Elektrisch-vollautomatische Fisebbrut-Anlage.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet eine elektrisch-vollautomatische Fisch brut-Anlage mit Behältern, von denen der eine die Fischeier und filtriertes Wasser mit Sauerstoff aufnimmt. Dieser Behälter mit den F'ischeiern ist von Wandungen umgeben, welche den Austausch von Wärme des in dem Behälter enthaltenen Wassers und der äussern Luft erschweren, während Vorrichtungen vorgesehen sind, um bei Bedarf den Behälter mit den Fischeiern filtriertes Wasser mit Sauerstoff von einer bestimmten Temperatur zuzuführen.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung ist in zwei beispielsweisen Ausführungsfor- men in beifolgender Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt :
Fig. 1 eine Anlage, bei welcher bloB zwei Behälter vorgesehen sind, von denen der eine die Fischeier und Wasser enthält, während der zweite Behälter die Vorrichtungen aufweist, welche für die Lebensfähigkeit der Fischeier nötig sind.
F'ig. 2 zeigt eine ähnliche Anlage wie diejenige der Fig. 1, bloss sind bei dieser Anlage nochverschiedene Einrichtungen hinzugefügt, und die Anlage selbst ist in einem kleineren Massstab schematisch dargestellt.
Es sind bei der Anlage nach F'ig. 1 die beiden Vakuum-Isolationsgefässe 17,19 vorgesehen. WÏhrend das Gefϯ 19 unten geschlossen ist, besitzt das Gefäss 17 unten eine Offnung, die durch einen Pfropfen abgeschlossen ist, durch den das Rohr 15 geführt ist. Das Rohr ist bei 10 in einem Filter 9 gelagert, der im GefäB 19 angebracht ist.
Der Filter 9 weist ein GefäB auf, in welchem unten und oben eine Schicht Sand und in der Mitte Holzkohle gelagert ist. Der untere linke Teil des Rohres 15 ragt in das GefäB 17. Bevor das Rohr 15 in den Unterteil des Gefässes 17 eindringt, mündet in das Rohr 15 das Rohr 27, welches Luft als Sauerstoffträger in das Gefäss 17 einführt. Das Rohr 27 ist an das eine Ende der Schlange 8 angeschlossen, deren anderes Ende mit dem Rohr 13 verbunden ist. Dieses Rohr 13 wird von der Pumpe 14 mit Luft gespeist. Die Pumpe 14 ist fortwäh- rend in Betrieb und wird mittels eines Elek tromotors angetrieben, der an das Netz 22.
23 angeschlossen ist. An das Rohr 13 ist das Rohr 12 mit dem Auslassfilter 11 angeschlos- sen, der unten in dem Gefäss 19 gelagert ist.
In dem Gefäss 19 ist weiterhin die Kühlschlange 7 vorgesehen, deren eines Ende fi mit dem Kompressor 1. und deren anderes Ende 5 mit dem Gefäss 4 für die Kühlfliissigkeit verbunden ist. Durch die Schlange 7 wird die K hlfl ssigkeit getrieben, welche so einreguliert wird, dass das im Gefäss 19 be- findliche Wasser imrmer eine Temperatur von zirka 4"C hat. Vom Gefäss 4 fiihrt der Kondensator 3 nach dem Kompressor l. der durch den Elektromotor 2 angetrieben wird.
Vom Motor führt die eine Leitung 25 nach der Leitung 23 des Netzes, und die andere Lei tung 24 führt nach dem Quecksilberschalter 20, dessen andere Leitung mit dem Netz ver bnnden ist. Der Schalter 20 wird durch den Thermostaten 21, der in das Wasser des Ge fässes 19 taucht, beeinflusst. Das Rohr 15 leitet Wasser aus dem Gefäss 19 nach dem Gefäss 17 durch den Filter 9, in welchem sich etwaige Unreinigkeiten im zugeführten Frischwasser absetzen. Das Rohr 15 verbindet den Unterteil des Wassers im Gefäss 17 mit dem Wasser im Gefäss 19.
Das Niveau des Wassers im Gefäss 19 ist höber gelegen als dasjenige des Gefässes 17. Frisches Was- ser wird dem Gefäss 19 durch die Leitung 26 zugeführt, und zwar so viel, dass immer ein wenig Wasser über den obern Rand des Ge fässes 17 abfliesst. Das aus dem Gefäss 17 überlaufende Wasser wird im Behälter 18 aufgefangen.
Die Anlage wird in folgender Weise ver- wendet :'
Im Behälter 17 werden die Fischeier, welche im vorliegenden Falle Felcheneier sind, aufbewahrt, und das Wasser wird bis an den obern Rand geführt. Da aus Leitung 26 immer langsam Frischwasser in den Behälter 19 zugeführt wird, und da infolge Heberwirkung immer Wasser aus dem Gefass 19 durch den Filter 9 über die Leitung li in das Gefäss 17 iibergefiihrt wird, so fliesst das Wasser im Gefäss 17 über und wird in dem Gefäss 18 aufgefangen.
