Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 232772. Vorrichtung zur Erzeugung von Lichtblitzen für stroboskopische Zwecke. Das Hauptpatent bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Erzeugung von Lichtblitzen für stroboskopische Zwecke mittels Entladun gen eines über einen Widerstand an eine Gleichstromquelle angeschlossenen Konden- sators durch eine Hochdruckentladungsröhre, die im folgenden auch kurz Blitzröhre ge nannt wird,
und eine in Reihe mit ihr lie gende gas- oder dampfgefüllte Hilfsentla- dungsröhre, welch letztere mit einem Steuer organ versehen ist, mit dessen Hilfe sie im Rhythmus der gewünschten Frequenz der Lichtblitze gezündet werden kann. Es sind dabei zur Vereinfachung der Vorrichtung und zur Erhöhung der Lebensdauer der Blitz röhre Mittel zur dauernden Aufrechterhal tung einer Bogenentladung zwischen den im Kondensatorentladekreis liegenden Llektro den der Blitzröhre vorgesehen.
Durch die vorliegende Erfindung wird diese Vorrichtung im Hinblick auf gewisse Anwendungen weiter ausgebildet. Es ist manchmal erwünscht, zwei in Reihe geschaltete- Blitzröhren bei einer derartigen Vorrichtung anzuwenden, beispielsweise zum Beleuchten eines zu betrachtenden Gegenstan des von verschiedenen Seiten oder zum Be urteilen der Gleichphasigkeit der Bewegung zweier Gegenstände. Bei der Anwendung von zwei in Reihe geschalteten Blitzröhren in der oben beschriebenen Vorrichtung bietet die Einleitung der ununterbrochenen Bogenent ladung jedoch Schwierigkeiten.
Die Erfindung beruht auf der Erkennt nis, dass die Übelstände bei der Zündung der in Reihe geschalteten Blitzröhren von einer ungleichmässigen Verteilung der Zündspan- nung über die beiden Röhren herrühren; diese Ungleichmässigkeit ist die Folge von Grössenunterschieden zwischen der gegensei tigen Kapazität der Röhrenelektroden der beiden Blitzröhren und der Anschlusskabel der letzteren sowie von der Kapazität der Röhren in bezug auf die Umgebung. Ausser- dem wird die Spannungsverteilung über die Röhren durch eine Formänderung, z.
B. eine Krümmung eines der Anschlusskabel, auf störende Weise beeinflusst. Durch alles dies erfordert die Reihenschaltung zweier Blitz röhren eine Zündspannung, die wesentlich grösser als das Zweifache der für jede der Röhren erforderlichen Zündspannung ist. Da es sich hier um Zündspannungen von einigen Tausend Volt handelt, hat dies eine erheb liche Preiserhöhung der Apparatur zur Folge.
Die genannten Übelstände werden erfin dungsgemäss dadurch vermieden, dass Mittel dazu vorgesehen sind, die dauernd aufrecht erhaltenen Bogenentladungen in den Blitz röhren unabhängig voneinander einzuleiten.
Die Erfindung wird an Hand der beilie genden Zeichnung näher erläutert, in der beispielsweise eine Ausführungsform der Vor richtung gemäss der Erfindung dargestellt ist.
Bei der- dargestellten Vorrichtung wird die benötigte Gleichstromspeisespannung mit Hilfe eines Transformators 1, einer Zwei- weggleiehrichterschaltung mit Röhren 2 und eines aus den Kondensatoren 3, 4 und einer Drosselspule 5 bestehenden Abflachfilters einem Wechselstromnetz entnommen. Die am Kondensator 4 auftretende abgeflachte Gleichspannung wird über einen Ladewider stand 6 einem Kondensator 7 zugeführt, der mit einem Entladekreis verbunden ist, der aus einer steuerbaren Hilfsentladungsröhre 8 und zwei zur Erzeugung von Lichtblitzen dienenden Blitzröhren 9 und 10 besteht.
Um die Intensität der erzeugten Lichtblitze re geln zu können, kann durch Parallelschal tung der Kondensatoren 7' und 7" an den Kondensator 7 mittels des Schalters 11 die Energie, mit der die Röhren 9 und 10 perio disch gespeist werden, vergrössert werden.
