CH288166A - Verfahren zur Harnstofferzeugung. - Google Patents
Verfahren zur Harnstofferzeugung.Info
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Description
Verfahren zur Harnstofferzeugung. Die synthetische Harnstoffgewinnung er folgt. bekanntlich in zwei Stufen, wobei aus Ammoniak und Kohlensäure durch die erste, ansgesprochen exotherme Reaktion Ammon- carbamat gebildet wird, während bei der zwei ten Reaktion das Ammonearbamat unter leich tem Wärmeverbrauch zu einem gewissen Pro zentsatz zti Harnstoff und Wasser umgesetzt wird.
Es ist bekannt, dass die überschüssige Reaktionswärmemenge nur zum Teil dazu ver wendet werden kann, die Reaktionskomponen ten auf Reaktionstemperatur vorzuwärmen, lind dass die verbleibende Wärmemenge aus dem Reaktionsraum abgeführt werden muss; diese Wärmeabfuhr geschieht. bisher. entweder mittels Kühlung durch die drucktragende Au ssenwandung des Reaktionsraumes hindurch, wobei ein Kühlmedium erwärmt oder ver dampft wird, oder durch Zugabe eines Ammo- niakübersehusses in den Reaktionsraum hinein, wobei insbesondere die Verdampfungswärme des in flüssiger Form zugesetzten Ammoniaks für die Kühlung ausgenutzt -wird.
Der nicht zu Harnstoff und Wasser umge setzte Anteil des Ammoncarbamates muss un ter starker Wärmezufuhr wieder in Ammoniak und Kohlensäure zersetzt werden. Wenn diese unter erhöhter Temperatur stehende Gas- mischung ebenfalls zur Harnstoffgewinnung herangezogen werden soll und wieder in den Reaktionsraum zurückgeführt wird, erhöht sieh dadur eh die abzuführende Wärmemenge.
Bisher hat man diese erhöhte Wärmeabfuhr entweder mit den bereits oben aufgezeigten Mitteln bewirkt, oder der gesamte Reaktions raum wurde in zwei Räume aufgeteilt, in deren erstem die überschüssige Carbamat- bildungswärme abgeführt und in deren zwei tem die für die Harnstoffbildung erforderliche Wärmemenge zugeführt werden musste.
Die Temperatur im Reaktionsraum ist in sofern ausschlaggebend für den Prozentsatz, zu dem Ammoncarbamat zu Harnstoff und Wasser umgesetzt wird, als bei höherer Tempe ratur und dem entsprechenden Druck der Prozentsatz der Umsetzung und somit die Harnstoffausbeute steigt. Die grösste Ausbeute würde demnach erreicht, wenn im ganzen Reaktionsraum eine möglichst hohe und gleich mässige Temperatur herrscht. Technisch ist jedoch die Temperatur nach oben begrenzt. durch die Korrosionsbeständigkeit der druck tragenden Wandung.
Es hat sich gezeigt, dass bei einer Wärme abfuhr durch die drucktragende Aussenwan dung des Reaktionsraumes hindurch, die mei stens aus einem korrosionsbeständigen Futter und einem druckfesten Aussenmantel besteht, 1. die Temperaturdifferenz von der Grenz schicht im Reaktionsraum bis zum Kühl medium, bedingt durch den mehrmaligen Wärmeübergang iuid durch den ungünstigen Wärmedurchgang durch die dicke, druck tragende Wandung, relativ gross ist und so mit bei Verdampfung des Kühlmediums nur Dampf von relativ tiefer Temperatur und niedrigem Druck gewonnen werden kann, 2.
eine zusätzliche Temperaturdifferenz zwischen der Grenzschicht lind dem Zentrum des Reaktionsraumes vorhanden ist und somit die Forderung nach einer gleichmässigen und zugleich möglichst hohen Temperatur nicht erfüllt ist, 3. die Wärmeabfuhr bei wachsendem Durchmesser des Reaktionsraumes unzurei- ehend wird, da das Volumen und damit die abzuführende Wärmemenge quadratisch, die Kühlfläche aber nur linear zunimmt.
