeneinander verlaufende Rohrleitungen  aufgeteilt ist, wird die mittlere reziproke     Querschnitts-          fläche    in folgender Weise bestimmt:      Die     Reziprokwerte    der mittleren reziproken Quer  schnittsflächen der einzelnen nebeneinander verlau  fenden Leitungsstücke werden addiert. Der Reziprok  wert dieser Summe ist dann die mittlere reziproke       Querschnittsfläche    des aufgeteilten Leitungsstückes.  



  Der     Adsdruck     Zulauf- und Ablaufseite  wird  stets auf den Kühlraum bezogen, welcher den von  der Kurbel abgekehrten Kolbenboden kühlt. Zur       Zulaufseite    z. B. gehören also die Rohrstücke, durch  die die Kühlflüssigkeit diesem Kolbenkühlraum zu  fliesst. Diese Definition ist bei Kolben mit zwei Kühl  räumen wichtig. Es werden stets nur     Rohrleitungs-          stücke    der gleichen Seite, also nur der Zulauf- oder  Ablaufseite untereinander verglichen.  



  Die Strömung der Flüssigkeit in beiden Richtun  gen (bezogen auf das bewegte Rohr) ist so lange mög  lich, als nicht ein     Rückschlagventil    in einer     Zufluss-          leitung    dies verhindert oder das bewegte Rohrlei  tungssystem von einem Freistrahl gespeist wird. Die  Speisung durch den Freistrahl ermöglicht auf Zulauf  und Ablaufseite die Strömung nur in einer Richtung  (bezogen auf das bewegte Rohr), während die Wir  kung des     Rückschlagventils    nur auf die     Zulaufseite     beschränkt ist. Durch diese Massnahme werden näm  lich die Strömungsverhältnisse grundlegend geändert,  so dass der mit der Erfindung bezweckte Schwin  gungszustand sich nicht einstellen kann.  



  Die     Fig.    1 bis 3 stellen     Ausführungsbeispiele    von  erfindungsgemäss ausgeführten Einrichtungen bzw.  von Rohrleitungssystemen dar, wobei einander ent  sprechende Teile in allen Figuren mit der gleichen  Nummer bezeichnet sind.  



  Im einzelnen zeigt:       Fig.    1 eine Ausführungsform einer Maschine mit  zwei Kolbenkühlräumen. Die mittlere reziproke Quer  schnittsfläche der Verbindungsrohre 12 ist auf     Zu-          und    Ablaufseite kleiner als die der bewegten Posau  nen 1 und der Leitungen 14 innerhalb der Kolben  stange,       Fig.    2 eine Ausführungsform für eine Maschine  mit unregelmässigem     Querschnittsverlauf    über der  Länge bei einigen     Rohrleitungsstücken.    Die mittlere  reziproke     Querschnittsfläche    der Verbindungsrohre  12 ist auf Zu- und Ablaufseite kleiner als die der  bewegten Posaune 1 und der Leitungen innerhalb  der Kolbenstange.

   Die Leitungen in der Kolben  stange enthalten kurz vor dem Eintritt in den Kolben  schräg verlaufende Stücke.  



       Fig.    3 eine     Ausführungsform    einer Verbindungs  leitung, die in zwei nebeneinander laufenden Leitun  gen 6 aufgespalten ist. Die mittlere reziproke Quer  schnittsfläche dieser Verbindungsleitung ist kleiner  als die der bewegten Posaune 1 und der Leitung 14  in der Kolbenstange.  



  Der einfachen Darstellung halber ist die     Fig.    2  so gewählt, dass die     Rohrleitungsteile    in einer Ebene  liegen. Das muss jedoch im allgemeinen nicht so sein.  Die Figuren sind zum Teil in ihren Abmessungen  etwas verzerrt dargestellt. In     Fig.    1 sind die Rohr  stücke 12     untereinander    gezeichnet. Sie liegen in    Wirklichkeit hintereinander, ebenso wie die neben  einander gezeichneten Windkessel.  