Da die Eier sich nach unten senken, so werden keine Eicr aus dem Gefäss 17 wegg Filtriertes Wasser gelangt aus dem Gefäss 19 durch den Filter 9 in das Gefϯ 17. Durch die Kühlschlange 7 wird das Wasser im Behälter 19 auf einer bestimmten Temperatur, in vorliegendem Falle auf zirka 4"C, erhalten. Steigt die Temperatur, so be einflusst der Thermostat 21 den Queeksilber- schalter 20. der die KÏlteanlage einschaltet.
Ist die richtige Temperatur im Gefäss 19 erreicht, so schaltet der Thermostat 21 die Kühlanlage wieder ab. Für fortwährende Sauerstoffzufuhr sorgt die Pumpe 14. Auch der Sauerstoff wird auf die bestimmte Tempe rater erniedrigt, indem die Luft durch die irn Gefäss 19 gelagerte Schlange 8 getrieben wird. Ein Teil des Sauerstoffes gelangt in das Wasser des Gefässes 19 und ein Teil in das Wasser des Gefässes 17.
Bei der Anlage nach Fig. 2 müssen in erster Linie folgende Punkte berücksichtigt werden : 1. Die Anlage soll keiner beständigen Wassererneuerung bed rfen, sondern es soll immer wieder durch fortwährende Zirkulation dasselbe Wasser verwendet werden.
2. Die Temperatur des Wassers soll zwi- schen weit auseinanderliegenden Temperaturen, zum Beispiel zwischen 1 und 15 C einreguliert werden können. Hat diese Einregulierung stattgefunden, so darf diese Temperatur nicht mehr merklich schwanken, und es ist höchstens eine Schwankung von I"C zulässig.
3. Der Betrieb soll vollautomatisch sein, und bei kurzen Stromunterbrüchen darf die Temperatur des Wassers nicht stark anstei- gen. Es sollen also die Isolationsverhältnisse in den Brutgläsern so vorgesehen sein, da¯ das Wasser in denselben mit der AuBenluft bei kurzem Stromunterbruch keinen merklichen Wärmeaustausch eingehen kann, der auf die Fischeier schädlich einwirken könnte.
4. Die ganze Anlage soll betriebssicher sein, und
5. Die Betriebsspesen sollen minimal sein.
Um diese eben angegebenen Bedingungen erfüllen zu können, werden als Brutgläser 54, 55, 56 sogenannte Thermosgläser verwendet, welche einen Vakuum-Isolationsmantel aus Glas, der ein guter Wärme-und Eälteisolator ist, aufweisen. Die Brutgläser 54,55,56 sind mittels den Rohren 49,50 an dem Behälter 63 angeschlossen. Da das Wasser vom Boden des Behälters 63 fortlaufend den Brutgläsern 54, 55,56 zugefiihrt wird, so wird das vom obern Rand der Brutgläser überfliessende Wasser in den Behältern 58,59,60 aufgefangen, in denen sich etwaige Unreinigkeiten durch Filtervorrichtungen absetzen können, Das von hier aus überfliessende Wasser gelangt in den mit einem abgeschrägten Boden versehenen Behälter 57 und von da aus in den Sammelbehälter 62.
Für den Fall, dass die Anlage auch noch für Forellenzucht verwendet werden soll, so kommt der Trog 61 in Anwendung, dessen Ableitungsrohr 67 mit dem Sammelbehälter 62 und dessen Zulei- tungsrohr 68 mit dem Rohr 49, das an dem BehÏlter 63 angeschlossen ist, verbunden ist.
In den Brutgläsern 54,55,56, die durch nicht gezeichnete überstülpbare Mäntel soviel wie möglich gegen einen raschen Tempera turenaustausch mit der umgebenden Luft geschützt sind, sind die Fischeier gelagert, und durch die Rohrleitung 50 wird den Brutgläsern stets filtriertes Wasser von bestimmter Temperatur mit dem nötigen Sauerstoff zugeführt. Für die Herstellung eines derartigen Wassers wird durch den Behälter 63 gesorgt, der mit ähnlichen Vorrichtungen ausgerüstet ist, wie das Gefäss 19 der Fig. 1.
Das Frischwasser, das zur einmaligen Füllung der Anlage dient, tritt durch das Rohr 43 in den Behälter 63, und nachdem es den clurch die Wände 69,71 begrenzten Filter 64 durchlaufen hat, tritt es hinter der undurch- lässigen Wand 70, die in den Filter 64 hineinragt, in den hintern Teil 63a des Behälters 63. In dem Behälter 63 ist die Kühlschlange 48 vorgesehen, deren oberes Ende 41 mit dem Rohr 38 und der Kühlmaschine 28, und deren unteres Ende 40 mit dem Rohr 39 und dem Behälter 32 der Eühlmasohine 28 verbunden ist. Die Eühlmaschine 28 wird durch den Elektromotor 31 angetrieben und weist den Kondensator 30 auf.