Bei Verwendung eines Ammoniaküber- schusses zu Kühlzwecken ist bei gleicher Ver- weilzeit der in Reaktion tretende Komponen ten ein grösserer Reaktionsraum erforderlich und es entsteht für die Zufuhr der überschüs sigen Ammoniakmenge ein zusätzlicher Be darf. an Pumpenenergie.
Bei der Aufteilung des Reaktionsraumes, die vermehrte Kosten verursacht, wird in der ersten Stufe zwar Dampf gewonnen, jedoch reichen Temperatur und Druck dieses Dampfes nicht aus für die Wärmezufuhr zur zweiten Stufe, da die in bezug auf die Wärmeabfuhr oben gemachten drei Feststellungen in umge kehrtem Sinne auch für die Zufuhr gelten.
Die Wärmewirtschaft einer kompletten Harnstoffanlage beeinflusst die Gestehungs kosten des Produktes stark. Sie kann wesent lich dadurch verbessert werden, dass man die resultierende Wärmemenge aus dem Reaktions raum selbst abführt, speziell wenn man hierfür dünnwandige Austauschflächen ver wendet; die Anzahl der Wärmeübergänge ver mindert sich und der Wärmedurchgang lässt sich günstiger gestalten, da bei kleinem Quer schnitt der kühlenden Hohlkörper die Wan dungen relativ dünn ausgeführt werden kön nen. Bei wachsendem Durchmesser des Reak tionsraumes kann die Kühlfläche, die zweck mässig in Form einer Kühlschlange oder von Doppelrohren ausgeführt. wird, beliebig ver grössert werden.
Die hierdurch bedingte Ver grösserung des Reaktionsraumes ist weit ge ringer als diejenige, die für einen Ammoniak überschuss erforderlich ist. Es entsteht kein zusätzlicher Energieverbrauch. Es ist nur ein einziger Reaktionsraum für beide Reaktionen nötig. Bei dieser Art Kühlung kann Dampf erzeugt werden, dessen Temperatur nur wenig unter der im Reaktionsraum herrschenden Temperatur liegt und dessen Druck für den Wärmeverbrauch in der an den Reaktions raum anschliessenden Apparatur ausreichend ist.
<I>Beispiel:</I> (siehe Zeichnung) Der Reaktionsraum ist umschlossen von einem dritektragenden Aussenmantel 1. von 80 mm Dicke und zwei abschliessenden Deckeln. Der Aussenmantel enthält ein korrosionsbe ständiges Futter 2 von 10 mm Dicke. Der Eintritt der Reaktionsteilnehmer erfolgt bei 3, der Austritt des Produktes bei 4. Die Wärme menge wird abgeführt durch eine Kühlschlange 5 aus Rohr von nur 4 mm Wandstärke. Die Zufuhr des Kühlmediums erfolgt, über Ab- scheider 6 bei 7, und der erzeugte Dampf kann bei 8 entnommen werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur synthetischen Harnstoff erzeugung aus Ammoniak und Kohlensäure, dadurch gekennzeichnet, da.ss die Reaktions wärme durch eine im Reaktionsraum einge baute Kühlfläche abgeführt und dabei Dampf von hoher Temperatur und hohem Druck er zeugt wird. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlung im Reak tionsraum durch einen dünnwandigen Hohl körper bewirkt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH288166T | 1950-09-28 |
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| CH288166A true CH288166A (de) | 1953-01-15 |
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| CH288166D CH288166A (de) | 1950-09-28 | 1950-09-28 | Verfahren zur Harnstofferzeugung. |
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| CH (1) | CH288166A (de) |
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1950
- 1950-09-28 CH CH288166D patent/CH288166A/de unknown
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