       Zweckmässigerweise    benutzt man bei allen Rohr  leitungen Rohre mit einer über ihren Längen konstan  ten innern     Querschnittsfläche.    Dann aber genügt es,  jeweils die     Reziprokwerte    der innern     Rohrleitungs-          querschnitte    zu vergleichen, ohne dass man den vor  stehend angegebenen Integralausdruck heranzuziehen  braucht.  



       Fig.    1 zeigt eine Ausführungsform einer Maschine  mit zwei Kolbenkühlräumen. Das Wasser gelangt zu  nächst in den     Zuflusswindkessel,    wenn es einem zu  einem Zylinder gehörigen Kolbenkühlsystem zuge  führt wird. Aus dem Windkessel fliesst das Wasser  dann in die äussere Posaune 2. In der äussern Posaune  schiebt sich entsprechend der Kolbenbewegung die  innere Posaune 1 auf und ab. Innere und äussere  Posaune sind durch eine Stopfbüchse gegeneinander  abgedichtet. Aus der innern Posaune auf der     Zulauf-          seite    gelangt die     Kühlflüssigkeit    über das Verbin  dungsrohr 12 in die Ringleitung der Kolbenstange.

    Diese Verbindungsleitung 12 ist auf der     Zuflussseite     und auf der     Abflussseite    mit einem grösseren lichten  Querschnitt versehen als die innern Posaunen und  die Leitungen 14 in der Kolbenstange 11. Dadurch  werden Wasserschläge vermieden und die Druck  schwingungen im Kolbenkühlsystem ganz erheblich  vermindert. Auch können durch solche Druckschwin  gungen, wenn noch kein Wasserschlag auftritt, Brüche  an den Rohrleitungen auftreten infolge der periodi  schen     Erzitterungen    und Verformungen. Die Verbin  dung zwischen der Ringleitung in der Kolbenstange  und der Rohrleitung 16 im Kolben wird durch den  Raum 9 hergestellt.

   Dieser Raum wird über der  Kolbenstange durch das den     Einlaufstutzen    tragende  Teil 15 gegenüber dem obern Kühlraum 4 abge  schlossen. Die Rohrleitung 16 führt die Kühlflüssig  keit dem untern Kolbenkühlraum 8 zu. Aus diesem  Kolbenkühlraum gelangt die Kühlflüssigkeit über das  Rohr 17 in den obern Kolbenkühlraum. Hier scheidet  sich die Luft aus der Kühlflüssigkeit aus und der  Flüssigkeitsspiegel 13 senkt sich bis auf die     Abfluss-          öffnung    5 ab, wenn sich der Kolben in einer bestimm  ten Stellung befindet. Oberhalb des Flüssigkeitsspie  gels befindet sich dann der Luftraum. Der obere  Kolbenteil mit dem obern Kühlraum und der untere  Kolbenteil mit dem untern Kühlraum werden durch  den Bund 18 der Kolbenstange getrennt.

   Die Kühl  flüssigkeit wird schliesslich durch das Innenrohr in  der Kolbenstange 11 abgeführt und gelangt über das  Verbindungsrohr 12, die innere Posaune 1 und die  äussere Posaune 2 in den     Abflusswindkessel.    Das       Rohrleitungsstück    16 im Kolben ist ebenfalls zur  Vermeidung von Wasserschlägen und zur Verringe  rung von Druckschwingungen im Kolbenkühlsystem  mit einem grösseren lichten Querschnitt ausgestattet  als die Ringleitung in der Kolbenstange 11.  



  Bei der     Ausführungsform    gemäss     Fig.    2 sind bei  zwei     Rohrleitungsabschnitten    mit unregelmässigem       Querschnittsverlauf    die Winkel 7 und 14 eingezeich-           net,    unter denen sie gegen die Kolbenachse geneigt  verlaufen. Die Pfeile 10 verlaufen parallel zur Kol  benachse.  