Während des Betriebes wird zwischen den in dem Entladekreis des Kondensators 7 liegenden Elektroden der Röhren 9 und 10 eine ununterbrochene Bogenentladung gerin ger Intensität aufrechterhalten. Der dafür benötigte Strom wird über einen Ström- begrenzungswiderstand 12 dem Kondensator 4 entnommen. Der Augenblick der Entladung des Kondensators 7 und folglich das Entste hen der Lichtblitze ist vom Zeitpunkt der Zündung der Hilfsentladungsröhre 8 abhän gig, die durch den Eingangsklemmen 13 des Steuergitterkreises dieser Röhre zugeführte Spannungsstösse herbeigeführt werden kann.
Zum Zünden der Blitzröhren bei der In betriebnahme der Vorrichtung liegt zwischen diesen Röhren ein Zündungsschalter 14, und sind zwei Zündtransformatoren 15 und 16 vorgesehen, deren Primärwicklungen 17 und 18 an das Wechselstromnetz angeschlossen werden können. Die Transformatoren 15 und 16 dienen zur Zündung der Röhren 9 bezw. 1.0.
Die in Reihe mit einem Strombegren- zungswiderstand 19 geschaltete Sekundär wicklung 20 des Transformators 15 über brückt den Zündungsschalter 14 und die Blitzröhre 10, während die gleichfalls in Reihe mit einem Strombegrenzungswider- stand 21 geschaltete Sekundärwicklung 22 des Transformators 16 den Zündungsschalter und die Blitzröhre 9 überbrückt.
Die Zündung der Blitzröhren bei der In betriebnahme der Vorrichtung erfolgt auf die folgende Weise: Dadurch, dass, z. B. entgegen der Wirkung einer Feder, der Zündungs schalter 14 nach rechts verschoben wird, wird die Verbindung zwischen den in dem Ent- ladekreis des Kondensators 7 liegenden Kon takten 23 aufgehoben und werden die in dem Speisekreis der Zündungstransformatoreu liegenden Kontakte 24 verbunden, wodurch in Abhängigkeit von der Lage eines Wahl Schalters 25 entweder der Zündungstransfor mator 15 oder der Zündungstransformator 16 an das Netz angeschlossen wird. Steht der Wahlschalter 25 in der dargestellten Lage,
so wird in der Sekundärwicklung 20 eine Wechselspannung induziert, die in Reihe mit der am Kondensator 4 herrschenden Gleich spannung an der Blitzröhre 9 wirksam wird.
Durch geeignete Wahl der Spannung an der Sekundärwicklung 20 lässt sich auf diese Weise erreichen, dass die gesamte, jetzt an der Blitzröhre 9 auftretende Spannung einen periodisch für die Zündung dieser Röhre aus reichenden Wert besitzt, Ist die Blitzröhre 9 gezündet, so wird in ihr infolge der am Kondensator 4 auftreten den Gleichspannung unabhängig von der Lage des Zündungsschalters- 14 und des Wahlschalters 25 eine Bogenentladung auf rechterhalten, da der dazu erforderliche Stromkreis - positive Anschlussklemme des Kondensators 4, Widerstand 12, Blitzröhre 9, Sekundärwicklung 20, Widerstand 19,
ne gative Anschlussklemme des Kondensators 4 - ungeändert erhalten bleibt.
Nach der Zündung der Blitzröhre 9 wird der Wahlschalter niederwärts umgelegt zur Zündung der Blitzröhre 10. Da der Zün dungsschalter 14 noch nach rechts verschoben ist, wird die Spannung der Sekundärwick lung 22 in dem Zündungskreis - positive Anschlussklemme des Kondensators 4, Wider stand 12, Widerstand 21, Sekundärwicklung 22, Blitzröhre 10, negative Anschlussklemme des Kondensators 4 -. der Blitzröhre 10 wirksam.
Sind beide Blitzröhren gezündet, so wird der Zündungsschalter 14 nach links verscho ben. Dann fliesst der ununterbrochene Bogen entladungsstrom von der positiven Anschluss klemme des Kondensators 4 über den Wider stand 12, die Blitzröhre 9, den Zündungs schalter 14, die Blitzröhre 10 zu der nega tiven Anschlussklemme des Kondensators 4. Die Vorrichtung ist nun für den normalen Betrieb fertig, bei dem sich der Kondensator 7 bei der Zündung der Hilfsentladungsröhre 8 plötzlich über die in Reihe geschalteten Blitzröhren 9 und 10 entlädt.
Wie nach dem vorstehenden einleuchten wird, werden die obenerwähnten Übelstände bei der Inbetriebnahme der Vorrichtung durch die voneinander unabhängige Zündung der Blitzröhren vermieden.