CH239508A - Verfahren zum Schmelzen von Glas und elektrischer Schmelzofen zur Ausführung des Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zum Schmelzen von Glas und elektrischer Schmelzofen zur Ausführung des Verfahrens.Info
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Description
Verfahren zum Schmelzen von Glas und elektrischer Schmelzofen zur Ausführung des Verfahrens. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schmelzen von Glas und einen elektrischen Schmelzofen zur Ausführung des Verfahrens.
Das Schmelzen von Glas in elektrischen und in gasgeheizten Öfen ist prinzipiell ver schieden. Während in den elektrischen Ofen mit Elektroden die höchste Temperatur des Bades etwas unterhalb der Oberfläche des Glasbades liegt, ist bei gasgeheizten Öfen die höchste Temperatur oberhalb der Niveau fläche des Glases.
Es ist mit grossen ,Schwierigkeiten ver bunden, ein klares und homogenes Glas in elektrischen Ofen aus denselben Rohstoffen, wie sie bei gasgeheizten Ofen Verwendung finden, herzustellen. Da, wie schon erwähnt, die höchste Temperatur etwas unterhalb der Niveaufläche herrscht, wird die Aufsteigung des abgespalteten Gases verhindert, und die Folge davon ist das Vorhandensein kleiner Gasbläschen im Glas. Dieser Nachteil wird durch das vorlie gende Verfahren verhindert, und zwar durch elektrisches Erhitzen des Glases, indem gleichzeitig mit einem Stromdurchgang durch die Glasmasse Oberwärme durch Bestrahlung der Glasoberfläche erzeugt wird.
In dieser Weise erreicht man, dass das Temperatur- maximum gegen- die Oberfläche des Glasbades hin verlegt werden kann.
Im elektrischen Schmelzofen zur Ausfüh rung des Verfahrens sind für den Stromdurch gang durch das Bad Elektroden aus Graphit oder Eisenangeordnet. Diese Elektroden kön nen, wenn erforderlich oder erwünscht, mit Zu- bezw. Ablauf für ein Kühlmedium aus gestattet sein. Die Oberwärme kann in irgend einer geeigneten Weise, zum Beispiel durch Reizstäbe oder Metallspiralen, durch Erhit zung des Ofengewölbes usw., zugeführt wer den.
Zwei Ausführungsbeispiele des erfin dungsgemässen Schmelzofens sind in der bei- liegenden Zeichnung dargestellt; an Hand derselben wird auch das Verfahren selbst bei spielsweise erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Schmelzofen im Aufriss, Fig.2 einen Horizontalschnitt nach der Linie C-C in Fig. 1, Fig.3 einen Querschnitt teils nach der Linie A-A, teils nach der Linie B-B, in Fig. 1,
und Fig.4 ebenfalls einen Querschnitt teils nach der Linie D-D und teils nach der Linie E-E in Fig. 1.
Fig.5 zeigt einen Schnitt durch einen Ofen mit erhitztem Gewölbe und Fig. 6 einen Querschnitt der Fig. 5.
Unter Bezugnahme auf die Zeichnung be zeichnet 1 das Ofenmauerwerk, 2, 3 und 4 den Schmelzofen bezw. den Klär- und Arbeits ofen und 5 das Glasbad. In allen Ofen sind Elektroden für den Stromdurchgang durch das Glasbad angeordnet. Diese Elektroden, die aus Graphit, kohlenstoffarmem Eisen oder ähnlichen für das Glasschmelzen geeigneten Stoffen bestehen können, sind mit 6 bezeich net. Die Elektroden können wasser- oder gas gekühlt in den Ofen zweckmässig durch leicht auswechselbare Steine 8 in der Flusslinie des Glasbades eingeführt sein.
Über dem Glasbad sind Heizstäbe, Metall spiralen oder dergleichen zur Abgabe von Strahlungswärme an die Badoberfläche an geordnet. Diese, die auf der Zeichnung nur in dem Klär- bezw. Arbeitsofen gezeigt sind, sind mit 9 bezeichnet, können jedoch auch im Schmelzofen angeordnet sein. Die Heizstäbe usw. werden waagrecht durch das Mauer werk - wie es aus Fig. 4 hervorgeht - oder in anderer geeigneter Weise geführt. Als Heizstäbe haben sich besonders solche aus Siliziumkarbid bewährt.' Die kugelförmigen Enden dieser Stäbe werden von einem kon kaven Kontaktstück aus besonders wärme beständigem Material umspannt.
Das Kon taktstück ist wassergekühlt und wird mittels Druck gegen das Stabende gedrückt. Ein sol cher Heizstab kann zum Beispiel eine Wärmemenge von zirka 6 keal/sec bei einer Oberflächentemperatur des Stabes von 1500'C übertragen.