  In den     Fig.    1 und 2 sind nur solche Kolbenkühl  systeme dargestellt, die auf Zu- und Ablaufseite er  findungsgemäss ausgebildet sind. Häufig ist jedoch  eine Seite weit weniger gefährdet als die andere Seite,  weil z. B. das winkelig zur Kolbenachse verlaufende  Verbindungsrohr hier sehr viel kürzer ist als auf der  andern Seite oder die     Kühlmitteltemperatur    hier sehr  viel niedriger ist als auf der andern Seite. Dann kann  es ausreichend sein, nur die andere     Rohrleitungsseite     erfindungsgemäss auszubilden, während auf der einen  Seite Rohre von gleichem lichten Durchmesser bzw.  von gleicher mittlerer reziproker     Querschnittsfläche     entlang der ganzen Seite verwendet werden.  



  Aber es ist natürlich auf alle Fälle zweckmässig,  nicht nur auf einer Seite, sondern auf Zu- und Ab  laufseite die mittlere reziproke     Querschnittsfläche    bei  der vom Kolben     fortzeigenden    bewegten Posaune  grösser zu machen als bei der winkelig zur Kolben  achse verlaufenden Verbindungsleitung,     damit    auf  beiden Seiten mit Sicherheit der Flüssigkeitsschlag  vermieden wird.  



  Die mittlere reziproke     Querschnittsfläche    der  winkelig zur Kolbenachse verlaufenden Verbindungs  leitung 12 ist kleiner als die mittlere reziproke Quer  schnittsfläche der anschliessenden geradlinigen Lei  tung 14 innerhalb der Kolbenstange. Es ist zweck  mässig, diese Bedingung auf Zu- und Ablaufseite  zu erfüllen.  



  Je grösser das Verhältnis der miteinander ver  glichenen Integralausdrücke  
EMI0003.0010     
    wird, um so günstiger wird das Kolbenkühlsystem,  da die Winkeldifferenz der miteinander verglichenen       Rohrleitungsstücke    häufig etwa 90  beträgt.  



  Die vorgenannten     Integral-Bedingungen    können  auch bei andern     Rohrleitungsstücken    eingehalten wer  den und sind besonders für solche     Rohrleitungsstücke     wichtig, deren Länge wenigstens     =/3    des Kolbendurch  messers beträgt. Bei kurzen     Rohrleitungsstücken    ist  eine Abweichung von den aufgeführten Bedingungen  kaum spürbar.  



  Betrachtet man das Beispiel gemäss     Fig.    1 eines  mit Flüssigkeit gekühlten Kolbens 3 einer stehenden       doppeltwirkenden        Grossdieselmaschine,    so erkennt  man, dass sich in diesem Falle in dem der Kurbel  abgekehrten Kühlraum Luft ansammeln muss. Bei  Grossdiesel- und     Grossgasmaschinen    dieser Art sam  melt sich stets erfahrungsgemäss etwas Luft im Kol  ben an. Die Luft gelangt z. B. durch ein Schnüffel  ventil, das     zweckmässigerweise    vor der Flüssigkeits  pumpe vor dem Rohrleitungssystem sitzt, in die Flüs  sigkeit und     setzt    sich     dann    in den Lufträumen der  Windkessel und des Kolbens ab.

   Die Luft kann auch  direkt in die Windkessel in Form von Druckluft ein-    geführt werden. Solange sich der Kolben nach oben  beschleunigt, wird sich die Flüssigkeit unten und die  Luft oben absetzen. Ist dagegen die Beschleunigung  des Kolbens nach unten gerichtet und grösser als die  Erdbeschleunigung, so kehren sich auch die Verhält  nisse im Kolben um. Es wird festgestellt, dass sich  die Flüssigkeit dann oben ansammelt und die Luft  unten. Bei der liegenden Maschine ergeben sich  kleine     Änderungen    der Verhältnisse, da die Erdbe  schleunigung senkrecht zur Kolbenbeschleunigung  wirkt, das Prinzip bleibt jedoch das gleiche, ebenso  bei einem schräg im Raum angeordneten Zylinder,  da die maximale Kolbenbeschleunigung die Erd  beschleunigung stets um ein Vielfaches übertrifft.