Die Kühlschlange ist so eingerichtet, dass die Temperatur zwischen weiten Grenzeii verändert werden kann, zum Beispiel von 1-15 C. Es kann dies dadurch erreicht werden, dass zum Beispiel der Motor verschiedene Geschwindigkeiten ausfiihren kann. Ist aber einmal eine bestimmte Temperatur erreicht, so muss der Thermostat 4-2 da fiir sorgen, dass diese Temperatur stets an nähernd bestehen bleibt, indem er die An ! age entsprechend ein-oder ausschaltet. In den Raum 63a des Behälters 63 mündet die Luftbrause 37, welche mittels Rohr 36 an den Behälter 34 der automatisch arbeitenden Luftpumpe 29 angeschlossen ist.
Die Behälter 34 sind mit Olabscheidern versehen, damit durch die Luft kein Í1 nach den Brutgläsern mitgerissen werden kann. Ferner ist ein Pressostat 35 vorgesehen, welcher den Luftdruck stets auf einer bestimmten Hohe hält.
Die Luftpumpe 29 wird durch den Elektromotor 33 angetrieben. Die Luftpumpe kann so arbeiten, daB bei Erhöhung des Druckes über ein bestimmtes Mass der überschüssige Druck durch ein Ventil selbsttätig abgelassen wird, oder der Pressostat bewirkt bei Druckerhöhung das Langsamerlaufen des Elektromotors, zum Beispiel durch Einschalten von Widerständen. Weiterhin ist im Raum 63a des Behälters 63 ein Schwimmer 65 vorgesehen, der durch den Wasserstand im Behälter 63 beeinflusst wird. Bei Erhöhung des Wasserstandes im Behälter 63 wird durch das Regulierorgan 66 der Elektromotor 45 der Zentrifugalpumpe 46 beeinflusst, so dass weniger Wasser zirkuliert. Das Rohr 44, das an die Zentrifugalpumpe 46 angeschlossen ist, m ndet in den Behälter 63 mit dem Rohr 47.
Die Anlage nach Fig. 2 arbeitet in folgender Weise :
Die fortwährend laufende Zentrifugalpumpe 46 fördert Wasser vom Behälter 62 nach dem Behälter 63, das durch den Filter 64 geht. In derselben Weise tritt das Frisch sasser aus Rohr 43 durch den Filter 64.
Nachdem das Wasser filtriert ist, tritt es durch das Rohr 49 in die Brutgläser 4* 55 56, in denen sich die Fischeier befinden. Das überlaufende Wasser gelangt aus dem Behälter 57 in den Sammelbehälter 62, von wo aus es durch die Zentrifugalpumpe abgesaugt und wieder nach dem Behälter 63 befördert wird. Die Temperatur des Wassers in dem Behälter 63 wird durch die Kühlschlange 48 auf zirka 4 C gehalten. Die Kühlschlange 48 erhält von der Kühlmasehine 28 ihr Kältemedium. welche ans der K hlmaschine nach dem Kondensator 30 und nach dem Behälter 32 bertritt.
Vom Behälter 32 gelangt das Kältemedium in die Kühlschlange 48 und tritt von da aus in die Kühlmaschine 28 zurück. Bei Temperaturschwankungen be einflusst der Thermostat 42 den Elektromotor 91 der Kältemaschine 28 durch Ein-oder Aussehalten der Kältemasehine 28. Ferner muss das Wasser, bevor es in die Brutgläser tritt, mit dem nötigen Sauerstoff resp. mit der nötigen Luft versehen sein, die durch das Wasser im Behälter 63 die erwünschte Temperatur erhält. Das Wasser in dem Behälter 63 erhält die Luft von der Luft- pumpe 29. Der Druck der Luft wird durch den Pressostat 35 einreguliert, indem er entsprechend dem Druck den Elektromotor 33 ein-oder ausschaltet.
Auch kann ein Abla¯ventil vorgesehen sein, das bei wu 11011em Druck den bersch ssigen Druck ablässt. Bei wu hohem Ansteigen des Wasserspiegels im Gefϯ 63 beeinflusst ein Scliviimmer 65 über Regulierorgan 66 die Zentrifugalpumpe 46.
Selbstverständlich kann die Filteranlage im Behälter 63 in anderer Weise ausgeführt werden als wie hier angegeben, ebenso kann anstatt einer Kompressorkühlanlage das Absorptionsverfahren für Kälteerzeugung oder irgendein anderes Verfahren in Anwendung kommen. Vorliegende Anlage soll blot dis Prinzip dartun. Die Filteranlage kann zum Beispiel für sich ausserhalb des Behälters 63 angeordnet sein.