In Fig. 5 und 6 ist eine andere Ausfüh rungsform für die Zufuhr von Oberwärme gezeigt. 1 bezeichnet auch hier das Ofen mauerwerk. Im Gewölle 12 des Ofens ist eine Reihe von Kanälen 14 angeordnet, die sich über die ganze Länge des Gewölbes er strecken, und deren beide Enden nach der Oberfläche herausführen. In diese Kanäle ist eine pulverförmige Masse 15, zum Beispiel Kohlengriess oder ähnliche halbleitende Ma terialien, eingelegt, und an jedem Ende sind Elektroden 16 angeordnet. Die Packung des pulverförmigen Materials bestimmt den Widerstand und damit. die Stromstärke. Je fester die Packung, um so grösser die Strom stärke.
Die Kanäle sind im Gewölbe möglichst dicht angeordnet, so dass die Temperatur in der innern Gewölbeoberfläche über die ganze Fläche möglichst konstant wird. Die innere Gewölbefläche wird aus Gewölbeziegeln mit hoher Wärmeleitungszahl, wie Silizium karbidsteine oder Muffelchamotte, gebildet. Gleichzeitig wird für gute Isolation 13 auf der Oberfläche gesorgt.
Das Ofengewölbe kann auch einen ein zigen Hohlraum enthalten, der sich über die ganze Gewölbefläche erstreckt. Die Elek troden 16 werden dann vorzugsweise längs der Langseiten des Ofens angeordnet oder derart, dass der Stromdurchgang quer zur Längsrichtung des Ofens geschieht. Durch diese Ausführung wird eine vollkommen gleichmässige Temperatur über die ganze Ge- wölbefläche gewährleistet, indem die Fläche von der glühenden Widerstandsmasse gedeckt ist.
Auf der Zeichnung Fig. 1 ist die Tempe raturkurve im Schmelz- und Klärofen an gedeutet. Im Schmelzofen, wo sie mit 10 be zeichnet und wo wegen des Vergleichs keine Oberwärme gezeigt ist, liegt das Temperatur- maximum am weitesten rechts auf der Kurve und, wie ersichtlich, unterhalb der Badober- fläche. Dadurch, dass die höchste Temperatur ungefähr mitten im Bade herrscht, wird die darüberliegende kältere Glasmasse steifer und mehr unbeweglich sein und den Gas durchgang hemmen, während die Gasabspal tung wegen der niedrigeren Temperatur lang samer vonstatten geht.
Anders sind die Verhältnisse im Klär und Arbeitsofen, wo Oberwärme vorgesehen ist. Die Temperaturkurve 37, die der Einfach heit halber nur im Klärofen eingezeichnet ist, zeigt hier steigende Temperatur nach der Oberfläche zu. Eine Folge davon ist, dass die kleinen Glasbläschen wachsen, wenn sie stei gen, und gesteigerten Auftrieb erhalten, so dass das Glas leicht und schnell geklärt wird. Dadurch sind die Bedingungen für ein homo genes und reines Glas gegeben.
Durch das vorliegende Verfahren erreicht man auch den Vorteil einer intensiven Zusam menmischung des neugeschmolzenen und des alten Glases im Ofen. Durch die Kombination von Stromdurchgang und Oberwärme erreicht man gegenüber gasgeheizten Öfen eine er höhte Temperatur weiter unten im Glasbad. Die dadurch erreichte kleinere Viskosität be wirkt mit der leichteren Gasabspaltung zu sammen eine raschere Homogenisierung des Glases, als dies bei gasgeheizten Öfen der Fall ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCIHE: I. Verfahren zum Schmelzen von Glas, gekennzeichnet durch elektrisches Erhitzen des Glases, indem gleichzeitig mit einem Stromdurchgang durch die Glasmasse Ober wärme durch Bestrahlung der Glasoberfläche erzeugt wird. II. Elektrischer Schmelzofen zum Aus führen des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass Schmelz-, Klär- und Arbeitsofen mit Elektroden für die Stromzuführung zur Glasmasse und mit über der Glasmasse angebrachten, elektrisch er hitzten Elementen zwecks Erzeugung von Oberwärme durch Bestrahlung der Glasober fläche ausgestattet sind.UNTERANSPRÜCHE: 1. Schmelzofen nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberwärme durch Strahlung vom erhitzten Gewölbe, in welchem Kanäle zur Aufnahme eines pulver- förmigen Widerstandsmaterials angeordnet sind, erzeugt wird. 2. Schmelzofen nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass im Gewölbe eine Reihe nebeneinanderliegender, sich über die ganze Ofenlänge erstreckender Kanäle an geordnet ist. 3.Schmelzofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass im Gewölbe ein sich über die ganze Gewölbeoberfläche er streckender Hohlraum vorgesehen ist. 4. Schmelzofen nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Abgabe von Strahlungswärme bestimmten Elemente die Form von Stäben aufweisen und waag recht über der Oberfläche des Glasbades an geordnet sind.
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