   Die  Erdbeschleunigung kann in erster Näherung also un  beachtet bleiben. Da die Luft nur in kleinen Bläschen  in der Flüssigkeit zugeführt wird, das heisst also, viel  mehr Flüssigkeit     zugeführt    wird als Luft, wird sich  nur so viel Luft im Kolben sammeln können, bis der  Flüssigkeitsspiegel 13 die obere Kante der     Abfluss-          öffnung    5 erreicht hat, da von da ab Luft abgeführt  würde. Entsprechendes gilt für den Fall, dass das       Abflussrohr    sehr niedrig sitzt. Dann wird das Luft  volumen durch den Flüssigkeitsspiegel 13 im Kolben  bestimmt, wenn die Kolbenbeschleunigung nach unten  gerichtet ist und grösser ist als die Erdbeschleuni  gung g.

   Bei     doppeltwirkenden        Maschinen    wäre es  stets durch entsprechende Anordnung der     Flüssig-          keitsabflussöffnung    in dem der Kurbel     zugekehrten     Kolbenkühlraum möglich, in diesem Raum ein Luft  polster zu erhalten. Bei den Rohrleitungssystemen  werden dann     zweckmässigerweise    grundsätzlich die  gleichen vorstehend genannten Bedingungen benutzt.  Zur Erreichung grösserer Drehzahlen und höherer       Kühlmitteltemperaturen    ist es jedoch zweckmässiger,  hier kein Luftpolster zu haben.  



  Auf diese Weise entsteht ein schwingungsfähiges  System, da die Flüssigkeitssäulen auf Zu- und Ab  laufseite je zwischen dem Luftpolster im Kolben und  den Luftpolstern in den Windkesseln schwingen kön  nen. Es treten erzwungene Schwingungen mit gleicher  Frequenz wie die Hin- und     Herbewegung    des Kolbens  bzw. wie die Drehzahl der Kurbelwelle auf.

   Unter  suchungen haben ergeben, dass, wenn der im allge  meinen nur mässig schwingende Druck im Luftraum  des Kolbens bekannt ist, sich aus ihm und den     Ge-          schwindigkeits-    und Beschleunigungsverhältnissen in  den Flüssigkeitssäulen der Druck an jeder Stelle des  bewegten Teils des Rohrleitungssystems sowohl auf  der     Zuflussseite    zu dem den Luftraum enthaltenden  Kühlraum im Kolben als auch auf der     Abflussseite     bestimmen lässt. Diese Drücke schwingen ebenfalls  um einen zeitlichen Mittelwert.  



  Der Ausschlag des Druckes p<B>.,</B> an der beliebigen  Stelle x der     Zulaufseite        (Fig.    2) wird im     wesentlichen     durch die     Differenz    der Ausdrücke  
EMI0003.0045     
      ausgedrückt, da normalerweise     dWi    das umgekehrte       dt     Vorzeichen von     c,;    besitzt. Das kommt daher, dass  die schwingenden     Flüssigkeitsmassen    in dem Rohr  leitungssystem gegenüber dem Kolben etwas zurück  bleiben, aber im gleichen Takt und mit der gleichen  Phase wie dieser schwingen. Zumindest lässt sich  dieser Zustand leicht erreichen und ist erwünscht.

      Hierbei bedeutet:         (hü-h,)    =     parallel    zur Kolbenachse gemessener Ab  stand zwischen dem jeweiligen Spiegel der Flüssig  keit, z. B. im Kolben und der Stelle x auf der       Zuflussseite    des bewegten Teils des Rohrleitungs  systems, für die der Druck bestimmt werden soll.

    Liegt x von dem Flüssigkeitsspiegel im Kolben  aus gesehen in Richtung nach der Kurbel zu, so  ist er positiv, im andern Falle negativ,       7i    = spezifisches Gewicht der Flüssigkeit auf der Zu  laufseite entsprechend seiner Temperatur,  g = Erdbeschleunigung,       ck    = Kolbenbeschleunigung, positiv, wenn von der  Kurbel fort gerichtet,         w1    = Geschwindigkeit der Flüssigkeit beim Eintritt  in den bewegten Teil des Rohrleitungssystems  relativ     zu    diesem, in der Rohrleitung entlang  nach dem Kolben zu:

    + ,       F1    = innere     Eintrittsquerschnittsfläche    in den beweg  ten Teil des Rohrleitungssystems     (1x    in     Fig.    2),  F = Leitungsquerschnitt in Funktion von 1.  



  Das Integral ist von der Höhe (11 in     Fig.    2) des  Flüssigkeitsspiegels z. B. im Kolben bis zur Stelle x  entlang der Rohrleitung, und zwar entlang der Linie,  die durch die Schwerpunkte der einzelnen innern       Querschnittsflächen    führt, auszuführen.  



  Ein entsprechender Ausdruck ergibt sich auch  für die Ablaufseite des bewegten Teils des Rohrlei  tungssystems, der     grundsätzlich    das gleiche enthält,  und aus dem auch grundsätzlich die gleichen Rück  schlüsse gezogen werden können.  



  Alle Formelzeichen mit dem Index      1I     müssen  auf den gleichen Luftraum bezogen sein. Zwischen  der Stelle x und dem betrachteten Luftraum darf sich  kein weiterer Luftraum befinden. Bei     einem    Lei  tungsstück zwischen zwei Lufträumen ist dann an  Stelle von     w1    und     F1    eine Geschwindigkeit und eine  innere     Querschnittsfläche    an einer     andern    Stelle zwi  schen diesen beiden Lufträumen in vorstehender For  mel zu benutzen. Diese Formel gilt auch, wenn sich  ein Luftraum nicht im Kolben, sondern z. B. in  irgendeinem in der Leitung zwischengeschalteten  Kessel befinden sollte,     in    entsprechender Weise.  



  Es kommt nur darauf an, für alle Stellen des  Rohrleitungssystems eine möglichst kleine Amplitude  des Druckes zu erhalten, das heisst die beiden oben  aufgeführten Ausdrücke, die im wesentlichen den  Druckausschlag ausmachen, mögen sich gegenseitig    weitestgehend     wegtilgen.    Damit das     erfüllt    ist, muss  der Ausdruck  
EMI0004.0028     
    in gleicher Weise wie     hIl-lz,    zunehmen     (Fig.    2),  wenn man die Stelle x vom Flüssigkeitsspiegel im  Kolben ausgehend entlang der Rohrleitung allmählich  zu den bewegten Posaunen 1, und zwar ihren Ein  fluss- bzw.     Ausflussöffnungen,    hin verlegt.

   Das heisst  also, überall da, wo der Abstand     hII-h,    nicht zu  nimmt oder weniger stark zunimmt, muss das auch  für den Ausdruck  
EMI0004.0033     
    der Fall sein.    Wird das erfüllt, so ist im allgemeinen die Druck  amplitude klein, da zwar gewöhnlich
EMI0004.0034  
   kleiner  als 1 c,; 1 ist, dafür aber  
EMI0004.0035     
    grösser als     (hIL-h,)    wird.    Aus dem vorstehenden ergibt sich, dass für alle  Leitungsteile, die mit einem grösseren Winkel (14 in       Fig.    2) gegen die Achse des Kolbens geneigt sind,  der Ausdruck  
EMI0004.0038     
    kleiner sein muss als für solche Leitungsteile, die mit  einem kleineren Winkel (7 in     Fig.    2) gegen diese  Bewegungsgerade geneigt sind.  



  Ferner zeigt sich, dass nach dem bewegten Kolben  hin gerichtete Leitungsteile sehr ungünstig sind, da  dann zwar     (hi,-h,)    wieder abnimmt, hingegen  
EMI0004.0041     
    nicht abnehmen kann.  



  Nach dem den Luftraum enthaltenden Kühlraum  im Kolben bzw. dem entsprechenden Raum im  bewegten Maschinenteil hin gerichtete     Rohrleitungs-          teile    dürfen also nur kurz sein und können nur bei  relativ langsamer Frequenz der Hin- und     Herbewe-          gung    des Kolbens bzw. bei langsamer Drehzahl der  Kolbenmaschine und nicht zu hoher     Kühlmitteltem-          peratur    benutzt werden, da sowohl     c,;    als auch
EMI0004.0049  
    bei     zunehmender    Frequenz bzw.     Drehzahl    steigen,  wenn der Druck nicht unter den Dampfdruck abfallen  soll.

   Einer Erhöhung des     Zulaufdruckes    der Kühl-           flüssigkeit    sind wegen der Dichtungen und Packun  gen Grenzen gesetzt, zumal dann auch der Druck im  Kolben     pII    sehr viel stärker ausschlägt, was sich  wieder in bezug auf den Druckausschlag an einer  beliebigen Stelle x nachteilig auswirkt.  



  Im Kolben lassen sich häufig z. B. bei einfach  wirkenden Maschinen     (Fig.    2), manchmal auch bei       doppeltwirkenden    Maschinen,     Rohrleitungsstücke,    die  nicht geradlinig parallel zur Achse des Kolbens ver  laufen, und zwar, wenn man vom Flüssigkeitsspiegel  aus, oder einfacher von dem der Kurbel abgekehrten  Kolbenboden aus, die Rohrleitung entlang geht, auf  den der Kurbel abgekehrten Kolbenboden hin zeigen,  ganz vermeiden. Wenn sie nicht     ganz    vermieden  werden können, so sind sie meist kurz, so dass das       Hauptaugenmerk    auf die ausserhalb des Kolbens ver  laufenden     Rohrleitungsteile    zu richten ist.

   Bei Kol  benkühlräumen (8 in     Fig.    1) und     ähblichen    Räumen  im Kolben (9 in     Fig.    1), auch wenn sich darin     Leit-          wände    und     Flüssigkeitsführungsstücke    befinden, ist  der Ausdruck  
EMI0005.0015     
    von sich aus sehr klein. Diese Räume bleiben daher  ausserhalb der Betrachtung, zumal die Rohrleitung  ausserhalb des Kolbens wichtiger ist.

   Das betrachtete  Rohrleitungssystem kann jeden beliebigen Innen  querschnitt haben, insbesondere ist bei Leitungen in  der Kolbenstange (11 in     Fig.    1) häufig eine Kreis  ringquerschnittsfläche     anzutreffen,    wenn Zu- und  Ableitung durch die Kolbenstange führen.  



  Im allgemeinen enthalten diese Rohrleitungs  systeme längere, etwa senkrecht zur Kolbenachse  verlaufende     Rohrleitungsstücke,    sogenannte Verbin  dungsrohre (12 in     Fig.    2) etwa in der Höhe des  Kreuzkopfes oder sogar Verbindungsrohre, die etwas  auf den Kolben hingeneigt sind (12 in     Fig.    1). Dann  sind die Verhältnisse um so günstiger, je grösser das  Verhältnis der Ausdrücke  
EMI0005.0021     
    ist, das man     zweckmässigerweise    zwischen den vom  Kolben fort zeigenden Posaunenrohren und jenen       Rohrleitungsstücken    bildet. Mit einem Verhältnis  von wenigstens 1,3 : 1 kann man schon manchen  Bruch vermeiden, zweckmässiger ist jedoch 2 : 1 oder  mehr.  



  Ebenso wie bei höheren Drehzahlen werden die  Verhältnisse im allgemeinen bei grösseren Abmessun  gen der Maschinen, ausgedrückt durch den Zylinder  durchmesser, schwieriger, und es gilt     das    gleiche wie  bei grösseren Drehzahlen, nämlich, dass dann die  Erfüllung der genannten Bedingung besonders wich  tig ist.    Von besonderer Bedeutung ist die Erfüllung der  genannten Bedingung bei     Brennkraftmaschinen,    bei  denen der grösste     Arbeitskolbendurchmesser    wenig  stens 450 mm, vorzugsweise wenigstens 600 mm  beträgt.  



  Der in     Fig.    1 und 2 dargestellte erweiterte Teil  der Rohrleitung kann beispielsweise auch durch den  Hohlraum eines     Gusskörpers    gebildet werden.  



  Die Eigenfrequenzen des schwingungsfähigen  Systems in den Rohrleitungen, das aus Flüssigkeits  säulen und Luftpolstern gebildet wird, können aus  einer Formel mit guter Näherung ermittelt werden.  Es ist     natürlich    zweckmässig, diese Eigenfrequenzen  nicht in den benutzten Drehzahlbereich der Maschine  zu legen,     zumindest        nicht    in den Teil mit den hohen  Drehzahlen, da dann die     Möglichkeit    einer starken  Druckschwankung und somit Absinken des Druckes  unter den Dampfdruck in dem Rohrleitungssystem  besonders gross ist.    In gewissen Fällen kann es zweckmässig sein, die  Leitung in der Kolbenstange seitlich hin und her zu  führen.

   Auch seitliches Hin- und Herführen in Form  von Schleifen oder schraubenlinienförmigem Herum  führen kann vorteilhaft sein. Auf diese Weise kann  man Unterschiede der innern     Querschnittsflächen    des  Rohrleitungssystems teilweise vermindern oder stel  lenweise ganz vermeiden.

   Auch wendeltreppenartige  Einsätze in der Kolbenstange können den gleichen  Zweck erfüllen, denn diese Leitungen wirken hin  sichtlich der eingangs geschilderten Verhältnisse wie  eine gestreckte Leitung von kleinerem Querschnitt  bzw. grösserem Integralausdruck  
EMI0005.0034     
    Um die volle Wirkung zu erhalten, ist es natürlich  nicht nur zweckmässig, den Integralausdruck  
EMI0005.0035     
    zwischen     Rohrleitungsstücken    verschiedener Neigung  zu vergleichen und das Rohrleitungssystem so zu       dimensionieren,    dass dieser Integralausdruck bei dem       Rohrleitungsteil    mit dem grösseren Winkel kleiner ist  als bei dem     Rohrleitungsteil    mit dem kleineren Win  kel.

   Es ist hingegen von Vorteil, die etwa unter dem  gleichen Winkel verlaufenden     Rohrleitungsstücke    so  zu gestalten, dass bei ihnen die Ausdrücke  
EMI0005.0041     
         mit        einer        Toleranz        von                 15        %,,        vorzugsweise             8     %,     gleich     sind.    Das heisst also z.

   B., die vom Kolben       fortzeigenden    Posaunen müssen die gleiche mittlere  reziproke     Querschnittsfläche    haben wie die Leitungen  in der Kolbenstange.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Einrichtung zur Kühlung des Kolbens in einem Verbrennungsmotor, die ein Rohrleitungssystem mit sich ineinanderschiebenden Posaunenrohren zur Zu führung der Kühlflüssigkeit zum geradlinig hin und her bewegten Kolben und zur Ableitung der Kühl flüssigkeit aus dem Kolben aufweist, gekennzeichnet durch eine derartige Bemessung der Rohrquerschnitte, dass wenigstens auf einer Seite von Zu- und Ablauf seite, auf welcher Strömungen der Kühlflüssigkeit relativ zum bewegten Rohr in beiden Richtungen möglich sind, die mittlere reziproke Querschnitts fläche EMI0006.0003 der bewegten, mit ihrem offenen Ende vom Kolben fortzeigenden Posaune (1)
    grösser ist als die mittlere reziproke Querschnittsfläche des winkelig zur Kolben achse verlaufenden Verbindungsrohres (12), das un mittelbar an diese bewegte, gerade verlaufende Po saune anschliessend beginnt und mit seinem Eintritt in die Kolbenstange endigt. Hierbei bedeuten: F = die innere Querschnittsfläche senkrecht zur Strö mungsrichtung an einem Punkt des Leitungs stückes, l = die Länge von einem Ende des Leitungsstückes bis zum genannten Punkt, wobei entlang der die Schwerpunkte der einzelnen innern Querschnitts flächen F der Leitung verbindenden Linie ge messen wird, L = Länge des jeweils betrachteten Leitungsstückes. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine derartige Bemessung der Rohr querschnitte, dass auf Zu- und Ablaufseite die mittlere reziproke Querschnittsfläche EMI0006.0009 der mit ihrem offenen Ende vom Kolben fort zeigen den bewegten Posaune (1) grösser ist als die mittlere reziproke Querschnittsfläche des winkelig zur Kol benachse verlaufenden Verbindungsrohres (12), das unmittelbar an diese bewegte, gerade verlaufende Po saune anschliessend beginnt und mit seinem Eintritt in die Kolbenstange endigt. 2.
    Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine derartige Bemessung der Rohr querschnitte, dass wenigstens auf einer Seite von Zu- und Ablaufseite im bewegten Teil des Kolbenkühl systems die mittlere reziproke Querschnittsfläche EMI0006.0014 des winkelig zur Kolbenachse verlaufenden Verbin dungsrohres (12), das unmittelbar an die bewegte, gerade verlaufende Posaune anschliessend beginnt und mit seinem Eintritt in die Kolbenstange endigt, kleiner ist als die mittlere reziproke Querschnittsfläche der anschliessenden geradlinigen Leitung innerhalb der Kolbenstange. 3.
    Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine derartige Bemessung der Rohr querschnitte, dass auf Zu- und Ablaufseite im beweg ten Teil des Kolbenkühlsystems die mittlere reziproke Querschnittsfläche EMI0006.0018 des winkelig zur Kolbenachse verlaufenden Verbin dungsrohres (12), das unmittelbar an die bewegte, gerade verlaufende Posaune anschliessend beginnt und mit seinem Eintritt in die Kolbenstange endigt, kleiner ist als die mittlere reziproke Querschnittsfläche der anschliessenden geradlinigen Leitung innerhalb der Kolbenstange. 4. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der .
    Ausdrücke EMI0006.0020 der jeweils zu vergleichenden Rohrleitungsteile wenig stens 1,3 : 1 beträgt. 5. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Längen der untereinander verglichenen Rohrleitungsteile wenigstens zwei Drit tel des Kolbendurchmessers betragen. 6. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens auf einer Seite von Zu- und Ablaufseite die Rohrleitung innerhalb der Kolbenstange seitlich hin und her verläuft. 7.
    Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus Flüssigkeitssäulen und Luftkissen gebildetes schwingungsfähiges System vor handen ist, dessen Eigenfrequenzen unterhalb der obern Hälfte des von dem Motor benutzten Dreh zahlbereiches liegen. B. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus Flüssigkeitssäulen und Luftkissen gebildetes schwingungsfähiges System vor handen ist, dessen Eigenfrequenzen unterhalb des gesamten benutzten Drehzahlbereiches des Motors liegen. 9.
    Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine derartige Bemessung der Rohr querschnitte, dass wenigstens auf einer Seite von Zu- und Ablaufseite im bewegten Teil des Kolbenkühl systems die mittlere reziproke Querschnittsfläche EMI0006.0029 der mit ihrem offenen Ende vom Kolben fort zeigenden Posaune und die mittlere reziproke Quer schnittsfläche der mit dieser Posaune in Verbin dung stehenden geradlinigen Leitung in der Kolben stange praktisch gleich sind. 10.
    Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine derartige Bemessung der Rohr querschnitte, dass auf Zu- und Ablaufseite im beweg ten Teil des Kolbenkühlsystems die mittlere rezi proke Querschnittsfläche EMI0007.0003 der mit ihrem offenen Ende vom Kolben fortzeigen- den Posaune und die mittlere reziproke Querschnitts fläche der mit dieser Posaune in Verbindung stehen den geradlinigen Leitung in der Kolbenstange prak tisch gleich sind.
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